Schritt für Schritt
aus der Krankheit
Nagelpilz

Frau geht Treppe hinauf

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2021

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Durch die konventionelle Therapie wird lediglich die Pilzinfektion behandelt, jedoch hat sie keine Auswirkungen auf die Ursachen. Dort kann man im Bereich Mikronährstoffe vieles tun, um die Heilung zu unterstützen und ein erneutes Ausbrechen der Erkrankung zu verhindern. Ist der Körper ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt, bilden sich eine gesunde Hautbarriere (Haut- und Schleimhautzellen), leistungsfähige Stoffwechselzellen und funktionstüchtige Abwehrzellen aus, die uns vor Krankheitserregern schützen und alle Funktionen zur Aufrechthaltung der Gesundheit übernehmen.

Die Betonung liegt auf einer Kombination aller Mikronährstoffe, denn ein Vitamin oder Mineralstoff ist nur ein „Spieler innerhalb eines kompletten Teams“. Nur wenn alle Spieler anwesend und fit sind, kann die Mannschaft erfolgreich spielen. Das gilt auch für unser Immunsystem, für eine intakte Haut, für eine gute Durchblutung und für alle anderen Organe und Körperfunktionen. Dennoch gibt es einige Mikronährstoffe, die besonders bei den Ursachen für Nagelpilz ansetzen, etwa wie Durchblutungsstörungen oder Immundysbalancen. Nachfolgend werden diese genauer vorgestellt.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Schritt 2: Hinweise im Alltag beachten

Wer bereits mit der Behandlung des Nagelpilz begonnen hat, kann auch im Alltag einige Hinweise beachten, um eine Ausbreitung zu verhindern und um andere vor einer Ansteckung zu schützen:

  • Nur das eigene Handtuch zum Abtrocknen benutzen und häufig wechseln.
  • Nach der Nagelpflege des infizierten Nagels die Hände und die verwendeten Werkzeuge (Nagelschere, Nagelfeile) gründlich reinigen, bevor man die gesunden Nägel schneidet.
  • Socken und Handtücher bei mindestens 60°C waschen, um die Pilze abzutöten.
  • Bitte nehmen Sie auf andere Menschen und Familienmitglieder Rücksicht und tragen in öffentlichen Einrichtungen und auch zu Hause immer Socken bzw. Schuhe.
  • Keine Gegenstände mit Hautkontakt oder Schuhe an andere Menschen verleihen.

 

Alltagstipps zur Prävention

Jeder, der schon mal eine Nagelpilzinfektion durchgemacht hat, weiß, wie langwierig diese sein kann. Daher möchten Sie sicherlich durch gezielte Maßnahmen eine erneute Erkrankung verhindern. Aber auch Risikopersonen (Diabetiker, Menschen mit Immunschwäche) oder Menschen, die viele allgemeine Risikofaktoren aufweisen, können ihren Alltag so gestalten, dass sie ihr persönliches Risiko minimieren.

 

 

Tipps, um Nagelpilz vorzubeugen:

  • Vermeiden Sie an viel besuchten öffentlichen Orten das Barfußlaufen – insbesondere dort, wo es warm und feucht ist (Schwimmhalle, Sauna, Sportanlagen).
  • Im Schuhgeschäft die Schuhe nur mit Socken anprobieren.
  • Möglichst viel frische Luft an die Füße: An Orten mit niedrigem Infektionsrisiko wirkt Barfußlaufen auf jeden Fall prophylaktisch, denn es fördert die Durchblutung und verhindert Schweißfüße.
  • Textilien, die mit den entsprechenden Hautstellen in Kontakt kommen, bei höheren Temperaturen (mindestens 60°C) waschen.
  • Bequeme und atmungsaktive Socken und Schuhe tragen, um eine gute Durchblutung zu gewährleisten und die Fußfeuchte gering zu halten.
  • Socken sollten aus natürlichen Materialien wie Wolle oder Baumwolle bestehen.
  • Regelmäßig am Tag die Schuhe wechseln und die Schuhe trocknen lassen.
  • Nägel ausreichend waschen und pflegen, damit Haut und Nägel gesund bleiben, insbesondere bei einer Diabeteserkrankung.
  • Nach dem Waschen die Füße und ganz besonders die Zwischenräume gut abtrocknen, damit dort kein feucht-warmes Milieu entsteht.
  • Stärkung der körpereigenen Immunabwehr
  • Bestehende Grunderkrankungen (z. B. Diabetes) adäquat behandeln lassen.

