Arthrose:
Antientzündliche Lebensweise verbessert die Lebensqualität

Kennen Sie auch diesen stechenden Schmerz in den Knien beim Treppensteigen? Dann könnte es sein, dass Sie an Arthrose leiden – so wie mehrere Millionen Menschen in Deutschland. Weltweit zählt sie zur häufigsten Gelenkerkrankung in der älteren Bevölkerung. Obwohl so viele Menschen betroffen sind, ist die Erkrankung bislang nicht heilbar. Alternative Therapieansätze und eine anti-entzündliche Ernährung können eine deutliche Schmerzlinderung erreichen, den Knorpelstoffwechsel unterstützen und schlussendlich die Lebensqualität deutlich verbessern. Dieser Artikel stellt Ihnen die wichtigsten Informationen zur Verfügung, um Ihre Gesundheit wieder selbst in die Hand nehmen zu können.

Seniorin hat Handgelenksschmerzen wegen Arthrose

Claudia Miersch Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Experte/Expertin:

Dr. oec. troph. Claudia Miersch

Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Letzte Aktualisierung: 1. März 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Arthrose – was ist das? Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der die Knorpelschicht im Gelenk langsam abgerieben wird. Dadurch kommt es zu Schmerzen, Entzündungen und Funktionsstörungen im Gelenk.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Arthrose ist eine multifaktorielle Erkrankung, aber häufig spielt Über- und Fehlbelastung eine wesentliche Rolle. Sie gilt als chronische Entzündungskrankheit. Weitere Ursachen können sein: Stoffwechselstörungen, Unfälle/Verletzungen, angeborene Fehlstellungen und Infektionen.
  • Symptome: schmerzende Gelenke, Gelenksteifheit und Bewegungseinschränkungen, Schwellungen und Entzündungen, Druckempfindlichkeit, anatomische Veränderungen des Gelenkes
  • Diagnose und Tests: Zur Diagnose gehören Symptomatik, eine körperliche Untersuchung, ein Blutbild, Röntgenuntersuchungen, Computer- und Magnetresonanztomographie.
  • Prognose und Verlauf: Arthrose ist eine nicht heilbare, fortschreitende Erkrankung, die im kompletten Knorpelverschleiß und Gelenkersatz enden kann.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe unterstützen die Behandlung und bringen den Stoffwechsel wieder ins Lot. Von besonderer Bedeutung sind: natürliche Antioxidantien, B-Vitamine, Vitamin D und Kalzium, Zink, Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe
    • Lebensstil: Belastung (Bewegung und Sport) und Entlastung (Gewichtsabnahme, Bandagen und Orthesen) im richtigen Maß, Verzicht auf Nikotin und Alkohol
    • Konventionelle Therapie: nicht-medikamentöse Therapien (Gewichtsabnahme, Physiotherapie, physikalische Therapie), Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen, operative Therapien (Gelenkspiegelung, Gelenkersatz)
    • Ganzheitliche Therapie: Phytotherapie, Akupunktur, Ayurveda, Blutegeltherapie, Neuraltherapie, Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht, Meditation und Achtsamkeit, Basenbäder und Hausmittel
  • Checkliste und Empfehlungen bei Arthrose: Das können Sie selbst tun.

Was ist eine Arthrose?

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Arthrose in der Übersicht

  • Bei Arthrose kommt es zum Abbau der Knorpelschicht im Gelenk.
  • Synonyme sind: Osteoarthrose oder degenerative Gelenkerkrankung
  • Im Verlauf der Erkrankung kann es zum kompletten Verlust des Knorpelgewebes und zu Gelenkdeformierungen kommen.
  • In Deutschland leiden etwa 12 Millionen Menschen an dieser Erkrankung.
  • Ältere Menschen und besonders Frauen sind häufiger betroffen.
  • Generell kann es jedes Gelenk treffen, jedoch verschleißen Gelenke, die viel Gewicht tragen müssen, leichter.
  • Arthrose ist abzugrenzen von der Gelenkentzündung (Arthritis) und der rheumatoiden Arthritis.
  • Man unterscheidet primäre und sekundäre Arthrose.

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der die Knorpelschicht im Gelenk langsam abgerieben wird. Der Begriff Arthrose leitet sich aus dem Altgriechischen ab (arthron: Gelenk, -ose: Degeneration). Die Begriffe Arthrose, Osteoarthrose oder degenerative Gelenkerkrankung werden häufig synonym verwendet. Der Verschleiß kann soweit fortgeschritten sein, dass die Knochenoberflächen direkt aufeinander reiben. Durch die auftretenden Veränderungen im Gelenk können auch Bänder, Muskeln und die Knochen selbst in Mitleidenschaft gezogen werden, wodurch es zu Gelenkdeformierung kommen kann. Um die Krankheit besser verstehen zu können, muss man den Aufbau und die Funktionsweise eines Gelenkes kennenlernen. Daher dazu ein paar Fakten in der Info-Box.

Diese Erkrankung verursacht enorme Einschränkungen im Alltag und ist verbunden mit einem deutlichen Verlust an Lebensqualität. Nicht selten endet das Fortschreiten der Erkrankung in einer Berufsunfähigkeit.1

Hinweis

Aufbau und Funktionsweise eines Gelenks

Das Gelenk ist das bewegliche Verbindungsstück zwischen zwei Knochen. Damit die Knochenenden (Epiphysen) nicht direkt aufeinander reiben, sind sie mit einem widerstandsfähigen Stoßdämpfer, der sogenannten Knorpelschicht, überzogen. Stabilisiert wird das Gelenk durch eine zweilagige Gelenkkapsel. In der Gelenkkapsel befindet sich die Gelenkflüssigkeit. Durch den elastischen Knorpel und die umliegende Gelenkflüssigkeit werden Bewegungen und Stöße des Körpers gut aufgefangen.

Dieser allgemeine Aufbauplan beschreibt echte Gelenke wie das Hüft-, Knie- oder Schultergelenk. Daneben gibt es noch unechte Gelenke, die über Bänder, Sehnen oder Knorpel verbunden sind und keinen Gelenkspalt aufweisen. Dazu zählen Bandscheiben und das Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk.

 

Knorpel ist ein besonderes Gewebe, da es nicht durchblutet wird und seine Nährstoffe über die Gelenkflüssigkeit bezieht. Außerdem hat es keine eigenen Schmerzrezeptoren, sondern die bei Arthrose häufig auftretenden Schmerzen werden durch die Gelenkinnenhaut (Synovialis) verursacht. Unter Belastung des Gelenkes wird der Knorpel zusammengestaucht, wobei Stoffwechselabfallprodukte freigesetzt werden. Im Ruhezustand dehnt er sich wieder aus und nimmt dabei Gelenkflüssigkeit auf und versorgt sich mit Nährstoffen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einem Schwamm.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Arthrose ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der sich mehrere Faktoren beeinflussen und verstärken.
  • Eine zentrale Ursache sind Fehl- und Überbelastung der Gelenke durch Übergewicht, Leistungssport und/oder berufsbedingte Belastungen.
  • Aber auch Bewegungsmangel hemmt die Knorpelregeneration.
  • Weitere Mitverursacher sind: Stoffwechselstörungen, Unfälle/Verletzungen, angeborene Fehlstellungen und Infektionen.
  • Arthrose gilt als chronische Entzündungskrankheit.
  • Als Risikofaktoren zählen Alter, Geschlecht und eine genetische Veranlagung.

Bei der Entstehung von Arthrose können verschiedene Ursachen zum Tragen kommen, ob der Knorpel jedoch allein aufgrund des Alters mehr und mehr verschleißt, wird von Ärzten und Wissenschaftlern immer mehr angezweifelt. Arthrose ist vielmehr eine multifaktorielle Erkrankung, bei der einzelne Faktoren in Wechselwirkung treten und sich zum Teil verstärken.

 

Eine zentrale Ursache ist häufig Fehl- bzw. Überbelastung der Gelenke, denn intensive und vor allem einseitige Belastungen von Gelenken kann die Entstehung einer Arthrose bedingen. Übergewicht, Leistungssport oder auch schwere berufliche Tätigkeiten sind als Auslöser zu nennen.

 

  • Übergewicht

Übergewicht zählt zu den stärksten Risikofaktoren für diese Erkrankung. Arthrose im Kniegelenk wird mehr als doppelt so häufig bei übergewichtigen Menschen diagnostiziert im Vergleich zu Normalgewichtigen.4 Übergewicht wirkt dabei gleich mehrfach negativ: denn nicht nur die enorme Belastung auf die Gelenke führt zum Verlust von Knorpelmasse und erhöht die Entzündungsneigung, sondern die mit dem Übergewicht einhergehenden metabolischen Veränderungen befeuern zusätzlich diesen Verlauf. Hormone aus dem Fettgewebe (u. a. Leptin und Adiponektin) bringen den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht und fördern den Knorpelabbau.5

 

  • Leistungssport

Leistungssport kann zu Schäden am Knorpel führen, insbesondere bei Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko und intensiven Belastungen wie Kraft-, Kampf- und Ballsportarten. Besonders betroffen sind die Gelenke der unteren Körperhälfte.6 Unkalkulierbare Spielsituationen durch Gegnerkontakt, schnellen Richtungswechsel und Sprünge wirken sich besonders negativ aus.

 

  • berufsbedingte Belastungen

Ähnlich wie bei Leistungssportlern kann der Knorpelverschleiß auch durch starke einseitige Belastung im Berufsalltag ausgelöst werden. So ist die Arthrose im Knie für Berufe mit häufigem Knien oder Hocken, wie Fliesenleger, Installateure oder Gärtner als Berufskrankheit anerkannt. Aber auch Knorpelveränderungen an den Händen bei Menschen mit viel Zeit am Schreibtisch und Hüftgelenksarthrosen durch schweres Heben sind nicht selten.5

Hinweis

Wie kommt es zu Über- und Fehlbelastungen der Gelenke?

