Schritt für Schritt
aus der Krankheit
Morbus Bechterew

Frau geht Treppe hinauf

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 3. Mai 2021

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert Ihr Allgemeinbefinden und auch das Immunsystem. Bedingt durch die heutige Art zu Leben ist ein schleichender Mangel an Mikronährstoffen heute sehr häufig. Und gerade dieser schleichende, fast nicht zu bemerkende Mangel kann enorme Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Mit Hilfe eines Mikronährstoffkonzentrats wird der Körper ausreichend mit allen wichtigen Mikronährstoffen versorgt, die sich positiv auf die Symptome von Morbus Bechterew und das Fortschreiten dieser Erkrankung auswirken können. Sie unterstützen den Körper dabei wieder ins Gleichgewicht zu kommen und können einem medikamenten-bedingten Mangel bestimmter Mikronährstoffe vorbeugen.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Vorsicht ist allerdings geboten, isolierte Mikronährstoffe ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker einzunehmen, diese können bei Überdosierung sogar Schäden verursachen. Aus diesem Grund ist ein Mikronährstoffkonzentrat, das die zahlreichen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in ihrem natürlichen Verbund enthält, einer isolierten Einnahme von zum Teil auch synthetisch hergestellten Mikronährstoffen unbedingt vorzuziehen.

Mikronährstoffe und Morbus Bechterew-Medikamente beeinflussen sich gegenseitig

Dass viele Medikamente den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt beeinflussen, ist vielen Menschen bekannt. Das gilt auch für Präparate gegen Morbus Bechterew. Das häufig in der Therapie eingesetzte Methotrexat beeinträchtigt den Folsäurestatus, nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) beeinflussen den Mineralstoffhaushalt, um nur zwei Beispiele aufzuzählen. Daher ist eine ausreichende Mikronährstoffversorgung essentiell bei Spondyloarthritis.

Aber es kommt noch ein weiterer Grund zum Tragen. Mikronährstoffe können die Wirkung der eingesetzten Medikamente verbessern und Nebenwirkungen reduzieren. Methotrexat und Folsäure sind dafür das beste Beispiel. Durch eine Supplementierung von Folsäure verringerten sich die medikamenten-bedingten Nebenwirkungen, ohne dass es zu einer Abnahme der Wirkung kam.52 Weitere Beispiele sind:

  • B-Vitamine verbessern die Wirkung von NSAR, wodurch der Verbrauch an Schmerzmitteln zurückging.
  • Vitamin E, Selen, Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin D erhöhten den Erfolg der medikamentösen Therapie und senkten den Bedarf an Medikamenten.

Schritt 2: Ernährungsumstellung

Wie bei allen anderen Autoimmunerkrankungen kann eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährungsweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Symptome wie Schmerzen und Gelenksteifheit lindern. Um dem Bechterew den Kampf anzusagen, helfen folgende Ernährungsbausteine:

Ballaststoffe für den Darm: Ein gesunder Darm ist essentiell, um die Entzündungsneigung bei Morbus Bechterew nicht weiter zu triggern und um Komplikationen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu vermeiden. Dies gelingt besonders gut mit einer abwechslungsreichen Mischung aus VollkornproduktenHülsenfrüchtenObst und besonders viel Gemüse. Diese ballaststoffreichen Lebensmittel sind genau das richtige “Futter” für unsere Darmbewohner. 

Fleischarme Ernährung: Die im Fleisch enthaltenen tierischen Fette haben einen hohen Anteil der gesättigten Fettsäure Arachidonsäure, die im Körper zu entzündungsfördernden Botenstoffen umgebaut wird. Die Theorie geht davon aus, dass mehr Fleisch zu mehr Entzündungen führt. Für die rheumatoide Arthritis konnte dieser Zusammenhang bereits in einigen Studien bestätigt werden.

Schritt 3: Hilfe in Anspruch nehmen

Morbus Bechterew ist eine lebenslange Krankheit, die häufig verbunden ist mit chronischen Schmerzen und Einschränkungen im Alltag. Ein guter Draht zu den behandelnden Ärzten und Therapeuten ist enorm wichtig. In der Behandlung gibt es regelmäßig Fortschritte, die möglicherweise ihr Leben erleichtern – bleiben sie daher stets gut informiert. Begeben Sie sich auf die Suche nach einem guten Ernährungsberater und Physiotherapeuten, die Ihnen für eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise hilfreich zur Seite stehen. Auch der Beitritt zu einer Selbsthilfegruppe kann die Lebensqualität deutlich verbessern, denn durch den Austausch mit Leidensgenossen bekommt man nützliche Tipps, und man stellt fest, dass man nicht der Einzige mit dieser Erkrankung ist.