Colitis ulcerosa – Ursachen, Symptome und ganzheitliche Therapie

Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische-entzündliche Darmerkrankung, die schubartig in Erscheinung tritt. Meist liegt neben einer funktionellen Störung der Dickdarmschleimhaut und des Mastdarms ein überreagierendes Abwehrsystem zugrunde. Diese Darmentzündung kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Um den Organismus zu stabilisieren und für die täglichen Herausforderungen des Alltags zu stärken, gibt es die unterschiedlichsten Therapien. Neben der konventionellen Therapie bietet die Alternativmedizin eine große Auswahl an Behandlungsmethoden. Eine umfangreiche Übersicht über die Krankheit Colitis ulcerosa und vor allem, was Sie selbst tun können, um Beschwerden zu lindern, finden Sie hier.

Experte:

Corina Hajak

Prakt. Arzt, Experte für Humanmedizin

Letzte Aktualisierung: 11. November 2020

Colitis ulcerosa – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist Colitis ulcerosa? Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit, die im Mastdarm (Rektum) beginnt und sich dann weiter in höher liegende Darmabschnitte bis in den Dickdarm (Colon) ausbreitet. Die Krankheit verläuft in Schüben. Sie wird meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Die Hauptursache und Entstehung sind nicht eindeutig geklärt. Es scheint ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu sein z. B. das Leaky-Gut-Syndrom, Mikronährstoffmangel, freie Radikale und oxidativer Stress, genetische Faktoren, ungesunder Lebensstil (Rauchen und Alkoholkonsum), Umwelteinflüsse, Stress oder die langjährige Einnahme der Antibabypille.
  • Symptome: schleimiger, blutiger Durchfall, stark erhöhter Stuhldrang (bis zu ca. 20-mal täglich), Blähungen, Bauchkrämpfe, im linken Unterbauchbereich lokalisierte Koliken, Leistungsabfall
  • Diagnose und Tests: Anamnese und körperliche Untersuchung, Analyse von Stuhl- und Blutproben, Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Prognose und Verlauf: Der Verlauf der Colitis ulcerosa kann bei frühzeitiger Therapie günstig beeinflusst werden.
  • Empfohlene Ernährung: Während eines Schubs ist eine ballaststoffarme Ernährung die beste Wahl zusammen mit viel Flüssigkeit. Während der Remission sollten Sie dagegen viele Ballaststoffe zu sich nehmen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Kost sollte die Basis sein. Essen Sie in dieser Zeit eiweißbetont und nehmen Sie viel frisches Gemüse und Früchte zu sich.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe, um Folgen zu vermindern und Nebenwirkungen von Medikamenten zu reduzieren. Im Fokus stehen Vitamin B, Vitamin D, Calcium, Eisen, Zink, Selen sowie sekundäre Pflanzenstoffe.
    • Lebensstil: Entspannungstechniken, z. B. autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qi Gong. Regelmäßiger Sport fördert die Darmbewegungen. Verzicht auf Rauchen und Alkohol.
    • Konventionelle Therapie: Medikamente (z.B. Kortison, Salicylate), chirurgischer Eingriff: Kolektomie (Dickdarmentfernung)
    • Ganzheitliche Therapie: Heilpflanzen, Darmsanierung, Colon-Hydro-Therapie, Heilerde, Heilfasten, Schüßler-Salze, psychologische Unterstützung
  • Checkliste und Empfehlungen bei Colitis ulcerosa: Das können Sie selbst tun.

Was ist Colitis ulcerosa?

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Colitis ulcerosa in der Übersicht

  • Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit.
  • Die Darmschleimhaut ist entzündet und weist meist Geschwüre auf.
  • Die Entzündung beginnt im Mastdarm (Rektum) und dehnt sich dann weiter in höher liegende Darmabschnitte bis in den Dickdarm (Colon) aus.
  • Colitis ulcerosa hat einen schubartigen Verlauf – es kommt zu beschwerdefreien und symptomatischen Episoden.

Colitis ulcerosa ist eine Entzündung der Darmschleimhaut, die Rektum und Kolon befällt und sich kontinuierlich von distal (Rektum) nach proximal (Colon) ausbreitet. Der Begriff „Colitis” besteht aus dem griechischen Wort „Colon” (Dickdarm) und der griechischen Wortendung „itis” (Entzündung). Der Terminus „ulcerosa” hat seinen Ursprung in dem lateinischen Ausdruck „ulcus” (Geschwür). Colitis ulcerosa ist eine schwere, multifaktorielle Erkrankung mit unterschiedlichen Verläufen, auch ist der eindeutige Auslöser nicht einfach zu finden und die Symptome sind nicht eindeutig zuzuordnen.

Was ist der Unterschied zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn?

Bei Colitis ulcerosa sind der Dickdarm (Colon) und der Enddarm (Rektum) von der Entzündung der Schleimhaut (Mucosa) betroffen und diese breitet sich flächendeckend im Dickdarm aus. Typisch für die Erkrankung sind oberflächliche Defekte und Geschwüre der Schleimhaut sowie blutig-schleimige Durchfälle.

Bei Morbus Crohn kann die Entzündung der Darmwand in jedem Abschnitt des Verdauungstraktes auftreten. Am häufigsten sind Dünndarm und Kolon betroffen. Charakteristisch ist der unzusammenhängende Befall, zwischen den entzündeten Darmabschnitten liegen gesunde Darmabschnitte. Die Entzündung kann auch die tieferen Schichten der Darmwand befallen – es besteht daher eine erhöhte Neigung zur Bildung von Fisteln und anderen Geschwüren (Ulcera).

Vorkommen der Colitis ulcerosa

In Deutschland leben zirka 150.000 Menschen, die an Colitis ulcerosa erkrankt sind. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Auf 100.000 Einwohner kommen 3 bis 4 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Krankheit wird meist in jungen Jahren diagnostiziert, hauptsächlich zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Eine genetische Disposition scheint als Auslöser für die Krankheit in Frage zu kommen, denn sie tritt in manchen Familien gehäuft auf. Geschwister von Colitis ulcerosa-Patienten erkranken 10- bis 50-mal häufiger als die restliche Bevölkerung. Bei eineiigen Zwillingen liegt die Wahrscheinlichkeit Colitis ulcerosa zu bekommen bei 50-60 %, vorausgesetzt, eines der Geschwister ist ebenfalls erkrankt. Auch verschiedene Umwelteinflüsse können diese Erkrankung begünstigen. Sie verbreitet sich seit den letzten Jahrzehnten besonders in den westlichen Industrieländern. Dies weist darauf hin, dass Umweltfaktoren bei der Manifestation eine Rolle spielen.

Kinder weisen oft einen großräumigen Befall bei der ärztlichen Untersuchung auf. Bei über 50 % der Kinder mit Colitis ulcerosa sind Dünn- und Dickdarm betroffen, bei zirka 30 % außerdem die oberen Verdauungsorgane wie Zwölffingerdarm, Magen und Speiseröhre. Die Mehrheit der Kinder hat eine Dickdarmentzündung, die sich über das gesamte Organ zieht. Bei Erwachsenen wird dieser langstreckige Befall wesentlich seltener diagnostiziert.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Die Hauptursache und die Entstehung sind bis heute nicht eindeutig geklärt und werden als Zusammenspiel verschiedener Faktoren
  • Genetische Faktoren tragen oft zur Entstehung von Colitis ulcerosa bei.
  • Ungesunder Lebensstil und Umweltfaktoren können die Entstehung der Colitis ulcerosa begünstigen. Rauchen fördert Entzündungen, es werden mehr freie Radikale produziert und die inhalierten Giftstoffe schädigen die Darmflora und das Immunsystem. Bei häufigem Alkoholkonsum sinkt unter anderem die Aufnahme von wasserlöslichen Vitaminen und Spurenelementen, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind.
  • Auch eine ungesunde Ernährung kann ausschlaggebend für die Entstehung der Krankheit sein. Die heute hier übliche „westliche Ernährung“ fördert chronische Entzündungen und kann einen Mikronährstoffmangel zur Folge haben.
  • Stress und psychische Probleme können einen Krankheitsschub begünstigen
  • Die Antibabypille erhöht das Risiko für eine chronische Darmentzündung um 30 %
  • Störungen im Mikrobiom können u. a. zu einer „löchrigen“ Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom) führen.
  • Ein Leaky-Gut-Syndrom kann einen gravierenden Mikronährstoffmangel verursachen, der ausgeglichen werden muss.
  • Die Überreaktion des Immunsystems führt zu einer Entzündung der Darmschleimhaut und auf Dauer zu Autoimmunerkrankungen wie der Colitis ulcerosa
  • Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden vermehrt freie Radikale gebildet. Oxidativer Stress kann die Entstehung der Colitis ulcerosa begünstigen

Die Hauptursache und die Entstehung sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Ursachen der Colitis ulcerosa werden in einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren gesehen.

