COPD – Ursachen, Symptome und ganzheitliche Therapie

COPD steht für engl. „chronic obstructive pulmonary disease“ – chronisch obstruktive Lungenerkrankung. 10-15% der deutschen Erwachsenen sind davon betroffen und die Tendenz steigt. Was Sie neben der Schulmedizin zusätzlich tun können, wenn auch Sie COPD Patient sind, erfahren Sie hier. Eine gesunde Ernährung und eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen als Basis jeder Therapie spielen auch bei COPD eine große Rolle.

Experte:

Eva Glenz

Ganzheitliche Gesundheits- und Ernährungsberaterin und zertifizierte Darmberaterin

Letzte Aktualisierung: 11. November 2020

COPD – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist COPD? COPD ist eine nicht heilbare, jedoch behandelbare, chronisch obstruktive (Verengung der Atemwege) Atemwegserkrankung mit dauerhafter Entzündung der Bronchialschleimhaut, die sich durch Husten, Auswurf und Atemnot äußert.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Risikofaktor Nr. 1 ist das aktive Rauchen (80-90%), gefolgt von Passivrauchen und Feinstaub. Genetische Faktoren sind ebenfalls beteiligt.
  • Symptome: Atemnot, Husten, Auswurf (AHA-Symptomatik)
  • Diagnose und Tests: Anamnese, körperliche Untersuchung, Lungenfunktionsprüfung (vier Schweregrade der COPD), bildgebende Verfahren, Differentialdiagnose: Asthma bronchiale
  • Prognose und Verlauf: COPD entwickelt sich meist aus einer chronischen Bronchitis und geht dann über in die zunehmende Zerstörung des Lungengewebes (Lungenemphysem). Mit einer optimal auf Sie abgestimmten Therapie und einer konsequenten Umsetzung hin zu einem gesünderen Lebensstil (Rauchstopp, gesunde Ernährung, mehr Bewegung usw.) kann diese Prognose jedoch verbessert werden.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie: Mit gut abgestimmten Therapien und Eigeninitiative, was das Rauchen, die Ernährung und Bewegung betrifft, kann man ein Fortschreiten der Krankheit verlangsamen, die physische Belastbarkeit verbessern, Symptome vermindern und Komplikationen vermeiden.
    • Mikronährstoffe: Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei COPD, zumal einige der typischen COPD-Medikamente zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf erhöhen.
    • Lebensstil: Rauchen ist die Hauptursache für COPD, daher ist der Rauchstopp die wichtigste Maßnahme für Sie. Der Verzicht auf Alkohol, mehr Sport und Bewegung und das Erlernen von Entspannungstechniken wirken sich ebenfalls sehr positiv auf den Krankheitsverlauf einer COPD aus.
    • Konventionelle Therapie: Medikamente, pneumologische Rehabilitation und Operationen
    • Ganzheitliche Therapie: Heilpflanzen, Physiotherapie, Atemtherapie, Sauerstofftherapie, Homöopathie, Klimatherapie und Psychotherapie.
  • Checkliste und Empfehlungen bei COPD: Das können Sie selbst tun.

Was ist COPD?

Das-Wichtigste-in-Kürze

COPD in der Übersicht

  • COPD ist die Abkürzung für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
  • COPD ist eine nicht heilbare, jedoch behandelbare, chronisch obstruktive (Verengung der Atemwege) Atemwegserkrankung mit dauerhafter Entzündung der Bronchialschleimhaut, die sich durch Husten, Auswurf und Atemnot äußert.
  • 10-15% der Erwachsenen sind in Deutschland betroffen
  • COPD ist nicht ansteckend

COPD steht für engl. „chronic obstructive pulmonary disease“ – chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Dr. William Briscoe, ein US-amerikanischer Arzt, prägte diesen Namen erstmals 1965 auf einer Tagung in Aspen. Das „chronisch“ bedeutet, dass die Symptome Husten und Auswurf für jeweils mindestens drei Monate in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftreten müssen. „Obstruktiv“ ist die Verengung der Atemwege – hier liegt eine chronische Entzündung der Atemwege zugrunde, die zu einer vermehrten Schleimproduktion führt.

 

COPD beginnt meistens mit einer chronischen Bronchitis, also einer andauernden Entzündung der Atemwege. Schadstoffe (allen voran der Zigarettenrauch) irritieren und schädigen die Schleimhaut. Es kommt zur Verengung und zur Entzündung der Bronchien. Wenn die Schadstoffe daraufhin weiter auf die Schleimhaut einwirken, bleiben die Bronchien dauerhaft verengt und es entsteht eine chronische Bronchitis.

 

Die andauernde Entzündung der Atemwege stört die normalen Abwehr- und Reparaturmechanismen der Lunge und so kommt es in den Bronchien und Bronchiolen zu Umbauprozessen. Diese Prozesse verändern das Lungengewebe krankhaft. Unter anderem wird vermehrt Kollagen in die Bronchialwand eingelagert, was die Atemwege verengt. Die Bronchial-Schleimhaut schwillt durch den chronischen Entzündungsreiz immer weiter an und die schleimproduzierenden Drüsen nehmen zu. Die Flimmerhärchen der Bronchien gehen verloren, was die Selbstreinigungsmechanismen der Lunge einschränkt. So kann der zähe Schleim die Atemwege noch weiter verengen.

 

Vorkommen und Auftreten

Laut WHO waren 2016 weltweit 251 Millionen Menschen an COPD erkrankt. Hinter Herzinfarkt und Schlaganfall belegt COPD den dritten Platz unter den häufigsten Todesursachen weltweit. 90% der COPD Tode fallen auf Länder mit niedrigem Einkommen. Allein in Deutschland sind 10-15% der Erwachsenen betroffen, und die Tendenz ist steigend. Forscher aus den USA und aus Griechenland sind der Frage nachgegangen, ob die COPD geschlechterspezifisch auftritt, und haben dazu 194 Studien mit dem Ergebnis ausgewertet, dass 9,23% der Männer und 6,16% der Frauen an COPD leiden.1  Mit dem Alter steigt die Häufigkeit der Erkrankung an, ab 65 liegt die Anzahl der Erkrankten bei Frauen bei 11% und bei Männern bei 12,5%.

 

Ansteckung

Eine COPD ist nicht ansteckendend. Man muss also keine Angst haben, nach einem Kontakt zu einem COPD-Patienten ebenfalls zu erkranken. Allerdings ist umgekehrt Vorsicht geboten, da COPD Betroffene sehr anfällig  für Lungenentzündungen oder eine Bronchitis sind.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Die Hauptursache von COPD ist Rauchen und Passivrauchen.
  • 5-10 % der COPD Patienten haben noch nie geraucht, waren aber vermutlich arbeitsbedingter Schadstoffbelastung ausgesetzt.
  • Das Krankheitsrisiko kann mittels „pack years“ geschätzt werden.
  • Weitere Risikofaktoren sind ein Mangel an Alpha-1-Antitrypsin, das Einatmen von Luftschadstoffen (Ozon und Feinstaub) oder das künstliche Beatmen frühgeborener Säuglinge.
  • Durch Reizungen der Schleimhaut entsteht eine chronische Bronchitis, eine dauerhafte Entzündung der Atemwege.
  • Oxidativer Stress beschleunigt den Gewebeabbau und die Schädigung der Lungenbläschen.
  • COPD Patienten haben einen erhöhten Homocysteinspiegel.

Die Hauptursache der COPD ist das Rauchen und Passivrauchen, nur 5-10% der COPD Patienten haben noch nie geraucht. Diese waren vermutlich einer arbeitsbedingten Belastung durch andere einatembare Reizstoffe ausgesetzt (Bergbau, Bäcker, Landwirte).

In den Entwicklungsländern spielt oftmals das Einatmen von Abgasen und das Kochen an Feuerstellen eine große Rolle. Da diese Menschen meistens nicht die Möglichkeit haben, einen Arzt aufzusuchen, endet die COPD für sie oft tödlich.

Packungsjahre (engl. pack years)

Etwa 40% der Raucher entwickeln eine COPD. Das Krankheitsrisiko und die Sterblichkeit hängen von der Anzahl der gerauchten Zigaretten ab. Ärzte ermitteln die sog. Packungsjahre (pack years) mit folgender Formel:

Anzahl der Raucherjahre x Anzahl der täglich gerauchten Zigarettenpackungen (Richtwert: 20 Zigaretten).

