AD(H)S – Ursachen, Symptome und Therapie

Typische Merkmale von AD(H)S sind Probleme mit Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Impulsivität, die manchmal noch durch Hyperaktivität verstärkt werden. Da die Wirkung einer Therapie mit Psychostimulanzien weitgehend umstritten ist und zahlreiche negative Folgen haben kann, suchen immer mehr Betroffene oder deren Angehörige nach natürlichen Methoden. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel legt einen Schwerpunkt auf erfolgreiche alternative Konzepte bei ADHS.

 

Tipps bei ADHS

Experte:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 27. August 2020

AD(H)S – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist AD(H)S: Ursachen sind sehr vielfältig; psychosoziale, genetische, stoffwechselbedingte, immunsystembedingte Ursachen sind häufig Aufmerksamkeitsdefizit-Störungen ohne oder mit Hyperaktivität (AD(H)S) sind die häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter. Etwa jedes 20. Kind ist betroffen. Bei ca. 1/3 gehen die Symptome bis ins Erwachsenenalter.
  • Symptome: Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit in verschiedenen Ausprägungen
  • Prognose und Verlauf: kann die Lebensqualität stark einschränken, ist nicht lebensbedrohlich
  • Diagnose: Erfolgt nur anhand der Symptome, durch spezialisierte Ärzte, die Symptome müssen über das Normalmaß hinausgehen, sodass es im Alltag zu Einschränkungen kommt – Fehldiagnosen sind häufig
  • Therapie: Mikronährstoffe, um Folgen zu vermindern und Nebenwirkungen von Medikamenten zu reduzieren
  • Empfohlene Ernährung: Eine gesunde Ernährung bei ADHS sollte sich eher an der sogenannten Mittelmeerdiät orientieren als an der bei uns so weit verbreiteten „Western Style Diet“
  • Integrative Therapie: Bewegung und Sport, Ordnung und Struktur, Yoga, „Green Space“, Homöopathie, kognitives Training, Licht-Therapie
  • Medikamentöse Therapie: Medikamente sollten der letzte Ausweg in der Behandlung sein, es werden stimulierende Medikamente verordnet, deren Nebenwirkung beruhigt
  • Checkliste: Das können Sie selbst tun bei AD(H)S

Was ist AD(H)S?

Das-Wichtigste-in-Kürze

AD(H)S in der Übersicht

  • häufigste psychische Störung im Kindesalter
  • Aufmerksamkeitsdefizit bei Mädchen öfter ohne Hyperaktivität, bei Jungen öfter mit Hyperaktivität
  • Unterschied zwischen „normal“ und „krank“ ist fließend
  • Kombination aus vererbten, sozialen, Umweltfaktoren und Lebensstil
  • Darm und Immunsystem spielen eine wichtige Rolle
  • Homocystein und fehlende Mikronährstoffe beteiligt

Vorkommen und Auftreten

AD(H)S hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Massenphänomen entwickelt. Mittlerweile stellen hyperkinetische Störungen wie AD(H)S zusammen mit Störungen des Sozialverhaltens die häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter dar. AD(H)S betrifft nach den Kriterien des derzeit aktuellen Klassifikationssystems für psychische Krankheiten DSM-5 ca. 5 % aller Schulkinder in Deutschland. Demnach sitzt rein statistisch in jeder deutschen Schulklasse mindestens ein betroffenes Kind.

Das Stellen der Diagnose ist nicht einfach. Es handelt sich bei AD(H)S nicht um eine fest definierte Krankheit, sondern um ein Syndrom. Ein Syndrom ist – im Gegensatz zu einer Krankheit – eine Ansammlung von bei den meisten Betroffenen ähnlichen Symptomen.

 

Kinder: Mädchen werden gegenüber Jungen öfter mit ADS diagnostiziert (Verhältnis 3:1). Bei Jungen wird dagegen viermal öfter ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS) diagnostiziert. Die Übergänge von „gesund“ zu „krank“ sind fließend und oft schwierig einzuschätzen.

 

Erwachsene: Die Symptome von ADHS können unterschiedlicher Ausprägung sein und bei etwa 1/3 der Diagnostizierten bestehen sie bis in das Erwachsenenalter hinein. Wer ADHS hat, kann oftmals mit seiner Umwelt in Konflikt geraten oder hinter den eigenen Möglichkeiten zurückbleiben. Insofern bedeutet die Störung meist sowohl eine Belastung für Betroffene als auch Angehörige.

 

 

Entstehung und Ursachen

Nach heutiger Auffassung ist die Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit (ADHS) oder ohne (ADS) Hyperaktivität das Resultat einer fehlerhaften Informationsweiterleitung zwischen den Nervenzellen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Verfügbarkeit des Nerven-Botenstoffes Dopamin.

Die genauen Zusammenhänge für die Entstehung eines ADHS sind noch nicht bekannt. Die meisten Forscher vermuten eine Kombination aus (epigenetisch) vererbter Anfälligkeit mit sozialen, Lebensstil- und Umweltfaktoren, die einen Ausbruch des Syndroms wahrscheinlicher machen.