 

Genetische Faktoren tragen oft zur Entstehung von Colitis ulcerosa bei. Die Überaktivität einzelner Gene begünstigt die Entzündung der Darmwand und Darmschleimhaut. Die Trägheit anderer Gene resultiert darin, dass zu wenig Proteine von der Darmschleimhaut produziert werden, die deren Schutzfunktion regulieren. Auf diese Weise erhöht sich die potenzielle Infektionsgefahr mit körpereigenen Keimen.

 

Umwelteinflüsse und ein negativer Lebensstil sowie eine übertriebene Hygiene (ein gut funktionierendes Immunsystem benötigt die Konfrontation mit Keimen sowie Schadstoffen), die ein verändertes Mikrobiom mit sich bringt, zählen zu den Risikofaktoren. So kann der Konsum von Genussmitteln die Entstehung der Colitis ulcerosa begünstigen.

 

Auch eine ungesunde Ernährung kann ausschlaggebend für die Entstehung der Krankheit sein. Die heute übliche „westliche Ernährung“ fördert chronische Entzündungen wie eine Colitis ulcerosa stark. Diese Art der Ernährung zeichnet sich vor allem durch viele Kohlenhydrate und tierische Fette aus. Beides fördert Entzündungen aller Art. Eine ungesunde Ernährung kann außerdem einen Mikronährstoffmangel zur Folge haben.

Stress in jeder Form – ob eine hektische Lebensweise, Schlaf- und Bewegungsmangel, andauernde Erreichbarkeit, wenig Freizeit, Konflikte oder langanhaltende Sorgen – wirkt sich negativ auf den gesamten Organismus aus und ist Nährboden für die Entstehung von Dysbalancen und Krankheiten. Die Ausschüttung von Stresshormonen bringt nicht nur das vegetative Nervensystem, das unseren Darm innerviert, sondern auch das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht. Die Folgen können sich im gesamten Organismus bemerkbar machen und Beschwerden verursachen, unter anderem Verdauungsbeschwerden, Fehlreaktionen im Immunsystem oder Entzündungsreaktionen im Darm sind.

 

Rauchen fördert Entzündungen, es werden mehr freie Radikale produziert und die inhalierten Giftstoffe schädigen die Darmflora und das Immunsystem.

 

Auch beim Alkoholkonsum ist der Zusammenhang eindeutig. Bei häufigem Alkoholkonsum sinkt unter anderem die Aufnahme von wasserlöslichen Vitaminen und Spurenelementen, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind. Zudem zeigen neue Untersuchungen, dass Alkohol auch die Barrierefunktion schwächt und den Darm somit anfälliger für Krankheiten macht. Auch zeigt sich, dass bei der Mehrzahl der Patienten mit chronisch verlaufenden Entzündungen im Darm bereits ein moderater Alkoholkonsum zu Bauchschmerzen führen kann, wobei alkoholische Getränke mit einem hohen Zuckergehalt die stärksten Beschwerden verursachten.

Als weiterer wichtiger Risikofaktor wurde die Einnahme der Antibabypille identifiziert. Die Pille erhöht das Risiko für eine chronische Darmentzündung um 30 %. Das gilt auch für die sogenannten „modernen“ Kontrazeptiva wie Spiralen oder Hormonspritzen.

All diese Faktoren, die die Zusammensetzung der bakteriellen Besiedelung der Darmschleimhaut stören, tragen dazu bei, dass sich das Mikrobiom allmählich verändert und das Milieu die Vermehrung von schädlichen Bakterien fördert. Der Nahrungsbrei wird in der Folge nicht mehr optimal verdaut, stattdessen finden vermehrt Gärungs- und Fäulnisprozesse statt. Die Bakterienflora überzieht die Darmschleimhaut nicht mehr gleichmäßig, wird „löchrig“ und schützt die Darmschleimhaut nicht mehr vor den Verdauungsenzymen und Giftstoffen im Nahrungsbrei. Der damit verbundene oxidative Stress löst Entzündungsreaktionen in der Darmschleimhaut aus und erhöht ihre Durchlässigkeit (Leaky-Gut-Syndrom).

Dadurch gelangen Nahrungsbestandteile, die nicht optimal aufgespalten oder verdaut wurden (Fett- oder Eiweißmoleküle), oder schädliche Substanzen, die normalerweise mit dem Stuhl ausgeschieden werden, in den Blutkreislauf, wodurch Fehlreaktionen des Immunsystems und die Entstehung von Allergien und Autoimmunerkrankungen begünstigt werden.

 

Durch die Aufnahme dieser fremden Stoffe wird unser Immunsystem aktiviert. Die Funktionen der körpereigenen Abwehrkräfte geraten aus dem Lot. Die Immunantwort auf Darmbakterien ist übersensibilisiert und eine Entzündung der Darmschleimhaut die Folge. Die Abwehr des Immunsystems wird von verschiedenen Botenstoffen (Zytokinen) geregelt. Kommt es zur Ausschüttung dieser Stoffe, erhält das Immunsystem den Impuls zu reagieren. Es gibt Zytokine, die Inflammationen provozieren und andere, die diese beenden. Ein entzündungsfördernder Botenstoff ist TNF (Tumornekrosefaktor). Dieser ist an einem permanenten Entzündungsprozess beteiligt, der die Darmschleimhaut dauerhaft schädigt.

Diese ständige Überlastung führt auf Dauer zu einer zunehmenden Schwächung und Dysregulation des Immunsystems. In Folge können Allergien wie Nahrungsmittelallergien und auch Autoimmunerkrankungen wie eine Colitis ulcerosa entstehen. Die Barriere-Störung im Darm kommt allerdings nicht als alleiniger Verursacher einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung und der damit verbundenen Irritation der Darmschleimhaut in Frage.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden vermehrt freie Radikale gebildet. Die Balance zwischen Abwehr und Neuentstehung freier Radikale, also das oxidative Gleichgewicht ist gestört. Oxidativer Stress kann also eine große Rolle bei der Entstehung der Colitis ulcerosa spielt.

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie „entreißen“ anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Beim Leaky-Gut-Syndrom kann der Darm in den entzündlichen Bereichen der Schleimhaut wichtige Mikronährstoffe nicht mehr resorbieren, vorverdaute Nahrungsbestandteile werden nur noch teilweise aufgenommen (Malabsorption). Das aktivierte Immunsystem benötigt jedoch gerade jetzt eine erhöhte Menge Energie. Die Folgen können ein gravierender Mikronährstoffmangel sein und es entstehen Mangelsymptome bis hin zur Blutarmut (Anämie). Dieser Nährstoffmangel muss mit einer ausgewogenen anti-entzündlichen Ernährung und einer zusätzlichen Ergänzung an Mikronährstoffen ausgeglichen werden.

Symptome der Colitis ulcerosa

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Symptome in der Übersicht

  • Colitis ulcerosa verläuft in Schüben, das heißt Phasen der Beschwerden wechseln sich mit symptomfreien Phasen ab.
  • Während eines akuten Schubs kommt es innerhalb des Darms zu Beschwerden wie schleimig-blutigen Durchfällen bis zu 30-mal am Tag, krampfartigen Schmerzen im linken Unterbauch, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, teilweise auch zu Fieber und hohen Entzündungswerten im Blut.
  • Außerhalb des Darms kann die Krankheit Beschwerden hervorrufen wie Gelenkentzündungen, Hautveränderungen, Augenbeschwerden und Entzündungen der Gallenwege.
  • Komplikationen: toxisches Megakolon, Blutverluste über den Darm, Narben und Verengungen im Darm (Stenosen)

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verlaufen meist chronisch-rezidivierend, d. h. akute Schübe wechseln sich mit symptomlosen Phasen (Remissionen) ab.

 

Beschwerden/Manifestationen der Colitis ulcerosa innerhalb des Darms

Während eines akuten Schubes kommt es zu schleimig-blutigen Durchfällen, die bis zu 30-mal am Tag auftreten können. Begleitet werden diese Durchfälle von krampfartigen Schmerzen im linken Unterbauch vor und nach der Stuhlentleerung (Tenesmen), Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Zudem kommt es zu Fieber, verbunden mit dem Anstieg der Entzündungswerte im Blut.

Die entzündlichen Veränderungen müssen nicht ausschließlich den Darm, sondern können auch andere Organe betreffen.