Im Alltag und im Beruf haben wir häufig sehr eingefahrene Bewegungsmuster. Im Gegensatz zu Kindern lernen wir nur noch selten neue Bewegungsabläufe und nutzen zu wenig die komplette Beweglichkeit der Gelenke aus. Die Muskeln und die Faszien werden dadurch mit der Zeit ebenfalls unbeweglicher und das erhöht natürlich den Druck auf die Knorpelschicht. Darüber hinaus kommt bei der Entwicklung dieser Krankheit besonders der Fakt zum Tragen, dass sich Knorpelgewebe nur sehr schlecht regenerieren lässt. Aber Achtung: Nicht nur Überlastung, sondern auch das Gegenteil Bewegungsmangel kann Arthrosen begünstigen. Der Knorpel braucht die Bewegung, um sich ausreichend mit Nährstoffen über die Gelenkflüssigkeit zu versorgen. Fehlt diese, wird er spröde und kann nicht ausreichend regenerieren.

Weitere Mitverursacher für Arthrose können sein:

  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes, Gicht oder auch Nährstoffmangel)

Bei Gicht kommt es zur Einlagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken, die den Knorpel schädigen.

  • Unfälle und Verletzungen

Verschiedene Verletzungen am Gelenk (Kreuzbandriss, Meniskusschaden) oder am Knochen (Knochenbrüche) können zu Fehlstellungen führen und im Folgenden zu Fehlbelastungen des Gelenks.

  • angeborene Fehlstellungen (z. B. Achsen- oder Hüftfehlstellungen)
  • Infektionen

Viele Experten sehen die Gelenkarthrose als chronische Entzündungskrankheit an:

Entzündung ist ein natürlicher Heilungsprozess, der in diesem Fall die Regeneration des Knorpels vermitteln soll. Kann der Knorpel durch Dauerbelastung nicht regenerieren, entsteht in der Gelenkinnenhaut eine permanente Entzündung.5

Bei Übergewicht wirken Hormone aus dem Fettgewebe als wahre “Brandbeschleuniger” für die Entzündung und den Knorpelabbau. Darüber hinaus führen chronische Entzündungen zu verstärktem oxidativen Stress im betroffenen Gewebe. Um die massiv anfallenden freien Radikale abzufangen, muss der Körper ausreichend mit Radikalfängern wie Vitamin C, E und A versorgt werden. Auch antioxidative Enzyme benötigen Cofaktoren wie Zink, Mangan, Selen, Kupfer oder Eisen. Daher ist eine ausreichende Mikronährstoffversorgung essentiell bei chronisch entzündlichen Erkrankungen.

Hinweis

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien. Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren.

Als Risikofaktoren, auf die Betroffene keinen Einfluss haben, zählen zunehmendes Alter, weibliches Geschlecht und genetische Veranlagung. Frauen haben in Abhängigkeit vom Alter ein höheres Risiko für Arthrose in den Händen und Knien als Männer. Außerdem schreitet bei ihnen eine Hüftarthrose häufig schneller voran.7 Eine Verschlechterung ist oft verknüpft mit dem Eintreten der Menopause, weshalb verschiedene weibliche Geschlechtshormone als Schutzfaktoren diskutiert werden.

Neben Lebensstilfaktoren sind höchstwahrscheinlich auch verschiedene Gene an der Entstehung beteiligt. Jedoch konnten noch keine genauen Kandidatengene identifiziert werden.7

Symptome bei Arthrose

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Symptome in der Übersicht

  • Das Hauptsymptom der Arthrose sind schmerzende Gelenke.
  • Weitere Symptome sind:
    • Gelenksteifheit und Bewegungseinschränkungen
    • Schwellungen und Entzündungen
    • Druckempfindlichkeit
    • größerer Gelenkumfang durch Knochenauswüchse
    • Kraftlosigkeit und harte Verdickungen insbesondere an den Gelenken der Hand
  • Die Arthrose durchläuft vier Stadien mit unterschiedlichen Symptomausprägungen.
  • Arthrose-Schmerzen können sich über die Zeit verändern. Man unterscheidet Belastungsschmerzen, Anlaufschmerzen und Ruheschmerzen.
  • Arthrosepatienten geraten häufig in einen Teufelskreis aus Schmerzen, Schmerzmitteln und Bewegungsmangel.

Schmerzende Gelenke sind das typische Anzeichen einer Arthrose. Wenn der Verschleiß der Knorpelschicht stärker wird, können weitere Symptome auftreten, wie:

  • eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit und Steifheit
  • Schwellungen und Entzündungen der Gelenkinnenhaut oder Gelenkkapsel
  • Druckempfindlichkeit
  • Zunahme des Gelenkumfanges durch Knochenauswüchse
  • Arthrose an den Gelenken der Hand: Kraftlosigkeit und harte Verdickungen

 

Mitunter kann das Gelenk steif werden oder anschwellen bevor Schmerzen auftreten. Die Entwicklung der Arthrose durchläuft vier Stadien:

StadiumVeränderungenSymptome
1. Stadium
Knorpelschicht ist rauer und dünner an manchen Stellenkeine oder nur sehr wenige Beschwerden
2. Stadium- Knorpelschicht weist Auffaserungen auf, dadurch wird der Verschleiß beschleunigt
- teilweise Entzündungen der Gelenkinnenhaut
Schmerzen durch Entzündung der Gelenkinnenhaut
3. Stadium- Knorpelschicht ist bereits stark beschädigt
- kleinerer Gelenkspalt
- Belastung steigt für Knochen und Gelenkinnenhaut
Entzündungen, Schmerzen und Funktionsstörungen
4. Stadium- Knorpelschicht hat sich fast komplett zurückgebildet
- Knochen reiben ohne Schutz aufeinander
- Knochenenden verbreitern sich und das Gelenk versteift
Funktionsstörungen und Schmerzen mit enormer Einschränkung der Lebensqualität, Gelenkgeräusche

Hinweis

Gut zu wissen: Der Schmerz verändert sich im Laufe der Zeit

Zu Beginn der Arthrose schmerzt das Gelenk häufig nur bei sehr starken Belastungen oder Stößen, wenn der Druck enorm ansteigt wie etwa beim Joggen oder Treppensteigen. Man spricht vom sogenannten Belastungsschmerz. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können dann auch Schmerzen am Anfang einer Bewegung, die sogenannten Anlaufschmerzen oder in Ruhe auftreten. Dieser Ruheschmerz kann die Lebensqualität besonders beeinträchtigen, da er sich negativ auf den Schlaf und die Erholung von Betroffenen auswirkt.

Viele Arthrose-Patienten geraten im Laufe ihrer Erkrankung in eine Art Teufelskreis. Durch die starken Schmerzen versuchen viele Patienten das Gelenk zu schonen. Das verbessert jedoch nicht die Regeneration des Knorpels und führt zu Muskelverhärtungen sowie einseitigen Bewegungsmustern. Werden die Schmerzsignale des Körpers ignoriert oder mit Schmerzmitteln unterdrückt, ist eine Bewegung des Gelenkes weiter möglich, jedoch wird häufig bei Fehlbelastungen der Verschleiß immer schlimmer. Funktionsstörungen des Gelenkes und enorme Schmerzen führen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und senken die Lebensqualität. Mit der richtigen Ernährungs- und Lebensweise kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden.

 

Diagnose und Tests

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Diagnose in der Übersicht

  • Im Anamnesegespräch kann die Diagnose Arthrose bereits über die Symptome und die funktionelle Untersuchung des Gelenks gestellt werden.
  • Über ein umfangreiches Blutbild können andere Erkrankungen wie rheumatische Arthritis, Muskel- und Knochenentzündungen sowie Autoimmunerkrankungen ausgeschlossen werden.
  • Bei Zweifeln können eine Röntgenuntersuchung, Computer- und Magnetresonanztomografie hinzugezogen werden, die typische Veränderungen sichtbar machen.

 

Bei Verdacht auf Arthrose ist der Facharzt für Orthopädie der richtige Ansprechpartner für Betroffene. Dieser kann bereits über die Symptomatik der Patienten und einer funktionellen Untersuchung des Gelenks eine ziemlich sichere Diagnose stellen. Über ein umfangreiches Blutbild kann die Diagnose weiter abgesichert werden. Obwohl es keinen Blutparameter gibt, der Arthrose nachweist, können andere Erkrankungen darüber ausgeschlossen werden. Bei unklaren oder mehrdeutigen Symptomen sollte eine rheumatische Gelenkentzündung, Muskel- und Knochenentzündungen sowie andere Autoimmunerkrankungen in Betracht gezogen werden.

Bei Zweifeln kann der Arzt zusätzlich eine Röntgenuntersuchung, Computer- oder Magnetresonanztomografie hinzuziehen. Bei diesen Methoden können typische Veränderungen wie ein schmaler Gelenkspalt, Risse im Knorpel oder Knochenveränderungen die Diagnose bestätigen.

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Arthrose ist eine nicht heilbare, fortschreitende Erkrankung mit beschwerdefreien Phasen.
  • Der Krankheitsverlauf ist vielschichtig und noch nicht zu 100 % erforscht.
  • Durch Über- und Fehlbelastung entstehen Ungleichgewichte, die die Regeneration des Gelenkknorpels stören.
  • Bei starkem Verschleiß reagiert die Gelenkinnenhaut mit Schmerzen und Entzündungen.
  • Die Epiphysen (Knochenenden) reagieren mit Knochenverdichtung und -auswüchsen.
  • Diese Gelenkveränderungen haben enormen Einfluss auf Anatomie und Beweglichkeit.

Arthrose ist eine nicht heilbare Erkrankung, die häufig langsam voranschreitet. Viele Patienten kommen erst nach Jahren mit Beschwerden zum Arzt und auch beschwerdefreie Phasen sind möglich. Manchmal tritt aber auch eine schnellere Verschlechterung ein. Der genaue Krankheitsverlauf ist vielschichtig und noch nicht abschließend aufgeklärt.

 

Durch Über- und Fehlbelastungen werden bestimmte Gelenke sehr stark aufeinander gedrückt. Die Muskeln und das Bindegewebe (u. a. Faszien) um das Gelenk geraten aus dem Gleichgewicht bzw. sind überspannt. Der Knorpel ist einem übermäßigen Druck ausgesetzt und bekommt zu wenig Zeit, um sich zu regenerieren. Er verliert zum einen seine Festigkeit, wodurch die Schicht immer dünner wird und Stück für Stück verschleißt. Zum anderen bleibt er immer weniger elastisch und reißt. Die Gelenkinnenhaut erkennt den Verschleiß und reagiert mit deutlichen Schmerzen. An den Stellen, wo die stärksten Belastungen wirken, kann der Knochen komplett freiliegen. Auch der Knochen reagiert auf diese Veränderungen mit einer Knochenverdichtung (subchondrale Sklerosierung) und knöchernen Auswüchsen an den Rändern des Gelenks (Osteophyten). Im Gelenk lagern sich Abbauprodukte und Zellreste ab, die die Gelenkinnenhaut reizen und entzünden. Wie Sie sich sicher vorstellen können, haben diese Veränderungen enorme Auswirkungen auf die gesamte Anatomie und Beweglichkeit des Gelenks.

