Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Gastritis

Frau geht Treppe hinauf

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 14. April 2021

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert Ihr Allgemeinbefinden und auch das Immunsystem. Sie werden sich besser fühlen und sehr viel seltener krank sein. Dadurch wird auch das Risiko für Komplikationen deutlich vermindert.

Eine gute natürliche Mikronährstoffergänzung enthält u. a. auch milchsauer vergorene Gemüsesäfte, um das Klima im Darm positiv zu beeinflussen.

 

Bei jeder Krankheit mit einer chronischen Entzündung entstehen außerdem vermehrt freie Radikale. Diese bringen zusätzliche Belastungen für das sowieso schon angeschlagene Immunsystem. Eine langfristige, nachhaltige Verbesserung erreichen Sie nur, wenn der Mikronährstoffhaushalt passt.

 

Eine Mikronährstofftherapie ist deshalb immer eine der wichtigsten Maßnahmen, auch weil sie den Körper erst in die Lage versetzt, auf Medikamente und andere Therapien angemessen zu reagieren. Erst wenn alle Zellen mit den nötigen Mikronährstoffen versorgt sind, können sie so reagieren, wie es für die Gesundheit erforderlich ist. Es ist also essentiell für Ihren Therapieerfolg, schon zu Beginn der Therapie den Mikronährstoffhaushalt zu optimieren. Auch mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten lassen sich so oft deutlich reduzieren.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Schritt 2: Ernährungsumstellung

Viele der gesunden Lebensmittel enthalten wirksame Mikronährstoffe, sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Gastritis.

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung sollten Sie auf jeden Fall fette, gebratene Speisen und Gerichte mit scharfen Gewürzen meiden, am besten noch einige Tage lang, nachdem die Symptome abgeklungen sind.

 

Statt für den Schutz der Magenschleimhaut verschiedene Medikamente einzunehmen und die damit einhergehenden Nebenwirkungen zu riskieren, sollten Sie natürliche Maßnahmen ergreifen. Gerade die Arzneitmittel gegen die Magensäure, die häufig verordnet werden, haben auf lange Sicht erhebliche schädliche Wirkungen auf unseren Körper. Dazu erfahren Sie mehr im Kapitel über die konventionelle Therapie.

Hier soll es zunächst darum gehen, was Sie schnell und unkompliziert ändern können, damit Sie eine rasche Besserung Ihrer Beschwerden erfahren.

 

Zwei grundsätzliche Tipps zum Essen:

Essen Sie langsam, bewusst, ohne Ablenkungen und kauen Sie Ihr Essen sorgfältig. Langsames Essen und gutes Kauen sorgen dafür, dass der Magen in seiner Arbeit entlastet wird. Das bewirkt auch, dass wir schneller satt sind und automatisch weniger essen.

Der zweite Tipp an dieser Stelle: Essen Sie etwas kleinere Mahlzeiten. Sehr große Portionen belasten den Magen unnötig. Auch die Verdauung leidet darunter. Viele wichtige Stoffe aus dem Essen können dadurch nicht so gut aufgenommen werden. Der Körper sendet dann früher wieder ein Hungersignal. Wer langsam und etwas weniger isst, ist länger satt. Natürlich hat dies nebenbei positive Effekte auf das das Halten des Normalgewichts.

Schritt 3: Vermeiden von magenschädigenden Genussmitteln

Reduzieren Sie magenbelastende Genussmittel wie Nikotin, Alkohol und Kaffee so weit wie möglich ‒ am besten wäre natürlich, ganz darauf zu verzichten.

Kaffee oder Espresso oder kompletter Verzicht?

Kaffee ist der Deutschen beliebtestes Heißgetränk. Doch viele Menschen reagieren mit unterschiedlichen Beschwerden. Gerade Menschen mit Gastritis wird oft vom Kaffeegenuss ganz abgeraten. Was sagt die Wissenschaft dazu?

Häufig wird der Säuregehalt des Kaffees dafür verantwortlich gemacht. Es gibt mittlerweile auch besonders säurearme Kaffeesorten zu kaufen. Doch auch bei ganz normalem Kaffee mit einem pH-Wert von etwa 5 ist der Säuregehalt nicht besonders hoch. Zwar liegen säurearme Sorten mit einem pH-Wert von 6 im etwas säureärmeren Bereich, Magenprobleme lassen sich damit aber nicht wirklich erklären.

Entscheidend ist dagegen die Menge an körpereigener Magensäure, die nach dem Verzehr von Kaffee produziert wird. Zwei der unzähligen im Kaffee enthaltenen Stoffe werden in erster Linie dafür verantwortlich gemacht: Chlorogensäure und N-Methylpyridinium. Während die Chlorogensäure die Magensäureproduktion anregt, bewirkt N-Methylpyridinium eine Verringerung der Magensäureproduktion.

Da beide Stoffe in der Regel nicht auf der Packung angegeben werden, hier einige Tipps, wie Kaffee magenverträglicher wird:

  • Dunkle, heiß geröstete Kaffeebohnen enthalten weniger Chlorogensäure und mehr N-Methylpyridinium. Deshalb ist Espresso trotz seines kräftigeren Geschmacks verträglicher.
  • Espresso enthält zudem weniger Koffein und andere, möglicherweise magenreizende Stoffe als beispielsweise Filterkaffee. Der Grund: der Brühvorgang ist sehr schnell und durch den kurzen Kontakt können nicht so viele dieser Stoffe aus dem Kaffee herausgelöst werden.

Oft wird empfohlen, zur Abmilderung des Säuregehaltes Milch in den Kaffee zu geben. Das bewirkt allerdings, dass aus dem „Getränk“ Kaffee ein Lebensmittel wird. Während schwarzer Kaffee im Grunde einfach durch den Magen hindurchläuft, muss Kaffee mit Milch (und Zucker) im Magen verdaut werden. Dadurch wird mehr Magensäure ausgeschüttet und die Verweildauer im Magen ist auch deutlich länger. Der Magen wird dadurch mehr gereizt.

Falls Sie Kaffeeliebhaber sind und nicht auf Ihre tägliche Tasse Kaffee verzichten wollen, gibt es Möglichkeiten, dies auch auf magenschonende Weise zu tun. Der Inhaltsstoff Chlorogensäure in Kaffee regt die eigene Magensäureproduktion an. Espressobohnen sind trotz ihres kräftigen Geschmackes leichter verträglich, da sie weniger Chlorogensäure enthalten. Achten Sie also darauf, dunkle und heiß geröstete Bohnen zu verwenden. Ein zusätzlicher Pluspunkt für Espresso: Aufgrund seines niedrigeren Koffeingehaltes soll er weniger magenreizend wirken.