 

Umweltfaktoren: Nachgewiesen sind auch die Auswirkungen von Giftstoffen und Schwermetallen. Schon geringe Belastungen mit Blei sind beispielsweise mit einem Anstieg der ADHS-Raten verbunden, ebenso Gifte aus Kunstoffen wie Weichmacher. Viele der weiteren Risikofaktoren können wir selbst gut durch unseren Lebensstil beeinflussen, so dass ADHS nicht einfach nur mehr ein Schicksalsschlag ist.

 

Probleme in der Schwangerschaft: Wenn wir am Lebensursprung anfangen, so zeigte sich, dass eine in der Schwangerschaft gestresste Mutter ein Risikofaktor ist. Die Folge davon ist auf der einen Seite eine veränderte Darmflora, auf der anderen Seite werden auch Gene, die für die Stressverarbeitung beim Kind zuständig sind, epigenetisch verändert. Die gute Nachricht ist: Beide Veränderungen sind durch die richtigen Maßnahmen reversibel. Schwangerschaftskomplikationen und Alkohol in der Schwangerschaft gelten ebenfalls als Risikofaktoren für die Entwicklung eines ADHS.

 

Epigenetik: Eine veränderte Epigenetik scheint der Hauptfaktor im Bereich der Vererbung zu sein. Das positive dabei ist, dass epigenetisch veränderte Gene durch gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise wieder normalisiert werden können. In unserem Fall wurde nachgewiesen, dass vermehrte elterliche Zuwendung in den Wochen nach der Geburt die negativen Effekte auf die Stressverarbeitung ausradieren kann.

 

Homocystein: In den letzten Jahren wurde auch mehrfach ein Zusammenhang mit ADHS und erhöhten Werten der aggressiven Aminosäure Homocystein gefunden. Höhere Werte von Homocystein im Blut sind ein sensibler Indikator für einen zumindest unterschwelligen Mikronährstoffmangel. Diese ergänzen sich mit anderen Studien, die eine unterschwellige Entzündung im Gehirn als eine der Ursachen für ADHS erkannt haben. Denn Homocystein ist einer der Stoffe, die diese Art von Entzündung auslösen können.

Ausflug in die Wissenschaft

Homocystein

Im Stoffwechsel des Menschen entstehen allerlei Abfallprodukte, die ständig von der „Körperpolizei“ entsorgt werden müssen. Neben den freien Radikalen zählt hierzu das Homocystein.

Homocystein ist eine Aminosäure, die im normalen Stoffwechsel der Zellen entsteht. Unter normalen Umständen wird diese Aminosäure sehr schnell von Enzymen in den Zellen abgebaut. Diese Enzyme benötigen allerdings einige Mikronährstoffe als Co-Faktoren für diese Arbeit. Erhöhte Werte von Homocystein entstehen dann im Körper, wenn die Mikronährstoffe für den Abbau dafür nicht zur Verfügung stehen.

Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 sind die wichtigsten Vitalstoffe, die Ihnen helfen, den Homocysteinspiegel normal zu halten. Am besten wirken diese drei Vitalstoffe im natürlichen Verbund [1]. Aber auch weitere Mikronährstoffe wirken an der Homocysteinsenkung mit.

In den letzten 20 Jahren hat die Forschung zu Homocystein zugenommen. Erhöhte Homocystein-Werte über 10 µmol/l gelten heute als wichtiger Risikofaktor unter anderem für die Entstehung folgender Krankheiten:

  • ADHS
  • Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Demenz
  • Osteoporose
  • Unfruchtbarkeit
  • Altersbedingte Maculadegeneration (AMD)
  • Depression
  • Migräne mit Aura
  • Mitochondrien-Dysfunktion

Die einzige Methode, um Homocystein dauerhaft im unschädlichen Bereich zu halten ist die ausreichende Zufuhr von möglichst natürlichen Mikronährstoffen. Dann sind sogar einige der Krankheiten wieder rückgängig zu machen. [2]

 

[1] Naurath H.J. et al.: Does a single vitamin B-supplementation induce functional vitamin B-deficiency? Clin Chem Lab Med. 2001 Aug;39(8):768-71.

[2] Sun K. et al.: Associations between homocysteine metabolism related SNPs and carotid intima-media thickness: a Chinese sib pair study. J Thromb Thrombolysis. 2016 Nov 7.

Darm-Mikrobiom und Darm-Hirn-Achse

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Entstehung eines ADHS ist die Veränderung der Darmflora. Gerade im ersten Lebensjahr scheinen sehr wichtige Verbindungen der sogenannten Darm-Gehirn-Achse zu entstehen. Für diese Risikofaktoren wurden Einflüsse auf die frühe Darmflora und die Entwicklung eines ADHS nachgewiesen:

 

  • Kaiserschnittgeburt
  • kein Stillen
  • Ernährungsfaktoren
  • Antibiotika-Gabe in der frühen Kindheit

Darm-Gehirn-Achse

In den letzten Jahren wurden sehr intensive Zusammenhänge zwischen Darm und Gehirn festgestellt. Beide Organe kommunizieren über Nerven und Botenstoffe intensiv miteinander, was als Darm-Gehirn-Achse bezeichnet wird.

