Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Epilepsie

Letzte Aktualisierung: 14. April 2021

Ein Artikel von Dr. med. Harald Hüther

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert Ihr Allgemeinbefinden und auch das Immunsystem. Bedingt durch die heutige Art zu Leben ist ein schleichender Mangel an Vitalstoffen heute sehr häufig.  Und gerade dieser schleichende, fast nicht zu bemerkende Mangel kann enorme Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Damit aber nicht genug: falls Sie schon Medikamente einnehmen, können Mikronährstoffe helfen, deren Wirkung zu verbessern und Nebenwirkungen zu verringern. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Sie sich nach wenigen Wochen besser fühlen und vielleicht sogar weniger Medikamente benötigen. Aber bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Da Antiepileptika zu jenen Medikamenten gehören, die oft biochemische und physiologische Vorgänge im Körper stören, führt ihre Einnahme sehr häufig zu Mängeln in der Mikronährstoffversorgung. Diese sind dann wiederum für die zahlreichen Nebenwirkungen dieser Medikamente verantwortlich. Daher ist es extrem wichtig, gerade bei an Epilepsie Erkrankten auf eine ausreichende Versorgung an notwendigen Mikronährstoffen zu achten.

Sein Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist und verwenden Sie deshalb ein biologisches Mikronährstoffkonzentrat auf pflanzlicher Basis, das auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält. Eine aus hochwertigen Lebensmitteln zusammengesetzte Ergänzung wirkt zudem entsäuernd. Das führt neuesten Studien zufolge zu enormen Synergieeffekten und zu einer signifikanten Erhöhung Ihres Mikronährstoffstatus.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet, das Ergebnis finden Sie hier.

Schritt 2: regelmäßige Bewegung

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit. Sport macht im Idealfall Spaß und dient als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Wenn unser Körper unbeweglich wird, können kognitive Störungen wie Depressionen und Konzentrationsstörungen entstehen. Auch soziale Begegnungen werden durch eine eingeschränkte Beweglichkeit reduziert. Folglich spielt eine regelmäßige Bewegung grundsätzlich eine wichtige Rolle, um sich gesund zu erhalten, seine Lebensqualität zu steigern und sein Immunsystem zu stärken. Ein täglicher moderater Spaziergang von ca. 30 Minuten an der frischen Luft könnte Ihr Startpunkt sein.

Schwimmen, Radfahren oder Rudern sollten angesichts eines möglichen Anfalls bei Epilepsie nur in Begleitung einer weiteren Person unternommen werden. Eine Teilnahme am Vereinsleben ist einerseits wegen des gesellschaftlichen Aspekts wünschenswert, sollte jedoch andererseits deshalb gut überlegt werden, da es erfahrungsgemäß bei dortigen Zusammenkünften häufiger zu erhöhtem Alkoholkonsum kommt.

Schritt 3: Ernährungsumstellung

Anfang des 20. Jahrhunderts kristallisierte sich eine Ernährungsform heraus, die einerseits sehr fettreich und andererseits sehr stark an Kohlenhydraten reduziert war – die ketogene Ernährung: „Diese kann einen Neustart des Gehirns bewirken“ und dadurch neurologische Probleme selbst regulieren, wie Philip A. Schwartzkroin in seinem 1995 erschienenen Artikel beschrieb. Bereits 1925 konnte gezeigt werden, dass es bei 50-80 % der jungen Probanden, die sich ketogen ernährten, zu einem Anfallsrückgang kam. Kinder blieben sogar anfallsfrei. Während in den anglo-amerikanischen Ländern die ketogene Diät eine häufig eingesetzte Therapie ist, setzt man in Deutschland primär auf Medikamente. Erst wenn diese nicht ausreichend wirken und auch keine Operation in Frage kommt, wird die ketogene Ernährung angewandt.

Es gibt eine umfassende Metaanalyse diverser Studien bis zum Jahr 1998 zum Thema ketogene Ernährung bei Epilepsie: Dabei wurden 16 % der Probanden komplett anfallsfrei, bei 32 % konnte die Anfallshäufigkeit um 90 % gesenkt und bei 56 % halbiert werden11. Nach 1998 gibt es weitere Studien mit verbesserten Ergebnissen, da anhand derer eine Mehrzahl an Epilepsie Erkrankten anfallsfrei blieben oder nur noch selten Anfälle hatten.

Noch ist wissenschaftlich nicht geklärt, bei welcher Form der Epilepsie eine ketogene Ernährung besonders gut anspricht. In jedem Fall sollte man sie ausprobieren und mindestens 2 Jahre lang durchhalten. Reduzieren sich dadurch die Anfälle, so ist eine lebenslange ketogene Ernährung empfehlenswert.

Ebenfalls nicht eindeutig geklärt ist, weshalb durch eine ketogene Ernährungsweise Anfälle reduziert oder vermieden werden können. Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass der Energiehaushalt im Gehirn dadurch stabilisiert wird, und es somit zu einer verminderten Erregbarkeit von Nervenzellen und einer geringeren Entstehung freier Radikale kommt.

Ketogene Ernährung bei Epilepsie

Da es sich um eine Ernährungstherapie kranker Menschen handelt, sollte sie unbedingt durch einen hierfür spezialisierten Arzt und eventuell stationär in einer Klinik erfolgen. Denn es kann passieren, dass sich durch die Ernährungsumstellungen auch Stoffwechselvorgänge im Körper sowie die Aufnahmefähigkeit von Medikamenten verändern. Diese andere Ernährungsform kann auch zu Veränderungen im Calcium-Phosphat-Haushalt führen, was Stoffwechselstörungen im Knochen bewirkt und dadurch möglicherweise Wachstumsstörungen zur Folge hat. Nebenwirkungen von Antikonvulsiva könnten sich ebenfalls verstärken: So ist bekannt, dass die Einnahme von Topiramat bei ketogener Ernährung zu Nierensteinen führen kann. Weiterhin muss vermieden werden, dass es aufgrund der ketogenen Ernährung zu Mangelzuständen von Vitamin D, Selen, Zink und Carnitin kommt.

Daher gibt es genau festgelegte Protokolle, nach denen die Ernährungsumstellung bei Epilepsie erfolgt. Stellt sich innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der Umstellung keine Änderung ein, so braucht diese Ernährungsform nicht fortgesetzt zu werden.