Atherosklerose:
Ursachen, Ernährung &
ganzheitliche Therapie

Die Atherosklerose ist eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit. Die Atherosklerose (auch Arteriosklerose) wird landläufig meist als „Arterienverkalkung“ bezeichnet. Sie führt zu einer fortschreitenden Versteifung und Verengung der arteriellen Blutgefäße. Dadurch kommt es zunehmend zu Sauerstoff- und Nährstoffmangel in den betroffenen Geweben und Organen. Besonders heimtückisch wird die Atherosklerose dadurch, dass erste Beschwerden Jahre oder sogar Jahrzehnte nach dem Beginn der Erkrankung auftreten. Beim Eintritt von Beschwerden ist die Arterienverkalkung meist schon weit fortgeschritten. Da der Hauptgrund für die Atherosklerose unsere heutige Lebensweise ist, können Sie selbst sehr viel zur Verhinderung und Rückbildung der Atherosklerose tun. Welche einzelnen Schritte dabei vielversprechend sind, erfahren Sie in diesem wissenschaftlich fundierten Artikel.

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 27. April 2021

Atherosklerose – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Atherosklerose – was ist das?  Atherosklerose ist eine fortschreitende Erkrankung der Blutgefäße, die mit Verengung und Versteifung der Arterien einhergeht. Die daraus resultierenden Durchblutungsstörungen führen zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Die Ursachen sind sehr vielfältig. Hauptursache ist unsere heutige Lebensweise, die zu allerlei langfristig problematischen Veränderungen im Stoffwechsel führt.
    • ungesunde Ernährung
    • zu wenig Mikronährstoffe
    • zu wenig Bewegung
    • zu viel Stress

Auf zellulärer Ebene führt das zu oxidativen Schäden und nitrosativem Stress mit einer Schädigung der Arterieninnenwand und nachfolgender Entzündung, die dann zur Einlagerung von Cholesterin und Gewebezellen in der Blutgefäßwand führt.

  • Symptome: abhängig von der Lokalisation der Engstelle, z. B. Angina pectoris (Brustenge, diffuse Brustschmerzen bei Belastung), Schwindel, Bluthochdruck, Schmerzen in den Beinen bei Belastung und viele mehr
  • Diagnose und Tests: Anamnese, Messung der Intima-Media-Dicke, Spiegelung des Augenhintergrundes, Kontrastmitteluntersuchungen wie Herzkatheter oder Angiographie; Labortests dienen vor allem der Kontrolle von Risikofaktoren wie dem Fett- und Zuckerstoffwechsel, Entzündungsparametern und nitrosativem Stress.
  • Prognose und Verlauf: Mit der Anzahl der Risikofaktoren steigt die Geschwindigkeit der Verengung stark an. Stark einschränkende oder tödliche Folgeerkrankungen bestimmen die Prognose. Bei konsequenter Behandlung der Risikofaktoren ist die Atherosklerose in frühen Stadien heilbar.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Bei Atherosklerose wird vor allem eine „mediterrAsische Ernährung“ empfohlen.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: wirken den zellulären Veränderungen wie oxidativem und nitrosativem Stress entgegen und sind wichtig für die Rückbildung der Verengungen der Arterien
    • Lebensstil: kleine Veränderungen im alltäglichen Leben sind die Grundvoraussetzung für einen langfristigen Therapieerfolg, z. B.
      • Entspannungsübungen
      • regelmäßige Bewegung
      • nicht rauchen
      • Gewicht normalisieren
      • ab 35. Lebensjahr Früherkennungsuntersuchungen
    • Konventionelle Therapie: vor allem medikamentöse Behandlung der Risikofaktoren, verschiedene Möglichkeiten der invasiven Erweiterung der Blutgefäße bestehen, sind aber je nach hauptsächlich betroffenem Blutgefäß sehr unterschiedlich
    • Ganzheitliche Therapie: Neben Lebensstil und Mikronährstoffen gibt es sehr potente pflanzliche Medikamente, Kneipp´sche- und Sauna-Anwendungen, die bei Herz-Kreislaufkrankheiten gut untersucht sind.
  • Checkliste und Empfehlungen bei Atherosklerose: Das können Sie selbst tun

Was ist Atherosklerose?

Das-Wichtigste-in-Kürze

Atherosklerose in der Übersicht

  • chronisch fortschreitende Erkrankung der arteriellen Blutgefäße
  • Atherosklerose ist der Grund für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Versteifung und Verengung der Arterien durch Einlagerung von Fetten, Bindegewebe und Blutzellen
  • In einer Engstelle (Plaque) ist nur sehr selten wirklich „Kalk“ enthalten.
  • An den Folgen der Atherosklerose sterben in Deutschland pro Jahr etwa 360 000 Menschen.
  • Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Die Atherosklerose (auch Arteriosklerose, Arterienverkalkung) ist eine chronische Erkrankung, bei der immer mehr Fett, Bindegewebe, und Blutkörperchen in die Wände der Blutgefäße eingebaut werden. Dies führt zu einer zunehmenden Versteifung und Verengung der Blutgefäße. Zu den Ursachen gab es im Laufe der Zeit verschiedene Theorien, die im Kapitel über Ursachen genauer betrachtet werden.

 

Die Atherosklerose ist eine sehr komplexe Erkrankung. Wegen der enormen Bedeutung wurde auf dem Gebiet sehr viel geforscht. Es werden Ihnen bei der Beschäftigung mit dem Thema sehr viele unbekannte Begriffe begegnen. Um für Sie auch diesen Text besser verständlich zu machen, hier zunächst eine Bestimmung der wichtigsten Begriffe:

 

Wichtige Begriffe bei Atherosklerose

 

Arterie: Blutgefäß, das vom Herzen weg führt. Arterien sind einem höheren Blutdruck ausgesetzt als die zum Herzen führenden Venen. Sie sind deshalb auch komplexer aufgebaut. Eine Atherosklerose kommt nur in Arterien vor, daher der oft synonym verwendete Begriff der Arteriosklerose.

 

Vene: Blutgefäß, das Blut zum Herzen hinführt; in Venen gibt es keine Atherosklerose

 

Carotis: Halsschlagader (Arteria carotis), die sich etwa auf Höhe des Ohrläppchens in einen inneren und einen äußeren Ast aufteilt. An dieser Teilungsstelle (Bifurkation) werden oft die ersten Anzeichen einer Atherosklerose sichtbar. Die „Verkalkung“ dieser Arterie ist die Grundlage für die Entwicklung eines Schlaganfalls.

 

Koronararterien: Die Herzkranzgefäße (auch Koronarien) versorgen den Herzmuskel mit Blut. Ihre Verengung oder der komplette Verschluss ist der Grund für einen Herzinfarkt.

 

Endothel: Sehr dünne Zellschicht, mit der die Arterien ausgekleidet sind. Ihre initiale Schädigung löst die Kaskade der Atherosklerose aus.

 

Homocystein: Zu hohe Werte dieses Blutwertes erhöhen das Atherosklerose-Risiko deutlich. Homocystein entsteht laufend im Stoffwechsel und wird durch Mikronährstoffe weiterverarbeitet (erhöhte Werte weisen auf einen Mikronährstoffmangel hin).

 

Kardiovaskulär: Zusammengesetzt aus den lateinischen Silben „Kardio“ (Herz) und „vaskulär“ (die Blutgefäße betreffend) beschreibt der Ausdruck den Gesamtkomplex des von Atherosklerose betroffenen Herz-Kreislauf-Systems.

 

Metabolisches Syndrom: Die Kombination von Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Übergewicht und Zuckerkrankheit wird auch das „tödliche Quartett“ genannt, da bei dem Zusammentreffen dieser vier Risikofaktoren die Entstehung und das Fortschreiten einer Atherosklerose deutlich beschleunigt wird. Mittlerweile wird auch die (symptomlos) erhöhte Harnsäure als fünfter Faktor mit dazugezählt.

 

LDL: Low density Lipoprotein transportiert Cholesterin in die Plaque („schlechtes Cholesterin“)

 

HDL: High density Lipoprotein transportiert Cholesterin aus der Plaque (“gutes Cholesterin”)

 

Lipoprotein (a): Blutwert mit hoher Aussagekraft zum Risiko einer Atherosklerose, gehört chemisch in die gleiche Gruppe wie HDL und LDL, ist eine Art „Superkleber“ zur Reparatur der Blutgefäße

 

Plaque: In diesem Fall ist eine Plaque eine mit Fetten, Immunzellen, Bindegewebe- und Muskelzellen gefüllte Verdickung in der Wand der arteriellen Blutgefäße.

 

Silent Inflammation: ist eine stille, nicht bemerkbare Entzündung im gesamten Körper, die einen der wichtigsten Gründe für fast alle chronischen Krankheiten – auch die Atherosklerose – darstellt.

 

Stenose: Griechisch für Verengung; Stenosen der Blutgefäße werden entsprechend der Verringerung des Durchmessers des Blutgefäßes beurteilt

 

Der gesamte Prozess der Atherosklerose ist eine Abfolge von Stoffwechselstörungen und daraufhin sich entwickelnden Entzündungs- und Immunreaktionen.

Die folgende Grafik zeigt schematisch den Ablauf einer Arterienverkalkung:

  • Das oberste Bild zeigt ein äußerlich gesundes Blutgefäß mit normalem Blutfluss. Kommt es hier an der Oberfläche zu initialen Verletzungen, so schickt der Körper spezielle Immunzellen (Monozyten) in das Gewebe, um die Verletzung zu reparieren. Dieser Vorgang hinterlässt noch keine sichtbaren Spuren.
  • Das zweite Bild zeigt den nächsten Versuch des Körpers, ein an seiner Oberfläche geschädigtes Blutgefäß durch Einlagerung von cholesterinhaltigen Fetten zu reparieren. Bis hierhin sind von der initialen Verletzung oft schon mehr als zehn Jahre vergangen. In diesem Stadium ist eine geringe Verdickung in der Gefäßwand nachweisbar. Die Ursachen für die Schädigungen und Verletzungen der empfindlichen Oberfläche der Arterien diskutieren wir im entsprechenden Kapitel.
  • Das dritte Bild zeigt eine weitere Verdickung der Blutgefäßwand. Wenn die zugrundeliegenden Ursachen nicht beseitigt werden, versucht der Körper das entstandene Atherom (deutsch: Talgzyste) zu stabilisieren. Es werden Muskel- und Bindegewebszellen eingebaut. Die entstandene Struktur nennt man Fibroatherom oder Plaque. Zusätzlich trägt auch die Aktivierung des Immunsystems zur weiteren Verdickung bei. Die früh eingewanderten Monozyten werden durch oxidiertes LDL aktiviert. Beim Versuch, die im Gewebe eingelagerten Fette aufzunehmen, entstehen große sogenannte Makrophagen-Schaumzellen. Der Blutfluss in den Arterien ist in diesem Stadium schon beeinträchtigt.
  • Durch den verlangsamten Blutfluss werden nun im 4. Bild auch Blutkörperchen außen an die Plaque angebaut, was zu einer weiteren Verengung und einer Verlangsamung des Blutflusses führt. Außerdem wird die Plaquewand geschwächt und es kann zu einer Plaqueruptur kommen. Die austretende Masse triggert eine plötzliche Blutgerinnung – ein Thrombus entsteht und blockiert das Blutgefäß meist vollständig. Das dahinterliegende Gewebe wird nicht mehr mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und stirbt ab. Schlaganfall oder Herzinfarkt sind die Folgen.