Störungen der Darm-Gehirn-Achse führen zu verschiedenen Symptomen und Krankheiten, dazu zählen unter anderem psychische Störungen und Störungen des Immunsystems.

Impfungen: Ein weiterer, mittlerweile mehrfach nachgewiesener Risikofaktor für ADHS ist die Impfung mit Thiomersal-haltigen Impfstoffen (9) (10). Diese Quecksilber-enthaltenden Zusatzstoffe werden u. a. in Impfungen gegen Hepatitis B und HiB-Impfungen (Haemophilus influenzae) eingesetzt.

Symptome und Anzeichen von AD(H)S erkennen

Das-Wichtigste-in-Kürze

Symptome in der Übersicht

  • Hyperaktivität-Impulsivität ist ein Symptomenkomplex
  • Unaufmerksamkeit ist der zweite Komplex
  • Es können sich als Folge weitere psychische Störungen bilden



Die Symptome können bei ADHS sehr unterschiedlich sein. Der im Volksmund gebräuchliche Name „Zappelphilipp-Syndrom“ beschreibt die Krankheit recht treffend. Hier die wichtigsten Symptome:

Nach dem DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) muss mindestens eines der beiden folgenden Verhaltensmuster vorhanden sein:

  • Hyperaktivität-Impulsivität
  • Unaufmerksamkeit

 

Diesen werden zahlreiche weitere Untersymptome zugeordnet:

  • Hyperaktiv-Impulsiv:
    • impulsiv
    • überdreht
    • unruhig
    • zappelig
    • nervös
    • ungeduldig
    • mangelnde Selbstkontrolle
    • sehr spontan
    • wirkt oft taktlos
    • unterbricht andere
    • schnell frustriert
    • leichtsinnig

 

  • Unaufmerksam
    • verträumt sein
    • abgelenkt sein
    • Flüchtigkeitsfehler
    • nichts zu Ende machen
    • vergesslich
    • unorganisiert
    • ängstlich
    • zerstreut
    • nicht bei der Sache bleiben
    • empfindlich

 

ADS-Patienten unterscheiden sich von ADHS-Patienten durch das Fehlen der hyperaktiven Komponente. Es ist demnach eine Untergruppe von ADHS.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Prognose in der Übersicht

  • nicht lebensbedrohlich
  • kann die Lebensqualität stark einschränken
  • Die Förderung der individuellen Talente ist wichtig




ADHS ist kein unmittelbar lebensbedrohliches Syndrom. Allerdings kann es das Leben stark einschränken. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen sind die Symptome bis ins Erwachsenenalter bemerkbar. Die Einschränkungen können in allen Lebenslagen auftreten: Schlaf, Lernen, soziale Beziehungen und Lebenslust.

Eine häufige Folge dieser, vor allem durch das soziale Umfeld auftretenden Einschränkungen sind Übergewicht, Depressionen und Selbstmordneigung und andere psychische Folgeerkrankungen. Die Selbstmordrate ist in dieser Bevölkerungsgruppe höher als im Durchschnitt.

 

Allerdings gibt es auch positive Seiten von ADHS. Viele Kinder mit ADHS haben oft ein außergewöhnliches Talent. Gepaart mit der besonderen Begeisterungsfähigkeit, einem oft ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und dem Sinn für ungewöhnliche Problemlösungen können sich diese Kinder bei Förderung ihrer Talente gesund entfalten.

 

Im Übrigen werden auch hochbegabte Kinder manchmal mit ADHS diagnostiziert. Ihre in der Schule schnell entstehende Langeweile wird von diesen Kindern mit Frustration und Ungeduld beantwortet.

 

Diagnose und Test: AD(H)S feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • kein objektiver Test – schwierige Diagnose
  • komplexe psychologische Testverfahren
  • Vorsicht bei Online-Test-Diagnosen

Um die Diagnose „ADHS“ abklären zu lassen, wenden Sie sich an einen spezialisierten Arzt (Allgemeinärzte, Psychiater mit Zusatzausbildungen oder eine Spezialambulanz- oder -sprechstunde für ADHS-Betroffene). Die Diagnosestellung bei ADHS ist jedoch nicht einfach. Es ist oft bereits kompliziert, ein bestimmtes „abweichendes“ Verhalten von einem altersbedingt normalen Verhalten zu unterscheiden.

 

Vorschnelle Diagnose

Experten gehen davon aus, dass ADHS bei Kindern oft vorschnell diagnostiziert wird. Nicht jedes besonders aktive oder quirlige Kind hat ADHS.

Es gibt zwei Grundbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit die Diagnose ADHS gestellt werden kann.

 

  • Vorhandensein von mindestens eines der beiden Grundsymptome Hyperaktivität und/oder Unaufmerksamkeit.
  • Der Betroffene leidet unter den Symptomen in mehreren Lebensbereichen deutlich.

Einen einfachen Test für ADHS gibt es nicht. Auch die zahlreichen Online-Tests sind mit Vorsicht zu genießen. Auch gibt es keinen Laborwert oder andere Verfahren, mit denen man ein ADHS nachweisen könnte.