Wenn Sie also 20 Jahre täglich 2 Schachteln Zigaretten geraucht haben, dann haben Sie 40 „pack years“.

Weitere Risikofaktoren für COPD sind:

 

Vererbung

Eine direkte Vererbung tritt bei der COPD nicht auf, allerdings ist sie durch genetische Vorbelastungen wahrscheinlicher. Kinder von Lungenpatienten weisen oft ebenfalls Veränderungen in der Lungenfunktion auf, und diese begünstigen eine COPD. Laut Forschern sind an einer COPD also sowohl umweltbedingte als auch genetische Faktoren beteiligt.

Auch ein angeborener Gendefekt kann eine COPD begünstigen, der sogenannte Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM oder Alpha-1 genannt). Durch diesen Mangel kommt es in den Leberzellen zu einer nicht ausreichenden oder fehlerhaften Ausbildung des Enzyms Alpha-1-Antitrypsin, was zu einem Verlust von elastischem Gewebe in der Lunge führt.

Dieser Defekt tritt allerdings nur in Erscheinung, wenn beide Eltern Träger eines rezessiven Gens sind. Man kann sich bei seinem Hausarzt auf AATM testen lassen und, bei positivem Ergebnis, dem Körper das fehlende Eiweiß über eine Infusion verabreichen. Dies verbessert die Lebensqualität der Betroffenen deutlich.

 

 

Luftschadstoffe

Ob Luftschadstoffe in der Außenluft eine COPD begünstigen, ist wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Die Lungenfunktionswerte können sich deutlich verschlechtern, wenn man schadstoffbelasteter Außenluft ausgesetzt ist. Luftschadstoffe in Innenräumen gelten allerdings als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung einer COPD, ebenso wie das ständige Einatmen von Rauch aus Holz, Kohle oder Pflanzenteilen und Dung.

 

Frühgeburt
Da die Lunge bei Embryos erst sehr spät entwickelt wird, haben Frühchen meist noch keine ausreichend entwickelte Lungenfunktion. Viele zu früh geborene Säuglinge müssen daher künstlich beatmet werden, bis die Lunge ihre volle Funktion entwickelt hat. Obwohl diese künstliche Beatmung oft lebensnotwendig ist, kann dadurch die Lunge des Babys geschädigt werden, was die chronische Lungenerkrankung BPD zur Folge hat. BPD (im Englischen Bronchopulmonary Dysplasia oder neonatal chronic lung disease, kurz NCLD) kann das Baby bis ins Erwachsenenalter mit sich tragen, wodurch das Risiko für ein frühe Verminderung des Lungenvolumens oder die Entwicklung von chronischen Lungenerkrankungen wie COPD steigt.

 

Oxidativer Stress: Da oxidativer Stress (ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien) den Gewebeabbau und die Schädigung der Lungenbläschen beschleunigt, in dieser Folge Zellen geschädigt werden und die Entzündung immer weiter fortschreiten kann, sollte man besonders auf viele Antioxidantien in der Ernährung achten. (27)

 

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie „entreißen“ anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

 

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Heute wissen wir, dass Antioxidantien viel besser schützend wirken, wenn wir viele verschiedene, natürliche Antioxidantien in Kombination aufnehmen – so, wie sie auch in natürlichen Lebensmitteln enthalten sind.

Ein gut versorgter Mikronährstoffhaushalt kann oxidativem Stress entgegenwirken bzw. diesen abbauen. Ein Verstärker des oxidativen Stresses ist Homocystein: Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Untersuchungen zeigten, dass Personen mit einer COPD einen erhöhten Homocysteinspiegel haben.

Homocystein

Im Stoffwechsel des Menschen entstehen allerlei Abfallprodukte, die ständig von der „Körperpolizei“ entsorgt werden müssen. Neben den freien Radikalen zählt hierzu das Homocystein.

