Checkliste: So finden Sie
das richtige
Mikronährstoffkonzentrat

Immer mehr Menschen möchten die Ernährung optimieren. Es gibt jedoch viele Anbieter und der Markt ist relativ intransparent. Produkte zur Optimierung der Ernährung sind nicht nur in Apotheken, im Drogeriemarkt oder im Internet erhältlich, sie werden sogar im Supermarkt verkauft. Wie findet man unter der Masse das beste Produkt? Welchem Anbieter kann man vertrauen? Hier finden Sie eine Checkliste mit den wichtigsten Produkteigenschaften.

Experte/Expertin:

Isabel Mittmann

Ernährungsberaterin und Medizinredakteurin

Letzte Aktualisierung: 2. Juni 2021

Hintergrund: Darum eine Ergänzung mit Mikronährstoffen

Mehr als 80 % der Deutschen glauben Umfragen zufolge, dass sie sich gesund und abwechslungsreich ernähren. Untersuchungen aber haben ergeben: Diese Einschätzung täuscht. Tatsächlich ernähren sich nur 5 % der Deutschen dauerhaft so, wie von der Fachwelt empfohlen (Ergebnis der Nationalen Verzehrsstudie II). Nur bei wenigen Vitaminen und Spurenelementen erreichen die Deutschen die Referenzwerte.

 

Bei folgenden Mikronährstoffen erreicht der genannte Anteil an Frauen bzw. Männer nicht die empfohlenen Mengen

MikronährstoffAnteil Frauen, der die empf. Mengen nicht erreichtAnteil Männer, der die empf. Mengen nicht erreicht
Folsäure86 % 79 %
Vitamin D91 %82 %
Vitamin E49 %48 %
Vitamin C29 %32 %
Vitamin B1226 %8 %
Eisen
58 %14 %

 

Risikogruppen für Mikronährstoffmangel

Wie aktuelle Verzehrsstudien aus Deutschland zeigen, müssen bestimmte Bevölkerungsgruppen im Hinblick auf eine schlechte Mikronährstoffversorgung als besonders empfindlich angesehen werden. Unter den potenziellen Risikogruppen für Mikronährstoffmängel befinden sich vor allem:

  • Kinder und Jugendliche (z. B. erhöhter Bedarf durch Wachstum)
  • Berufstätige (z. B. erhöhter Bedarf durch einseitige Ernährungsgewohnheiten, Stress, Genussmittelkonsum)
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen (z. B. erhöhter Bedarf durch altersphysiologische und medikationsbedingte Störungen der Mikronährstoffverwertung, altersbedingte Beeinträchtigung verschiedener Organe, z. B. Haut, Niere, Leber)
  • Personen mit Magen-Darm-Störungen (z. B. atrophische Gastritis)
  • Kranke (vor allem Diabetiker und Krebspatienten)
  • Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen

Es ist also wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

Checkliste für die Auswahl eines Mikronährstoffpräparats

Achten Sie bei der Auswahl eines Präparates zur Optimierung der Mikronährstoffversorgung vor allem auf folgende Merkmale:

 

Merkmal 1: Ausgewogene Zusammensetzung mit allen wichtigen Mikronährstoffen

An unseren Körperfunktionen sind ganz viele verschiedene Mikronährstoffe beteiligt. So unterstützen Eisen, Vitamin C, D, Folsäure, Kupfer, Selen und Zink unser Immunsystem. Folsäure, Magnesium, Niacin, Vitamin B2, B12 und B6 tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung bei. Vitamin B2, Selen, Vitamin C, Vitamin E und Zink helfen, die Zellen vor oxidativem Stress  zu schützen.

Mikronährstoffe ergänzen sich auch gegenseitig und arbeiten zusammen. Wichtig ist also eine möglichst breitbandige Mikronährstoffzufuhr. 

 

Achten Sie deshalb darauf, dass alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten sind:

  • Die 13 essenziellen Vitamine: Vitamin A (als Beta-Carotin), Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K sowie die B-Vitamine Folsäure, Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, Vitamin B12 sowie Biotin.
  • Alle wichtigen Spurenelemente: Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Mangan, Chrom, Jod und Molybdän.