Ernährung bei Arthrose

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Ernährung in der Übersicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.

Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.

 

Speziell bei Arthrose helfen folgende Ernährungstipps:

  • Gewicht reduzieren
  • fleischarme Ernährung mit wenig Kohlenhydraten
  • Intervall- bzw. Heilfasten
  • Omega-3-reiche Öle statt gesättigten Fetten, um Entzündungen entgegenzuwirken
  • ballaststoffreiche Lebensmittel
  • schmerzlindernde und entzündungshemmende Gewürze
  • ausreichend Trinken

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert chronische Entzündungen, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, spielen entzündliche Prozesse auch bei der Arthrose eine Rolle. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Arthrose in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

 

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ bei Arthrose auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht – das entlastet die Gelenke.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Hinweis

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine Arthrose lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Ein wunderbares Kochbuch gegen die heimliche Entzündung in unserem Körper:


 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Spezielle Ernährungstipps bei Arthrose

Eine gesunde Ernährungsweise kann vorbeugend, aber auch heilend auf verschiedene Erkrankungen wirken. Ernährungsempfehlungen für Arthrose zielen besonders darauf ab, Gewicht zu reduzieren, der Gelenkentzündung vorzubeugen bzw. diese abzuschwächen und Symptome wie Schmerzen zu lindern. Eine Arthrose-Diät im engeren Sinne gibt es jedoch nicht. Die bereits oben vorgestellte anti-entzündliche Ernährungsweise bringt alle Voraussetzungen mit, um der Arthrose entgegenzuwirken. Wie genau die einzelnen Ernährungsbausteine der anti-entzündlichen Ernährung auf diese Erkrankung wirken, wird hier nochmal ausführlich erläutert:

 

Gewicht reduzieren

Eine Gewichtsabnahme wirkt sich insbesondere auf die Gelenke aus, die viel Gewicht tragen müssen wie Hüfte, Knie und Knöchel. Jedes Kilo, was auf der Waage fehlt, wirkt sich nachweislich positiv auf Schmerzen, Druck und die Gelenkfunktion aus.8

Übergewicht belastet die Gelenke nicht nur durch das eigentliche Gewicht, das überschüssige Fettgewebe produziert auch sehr viele entzündungsfördernde Hormone wie Leptin und Adiponektin. Diese tragen dazu bei, die Knorpelsubstanz schneller abzubauen, sie wird weicher und weniger widerstandsfähig. Hohe Leptin-Spiegel lassen die Knorpelmatrix schneller degenerieren.9 Der Ausweg aus diesem Teufelskreis lässt sich am Besten durch Bewegung und Ernährung durchbrechen. Die Kombination aus Bewegung und Gewichtsverlust unterstützt nicht nur den Abbau von Fett, sondern lässt auch Muskelmasse aufbauen und das Bewegungsverhalten verbessern.

 

Fleischarme Ernährung mit wenig Kohlenhydraten

Die im Fleisch enthaltenen tierischen Fette haben einen hohen Anteil an der gesättigten Fettsäure Arachidonsäure, die im Körper zu entzündungsfördernden Botenstoffen umgebaut wird. Die Theorie geht davon aus, dass mehr Fleisch zu mehr Entzündungen führt. Für die rheumatoide Arthritis konnte dieser Zusammenhang bereits in einigen Studien bestätigt werden. Für die Arthrose fehlen aktuell noch aussagekräftige Studien. 10-11

Schnell verfügbare Kohlenhydrate und Zucker führen zu einem Säureüberschuss in unserem Körper. Das belastet Gelenke, Muskeln und Bindegewebe und unterstützt das Aufflammen von Entzündungen. Eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten, die viele Ballaststoffe enthalten, wie Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sind daher die bessere Wahl. Um Arthrose-Schmerzen zu lindern, eignet sich laut einer Studie eine kohlenhydratarme Ernährung besonders gut.12

 

Intervall- bzw. Heilfasten

Beim Intervallfasten ist es erlaubt, nur in einem bestimmten Zeitkorridor zu essen. Ein beliebtes Vorgehen ist die 16:8 Methode, bei der nur über einen Zeitraum von acht Stunden gegessen werden darf. Die restlichen Stunden des Tages wird eine Pause eingelegt. Bisher fehlen umfangreiche Studien zu dieser Ernährungsform, jedoch wirkt sie sich vorteilhaft auf den Stoffwechsel aus, lässt den Körper weniger Entzündungsbotenstoffe bilden und fördert den Selbstreinigungsmechanismus des Körpers.13 Heilfasten über ein bis zwei Wochen wirkt entzündungshemmend und erleichtert den Einstieg in eine pflanzenbasierte Kost. In Absprache mit dem behandelnden Arzt ist sie eine zusätzliche Therapieoption, die ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden kann.14

 

Omega-3-reiche Öle statt gesättigte Fette, um Entzündungen entgegenzuwirken

Für die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper spielt die Zusammensetzung der aufgenommenen Fette eine große Rolle. Gesättigte Fettsäuren sind oft in großen Mengen in tierischen Lebensmitteln, Kokos- oder Palmöl und in industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorhanden. Eine hohe Aufnahme dieser Fettsäuren hat in vielen Studien gezeigt, dass sie Übergewicht, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen fördern.15 Auch am Abbau von Knorpel und an Entzündungsreaktionen im Gelenk sind sie beteiligt.16-17 Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen oder in fetten Kaltwasserfischen zu finden. Aber Achtung bei der richtigen Wahl des Öls: Viele Öle enthalten die häufigere Omega-6-Fettsäure, die Entzündungen fördert. Bei einer Arthrose ist es daher sinnvoll auf native Öle wie Leinöl, Hanföl, Rapsöl oder Algenöl zurückzugreifen, um die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren und gesättigten Fettsäuren einzudämmen. Native Öle dürfen nicht zum Braten und Erhitzen verwendet werden, da die enthaltenen Mikronährstoffe hitzeempfindlich sind und zum Teil zu gesundheitsschädlichen Verbindungen abgebaut werden. Für kalte Speisen wie Salate, Dips, Pesto und Antipasti sind sie hervorragend geeignet.

 

Ballaststoffreiche Lebensmittel

Ballaststoffe sind Nahrungsfasern, die nicht durch Verdauungsenzyme in unserem Darm abgebaut werden können. Dennoch sind sie nicht nutzlos, denn sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für unsere Darmbakterien, fördern die Magen-Darm-Passage und schützen vor verschiedenen Zivilisationskrankheiten. Nahrungsfasern unterstützen uns auch beim Abnehmen, denn sie steigern das Sättigungsgefühl, wodurch die Kalorienzufuhr sinkt und die Kalorien leichter purzeln. Empfohlen werden mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag aus Früchten, Gemüse und Vollkornprodukten. In großen Bevölkerungsstudien hat man beobachtet, dass Menschen mit einer hohen Ballaststoffaufnahme seltener eine symptomatische Arthrose entwickeln.18

 

Schmerzlindernde und entzündungshemmende Gewürze

Die Pflanzenwelt hat einige Gewürze auf Lager, die unseren Speisen den letzten Pfiff verpassen und zudem schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Ingwer hemmt die Entstehung von Entzündungsstoffen, die Schmerzreaktionen triggern. Entzündungen und Schmerzen gehen dadurch deutlich zurück und die Gelenkbeweglichkeit wird verbessert. Laut einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit reicht bereits die tägliche Aufnahme von 1 g dieser tropischen Wurzel für positive Effekte.19

Das in Curry-Mischungen enthaltene Kurkuma lindert Entzündungen und Gelenkbeschwerden in Patienten mit Arthrose und rheumatoider Arthritis.20 Daher lassen Sie sich ruhig einmal öfter von asiatischen und arabischen Gerichten inspirieren. Eine tolle Anti-Arthrose-Gewürzmischung ist Kreuzkümmel, Koriander und Muskat. Sie wirken entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Der tägliche Verzehr von etwa einem Teelöffel kann die Beschwerden von Arthrosegeplagten deutlich mindern. Das in Wärmepflastern steckende Capsaicin aus der Chilischote fördert die Durchblutung und wirkt Schmerzen und Entzündungen entgegen.

 

Ausreichend Trinken

Die Empfehlung, täglich ausreichend stilles Wasser zu trinken, ist grundsätzlich für jeden Menschen bedeutsam, da Wasser mehr als zwei Drittel unseres Körpers ausmacht. Wasser ist Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe und andere Substanzen und damit eine absolute Voraussetzung für unseren Stoffwechsel. Es führt den Zellen Nährstoffe und Salze zu und sorgt für die Ausscheidung von Stoffwechselabfallprodukten und Giftstoffen und reguliert die Körpertemperatur über die Schweißproduktion. Trinken wir zu wenig, ist die Gelenkflüssigkeit eingedickt und der Knorpel kann sich nicht gut regenerieren. Empfohlen werden täglich etwa 1,5-2 Liter in Form von stillem Wasser.

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wie viel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wie viel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Arthrose. Besonders wichtig sind:
    • natürliche Antioxidantien wie Vitamin C, E und Selen
    • B-Vitamine insbesondere Vitamin B1, B6 und B12
    • Vitamin D und Kalzium
    • Zink
    • Omega-3-Fettsäuren
    • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Einige der typischen Arthrose-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Arthrose abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe bei Arthrose

Mit Hilfe eines Mikronährstoffkonzentrats wird der Körper ausreichend mit allen wichtigen Mikronährstoffen versorgt, die sich positiv auf Arthrose und das Fortschreiten dieser Erkrankung auswirken können. Sie unterstützen den Körper dabei wieder ins Gleichgewicht zu kommen und können einem medikamenten-bedingten Mangel bestimmter Mikronährstoffe vorbeugen.