 

Beschwerden/Manifestationen der Colitis ulcerosa außerhalb des Darms

  • Gelenkbeschwerden und Gelenkentzündungen (Arthritis) zeigen sich dann im Bereich der Wirbelsäule oder an den Gliedmaßen.
  • Bei akuten Schüben können parallel Hautveränderungen Zu den Colitis ulcerosa Hautsymptomen gehört zum Beispiel die Bildung kleiner roter Knötchen (Erythema nodosum), die Schmerzen verursachen und meist an den Beinen zu finden sind. Manchmal vergrößern sich diese Ekzeme oder Bläschen auch- ohne Therapie sterben die befallenen Hautpartien ab.
  • Zu typischen Augenbeschwerden in Zusammenhang mit Colitis ulcerosa werden auch Entzündungen der Regenbogenhaut, der Lederhaut und der Episkleritis (Entzündung zwischen Sklera und Bindehaut) gerechnet.
  • Entzündungen der Gallenwege in der Leber können einen Gallestau zur Folge haben, der unbehandelt zu fortschreitender Vernarbung (Sklerosierung) der Gallenwege und im späteren Stadium zu einer Leberzirrhose führen kann.
  • Colitis ulcerosa und der damit verbundene Nährstoffmangel kann zu Haarausfall führen. Die Haarfollikel bestehen aus sehr teilungsaktiven Zellen, wofür ein optimal ablaufender Stoffwechsel die Grundvoraussetzung ist. Der Metabolismus benötigt Makronährstoffe (Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate) und zahlreiche Mikronährstoffe, die ständig mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Bei Colitis ulcerosa kann es aufgrund entstehender Mikronähstoffmängel (u. a. durch Malabsorption) zu Haarausfall kommen.

 

Mögliche Komplikationen:

  • In seltenen Fällen kann es zu einem toxischen Megakolon kommen, einer gravierenden, sehr schmerzhaften Aufweitung des Dickdarms. Bakterien und giftige Nahrungsbestandteile finden den Weg in die Blutbahn, was zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann. Indizien dafür sind Fieber zusammen mit Schüttelfrost und Herzrasen.
  • Zu weiteren möglichen Komplikationen der Colitis ulcerosa zählen Blutverluste über den Darm, Narben und Verengungen im Darm (Stenosen).

Diagnose und Test: Colitis ulcerosa feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Anamnese (Patientengespräch) und körperliche Untersuchung: beim Abtasten Druckschmerzen im linken Unterbauch
  • Stuhl- und Blutprobenanalyse; die Blutuntersuchung gibt Auskunft über Entzündungswerte oder Blutarmut.
  • In der Darmspiegelung (Koloskopie) sind die für Colitis ulcerosa gerötete Schleimhaut und Schleimhautgeschwulste zu erkennen
  • In der Abdomensonografie (Ultraschall des Bauchs) kann u. a. eine Verdickung der Darmwand zu sehen sein.
  • Differentialdiagnose zu Morbus Crohn, Zöliakie, virale oder bakterielle Colitis, Divertikulitis oder Dickdarmkarzinom

Wichtige Hinweise liefern die Anamnese (z. B. die Frage nach betroffenen Familienangehörigen, Stuhlfrequenz, Blutbeimengungen) und die körperliche Untersuchung. Beim Abtasten spürt der Betroffene einen Druckschmerz im linken Unterbauch.

 

Stuhl- und Blutproben werden im Labor analysiert und geben Aufschluss darüber, ob es sich um eine Darminfektion oder eine entzündliche Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa handelt.

 

Bei der Blutuntersuchung können bei Colitis ulcerosa die Entzündungswerte weiße Blutkörperchen (Leukozyten), das C-reaktive Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) deutlich erhöht sein. Oft werden Veränderungen der Leberwerte wie Gamma-GT (GGT) oder alkalische Phosphatase (AP), Nierenwerte (Kreatinin und Harnstoff) zusätzlich beobachtet. Das Blutbild gibt zudem Auskunft darüber, ob eine Blutarmut (Anämie) mit erniedrigtem Hämoglobin (Hb) vorliegt.

 

In der Koloskopie erkennt man die bei Colitis ulcerosa typische gerötete Schleimhaut. Darüber hinaus sind Schleimhautgeschwulste zu erkennen. Bei der Koloskopie werden auch direkt Schleimhautproben entnommen, die mikroskopisch untersucht werden. In der Abdomensonografie (Ultraschall des Bauchs) kann u. a. eine Verdickung der Darmwand zu erkennen sein.

 

Differentialdiagnostisch muss die Colitis ulcerosa von anderen entzündlichen oder gewebszerstörenden Darmerkrankungen abgegrenzt werden.

 

Bei der Zöliakie liegt eine Autoimmunreaktion gegen die Darmzotten in der Dünndarmschleimhaut vor. Ursache ist eine Unverträglichkeit von glutenhaltigen Getreidesorten. Die Diagnose dieser Erkrankung wird durch den Nachweis von Gliadin-Antikörpern im Blut und einer Dünndarmbiopsie gesichert.

 

Eine virale, bakterielle oder parasitäre Gastroenteritis oder Colitis kann zunächst ähnliche Beschwerden verursachen. In akuten Fällen kann häufig eine Salmonelleninfektion aufgrund von keimbelasteten Speisen die Ursache sein. Bei einer Dysbiose im Darm kann eine akute Gastroenteritis oder Colitis auch einen chronischen Verlauf nehmen und dauerhaft Beschwerden verursachen, die der Colitis ulcerosa ähneln. Infekte durch Rotaviren, Adenoviren oder Noroviren können hartnäckige Verdauungsprobleme und Darmerkrankungen auslösen.

 

Besonders ist zu beachten, wenn die Beschwerden nach einer (Fern-)Reise auftreten. Möglich sind Infektionen mit dem Enterohämorrhagischen E. coli (EHEC), das auch zu blutigen Durchfällen führen kann, der Bakterienruhr, Typhus oder Cholera. Auch Parasiten wie Amöben, Lamblien und Würmer können Auslöser einer chronischen Darmentzündung sein.

 

Morbus Crohn zeigt ähnliche Symptome wie eine Colitis ulcerosa, nimmt aber einen anderen Verlauf. Wesentliche Unterschiede sind:

  • Morbus Crohn beginnt im Dünndarm
  • 3-6 Durchfälle pro Tag, die selten blutig sind
  • Häufig schubweiser Verlauf, meist ohne Phasen der Abheilung
  • Erhöhte Gefahr der Malabsorption, da die Resorption der Nährstoffe im Dünndarm aufgrund der Entzündung der Schleimhaut gestört ist

 

Schließlich muss bei der Symptomatik, die Colitis ulcerosa zeigt, eine Krebsgeschwulst im Dickdarm (Dickdarmkarzinom) ausgeschlossen werden. Grundsätzlich ist bei der Erkrankung das Risiko eines Dickdarmkarzinoms hoch, weshalb eine regelmäßige Koloskopie erforderlich ist.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Die Colitis ulcerosa verläuft in Schüben: es wechseln sich symptomfreie Phasen mit Entzündungsphasen ab, längere symptomfreie Abstände zwischen den Schüben sind möglich
  • selten klingen die Symptome nach einem Schub nicht wieder ab (chronisch-kontinuierlich)
  • bei einem Riss in der Darmwand (Darmperforation) droht eine Bauchfellentzündung, die sofort operiert werden muss
  • Verlagerung/Ausbreitung in höhere Darmbereiche ist möglich
  • durch ständige Durchfälle kann eine Dehydrierung drohen (30 %)
  • Betroffene haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko (8 % innerhalb der ersten 20 Jahre)
  • bei starker Beeinträchtigung kann Antrag auf einen Behindertenausweis gestellt werden
  • bei frühzeitigem Therapiebeginn ist keine Verkürzung der Lebenszeit zu erwarten

 

Die Colitis ulcerosa verläuft in Schüben: Bei über 80 % der Betroffenen wechseln sich symptomfreie Phasen mit Entzündungsphasen ab. Einige Patienten haben nach einem einmaligen Schub lange Zeit keinerlei Symptome. Bei zirka 10 % klingen die Beschwerden nach einem Schub nicht mehr vollständig ab und es kommt zu dauerhaften Symptomen unterschiedlicher Intensität (chronisch-kontinuierlich). Die Entzündungsschübe können durch körperliche Belastungen oder psychischen Stress ausgelöst werden. Es kommt zu weiteren, dauerhaften Darmschädigungen und Ausbreitung in höhere Darmbereiche bei Nichtbehandlung. Colitis ulcerosa ist nicht heilbar, die Lebenserwartung ist jedoch bei rechtzeitiger Behandlung der Erkrankung grundsätzlich nicht eingeschränkt.

 

 

Kann Colitis ulcerosa tödlich enden?

  • Bei manchen Erkrankten zeigt sich die Colitis ulcerosa akut mit unmittelbaren blutig-schleimiger Durchfall, begleitet von starken Bauchkrämpfen. Meist kommt hohes Fieber dazu, was zur innerlichen Dehydrierung führt. Bei diesem Verlauf beträgt die Todesrate 30%.
  • Colitis ulcerosa-Patienten haben ein erhöhtes Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken. Dies ist davon abhängig wie lange die Krankheit schon besteht und wie sehr der Dickdarm davon betroffen ist. Bei zirka 8% der Erkrankten entsteht nach 20 Jahren Krankheit Dickdarmkrebs.