Schritt 3: Hausmittel bei Nagelpilz

Nicht jedes Hausmittel hat bei allen Betroffenen die gleiche Wirkung. Individuell muss daher geprüft werden, ob das jeweilige Hausmittel eine Besserung erzielt oder nicht. Und wie bei allen Behandlungsmöglichkeiten mit Nagelpilz gilt auch hier: Regelmäßig über einen längeren Zeitraum muss das Hausmittel eingesetzt werden, um eine Wirkung zu erzielen. Bei der Anwendung sollte man zusätzlich berücksichtigen, dass Essig, Backpulver, Wick VapoRub oder auch Teebaumöl Hautreizungen verursachen können. Haben Sie das Gefühl, dass sich die Pilzinfektion weiter ausbreitet, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

 

  • Essig: „Sauer macht lustig“, aber nicht die Pilzerreger, denn die mögen es lieber basisch oder neutral. Durch die Behandlung mit Apfelessig oder auch Zitronensaft, wird das Gewebe angesäuert, was die Pilze in ihrem Wachstum hemmt oder sogar abtötet. Die Behandlung ist umso erfolgreicher, je weniger der Nagel betroffen ist. Es gibt mehrere Möglichkeiten den Essig zu verabreichen:
    • Nagel täglich mehrmals mit Essig bestreichen
    • regelmäßiges Fußbad mit 1:1 Essig-Wasser-Mischung
    • Essigsocken

In Kombination mit antimyotischem Nagellack zeigten in einer wissenschaftlichen Studie fast alle Patienten ein komplettes Ansprechen auf die Therapie.73

 

  • Knoblauch: Knoblauch ist optimal für eine lokale und systemische Anwendung geeignet. Jeden Tag ein bisschen Saft auf den Nagel und ein bis zwei Zehen in den Mund und schon hat man eine natürliche Antipilz-Kombinationstherapie. Knoblauch hat nachweislich eine hemmende Wirkung auf Fadenpilze und Candida-Spezies.

 

  • Backpulver: Ein weiteres Hausmittel, dem eine pilzhemmende Wirkung nachgesagt wird, ist Backpulver. Zusammen mit Wasser wird es zu einer Paste verrührt und auf dem infizierten Nagel verteilt.

 

  • Wick VapoRub: Der vielen geläufige Erkältungsbalsam Vicks VapoRub kann ebenfalls als Hausmittel gegen Nagelpilz ausprobiert werden. Er enthält ätherische Öle, wie Zedernholzöl, Eucalyptusöl, Levomenthol und Thymol mit antimikrobiellen Eigenschaften. Für dieses Hausmittel gibt es bereits eine wissenschaftliche Studie, die dessen positive Wirkung bei der Behandlung von Nagelpilz bestätigt.74

 

  • Bittersalz-Fußbad: Bei Bittersalz denken viele erstmal nur an seine abführende Wirkung, aber in Form eines Fußbades kann es auch eine alternative Behandlungsmöglichkeit gegen Nagelpilz sein. Es ist chemisch nicht vergleichbar mit normalem Tafelsalz, sondern besteht aus Magnesiumsulfat. Einfach ein bis zwei Tassen Bittersalz in eine Schüssel geben, in zwei Liter warmem Wasser auflösen und die Füße für etwa 30 Minuten darin baden.