 

Folgende Mikronährstoffe können unterstützend in der Therapie und Prävention der Arthrose eingesetzt werden:

 

Natürliche Antioxidantien

Vitamin C, E und Selen sind natürliche Antioxidantien, die uns vor freien Radikalen und oxidativem Stress schützen. Wie im Kapitel Ursachen dargestellt, spielen entzündliche Prozesse und damit einhergehender oxidativer Stress eine tragende Rolle bei der Arthrose-Entwicklung. Ist unser Körper ausreichend mit natürlichen Antioxidantien versorgt, kann er diesen Prozessen entgegentreten. Eine gute Versorgung mit antioxidativ wirksamen Mikronährstoffen reduziert das Risiko für Knorpelverluste. Auch das Fortschreiten der Erkrankung schien sich zu verlangsamen.22

Hinweis

Wichtig zu wissen

Bestehen oxidativer Stress und Entzündungen über längere Zeit sind die Mikronährstoff-Speicher erschöpft. Dann braucht unser Körper eine Extraportion Mikronährstoffe, um in Balance zu bleiben und alle Funktionen regulieren zu können.

B-Vitamine

B-Vitamine sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielen eine wichtige Rolle im Nervensystem bei der Erregungsleitung, der Regeneration und der Neubildung. Es ist bereits seit längerem bekannt, dass bei zusätzlicher Gabe von Vitamin B1, B6 und B12 die schmerzlindernde Wirkung von nichtsteroidalen Antirheumatika (häufig eingesetzt bei Arthrose) verstärkt wird. Dies konnte auch bei Kniearthrose-Patienten nachgewiesen werden.23 Vitamin B6 hat noch eine weitere wichtige Aufgabe: Es ist für die Herstellung von Glukosamin mitverantwortlich, das ein wichtiger Rohstoff des Knorpels ist. In Tierexperimenten konnte bei Vitamin B6-Mangel eine Knorpelgewebestörung beobachtet werden.24

 

Vitamin D und Kalzium

Für eine stabile Knochen- und Knorpelgesundheit ist eine regelmäßige ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium von enormer Wichtigkeit. Aus großen Assoziationsstudien weiß man, dass Menschen mit einem guten Vitamin-D-Spiegel seltener an Knie- und Hüftarthrose erkranken.25-26 Eine erste Interventionsstudie zeigte bei Arthrosepatienten Verbesserungen in der körperlichen Leistungsfähigkeit und im Schmerzempfinden unter Gabe von Vitamin D.27 Vitamin D (eigentlich die Vorstufe eines Hormons) wird durch Sonnenlicht in unserem Körper produziert. Nur ein geringer Anteil wird über die Ernährung aufgenommen. Menschen in Ländern, die sehr weit vom Äquator entfernt liegen, können nicht ausreichend ganzjährig mit Vitamin D versorgt werden. Daher werden eine generelle Substitution in den Wintermonaten oder mit Vitamin D angereicherte Nahrungsmittel, wie z. B. in Finnland, empfohlen.

Darüber hinaus erfüllt Kalzium wichtige Funktionen bei der Regulation der Reizleitung zwischen Nervenzellen und im Muskelsystem. In Verbindung mit anderen Mikronährstoffen scheint es Schmerzen und Wassereinlagerungen zu reduzieren.

 

Zink

Das Spurenelement Zink ist ein wichtiger Mikronährstoff für den Knochenstoffwechsel, da es die Aktivität von knochenabbauenden Zellen, im Fachjargon Osteoklasten genannt, verringert. Außerdem wirkt es entzündungshemmend, da es auf pro-entzündliche Botenstoffe einwirkt und oxidativen Stress abfängt.28 Es ist seit Jahren bekannt, dass Arthrose-Patienten einen zu geringen Zink-Spiegel im Blut aufweisen.29

 

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind heute eine wichtige Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen. In zahlreichen Studien konnte auch für Arthrose belegt werden, dass diese ungesättigten Fettsäuren das Entzündungsgeschehen positiv beeinflussen:30

  • weniger Entzündungsbotenstoffe im Körper
  • weniger Knorpelabbau und oxidativer Stress in den Knorpelzellen
  • weniger Schmerzen und Immobilität im Gelenk

 

Andere Fettsäuren, andere Wirkungen: Omega-6-Fettsäuren und gesättigte Fettsäuren zeigten häufig in den gleichen Studien genau entgegengesetzte Effekte. Wie im Kapitel Ernährung erläutert, ist daher die Wahl der richtigen Fette ganz entscheidend für den Heilungsverlauf.31

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Erkenntnisse zu der Bedeutung von sekundären Pflanzenstoffen für unsere Gesundheit. Sie haben ganz unterschiedliche Wirkungen von antibakteriell, antiviral, antikanzerogen bis entzündungshemmend.32

Sekundäre Pflanzenstoffe, die eine wichtige Funktion beim Schutz des Gelenkknorpels vor oxidativen Stress einnehmen, sind: Lycopin (aus Tomaten), Lutein (aus Karotten), Curcumin (aus Kurkuma/Curry), EGCG (aus grünem Tee), Genistein (Sojabohnen), Allicin (Knoblauch) und Sulforaphan (Brokkoli).32-34

 

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Neben einer anti-entzündlichen Ernährung kann man mit Belastung und Entlastung die Erkrankung positiv beeinflussen.
  • Belastung durch regelmäßige Bewegung und Sport
  • Entlastung durch medizinische Bandagen, Orthesen und Einlagen sowie durch Gewichtsabnahme
  • Auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten hilft Arthrose-Patienten.

Auch an seinem Lebensstil kann man einiges ändern, um die Beschwerden zu lindern. Neben der anti-entzündlichen Ernährung spielen hier zwei Faktoren eine wesentliche Rolle: Belastung und Entlastung der Gelenke. Aber auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten hilft Arthrose-Patienten.

 

Bewegung und Sport

Auch wenn es weh tut: Nur Schonung und Entlastung hilft nicht gegen Arthrose. Nur durch das Wechselspiel zwischen Belastung und Entlastung wird der Knorpel ausreichend über die Gelenkflüssigkeit ernährt und kann sich langfristig regenerieren. Zusätzlich werden die Muskelkraft gestärkt, die Koordination gefördert und falsche Bewegungsmuster aufgebrochen. Die Betonung liegt auch auf dem Wort “regelmäßig”, denn nur durch tägliches Training für die Gelenke können Beschwerden gelindert und die Knorpelregeneration angeregt werden.

Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien bestätigen die positive Wirkung von regelmäßiger Bewegung auf die Gelenke.35 Für körperliches Training ist es zudem nie zu spät, denn noch über 70-Jährige profitieren davon.36

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Sport ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Wir empfehlen Ihnen dabei die Verwendung von Fitnessbändern, die Sie jederzeit und sehr flexibel anwenden können. Je nachdem, in welchem Fitnesszustand Sie sich befinden, können Sie einen passenden Widerstand wählen und diesen dann langsam steigern. Besonders sicher und langlebig und daher empfehlenswert sind folgende Widerstandbänder:


 

Gut geeignet sind:

  • Kraftsport in mittlerer Intensität
  • gezielte Krankengymnastik
  • gelenkschonende Wassergymnastik und Schwimmen
  • Ausdauer- und Flexibilitätstraining
  • Nordic Walking oder Radfahren in wenig anspruchsvollem Gelände

 

Nicht so gut geeignet sind:

  • wie bereits oben erwähnt: Kampf- und Ballsportarten
  • Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko
  • Sportarten mit Extrembewegungen

Tipps

Kleiner Tipp

Wer sich aufgrund der bestehenden Schmerzen oder Einschränkungen nicht an ein Sportprogramm herantraut, kann in Absprache mit seinem Arzt über eine begleitende Physiotherapie den Einstieg finden.

Entlastung der Gelenke

Medizinische Bandagen, Orthesen oder Einlagen können eine gelenkschonende und schmerzarme Bewegung ermöglichen. Allerdings wird das Gelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, was zu einer Gelenksteifheit führen kann. Außerdem werden betroffenen Muskeln geschwächt – Entlastung der Gelenke sollte immer mit gleichzeitigen gymnastischen Übungen zur Erhaltung und Stärkung der Muskulatur erfolgen.

Wie bereits beim Thema Ernährung angesprochen, führt auch eine Gewichtsabnahme zu einer deutlichen Entlastung der Gelenke. Berechnungen zufolge können bereits eine Gewichtsabnahme von 500 g das Kniegelenk um das Vierfache entlasten sowie Beweglichkeit und Schmerzempfinden bei Arthrose verbessern.37

 

Alkohol und Nikotin meiden

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist weitreichend bekannt. Alkohol fördert die Übersäuerung des Körpers, wirkt sich negativ auf den Makronährstoff-Stoffwechsel aus und tritt in Wechselwirkung mit eingenommenen Schmerzmitteln. Nikotin zeigte in Studien eine direkte Wirkung auf den Gelenkknorpel. Bei Rauchern schritt die Krankheit häufig schneller mit mehr Schmerzen voran.38

 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Die konventionelle Therapie setzt sich zusammen aus nicht-medikamentösen Basismaßnahmen, medikamentöser – und operativer Therapie.
  • Um Beschwerden und Beweglichkeit zu verbessern werden Gewichtsabnahme, Physiotherapie und physikalische Therapie empfohlen.
  • Um Schmerzen und Entzündungen zu bekämpfen, kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz.
  • Möglich sind: Schmerzmittel und nicht-steroidale Antirheumatika sowie Injektionen mit Hyaluronsäure und Kortison
  • Operative Therapien setzen auf Gelenkspiegelung, -versteifung oder -ersatz (künstliches Gelenk)

Die konventionelle Therapie setzt zunächst auf nicht-medikamentöse Basismaßnahmen. Bei Übergewicht wird eine Gewichtsabnahme empfohlen. Physiotherapie und physikalische Behandlungen wie Massagen, Wärme, Kälte und Strom sollen Beschwerden lindern und die Beweglichkeit verbessern. Um Schmerzen und Entzündungen zu bekämpfen, kommen häufig Medikamente zum Einsatz. Ist der Knorpel sehr stark abgenutzt und der Leidensdruck enorm groß, ist irgendwann eine Operation unumgänglich. Bislang gibt es keine medikamentösen oder chirurgischen Ansätze, um diese Erkrankung zu heilen. Lediglich das Fortschreiten der Erkrankung und die Schmerzen können gelindert werden.