 

Schwerbehinderung und Berufsunfähigkeit bei Colitis ulcerosa

Dem Antrag auf einen Behindertenausweis ab 50 % (=Schwerbehinderung) kann stattgegeben werden, wenn andauernde oder oft rezidivierende starke Beschwerden eine außerordentliche Beeinträchtigung des Gesundheitsstatus darstellen und Durchfälle in sehr kurzen Abständen tagsüber und nachts bei Colitis ulcerosa-Patienten auftreten. Im Fall einer Berufsunfähigkeit durch Colitis ulcerosa gibt es verschiedene sozialrechtliche Optionen.

Nähere Informationen gibt es hier.

 

Ernährung bei Colitis ulcerosa

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle
  • Während eines Schubes sollten nur wenige Ballaststoffe aufgenommen, es sollte nur mild gewürzt, auf Süßigkeiten und saure Lebensmittel sollte verzichtet werden
  • In der symptomfreien Phase sollten viele Ballaststoffe und Eiweiß aufgenommen, eine Gewichtsabnahme sollte vermieden werden.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Colitis ulcerosa an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Colitis ulcerosa in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Colitis ulcerosa
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Colitis ulcerosa lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

Ernährung in der Akutphase der Colitis ulcerosa

Während eines Schubs ist eine kalorienreiche, nicht belastende Ernährung die beste Wahl zusammen mit viel Flüssigkeit. Sie sollten in dieser Zeit nur wenige Ballaststoffe aufnehmen. Diese regen den Stuhlgang an, dessen Frequenz während eines akuten Schubs bereits erhöht ist. Fein gemahlene Vollkornprodukte, leicht verdauliches Gemüse und säurearmes Obst (z. B. Banane, Birne, Melone…) liefern viele wichtige Nährstoffe. Auch fettarmes Fleisch und gedünsteter Fisch, Haferschleim sowie Frischkäse und Magerquark sind dann die geeigneten Lebensmittel. Verzichten Sie auf geräucherte Produkte, Süßigkeiten und saure Lebensmittel und würzen Sie Speisen mild.

Keine Angst vor dem Essen

Besonders wichtig zu erwähnen ist, dass nicht Ihre bisherigen Ernährungsgewohnheiten ausschlaggebend für die Entstehung der Erkrankung sind. Es gibt jedoch Hinweise, dass eine Ernährungsumstellung den Verlauf positiv beeinflussen kann. Nichts zu essen, aus Angst vor erneuten Schüben, ist der falsche Weg zur Linderung der Beschwerden.

Ernährung in beschwerdefreien Phasen

Während der Remission sollten Sie viele Ballaststoffe, Kalorien und Mikronährstoffe zu sich nehmen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene, anti-entzündliche Kost voller sekundärer Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren sollte die Basis sein. Essen Sie in dieser Zeit eiweißbetont und nehmen Sie viel frisches Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse zu sich. Ziehen Sie es vor, Lebensmittel mit dem Dampfgarer zuzubereiten, weniger zu braten oder zu frittieren. Vermeiden Sie eine Gewichtsabnahme.

Tipp: Leinsamen bei Colitis ulcerosa

In Wasser eingeweichter Leinsamen wird zu einer schleimartigen Paste, die sich beim Verzehr wie ein Schutzfilm auf die erkrankte Schleimhaut legt. Leinsamen hat sich auch in der beschwerdefreien Zeit bewährt.

Rezept: Weichen Sie abends 2–3 Esslöffel goldgelben, geschroteten oder ganzen Leinsamen in einem kleinen Topf in 1/4 bis 1/2 Liter Wasser ein. Morgens kurz zum Kochen bringen. In eine Thermoskanne geben und warm im Laufe des Tages schluckweise trinken. Zusätzlich täglich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn Sie Medikamente einnehmen, halten Sie nach der Einnahme der Leinsamen einen Abstand von mindestens einer halben Stunde ein.

Therapie und Prävention der Colitis ulcerosa

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Die passende Colitis ulcerosa-Therapie kann den Verlauf der Krankheit mildern, die Ausbreitung der Krankheit vermeiden und die Frequenz oder Schwere der Schübe vermindern. Dadurch kann ein weitestgehend beschwerdefreies Leben erreicht werden.

 

 

Mikronährstoffe

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Mikronährstoffe in der Übersicht

 

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Colitis ulcerosa Besonders wichtig sind Gamma-Linolensäure (ungesättigte Omega-6-Fettsäuren), Vitamine B2, B3, B5, B6, B12, Vitamin D, Folsäure, Magnesium, Zink, Eisen
  • Einige der typischen Colitis ulcerosa-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Colitis ulcerosa abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essenzielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe. Welche Medikamente welche Nebenwirkungen bei Colitis ulcerosa haben können, führen wir weiter unten noch genauer aus.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

 

Mikronährstoffe bei Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist durch eine dauerhafte Überreaktion des Immunsystems und Entzündungen in der Darmschleimhaut gekennzeichnet. Durch die entzündeten Darmabschnitte kommt es jedoch zur reduzierten Resorption der Nährstoffe – ein Mikronährstoffmangel entsteht.

Die Spurenelemente Zink und Selen spielen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine wichtige Rolle. So wurde nachgewiesen, dass schon ein geringfügiger Zinkmangel einen Entzündungsschub auslösen kann. (1)

 

Der Mikronährstoffmangel wird verstärkt durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die damit verbundene einseitige Ernährung. Eine häufige Komplikation bei Colitis ulcerosa ist die Anämie, die durch die häufigen blutig-schleimigen Durchfälle begünstigt wird. Diese Blutarmut aufgrund von Eisen- und Vitamin-B-Mangel führt oft zu Energiemangel und geringer Leistungsfähigkeit. (2) Vitamin B und Eisen sind daher sehr wichtig für die Regeneration nach einem Schub und der Stabilisierung des Immunsystems.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden vermehrt freie Radikale gebildet. Selen ist ein wichtiger Teil des antioxidativen Schutzes vor freien Radikalen. Diese freien Radikale sind offensichtlich ein Faktor, der die Entzündung im Darm am Laufen hält. (3) Daneben zeigt Carnitin auch noch deutliche Wirkungen gegen die Darmentzündung. (5) Im Kampf gegen freie Radikale haben sich im Übrigen natürliche Antioxidantien-Mischungen deutlich besser bewährt als synthetische. Die natürlichen Mikrostoffe wirken mehr als 200-mal stärker antioxidativ. (4) Dazu kommt, dass für diese Vitalstoffmischungen auch deutliche entzündungshemmende Wirkungen im Darm nachgewiesen sind. (6)

In der Mikronährstofftherapie sollten als Basisunterstützung bei Colitis ulcerosa ein moderat dosiertes, natürliches Mikronährstoffkonzentrat mit Vitaminen, Spurenelementen, pflanzlichen Ölen und sekundären Pflanzenstoffen bevorzugt werden (20). Das Besondere an sekundären Pflanzenstoffen ist, dass sie sich in höherer Konzentration in den Darmzellen anreichern als in jedem anderen Gewebe des Körpers. (7).

 

Auch Omega-3-Fettsäuren lassen einen positiven Effekt erwarten. Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Gegenspieler zu den in der heutigen Ernährung dominierenden tierischen Fetten. Während die in den tierischen Fetten überwiegenden gesättigten Fette die Bildung von Entzündungsbotenstoffen stimulieren, hemmen Omega-3-Fettsäuren diesen Stoffwechselprozess und helfen so Entzündungen im Körper zu reduzieren. (8) Studien zeigen, dass emulgierte Omega-3-Fettsäuren in einem komplexen Mikronährstoffkonzentrat besser aufgenommen werden als die üblichen Omega-3-Kapseln. (9) Vor allem mit natürlichen Nahrungsergänzungen werden alle Zellen optimal versorgt und Körper und Geist werden wieder schnell fit und leistungsfähig.

 

Auch die eingesetzten Medikamente erhöhen den Mikronährstoffbedarf zusätzlich. Ein häufig verwendetes Medikament zur Behandlung einer Colitis ulcerosa ist Kortison. Bei regelmäßiger Kortison-Zufuhr können Stoffwechselstörungen auftauchen, die sich u. a. in der schwindenden Knochendichte bemerkbar machen. Die Gabe von Vitamin D und Calcium ist eine natürliche Osteoporose-Prophylaxe.

Lebensstil

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Lebensstil in der Übersicht

Entspannungstechniken und Stressreduktion

Viele Entspannungstechniken können Ihnen helfen, Stressabbau zu erlernen und einen neuen, gesunden Rhythmus aus Anspannung und Entspannung im Alltag zu finden z. B. autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga oder Chi Gong.