 

Die Arterienverkalkung, die nichts mit echtem Kalk zu tun hat, spielt sich nur in den Arterien ab, also den Blutgefäßen, welche sauerstoffreiches Blut vom Herzen aus in den restlichen Körper transportieren. Dies führt im fortgeschrittenen Stadium zu Sauerstoff- und Nährstoffmangel im betroffenen Gewebe.

Mythen und Fakten zur Arterienverkalkung

  • „Verkalkung“: Der Begriff „Arterienverkalkung“ ist deshalb irreführend, weil die Verhärtungen und Verdickungen in den Wänden der Blutgefäße nichts mit echtem Kalk zu tun haben. Sie bestehen aus eingelagerten Fetten, Immunzellen, Bindegewebe- und Muskelzellen. Gelegentlich kommt es in einer Plaque zu Kalzifizierungen, kleinen Kalziumeinlagerungen, die aber ebenfalls nichts mit Kalk gemein haben.

 

  • „Hartes Trinkwasser fördert Atherosklerose“: Immer wieder wird vor dem Genuss von „hartem“ Trinkwasser im Zusammenhang mit Arterienverkalkung gewarnt. Dies ist aus zwei Gründen falsch. Zum einen liegen die Mineralien im Trinkwasser in Verbindungen vor, die von unserem Körper praktisch nicht aufgenommen werden können. Und zum zweiten hätte eine zusätzliche Zufuhr von verschiedenen Mineralien keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Blutgefäße.

 

  • „Kalziumeinnahme fördert Atherosklerose“: Es gibt einige Studien, die darauf hindeuten, dass die zusätzliche, isolierte Einnahme von mehr als 1000 mg Kalzium pro Tag das Fortschreiten einer Atherosklerose fördern kann. Dies liegt aber nicht an einer „Verkalkung“, sondern an einem durch einseitige Zufuhr entstehendem Mineralienungleichgewicht in den Zellen. Dies führt zu einer Zunahme von Entzündungen, auch in den empfindlichen Zellen der Blutgefäßinnenwand (Endothel).

Vorkommen und Auftreten

Etwa die Hälfte aller Todesfälle in der westlichen Welt ist auf eine Atherosklerose zurückzuführen. Atherosklerose ist für ca. 360.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland verantwortlich und ist die Hauptursache für schwere Folgeereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Fast jeder Mensch ist im Laufe des Lebens mehr oder weniger stark von Atherosklerose betroffen. Erste Veränderungen werden bei etwas mehr als einem Drittel der Menschen meist ab dem dritten Lebensjahrzehnt nachweisbar. Doch heutzutage gibt es aufgrund der manchmal sehr ungesunden Lebensweise auch deutlich jüngere Menschen mit Veränderungen an den Blutgefäßen. Selbst bei Kindern wurden schon atherosklerotische Veränderungen nachgewiesen.

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Männer sind immer noch deutlich häufiger betroffen als Frauen, auch wenn diese in den letzten Jahrzehnten was die Häufigkeit angeht, stark aufgeholt haben.

 

Überraschender Weise bleibt dieser Anteil der Menschen mit atherosklerotischen Veränderungen mit steigendem Alter recht konstant3. Entscheidend für das Auftreten wie für das Fortschreiten der Veränderungen scheint das persönliche Risikoprofil zu sein. Wir gehen darauf im Kapitel „Ursachen und Risikofaktoren“ ausführlich ein.

Was sich allerdings mit zunehmendem Alter stark verändert, ist die Anzahl an Komplikationen durch die Atherosklerose. So erleiden etwa 0,3 % der Männer zwischen 35 und 44 Jahren ein „kardiovaskuläres Ereignis“, also einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder den Verschluss einer Beinarterie. Dieser Anteil steigt bei den Männern stetig an, im Alter von 85 bis 94 Jahren liegt die Rate bei 7,4 %. Frauen erreichen vergleichbare Zahlen etwa 10 Jahre nach den Männern, die Lücke verringert sich aber mit zunehmendem Alter.

 

Differenzierung

Die Atherosklerose ist eine Erkrankung des gesamten arteriellen Gefäßsystems. Die frühesten Veränderungen sind meist in besonders belasteten Arterien festzustellen. Dazu zählen

  • die Halsschlagader (Arteria carotis), speziell die Stelle, wo sie sich in einen äußeren und inneren Ast aufteilt (Bifurkation)
  • die große Hauptschlagader (Brust- und Bauchaorta)
  • die Herzkranzgefäße (Koronararterien)
  • die großen Blutgefäße der Beine (Arteria femoralis)

 

Wo die Erkrankung am schnellsten fortschreiten wird, ist nicht vorherzusagen. Grundsätzlich findet sie aber in allen Arterien statt. Je nach Lokalisation der Hauptverengung entstehen verschiedene Erkrankungen:

  • Halsschlagader: Durchblutungsstörungen des Gehirns, Schlaganfall
  • Herzkranzgefäße: Angina pectoris, Herzinfarkt
  • Beinarterien: periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Nierenarterien: Nierenfunktionsstörungen, Bluthochdruck
  • Augenarterien: Augeninfarkt, Erblindung

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung der Atherosklerose. Aktuell wird von den meisten Forschern die „Entzündungshypothese“ favorisiert.
  • Die Theorie geht davon aus, dass durch als Risikofaktoren bezeichnete Auslöser die Innenschicht der Blutgefäße verletzt wird, was eine Entzündung hervorruft und die Kaskade der Plaquebildung anstößt.
  • Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
  • Das Risiko für Atherosklerose und ihre Folgen steigt mit der Anzahl der Risikofaktoren steil an!

Die genauen Umstände, wie und warum es zu einer Atherosklerose kommt, sind wissenschaftlich noch nicht exakt geklärt. Es gibt verschiedene Theorien zur Pathogenese der Atherosklerose, die im Folgenden dargestellt werden.

 

Die bekannteste Hypothese ist sicherlich die Cholesterin-Hypothese: Hier geht man davon aus, dass sich Cholesterin (und davon speziell die Untergruppe LDL-Cholesterin) in die beschädigte Gefäßwand einlagert. Kurz gesagt, bedeutet die Theorie, dass hohes Cholesterin ein hohes Risiko birgt und je niedriger das Cholesterin ist, desto niedriger ist auch das Atheroskleroserisiko.

Doch diese Theorie kommt mit den neuesten Forschungen immer mehr ins Wanken, auch wenn in der Öffentlichkeit noch ein anderes Bild vorherrscht.

Vergleicht man beispielsweise die Cholesterinwerte von Gesunden und Herzinfarktpatienten, ergeben sich kaum Unterschiede4. Auch haben Frauen im Durchschnitt höhere Cholesterinwerte als Männer, aber weniger Herzinfarkte.

 

Dazu kommt, dass heute in Deutschland immer noch hauptsächlich das Gesamtcholesterin gemessen wird. Dieser Wert hat aber für die Vorhersage des Risikos praktisch keinen Nutzen. Die beste Aussagekraft für die Herz-Kreislaufgesundheit hat das HDL, das sogenannte „gute Cholesterin“. Je höher es ist, desto besser sind das Herz und die Blutgefäße vor Schäden geschützt. So weiß man heute, dass bei Menschen, deren Verhältnis Gesamtcholesterin zu HDL unter 4:1 liegt, das Herz-Kreislaufrisiko ganz normal ist – und das unabhängig von der Höhe des Gesamtcholesterins5.

 

Die zweithäufigste Theorie, die immer wieder in regelmäßigen Abständen in die Diskussion geworfen wird, ist die Infektionstheorie:

Demnach wäre eine Infektion mit Viren oder einer bestimmten Bakterienart (Chlamydien) die Ursache und Voraussetzung für das Entstehen einer Arterienverkalkung. Doch diese Theorie konnte bisher nicht bestätigt werden, nach neueren Untersuchungen gilt sie als praktisch widerlegt6.

 

Relativ unbekannt, aber sehr schlüssig ist die Lipoprotein-(a)-Hypothese oder Vitamin-C-Hypothese:

Hier wird davon ausgegangen, dass der menschliche Körper als Ersatz für fehlendes Vitamin C den „Superkleber“ Lipoprotein (a) (kurz: Lp(a)) produziert, um Verletzungen und Einrisse in der Blutgefäß-Innenwand zu kitten. Dabei werden auch andere Blutbestandteile mit eingeklebt und das Immunsystem wird aktiviert. Als Folge wird die oben schon beschriebene Kaskade der Atherosklerose aktiviert.

 

Die derzeit von einer Vielzahl von Wissenschaftlern favorisierte Hypothese ist die Entzündungs-Hypothese. Sie stellt im Grunde eine Synthese der drei älteren, oben dargestellten Theorien dar:

Verletzungen des Endothels durch zu hohen Blutdruck oder aggressive Moleküle im Blut aktivieren das Immunsystem. Durch die im Körper der meisten Menschen vorherrschende stumme Entzündung („silent inflammation“) fällt die Antwort des Immunsystems stärker aus als erforderlich und hält auch länger an. Dadurch wird gesamte Kaskade der Atherosklerose-Formation ausgelöst7.

