Schritt für Schritt
aus der
Immunschwäche

Letzte Aktualisierung: 21. April 2021

Ein Artikel von Dr. med. Harald Hüther

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist hat folgenden Grund: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung wird als Basis für alle Therapien häufig außer Acht gelassen. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus und damit Folgen einer chronischen Immunschwäche abgemildert und Nebenwirkungen von erforderlichen Medikamenten reduziert werden können.

Die Mikronährstoffe, die besonders wichtig für das Immunsystem sind, sollten bei Bedarf oder bei nachgewiesenem Mangel zusätzlich über ein Mikronährstoffkonzentrat eingenommen werden. Das ist für jeden schnell und einfach umsetzbar, darum sollte das der 1. Schritt sein.

Gerade in der Mikronährstofftherapie gilt zu beachten: Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Gerade letztere sind noch wenig bekannt und wenig erforscht. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden. Die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Die zusätzliche Gabe von isolierten Mikronährstoffen ist zur Nahrungsergänzung bei einem speziellen Mangel geeignet, sollte jedoch stets mit einer optimalen Ernährung einhergehen.

Ein gesundes, stabiles Immunsystem ist Basis für die Überwindung jeder Erkrankung und für die Wirksamkeit von Therapien.

Ein mit allen Mikronährstoffen ausreichend versorgter Organismus ist in der Lage, gesunde Körperzellen herzustellen und mit allen für die reibungslosen Funktionen (Zellstoffwechsel, Auf- und Abbau von Körpermaterial, Sauerstofftransport zu den Zellen, Abtransport von CO2 und Abfallprodukten usw.) Nährstoffen zu versorgen.

Eine optimale Mikronährstoffversorgung sorgt für eine gesunde Haut und Schleimhaut, wodurch sich Krankheitserreger nicht ausbreiten können. Außerdem werden physiologisch wichtig Bakterienstämme angesiedelt und schädliche an der Ausbreitung gehindert.

Darüber hinaus können kontinuierlich gesunde Abwehrzellen produziert sowie überalterte und geschwächte Zellen regelmäßig erneuert werden. Auch die Zellkommunikation wird optimiert, da die Botenstoffe und Enzyme von den essentiellen Vitaminen und anderen Nährstoffen abhängig sind.

Eine intakte Darmschleimhaut verhindert das Eindringen von krankheitsverursachenden Keimen und die Entstehung eines Leaky Gut.

Schritt 2: ausreichend trinken

Die Empfehlung, täglich ausreichend stilles Wasser zu trinken, ist grundsätzlich für jeden Menschen bedeutsam, da Wasser mehr als zwei Drittel unseres Körpers ausmacht. Wasser ermöglicht unseren Stoffwechsel und ist Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe und andere Substanzen und Hauptbestandteil des Blutserums und der Lymphflüssigkeit, die es unseren Abwehrzellen ermöglichen, im gesamten Organismus zu zirkulieren. Zudem werden die Schleimhäute befeuchtet, wodurch die Barriere gegen das Eindringen von Krankheitserregern verstärkt wird. Wasser führt den Zellen Nährstoffe und Salze zu, sorgt für die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen und Giftstoffen und reguliert die Körpertemperatur über die Schweißproduktion. Eine ausreichende Trinkmenge fördert die gesunde Nierenfunktion, stabilisiert den Kreislauf und verbessert die Durchblutung. Als Faustregel gilt für Erwachsene eine tägliche Trinkmenge von ca. 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Softdrinks, Kaffee und Fruchtsaftkonzentrate sind nicht geeignet.

Schritt 3: Gesunde Ernährung für die Darmflora

Eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung spielt eine sehr wichtige Rolle für ein starkes Immunsystem, so dass ihm mehr Energie für seine wichtigen Aufgaben bleibt.

Einzelne Gemüse- und Obstsorten enthalten vermehrt Stoffe, die entzündungshemmend sind, wieder andere welche, die antibiotisch oder durchblutungsfördernd wirken. Grundsätzlich enthalten unsere Lebensmittel eine Vielzahl von Nährstoffen, die in ihrem Zusammenspiel unserem Organismus all das liefern, was er für die Aufrechterhaltung seiner Funktionen und den Erhalt unserer Gesundheit benötigt. „Du bist, was Du isst“, lautet ein Sprichwort, welches uns die Bedeutung unserer Ernährung vor Augen führt.

 

Die meisten gesundheitsförderlichen Keime benötigen für ihre Entwicklung die Verstoffwechslung von Polyphenolen und präbiotischen Ballaststoffen aus frischen Lebensmitteln. Die unerwünschten Fäulnis- und Entzündungskeime können diese Stoffe nicht verarbeiten und werden somit durch die „gesunden“ Bakterien, denen sie als Nahrung dienen, verdrängt. Zudem scheinen manche Abbauprodukte von Polyphenolen auch direkt das Wachstum einiger Mikroorganismen zu behindern.

Unsere Gesundheit sitzt sprichwörtlich im Darm. Mit einer ausgewogenen und mikronährstoffreichen Ernährung tragen wir selbst erheblich dazu bei, unsere Abwehrkräfte zu stärken und das Darmmikrobiom im Gleichgewicht zu halten.

Achten Sie zudem darauf, probiotische Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufzunehmen. Die Milchsäurebakterien im Darm können sich leichter vermehren, aber auch die Ansiedelung von Laktobazillen bei einer gestörten Darmflora wird erleichtert. Gesunde

Beispiele für probiotische (meist fermentierte) Lebensmittel sind:

  • Sauerkraut und Sauerkrautsaft
  • Brottrunk
  • Sauerteig
  • Kefir
  • Kombucha
  • Kimchi
  • fermentiertes Gemüse (Karotten, Gurken, Zucchini etc.)

Diese Lebensmittel sollten frisch zubereitet und nicht konserviert sein, denn die Konservierung zerstört den größten Teil der Milchsäurebakterien. Fermentiertes Gemüse, Kefir oder Kombucha lässt sich jedoch auch leicht zuhause herstellen.