 

Es gibt zahlreiche, gut untersuchte Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS. Ziele einer Therapie bei ADHS sind die Linderung der Symptome und in Folge die Verbesserung bei der Teilnahme an sozialen Interaktionen. Die Behandlung mit Medikamenten sollte immer als letzter Ausweg bleiben.

Mit einer gut gewählten Kombination verschiedener nicht-medikamentöser Maßnahmen können sehr gute Erfolge zu erzielt werden. Anhand zahlreicher Studien zeigen wir Ihnen, was wirkt und welche Maßnahmen tatsächlich bei ADHS erfolgversprechend sind.

 

Prävention: AD(H)S vorbeugen

Das-Wichtigste-in-Kürze

Prävention in der Übersicht

Präventive Maßnahmen sind z. B:

  • Stillen
  • natürliche Geburt
  • gesunde Ernährung
  • optimale Mikronährstoffversorgung (schon in der Schwangerschaft)
  • Bewegung
  • bewusste Entspannungsphasen,
  • gesunder Darm
  • Vermeidung von Giftstoffen (Pestizide, Kosmetik, Plastik etc.)

Für das Stillen wurde ein schützender Effekt vor ADHS nachgewiesen. Interessant ist, dass in einer dieser Studien gelichzeitig der Einfluss von Giftstoffen nachgewiesen wurde. So wurde zunächst ein deutlicher Zusammenhang zwischen Baby-Flaschennahrung und der Entstehung von ADHS nachgewiesen. Als die Studie 4 Jahre später noch einmal wiederholt wurde, achtete man allerdings darauf, dass die Flaschennahrung deutlich weniger des schädlichen Weichmachers Bisphenol A enthielt. Diesmal war der Zusammenhang mit ADHS nicht mehr so deutlich.

Therapie der AD(H)S

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Mikronährstoffe

  • sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei AD(H)S.
  • Besonders wichtig bei AD(H)S sind Zink, Eisen, Magnesium, Vitamin D, Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin A, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin
  • Einige der typischen ADHS-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Ernährung

  • Reduzieren Sie Ihre Zuckerzufuhr: Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen AD(H)S und Zucker.
  • Das Vermeiden von unverträglichen Lebensmitteln hat in einigen Studien zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik in einer Größenordnung wie bei medikamentöser Behandlung geführt
  • Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Die Mittelmeer-Diät ist reich an Fisch und gesunden Ölen – diese haben positive Effekte auf die Entwicklung des Gehirns.

 

Integrative Therapie

Bewegung

Körperliche Aktivität ist wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, das vegetative Nervensystem auszugleichen und den Stoffwechsel zu aktivieren. Auch Druck und Stress können bei sportlichen Aktivitäten abgebaut werden.

 

Ordnung und Struktur

Kinder mit ADS brauchen zuverlässige, feste Familienstrukturen und einen möglichst regelmäßigen Tagesablauf.

 

Yoga

Je öfter und regelmäßiger die Yoga-Übungen durchgeführt werden, umso besser ist die Wirkung

 

Green-Space

Schon ein 20-minütiger Spaziergang im Park kann ähnlich positive Effekte auf die Konzentration bewirken wie eine Behandlung mit den üblichen Medikamenten.

 

Homöopathie

Eine Studie, die im häuslichen Umfeld durchgeführt wurde, fand eine Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung von ADHS in der Größenordnung der klassischen Medikamente.

 

Medikamente

Medikamente zählen bei ADHS nicht zur Therapie der ersten Wahl

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit AD(H)S abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe. Welche Medikamente welche Nebenwirkungen beim AD(H)S haben können, führen wir weiter unten noch genauer aus.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Mikronährstoffkonzentrate Testsieger


Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Mikronährstoffkonzentrat „LaVita“ hat sich dabei als besonders empfehlenswert herausgestellt. Das gesamte Testergebnis finden Sie hier.

Mikronährstoffe sind bei der Behandlung von ADHS von entscheidender Bedeutung. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung der Nerven-Botenstoffe, regeln die Energieproduktion in den Zellen, sind wichtig für das Immunsystem und helfen bei der Entgiftung. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass eine Verbesserung der Symptome bei ADHS nach einer Gabe von Mikronährstoffen erreicht wurde.

 

Das Gleichgewicht der Mineralien spielt bei der Therapie von ADHS eine wichtige Rolle. So wirkt sich Magnesium auf eine Reihe von Gehirnfunktionen, wie zum Beispiel auf die korrekte Signalübertragung aus. Eine zusätzliche Magnesium-Gabe verbesserte in Studien die AD(H)S-Scores .

 

Ein weiterer deutlicher Zusammenhang besteht bei den Spurenelementen wie Zink und Eisen. Zink beeinflusst eine Vielzahl von Enzymen, die an zahlreichen Stoffwechselvorgängen im Gehirn beteiligt sind. Bei Kindern mit ADHS zeigte sich außerdem ein enger Zusammenhang zwischen der Schwere der Symptome und der Höhe des Zinkspiegels im Blut. Ein möglicher Mechanismus könnte eine Interaktion mit synthetischen Substanzen wie etwa Lebensmittelzusatzstoffen sein. Auch erniedrigte Eisen-Spiegel sind mit ADHS assoziiert. Außerdem erhöhen niedrige Eisenspiegel die Toxizität von Schwermetallen.

