Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Migräne

Frau geht Treppe hinauf

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 16. April 2021

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Bei der Therapie der Migräne spielt der Einsatz von Mikronährstoffen heute eine immer größere Rolle. In neuen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass während eines Migräneanfalles der sogenannte nitrosative und auch der oxidative Stress deutlich ansteigen. Interessant ist dabei, dass bei Migräne (im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzarten) diese vermehrte Entstehung von freien Radikalen mit daraus folgendem vermehrtem Verbrauch von Mikronährstoffen auch nach der Migräneattacke noch weiter besteht.

Natürliche Mikronährstoffkombinationen zeigten eine bessere Wirkung als die Einnahme einzelner Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus den USA gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen schützen als einzelne Vitamine.

Deshalb ist bei der Therapie der Migräne zu beachten, dass – genau wie in unseren Lebensmitteln – neben den bisher erwähnten Mikronährstoffen viele weitere Mikronährstoffe enthalten sind.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Tipp:

Oft ist ein Auslöser der Migräne ein hoher Histamin- und Stickoxidspiegel im Blut. Dem kann Abhilfe geschaffen werden: Probieren Sie, wenn sich ein Migräneanfall ankündigt, ein Anthistaminikum einzunehmen, das senkt den Histaminspiegel. Zeitgleich können Sie Vitamin B12 einnehmen oder spritzen, das senkt den Stickoxidspiegel. Aus eigener Erfahrung lässt sich sagen, dass der Migräneanfall dadurch verhindert oder abgeschwächt werden kann.

Schritt 2: Akupunktur ausprobieren

Zahlreiche Studien haben die Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne belegt. Sie ist eine nebenwirkungsfreie und kosteneffektive Methode, um die Schmerzen bei Migräne zu behandeln. Es können dadurch unter anderem Schmerzmedikamente „eingespart“ werden. Nach neuesten Untersuchungen verbessert die Akupunktur Muskelverspannungen, das vegetative Nervensystem und die Schmerzwahrnehmung bei chronischen Kopfschmerzen.

Schritt 3: Ernährungsumstellung

Der Einfluss der Ernährung auf die Migräne beschränkt sich nicht nur auf das Vermeiden von auslösenden Lebensmitteln. Eine gesunde Ernährung soll uns auch mit genügend Mikronährstoffen versorgen.

Die Ernährung kann auf der einen Seite ein wichtiger Auslöser eines Migräneanfalles sein. Es ist wichtig, die Lebensmittel zu meiden, die als Auslöser identifiziert wurden z. B.:

  • Alkohol, Koffein und Nikotin
  • histamin- oder tyraminhaltige Lebensmittel: in länger gelagerten Speisen wie Käse, Wurst, Schinken und Sauerkraut, Sekt, Wein oder Bier; Trockenfrüchte, reife Bananen

Auf der anderen Seite kann die Ernährung auch die Migräneursachen Entzündung und Übersäuerung in die eine oder die andere Richtung beeinflussen.

Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang die Umstellung auf eine überwiegend basische Kost (viel Obst und Gemüse). Ein Säureüberschuss in der modernen Ernährung, der western diet, führt neben einer Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen auch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit.