Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Fibromyalgie

Frau geht Treppe hinauf

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 14. April 2021

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert Ihr Allgemeinbefinden und auch das Immunsystem.

 

Zahlreiche Komplementärmediziner, allen voran Dr. med. Wolfram Kersten, gehen mittlerweile davon aus, dass eine Fibromyalgie auf eine Schwächung und Störung in den Mitochondrien zurückzuführen ist.5 Um diese wieder zu stärken, ist es unumgänglich, die Ernährung rigoros umzustellen und den Mikronährstoffmangel, der bei vielen Betroffenen im Blut nachgewiesen wird, aufzufüllen und konsequent zu verhindern. Die Mängel betreffen verschiedene B-Vitamine (hauptsächlich B12), Spurenelemente und Mineralien wie Selen, Magnesium, Kupfer, Zink, Carnitin, Coenzym Q10 und mehr. Vitamin D ist ebenfalls ein Vitamin, das für etliche Körperfunktionen benötigt wird und bei knapp 80 % der Deutschen im Mangel ist. Um dieses Defizit auszugleichen und auf einem hohen Level zu halten, reicht eine ausgewogene Ernährung bei weitem nicht aus.

 

Um den krankmachenden Stoffwechsel in den Mitochondrien umzustellen und den Körper vor weiterem oxidativen Stress durch freie Radikale zu schützen, empfiehlt die Mikronährstoffmedizin das Zuführen verschiedener Antioxidantien und Pflanzenstoffe wie Vitamin C, Vitamin E, die Alpha-Liponsäure, Vitamin B3, NADH, L-Carnitin und Coenzym Q 10. Freie Radikale sind unvollständige Moleküle, in deren Struktur ein Elektron fehlt. Sobald ein freies Radikal entsteht, entreißt es dem nächstbesten intakten Molekül das fehlende Elektron und macht dieses auch zum freien Radikal. So entsteht innerhalb von Sekunden eine gefährliche Kettenreaktion, die man nur mit der Zufuhr von genügend Antioxidantien unterbinden kann. Antioxidantien sind Moleküle, die freiwillig dem freien Radikal das fehlende Elektron abgeben. Sie werden danach nicht selbst zum freien Radikal und können die Kettenreaktion so unterbinden.

Damit aber nicht genug: falls Sie schon Medikamente einnehmen, können Mikronährstoffe helfen, deren Wirkung zu verbessern und Nebenwirkungen zu verringern. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Sie sich nach wenigen Wochen besser fühlen und vielleicht sogar weniger Medikamente benötigen. Aber bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Schritt 2: positive Lebenseinstellung

Eine positive Lebenseinstellung kann sich in vielfacher Hinsicht günstig auf Ihre Gesundheit auswirken, Gedanken und Vorgänge im Körper beeinflussen und das Immunsystem stärken. Eine positive Haltung dem Leben gegenüber verändert nicht augenblicklich unsere Umstände und Beschwerden. Wer jedoch durch den Tag geht und seinen Blick auf all die vielen Momente richtet, die Schönes mit sich bringen, auf die netten Begegnungen, die guten Gespräche oder auf den freien Parkplatz vor dem Geschäft, verändert mit der Zeit seine Perspektive und nimmt immer mehr von dem wahr, was uns dankbar sein lässt.

 

Um zu lernen, die eigene Wahrnehmung auf all das Gute zu richten, das uns trotz allem Unwohlsein, trotz aller Widrigkeiten und Sorgen jeden Tag widerfährt, ist es hilfreich, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Das Schreiben lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, wofür wir dankbar sind. Widmen wir uns dem Tagebuch am Abend vor dem Schlafengehen, ist es zugleich ein schönes Ritual, das uns den Tag mit positiven Gefühlen beschließen lässt und unsere Gedanken zur Ruhe bringt.

Schritt 3: Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist weitreichend bekannt.

Alkohol erschwert einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente, andererseits werden beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurde u. a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht.

Ein Mikronährstoffmangel führt zu vielfältigen Beschwerden sowohl körperlicher wie auch seelischer Art und kann somit ebenso die Fibromyalgie verstärken.

Schritt 4: Ernährungsumstellung

Zum Beginn der Ernährungsumstellung bei Fibromyalgie kann man eine Fastenwoche einlegen, um den Körper und vor allem den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen und zu reinigen. Der Verzicht auf Kohlenhydrate hat bei sehr vielen Betroffenen schon zu einem starken Rückgang der Schmerzen geführt. Es kann sein, dass sich Magen und Darm anfangs an die neue Art der Ernährung gewöhnen müssen, Vollkornprodukte, Pseudogetreide (Quinoa, Amaranth, Buchweizen), rohes Gemüse und frisches Obst bedeuten mehr Arbeit für den „faul“ gewordenen Verdauungstrakt. Er braucht somit mehr Zeit zum Verdauen als bei vorgekochten Fertigprodukten, Weißbrot und Konservenobst. Strukturieren Sie Ihren Tag so, dass Sie genug Zeit für 3 Hauptmahlzeiten haben. Snacks sollten aus frischem Obst, Rohkost oder Nüssen bestehen.

Pegane Ernährung bei Fibromyalgie

Um sich Ideen für Rezepte und Lebensmittel zu holen, können Sie Bücher oder Blogs zu Clean Eating, vegane/pegane (Kombination aus Vegan und Paleo) Ernährung oder Paleo lesen. Auch wenn bis jetzt keine eindeutigen wissenschaftlichen Empfehlungen vorliegen, scheint besonders die pegane Ernährung bei vielen Betroffenen einen positiven Einfluss auf die Fibromyalgie zu haben.