Schritt für Schritt aus
der Krankheit
Reizdarm-Syndrom

Letzte Aktualisierung: 8. April 2021

Ein Artikel von Dr. med. Harald Hüther

Schritt 1: Mikronährstoffe optimieren

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, ein natürlich Mikronährstoffkonzentrat einzunehmen. Warum zu Beginn so wichtig ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist es schnell und einfach für jeden umsetzbar. Eine gute Mikronährstoffergänzung verbessert Ihr Allgemeinbefinden und auch das Immunsystem, das vor allem im Darm angesiedelt ist. Bedingt durch die heutige Art zu Leben ist ein schleichender Mangel an Mikronährstoffen heute sehr häufig. Und gerade dieser schleichende, fast nicht zu bemerkende Mangel kann enorme Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Da dieser Mangel auch eine der zugrunde liegenden Ursachen für einen Reizdarm sein könnte, ist ein optimaler Mikronährstoffstatus für Sie besonders wichtig.

Damit aber nicht genug: falls Sie schon Medikamente einnehmen, können Mikronährstoffe helfen, deren Wirkung zu verbessern und Nebenwirkungen zu verringern. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Sie sich nach wenigen Wochen besser fühlen und vielleicht sogar weniger Medikamente benötigen. Aber bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Mikronährstoffe sind das Motoröl für unsere Zellen. Nur wenn genügend davon da sind, können unsere Zellen auf die täglichen Herausforderungen richtig reagieren. Und tatsächlich ist der Erfolg aller Maßnahmen gegen den Reizdarm davon abhängig, dass unsere Zellen darauf richtig reagieren können. Ganz egal, was Sie als nächsten Schritt planen, ob Sie eine naturheilkundliche Behandlung oder eine medikamentöse Behandlung durchführen wollen – was auch immer, es wird nur dann optimal funktionieren, wenn auch Ihre Zellen vernünftig arbeiten können und dafür benötigen sie genügend Mikronährstoffe. Die meisten dieser Maßnahmen zielen darauf ab, das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn wieder herzustellen.

 

Hinweis

Bitte reduzieren Sie Medikamente nie selbständig, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Sein Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist und verwenden Sie deshalb ein biologisches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält. Eine aus hochwertigen Lebensmitteln zusammengesetzte Ergänzung wirkt zudem entsäuernd. Das führt neuesten Studien zufolge zu enormen Synergieeffekten und zu einer signifikanten Erhöhung Ihres Mikronährstoffstatus. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Meine Erfahrungen bei Reizdarm zeigen, dass mit täglicher Einnahme eines biologischen Mikronährstoffkonzentrates und zusätzlich 150 mg Magnesiumcitrat  – zusammen mit den zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen und Kräuterextrakten – gute Erfolge zu erreichen sind.

Schritt 2: Entspannungstechniken

Da der Darm sehr empfindlich auf Stress reagiert, sind ein effektives Stress-Management und wirksame Entspannungstechniken wichtig. Yoga, Meditation, Thai-Chi, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Achtsamkeit und vieles mehr kann helfen, Stress besser zu bewältigen und entspannter zu werden. Auch von Stressbewältigungsstrategien (Zeitmanagement, Konfliktmanagement, Einüben von Stressresilienz) können Reizdarmpatienten profitieren. Die Studienlage für den Effekt von Entspannungstechniken beim Reizdarm-Syndrom ist noch dürftig, positive Effekte zeichnen sich aber deutlich ab. Finden Sie ein Angebot, das Ihnen zusagt, bei dem Sie sich wohlfühlen und das zu Ihnen passt. Eine Methode, bei der Sie nicht entspannen können, hilft Ihnen nicht, sondern erzeugt mitunter erneuten Stress. Eine weitere effektive Waffe gegen Stress ist gesunder Schlaf. Optimale Schlafdauer und gute Schlafqualität – beides ist wichtig, um effektiv abschalten zu können und dem Körper die Möglichkeit zu geben, die im Schlaf stattfindenden Regenerationsprozesse anzukurbeln.

Tipps für einen erholsamen Schlaf

  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke trinken
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Licht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon), besser gedimmtes Licht am Abend
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik, eine Tasse Kräutertee, im Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag ist noch genug Zeit, um sich damit zu beschäftigen
  • das Schlafzimmer lüften – in einem kühlen Raum von ca. 18-19 Grad Celsius Raumtemperatur schläft man besser

Schritt 3: regelmäßige Bewegung

Als nächsten logischen Schritt möchte ich Ihnen empfehlen, mehr Bewegung und Sport in Ihren Alltag einzubauen. Das mag vielleicht nicht ganz so einfach umzusetzen sein, wie jeden Tag ein Glas Mikronährstoffkonzentrat zu trinken, ist aber mindestens genauso wichtig. Durch die beiden ersten Schritte sollte Ihnen dafür nun genügend Energie zur Verfügung stehen.

Einige der wichtigen Effekte des Sports sind:

  • direkte antidepressive Effekte
  • mehr soziale Kontakte
  • verbessertes Selbstbewusstsein
  • verbesserte körperliche Gesundheit
  • effektive Vorbeugung von Krankheitem

Natürlich müssen Sie nicht innerhalb weniger Wochen zum Marathonläufer werden. Für den Anfang reicht es schon, wenn Sie mindestens vier Tage in der Woche 20 bis 30 Minuten spazieren gehen. Natürlich können Sie auch mehr machen. Sie können auch versuchen mit der Zeit etwas schneller zu gehen. Wenn Sie wirklich Sport machen wollen, dann achten Sie auf einen langsamen Aufbau der Intensität. Und vor allem beachten Sie, dass Ihr Körper genügend Zeit zur Regeneration bekommt. Zwischen Trainingseinheiten -abhängig von deren Intensität – sollten mindestens 24 Stunden liegen. Und, wie ich auch oben schon erläutert habe: wer mehr Sport treibt braucht auch mehr Mikronährstoffe, damit es am Ende auch wirklich gesund ist.

Schritt 4: Ernährungsumstellung

Die Praxiserfahrung zeigt, dass die meisten Reizdarm-Patienten schon von kleinen Korrekturen profitieren. Bereits die Anwendung einiger Grundregeln zur besseren Bekömmlichkeit kann eine Linderung herbeiführen. Die wichtigsten Empfehlungen sind:

  • regelmäßige, kleine Mahlzeiten (4-5 am Tag), statt seltene, unregelmäßige und üppige Portionen
  • langsam und in Ruhe essen, Hektik vermeiden
  • gut kauen (denn im Mund beginnt bereits die Verdauung)
  • reizende und unverträgliche Lebensmittel identifizieren und meiden (sehr heiße oder kalte Speisen, sehr salzig und stark gewürzt)
  • Speisen frisch und schonend zubereiten
  • verarbeitete Lebensmittel möglichst selten verzehren
  • Konsum von Süßigkeiten und vieler einfacher Kohlenhydrate reduzieren
  • sehr fettreiche Speisen meiden, gesunde Fette verwenden

 

Manche Menschen kommen gut mit 3 Hauptmahlzeiten zurecht, zwischen denen mindestens 3 Stunden Abstand liegen. Bei akuten Beschwerden ist es jedoch ratsam, häufigere, aber dafür kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen (3 kleinere Hauptmahlzeiten mit ca. 2-3 Zwischenmahlzeiten). Hierdurch werden Magen und Darm pro Mahlzeit entlastet.