Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Reflux

Frau geht Treppe hinauf

Isabel Mittmann - Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 14. April 2021

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert Ihr Allgemeinbefinden und auch das Immunsystem. Sie werden sich besser fühlen und sehr viel seltener krank sein. Dadurch wird auch das Risiko für Komplikationen deutlich vermindert.

Eine gute natürliche Mikronährstoffergänzung enthält u. a. auch milchsauer vergorene Gemüsesäfte, um das Klima im Darm positiv zu beeinflussen.

 

Eine Mikronährstofftherapie ist deshalb immer eine der wichtigsten Maßnahmen, auch weil sie den Körper erst in die Lage versetzt, auf Medikamente und andere Therapien angemessen zu reagieren.

Achtung bei Einnahme von Medikamenten gegen die Refluxkrankheit

Durch die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren und Antazida wird die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink Vitamin C, Vitamin D3, Folsäure und Vitamin B12 unterdrückt. Dies kann sich negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirken und Folgeerkrankungen auslösen. Daher sollte bei einer längeren medikamentösen Therapie auf eine ausreichende Versorgung dieser Mikronährstoffe geachtet werden.

Erst wenn alle Zellen mit den nötigen Mikronährstoffen versorgt sind, können sie so reagieren, wie es für die Gesundheit erforderlich ist. Es ist also essentiell für Ihren Therapieerfolg, schon zu Beginn der Therapie den Mikronährstoffhaushalt zu optimieren. Auch mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten lassen sich so oft deutlich reduzieren.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Schritt 2: Ernährungsumstellung

Ernährungsempfehlungen für Refluxgeplagte zielen besonders darauf ab die Magensäureproduktion zu stabilisieren, die Muskelspannung des Schließmuskels zu verbessern und weitere Verdauungsprobleme wie Völlegefühl, Verstopfung und Blähungen zu verhindern.

 

Folgende Empfehlungen können bei der Refluxkrankheit helfen:

  • Essenspausen vor dem Schlafen

Die letzte Mahlzeit des Tages sollte mindestens 3-4 Stunden vor dem Schlafen eingenommen werden und sollte nicht zu groß sein. Nach dem Mittagessen ist es besser einen Spaziergang zu machen als auf der Couch die Füße hochzulegen.

 

  • Kleine, regelmäßige Mahlzeiten

Kleine, leichte Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen sind sehr zu empfehlen. Das entlastet den Magen und dessen Säureproduktion.

 

  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen

Gut gekaut, ist schon halb verdaut! Je gründlicher Sie ihre Speisen kauen, desto langsamer essen Sie und desto besser können diese verdaut werden.

 

  • Statt alkoholischer oder kohlensäurehaltiger Getränke lieber stilles Wasser und Kräutertees

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Alkohol zu einer höheren Säureproduktion führt, die den Schließmuskel schwächt.16 Darüber hinaus werden beim Abbau von Alkohol wichtige Nährstoffe verbraucht oder verstärkt ausgeschieden, wie etwa Magnesium. Ebenso verhält es sich mit Kaffee und säurehaltigen Getränken wie Fruchtsäften und Limonaden.17

 

  • Eiweißbetonte, kohlenhydratarme Ernährung mit wenig Süßigkeiten

Intuitiv greifen Menschen mit Sodbrennen zu kohlenhydratreichen Lebensmitteln, da diese die Magensäure binden sollen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist jedoch genau das Gegenteil. Eine Ernährungsweise mit vielen Kohlenhydraten erhöht den Blutzucker sehr stark, was in der Folge zum Erschlaffen des Schließmuskels führt und mehr Refluxanfälle verursacht.18-19 Unnötig viel Zucker steckt häufig in Fertigprodukten: Also lieber häufiger selbst frisch kochen!

Eiweiß hingegen kann den Speiseröhrenschließmuskel wieder stärken. Dieser wichtige Nährstoff steckt nicht nur in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukten, sondern ist auch in Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten zu finden. Gerade die klassische mediterrane Ernährungsweise hat sich hier als sehr empfehlenswert erwiesen.

 

  • Fette und scharfe Lebensmittel meiden

Fettige Speisen und stark angebratenes Fleisch ist gerade bei akuten Beschwerden nicht zu empfehlen. Mit Chili, Pfeffer und Co. sollte etwas sparsamer gewürzt werden. Gute Alternativen sind getrocknete, tiefgefrorene oder frische Kräuter.

 

  • Säurearme Lebensmittel verwenden

Zitrusfrüchte und Tomaten bereiten manchen Betroffenen Probleme, während säurearme Lebensmittel wie Bananen und Erdbeeren besser vertragen werden.

Schritt 3: Ausreichend Schlaf mit erhöhter Liegeposition

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress, da der Körper vermehrt Stresshormone ausschüttet. Ausreichend Schlaf hat daher auch wesentlich Einfluss auf die Empfindlichkeit der Schleimhaut. Darüber hinaus erschwert das Schlafen auf der linken Seite oder in erhöhter Position das Rückfließen des Magensaftes in der Nacht.