 

Auch der in Deutschland weitverbreitete Vitamin-D-Mangel trägt zu dieser Erkrankung bei. In der Studie einer Kinderklinik in Philadelphia wurden bei 55 Prozent gesunder Kinder und Jugendlichen zu niedrige Vitamin-D-Spiegel gemessen. Bei Kindern und Jugendlichen sollte unbedingt auf eine gute Vitamin-D-Versorgung geachtet werden, da Vitamin D über seine Bedeutung als Knochenvitamin hinaus sehr vielfältige regulatorische Funktionen im Stoffwechsel hat.

 

Neben einem Vitamin-D-Mangel wurden bei Kindern mit ADHS auch besonders häufig Mängel der Vitamine B1, B6, B12 und Vitamin A festgestellt.

 

Ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat enthält aber nicht nur Vitamine und Mineralien, auch Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin sollten enthalten sein. Für diese beiden Mikronährstoffe gibt es eine Reihe von Studien, die die Wirkung bei ADHS bestätigen. Im Gehirn und in den Nerven befindet sich die höchste Konzentration der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA). Es wird angenommen, dass DHA entscheidend am Aufbau der nervalen Myelinschicht (Nervenhüllen) beteiligt ist und so eine wichtige Rolle für die Reizweiterleitung spielt. Der positive Effekt von Omega-3-Fettsäuren zur Vorbeugung und Behandlung von ADHS wurde mittlerweile in zahlreichen Studien nachgewiesen.

Allein an diesen wenigen Beispielen erkennen Sie schnell, wie wichtig ein ausgeglichener Haushalt aller Mikronährstoffe für die Gesundheit der Kinder ist. In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basisunterstützung bei ADHS eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Studien zeigen, dass vor allem für komplex zusammengesetzte Mikronährstoffmischungen ein positiver Effekt bei ADHS nachgewiesen wurde.

Ausflug in die Wissenschaft

On-Off-Studien mit Mikronährstoffen bei ADHS

Sogenannte On-Off-Studien sind Untersuchungen, bei denen die zu untersuchende Therapie eine gewisse Zeit lang durchgeführt wird, dann unterbrochen wird, dann wieder angesetzt wird. Gerade für Therapeuten zeigen solche Studien oft sehr eindrücklich die Wirksamkeit bestimmter Interventionen.

Eine solche Studie zur Wirkung einer komplexen Mikronährstoffmischung bei ADHS wurde 2015 in Neuseeland durchgeführt (23). Dabei erhielten 14 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren abwechselnd etwa 8 Wochen lang diese Mikronährstoffmischung, dann war 4 Wochen Pause, dann wieder 8 Wochen Mikronährstoffe und wieder 4 Wochen Pause. In jeder Therapiepause sind haben die Symptome wieder zugenommen, insgesamt lagen bei allen Kindern die Scores am Ende niedriger als am Anfang.

Neuere Forschungen beschäftigen sich auch mit den sekundären Pflanzenstoffen. Antientzündliche, immunmodulierende und antioxidative Effekte von Polyphenolen und Flavonoiden (z. B. aus grünem Tee oder Kurkuma) machen diese ebenfalls zu vielversprechenden Bestandteilen einer Mikronährstofftherapie.

Ernährung bei AD(H)S

Die wissenschaftliche Datenlage zum komplexen Thema „Ernährung bei ADHS“ fassen wir für Sie hier kompakt zusammen. Die wichtigste Botschaft lautet: Eine gesunde Ernährung hilft, die Symptome bei ADHS zu lindern und eine Verschlimmerung der Symptome zu vermeiden.

 

Zucker

Es gibt einige Studien, die untersucht haben, ob erhöhter Konsum von Zucker zu mehr ADHS-Symptomen führt. Es gibt einige Hinweise dafür, dass dies tatsächlich bei einigen Patienten zutrifft, als allgemein gültiger Fakt jedoch nicht für alle.

Allgemein gehört Zucker nur in sehr geringen Mengen zur „gesunden Ernährung“. Reduktion von Zucker ist also allgemein ein empfohlenes Ziel, um viele andere Erkrankungen (z. B. Typ-2-Diabetes, Übergewicht, Fettleber) zu vermeiden.

 

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

Das Vermeiden von unverträglichen Lebensmitteln hat in einigen Studien zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik in einer Größenordnung wie bei medikamentöser Behandlung geführt (11). Der Aufwand, über eine sogenannte Eliminationsdiät herauszufinden, worauf die entsprechende Person reagiert, kann sich also durchaus lohnen.

Als Ausgangspunkt einer solchen diagnostischen Diät dient oft die Few Food Diet (FFD) nach Egger et al. 1992, die mit nur wenigen Lebensmitteln aus den einzelnen Gruppen beginnt:

  • Fleisch: (Bio-) Lamm und Pute
  • Kohlenhydrate: Reis und Kartoffeln
  • Gemüse: Karotten und Kohl
  • Früchte: Äpfel und Bananen

Davon ausgehend werden langsam einzelne Lebensmittel beigemischt und die Reaktionen genau beobachtet.

