Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Neurodermitis

Letzte Aktualisierung: 13. April 2021

Ein Artikel von Dr. med. Harald Hüther

Schritt 1: Darmsanierung

Im ersten Schritt halte ich eine Darmsanierung für wichtig. Ohne den Darm und seine Darmflora mit zu therapieren wird jede Neurodermitis-Behandlung langfristig nicht erfolgreich sein. Wie oben schon dargestellt, ist eine grundlegende Darmsanierung einfach durchzuführen und äußerst effektiv. In manchen Fällen kann es möglich sein, dass eine noch spezifischere Nachbehandlung erforderlich ist. Das wird ein erfahrener Therapeut nach einer ersten allgemeinen Sanierung anhand der Fortschritte entscheiden.

Damit kommen Sie auch ganz nah an die grundlegenden Ursachen der Erkrankung. Das prinzipielle Problem, dass die Haut nicht genügend fettende Substanzen produziert, wird zwar bleiben. Die Neigung, dass sich diese Stellen entzünden wird aber abnehmen.

Selbstverständlich sollten Sie alles meiden, was die Darmflora schädigen kann. Dazu gehören zahlreiche Medikamente, allen voran natürlich Antibiotika. Auch viele Giftstoffe stören die Darmflora. Hier ist vor allem das Quecksilber aus den Amalgam-Füllungen zu nennen. Weiterhin gibt es auch in der Ernährung viele für die Darmflora negativen Einflüsse. Ich möchte hier noch einmal an die gesättigten Fette und die Transfette aus Gebratenem erinnern und auch an die Kohlenhydrate aus Getreide.

Hinweis

Bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Schritt 2: Ernährungsumstellung

Das führt gleich zum zweiten Schritt, der den ersten unterstützt: Stellen Sie langsam, aber konsequent die Ernährung um.

Vermutlich wird es Ihnen am leichtesten fallen, wenn Sie damit anfangen, dass Sie die Kohlenhydrate langsam reduzieren. Also weniger Nudeln, Brot, Reis, Kartoffeln etc. Ein guter Einstieg wäre beispielsweise, 3-4-mal in der Woche abends gar keine Kohlenhydrate zu essen.

Das mag zunächst etwas ungewohnt klingen, ist aber tatsächlich nur eine Frage der Umgewöhnung. Es gibt genügend Alternativen: Beginnen Sie einfach – wie bei einer langen Reise – mit dem ersten Schritt. Einige leckere Beispiele gefällig?

  • frische Tomaten mit Mozzarella
  • italienische Gemüsesuppe
  • Gemüsespieße vom Grill, dazu eine Tsatsiki-Soße (gerne mit viel Knoblauch)
  • Salat mit gebratenen Rinderfiletstreifen
  • Omelette mit Gemüse (oder mal mit Lachs oder Garnelen)
  • Chili con Carne (gibt es auch als fleischlose Variante)

Möglichkeiten gibt es also genug. Die einzige Herausforderung ist jetzt noch, sich das Brot als Beilage abzugewöhnen. Das lohnt sich aus mehrfacher Hinsicht: Zum einen werden Sie sicher automatisch mehr Gemüse essen und vielleicht auch mehr Omega-3-reichen Fisch. Damit unterstützen Sie nicht nur die Entsäuerung, Sie helfen dem Körper auch, die Entzündung zu bekämpfen und eine gesündere Darmflora gibt es obendrein. Es ergibt übrigens Sinn, diesen Schritt mit der Darmsanierung und mit dem folgenden dritten Schritt zu kombinieren, um den maximalen Erfolg zu haben.

Schritt 3: Mikronährstoffe optimieren

Denn auch der dritte Schritt passt perfekt zu den vorherigen zwei Schritten und verstärkt deren Wirkung. Es ist wichtig, Ihre Mikronährstoffversorgung zu optimieren. Mikronährstoffe sind essentiell wichtig für ein reibungsloses Funktionieren unseres Körpers. So unterstützt die Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen beispielsweise das Anwachsen von gesunden Bakterien im Darm. Eine Darmsanierung wird dadurch deutlich effektiver.

Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert rasch Ihr Allgemeinbefinden – sie hilft, das Immunsystem einzuregeln und senkt die Entzündungsaktivität. Sie werden sich besser fühlen, sehr viel seltener krank sein und auch Allergiesymptome werden weniger.

Hier noch einmal der Hinweis, den Sie schon von der Darmsanierung kennen: Eine gute natürliche Mikronährstoffergänzung enthält u. a. auch milchsauer vergorene Gemüsesäfte, um das Klima im Darm positiv zu beeinflussen. Es kann also sein, dass Neurodermitis-Patienten die Einnahme eines solchen Produktes und die Veränderungen im Darm an der Haut zu spüren bekommen. Das sollte Sie nicht erschrecken. Die Symptome sollten schon nach wenigen Tagen besser werden. Wenn Sie das als unangenehm empfinden, dann reduzieren Sie einfach die Dosis soweit, bis es für Sie passt. Nach und nach können Sie dann die Dosis wieder steigern.

Bei jeder Krankheit mit einer chronischen Entzündung entstehen außerdem vermehrt freie Radikale. Diese bringen zusätzliche Belastungen für das sowieso schon angeschlagene Immunsystem. Eine langfristige, nachhaltige Verbesserung erreichen Sie nur, wenn der Mikronährstoffhaushalt passt.

Eine Mikronährstofftherapie ist deshalb immer eine der wichtigsten Maßnahmen, auch weil sie den Körper erst in die Lage versetzt, auf Medikamente und andere Therapien angemessen zu reagieren. Erst wenn alle Zellen mit den nötigen Mikronährstoffen versorgt sind, können sie so reagieren, wie es für die Gesundheit erforderlich ist. Es ist also essentiell für Ihren Therapieerfolg, schon zu Beginn der Therapie den Mikronährstoffhaushalt zu optimieren. Auch mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten lassen sich so oft deutlich reduzieren.

Zahlreiche Studien haben den direkten Zusammenhang der Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen mit der Hautgesundheit nachgewiesen. Eine der neuesten Studien zeigte eindrucksvoll, dass durch die Einnahme einer natürlichen Mikronährstoffergänzung die Schutzfaktoren in der Haut von Jugendlichen deutlich zugenommen hatten (1). Diese schützen die Haut vor allem vor Schäden durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung und Luftschadstoffen.