 

Der ganze Prozess ist sehr komplex und es ist unmöglich, einen einzigen Auslöser festzumachen. Doch wenn wir nach Hauptursachen suchen, so werden wir vor allem bei unserer Lebensweise fündig. Ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und psychischer Stress greifen sehr negativ ineinander. Wenn wir einige der Auswirkungen dieser Lebensweise betrachten, dann finden wir

  • immer wieder Verbindungen zur Entzündungs-Hypothese,
  • und wir finden auch einige Ansätze für ganz ursächliche Vorbeuge- und Therapiemöglichkeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies sind bei weitem nicht alle bekannten Zusammenhänge. Detaillierter gehen wir in den einzelnen Kapiteln über Ernährung, Mikronährstoffe und Lebensstil noch darauf ein.

 

In der folgenden Tabelle sind alle derzeit bekannten wichtigen Risikofaktoren zusammengefasst:

 

Metabolisches Syndrom:

RisikofaktorErklärung
HypertonieDie ständige, erhöhte Belastung schädigt die Blutgefäße, Blutdruck sollte dauerhaft nicht über 140/90 mmHg liegen
FettstoffwechselstörungErhöhte Werte von LDL (speziell oxidiertem LDL) und erniedrigte Werte von HDL fördern die Ablagerung von Fetten in den Blutgefäßwänden. Das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL sollte nicht über 4:1 liegen, hohe Anteile von oxidiertem LDL vermeiden.
Übergewichtfördert Entzündungen, fördert Insulinresistenz, steigert den Blutdruck
Insulinresistenz und Diabeteshohe Insulin- und Blutzuckerspiegel fördern Entzündungen, fördern Schäden am Endothel
erhöhte HarnsäureWird von vielen Experten mittlerweile als fünfter Teil des metabolischen Syndroms gewertet, erhöht die Entzündungsneigung des Körpers, erhöht oxidativen Stress, fördert endotheliale Dysfunktion und fördert die Entstehung der Atherosklerose (8)

 

ungesunder Lebensstil:

RisikofaktorErklärung
Bewegungsmangelfördert Übergewicht und Diabetes, verhindert den Stressabbau, verringert den Abbau von Entzündungen
Rauchenerhöht den Bedarf an Mikronährstoffen, schädigt die Mitochondrien (mehr Infos dazu in der folgenden Info-Box: „Oxidativer Stress“), erhöht den Blutdruck, fördert Entzündungen, gilt auch für E-Zigaretten, wenn diese Nikotin enthalten
ungesunde Ernährungzu viele Kohlenhydrate, zu wenig ungesättigte Fette und zu wenig Mikronährstoffe fördern Zellschäden und Entzündungen
Stressfördert Mangel an Mikronährstoffen und schädigt Mitochondrien und Endothel, ist auch der am häufigsten berichtete Auslöser einer Komplikation (z. B. Herzinfarkt)
epigenetische VorbelastungDas durch die Lebensweise beeinflussbare, fehlerhafte Ablesen der Erbinformation kann das Risiko erhöhen. Ein Zeichen davon sind frühe kardiovaskuläre Ereignisse bei männlichen Verwandten vor dem 55. Lebensjahr und bei weiblichen Verwandten vor dem 65. Lebensjahr.
Alkoholvermehrtes Trinken von Alkohol verschlechtert verschiedene Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutfette und Mikronährstoffhaushalt
Schlafstörungennachgewiesen sind u. a. vermehrte Herzinfarkte und Schlaganfälle bei unbehandelter Schlafapnoe

 

zelluläre Veränderung:

RisikofaktorErklärung
Silent InflammationDie stumme Entzündung fördert Schäden an den Mitochondrien und am Endothel, Hinweise darauf sind erhöhte Werte von hochsensitivem CRP im Blut.
Homocysteinhohe Werte durch Mikronährstoffmangel; erhöhte Werte (über 10 µmol/l) erhöhen das Atheroskleroserisiko deutlich
oxidativer StressDer Mangel an natürlichen Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen fördert die Entstehung von oxidiertem LDL und Schäden am Endothel.
nitrosativer StressDie vermehrte Bildung des Botenstoffs Stickoxid schädigt die Mitochondrien und fördert Entzündungen. Näheres dazu siehe Info-Box: „Nitrosativer Stress“ im Kapitel Diagnose
Hormonveränderungen bei FrauenPolyzystisches Ovarsyndrom und die Einnahme der Pille erhöhen das Risiko für frühzeitige Atherosklerose (9).

 

Begleiterkrankungen:

RisikofaktorErklärung
höheres Lebensalterviele Risikofaktoren nehmen mit dem Alter zu und akkumulieren, bei Männern steigt das Risiko für eine Atherosklerose deutlich ab dem 45. Lebensjahr, bei Frauen ab einem Alter von 55
FettleberAuftreten einer Fettleber weist auf andere Risikofaktoren hin und erhöht die Entzündungsneigung des Körpers
Migräne (mit Aura)Erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um etwa ein Drittel, bei Frauen mehr als bei Männern (10)
chronisch-entzündliche ErkrankungenKrankheiten wie rheumatische Arthritis oder Parodontitis, die mit einer dauerhaften Entzündung einhergehen, erhöhen das Risiko für einen Atherosklerose.

Ausflug in die Wissenschaft

Oxidativer Stress 

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

 

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale, die im besten Fall durch Radikalfänger sofort entgiftet werden. Allerdings sind diese Radikale nicht in jedem Fall nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Bei gesunden Menschen stehen oxidative und antioxidative Prozesse im Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht zu Gunsten der oxidativen Prozesse verschoben, spricht man von oxidativem Stress – der Körper „rostet“ sozusagen.

Für sehr viele chronische Krankheiten gilt der oxidative Stress als eine der Ursachen für deren Entstehung. Im Umkehrschluss gilt, genügend Radikalfänger (Antioxidantien) sind ein wichtiger Baustein, um Krankheiten zu verhindern.

Heute wissen wir, dass Antioxidantien viel besser schützend wirken, wenn wir viele verschiedene, natürliche Antioxidantien gemeinsam aufnehmen, so wie es in gesunden Lebensmitteln auch vorgesehen ist.

Hier ist es noch wichtig zu erwähnen, dass die Kombination mehrerer Risikofaktoren das Fortschreiten der Atherosklerose enorm beschleunigt. So steigert die Kombination von Migräne, Übergewicht, Rauchen und die Einnahme der „Pille“ die Gefahr eines Schlaganfalles schon bei jungen Frauen deutlich11.

Ebenso ist bekannt, dass das als „tödliches Quartett“ bezeichnete metabolische Syndrom das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stark erhöht. Das metabolische Syndrom setzt sich zusammen aus:

  • Übergewicht (vermehrtes Bauchfett, Bauchumfang bei Frauen über 88 cm, bei Männern über 102 cm)
  • erhöhter Blutdruck
  • erhöhten Blutfetten
  • Diabetes

Wer „nur“ die ersten drei Risikofaktoren hat, verdoppelt sein Risiko, an einer Herz-Kreislaufkrankheit zu versterben. Wenn dann noch eine Zuckerkrankheit dazu kommt, vervierfacht sich dieses Risiko12.

 

Andererseits ist auch wichtig zu wissen, dass eine ursächliche Behandlung der Risikofaktoren die Arterienverkalkung auch rückgängig machen kann. Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Atherosklerose gehören hohe Homocystein- und hohe oxidierte LDL-Werte. Diese Risikofaktoren lassen sich durch eine zusätzliche Zufuhr von B-Vitaminen und natürlichen Antioxidantien eindämmen. Insgesamt sind allerdings für die Gesundheit der Blutgefäße eine Vielzahl von Mikronährstoffen erforderlich (u. a. Vitamin D, Vitamin K, Magnesium, Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren). Zusätzliche Mikronährstoffe senken den Homocystein-Wert deutlich und die Ablagerungen in den Arterien gehen zurück.13 Mehr dazu erfahren Sie im Mikronährstoff-Teil des Kapitels Therapie.

 

Symptome der Atherosklerose

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Symptome in der Übersicht

  • Symptome treten meist erst in späteren Stadien der Erkrankung (Stenose mehr als 75%) auf
  • Symptome richten sich nach der Lokalisation der Engstelle
  • Engstelle Herzkranzgefäße: Hauptsymptom ist Angina pectoris (diffuse Schmerzen oder Brennen hinter dem Brustbein)
  • Engstelle Halsschlagader: Hauptsymptom ist Schwindel
  • Engstelle Nierenarterie: Hauptsymptom ist Bluthochdruck
  • Engstelle Beinarterien: Hauptsymptom ist verminderte Gehstrecke (Schaufensterkrankheit)

Wie oben schon kurz beschrieben, macht die Atherosklerose in den meisten Fällen einige Jahrzehnte überhaupt keine Symptome. Wenn entsprechende Symptome auftreten, sind die Blutgefäße meist schon deutlich verengt, in der Regel beträgt die Stenose schon mehr als 75%.

Einteilung der Gefäßverengung

Die Stenosen werden je nach der Größe der Verengung des ursprünglichen Gefäßdurchmessers in 5 Schweregrade eingeteilt:

  • Grad 0: einfache, diffuse Atherosklerose, Verengung weniger als 25 %
  • Grad 1: unkritische Stenose, Verengung 25-50 %
  • Grad 2: mittelgradige Stenose, Verengung 50-75 %
  • Grad 3: hochgradige oder kritische Stenose, Verengung 75-90 % (hochgradig) oder mehr als 90 % (kritisch)
  • Grad 4: kompletter Verschluss, Verengung 100 %

Die Symptome, die dann auftreten, sind abhängig von der Lokalisation der Stenose. Hier die Beispiele für die vier häufigsten Lokalisationen und deren Symptomatik:

 

Verengung der Halsschlagader (Carotis-Stenose): Verringerung des Blutflusses zum Gehirn

  • Schwindel (meist Drehschwindel)
  • Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lähmungen einer Körperseite
  • Stürzen bei vollem Bewusstsein („Syndrom der blauen Knie“)
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen (Doppelbilder oder Gesichtsfeldausfälle)
  • Störungen des peripheren Fühlens
  • Störungen des Blasen- oder Darmverschlusses
  • Transitorisch ischämische Attacke (vorübergehende, kurzfristige Durchblutungsstörung des Gehirns)
  • Schlaganfall

 

Verengung der Herzkranzgefäße (Koronar-Stenose, koronare Herzkrankheit, KHK): Verringerung der Durchblutung der Herzmuskulatur

  • Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathie)
  • Blutdruckabfall (Hypotonie)
  • Verringerte körperliche Belastbarkeit
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Übelkeit
  • Angst
  • Angina pectoris (diffuse Schmerzen oder Brennen hinter dem Brustbein, siehe Info-Box)
  • Zunächst treten die Beschwerden nur bei stärkerer Belastung auf, bei größerer Stenose auch in Ruhe.