 

 

Merkmal 2: Wissenschaftliche Dosierung der Mikronährstoffe

Es sollten nicht nur alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten sein, auch die Dosierung der Mikronährstoffe spielt eine wichtige Rolle:

  • Viel hilft viel? Bei Mikronährstoffen trifft dieser Grundsatz nicht zu. Gerade bei den fettlöslichen Vitamine E, A, D, und K besteht die Gefahr einer Überdosierung.
  • Aber auch Spurenelemente wie Eisen und Zink sollten sinnvoll und wissenschaftlich fundiert dosiert werden.

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

 

Merkmal 3: Wirkversprechen nur behauptet oder belegt

Viele Anbieter werben vollmundig mit Wirkungen („Booster für Ihr Immunsystem“ o.ä.) bis hin zu Heilversprechen. Diesen Versprechen sollten Sie mit Vorsicht begegnen. Im Rahmen der Health Claim Verordnung ist klar und europaweit festgelegt, welche gesundheitsbezogene Aussagen für Mikronährstoffe und Lebensmittel zulässig sind.

Auch mit Merkmalen wie „liposomal“ oder „optimale Bioverfügbarkeit“ wird geworben. Liposomen sind kleine Partikel, die aus einer Fettschicht bestehen und andere Stoffe verpacken oder einlagern. Liposomale Produkte versprechen eine höhere Bioverfügbarkeit. Die Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut die Vitamine und Spurenelemente an ihrem Wirkort – der menschlichen Zelle – zur Verfügung stehen. Achten Sie auf wissenschaftlich anerkannte Belege für die Versprechen des Anbieters.

  • Hält sich der Anbieter an die Vorgaben der Health Claims Verordnung und trifft keine falschen oder irreführende Aussagen bzw. achtet er bei den Angaben darauf, dass sie sich auf allgemein akzeptierte wissenschaftliche Daten stützen und durch diese abgesichert sind?
  • Bietet der Anbieter tatsächliche Belege für seine Aussagen – zum Beispiel in Form einer wissenschaftlich anerkannten Studie?
  • Auch bei Kundenmeinungen auf der Website des Anbieters sollten Sie durchaus kritisch sein: wirken diese authentisch? Lesen Sie hier parallel auch die Rezensionen von Google oder TrustedShops.

 

 

Merkmal 4: Möglichst viele natürliche Zutaten

Wenn das Produkt viele natürliche Zutaten enthält, sind neben den Mikronährstoffen auch die ebenso wichtigen sekundären Pflanzenstoffe, Enzyme, Aminosäuren, die Vitaminoide Carnitin und Coenzym Q10 sowie die Omega-3 Fettsäuren enthalten.

  • In der Natur enthalten Obst und Gemüse nicht nur ein einzelnes Vitamin oder Spurenelement, sondern eine Vielfalt.
  • Auch Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe spielen eine wichtige Rolle.

 

Tipp

Noch etwas zum Thema Preis

Der Preis pro Verkaufseinheit (also z.B. pro Flasche bei flüssigen Produkten) ist nicht allein entscheidend. Ausschlaggebend ist vielmehr der Preis pro Portion, der aber alles andere als leicht zu beantworten ist, denn je nach Produktzusammensetzung empfehlen die Hersteller unterschiedliche Mengen pro Tag.

 

Schauen Sie daher, welche Menge der Hersteller pro Tag empfiehlt und wie lange das Präparat auf Basis dieser Empfehlung ausreicht. Ein Produkt zur Unterstützung Ihrer Gesundheit sollte auch keine reine Preisentscheidung sein. Berücksichtigen Sie vielmehr das Preis-/Leistungsverhältnis. Hochwertige Zutaten (vielleicht sogar in Bio-Qualität), Qualitätskontrollen und nicht zuletzt ein guter Service schlagen sich auf den Preis nieder, bieten Ihnen am Ende aber auch viele Vorteile.