 

Medikamentöse Therapie

Schmerzmittel und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Schmerzende Arthrose-Gelenke werden mit Schmerzmitteln wie Paracetamol oder nichtsteroidalen Antirheumatika wie Diclofenac, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen behandelt. Sie bekämpfen den Schmerz und hemmen die Entzündung. Leider bekämpfen diese Medikamente nur die Symptome und behandeln nicht die Ursache der Arthrose. Viel schlimmer ist noch: Bei dauerhafter Anwendung haben sie viele Nebenwirkungen. Es kann zu Magenschleimhautschädigungen, -blutungen und -ulzerationen sowie Nierenschäden kommen. Außerdem sind zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beschrieben.

Neben Tabletten sind auch schmerzlindernde Salben, Cremes oder Gels sind in der Apotheke erhältlich.

 

Arthrose-Spritzen mit Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist natürlicherweise Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt sich positiv auf die Schmierfähigkeit und Beweglichkeit des Gelenks aus. Die Wirkung ist jedoch noch nicht wissenschaftlich untermauert, erste Studien deuten eine positive Wirkung an.39 Durch diese Behandlung besteht außerdem die Gefahr einer Infektion mit Keimen. Ähnliches gilt für weitere Glykosaminoglykane wie Chondroitinsulfat oder Glucosamin, die ebenfalls ins Gelenk gespritzt werden können.

 

Kortison-Spritzen

Hat sich die Arthrose entzündet, können auch Glukokortikoide in das Gelenk injiziert werden. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, jedoch ist eine Langzeitanwendung nicht zu empfehlen, aufgrund ihrer knochenabbauenden Wirkung.40 Hinzu kommt die Gefahr einer Infektion. Auch ein langfristiger Erfolg konnte bisher in Studien nicht beobachtet werden.41

 

Operative Therapien

Gelenkspiegelung (Arthroskopie)

Über eine Sonde können im Gelenk kleinere Reparaturen durchgeführt werden. Dazu zählen:

  • Gelenkspülungen (Lavage), um Abbauprodukte zu entfernen
  • Knorpelglättung (Debridement), um Beweglichkeit und Versorgung des Knorpels zu verbessern
  • Abtrag von Knochenauswüchsen zur Schmerzlinderung

Die Gelenkspiegelung zum therapeutischen Zweck wird heute nur noch selten angewendet, da der gesundheitliche Nutzen angezweifelt wird.5

 

Künstliches Gelenk (Endoprothese)

Ist die Arthrose, insbesondere an großen Gelenken wie Knie und Hüfte, weit fortgeschritten und lassen sich die Schmerzen nicht in den Griff kriegen, kann ein künstliches Gelenk eine weitere Behandlungsoption sein. Je nach Ausmaß der Schädigungen entscheidet der Arzt, welche Teile des Gelenks ersetzt werden müssen. Wie auch jede andere Operation ist auch diese Behandlungsmethode mit bestimmten Risiken verbunden:

  • Infektionen
  • Prothese lockert sich und muss ausgetauscht werden
  • krankhafte Vermehrung von Bindegewebe (Arthrofibrose)
  • keine Schmerzlinderung

Eine künstliche Hüfte ist oft komplikationsärmer und erfolgreicher als ein künstliches Kniegelenk.

 

Gelenkversteifung (Arthrodese)

Durch eine Versteifung wird das Gelenk stabiler und möglicherweise wieder alltagstauglicher. Auch die Schmerzen werden gelindert. In Kauf nehmen muss man dafür eine geringere Beweglichkeit des Gelenks. Daher wird dieses Verfahren hauptsächlich bei Gelenken eingesetzt, bei der diese Einschränkung nicht so zum Tragen kommt wie Finger-, Zehen oder Sprunggelenk.

Ausflug in die Wissenschaft

Neue Therapieoptionen durch Knorpelregeneration?

Neue Therapieansätze versuchen die Knorpelschäden rückgängig zu machen über Transplantation von Stammzellen, Antikörpern oder über Medikamente, die die Regeneration des Knorpels anregen. In erfolgversprechenden Tierversuchen konnte beobachtet werden, dass, wenn man über einen Antikörper einen bestimmten knorpelabbauenden Signalweg ausschaltet, der Knorpelverschleiß in den Tieren gestoppt werden konnte und sie von der Krankheit Arthrose verschont blieben. Die Forscher weisen aber darauf hin, dass es noch ein langer Weg ist bis zur Marktreife eines neuen Medikamentes, und dass sich auch nicht jede Arthrose mit dem gleichen Antikörper behandeln lässt. Vielmehr müssen die Mechanismen berücksichtigt werden, die auch zur ursächlichen Schädigung des Knorpels geführt haben.42

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

In der ganzheitlichen Arthrose-Therapie stehen eine ganze Reihe an Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  • physikalische Therapien (Massagen, Wärme- und Kältebehandlungen, Magnetfeldtherapie, Stanger-Bad oder Elektrostimulation)
  • Phytotherapie mit Heilpflanzen wie Arnika, Teufelskralle, Hagebutte, Weihrauch oder Kurkuma
  • Akupunktur
  • Ayurveda
  • Blutegeltherapie
  • Neuraltherapie
  • Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht
  • Meditation und Achtsamkeit
  • Basenbäder
  • Hausmittel

Da die konventionellen Behandlungen die Beschwerden meist nicht gänzlich lindern und auf Dauer viele Nebenwirkungen haben, sind viele Patienten an alternativen Methoden interessiert, die ihre Behandlung unterstützen können. Viele Heilpflanzen und Verfahren wie Akupunktur, Blutegel und Ayurveda haben eine lange Tradition in der Alternativmedizin. Auch immer mehr Studien bestätigen die gesundheitsförderlichen Wirkungen von ganzheitlichen Therapien.

 

Physikalische Therapien

Die Liste der physikalischen Therapien bei Arthrose ist lang und reicht von Massagen, über Wärme- und/oder Kältebehandlungen bis zur Magnetfeldtherapie.43 Wir stellen Ihnen die wichtigsten alternativen Therapieansätze einmal vor:

 

  • Massagen

Massagen lösen Verspannungen in der Muskulatur und regen die Durchblutung der betroffenen Körperstellen an, wodurch sich die Nährstoffversorgung verbessern kann. Für viele Betroffene hat es zusätzlich einen enormen Entspannungseffekt, sie können loslassen und mal alle Schmerzen vergessen.

 

  • Wärme- oder Kältebehandlung

Das klingt erstmal widersprüchlich, dass sowohl Wärme als auch Kälte helfen können. Aber beide Zustände rufen bestimmte Wirkungen im Körper hervor. Wärme fördert die Durchblutung, die Versorgung mit Nährstoffen und entspannt das Gewebe (Muskeln, Sehnen). Das kann Schmerzen lindern und wieder zu einer höheren Beweglichkeit führen. Hingegen wirkt Kälte entzündungshemmend, was abschwellend wirkt und darüber wieder die Beweglichkeit fördert. Außerdem ist bekannt, dass Kälte Schmerzreize überlagert und die Schmerzsensibilität auch nachträglich beeinflusst.

Allgemein kann man sich gut merken: Wärme hilft gut bei Verspannungen der Muskulatur, wohingegen bei entzündlichen Prozessen Kälte besser wirkt.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Bei akuten Schmerzen tut Wärme gut, zum Beispiel durch eine Wärmflasche, ein Kirschkernsäckchen oder ein Dinkelkissen.
Wärmeanwendungen wirken krampflösend und entspannend. Eine Wärmflasche (Achtung: Nicht wärmer als 50°C), ein Körnerkissen oder ein warmes Bad können leicht zuhause bei akuten Beschwerden Einsatz finden.


 

  • Magnetfeldtherapie

Bei der Magnetfeldtherapie werden die Arthrose-Gelenke mit magnetischen Wechselfeldern stimuliert. Bekannt ist, dass sie das Bindegewebe und Stoffströme beeinflussen, die sich möglicherweise positiv auf das Gelenk auswirken können. Umfangreiche Studien zu dieser Methode fehlen bisher, jedoch zeigt eine kleine Interventionsstudie an Patienten mit Kniearthrose schmerzlindernde Ergebnisse.44

 

  • Hydrogalvanische Bäder (oder Stanger-Bad)

Bei hydrogalvanischen Bädern werden gleich drei wirksame Therapieoptionen gegen Arthrose kombiniert: Wasser, Wärme und Strom. Sie wirken schmerzlindernd, stoffwechselanregend und durchblutungsfördernd und kommen daher bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz. Wie bei vielen alternativen Behandlungsansätzen fehlen bisher wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit. Bei Fibromyalgie-Patienten jedoch zeigte das Stanger-Bad bereits messbare Erfolge.45

 

  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)

Schmerzen mit Strom behandeln? Das geht und wurde bereits im alten Ägypten zur Schmerzlinderung eingesetzt. Die Theorie dahinter besagt, dass Stromreize über die Haut zum Teil die Schmerzweiterleitung ins Gehirn blockieren können. Das führt zu einer moderaten Schmerzlinderung und kann eine bestehende Behandlung gut ergänzen.

 

Phytotherapie mit Heilpflanzen

Die Pflanzenheilkunde gehört in nahezu allen Kulturen der Welt zu den ältesten medizinischen Behandlungen. Sie kann bei verschiedensten chronischen Erkrankungen eingesetzt werden. Entgegen der klassischen Medikamente werden keine isolierten Einzelstoffe verwendet, sondern ganze Pflanzen oder Pflanzenteile mit verschiedenen Wirkstoffkombinationen. In Bezug auf Arthrose kommen folgende Pflanzen zum Einsatz:

 

  • Arnika (Arnika montana)

Arnika ist eine alte Heilpflanze gegen Schmerzen, die äußerlich in Form von Gelen, Tinkturen oder Ölen angewendet wird. Bei Arthrosepatienten nahmen das Schmerzempfinden und die Gelenksteifigkeit ab, während die Beweglichkeit zunahm. Erste wissenschaftliche Studien deuten an, dass die Wirkung vergleichbar ist mit Ibuprofen-Salben.46 Die Wirksamkeit von Arnika wird auf verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe zurückgeführt.47

 

  • Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Die Teufelskralle ist eine afrikanische Heilpflanze, bei der Extrakte aus der Wurzel zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt werden. Im letzten Jahrhundert wurde ihre Wirkung von Soldaten beschrieben, und danach trat sie ihren “Siegeszug” auch in Europa an. Die enthaltenen Harpagoside werden für die gesundheitsförderlichen Eigenschaften verantwortlich gemacht. Präparate mit einer hohen Konzentration an Harpagosid zeigen in ersten Studien ein hohes Wirkpotenzial bei Gelenk- und Rückenschmerzen.48

 

  • Hagebutte (Rosa canina)

Hagebutten sind Sammelnussfrüchte, die reich an Mikronährstoffen sind. Sie enthalten wichtige Vitamine, Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Unter den sekundären Pflanzenstoffen findet sich eine ganz besondere Gruppe von Verbindungen, die sogenannten Galaktolipide, die in kleineren wissenschaftlichen Untersuchungen interessante Effekte auf den Knorpel gezeigt haben. Sie hatten eine deutliche Schutzwirkung auf den Knorpelabbau durch Veränderungen im Entzündungsprofil.49 Extrakte der Hagebutte gibt es als Pulver, das den Mahlzeiten beigemischt werden kann.