Angina pectoris erkennen

Angina pectoris („Brustenge“) kann sich auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Es hängt davon ab, welche der Herzkranzarterien betroffen ist und wie stark die Verengung ist. Typisch ist, dass anfangs die jeweiligen Symptome nur bei stärkerer Belastung auftreten – nimmt die Stenose zu, nimmt die Belastbarkeit entsprechend ab. Treten Symptome auch in Ruhe auf, muss man von einer kritischen und dringend zu behandelnder Stenose ausgehen.

Diese Symptome können auftreten:

  • Engegefühl hinter dem Brustbein
  • diffuse Schmerzen oder Brennen im Brustbereich
  • Ausstrahlung in linken Arm, Nacken, Hals, Kiefer, Zähne und Oberbauch möglich

 

Verwechslungsgefahren:

Bei der Ausbreitung in den Oberbauch werden die Schmerzen oft mit Magen- oder Gallenblasenschmerzen verwechselt.

Die diffusen Schmerzen der Angina pectoris werden auch oft mit orthopädischen Schmerzen im Bereich der Brustwirbel verwechselt, die gerne nach vorne zum Brustbein hin ausstrahlen. Der Unterschied ist, dass der Patient bei von den Gelenken der Wirbelsäule oder der Rippen ausgehenden Schmerzen genau den Schmerzpunkt anzeigen kann, während die vom Herzen ausgehenden Schmerzen praktisch immer sehr diffus und flächig sind.

Verengung der Nierenarterien (Nierenarterien-Stenose): verringerter Blutfluss zur Niere

  • zunächst ansteigender Blutdruck (Hypertonie)

in späteren Stadien:

  • Nierenschrumpfung
  • Niereninfarkt
  • Nierenversagen
  • Anämie (Blutarmut)

 

Verengung der Beinarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK): verringerter Blutfluss in die Beine

  • Blässe und Kälte der Extremität nach der Verengung
  • fehlende Fußpulse
  • Muskelschwäche
  • Wundheilungsstörungen
  • Claudicatio intermittens („Schaufenster-Krankheit“): Schmerzen bei Belastung, die zum Stehenbleiben zwingen

in späteren Stadien:

  • Schmerzen im Bein in Ruhe
  • Zerstörung von Gewebe (Nekrose) durch Sauerstoff- und Nährstoffmangel

 

Wichtig: Anzeichen für Durchblutungsstörungen im Gehirn (z. B. plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel, Ohnmacht, Lähmungen) oder am Herzen (z.B. Angina pectoris) sind ein medizinischer Notfall, da man nie weiß, ob sich nicht daraus gerade ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt entwickelt. Deshalb konsultieren Sie bitte bei solchen Symptomen immer umgehend einen Arzt!

Diagnose der Atherosklerose

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Diagnose in der Übersicht

  • da lange symptomlos, muss der Fokus auf der Früherkennung liegen
  • Augenhintergrund ist die einzige Stelle im Körper, wo der Zustand der Blutgefäße direkt beurteilt werden kann
  • Intima-Media-Dicke gibt frühzeitig Hinweise
  • Blutwerte zur Beurteilung von Risikofaktoren
  • invasive Diagnostik mit Kontrastmitteln richten sich nach der Lokalisation der Engstelle
  • schnelles CT und Kernspintomografie lösen Kontrastmitteluntersuchungen langsam ab

Wie oben schon erwähnt, macht die Atherosklerose viele Jahre keine Symptome und verläuft dementsprechend unbemerkt. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen – vor allem bei Menschen mit mehreren Risikofaktoren – in regelmäßigen Abständen ab dem 35. Lebensjahr sehr wichtig. Wird die Atherosklerose in einem frühen Stadium erkannt, so kann sie durch einfache Maßnahmen wieder rückgängig gemacht werden.

So gehört zur Diagnostik bei Atherosklerose das Arztgespräch (Anamnese) mit Abfrage der Risikofaktoren und der Familienanamnese als wichtige Basis unbedingt dazu. Auch die körperliche Untersuchung (Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck, Pulse tasten, Gehstrecke messen etc.) ist ein wichtiger Teil der Diagnostik.

Zustand der Arterien am Augenhintergrund erkennen

Der Augenhintergrund ist die einzige Stelle des menschlichen Körpers, wo man den Zustand der Arterien direkt sehen und beurteilen kann. Bei der sogenannten Spiegelung des Augenhintergrundes kann der Augenarzt die Arterien untersuchen und Hinweise auf Atherosklerose oder andere Veränderungen frühzeitig erkennen.

Eine aus dem Blickwinkel der Prävention sehr gute Untersuchungsmethode ist die Messung der Intima-Media-Dicke. Dies ist eine nichtinvasive, schmerzlose Ultraschall-Untersuchung, bei der die Dicke der Schicht in den Arterien gemessen wird, in der die Atherosklerose stattfindet. Schon leichtere Verdickungen fallen in dieser Untersuchung auf, und man kann sehr frühzeitig therapeutisch gegensteuern. Diese Untersuchung eignet sich auch hervorragend, um die Effektivität einer Therapie zu verfolgen.

 

Blutwerte bei Atherosklerose

Es gibt zahlreiche Blutwerte, die in der Vorsorge der Atherosklerose als Risikofaktoren oft angesprochen werden. Die Wertigkeit der einzelnen Blutwerte ist allerdings sehr unterschiedlich. Am häufigsten werden die Werte des Fettstoffwechsels gemessen. Dazu zählen

  • Gesamtcholesterin
  • HDL
  • LDL
  • Triglyceride
  • Lipoprotein (a)

 

Zu Beurteilung des Risikos für die Entstehung einer Atherosklerose eignet sich als Einzelwert nur Lipoprotein (a)14. Die anderen Werte haben nur eine Aussagekraft bezüglich des Risikos, wenn man sie gemeinsam beurteilt. So haben sowohl der Gesamtcholesterin/HDL-Quotient (Normal: kleiner als 4:1) als auch der LDL/HDL-Quotient (normal kleiner als 3,5:1) in Studien ihre Vorhersagekraft bewiesen15.

 

Sehr viel besser zur Risikobeurteilung eignet sich die Messung von oxidiertem LDL16. Denn erst, wenn LDL durch freie Radikale oxidiert wird, triggert es die Aktivierung des Immunsystems und die Entstehung von Schaumzellen in der Wand der Blutgefäße17.

 

Ebenfalls sehr aussagekräftig in der Vorsorge ist der Blutwert Homocystein. Er dient sowohl dem Erkennen eines erhöhten kardiovaskulären Risikos als auch dem Screening von Mikronährstoffdefiziten18. Des Weiteren weist ein erhöhter Homocystein-Wert auch auf andere Risiken hin. Es ist unter anderem ein Wert für erhöhtes Risiko für

Homocystein

Ein gut versorgter Mikronährstoffhaushalt kann oxidativem Stress entgegenwirken bzw. diesen abbauen. Ein Verstärker des oxidativen Stresses ist Homocystein: Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Für den Abbau von Homocystein im Stoffwechsel sind Vitamin B2, B6, B12 und Folsäure nötig.

Da erhöhte Blutzuckerwerte und erhöhte Harnsäurewerte zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Arterienverkalkung zählen, dürfen die Messung von Blutzucker, HbA1c (Langzeitzucker) und Harnsäure in der Diagnostik nicht fehlen.

Außerdem kann über die Entzündungswerte CRP und hochsensitives CRP (hsCRP) eine Aussage über den Fortschritt der allgemeinen Entzündung im Körper getroffen werden.

 

Zwei weitere Blutwerte spielen in der ganzheitlichen Medizin für die gezielte Therapie eine Rolle: ADMA (Asymmetrisches Dimethylarginin) und Nitrotyrosin. Beide Werte hängen eng mit dem Stickoxid-Stoffwechsel (Stickoxid = NO) der Blutgefäße zusammen. NO ist ein lebenswichtiger Botenstoff, der an den Blutgefäßen zur Entspannung und Blutdrucksenkung beiträgt. Ebenso ist NO wichtig für die Funktion des empfindlichen Endothels.

ADMA entsteht, wenn die Abspaltung von Stickoxid von der Aminosäure Arginin behindert ist. Es entsteht ein biochemischer Teufelskreis in den Zellen, da ADMA die Enzyme blockiert, die für diesen wichtigen Vorgang benötigt werden. Eine endotheliale Dysfunktion entsteht, die Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer Atherosklerose19.

Liegt zu viel ADMA vor, so wird die Funktion und die Neubildung von Mitochondrien (Zellkraftwerke) behindert. Dies wiederum führt dann zum sogenannten nitrosativem Stress, einem weiteren Teufelskreis im Stoffwechsel, bei dem zu viel NO produziert wird. Das Vorliegen von Nitrostress kann durch erhöhte Werte von Nitrotyrosin nachgewiesen werden.

Ausflug in die Wissenschaft

Nitrosativer Stress und Einfluss auf die Gesundheit 

Nitrosativer Stress bezeichnet die Überproduktion des lebensnotwendigen Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO).

Nitrosativer Stress ist vergleichbar mit dem oxidativen Stress der freien Radikale: auch beim Stoffwechsel des Stickstoffmonoxids (NO) ist eine geringe Grundproduktion für unsere Gesundheit unabdingbar:

  • NO wirkt bakterientötend
  • NO wirkt erweiternd auf Blutgefäße
  • NO reguliert den Stoffwechsel von Mitochondrien
  • NO ist notwendig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen

 

Nitro-Stress ist durch das vermehrte Auftreten von NO und dessen Folgeprodukt Peroxynitrit gekennzeichnet. Verschiedene, oft nur kurz einwirkende Stressoren können eine übermäßige Produktion von NO auslösen und es beginnt ein biochemischer Teufelskreis. Dieser bleibt meist auch noch bestehen, wenn der Auslöser längst verschwunden ist. Die Abbildung gegenüber zeigt ein vereinfachtes Schema dieses Teufelskreises.

