Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Psoriasis

Letzte Aktualisierung: 9. April 2021

Ein Artikel von Dr. med. Harald Hüther

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Es ist wichtig, Ihre Mikronährstoffversorgung zu optimieren. Mikronährstoffe sind essentiell wichtig für ein reibungsloses Funktionieren unseres Körpers. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert rasch Ihr Allgemeinbefinden – sie hilft, das Immunsystem einzuregeln und senkt die Entzündungsaktivität. Sie werden sich besser fühlen, sehr viel seltener krank sein und auch Allergiesymptome werden weniger.

Bei jeder Krankheit mit einer chronischen Entzündung entstehen außerdem vermehrt freie Radikale. Diese bringen zusätzliche Belastungen für das sowieso schon angeschlagene Immunsystem. Eine langfristige, nachhaltige Verbesserung erreichen Sie nur, wenn der Mikronährstoffhaushalt passt.

Eine Mikronährstofftherapie ist deshalb immer eine der wichtigsten Maßnahmen, auch weil sie den Körper erst in die Lage versetzt, auf Medikamente und andere Therapien angemessen zu reagieren. Erst wenn alle Zellen mit den nötigen Mikronährstoffen versorgt sind, können sie so reagieren, wie es für die Gesundheit erforderlich ist. Es ist also essentiell für Ihren Therapieerfolg, schon zu Beginn der Therapie den Mikronährstoffhaushalt zu optimieren. Auch mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten lassen sich so oft deutlich reduzieren.

Zahlreiche Studien haben den direkten Zusammenhang der Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen mit der Hautgesundheit nachgewiesen. Eine der neuesten Studien zeigte eindrucksvoll, dass durch die Einnahme einer natürlichen Mikronährstoffergänzung die Schutzfaktoren in der Haut von Jugendlichen deutlich zugenommen hatten (1). Diese schützen die Haut vor allem vor Schäden durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung und Luftschadstoffen.

Bei Patienten mit Psoriasis ist der Folsäure-Stoffwechsel häufig gestört. Durch geringe Gaben von Folsäure können die Nebenwirkungen von dem bei Schuppenflechte gängigen Medikament (Übelkeit, Müdigkeit, Haarausfall, Leberveränderungen) verbessert werden.

Eine kleine Studie untersuchte den positiven Einfluss von kombinierten Mikronährstoffpräparaten bei Patienten, die mit Medikamenten behandelt wurden. Die Probandengruppe, die zusätzlich Mikronährstoffe eingenommen hatten, wies nach drei Monaten eine geringere Konzentration der entzündungsfördernden Signalstoffe und eine erhöhte Konzentration der entzündungshemmenden Signalstoffe auf.

Hinweis

Bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Neusten Studien zufolge haben diese Ergänzungen – auch wenn sie nicht so hoch dosiert sind – enorme Synergieeffekte und wirken besser als hochdosierte. Und sie führen zu einer signifikanten Verbesserung des Vitalstoffstatus. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Schritt 2: UV-Lichttherapie

Bei mittelschweren und schweren Verläufen der Schuppenflechte reichen konsequente Hautpflege und topische Therapien oft nicht mehr aus. Eine UV-Lichttherapie (Phototherapie) kann besonders bei großflächigem Auftreten der entzündlichen Plaques zum Einsatz kommen. Betroffene Hautstellen werden mit ultraviolettem (UV-) Licht bestrahlt, welches entzündliche Reaktionen in der Haut hemmt und die überschießende Zellteilung bei Schuppenflechte vermindert. Verwendet wird UVB-Licht mit begrenztem Lichtspektrum (311-313 Nanometer), um Schäden des UVB-Lichts zu vermeiden. Auch werden Badetherapien in Kombination mit Phototherapien angeboten, die Balneophototherapie. Hierbei wird künstlich ein Aufenthalt am Meer imitiert: Sie baden mit bestimmten Zusätzen (wie z. B. Salz) und werden gleichzeitig oder danach mit UVB-Licht bestrahlt.

Die Lichttherapie muss mit den Therapeuten genau auf Sie abgestimmt werden: Welchen Hauttyp haben Sie? Nehmen Sie Medikamente ein, die die Haut lichtempfindlicher machen? Haben Sie weitere Vorerkrankungen? Ist die relativ zeitaufwendige Therapie mit Ihrem Alltagsleben gut vereinbar?