Homocystein ist eine Aminosäure, die im normalen Stoffwechsel der Zellen entsteht. Unter normalen Umständen wird diese Aminosäure sehr schnell von Enzymen in den Zellen abgebaut. Diese Enzyme benötigen allerdings einige Mikronährstoffe als Co-Faktoren für diese Arbeit. Erhöhte Werte von Homocystein entstehen dann im Körper, wenn die Mikronährstoffe für den Abbau nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

 

Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 sind die wichtigsten Mikronährstoffe, die Ihnen helfen, den Homocysteinspiegel normal zu halten. Am besten wirken diese drei Mikronährstoffe im natürlichen Verbund mit anderen Mikronährstoffen.

 

In den letzten 20 Jahren hat die Forschung zu Homocystein stetig zugenommen. Erhöhte Homocystein-Werte über 10 µmol/l gelten heute als wichtiger Risikofaktor unter anderem für die Entstehung folgender Krankheiten:

 

  • Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Demenz
  • COPD
  • Unfruchtbarkeit
  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
  • Depression
  • Migräne mit Aura
  • Mitochondrien-Dysfunktion

 

Die einzige Methode, um Homocystein dauerhaft im unschädlichen Bereich zu halten, ist die ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen. Dann sind sogar einige der Krankheiten wieder rückgängig zu machen.

Symptome der COPD

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Symptome in der Übersicht

AHA-Symptomatik: Atemnot, Husten, Auswurf

Mögliche Folgen einer COPD:

  • Blutarmut
  • Muskelabbau
  • Über- und Untergewicht

Abgeleitet von den Anfangsbuchstaben Atemnot, Husten und Auswurf sprechen Mediziner von der AHA-Symptomatik.

 

Die COPD beginnt mit einer chronischen Bronchitis. Zu diesem Zeitpunkt ist die Erkrankung reversibel. Das bedeutet, die Symptome gehen zurück, wenn die Betroffenen mit dem Rauchen aufhören oder andere Belastungen mit Reizstoffen vermeiden.

 

Die chronische Bronchitis macht sich mit produktivem Husten (Husten mit schleimigem Auswurf) bemerkbar. Dieser ist vor allem morgens nach dem Aufstehen besonders ausgeprägt.

Im Verlauf wird der Husten auch über den Tag verteilt häufiger und stärker. Anfangs hat man nur bei körperlicher Belastung Atemnot (Belastungsdyspnoe), etwa beim Treppensteigen oder Bergauflaufen. Je weiter die COPD fortgeschritten ist, umso mehr werden die Patienten auch in Ruhephasen oder beim Sprechen kurzatmig (Ruhedyspnoe) und haben das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Mit Fortschreiten der Erkrankung sind die Betroffenen immer stärker in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Weitere Symptome sind Geräusche beim Ausatmen und ein Engegefühl in der Brust.

 

Erscheinungsbilder: Blue Bloater und Pink Puffer

Hinsichtlich der Symptome werden klinisch zwei stereotype Erscheinungsbilder der COPD definiert: der „Blue Bloater“ (blauer Huster) und der „Pink Puffer“ (rosa Schnaufer).

 

  • Blue Bloater: Beim Blue Bloater steht die chronische Bronchitis im Vordergrund. Aufgrund des Sauerstoffmangels im Blut (Hypoxie) hat der Blue Bloater blaue Lippen oder blaue Hände (Zyanosen), der Kohlendioxidgehalt im Blut ist meist erhöht. Hauptsymptome sind produktiver Husten und Übergewicht.

 

  • Pink Puffer: Die Lungenbläschen, die für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid verantwortlich sind, sind beim Pink Puffer überdehnt oder sogar zerstört (Lungenemphysem), was besonders das Ausatmen erschwert. Der Husten ist trocken, der gesamte Atemfluss ist gestört. Die Betroffenen setzen häufig die Atemhilfsmuskulatur ein, was den Körper besonders viel Energie kostet und langfristig zur Gewichtsabnahme und Untergewicht führt. Eine besonders hohe Kalorienzufuhr ist hier von großer Bedeutung. Die Haut des Pink Puffer verfärbt sich leicht rosa.

 

Oft treten beide Formen auch gleichzeitig bei einer Person auf und die Übergänge sind fließend.