 

Wichtige Auslöser und Verstärker dieses Teufelskreises sind:

  • Entzündungen
  • Bakterien- oder Viruserkrankungen (bis zu 30-fache NO-Bildung)
  • Medikamente, Chemikalien, Schwermetalle
  • Körperlicher Stress
  • Psychischer Stress
  • Kohlenhydratreiche Ernährung

 

Einfluss auf die Gesundheit

Ein komplexes Netzwerk biochemischer Veränderungen beeinflusst die Gesundheit der Betroffenen enorm:

Eisenhaltige Enzyme der mitochondrialen Atmungskette werden blockiert und es kommt durch diese Schädigung der Zellkraftwerke zu einem sekundären Energie-Mangel. Dieser Energiemangel führt unter anderem zur endothelialen Dysfunktion, der Grundvoraussetzung für die Atherosklerose.

Durch den Energiemangel wird als „Notstromaggregat“ die anaerobe Glykolyse aktiviert. Das führt zur intrazellulären (und später auch zur extrazellulären) Übersäuerung mit deutlich erhöhtem Lactat/Pyruvat-Verhältnis.

Durch die Aktivierung der NO-Synthasen (Enzyme zur Herstellung von NO) kommt es zur vermehrten Bildung von Citrullin (Arginin + Sauerstoff = NO + Citrullin)  und Proteine werden citrulliniert. Diese citrullinierten Eiweiße übererregen das Immunsystem und lösen Autoimmunerkrankungen und Entzündungen und die vermehrte Bildung von Histamin aus. Citrullin kann recht einfach im Urin gemessen werden.

Dadurch entsteht ein Mangel an diversen Vitaminen (Vitamin C, B1, B2, B5, B6, B12, Vitamin E, Vitamin D, Folsäure), Mineralien und Spurenelementen (Selen, Magnesium, Zink) sowie Enzymen. Vitamin B12 wird durch NO irreversibel zerstört, was die Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen erklärt. Aus dem gleichen Grund ist Vitamin B12 als direktes Gegenmittel von NO und Peroxinitrit einsetzbar.

Die Gabe von natürlichen Mikronährstoffkombinationen ist bislang die wichtigste Therapieoption bei Nitrostress und mitochondrialer Dysfunktion. Zahlreiche Studien bestätigen die Meinung der erfahrenen Experten, wonach „die Therapie des nitrosativen Stress eine Domäne der Mikronährstoffe“ (Dr. Bodo Kuklinski) sei.

 

Wir haben verschiedene Mikronährstoffkonzentrate getestet. Das Ergebnis finden Sie hier. 

Diagnostik der Blutgefäße

Zur Diagnostik der Blutgefäße und des Blutflusses eignet sich zuerst der Ultraschall. Ultraschall-Untersuchungen sind schmerzlos und nicht-invasiv und somit sehr risikoarm. Zu den Ultraschalluntersuchungen zählen die oben schon erwähnte Messung der Intima-Media-Dicke und als Erweiterung dazu der Doppler-Ultraschall. Im Doppler-Ultraschall können auch die Strömungsverhältnisse im Blutgefäß dargestellt werden.

Diese Untersuchung eignet sich besonders für die Halsschlagadern, die große Bauchaorta, die größeren Arterien im Kopf (intrakraniell), die Beinarterien und auch für die Herzklappen.

Zu den am häufigsten durchgeführten Untersuchungen zählen die Angiografien. Bei einer Angiografie wird ein Kontrastmittel in das zu untersuchende Blutgefäß gespritzt und das Blutgefäß dann mittels einer Röntgenuntersuchung beurteilt. Diese Untersuchung wird häufig durchgeführt an den Halsschlagadern, den Herzkranzgefäßen und den Beinarterien.

 

Für die Koronarangiografie, die Kontrastmitteluntersuchung der Herzkranzgefäße, haben viele Krankenhäuser eigene Abteilungen. Es wird ein dünner Katheter meist von der Leiste aus durch die Bauchaorta zum Herzen geführt. Unmittelbar am Herzen gehen die Herzkranzgefäße ab, in diese wird das Kontrastmittel gespritzt und dessen Ausbreitung live am Monitor beobachtet. Der Vorteil der Koronarangiografie ist, dass die Beurteilung des Herzens und der Herzkrankgefäße in Bewegung durchgeführt werden kann.

Risiken: Neben großen Blutergüssen können lebensbedrohliche Nachblutungen entstehen. Auch potentiell tödliche Herzrhythmusstörungen können durch die Koronarangiografie ausgelöst werden.

Immer öfter wird die Angiografie durch Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie, MRT) abgelöst. Speziell das sehr schnelle Fast-CT mit 3D-Rekonstruktionssoftware liefert detaillierte und schnelle Bilder von den Herzkranzgefäßen. Die Verbesserung der Bilder durch anschließende Computerberechnungen dient auch der Reduktion der Strahlenbelastung durch das CT.

 

Krankheitsverlauf und Prognose

Das-Wichtigste-in-Kürze

Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Je nach Lebensweise und Anzahl der Risikofaktoren schreitet die Krankheit mehr oder weniger schnell voran.
  • schwere Behinderungen oder Einschränkungen der Lebensqualität je nach Lokalisation der Engstellen
  • tödliche Folgeereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • bei rechtzeitiger, konsequenter Behandlung ist eine Rückbildung möglich

Der Krankheitsverlauf und die Lebenserwartung bei der Arterienverkalkung hängt vor allem vom Auftreten der Folgeerkrankungen ab. Aus diesem Grund ist es in jedem Stadium der Erkrankung wichtig, dem Fortschreiten durch Verminderung von Risikofaktoren durch eine gesündere Lebensweise entgegenzuwirken. Viel zu selten hört man, dass sich bei rechtzeitiger Therapie die Verdickungen der Blutgefäße auch zurückbilden.

 

Wie wir im Kapitel „Ursachen“ schon gesehen haben, steigt das Risiko für Komplikationen mit der Zahl der Risikofaktoren steil an. Auf der anderen Seite fällt das Risiko natürlich genauso steil ab, wenn man konsequent etwas für seine Gesundheit tut.20

Da sich die arteriosklerotischen Veränderungen im gesamten Gefäßsystem abspielen, hängt der Krankheitsverlauf stark davon ab, wo die Verengungen am stärksten ausgeprägt sind.

 

Herz

Sind die Herzkranzgefäße betroffen, kommt es zur koronaren Herzerkrankung (KHK). Die dauerhaft herabgesetzte Versorgung mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen kann sich in Angina-pectoris-Anfällen äußern, sie kann aber auch zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzrhythmusstörungen führen. Ein potentiell tödlicher Herzinfarkt oder der plötzliche Herztod können jederzeit unabhängig von den oben erwähnten Vorzeichen eintreten.

 

Gehirn

Wenn die gehirnversorgenden Arterien betroffen sind, kann es zum Schlaganfall (Apoplex) kommen. Die dauerhafte Minderversorgung mit Blut kann auch zu einer schleichend fortschreitenden vaskulär bedingten Demenz führen.

Ein Schlaganfall kann plötzlich auftreten oder mit den unter „Symptome“ beschriebenen Vorzeichen einhergehen. Je nach Lokalisation und Ausbreitung des Schlaganfalls kann man sich danach vollständig erholen, es kann durch irreversible neurologische Schäden eine bleibende Behinderung erfolgen oder der Schlaganfall kann auch tödlich enden.

 

Nieren

Durchblutungsstörungen der Nierenarterien führen in der Regel zu einem erhöhten Blutdruck (renovaskuläre Hypertonie). Die dauerhafte Unterversorgung der Nieren mit Nährstoffen und Sauerstoff kann auch das Nierengewebe schädigen, es kann zu einer Schrumpfniere und zu einer zunehmendem Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) kommen. Als Folge kann eine lebenslange Dialyse nötig werden.

 

Beine

Durchblutungsstörungen können sich auch an den Arterien der Extremitäten (Arme und Beine) abspielen. Dabei sind die Beine sehr viel häufiger betroffen als die Arme, es kommt zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Die Folgen sind zunächst eine zunehmende Verkürzung der Gehstrecke, da die Muskulatur bei Belastung aufgrund des Sauerstoffmangels zu schmerzen beginnt („Schaufenster-Krankheit“). Nimmt die Durchblutung weiter ab, so kann das betroffene Gewebe absterben, es verfärbt sich bläulich-schwarz. Diese Gewebsnekrose (Gangrän) kann durch die entstehenden Gifte tödlich enden, eine Amputation des Körperteils ist dann meist nicht zu vermeiden.

 

 

 

 

Ernährung bei Atherosklerose

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • omega-3-reich, hoher Pflanzenanteil, relativ wenige Kohlenhydrate, viele Kräuter und Gewürze: mediterran und asiatisch, kombiniert: meditarrAsisch

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert eine chronische Entzündung, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Atherosklerose an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Arterienverkalkung in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Atherosklerose
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Atherosklerose lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Produkt-Tipp: Bio-Leinöl, reich an den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA


 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf, nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Gesunde Ernährung ist keine Raketenwissenschaft. Etwas weniger Kohlenhydrate, etwas mehr Obst und Gemüse und gute pflanzliche Fette sind wenige kleine Schritte, mit denen Sie viel für Ihre Herz- und Kreislaufgesundheit erreichen können.

Es gibt nicht das eine Lebensmittel, mit dem Sie eine jahrelange Fehlernährung auf einen Schlag beseitigen können. Gesunde Ernährung ist auf Vielfalt aufgebaut, die Mikronährstoffe und die sekundären Pflanzenstoffe darin arbeiten zusammen. Nur dann ist Ernährung nachhaltig gesund und kann zur Vorbeugung der Atherosklerose genauso beitragen wie zu ihrer Rückbildung.

 

Sie können sich am Beispiel der mediterranen Ernährung orientieren. Sie zeichnet sich aus durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln, viele Kräuter, hochwertige Öle und häufige Fischmahlzeiten. Im Gegensatz zu dem bei uns transportierten Bild der mediterranen Ernährung (Pizza und Pasta) enthält sie anteilsmäßig eher weniger Kohlenhydrate. Die weitreichenden Gesundheitseffekte dieser Ernährungsform wurden in zahlreichen Studien nachgewiesen21.

