Schritt für Schritt aus
Lebererkrankungen

Letzte Aktualisierung: 16. April 2021

Ein Artikel von Dr. med. Harald Hüther

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar

Zum anderen wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass Mikronährstoffe bedeutsam für die Lebergesundheit sind, sowohl im Sinne der Prävention als auch als therapiebegleitende Maßnahme. Zudem haben die Enzyme, die die zahlreichen Aufgaben der Leber unterstützen, einen hohen Mikronährstoffbedarf. Insbesondere die Entgiftung der Schadstoffe und Stoffwechselprodukte in der Leber verbraucht große Mengen an Vitalstoffen.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei Lebererkrankungen eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Mit Hilfe der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe kann die Leber sowohl vorbeugend geschützt als auch behandelt werden, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt.

Damit aber nicht genug: falls Sie schon Medikamente einnehmen, können Mikronährstoffe helfen, deren Wirkung zu verbessern und Nebenwirkungen zu verringern. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Sie sich nach wenigen Wochen besser fühlen und vielleicht sogar weniger Medikamente benötigen. Aber bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Schritt 2: Leberwellness

Alles, was der Leber guttut und Sie in Ihrer Arbeit entlastet, hilft, um die Beschwerden und Folgen einer Hepatitis zu lindern. Hier einige Beispiele, wie Sie Ihre Leber unterstützen können:

  • Regelmäßige Entgiftungstage tun der Leber gut und unterstützen die Entgiftung und die Regenerationsfähigkeit.
  • Verzichten Sie an diesen Tagen auf Fett, Zucker, Teigwaren, Brot und Fast Food.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin – am besten dauerhaft.
  • Trinken sie morgens nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone oder einer Scheibe frischen Ingwer.
  • Trinken Sie an diesen Tagen grundsätzlich viel Kräutertee und (lauwarmes) Wasser, um gelöste Giftstoffe auszuschwemmen.
  • Essen Sie an diesen Tagen viel Gemüse, roh oder leicht gedünstet, mit Kartoffeln oder etwas Reis. Würzen Sie nur mäßig mit Salz, besser mit frischen Kräutern.
  • Essen Sie kalorienarm und eiweißreich, beispielsweise gedünstete Kartoffeln mit Magerquark oder gedünsteten Fisch mit Gemüse.
  • Machen Sie an diesen Tagen abends einen Leberwickel, um die Entgiftung zu fördern.

 

Feucht-heiße Leberwickel regen den Stoffwechsel und die Sekretion der Verdauungssäfte an, aktivieren die Enzymtätigkeit und unterstützen die Entgiftung. Dass Leberwickel einen messbaren physiologischen Effekt auf die Leberfunktionen haben, hat eine Studie herausgefunden.

Wird der Wickel statt mit warmem Wasser mit Lebertee durchgeführt, in dem eventuell noch etwas Basensalz aufgelöst wurde, verstärken die in den Kräutern enthaltenen Stoffe die Wirkung. Das Basensalz zieht über die Haut Säuren und Giftstoffe, wodurch die Leber zusätzlich Entlastung erfährt.

Schritt 3: Ernährungsumstellung

Für jeden Menschen, unabhängig davon, ob die Leber bereits erkrankt ist, ist eine gesunde Ernährung ratsam. Die Leber spielt eine zentrale Rolle in unserem Organismus, daher tun wir gut daran, sie mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und Giftstoffe weitestgehend zu vermeiden. Eine konsequente Ernährung und die Beachtung bestimmter Maßnahmen helfen der kranken Leber, sich zu erholen. Bereits nach einem halben Jahr schon können sich die Leberwerte normalisieren.

Um die Leber auf natürliche Weise bei ihrer Entgiftungs- und Stoffwechselarbeit zu unterstützen, setzen Sie folgende Lebensmittel so oft wie möglich auf Ihren Speiseplan:

  • Knoblauch enthält Selen, das der Leber beim Entgiften, insbesondere von Schwermetallen und Chemikalien, hilft. Im Frühjahr kann alternativ auch frischer Bärlauch statt Knoblauch verwendet werden.
  • Brokkoli, Rettich & Radieschen: darin enthaltene Senfölglykoside, Vitamin C und Sulforaphan sind natürliche Antioxidantien und aktivieren bestimmte Leberenzyme, die Giftstoffe ausleiten. Besonders empfehlenswert sind die Gemüse als Sprossen.
  • Walnüsse enthalten u. a. Linolensäure, Zink und Vitamin E, was sich positiv auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel auswirkt. Zudem sind ihre Inhaltsstoffe entzündungshemmend und durchblutungsfördernd.
  • Rote Bete ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Antioxidantien, die eine leberreinigende Wirkung haben, und fördert die Durchblutung. Rote Bete ist laut einer Studie insbesondere bei Fettleber heilsam.
  • Artischocken regen den Stoffwechsel und den Gallefluss an, bindet Giftstoffe und unterstützt damit die Ausleitung der Gifte.
  • Das in Kurkuma enthaltene Curcumin regt ebenso den Gallefluss an, kann den Cholesterinspiegel senken und Entzündungen lindern.
  • Koriander unterstützt die Ausleitung von Giftstoffen und Schwermetallen, wirkt entzündungshemmend, antibiotisch und fördert die Verdauung.
  • Zitrone ist reich an Antioxidantien und Vitamin C und aktiviert Entgiftungsenzyme in der Leber.
  • Hafer(flocken) unterstützen den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, wirken entzündungshemmend und cholesterinsenkend.
  • Leinöl enthält nicht nur die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, sondern verbessert die Blutfettwerte und senkt den Blutzuckerspiegel, wodurch die Leber Entlastung findet. Außerdem wirken Omega 3-Fettsäuren entzündungshemmend.
  • Süßholzwurzel erhöht die natürliche Immunreaktion und hemmt Viren in ihrem Wachstum und kann sie sogar inaktivieren.
  • Bitterstoffe regen die Bildung der Galle sowie anderer Verdauungsenzyme an. Dadurch werden die Fette im Nahrungsbrei besser aufgespalten und können von der Leber verstoffwechselt werden. Besonders reich an Bitterstoffen sind Artischocke, Chicorée, Endivie, Oliven, Ingwer, Rosenkohl und Radicchio oder Kräuter wie Löwenzahn, Rucola oder Pfefferminze.

 

Wenn bei Ihnen eine Hepatitis diagnostiziert wurde, sollten Sie zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen vermehrt kalorienarme und eiweißhaltige Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufnehmen. Wenn die Lebererkrankung bereits fortgeschritten ist und zirrhotische Veränderungen festgestellt wurden, sollte die Ernährung kalorien- und eiweißreich sein, da die Leber nur noch einen Teil der Nahrung verstoffwechseln kann und somit die Gefahr einer Mangelernährung und eines raschen Gewichtsverlusts droht. Wählen Sie dennoch Lebensmittel, die möglichst aus biologischem Anbau stammen und vor allem reich an Mikronährstoffen sind. Denn gerade der Mangel an Mikronährstoffen begünstigt das Voranschreiten der Erkrankung.

Nehmen Sie besser mehrere kleine statt weniger großer Mahlzeiten zu sich, um die Leber zu entlasten und möglichst viele der Nährstoffe aufnehmen zu können.