 

Sport und Bewegung

  • Sport steigert die Lebensqualität in zahlreichen Bereichen (Fitness, Stimmung, Immunsystem, soziale Kontakte).
  • Bewegung mobilisiert die Durchblutung und Darmbewegung und unterstützt auf diese Weise den Heilungsprozess im Darm.

 

Verzicht auf Nikotin und Alkohol

Rauchen fördert Entzündungen, es werden mehr freie Radikale produziert und die inhalierten Giftstoffe schädigen die Darmflora und das Immunsystem. Bei häufigem Alkoholkonsum sinkt unter anderem die Aufnahme von wasserlöslichen Vitaminen und Spurenelementen, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind.

 

Entspannungstechniken und Stressreduktion

Da vor allem psychischer Stress den Verlauf von chronischen Erkrankungen negativ beeinflussen und einen Krankheitsschub verursachen kann, bieten sich Strategien zur Stressbewältigung an. Diese Methoden können dabei helfen, seelischer und körperlicher Anspannung entgegenzuwirken. Studien deuten darauf hin, dass sich bei regelmäßiger Anwendung positive Effekte für die allgemeine Lebensqualität einstellen (10). Dazu gehören verschiedene Entspannungsverfahren:

 

Autogenes Training

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das von einem Psychiater bereits vor fast 100 Jahren entwickelt wurde. Es geht darum, die Fähigkeit der Selbstentspannung zu entwickeln, die sich mittels autosuggestiver (= sich selbst beeinflussender) Übungen verbessern soll. Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt. Regelmäßig angewendet, kann das Autogene Training insbesondere stressbedingte Beschwerden lindern oder sogar dauerhaft beheben.

Yoga

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen.  Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat. Es wurden Verbesserungen bei Durchblutungsstörungen, Angst und Depression, Störungen im vegetativen Nervensystem, Bluthochdruck, Asthma, Muskelschmerzen, Hormonstörungen und vielen mehr beobachtet.

Qi Gong

Qi Gong ist eine aus China stammende Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zum Training von Körper und Geist. Verschiedene Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen werden miteinander kombiniert. Die Übungen dienen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper. In der chinesischen Philosophie dient das regelmäßige Praktizieren des Qi Gong sowohl der Gesundheitsvorsorge als auch durch die Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes der Behandlung von Krankheiten.

 

Sport und Bewegung

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit: Sport macht im Idealfall Spaß und dient auch als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Wenn unser Körper unbeweglich wird, können kognitive Störungen entstehen wie Depressionen und Konzentrationsstörungen. Auch soziale Begegnungen werden durch eine eingeschränkte Beweglichkeit reduziert. Studien belegen klar, was Sie selbst spüren: Sport steigert die Lebensqualität in zahlreichen Bereichen (Fitness, Stimmung, Immunsystem, soziale Kontakte) und wird, wie allen anderen Menschen, auch ausdrücklich bei Colitis ulcerosa empfohlen. Bewegung mobilisiert die Durchblutung und Darmbewegung und unterstützt auf diese Weise den Heilungsprozess im Darm.

Besonders zu empfehlen ist Ausdauersport wie Radfahren, Walken oder Wandern. Wenn Sie sich nicht überfordern, hat Sport ganzheitlich einen positiven Effekt.

Laut einer Untersuchung kann sich der Bedarf an Medikamenten wie Kortison deutlich verringern, wenn die Sie ein moderates, auf Sie zugeschnittenes Bewegungstraining vollziehen. Dazu eignen sich verschiedene Sportarten wie Fahrradergometrie, Aquajogging oder Walking. Die Körperwahrnehmung und der Allgemeinzustand können sich verbessern und die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden.  (11)

 

Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist weitreichend bekannt. Wie im Kapitel Ursachen bereits beschrieben, fördert Rauchen die Produktion freier Radikale und schädigt die Darmflora und das Immunsystem. Das Risiko chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu entwickeln ist bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Hier sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig: Je mehr die Kinder bis zu einem Alter von 15 aktiv oder passiv rauchen, umso höher ist die Zahl der Neuerkrankungen. Der Verzicht auf das Rauchen ist daher unerlässlich.

Auch der Konsum von Alkohol sollte auf ein Minimum reduziert werden. Alkohol erschwert einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente, andererseits werden beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurde u. a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht.

 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Medikamente: Aminosalizyate, Kortikoide, Immunsuppressiva und Biologika (TNF-alpha-Blocker)
  • OPs: Colitis ulcerosa kann durch einen chirurgischen Eingriff, der gesamten Dickdarmentfernung, kuriert werden.

 

Die Erkrankung verläuft in Schüben, es wechseln sich symptomfreie Phasen mit Entzündungsphasen ab. Ziel der Therapie ist es, die beschwerdefreie Zeit so lange wie möglich aufrecht zu erhalten und die Entzündungen im Darm weitgehend zu kontrollieren und die bestmögliche Lebensqualität für Sie zu ermöglichen. Die Therapie richtet sich nach den Symptomen und den befallenen Darmabschnitten und muss für jeden Betroffenen individuell entschieden werden. Während eines Schubes können Entzündungshemmer eingesetzt werden, diese können auch prophylaktisch zur Vorbeugung eines Schubs eingenommen werden. Immunsuppressiva und Kortison werden vor allem bei einem schweren Schub verordnet, sollten jedoch aufgrund ihrer Nebenwirkungen nicht über einen langen Zeitraum eingenommen werden, vor allem wird eine steroidfreie Phase in der Remission (schubfreien Phase) angestrebt.

Unterstützen Sie Ihre Therapie aktiv

Damit die Therapie erfolgreich ist, ist Ihre aktive Beteiligung gefordert. Nehmen Sie Ihre vom Arzt verschriebenen Medikamente konsequent ein. Besprechen Sie mit ihm Ihre Erwartungen, Bedürfnisse, Ängste und Behandlungsziele. Teilen Sie ihm mit, wenn Sie mit einer Therapie nicht zufrieden sind und erkundigen Sie sich nach Alternativen. Es sollte ein Gastroenterologe, der auf chronisch-entzündliche Darmkrankheiten spezialisiert ist, hinzugezogen werden.

Häufig verordnete Medikamente bei der Behandlung der Colitis ulcerosa sind:

 

Aminosalicylate : Salicylate (Wirkstoff Mesalazin) werden von den Ärzten häufig verschrieben. Die Salicylate dämpfen die Schub-Frequenz- und -Schwere. Es wird sowohl bei leichten bis mittelschweren Schüben eingesetzt als auch zur Erhaltungstherapie. Diese Erhaltungstherapie sollte laut aktuellen Empfehlungen der S3-Leitline mindestens 2 Jahre nach Abklingen der Symptome weitergeführt werden. Die Behandlung dient dazu, weitere Schübe hinauszuzögern und den beschwerdefreien Zustand möglichst lange zu erhalten.

 

Glukokortikoide: Die Steroidhormone haben eine unmittelbare Wirkung auf die Zellen und wirken antientzündlich. Die synthetischen Glukokortikoide sowie die natürlich im Organismus vorkommenden Glukokortikoide hemmen den Entzündungsprozess und unterdrücken das Immunsystem. Auch wenn die Entzündungsherde außerhalb des Darmes liegen, (wie in Magen oder Darm) wird vorzugsweise Kortison verordnet. Aufgrund des hohen Nebenwirkungspotentials werden sie nicht für eine langfristige Therapie wie eine Erhaltungstherapie empfohlen.

 

Immunsuppressiva: Immunsupprimierende Medikamente (z. B. Azathioprin, Methotrexat oder Cyclosporin A) sollen das Immunsystem noch weiter herunterfahren als Kortison. Sie werden bei besonders schweren Schüben verordnet, vor allem dann, wenn Kortison nicht mehr ausreichend wirksam ist. Auch diese Medikamente sollten wegen ihrer Nebenwirkungen nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Das Immunsystem wird in seiner Funktionsweise gehemmt, was das Risiko für Infektionen stark erhöht.

Impfungen bei Colitis ulcerosa

Menschen, die an Colitis ulcerosa leiden und mit Immunsuppressiva behandelt werden, haben ein geschwächtes Abwehrsystem. Für sie kann sich eine Impfung gegen die saisonale Grippe, Hepatitis B und gegen Pneumokokken empfehlen. Nutzen und Risiken sollten Sie jedoch vorab mit dem Arzt abklären.