In einer Studie aus dem Jahr 2018 wurde die Ernährung von 41.500 Menschen anhand eines umfangreichen Fragebogens nach zwei Scores beurteilt: dem Index zur Entzündungsförderung durch Ernährung (Dietary Inflammation Index, DII)22 und dem Score für mediterrane Ernährung (Mediterranean Diet Score)23, die beide in großen Studie erarbeitet wurden.

Zwei der Ergebnisse ragten heraus24:

  • Beide Scores hingen sehr eng zusammen. Ein guter Wert bei der mediterranen Ernährung resultierte in einem niedrigen Wert für Entzündungsförderung und umgekehrt.
  • Gute Werte in beiden Scores resultierten in einem deutlich verringerten Risiko an einer Herzkreislauferkrankung zu versterben.

 

Derartige Studien zeigen eindrucksvoll, wie die Blaupause für eine gesunde Form der Ernährung aussehen kann. In den letzten Jahren kam noch eine weitere Komponente hinzu: die zahlreichen sehr gesunden Lebensmittel aus dem asiatischen Kulturkreis. Vor allem Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Pfeffer und Lebensmittel wie Sojaprodukte oder grüner Tee haben ihre herzkreislauschützenden Effekte hinlänglich nachgewiesen25,26,27. Eine moderne Wortneuschöpfung für eine gesunde Ernährung wäre also „MediterrAsisch28.

 

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Atherosklerose. Besonders wichtig sind Vitamin C, Vitamin D, Vitamin K2, der gesamte B-Komplex, Folsäure, Magnesium und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit die Arterienverkalkung revidiert, Folgen der Atherosklerose abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Mikronährstoffkonzentrate Testsieger

 

Testsieger

LaVita Mikronährstoffkonzentrat

LaVita Mikronährstoffkonzentrat 500ml

  • wissenschaftlich fundiertes Naturprodukt auf pflanzlicher Basis
  • alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten
  • ganzheitliche Optimierung der täglichen Ernährung
  • ohne Konservierungs- und andere Zusatzstoffe

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Zahlreiche Studien unterstützen die Thesen der orthomolekularen Medizin (Lehre von der Therapie mit Mikronährstoffen). So kam beispielsweise ein finnisches Wissenschaftlerteam zu dem Ergebnis, dass durch die zusätzliche Einnahme von natürlichen Antioxidantien, also Mikronährstoffen gegen freie Radikale, die Häufigkeit von Arteriosklerose gesenkt wird29.

Natürliche Antioxidantien sind auch für die Funktion der Blutgefäße wichtig. Es ist schon länger bekannt, dass die Einnahme von Antioxidantien die Bereitstellung von Stickoxid in den Blutgefäßen verbessert, was die Blutgefäße entspannt und ebenfalls den Blutdruck senkt30. Bekanntlich ist erhöhter Blutdruck eine der wichtigsten Ursachen für die Arterienverkalkung.

 

Des Weiteren wirkt auch Magnesium eindeutig blutdrucksenkend. Es entspannt die Blutgefäße und verbessert zudem die Stress-Resistenz des Körpers, eine weitere wichtige Ursache für Arteriosklerose31. Magnesium gilt heute als einer wichtigsten Mikronährstoffe für die Gesundheit des Herzkreislaufsystems. Es ist entscheidend an der Energiebereitstellung für den Herzmuskel und das Endothel beteiligt und Magnesium ist wichtig für den Herzrhythmus32.

Kalium33 und Zink34 sind weitere wichtige Mineralien für die Gesundheit der Blutgefäße. Während Kalium zusammen mit Magnesium gegen die Versteifung der Blutgefäße wichtig ist, fördert Zink die Gesundheit der Blutgefäßzellen.

 

Auch andere Mikronährstoffe, wie Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe, wie die zahlreich in Olivenöl enthaltenen Flavonoide, sind elementare Mikronährstoffe zum Schutz der Blutgefäße sowie deren Rehabilitation. Sie schützen gemeinsam die empfindlichen Innenwände der Blutgefäße (Endothel) indem sie Entzündungen reduzieren und die Energieproduktion aufrechterhalten35.

 

Zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Arteriosklerose gehören hohe Homocystein- und hohe oxidierte Cholesterin-Werte. Diese Risikofaktoren lassen sich durch eine zusätzliche Zufuhr von B-Vitaminen und Vitamin C eindämmen. Die Mikronährstoffe senken den Homocystein-Wert deutlich und helfen sogar die Atherosklerose rückgängig zu machen36. Diese sensationelle Wirkung konnte auch von einer deutschen Arbeitsgruppe in Jena37 und in einer chinesischen Studie38 bestätigt werden.

 

Zahlreiche Studien haben ebenfalls die positiven Effekte von Vitamin D auf Risikofaktoren und Ausprägung der Atherosklerose gezeigt39. Diese zeigen den Wert von Vitamin D in Vorbeugung und Behandlung der Arterienverkalkung, auch wenn auf diesem Gebiet noch viele Studien nicht abgeschlossen sind.

Ebenfalls sehr vielversprechend, und oft im gleichen Atemzug wie Vitamin D genannt, ist das Vitamin K, in diesem Zusammenhang vor allem Vitamin K2. Vitamin K2 hat Einfluss auf das Entzündungsgeschehen und hilft bei der Vorbeugung von Atherosklerose40.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute zur Prävention und Rehabilitation von Arteriosklerose eine natürliche Mikronährstoffmischung mit Vitaminen, Mineralien, Omega-3-Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen, so wie es auch bei gesunder Ernährung vorgesehen ist.

Die aktuellen Studien zeigen, dass vor allem für komplexe Mikronährstoffmischungen ein positiver Effekt für die Instandhaltung der Blutgefäße nachgewiesen wurde. Eine natürliche Mikronährstoffmischung garantiert eine optimale Versorgung der Zellen und hält Körper und Geist fit und leistungsfähig.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Früherkennungsuntersuchungen sollten vor allem bei familiärer Belastung zum Lebensstil gehören
  • regelmäßige Bewegung ist eines der besten „Medikamente“ gegen Atherosklerose
  • aktive Entspannung schont den Mikronährstoff-Haushalt und schützt die Mitochondrien
  • Nichtrauchen und Gewicht abnehmen sind bei Atherosklerose essentielle Grundpfeiler

Regelmäßige Vorsorge

Weil die Atherosklerose sehr lange Zeit keine Symptome macht, wird sie selten frühzeitig entdeckt. Gefunden wird sie entweder als zufälliger Nebenbefund bei anderen Untersuchungen oder wenn Menschen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Letzteres ist natürlich grundsätzlich zu empfehlen, besonders wenn Sie über 35 Jahre alt sind und bekannte Risikofaktoren vorliegen oder in der Familie Herz-Kreislauferkrankungen vorkommen.

Neben den oben erwähnten Laborwerten liefern die Messung der Intima-Media-Dicke der Halsschlagader oder eine Spiegelung des Augenhintergrundes wertvolle Hinweise auf den Zustand Ihrer Blutgefäße ohne, dass bei den Untersuchungen mit Schmerzen oder anderen Risiken zu rechnen ist. Möglicherweise helfen Ihnen die Untersuchungsergebnisse, eigene Schritte Richtung Prävention zu unternehmen.

 

Sport & Bewegung

Sport und regelmäßige Bewegung sind neben der Ernährung und einem guten Mikronährstoffhaushalt wohl die wichtigsten „Medikamente“ gegen die Arterienverkalkung. Regelmäßiger Ausdauersport (zwei- bis dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten) oder die tägliche gezielte Bewegung haben so viele positive Auswirkungen auf unser Herz-Kreislaufsystem, dass wir gar nicht auf alle Punkte im Einzelnen eingehen können. Deshalb hier einige Beispiele.

  • Bewegung ist der wichtigste Punkt, wenn es um die Reduktion eines erhöhten Blutdruckes Eine Studie aus Japan ergab schon messbare Effekte auf den Blutdruck bei täglich 20 Minuten Spazierengehen41.
  • Bewegung ist entscheidend daran beteiligt, Übergewicht in den Griff zu bekommen.
  • Bewegung hilft, den Insulinspiegel und den Blutzucker zu senken.
  • Bewegung senkt die schlechten Blutfettwerte und erhöht die schützenden.
  • Bewegung senkt die Entzündungsneigung des Körpers.
  • Bewegung ist der effektivste Weg, um Stresshormone abzubauen.

 

Besonders geeignete Sportarten sind Wandern, Jogging, Walking, Schwimmen, Radfahren, Skilanglauf und Tanzen.

 

Es ist wichtig zu wissen, dass viele der ober dargestellten positiven Eigenschaften von mehr Bewegung nur bei gutem Mikronährstoffhaushalt möglich sind. Mehr Bewegung bedeutet auch einen höheren Bedarf an Mikronährstoffen. Beide „Therapien“ gehen also Hand in Hand.

Entspannung

Psychischer Stress ist ein großer Förderer der Atherosklerose42. Stress verursacht verschiedene Veränderungen im Stoffwechsel, die alle zu den Ursachen der Atherosklerose zählen:

  • Bei der Bildung der zusätzlichen Stresshormone werden sehr viele Mikronährstoffe verbraucht. Besonderer Bedarf besteht an Vitamin C, B-Vitaminen und Magnesium.
  • Als Nebenprodukt bei der Bildung von Stresshormonen entsteht Homocystein, der Bedarf an B-Vitaminen und Vitamin C steigt noch mehr.
  • Hohe Homocystein-Werte und ein verringertes Angebot an Mikronährstoffen schädigen unsere Zellkraftwerke (Mitochondrien). Dies ist der erste Schritt zur Schädigung des Endothels
  • Längerfristig erhöhte Werte von Stresshormonen schwächen das Immunsystem und fördern Entzündungen. Das ist der zweite Schritt zur Schädigung des Endothels und zur Entstehung von Plaques in der Blutgefäßwand.