 

Künstliche Farbstoffe

Auch zu künstlichen Farbstoffen in Lebensmitteln sind die Studienergebnisse widersprüchlich. In einzelnen Studien und bei einzelnen Menschen scheinen sie durchaus auch zu den Auslösern von Symptomen zu zählen. Doch eine Verallgemeinerung ist schwierig. Auch hier gilt jedoch: In eine gesunde, ausgewogene Ernährung gehören keine künstlichen Farbstoffe.

 

Omega-3-Fettsäuren

Zu Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Rapsöl, fetter Seefisch) und ebenso zu anderen gesunden Ölen wie Olivenöl gibt es viele positive Studien (12). Omega-3-Fettsäuren sind u. a. für die gesunde Entwicklung des Gehirns mitverantwortlich. Ebenso wirken sie auch gegen die als Mitursache entdeckte neurogene Entzündung.

 

Mittelmeer-Diät

Omega-3-Fettsäuren sind mit die Ursache, warum die sogenannte Mittelmeer-Diät positive Auswirkungen bei ADHS gezeigt hat (13). Diese Ernährung ist traditionell reich an Fisch und gesunden Ölen. Aber auch viel Gemüse und relativ wenig künstliche Produkte, relativ wenig Kohlenhydrate kennzeichnen diese Ernährung. Daraus können wir einige wenige Grundhinweis zur gesunden Ernährung bei ADHS heraufiltern.

 

Gesunde Ernährung bei ADHS

Eine gesunde Ernährung bei ADHS sollte sich eher an der sogenannten Mittelmeerdiät orientieren als an der bei uns so weit verbreiteten „Western Style Diet“. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede der beiden Ernährungsstile

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und Omega-3-haltigen Ölen ist. Bei Schuppenflechte lohnt es sich für Sie besonders, eine Umstellung Ihrer Ernährung in kleinen Schritten vorzunehmen.

Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv wohl auch vor zahlreichen anderen Erkrankungen wie z. B. Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Sie an AD(H)S leiden, profitieren Sie ebenfalls von einer anti-entzündlichen Ernährung.

Western diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

 

Verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern.

Bei den pflanzlichen Ölen gilt es die Unterschiede der einzelnen Öle bezüglich der Fettsäurezusammensetzung zu beachten. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend sind. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Öle (kaltgepresst) besonders geeignet sind:


 

 

in g pro 100g ÖlOmega 9Omega 6Omega 3Omega 6 : Omega 3
Leinöl16,215,161,51:4
Rapsöl60,220,49,32:1
Hanföl13,160,320,23:1
Walnussöl15,257,310,16:1
Sojaöl23,449,57,07:1
Weizenkeimöl16,654,27,18:1

Zum Vergleich hier eine Tabelle mit Ölen, die ein schlechtes Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis haben:

Alle Angaben in g pro
100g Lebensmittel
Omega 9Omega 6Omega 3Omega 6 : Omega 3
Distelöl11,473,90,5148:1
Traubenkernöl15,769,20,5138:1
Sonnenblumenöl21,961,00,5122:1
Margarine, (Linolsäure>50%)14,341,10,582:1
Sesamöl39,541,40,759:1
Maiskeimöl 24,854,31,054:1

 

Ein weiterer Vorteil der gesünderen Ernährung ist, dass sie sich positiv auf unsere Darmflora auswirkt. Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aus Gemüse pflegen die Darmbakterien und fördern deren gesunde Vielfalt. Zu viele Kohlenhydrate dagegen stören das Gleichgewicht der Darmbakterien und wirken sich somit negativ bei ADHS aus.

Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe.

Integrative Therapie bei AD(H)S

Viele Experten sind sich einig, dass der Erfolg einer Therapie bei ADHS in der richtigen und gut gewählten Kombination verschiedener Therapieansätze liegt. Bei dieser sogenannten integrativen Therapie sollten klassische Therapieansätze wie Psycho- und Familientherapie mit alternativen Ansätzen aus der Ernährung, Mikronährstofftherapie und beispielsweise Biofeedback kombiniert werden.




Bewegung

Sehr wichtig ist dabei die regelmäßige körperliche Bewegung an der frischen Luft. Körperliche Aktivität ist wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, das vegetative Nervensystem auszugleichen und den Stoffwechsel zu aktivieren.
Bei ADHS Patienten wirkt sich Sport besonders positiv aus. In mehreren Studien wurde gezeigt, dass regelmäßiger Sport bei ADHS-Kindern die Aufmerksamkeit steigert und die Konzentration verbessern konnte, Stress, Depressionen und Verhaltensprobleme vermindert sowie die Impulskontrolle und soziale Interaktionen verbessert.

 

Ordnung und Struktur

Das alltägliche Umfeld zu Hause sollte möglichst übersichtlich organisiert (strukturiert), verständnis- und liebevoll sein. Kinder mit ADS brauchen zuverlässige, feste Familienstrukturen und einen möglichst regelmäßigen Tagesablauf. Da sie sich selbst nicht so gut steuern können, müssen die Eltern den Kindern mehr Halt geben. Einige wichtige Mittel sind dabei möglichst klare Regeln, an die das Kind sich halten kann. Regeln geben Halt, Orientierung und Sicherheit.