„Biologika:“ Biologika haben nichts mit „natürlich“ oder „bio“ zu tun, wie der Name erst vermuten lässt. Biologika (engl. biologicals) sind vielmehr aufwendig biotechnologisch hergestellte Eiweißsubstanzen, die sich gegen entzündungsfördernde Substanzen des Körpers richten und so letztlich die Entzündungsreaktion hemmen. Sie blocken z. B. bestimmte Interleukine, den Tumor-Nekrosefaktor-alpha (TNF-alpha), blocken die Aktivierung der T-Lymphozyten oder verringern die Anzahl der B-Lymphozyten. Biologika sind sehr starke Medikamente, die auch schwere Nebenwirkungen haben: Der massive Eingriff ins Immunsystem geht mit erhöhter Anfälligkeit für Entzündungen, häufigen Erkältungen, Grippe und Hautausschlägen einher.

Es gibt jedoch einige „echte Biologika“, die ähnliche Wirkungen, aber keine Nebenwirkungen haben und über die Ernährung aufgenommen werden können. So wurde u. a. von Kurkuma (13), Pfeffer (14) und dem Grüntee-Inhaltsstoff EGCG und ähnlichen Stoffen im Kakao (15) ebenfalls anti-TNF-alpha-Wirkungen nachgewiesen.

Medikamente sind Mikronährstoffräuber

Eine medikamentöse Therapie bei Colitis ulcerosa über einen längeren Zeitraum ist mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Häufige Nebenwirkungen sind: Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle, Juckreiz, Blutbildungsstörungen, Spermienrückgang, außerdem Entzündungen von Lunge, Bauchspeicheldrüse oder Niere. Die Einnahme der Medikamente beeinflusst zudem die Aufnahme und Verwertung von Mikronährstoffen negativ, was das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen deutlich erhöht. Daher ist es besonders wichtig, während einer medikamentösen Therapie darauf zu achten, den Körper optimal mit allen wichtigen Mikronährstoffen zu versorgen. Dabei haben sich hochwertige Mikronährstoffkonzentrate aus natürlichem Ursprung bewährt.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Operationen bei Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa kann durch einen chirurgischen Eingriff, der gesamten Dickdarmentfernung (Kolektomie), kuriert werden. Dies ist jedoch nur in sehr schweren Fällen anzuraten, wenn die medikamentöse Therapie keine Wirkung, der Befall im Darm sehr stark ausgeprägt ist und sich schwere Schübe häufen oder bereits Krebsvorstufen diagnostiziert werden.

Eine Notsituation stellt zum Beispiel ein sehr schwerer Krankheitsverlauf mit Komplikationen wie einem toxischen Megakolon (fulminante Colitis) dar. Bei Verdacht auf eine Darmerweiterung muss der Bauchraum unverzüglich geröntgt werden. Bei positivem Befund muss der Darm mit hochdosiertem Kortison oder einem Immunmodulator sowie einem Antibiotikum schnell entlastet werden. Führt dies nicht zum Erfolg, muss der Dickdarm chirurgisch entfernt werden.

 

Totale Kolektomie und ileopouchanale Anastomose

Der ganze Dickdarm inklusive Mastdarm wird chirurgisch entfernt (Kolektomie), der Afterkanal mit dem Schließmuskelapparat bleibt jedoch bestehen. Aus dem Dünndarmende („terminales Ileum“) entsteht eine Tasche („Pouch“), ein Stuhlreservoir. Diese Tasche wird an den Analkanal angenäht („ileopouchanale Anastomose“). Auf diese Weise soll der normale Gang auf die Toilette erhalten bleiben.

 

Künstlicher Darmausgang/Stoma/Anus praeter

Wenn die Implantation eines „Pouch“ nicht realisierbar ist (z. B. funktionelle Störung des Schließmuskels), bleibt die Option der Anlage eines dauerhaften Stomas (Anus praeter).

 

Notoperation bei Darmwandriss

Kommt es zu einem Riss der Darmwand (Darmperforation), gelangt der Darminhalt ungehindert in die Bauchhöhle, was eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung hervorruft. Nur eine umgehende Notoperation ist dann lebensrettend für den Patienten.

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

Heilpflanzen (Phytotherapie)

  • Weihrauch-Extrakt wirkt ähnlich wie Kortison
  • Gelbwurz kann die Remissionsphase verlängern
  • Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle werden in dieser Kombination in der Leitlinie zu Colitis ulcerosa empfohlen.
  • Flohsamenschalen und Leinsamen schützen die erkrankte Schleimhaut.
  • Wermut enthält wichtige Bitterstoffe, die den gesamten Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Gamma-Linolensäure wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem

 

CBD-Öl

CBD besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann somit den Krankheitsverlauf der Colitis ulcerosa positiv beeinflussen.

 

Physiotherapie

Mit Physiotherapie können Sie die eigene Belastbarkeit steigern und den Verlauf der Colitis ulcerosa positiv beeinflussen.

 

Darmsanierung

Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert. Ein bewährtes Schema zur Darmsanierung bietet die Anwendung des Produktes Symbioflor.

 

Colon-Hydro-Therapie

Mit der Colon-Hydro-Therapie kann zwischen den Schüben in der symptomfreien Phase die bakterielle Besiedlung des Darms verändert und so das Wohlbefinden gesteigert werden.

 

Heilerde

Heilerden binden Giftstoffe, schädliche Bakterien, beruhigen die gereizte und entzündende Schleimhaut und können die Beschwerden Colitis ulcerosa lindern. Besonders empfehlenswert ist das Zeolith.

 

Intervallfasten

Zeiten mit längeren Phasen der Nahrungskarenz und kürzeren Phasen zur Nahrungsaufnahme entlasten den Darm, hemmen Entzündungen und können das Krankheitsgeschehen bei Colitis ulcerosa positiv beeinflussen.

 

Schüßler Salze

 

Psychologische Unterstützung

Das Fortschreiten der Colitis ulcerosa stellen oft eine enorme seelische Belastung dar, die aus dem inneren Gleichgewicht bringen und zu Angststörungen oder Depressionen führen kann. Professionelle psychologische Hilfe kann dann entlastend sein – vor allem, wenn zunehmende Isolation, Schamgefühle und Negativität die Krankheitsbewältigung einschränken.

Heilpflanzen (Phytotherapie)

Weihrauch-Extrakte

Extrakte aus der Boswellia-Familie werden im Ayurveda seit Jahrhunderten verwendet. Vereinfacht kann man die Wirkung von Weihrauch auf das Entzündungsgeschehen mit der von Kortison vergleichen.  (22)

 

Gelbwurz (Curcumin)

Laut den AWMF-Leitlinien kann Gelbwurz (Kurkuma) die Remissionsphase verlängern und eine ärztliche Medikamenten-Therapie ergänzen.

Einnahme: Täglich 1–2 Teelöffel Kurkumapulver mit frisch gemahlenem Pfeffer aus der Mühle lindern die Beschwerden. Das in der Kurkumawurzel enthaltene Curcumin wirkt entzündungshemmend und regt die Leber zur Gallensäureproduktion an, das beugt verschiedenen Magen-Darm-Problemen vor. (22)

 

Myrrhe / Kamillle / Kaffeekohle

Die Kombination dieser drei Heilmittel wurde in die Leitlinie zu Colitis ulcerosa aufgenommen. Forschungen haben synergistische, antiinflammatorische, antibiotische, spasmolytische und barrierestabilisierende Effekte nachgewiesen. Myrrheharz und Kaffeekohle haben entzündungs- und durchfallhemmende Effekte.

Die Wirkung der Kamille bei Erkrankungen im Verdauungstrakt ist in der Volksheilkunde seit Jahrhunderten bekannt. Kamille hat krampflösende, entzündungshemmende und darmberuhigende Eigenschaften. (23)

 

Flohsamenschalen (Psyllii semen)

Gemahlene Flohsamenschalen quellen im Darm auf, binden Flüssigkeit und regulieren die Peristaltik. Sie wirken entzündungshemmend und bilden, wie auch Leinsamen, Schleimstoffe, die die entzündete Darmschleimhaut schützen und beruhigen. (22)

 

Wermut (Arthemisia absinthum)

Die Bitterstoffe des Wermuts fördern die Sekretion von Verdauungssäften, wirken krampflindernd, hemmen Entzündungsprozesse und verbessern die Entgiftung des Organismus. (22)

 

Pflanzliche Gamma-Linolensäure

Gamma-Linolensäure ist eine Fettsäure, die in Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl enthalten ist. Ihre entzündungshemmende Wirkung ist gut untersucht. Unter anderem greifen Sie direkt in die Entzündungskaskade ein und stärken auch das Immunsystem.

 

CBD-Öl

Seit einigen Jahren findet das CBD-Öl in der Therapie zunehmend Einsatz, wodurch auch detailliertere Erkenntnisse über die Auswirkungen in Kurz- und Langzeitbehandlungen gewonnen werden. CBD ist die Abkürzung für nichtpsychoaktives Cannabidiol, das aus der weiblichen Hanfpflanze extrahiert wird. Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol), welches eine berauschende und betäubende Wirkung auf die Nervenzellen im Gehirn hat, wirkt ein hoher CBD-Anteil eher sedierend und ausgleichend. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist nicht gegeben.