 

  • Weihrauch (Boswellia serrata)

Auch diese Heilpflanze hat seit Jahrhunderten einen festen Platz in der Pflanzenheilkunde. Verwendung findet vor allem das baumsaftähnliche Harz, das die bioaktiven Boswelliasäuren enthält. Diese wirken entzündungshemmend durch Modellierung von pro-inflammatorischen Entzündungswegen.50 In einer großen wissenschaftlichen Übersichtsarbeit wurden die Ergebnisse aus mehreren Einzelstudien zusammengefasst und überzeugende Ergebnisse für eine Schmerzlinderung und eine Verbesserung der Gelenkfunktion gefunden.51

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Weihrauch wird in der traditionellen indischen Medizin – im Ayurveda – seit Jahrhunderten bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewandt. Darunter fallen Schmerzen in Gelenken, Entzündungen und Verspannungen. Die Anwendung mit Weihrauch kann äußerlich durch Salben, oder innerlich durch die orale Einnahme von Weihrauchpräparaten in Form von Kapseln geschehen.


 

  • Kurkuma (Gelbwurz, Curcuma domestica oder Curcuma longa)

Kurkuma ist ein wesentlicher Inhaltsstoff von Curry-Mischungen und darüber in den westlichen Breiten bekannt geworden. Es wird als Tee oder Gewürz konsumiert, wobei etwa 1-2 Teelöffel empfohlen werden.52 Für die gelbe Farbe und die gesundheitsförderlichen Wirkungen sind die Curcuminoide und die ätherischen Öle verantwortlich.  Ähnlich wie beim Weihrauch stehen auch hier entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen im Fokus, die bereits zum Teil wissenschaftlich belegt werden konnten.50

Hinweis

Was müssen Sie bei der Einnahme beachten?

Da pflanzliche Präparate mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten können, empfehlen wir Ihnen, diese nach Rücksprache mit einem Arzt einzunehmen.

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine ganzheitliche Therapie aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Grundlage der Jahrtausende alten chinesischen Medizin ist die Annahme, dass der Körper von Energiebahnen, den so genannten Meridianen, durchzogen ist. Ein gleichmäßiger Energiefluss sorgt für einen gesunden, vitalen Körper und psychische Ausgeglichenheit. Störungen im Energiefluss führen dazu, dass es in manchen Körperbereichen zu Energiestauungen kommt (Fülle-Zustände), in anderen dagegen ein Energiemangel (Leere-Zustand) vorliegt. Dieses Ungleichgewicht ist die Grundlage für die Ausprägung von Funktionsstörungen bis hin zu manifesten Krankheiten. Mit Hilfe der kleinen Nadeln lassen sich diese Ungleichgewichte behandeln, was den Energiefluss wieder in Gang bringt und sich positiv auf Schmerzen auswirken kann. Laut Indikationsliste der Weltgesundheitsorganisation eignet sich diese Therapieoption besonders gut zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Bei wiederholter Anwendung hat sich der Einsatz von Akupunktur bei Arthrose im Knie und in der Schulter bewährt.14

 

Ayurveda

Ayurveda ist das traditionelle Heilkonzept der Inder. In den asiatischen Ländern Indien, Nepal und Sri Lanka ist es noch heute weit verbreitet, akzeptiert und wird wissenschaftlich erforscht. Ayurveda ist ein ganzheitliches Konzept, das auf Massagen, manuelle Therapien, Reinigungs- bzw. Ausleitungstechniken, Yoga, Meditation und vor allem Pflanzenheilkunde setzt. In Deutschland schafft es das indische Heilkonzept immer mehr heraus aus der Wellnessnische hinein ins Gesundheitssystem. Bei der rheumatoiden Arthritis konnten bereits wissenschaftliche Erfolge errungen werden.53 Eine erste Interventionsstudie zur Wirksamkeit von ayurvedischen Behandlungen bei Kniearthrose wurde bereits in Deutschland durchgeführt.54 Mehr dazu in der Ausflug-in-die-Wissenschaft-Box.

Ausflug in die Wissenschaft

Hilft Ayurveda bei Arthrose?

Laut einer aktuellen Interventionsstudie aus Deutschland mit 150 Patienten ist diese Frage absolut zu bejahen. Das Besondere an der Studie: Es wurde nicht eine ayurvedische Behandlungsoption ausgewählt, sondern das gesamte Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten von manuellen Therapien, Massagen, Yoga und ayurvedischer Ernährung ausgeschöpft. Die Wissenschaftler sahen deutliche Verbesserungen im Schmerzempfinden, in der Steifheit und Funktionsfähigkeit des Kniegelenks im Vergleich zur Kontrollgruppe, die mit klassischen Behandlungsmethoden der Schulmedizin therapiert wurden. 93,5 % der Ayurveda-Patienten sprachen auf die Therapie an, in der Kontrollgruppe nur 60,8 % der Patienten. In den ersten 12 Wochen mussten nur 18,9 % der Patienten aus der Ayurveda-Gruppe auf Schmerzmittel zurückgreifen. In der konventionell behandelten Gruppe waren es über 80 %.54

Blutegeltherapie

Die Behandlung mit Blutegeln gehört zu den ältesten Heilmethoden der Welt. Durch den Biss des Blutegels und durch Nachbluten aufgrund von gerinnungshemmenden Substanzen im Blutegelspeichel kommt es zu einem kleinen Aderlass. Diese und weitere entzündungs- und schmerzlindernde Substanzen im Speichel bewirken die positiven Effekte der Blutegeltherapie. Die Vorstellung, die schmerzenden Gelenke mit beißenden Tierchen zu kurieren, mag erstmal abschrecken, dennoch konnten aktuelle klinische Studien eine enorme entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung nachweisen.55 Die Datenlage ist teilweise so überzeugend, dass sie konventionelle Behandlungsmethoden in den Schatten stellen.56 Besonders gut eignen sich die kleinen Tierchen bei Knie-, Daumen-, Handgelenks- Schulter- und Sprunggelenksarthrosen, da die Blutegel dicht am Gelenk angesetzt werden können.14

 

Neuraltherapie

Die zu Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte komplementäre Schmerztherapie beruht auf einer Verbesserung von Regulationskreisen des Organismus durch Lokalanästhetika. Dem Arzt Ferdinand Huneke fiel zufällig auf, dass durch Spritzen eines lokalen Betäubungsmittels das Gewebe nicht nur schmerzunempfindlich wird, sondern langfristig die Schmerzneigung verschwindet bzw. abnimmt. Daher wird diese Therapieform besonders bei akuten und chronischen Schmerzzuständen angewendet.57

 

Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht arbeitet mit einer manualtherapeutischen Technik, der sogenannten Osteopressur. Dabei werden gezielt Schmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. So kann über die Knochen eine besonders schnelle Rückkopplung mit dem Gehirn stattfinden. Das Gehirn gibt daraufhin den Muskeln und Faszien im betroffenen Gelenk das Signal, sich zu entspannen, was sich auch direkt auf die Schmerzen im Gelenk auswirkt. Auf diese Weise lassen sich die zu hohen muskulär-faszialen Spannungen schnell und effektiv normalisieren und Schmerzen spürbar senken.

 

Meditation und Achtsamkeit

Meditation (lat. meditari = nachdenken, nachsinnen, die Mitte finden) ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Religionen und Kulturen bekannt ist. Verschiedene Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die eigene Mitte wieder zu spüren und Kraftressourcen in sich zu entdecken. Es wird unterschieden in passive und aktive Meditationstechniken. Zu den passiven Varianten zählen die Kontemplation, Stille und Schweigen, Achtsamkeitsübungen und transzendentale Meditation. Aktive Techniken sind z. B. Yoga, Geh-Meditationen, Mantra- oder Gebetrezitationen, Tanz und Musizieren mit Rhythmusinstrumenten. Meditation und Achtsamkeit können nicht nur die Gelenkschmerzen lindern, sondern verbessern vor allem den Umgang mit chronischen Schmerzen. In verschiedenen wissenschaftlichen Studien wurde belegt, dass achtsamkeitsbasierte Entspannungstechniken helfen, dem Schmerz gelassener gegenüberzutreten und damit den Leidensdruck zu senken.58

 

Basenbäder

Wie oben ausführlich dargestellt, belastet unsere industrialisierte Ernährung den Körper mit sehr viel Säuren, was unsere Gewebe stresst und Entzündungen bedingen kann. Auch die Einnahme von Medikamenten kann zur Übersäuerung des Körpers führen. Verspannte Muskeln, Schwellungen oder Entzündungen können außerdem lokal im Gewebe bzw. Gelenk das Säure-Basen-Gleichgewicht stören. Neben einer basischen Ernährung können wöchentliche Basenbäder zur Entsäuerung des Körpers über die Haut beitragen. Basenbäder oder auch Basenwickel haben eine lange Tradition in der Heilkunst.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Grundvoraussetzung, damit der pH-Wert unseres Blutes im Idealbereich zwischen 7,34 – 7,45 liegt. Unser Organismus ist stets damit beschäftigt, unseren Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Eine Möglichkeit der Vorbeugung bietet die regelmäßige Verwendung eines Basensalzes im Vollbad, Fußbad oder vielem mehr. 