Nach den 2019 veröffentlichten „Clinical Practice Guidelines“ sollte auch in der physischen Welt „jedes Ding seinen Platz haben“.

 

Yoga

Im Yoga werden beide Elemente vereint – Struktur und Bewegung. Einige Studien konnten positive Effekte von Yoga bei ADHS nachweisen. Besonders interessant ist, dass die Effekte wohl am besten sind, wenn Eltern und Kinder gemeinsam Yoga praktizieren. Beide Seiten und in Folge auch die familiären Beziehungen scheinen davon zu profitieren.

Übrigens scheinen die Effekte von Yoga nach obiger Studie „dosisabhängig“ zu sein. Je öfter und regelmäßiger die Übungen durchgeführt werden, umso besser ist die Wirkung.

 

„Green Space“

„Green Space“ ist ein englischer Begriff, der eine natürliche, grüne Umgebung mit Bäumen und anderer Vegetation meint. Die Theorie dahinter beschriebt, dass natürliches Grün beruhigend wirkt und Menschen eine ausgeglichene Form von Energie bringt.

Es gibt Studien, die zeigen konnten, dass Interventionen zur Verbesserung von ADHS besser wirken, wenn sie in einer natürlichen Umgebung stattfinden und nicht in geschlossenen Räumen.

So hat schon ein 20-minütiger Spaziergang im Park ähnlich positive Effekte auf die Konzentration wie eine Behandlung mit Medikamenten. Diese positiven Auswirkungen waren nicht festzustellen in der Vergleichsgruppe, die in einer städtischen (grauen) Umgebung spazieren gingen.

 

Sensorische Integration

Bei AD(H)S-Patienten liegt meist eine zu wenig ausgeprägte Eigenwahrnehmung des Körpers vor. Symptome sind beispielsweise „tolpatschiges“ Verhalten, falsches Abschätzen von Gefahren oder Zappeligkeit. Um die Körperwahrnehmung, die Reizverarbeitung im Gehirn, die emotionale Selbstregulation sowie die bewusste Steuerung des Verhaltens zu trainieren, gibt es viele Übungen aus der Ergotherapie. Aber auch Barfußgehen, Spaziergänge im Wald, wo man über Äste, Felsen und Baumstümpfe klettern kann, Kneten mit Salzteig oder Schaukeln unterstützen die sensorische Integration. Hilfsmittel im Alltag sind Gewichtswesten (oder zur Förderung des Ein- und Durchschlafens auch Gewichtsdecken), die sich positiv auf die motorische Unruhe bei ADHS auswirken bzw. die Konzentration verbessern und die Aufmerksamkeitsspanne erhöhen können. Der gleichmäßige, sanfte Druck des Gewichts auf den Körper unterstützt die Körperwahrnehmung, hat eine beruhigende Wirkung, reduziert das Stressempfinden und fördert die Entspannung. Als Faustregel empfiehlt sich, dass Weste oder Decke in etwa 10 % des Körpergewichts betragen sollte.Ebenso können Noppensitzkissen helfen, unruhige Kinder zu beruhigen, da sie sich beim Sitzen aktiv bewegen, ohne beispielsweise den Unterricht zu stören. Zudem fördert der kontinuierliche Reiz über die tiefensensorischen Rezeptoren unter der Haut und die kontinuierliche Ausrichtung der Wirbelsäule über die Rückenmuskulatur die Körperwahrnehmung.
Unsere Empfehlung zur Verringerung der motorischen Unruhe:

  • Noppenkissen

 

  • Gewichtswesten

 

Homöopathie

Es gibt zahlreiche Erfahrungsberichte, die zeigen, dass eine homöopathische Behandlung die Symptome bei ADHS bessern kann. Obwohl der klassische wissenschaftliche Ansatz mit Doppelblindstudien im Konzept der Homöopathie nur sehr schwer umsatzbar ist, gibt es trotzdem einige Studien, die bei richtiger Durchführung entsprechende Effekte nachweisen konnten.

Eine Studie, die im häuslichen Umfeld durchgeführt wurde, fand sogar eine Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung von ADHS in der Größenordnung der klassischen Medikamente.

 

Neurofeedback

Beim Neurofeedback werden mittels Messung der Gehirnströme (EEG) Signale auf einen Computer übertragen. Dort spielt das Kind eine Art Computerspiel, das mittels dieser EEG-Aufzeichnungen gesteuert wird. In einigen Studien wurde die Effektivität dieses eher aufwendigen Therapieansatzes nachgewiesen.

 

Kognitives Training

Dieses, ebenfalls computergestützte Training fokussiert sich auf den Umstand, dass Patienten mit ADHS während einer Aufgabe die nötigen Informationen nicht im „Arbeitsspeicher“ behalten können.

Es gibt einige kommerziell vertriebene Computerprogramme, für die gezeigt werden konnte, dass sich die kognitiven Fähigkeiten durch regelmäßiges Training gut verbesserten.