CBD besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann somit den Krankheitsverlauf der Colitis ulcerosa positiv beeinflussen. Als Ergebnis einer Studie wurde festgestellt, dass CBD zu einer Verringerung der Darmschädigung führt und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine mögliche Therapie darstellen kann. (25) Zu beachten ist, dass das CBD-Öl sehr individuell und wohlüberlegt dosiert sowie die Anzahl der Tropfen nur langsam gesteigert werden sollte, um die Reaktion des Organismus beobachten zu können. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, einen erfahrenen Therapeuten zu Rate zu ziehen.

 

Physiotherapie

Mit Physiotherapie können Sie die eigene Belastbarkeit steigern und den Verlauf der Colitis ulcerosa positiv beeinflussen. Der Physiotherapeut wird die Behandlung individuell und angemessen auf Sie abstimmen, so dass Sie in jedem Stadium der Colitis ulcerosa damit beginnen können. Mit einer übertriebenen Schonungshaltung und dem Meiden von jeglicher Bewegung aus Angst vor Atemnot wird der Muskelabbau – auch der Atemmuskulatur – nur zusätzlich verstärkt. Regelmäßiges Training stärkt die Muskeln und die Lungenfunktion, verbessert die körperliche Belastbarkeit und reduziert Atemnot.25

 

Darmsanierung

Eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert. Entscheidend für einen erfolgreichen Aufbau der Darmflora ist die Qualität der verwendeten Bakterienstämme, deren Vermehrung im Darm und die Resistenz gegen die Magensäure sowie den Gallensaft. Eine gezielte Zufuhr von Probiotika (Darmbakterien) wirkt sich positiv auf das Darmmilieu aus. Insbesondere der E. coli-Stamm Nissle hat eine remissionserhaltende Wirkung auf den Darm.

Ein bewährtes Schema zur Darmsanierung ist die Anwendung des Produktes Symbioflor. Mit diesem Schema ist die Gefahr einer Erstverschlechterungen sehr gering:

Beginnen Sie mit der Einnahme von 2x 5 Tropfen Prosymbioflor am Tag. Nach einer Woche steigern Sie auf 2×10 Tropfen, dann erfolgt für eine Woche die Steigerung auf 2×20 Tropfen. Danach sollte das Fläschchen so gut wie leer sein und Sie wechseln zu Symbioflor 1. Beginnen Sie wieder eine Woche lang mit 2×5 Tropfen, dann eine Woche lang 2×10 Tropfen und eine Woche lang 2×20 Tropfen. Zum Schluss folgt noch einmal das gleiche Schema mit Symbioflor 2 Tropfen.

 

Colon-Hydro-Therapie

Mit der Colon-Hydro-Therapie kann zwischen den Schüben in der symptomfreien Phase die bakterielle Besiedlung des Darms verändert und so das Wohlbefinden gesteigert werden. Verunreinigungen und Keime werden dabei aus dem Darm geleitet. Innerhalb mehrerer Sitzungen wird Wasser in wechselnden Temperaturen von 21 und 41 Grad Celsius in den Darm gespült. Der Wechsel der Temperatur von heiß und kalt wirkt sich positiv auf die Darmtätigkeit aus. Währenddessen wird der Bauch massiert, was die Peristaltik fördern soll, um eine Reinigung des Darms zu erreichen. Mit Hilfe der Colon-Hydro-Therapie wird der Darm vollständig entleert und von alten Kotresten und Keimen befreit.

Da es keine wissenschaftlichen Studien dazu gibt, ist diese Therapie unter Medizinern umstritten. Suchen Sie für diese Therapieform einen behandelnden Arzt oder erfahrenen Colon-Hydro-Therapeut auf.

 

Heilerde

Heilende Erden als Therapie bei entzündlichen Erkrankungen oder zur Entgiftung sind seit Jahrtausenden bekannt. Bei Colitis ulcerosa werden schädliche Bakterien, Säuren und krankheitsfördernde Giftstoffe gebunden. Durchfälle können somit reduziert und die Schleimhautentzündungen beruhigt werden. Regelmäßig angewendet können Betroffene spürbare Entlastung erfahren. Wichtig zu wissen bei der Anwendung ist, dass die Heilerde idealerweise eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit oder 2-3 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen wird, da andernfalls zum Teil auch wertvolle Nährstoffe, die über den Darm resorbiert werden, gebunden werden.

Empfehlenswert ist die Verwendung von Zeolith. Achten Sie darauf, dass es als Medizinprodukt gekennzeichnet ist und achten Sie bei der Einnahme darauf, dass sie das feine Pulver nicht einatmen. Zeolith – wie alle anderen Heilerden auch – sollte mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. (24)

Heilfasten

Als jahrtausendealte Tradition dient das Heilfasten dazu, den Körper von Giftstoffen zu befreien und die Selbstheilungskräfte anzuregen. Bei Colitis ulcerosa ist das intermittierende Fasten oder auch Intervallfasten genannt eine effektive Möglichkeit, das Entzündungsgeschehen im Darm positiv zu beeinflussen. Beim Intervallfasten wechseln sich Fastenzeiten mit Zeiten der Nahrungsaufnahme ab. Dabei überwiegen jedoch die Zeiten, in denen man keine feste Nahrung zu sich nimmt. Sie können auf bis zu 36 Stunden ausgedehnt werden, ohne dass das Stoffwechselgeschehen verlangsamt wird. Die im Alltag und für Anfänger am einfachsten umsetzbare Variante ist der 16:8 Rhythmus, das heißt 16 Stunden Nahrungskarenz und 8 Stunden, in denen man eine bis zwei leichte Mahlzeiten zu sich nimmt.

Das Prinzip dieser Fastenform leitet sich von dem Ernährungsrhythmus unserer Vorfahren ab. Zu früheren Zeiten hatten die Menschen als Jäger und Sammler nicht kontinuierlich Nahrungsmittel verfügbar und mussten zwangsläufig immer wieder fasten. Evolutionsbedingt ist der Körper also auf Fastenzeiten vorbereitet.

Intermittierendes Fasten hat zahlreiche gesundheitliche Auswirkungen. Für Colitis ulcerosa-Patienten ist vor allem der darmberuhigende Effekt sowie die Hemmung von Entzündungsprozessen von großer Bedeutung. (21)

Konkret bedeutet dies, dass während der Zeiten, die der Nahrungsaufnahme dienen, Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen sollten, die eine entzündungshemmende Wirkung haben.

In der Fastenphase sind Gemüsebrühe, Kräutertees, Ingwerwasser oder lauwarmes stilles Wasserempfehlenswert. Auch frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte sind geeignet, sofern sie vertragen werden. Trinken ist wichtig, um Giftstoffe, entzündungsfördernde Substanzen und Speisereste aus dem Darm auszuscheiden.

Die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit ist entscheidend für den Reinigungsprozess. Aus den Obst- und Gemüsesäften soll der Körper bei der geringen Nahrungsaufnahme von den wichtigen Mikronährstoffen profitieren.

 

Schüßler Salze

Der deutsche Homöopath Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1822 – 1998) entwickelte mit den Schüßler-Salzen ein eigenes Heilmittelkonzept. Dabei konzentrierte sich Dr. Schüßler auf zwölf Mineralstoffe und fand heraus, dass häufig ein Mangel genau dieser Mineralstoffe Ursache einer Erkrankung darstellt. Schüßler-Salze enthalten das jeweilige Mineralstoff in sehr geringer (homöopathischer) Potenz und soll als Reiz dienen, die körpereigene Aufnahme und den Transport des betreffenden Mineralstoffes zu steigern. Mittlerweile wurden noch 15 weitere Mineralstoffe mit in die Schüßler-Salze aufgenommen. Diese Salze werden heutzutage immer öfter – auch in Kombination mehrerer Salze – als komplementäre Heilmethode in der Therapie angewandt.