Ausflug in die Wissenschaft

Mitochondrien  

Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Sie stellen die Energie für alle Lebensprozesse in unserem Körper her. Aus Zucker, Fett und Eiweiß können die Mitochondrien das Energie-Molekül ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) herstellen. Das ATP wird dann von den Zellen für ihre Stoffwechselprozesse verbraucht. Besonders aktive Zellen verbrauchen mehr davon und werden schon bei geringem Mangel geschädigt. Dazu zählen:

 

  • Herzmuskelzellen
  • Nervenzellen
  • Zellen des Immunsystems
  • Leberzellen
  • Endothelzellen

 

Hier ein etwas genauerer Blick darauf, was in den Mitochondrien passiert:

An der inneren der Mitochondrien wird Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser verbunden. Die enorme Energie dieser Reaktion wird in vielen kleinen Schritten auf das Energiemolekül ATP übertragen. Dabei müssen die Elektronen fünf Eiweißkomplexe (Komplex I bis V) durchlaufen und am Ende entsteht durch eine magnesium-abhängige ATP-Synthase (Komplex V) die Energie zum Leben.

Im Komplex IV wird der Sauerstoff verarbeitet, der bekanntermaßen sehr aggressiv ist. Dort entstehen große Mengen an freien Radikalen (ROS). Dieser Eiweißkomplex wird als erster zerstört, wenn der antioxidative Schutz der Zellkraftwerke durch Mikronährstoffe nicht ausreicht. Die Natur stellt uns einen hochwirksamen Schutz zur Verfügung: die Kombination aus Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen schützt mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen als einzeln eingenommene Vitamine.

 

Warum wir Mitochondrien schützen sollten

Wird dieser Vorgang unterbrochen, entwickeln sich gefährliche „Freie-Radikale-Kanonen“. Diese vermehrte Bildung von freien Radikalen wiederum schädigt die mitochondriale DNA, was zu einem weiteren Anstieg der Radikal-Produktion führt. Und das stört den Stoffwechsel der Zellen empfindlich und kann zu allerlei Krankheiten führen.

Entsprechend wichtig ist die optimale Versorgung der Zellen und Zellkraftwerke mit Mikronährstoffen. Nicht nur der antioxidative Schutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch die Energieproduktion selbst benötigt zahlreiche Mikronährstoffe.

So benötigen die Enzyme der Atmungskette neben den Spurenelementen Zink, Kupfer, Mangan und Eisen auch einige B-Vitamine zum Funktionieren. Coenzym Q10 dient als Elektronenüberträger zwischen den Eiweißkomplexen und Magnesium treibt am Ende des Prozesses die ATP-Synthase an. Dazu ist dann beispielsweise auch noch L-Carnitin nötig, das die Fettsäuren – den „Lieblingsbrennstoff“ der Mitochondrien – durch die Membran transportiert. Dieser Bedarf lässt sich gut mit einem breitbandigem Mikronährstoffkonzentrat decken.

Wir haben verschiedene Mikronährstoffkonzentrate getestet, das Ergebnis finden Sie hier. 

Sport und Entspannung sind sehr gut geeignet, um den Überschuss an Stresshormonen abzubauen. Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung dienen dazu, diesen Überschuss gar nicht erst entstehen zu lassen. Yoga beispielsweise vereint beide Anteile: Bewegung und Entspannung. Die routinemäßige Anwendung von Yoga hat sich in zahlreichen Studien sowohl in der Vorbeugung als auch in der Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen bewährt43.

 

Achtsamkeit und bewusst Leben sind ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang. Erkennen Sie frühzeitig, wann die täglichen Belastungen und Aufgaben sich zu einem Stress-Kreislauf entwickeln. Legen Sie bewusst über den Tag verteilt immer wieder Pausen ein. Nützen Sie diese Pausen für ein paar gesunde Übungen, beispielsweise ein paar Streck- und Dehnübungen für den Rücken oder eine kurze Atemübung.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Hier finden Sie sicher ein paar wertvolle Anregungen zur Atementspannung:


Rauchstopp

Das Rauchen zählt bekanntermaßen zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Arterienverkalkung und ihre Folgen. Menschen, die das Rauchen im mittleren Lebensalter aufgeben, haben übrigens eine genauso lange Lebenserwartung wie Nichtraucher. Leider schaffen es nur zwei von hundert Rauchern, spontan aufzuhören.

Zwei Punkte sind wohl für einen erfolgreichen Ausstieg aus der Nikotinsucht wichtig: zum einen eine gute Anleitung oder Schulung. Dafür gibt es mittlerweile zahlreiche gute Angebote von geschulten Ärzten und Psychotherapeuten. Nach einem einfachen Arztgespräch schaffen es immerhin schon 4 %, nach einem Jahr immer abstinent zu bleiben. Unter professioneller Verhaltenstherapie schafft es dann immerhin schon jeder zehnte, dauerhaft aufzuhören. Wenn dann auch noch eine Nikotinersatz-Therapie dazu kommt, verdoppeln sich die Chancen noch einmal44.

Mindestens ebenso wichtig für den dauerhaften Erfolg ist die eigene Einstellung, das Gefühl, der Sucht entwachsen zu sein. Dieses kleine Büchlein hat dabei schon vielen geholfen:

 

Normalgewicht

Auch Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor. Je früher ein Mensch übergewichtig wird, umso mehr Lebensjahre kostet es ihn. Übergewicht hängt sehr eng mit all den oben schon besprochenen Punkten zusammen. Ernährung, Mikronährstoffe, Bewegung, Stressmanagement und vieles mehr sind wichtige Punkte. Hier lesen Sie einen ausführlichen Artikel zum Thema „Übergewicht“ und wie Sie langfristig Ihr Normalgewicht halten können. Die wichtigsten Tipps in Kürze:

  • Essen Sie nur dreimal täglich, keine Zwischenmahlzeiten oder Naschereien.
  • Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, besonders abends keine Kohlenhydrate mehr.
  • Achten Sie auf die psychologischen Anteile des Essens, essen Sie nicht aus Frustration oder als Ersatzbefriedigung.
  • Achten Sie auf das, was Sie trinken: nur kalorienfreie Getränke wie Wasser oder ungesüßten Tee
  • Bewegen Sie sich mehr.

Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Hier noch ein hervorragendes Buch zu diesem Thema, es gibt aus dieser Serie auch Kochbücher und Bücher für spezielle Lebenssituationen:


 

 

 

 

 

https://www.amazon.de/Schlank-Schlaf-Berufstätige-Diät-Gesundheit/dp/3833814357/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=2YYN7HR44DKGC&dchild=1&keywords=abnehmen+im+schlaf&qid=1605812338&s=books&sprefix=Abnehmen+im+%2Cstripbooks%2C293&sr=1-3

 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Die medikamentöse Therapie richtet sich vor allem gegen Risikofaktoren.
  • Beim Herzkatheter können Plaques zurückgedrängt und Engstellen damit aufgedehnt oder mittels Stent stabilisiert werden.
  • Operativ können Plaques an bestimmten Stellen entfernt werden.
  • Die Bypass-OP ist meist aufwendig und die Bypässe haben nur eine begrenzte Lebensdauer.

Medikamente

Die konventionelle Therapie beschränkt sich zunächst darauf, mit Medikamenten die bekannten Risikofaktoren in den Griff zu bekommen. Da es viele Risikofaktoren gibt, haben die Betroffenen oft auch viele verschiedene Medikamente einzunehmen. Dabei entsteht oft das Problem, dass die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Medikamenten nicht sicher einzuschätzen sind. Zu den verfügbaren Medikamenten zählen

  • Blutdrucksenker wie Betablocker, Diuretika und Kalzium-Kanal-Blocker
  • Cholesterinsenker wie Sartane und Fibrate
  • Hemmer der Blutgerinnung wie Acetylsalicylsäure oder Cumarine
  • Zuckermedikamente wie Biguanide, Sulfonylharnstoffe und das Blutzuckerhormon
  • harnsäuresenkende Medikamente
  • Antidepressiva wie MAO-Hemmer
  • entzündungshemmende Medikamente

 

Invasive Therapie

Es gibt verschiedene Ansätze, Atherosklerose mittels kleinerer oder größerer Operationen zu behandeln. Art und Umfang des Eingriffes hängen vom Grad der Verengung und vom Ort der Stenose ab. Häufig angewandte Verfahren:

 

Herzkatheter

Bei der Herzkatheter-OP wird ein dünner Schlauch (Katheter) meist von der Leistenarterie aus bis zu den Herzkranzgefäßen geschoben. In den Herzkranzgefäßen gibt es nun die Möglichkeit der Ballondilatation oder des Einsetzens eines Stents.

Bei der Ballondilatation wird der Katheter durch die Engstelle hindurch geschoben und ein im Katheter integrierter Ballon wird mit hohem Druck aufgeblasen. Dadurch wird die Engstelle aufgedehnt, der Patient hat eine unmittelbare Erleichterung. Der Nachteil ist, dass meist an der Stelle der Aufdehnung auch eine kleine Verletzung entsteht, die häufig die Quelle für weitere Plaque-Entwicklung ist.

Die zweite Variante ist das Einfügen eines Stents an der Engstelle. Ein Stent ist eine Art Drahtgeflecht, das sich an der Stelle ausdehnt und das Blutgefäß von innen schient. Ein Stent kann entweder nach einer Ballondilatation eingesetzt werden, um das Blutgefäß länger offen zu halten oder er wird allein verwendet, ohne vorherige Dilatation. Die meisten heute verwendeten Stents sind an der Oberfläche beschichtet, damit sich nicht so schnell Anlagerungen bilden können.

 

Plaque-Entfernung

Bei der Plaque-Entfernung wird das betreffende Blutgefäß ein wenig aufgeschlitzt und versucht, so viel Plaque wie möglich aus der Gefäßwand zu entfernen. Diese OP-Methode wird vor allem bei sehr oberflächlich liegenden Arterien wie etwa der Halsschlagader angewandt. Sie hat verschiedene Nachteile: Die zusätzliche Verletzung des Blutgefäßes kann einerseits eine weitere Plaque-Bildung anregen, auf der anderen Seite kann sich während der OP auch etwas aus der Plaque lösen und mit dem Blutstrom ins Gehirn verschleppt werden. Diese sogenannte Embolie kann dann einen Schlaganfall auslösen.

 

Bypass-OP

Bei der Bypass-OP wird die Engstelle umgangen. Dazu wird dem Patienten ein anderes Blutgefäß entnommen, meist eine Vene aus dem Beinbereich. Diese Vene wird dann vor und nach der Stenose an die betroffene Arterie genäht, das Blut wird dadurch um die Engstelle herumgeleitet. Dieses Verfahren wird vor allem an den Herzkranzgefäßen und an den Beinarterien verwendet. Der Nachteil ist – außer dass es sich um eine sehr umfangreiche, große OP handelt – dass Venen nicht für den Druck im arteriellen System ausgelegt sind und diese Umgehungen daher nicht besonders lange haltbar sind.