 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Auch durch eine unausgeglichene Ernährung mit Weißmehl, Zucker und Alkohol oder unzureichender Bewegung kann es zu einer chronischen Übersäuerung kommen. Unser Körper hat damit nicht genug basisch wirkende Stoffe, um Säuren zu neutralisieren. Daher empfehlen wir, Ihren Tag schon mit einem basenbildenden Frühstück zu starten. Besonders schnell zubereitet, ballaststoffreich und aus biologischem Anbau ist der von uns empfohlene Hirse-Buchweizen-Brei:


Hausmittel:

Bei Gelenkschmerzen stehen verschiedene Wickel ganz hoch im Kurs. Vielen Betroffenen hilft Wärme besser, manchen jedoch auch Kälte. Von Honig, Quark, Kartoffel bis Weißkohl kann jeder Betroffene ausprobieren, welche Umschläge die Beschwerden am Besten lindern.51 

  • Honigauflage52
    • Wirkung: entzündungshemmend und schmerzlindernd
    • Anwendung: Honig etwas erwärmen, auf das Gelenk legen und abdecken
    • Einwirkzeit: 20-30 min
    • Dauer: bei Schmerzen täglich
  • Umschläge mit Quark59
    • Wirkung: anti-entzündlich und schmerzlindernd durch die enthaltenen Kaseine und Milchsäure
    • Anwendung: Quark auf Zimmertemperatur anwärmen, in einem Tuch kurz abtropfen lassen und dann auf das betroffene Gelenk legen
    • Einwirkzeit: bis Kühlwirkung nachlässt
    • Häufigkeit: bei Schmerzen täglich
  • warme Ingwer-Umschläge52
    • Wirkung: entzündungshemmend und fördert die Entgiftung
    • Anwendung: Ingwerpulver (ca. 10g) mit etwas Speiseöl (z.B. Olivenöl) zu einer breiigen Masse verrühren. Das Ganze dann auf das betroffene Gelenk geben, mit einem Baumwolltuch abdecken
    • Einwirkzeit: 10-20 min
    • Häufigkeit: täglich über 5 Tage, nach 2 Tagen Pause Behandlung wiederholen
  • heiße Kartoffelumschläge52
    • Wirkung: bringen ganz viel Wärme und Feuchtigkeit ins Gewebe, was sich wohltuend auf die Beschwerden auswirkt
    • Anwendung: Kartoffeln (4-5 Stück) kochen; anschließend in ein Tuch einwickeln, zerdrücken und als Auflage aufs Gelenk legen
    • Einwirkzeit: 15-45 min
    • Achtung: nicht bei akut entzündlicher Arthrose durchführen, und Temperatur der Kartoffeln sollte nicht zu heiß sein
    • Häufigkeit: Anwendung über mehrere Tage mehrmals möglich
  • Kohlwickel mit Weißkohl oder Wirsing52
    • Wirkung: leitet über die Haut arthrosefördernde Stoffe aus; enthält entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Stoffe wie Flavonoide und Senfglycoside60
    • Anwendung: verdickten Strunk aus der Blattmitte herausschneiden; Struktur der Blätter mit einem Nudelholz aufbrechen und dann diese auf die Gelenke verteilen und mit Frischhaltefolie abdecken;
    • Einwirkzeit: 1-2 Stunden oder über Nacht
    • Häufigkeit: je nach Beschwerdegrad täglich über zwei Wochen
  • Auflagen mit warmem Bockshornklee59
    • Wirkung: schmerzlindernd durch Linol- und Linolensäure
    • Anwendung: das Gewürz mit heißem Wasser zu einer Paste verreiben
    • Einwirkzeit: nicht länger als 2 Stunden
    • Häufigkeit: bei Schmerzen täglich
  • Salzauflagen52
    • Wirkung: schmerzlindernd und gefäßerweiternd
    • Anwendung: Ein Tuch in eine 3%ige Salzlösung tauchen, auswringen und auf das zu behandelnde Gelenk legen; für Hand- und Fingerarthrose eignet sich hervorragend ein Sole-Handschuh
    • Einwirkzeit: 15-20 min
    • Häufigkeit: bei Beschwerden einmal am Tag
  • Schmerzlindernder Öl-Wickel aus Hochmoortorf, Rosskastanie, Ackerschachtelhalm und Lavendel (Solum Öl)
    • Wirkung: schmerzlindernd, ausleitend und erwärmend
    • Anwendung: Gelenk mit 2-3 ml einreiben und mit Tuch umhüllen
    • Häufigkeit: täglich bei Beschwerden in Absprache mit dem Arzt

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Arthrose

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Arthrose stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Ganzheitliche Therapien: Ganzheitliche bzw. alternative Behandlungsansätze tragen teilweise zu einer stärkeren Linderung der Arthrose-Beschwerden bei, daher sind Heilpflanzen, Wickel, Physiotherapie, physikalische Therapien, Akupunktur, Ayurveda oder Blutegeltherapie hervorragende ergänzende Therapiebausteine.
  • Stress- und Schmerzbewältigung: Bauen Sie Stress aktiv ab mit Meditation und Achtsamkeitstraining.
  • Regelmäßige Bewegung: Bewegung ist essentiell wichtig für die Knorpelregeneration, den Muskelapparat und zur Unterstützung einer Gewichtsreduktion.
  • Gesunde Ernährung: Ernähren Sie sich anti-entzündlich, überwiegend ballaststoffreich und pflanzlich mit wenig schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Weißmehl, Zucker), gesunden Fette aus omega-3-reichen Ölen und fettem Fisch. Verwenden Sie schmerz- und entzündungshemmende Gewürze, ggfs. kommt auch Intervallfasten oder Heilfasten in regelmäßigen Abständen für Sie in Frage.
  • Gewichtsabnahme: Versuchen Sie das Normalgewicht bei Übergewicht anzustreben, um Gelenke zu entlasten und den anti-entzündlichen Stoffwechsel zu unterstützen.

Quellenangaben

1Rabenberg, M Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 54, Arthrose, Robert Koch-Institut, Berlin 2013, abrufbar über https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/3241/29EzlgbSU9wwE.pdf?sequence=1&isAllowed=y (Februar 2021)

2Fuchs, J et al. 12-Monats-Prävalenz von Arthrose in Deutschland, Journal of Health Monitoring 2017 2(3), Robert-Koch-Institut, Berlin, abrufbar über https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_03_2017_Praevalenz_Arthrose.pdf?__blob=publicationFile (Februar 2021)

3Vetter C Arthrose: Kein altersbedingter Verschleiß. Dtsch Arztebl; 107(43): A-2105 / B-1830 / C-1802

4https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Uebergewicht-fuehrt-zu-Gonarthrose-und-beschleunigt-den-Verlauf-391409.html, abgerufen Februar 2021

5https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-052018/knorpel-und-knochen-in-bedraengnis/, abgerufen Februar 2021

6Schmitt H Degenerative Gelenkerkrankungen nach Leistungssport. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 57, Nr. 10 (2006), abrufbar über https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2006/heft10/248-254.pdf (Februar 2021)

7Arden N et al. Atlas of osteoarthritis. Second edition, European Society for clinical and economic aspects of osteoporosis, osteoarthritis and musculoskeletal diseases. Springer Healthcare, abgerufbar über http://www.esceo.org/sites/esceo/files/pdf/Atlas%20of%20Osteoarthritis15032018.pdf (Februar 2021)

8Messier SP, Resnik AE, Beavers DP, Mihalko SL, Miller GD, Nicklas BJ, deVita P, Hunter DJ, Lyles MF, Eckstein F, Guermazi A, Loeser RF. Intentional Weight Loss in Overweight and Obese Patients With Knee Osteoarthritis: Is More Better? Arthritis Care Res (Hoboken). 2018 Nov;70(11):1569-1575. doi: 10.1002/acr.23608. PMID: 29911741; PMCID: PMC6203601.

9https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Adipositas-foerdert-Arthrose-in-allen-Gelenken-392625.html, abgerufen im Februar 2021

10Choi HK. Diet and rheumatoid arthritis: red meat and beyond. Arthritis Rheum. 2004 Dec;50(12):3745-7. doi: 10.1002/art.20732. PMID: 15593227.

11Choi HK. Dietary risk factors for rheumatic diseases. Curr Opin Rheumatol. 2005 Mar;17(2):141-6. doi: 10.1097/01.cco.0000152664.87204.3c. PMID: 15711225.

12Strath LJ, Jones CD, Philip George A, Lukens SL, Morrison SA, Soleymani T, Locher JL, Gower BA, Sorge RE. The Effect of Low-Carbohydrate and Low-Fat Diets on Pain in Individuals with Knee Osteoarthritis. Pain Med. 2020 Jan 1;21(1):150-160. doi: 10.1093/pm/pnz022. PMID: 30865775.

13Jordan S, Tung N, Casanova-Acebes M, Chang C, Cantoni C, Zhang D, Wirtz TH, Naik S, Rose SA, Brocker CN, Gainullina A, Hornburg D, Horng S, Maier BB, Cravedi P, LeRoith D, Gonzalez FJ, Meissner F, Ochando J, Rahman A, Chipuk JE, Artyomov MN, Frenette PS, Piccio L, Berres ML, Gallagher EJ, Merad M. Dietary Intake Regulates the Circulating Inflammatory Monocyte Pool. Cell. 2019 Aug 22;178(5):1102-1114.e17. doi: 10.1016/j.cell.2019.07.050. PMID: 31442403; PMCID: PMC7357241.

14Michalsen A et al., Heilen mit der Kraft der Natur. Insel Verlag 2017

15Sekar S, Crawford R, Xiao Y, Prasadam I. Dietary Fats and Osteoarthritis: Insights, Evidences, and New Horizons. J Cell Biochem. 2017 Mar;118(3):453-463. doi: 10.1002/jcb.25758. Epub 2016 Nov 10. PMID: 27735992.

16Sekar, S., Shafie, S., Prasadam, I. et al. Saturated fatty acids induce development of both metabolic syndrome and osteoarthritis in rats. Sci Rep 7, 46457 (2017). https://doi.org/10.1038/srep46457

17Sekar S, Crawford R, Xiao Y, Prasadam I. Dietary Fats and Osteoarthritis: Insights, Evidences, and New Horizons. J Cell Biochem. 2017 Mar;118(3):453-463. doi: 10.1002/jcb.25758. Epub 2016 Nov 10. PMID: 27735992.