  • Schüssler-Salz Nr. 3 Ferrum Phosphoricum: kommt bei den ersten Symptomen eines Schubes zum Einsatz. Anwendung: Alle 30 Minuten 2-3 Salze langsam im Mund zergehen lassen oder 10 Salze in 250 ml Wasser auflösen und alle 5 Minuten einen Schluck davon trinken. Zur Prävention werden über einen längeren Zeitraum morgens 2-3 Salze eingenommen.
  • Schüssler-Salz Nr. 4 Kalium Chloratum: zur Unterstützung der Abwehrkräfte.
    Anwendung: im Wechsel mit dem Schüssler-Salz Nr. 3 alle 30 Minuten 2-3 Salze langsam im Mund zergehen lassen.
  • Schüssler-Salz Nr. 5 Kalium Phosphoricum: regt das Immunsystem an und mobilisiert die Selbstheilungskräfte des Körpers. Anwendung in der akuten Phase: Morgens beginnend jede Stunde 2-3 Salze im Mund zergehen lassen. Prophylaktisch: In der beschwerdelosen Episode jeden Tag 2-3 Salze im Mund zergehen lassen.
  • Schüssler-Salz Nr. 8 Natrium Chloratum: regelt den Wasserhaushalt, führt der Darmschleimhaut wichtige Nährstoffe und Flüssigkeit zu. Anwendung in der akuten Phase: Dosis von 2-3 Salzen stündlich. Zur Vorbeugung: Jeden Tag morgens 2-3 Salze langsam im Mund zergehen lassen.
  • Schüssler-Salz Nr. 9 Natrium Phosphoricumgegen die krankheitsbegleitende Übersäuerung. Gleicht den Säure-Basen-Haushalt aus, fördert die Reduktion der Ulzerationen in der Darmschleimhaut.
    Anwendung: abends einnehmen.
  • Schüssler-Salz Nr. 10 Natrium Sulfuricum: entgiftend, heilungsfördernd. Anwendung: morgens 3 x täglich 2-3 Salze langsam im Mund zergehen lassen.

 

Psychologische Unterstützung

Bei Colitis ulcerosa handelt es sich zwar um eine physische Erkrankung, das Fortschreiten der Krankheit oder das Andauern stellen jedoch eine enorme seelische Belastung dar, die aus dem inneren Gleichgewicht bringen und zu Angststörungen oder Depressionen führen kann. Professionelle psychologische Hilfe kann dann entlastend sein – sich etwas „von der Seele zu reden“ ist befreiend, auch bei der chronisch-entzündlichen Colitis ulcerosa, die mit Einschränkungen im sozialen Leben und manchmal auch mit Schamgefühlen einhergeht. Wenn die eigene Energie aufgebraucht ist, dann kann ein fundiert ausgebildeter Psychologe zusammen mit Ihnen nach Lösungswegen suchen und neue Ziele gemeinsam mit Ihnen erarbeiten und bei der Krankheitsbewältigung unterstützen.

Beziehung zwischen Patient und Therapeut

Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut ist besonders wichtiger zentraler Punkt, um bei einer Psychotherapie Wirksamkeit zu erzielen. Beim Erstgespräch können Sie meist gut erkennen, ob die Chemie zwischen Ihnen und dem Therapeuten stimmt.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Colitis ulcerosa

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Colitis ulcerosa stehen viele Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Gesunde Ernährung: Während eines Schubs ist eine nicht belastende Ernährung die beste Wahl zusammen mit viel Flüssigkeit. Sie sollten in dieser Zeit nur wenige Ballaststoffe aufnehmen. Während der Remission sollten Sie viele Ballaststoffe zu sich nehmen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Kost sollte die Basis sein. Essen Sie in dieser Zeit eiweißbetont und nehmen Sie viel frisches Gemüse und Früchte zu sich.
  • Bewegung: Bewegung regt die Durchblutung und Darmbewegungen an, fördert soziale Kontakte und beeinflusst das Immunsystem und die psychische Gesundheit positiv. Versuchen Sie, sich im Alltag regelmäßig zu bewegen und suchen Sie sich einen moderaten Ausdauersport, der Ihnen Spaß macht.
  • Entspannungstechniken: Stressabbau ist essentiell wichtig bei Colitis ulcerosa, um Schübe nicht zu begünstigen. Das Erlernen einer Entspannungstechnik kann Ihnen helfen, Anspannung und Entspannung besser zu regulieren.
  • Verzichten Sie auf Nikotin und Alkohol: Rauchen fördert Entzündungen, es werden mehr freie Radikale produziert und die inhalierten Giftstoffe schädigen die Darmflora und das Immunsystem. Bei häufigem Alkoholkonsum sinkt unter anderem die Aufnahme von wasserlöslichen Vitaminen und Spurenelementen, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind.
  • Heilpflanzen: Nutzen Sie die positiven Wirkungen der Heilpflanzen, v. a. Weihrauch, Gelbwurz, Myrrhe, Kamille, Wermut und Flohsamenschalen.

Quellenangaben

(1) Iwaya H. et al.: Marginal zinc deficiency exacerbates experimental colitis induced by dextran sulfate sodium in rats. J Nutr. 2011(6): S. 1077-1082

(2) Gassull M.A., Cabré E.: Nutrition in inflammatory bowel disease. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2001(4): S. 561-569

(3) Reimund J.M. et al.: Immune activation and nutritional status in adult Crohn’s disease patients. Dig Liver Dis. 2005(37): S. 424-431

(4) Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904

(5) Fortin G. et al.: L-carnitine, a diet component and organic cation transporter OCTN ligand, displays immunosuppressive properties and abrogates intestinal inflammation. Clin Exp Immunol. 2009(1): S. 161-17

(6) Scrimgeour A.G., Condlin M.L.: Zinc and micronutrient combinations to combat gastrointestinal inflammation. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2009(6): S. 653-660

(7) Biasi F. et al.: Polyphenol Supplementation as a Complementary Medicinal Approach to Treating Inflammatory Bowel Disease. Curr Med Chem. 2011(31): S. 4851-4865

(8) Grimble R.F., Tappia P.S.: Modulation of pro-inflammatory cytokine biology by unsaturated fatty acids. Z Ernahrungswiss. 1998(37; Suppl 1): S. 57-65

(9) Raatz S.K. et al.: Enhanced absorption of n-3 fatty acids from emulsified compared with encapsulated fish oil. J Am Diet Assoc. 2009(6): S. 1076-1081

(10) Telles S. et al.: Effect of one week of yoga on function and severity in rheumatoid arthritis. BMC Res Notes. 2011(4): S. 118.

(11) Meller M.: Schadet Bewegung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Bauchredner 3/2002

(12) Mahid S.S. et al.: Active and passive smoking in childhood is related to the development of inflammatory bowel disease. Inflamm Bowel Dis. 2007(4): S. 431-438

(13) Aggarwal B.B. et al.: Curcumin: an orally bioavailable blocker of TNF and other pro-inflammatory biomarkers. Br J Pharmacol. 2013 Aug;169(8):1672-92. doi: 1111/bph.12131.

(14) Oliveira P.A. et al.: Evaluation of the antinociceptive and anti-inflammatory activities of piperic acid: Involvement of the cholinergic and vanilloid systems. Eur J Pharmacol. 2018 Sep 5;834:54-64. doi: 1016/j.ejphar.2018.07.022. Epub 2018 Jul 19.

(15) Goya L. et al.: Effect of Cocoa and Its Flavonoids on Biomarkers of Inflammation: Studies of Cell Culture, Animals and Humans. Nutrients. 2016;8(4): 212. doi:3390/nu8040212

(16) Kizhakkedath R.: Clinical evaluation of a formulation containing Curcuma longa and Boswellia serrata extracts in the management of knee osteoarthritis. Mol Med Rep. 2013 Nov; 8(5):1542-8

(17) https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/morbus-crohn-und-colitis-ulcerosa-den-ursachen-auf-der-spur-2200.php

(18) https://www.aerzteblatt.de/archiv/214912/Colitis-ulcerosa-Diagnostische-und-therapeutische-Algorithmen

(19 )https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7416209/

(20) https://www.foundationalmedicinereview.com/ulcerative-colitis/

(21) https://www.sciencedaily.com/releases/2019/03/190306171247.htm

(22) https://www.dccv.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=3396&token=f8a8baf47e77bf00e8e2ffc55cb28c659e2dc024#:~:text=Im%20klinischen%20Alltag%20haben%20vor,Curcumin%20als%20The%2D%20rapieoptionen%20genannt.

(23) https://pharmaceutical-tribune.at/10020608/2018/myrrhe-kamille-co-bei-colitis-ulcerosa/

(24) Lamprecht, Manfred; Bogner, Simon; Steinbauer, Kurt; Schuetz, Burkhard; Greilberger, Joachim F.; Leber, Bettina et al. (2015): Effects of zeolite supplementation on parameters of intestinal barrier integrity, inflammation, redoxbiology and performance in aerobically trained subjects. In: Journal of the International Society of Sports Nutrition 12, S. 40. DOI: 10.1186/s12970-015-0101-z

(25) De Filippis D, Esposito G, Cirillo C, Cipriano M, De Winter BY, Scuderi C, Sarnelli G, Cuomo R, Steardo L, De Man JG, Iuvone T. Cannabidiol reduces intestinal inflammation through the control of neuroimmune axis. PLoS One. 2011;6(12):e28159. doi: 10.1371/journal.pone.0028159. Epub 2011 Dec 6. PMID: 22163000; PMCID: PMC3232190.