 

Entspannung, Konzentration und Schlafförderung durch Öle

Seit einigen Jahren findet das CBD-Öl in der begleitenden ADHS-Therapie zunehmend Einsatz, wodurch auch detailliertere Erkenntnisse über die Auswirkungen in Kurz- und Langzeitbehandlungen gewonnen werden.CBD  ist die Abkürzung für nichtpsychoaktives Cannabidiol, das aus der weiblichen Hanfpflanze extrahiert wird. Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol), welches eine berauschende und betäubende Wirkung auf die Nervenzellen im Gehirn hat, wirkt ein hoher CBD-Anteil eher sedierend und ausgleichend. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist nicht gegeben. Hinsichtlich ADHS wurde in Studien festgestellt, dass die Gabe von CBD-Öl die Übertragung der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin im Gehirn erleichtert, was unter anderem zu einer Verbesserung der kognitiven Prozesse, einer Erhöhung der Schlafqualität wie auch zu einer Abnahme des hyperaktiven Verhaltens führen kann. Zu beachten ist, dass das CBD-Öl sehr individuell und wohlüberlegt dosiert sowie die Anzahl der Tropfen nur langsam gesteigert werden sollte, um die Reaktion des Organismus beobachten zu können. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, einen erfahrenen Therapeuten zu Rate zu ziehen.

Naturreine, ätherische Öle enthalten wirksame Pflanzenstoffe in hoher Konzentration, weshalb meist eine geringe Dosis genügt, um deutliche Reaktionen beobachten zu können. Lavendelöl beispielsweise enthält bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die beruhigend, ausgleichend und stimmungsaufhellend auf die Gefühlswelt wirken.Bei ADHS können folgende Anwendungsmöglichkeiten helfen: ein- bis zweimal täglich einen Tropfen auf die Fußsohlen auftragen, einige Tropfen vor dem Schlafengehen aufs Kopfkissen oder in einen Diffusor geben oder ein kleines Fläschchen im Alltag immer griffbereit haben, um bei innerer Unruhe oder Anspannung daran riechen zu können.

  • Unser CBD-Tipp:

  • Unsere Empfehlung für naturreines Lavendelöl:



Licht-Therapie

Die Therapie mit hellem Licht (bright light therapy) ist in der Behandlung von Depressionen schon weit verbreitet. Bei ADHS beruht dessen Einsatz auf der Beobachtung, dass (ähnlich wie bei Depressionen), die täglichen circadianen Rhythmen von verschiedenen Hormonen verschoben sind. Mit einer morgendlichen Lichtdusche wird versucht, diese Rhythmen wieder in Einklang zu bringen.

Mit der Licht-Therapie sollen vor allem häufige Folgen von ADHS wie Depressionen, Übergewicht und Selbstmordneigung verbessert werden.

 

Medikamentöse Therapie bei AD(H)S

Das-Wichtigste-in-Kürze

Medikamente in der Übersicht

  • Alle Medikamente haben ein relativ schlechtes Wirkungs-/Nebenwirkungsverhältnis.
  • Medikamente sind nicht die Therapie der 1. Wahl

Nach allen Leitlinien zur Behandlung von AD(H)S soll eine medikamentöse Therapie nur unter sehr strengen Richtlinien als letzter Ausweg zum Einsatz kommen. Trotzdem steigen die Verordnungszahlen stetig an.

Verordnet werden vor allem Aufputschmittel die auch zu den Psychostimulanzien gezählt werden. Bei ADHS nutzt man im Grunde eine paradoxe Nebenwirkung des Medikamentes, die dann zur Beruhigung führt. AD(H)S-Medikamente sind verschreibungspflichtig und fallen in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz.

 

Häufige Nebenwirkungen dieser Medikamente sind Appetitlosigkeit, Muskelzuckungen und Tics, Aufgeregtheit und Schlafstörungen bis hin zu erhöhter Selbstmordgefährdung.

Kombinationen von Medikamenten kommen eher selten zum Einsatz.

 

Mehr zu Medikamenten bei AD(H)S finden Sie hier.

Checkliste

Checkliste

Checkliste: Kompakte Empfehlungen bei AD(H)S– das können Sie selbst tun

 

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut als möglich über Ihre Erkrankung. Schulung und Aufklärung im engeren Umfeld können sehr hilfreich sein
  • Therapeuten: Erarbeiten Sie sich zusammen mit einem erfahrenen Experten ein Schritt-für-Schritt Programm, um mit der Zeit möglichst viele diese Hilfsmittel im Alltag umzusetzen. Der Draht zum Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Ernährung: Gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Obst, wenig Zucker, weniger Kohlenhydraten als bisher und viel Wasser zum Trinken
  • Lebensmittelunverträglichkeiten: Versuchen Sie herauszufinden, ob eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmittelbestandteilen vorliegt
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei AD(H)S. Besonders wichtig bei AD(H)S sind Zink, Eisen, Magnesium, Vitamin D, Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin A, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin. Wir haben einige Mikronährstoffkonzentrate getestet, das Ergebnis finden Sie hier. 
  • Bewegung: Mehr körperliche Bewegung wie Sport und Spiel aller Art, auch eine tägliche Kissenschlacht kann hilfreich sein
  • Rhythmus und Struktur: Bringen Sie Ordnung, Rhythmen und feste Regeln in den Tagesablauf




Quellennachweise

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