Schritt 3: Die richtige Hautpflege

Konsequente Hautpflege ist einer der Basis-Essenzen für eine erfolgreiche Therapie bei Schuppenflechte. Generell ist bei der Hautpflege wichtig, diese geschmeidig und genau richtig feucht zu halten, um Risse zu vermeiden, die wichtige Abwehrfähigkeit der Haut zu erhalten/verbessern und so die Phasen ohne Schübe zu verlängern. Dabei helfen rückfettende Produkte. Je nach Schweregrad der Schuppenflechte, Ihrem Hauttyp und den vorherrschenden Klimafaktoren, wechselnden Jahreszeiten muss die Hautpflege angepasst werden. Im Winter z. B. sind fettreichere Präparate nötig, um die Haut zu schützen, im Sommer sollten Sie eher Produkte mit niedrigem Fettgehalt verwenden. Besonders im Sommer kann es hilfreich sein, die Präparate im Kühlschrank zu lagern – Kühlung hilft zusätzlich gegen den Juckreiz.

Weihrauch, oder auch Boswellia genannt, kann eine wirkungsvolle und alternative Behandlungsmethode zu Cortison darstellen. Die Vielzahl der Nebenwirkungen, die sich bei der Verwendung von synthetischen Cortison ergeben können, sind bei Weihrauch verschwindend gering. Besonders macht Weihrauch seine einzigartigen Inhaltsstoffe, die in dieser Zusammensetzung nur im Weihrauchharz enthalten sind. Vor allem die enthaltenen Boswelliasäuren hemmen Entzündungsprozesse der Haut.

Zur äußerlichen Anwendung eignet sich Heilerdepaste, die die Haut bei der Ausscheidung von Reizstoffen unterstützt und mit ihren entzündungshemmenden Inhaltsstoffen beruhigt. Zudem empfiehlt es sich, Kokosöl mehrmals täglich äußerlich aufzutragen. Das unterstützt den Heilungsprozess, macht die Haut geschmeidig und hilft, die abgestorbenen Hautzellen abzutragen; Kokosöl zusätzlich in den Speiseplan eingebaut, führt dem Körper die im Kokosöl enthaltenen wertvollen Inhaltsstoffe zu.

Schritt 4: Ernährungsumstellung

Stellen Sie langsam, aber konsequent die Ernährung um. Vermutlich wird es Ihnen am leichtesten fallen, wenn Sie damit anfangen, dass Sie die Kohlenhydrate langsam reduzieren. Also weniger Nudeln, Brot, Reis, Kartoffeln etc. Ein guter Einstieg wäre beispielsweise, 3-4-mal in der Woche abends gar keine Kohlenhydrate zu essen.

Das mag zunächst etwas ungewohnt klingen, ist aber tatsächlich nur eine Frage der Umgewöhnung. Es gibt genügend Alternativen: Beginnen Sie einfach – wie bei einer langen Reise – mit dem ersten Schritt. Einige leckere Beispiele gefällig?

  • frische Tomaten mit Mozzarella
  • italienische Gemüsesuppe
  • Gemüsespieße vom Grill, dazu eine Tsatsiki-Soße (gerne mit viel Knoblauch)
  • Salat mit gebratenen Rinderfiletstreifen
  • Omelette mit Gemüse (oder mal mit Lachs oder Garnelen)
  • Chili con Carne (gibt es auch als fleischlose Variante)

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und Omega-3-haltigen Ölen ist. Bei Schuppenflechte lohnt es sich für Sie besonders, eine Umstellung Ihrer Ernährung in kleinen Schritten vorzunehmen.Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv wohl auch vor zahlreichen anderen Erkrankungen wie z. B. Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Entzündungsfördernd gelten tierische Lebensmittel mit vielen Omega-6-Fettsäuren in rotem Fleisch und Milchprodukten.

Wenn Sie an einer Psoriasis arthritis leiden, profitieren Sie ebenfalls von einer anti-entzündlichen Ernährung. Bei allen entzündlichen Gelenkerkrankungen ist die Umstellung der Ernährung von großer Bedeutung. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung erreichen und halten Sie auch Ihr Normalgewicht – Übergewicht ist ein ständiger Verstärker von Entzündungen.