 

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Kneipp-Anwendungen und Sauna
  • pflanzliche Heilmittel wie Strophantin und Crataegus
  • Hausmittel: Zitrone-Ingwer-Knoblauch-Kur

Die ganzheitliche Therapie der Atherosklerose stellt vor allem die oben schon ausführlich dargestellten Optionen der gesunden Lebensweise dar. Mit Ernährung, zusätzlichen Mikronährstoffen und etwas mehr Bewegung lassen sich sehr viele der Risikofaktoren von Bluthochdruck über Cholesterin bis hin zu oxidativem und nitrosativem Stress und erhöhten Homocystein-Werten gut in den Griff bekommen. Einige weitere Therapieansätze können aber durchaus zusätzliche Wirkungen zeigen.

 

Kneipp-Anwendungen

Für einige der Kneipp´schen Wasseranwendungen sind positive Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem nachgewiesen. Der Vorteil dieser Verfahren ist, dass man einiges davon ohne großen Aufwand in seinen Alltag einbauen kann. So sind wechselwarme Anwendungen wie Wechselduschen oder Arm- oder Fußbäder eine Wohltat für das Blutgefäßsystem. Auch morgenliches Taulaufen oder Trockenbürsten des Körpers haben gute Effekte. Die Gefäße werden trainiert, sie bleiben geschmeidig und auch der Blutdruck kann durch die Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem gesenkt werden.

  • Wechselduschen: Zuerst den Körper durch warmes Duschen aufwärmen. Führen Sie nun den kalten Wasserstrahl zuerst vom rechten Fuß her außen am Bein hoch bis zu Hüfte und Taille und lassen Sie ihn dann an der Beininnenseite wieder herabgleiten. Das gleiche dann mit dem linken Bein fortsetzen.

Bei den Armen beginnen Sie außen an der rechten Handkante und führen das Wasser bis zur Schulter hoch, verweilen dort ein wenig und leiten es dann an der Arminnenseite wieder zurück. Das Gleiche gilt danach wieder für den linken Arm. Als letztes werden Brust, Bauch und Rücken abgespült.

Den Wechsel können Sie dann noch ein bis zwei Mal wiederholen.

Wichtig ist nur: Beginnen Sie immer mit dem warmen Wasser und enden mit dem kalten.

  • Wechselfußbäder: Wer zu kalten Füßen neigt, sollte diese Übung ausprobieren, die auch den Blutdruck absenken soll.

Sie brauchen hierzu zwei große Eimer, in die warmes bzw. kaltes Wasser eingefüllt werden. Nach einer ca. 5-minütigen Aufwärmphase werden die Beine für 10 Sekunden ins kalte Wasser getaucht. Anschließend geht es wieder zurück ins Warme, wo Badezusätze aus Fichtennadel, Heublume oder Rosmarin zugegeben werden können.

Vorsicht allerdings, wenn Sie eine Neigung zu Krampfadern haben: Sie sollten dann eine starke Erwärmung der Beine vermeiden. Kaltreize dagegen sind gut für die Venen. Wer spezielle Kompressionsstrümpfe gegen Krampfadern trägt, hat meistens ohnehin warme Beine. Die Aufwärmphase zu Beginn ist dann nicht nötig. Sie können die Strümpfe anbehalten und die Beine kurz mit kaltem Wasser abspülen. Wenn Sie sie dann an der Luft trocknen lassen, haben Sie noch einen zusätzlichen kühlenden Effekt.

  • Taulaufen: Laufen Sie morgens nach dem Aufstehen barfuß durch das taunasse Gras. Das kurbelt den Kreislauf an und beugt Infekten vor. Sobald das Kältegefühl schneidend wird, ziehen Sie sich schnell wieder Socken und Schuhe an, um nicht auszukühlen. Wer allerdings Harnwegsinfekte oder Unterleibsbeschwerden hat, sollte die Füße gar nicht erst entblößen.
  • Trockenbürsten: Täglich mit einem Luffa-Schwamm in langsam-kreisenden Bewegungen die Haut des ganzen Körpers 5-10 Minuten lang abreiben. Dabei von unten nach oben und von außen nach innen vorgehen.

 

Ein Spezialfall ist die finnische Sauna. Sie ist die intensivste Form von Kalt-Warm-Wechselanwendungen. Zu den positiven Wirkungen des regelmäßigen Saunabadens gibt es zahlreiche Studien. So wurde gezeigt, dass regelmäßiges Saunieren den Blutdruck senkt, das vegetative Nervensystem ausgleicht und die Funktion des Endothels verbessert45. Ganz ähnliche Wirkungen sind auch von der Infrarot-Sauna beschrieben. Da bei letzterer der Aufwand an Platz und Technik geringer ist, eignet sich die Infrarot-Sauna etwas besser für die Heimanwendung.


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Infrarot-Wärmekabinen erwärmen direkt den Körper. Als wesentlicher Effekt dieser Tiefenwärme ist die Beschleunigung des Stoffwechsels zu sehen. Eine deutlich spürbare spannungslösende und stärkende Wirkung soll sich bereits nach den ersten Anwendungen einstellen.
Unsere Empfehlung für lokale Wärmeanwendung bei Atherosklerosebeschwerden:


 

Pflanzliche Arzneimittel

g-Strophanthin

Strophanthin ist ein pflanzliches Arzneimittel, das aus dem Samen des in Afrika beheimateten Kletterstrauchs mit dem Namen „Strophanthus gratus“ gewonnen wird. Der mit Digitalis verwandte Arzneistoff gehört zu den sogenannten Herzglykosiden. Im Gegensatz zu Digitalis ist Strophanthin allerdings völlig ungiftig. Es gehörte bis weit in die 70er Jahre hinein zur Standardtherapie an deutschen Herzkliniken.

Dann setzte der Siegeszug der chemischen Medikamente ein und Strophanthin wurde zu Unrecht verunglimpft und geriet danach fast in Vergessenheit. Zahlreiche Studien bescheinigen ihm eine hervorragende Wirksamkeit bei verschiedenen Herzerkrankungen, so beispielsweise gegen hohen Blutdruck und zur Vorbeugung von Herzinfarkten46. In einigen wenigen Apotheken ist dieses heute noch rezeptpflichtige Medikament als Spezial-Zubereitung zu bekommen.


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Hier ein Tipp zu ähnlich wirkendem homöopathisierten Strophanthin.


 

Weißdorn

Weißdorn (Crataegus oxyacantha) wird traditionell seit Jahrhunderten zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt. Neue Studien zeigen seine Wirksamkeit unter anderem bei KHK, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck47. Es gibt zahlreiche geeignete Fertigarzneimittel, die Sie in Absprache mit Ihrem Therapeuten einnehmen können.

 

Zitrone-Knoblauch-Ingwer-Kur

Knoblauch hat in vielen Studien sein Potential bei Herz-Kreislauferkrankungen gezeigt. Zu den nachgewiesenen positiven Wirkungen zählen48:

  • Verbesserung des Lipid-Profils und Senkung des Gesamtcholesterins
  • Verringerung von oxidiertem LDL
  • Verringerung von überschießender Blutgerinnung
  • Regulierung des Blutdrucke

 

Diese Kur, die gerne als „Hausmittel gegen Atherosklerose“ angegeben wird, kombiniert die positiven Effekte des Knoblauchs mit denen der Zitrusfrüchte und den zahlreichen positiven Effekten des Ingwers auf das Herz-Kreislaufsystem49. Hier ist unsere Rezeptur für eine Menge, die etwa für zwei dreiwöchige Kuren reicht:

 

Zutaten:

    • 5 unbehandelte Bio-Zitronen
    • 30 Bio-Knoblauchzehen (2-3 Knollen)
    • Bio-Ingwer (ca. daumengroß)
    • 1 Liter stilles Wasser

Zubereitung:

Die Zitronen warm abwaschen und trockenreiben. In grobe Stücke schneiden und mit den geschälten Knoblauchzehen und dem geschälten Ingwer im Mixer zerkleinern.

Zusammen mit dem Wasser in einem Topf ganz kurz aufkochen, anschließend durch ein Sieb in ein sauberes, möglichst dunkles Glas abfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren.

 

Anwendung:

Trinken Sie von der fertigen Mischung jeden Tag drei Wochen lang ein Schnapsglas voll, am besten vor einer Mahlzeit. Nach drei Wochen machen Sie eine Woche Pause, dann nochmal drei Wochen einnehmen.

Zur Vorbeugung von Atherosklerose sollte es reichen, die Kur einmal im Jahr zu machen, bei schon vorhandenen Ablagerungen können Sie die Kur durchaus auch zweimal im Jahr durchführen.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Atherosklerose

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Atherosklerose stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben für Sie eine Liste empfohlener Mikronährstoffkonzentrate zusammengestellt.
  • Ernährung: meditarrAsisch und anti-entzündlich, also viel frisches Obst und Gemüse, Kräuter, Fisch, gute, omega-3-reiche Öle und nur wenige Kohlenhydrate
  • Lebensstil: nicht Rauchen, Gewicht abnehmen und aktive Entspannung mit Bewegung praktizieren, bleiben Sie in Bewegung, vor allem auch im Alltag: Treppen steigen statt Aufzug fahren, zum Bäcker radeln, statt das Auto zu nehmen, …
  • Stressabbau: Stress ist Gift für unseren gesamten Organismus. Entzerren Sie Ihren Alltag und konzentrieren Sie sich auf Wichtiges – warten Sie damit nicht, bis Ihr Körper die Alarmglocken läutet! Das Erlernen einer Entspannungstechnik wie Yoga oder Tai Chi kann Ihnen zusätzlich aktiv helfen, körperliche und geistige Anspannung und Entspannung zu trainieren, Stress zu reduzieren und auch einfach Zeit für sich zu reservieren.
  • Ganzheitliche Therapie: Nutzen Sie die Möglichkeiten, die regulative Therapieverfahren wie Sauna und Kneipp bieten und die Wirksamkeit pflanzlicher Heilmittel wie Weißdorn und Strophantin.

Quellenangaben

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