18Dai Z, Niu J, Zhang Y, Jacques P, Felson DT. Dietary intake of fibre and risk of knee osteoarthritis in two US prospective cohorts. Ann Rheum Dis. 2017 Aug;76(8):1411-1419. doi: 10.1136/annrheumdis-2016-210810. Epub 2017 May 23. Erratum in: Ann Rheum Dis. 2017 Dec;76(12 ):2103. PMID: 28536116.

19https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Ingwer-sorgt-fuer-bessere-Beweglichkeit-233485.html, abgerufen Februar 2021

20Bachmann C. Curcuma bei Arthrose und rheumatoider Arthritis: klinische Studien dokumentieren die Wirksamkeit von Gelbwurz-Extrakten. Schweiz Z Ganzheitsmed 2016; 28:321-323

21Arzneimittel und Mikronährstoffe. DAZ 2005, Nr. 14, S.44, abrufbar über https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-14-2005/uid-13751 (Februar 2021)

22McAlindon TE, Jacques P, Zhang Y, Hannan MT, Aliabadi P, Weissman B, Rush D, Levy D, Felson DT. Do antioxidant micronutrients protect against the development and progression of knee osteoarthritis? Arthritis Rheum. 1996 Apr;39(4):648-56. doi: 10.1002/art.1780390417. PMID: 8630116.

22Magaña-Villa MC, Rocha-González HI, Fernández del Valle-Laisequilla C, Granados-Soto V, Rodríguez-Silverio J, Flores-Murrieta FJ, Carrasco-Portugal MC, Reyes-García JG. B-vitamin mixture improves the analgesic effect of diclofenac in patients with osteoarthritis: a double blind study. Drug Res (Stuttg). 2013 Jun;63(6):289-92. doi: 10.1055/s-0033-1334963. Epub 2013 Mar 22. PMID: 23526240.

23Massé PG, Ziv I, Cole DE, Mahuren JD, Donovan SM, Yamauchi M, Howell DS. A cartilage matrix deficiency experimentally induced by vitamin B6 deficiency. Proc Soc Exp Biol Med. 1998 Jan;217(1):97-103. doi: 10.3181/00379727-217-44210. PMID: 9421212.

24McAlindon TE, Felson DT, Zhang Y, Hannan MT, Aliabadi P, Weissman B, Rush D, Wilson PW, Jacques P. Relation of dietary intake and serum levels of vitamin D to progression of osteoarthritis of the knee among participants in the Framingham Study. Ann Intern Med. 1996 Sep 1;125(5):353-9. doi: 10.7326/0003-4819-125-5-199609010-00001. PMID: 8702085.

25Lane NE, Gore LR, Cummings SR, Hochberg MC, Scott JC, Williams EN, Nevitt MC. Serum vitamin D levels and incident changes of radiographic hip osteoarthritis: a longitudinal study. Study of Osteoporotic Fractures Research Group. Arthritis Rheum. 1999 May;42(5):854-60. doi: 10.1002/1529-0131(199905)42:5<854::AID-ANR3>3.0.CO;2-I. PMID: 10323440.

26Manoy P, Yuktanandana P, Tanavalee A, Anomasiri W, Ngarmukos S, Tanpowpong T, Honsawek S. Vitamin D Supplementation Improves Quality of Life and Physical Performance in Osteoarthritis Patients. Nutrients. 2017 Jul 26;9(8):799. doi: 10.3390/nu9080799. PMID: 28933742; PMCID: PMC5579593.

27Gammoh NZ, Rink L. Zinc in Infection and Inflammation. Nutrients. 2017 Jun 17;9(6):624. doi: 10.3390/nu9060624. PMID: 28629136; PMCID: PMC5490603.

28Frangos T, Maret W. Zinc and Cadmium in the Aetiology and Pathogenesis of Osteoarthritis and Rheumatoid Arthritis. Nutrients. 2020 Dec 26;13(1):53. doi: 10.3390/nu13010053. PMID: 33375344; PMCID: PMC7824316.

29Loef M, Schoones JW, Kloppenburg M, Ioan-Facsinay A. Fatty acids and osteoarthritis: different types, different effects. Joint Bone Spine. 2019 Jul;86(4):451-458. doi: 10.1016/j.jbspin.2018.07.005. Epub 2018 Aug 3. PMID: 30081198.

30Loef M, Schoones JW, Kloppenburg M, Ioan-Facsinay A. Fatty acids and osteoarthritis: different types, different effects. Joint Bone Spine. 2019 Jul;86(4):451-458. doi: 10.1016/j.jbspin.2018.07.005. Epub 2018 Aug 3. PMID: 30081198.

31Shen CL, Smith BJ, Lo DF, Chyu MC, Dunn DM, Chen CH, Kwun IS. Dietary polyphenols and mechanisms of osteoarthritis. J Nutr Biochem. 2012 Nov;23(11):1367-77. doi: 10.1016/j.jnutbio.2012.04.001. Epub 2012 Jul 23. PMID: 22832078.

32Eftekharsadat B, Aghamohammadi D, Dolatkhah N, Hashemian M, Salami H. Lower serum levels of alpha tocopherol and lycopene is associated with higher pain and physical disability in subjects with primary knee osteoarthritis: A case-control study. Int J Vitam Nutr Res. 2020 Jan 23:1-11. doi: 10.1024/0300-9831/a000635. Epub ahead of print. PMID: 31971481.

33Qiao YQ, Jiang PF, Gao YZ. Lutein prevents osteoarthritis through Nrf2 activation and downregulation of inflammation. Arch Med Sci. 2018 Apr;14(3):617-624. doi: 10.5114/aoms.2016.59871. Epub 2016 May 12. PMID: 29765450; PMCID: PMC5949909.

34Uthman OA, van der Windt DA, Jordan JL, Dziedzic KS, Healey EL, Peat GM, Foster NE. Exercise for lower limb osteoarthritis: systematic review incorporating trial sequential analysis and network meta-analysis. Br J Sports Med. 2014 Nov;48(21):1579. doi: 10.1136/bjsports-2014-5555rep. PMID: 25313133.

35Quintrec JL, Verlhac B, Cadet C, Bréville P, Vetel JM, Gauvain JB, Jeandel C, Maheu E. Physical exercise and weight loss for hip and knee osteoarthritis in very old patients: a systematic review of the literature. Open Rheumatol J. 2014 Nov 28;8:89-95. doi: 10.2174/1874312901408010089. PMID: 25489352; PMCID: PMC4258698.

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37https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Bei-Rauchern-mit-Arthrose-schwindet-Knorpel-schneller-394260.html, abgerufen Februar 2021

38Bannuru RR, Schmid CH, Kent DM, Vaysbrot EE, Wong JB, McAlindon TE. Comparative effectiveness of pharmacologic interventions for knee osteoarthritis: a systematic review and network meta-analysis. Ann Intern Med. 2015 Jan 6;162(1):46-54. doi: 10.7326/M14-1231. PMID: 25560713.

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41Echtermeyer F, Bertrand J, Dreier R, Meinecke I, Neugebauer K, Fuerst M, Lee YJ, Song YW, Herzog C, Theilmeier G, Pap T. Syndecan-4 regulates ADAMTS-5 activation and cartilage breakdown in osteoarthritis. Nat Med. 2009 Sep;15(9):1072-6. doi: 10.1038/nm.1998. Epub 2009 Aug 16. PMID: 19684582.

42Gottwalt J, Gottfried T: Physikalische Therapie bei rheumatischen Krankheitsbildern. OUP 2019; 8: 262-272

43https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Magnetfeldtherapie-macht-Arthrose-Knie-flott-379572.html, abgerufen Februar 2021

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51Rubin F.: Heilen mit Lebensmitteln ZS Verlag 2019 ISBN 978-3-89883-947-1

52Furst DE, Venkatraman MM, McGann M, Manohar PR, Booth-LaForce C, Sarin R, Sekar PG, Raveendran KG, Mahapatra A, Gopinath J, Kumar PR. Double-blind, randomized, controlled, pilot study comparing classic ayurvedic medicine, methotrexate, and their combination in rheumatoid arthritis. J Clin Rheumatol. 2011 Jun;17(4):185-92. doi: 10.1097/RHU.0b013e31821c0310. Erratum in: J Clin Rheumatol. 2011 Oct;27(7):407. PMID: 21617554.

53Kessler CS, Dhiman KS, Kumar A, Ostermann T, Gupta S, Morandi A, Mittwede M, Stapelfeldt E, Spoo M, Icke K, Michalsen A, Witt CM. Effectiveness of an Ayurveda treatment approach in knee osteoarthritis – a randomized controlled trial. Osteoarthritis Cartilage. 2018 May;26(5):620-630. doi: 10.1016/j.joca.2018.01.022. Epub 2018 Feb 7. PMID: 29426006.

54Lauche R, Cramer H, Langhorst J, Dobos G. A systematic review and meta-analysis of medical leech therapy for osteoarthritis of the knee. Clin J Pain. 2014 Jan;30(1):63-72. doi: 10.1097/AJP.0b013e31828440ce. PMID: 23446069.

55Michalsen A, Klotz S, Lüdtke R, Moebus S, Spahn G, Dobos GJ. Effectiveness of leech therapy in osteoarthritis of the knee: a randomized, controlled trial. Ann Intern Med. 2003 Nov 4;139(9):724-30. doi: 10.7326/0003-4819-139-9-200311040-00006. PMID: 14597456.

56https://naturheilkunde.immanuel.de/naturheilkunde-leistungen/therapien/neuraltherapie/, abgerufen im Februar 2021

57Meyer R. Chronische Schmerzen: Achtsamkeitsmeditation senkt Leidensdruck, PP11, Ausgabe März 2012 S. 134

58https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Hausmittel-Wickel-bei-Gelenkschmerz-anwenden,wickel100.html, abgerufen Februar 2021

59Lauche R, Gräf N, Cramer H, Al-Abtah J, Dobos G, Saha FJ. Efficacy of Cabbage Leaf Wraps in the Treatment of Symptomatic Osteoarthritis of the Knee: A Randomized Controlled Trial. Clin J Pain. 2016 Nov;32(11):961-971. doi: 10.1097/AJP.0000000000000352. PMID: 26889617.