Merkmal 5: Flüssiges Produkt

Mikronährstoffe sind entweder wasserlöslich oder fettlöslich. Das heißt, der Körper kann sie nur in Verbindung mit Wasser oder Fett bzw. Ölen aufnehmen. Darum sind flüssige Mikronährstoffpräparate – die auch hochwertige pflanzliche Öle enthalten – sehr gut geeignet. Flüssige Produkte sind außerdem sehr gut in den Alltag zu integrieren – gerade auch für Kinder und ältere Menschen. Und: Ein Saft vermittelt eher das Gefühl von Gesundheit als eine Tablette.

 

 

Merkmal 6: Keine Zusätze

Mit einem Mikronährstoffkonzentrat möchten Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Bestimmte Zusatzstoffe bewirken aber oft genau das Gegenteil. Achten Sie daher auf folgende Punkte:

  • Das Präparat sollte keine Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe enthalten: Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Farbstoffe, Stabilisatoren, Emulgatoren, Aromen, Süßstoffe oder Säuerungsmittel stehen im Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Sie belasten den Körper, greifen in Stoffwechselprozesse ein und können sogar Veränderungen im Gehirn bewirken.
  • Achten Sie auch auf Prüfsiegel zur Qualitätskontrolle – zum Beispiel zum Ausschluss von Pestiziden o.ä. Zutaten aus Bio-Anbau sind ein weiteres Qualitätsmerkmal.

 

 

Merkmal 7: Der Verkäufer ist auch der Hersteller

Viele Mikronährstoffpräparate werden von Unternehmen angeboten, die sich auf die Vermarktung beschränken. Die Herstellung dieser Produkte wiederum übernehmen Dritte (sog. „Lohnfertiger“). Der Anbieter versieht dann ein solches „White-Label-Produkt“ mit seinem Namen und Etikett und verkauft es – Einfluss auf die Qualität oder Zusammensetzung des Produktes hat er in der Regel nicht.

 

Auch die Qualität in der Beratung, die notwenigen Produkt- und Fachkenntnisse sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen rücken oft in den Hintergrund.

  • Ist der Anbieter auch der Hersteller kennt er das Produkt, das er verkauft, hat Einfluss auf die Produktqualität und kann auch eine fundierte Beratung anbieten und nicht bloß eine Bestell-Hotline.
  • Firmen mit Sitz in Deutschland stellen sich der Verantwortung, die sie in Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen haben, in besonderem Maße. Denn: Bei Rechtsverstößen hätten sie schnell Konsequenzen zu befürchten, während Unternehmen mit Firmensitz im Ausland hier deutlich schwieriger zu greifen sind.

 

Checkliste

Checkliste für das richtige Mikronährstoffkonzentrat

  • Das Präparat enthält nicht nur einzelne Vitamine oder Spurenelemente, sondern eine ausgewogene Vielfalt sowie Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Es besteht aus natürlichen Zutaten bzw. hat eine pflanzliche Basis.
  • Auf unnötige Zusätze wird verzichtet, das Produkt enthält insbesondere keine Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe, aber auch keine zugesetzten Süßstoffe oder Zucker.
  • Es gibt (Prüf-)Siegel – zum Beispiel zum Ausschluss von Pestiziden oder für Zutaten aus Bio-Anbau.
  • Das Unternehmen stellt sein Produkt selbst her und vertreibt es bereits über einen längeren Zeitraum mit einer soliden Vita. Im Idealfall bietet der Anbieter eine persönliche oder telefonische Beratung.
  • Übertriebene Wirk- oder gar Heilaussagen sind kritisch zu betrachten
  • Sind die Kundenmeinungen auf der Website des Anbieters authentisch und geht der Anbieter ggf. auch auf negative Bewertungen ein?
  • Hat der Anbieter seinen Firmensitz in Deutschland? Dann haben Sie im Streitfall besser Möglichkeiten. Außerdem stellt sich ein solcher Anbieter den rechtlichen Rahmenbedingungen in besonderem Maße, weil er bei Verstößen deutlich höhere Risiken eingehen würde.