Diagnose und Test: COPD feststellen

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Diagnose in der Übersicht

Diagnoseverfahren: Anamnese, körperliche Untersuchung, Lungenfunktionsprüfung, Differenzialdiagnostik und eventuell noch weitere Untersuchungen wird Ihr Pneumologe mit Ihnen durchführen, um eine sichere Diagnose stellen zu können.

Stufen: GOLD I (leicht), GOLD II (mittelgradig), GOLD III (schwer), GOLD IV (sehr schwer)

Schweregrad: Der Schweregrad wird in vier Stufen A-D eingeteilt.

Anamnese
Am Anfang steht das umfassende Gespräch mit dem Lungenfacharzt (Pneumologe/Pulmologe). Hier werden alle Fragen nach Beschwerden, Vorerkrankungen (auch in der Familie), familiärer und beruflicher Situation, Lebensgewohnheiten (Rauchen!) und anderen eventuellen Ursachen geklärt.

 

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung wird die Lunge abgeklopft und mit dem Stethoskop abgehört. Im Anfangsstadium einer COPD kann diese Untersuchung noch ohne Befund sein.

 

Lungenfunktionsprüfung

Danach folgt die Lungenfunktionsprüfung – auch Spirometrie genannt. Mit dieser einfachen und schmerzlosen Untersuchung stellt der Arzt die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Lunge fest. Mit der Lungenfunktionsprüfung kann auch der Schweregrad der COPD festgestellt und anhand der GOLD-Guidelines eingeteilt werden.

 

Seit 2001 gibt es die sogenannten GOLD-Guidelines. GOLD steht für „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“. Diese Guidelines werden regelmäßig angepasst und überarbeitet. Diese weltweite Initiative teilt die Lungenkrankheit in vier Stadien und vier Schweregrade (A-D) ein. Hieran erkennt man, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist und welche Therapien und Medikamente am besten greifen würden. Die GOLD-Bewertung der COPD erfolgt in zwei Schritten:

 

Schweregrad der Atemwegsverengung anhand der Lungenfunktion (GOLD 1-4)

Bei einem Lungenfunktionstest werden die Einsekundenkapazität FEV1 (Menge an Luft, die innerhalb einer Sekunde ausgeatmet werden kann) und die forcierte Vitalkapazität (Menge an Luft, die nach einer maximalen Einatmung ausgeatmet werden kann) gemessen. Die Diagnose COPD erfolgt dann, wenn die Einsekundenkapazität weniger als 70% der forcierten Vitalkapazität beträgt. Der Wert der Einsekundenkapazität wird dann mit dem Sollwert verglichen. Mit dieser Methode wird die COPD in Stufe GOLD 1 (leicht) bis GOLD 4 (sehr schwer) eingestuft.

 

 

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Einteilung in die Gruppen A – D anhand der Symptome und Zahl der Exazerbationen

Seit 2017 richtet sich die COPD Behandlung in erster Linie nach der „ABCD-Klassifikation“. Diese Einteilung beruht auf den Symptomen und der Zahl der Exazerbationen (akute Verschlimmerung). Hier wird die Anzahl der Exazerbationen in den letzten 12 Monaten und das Ausmaß der Symptome beurteilt. Hieraus ergeben sich die vier Gruppen A, B, C und D.

 

Gruppe A

  • 0 bis 1 Exazerbation im letzten Jahr, die nicht im Krankenhaus behandelt werden musste
  • wenige Symptome (CAT kleiner 10; mMRC 0 bis 1)

Gruppe B

  • 0 bis 1 Exazerbation im letzten Jahr, die nicht im Krankenhaus behandelt werden musste;
  • mehr Symptome (CAT mindestens 10; mMRC mindestens 2)

Gruppe C

  • mindestens zwei Exazerbationen im letzten Jahr oder mindestens eine Exazerbation, die im Krankenhaus behandelt werden musste;
  • wenige Symptome (CAT kleiner 10; mMRC 0 bis 1)

Gruppe D

  • mindestens zwei Exazerbationen im letzten Jahr oder mindestens eine Exazerbation, die im Krankenhaus behandelt werden musste;
  • mehr Symptome (CAT mindestens 10; mMRC mindestens 2)

 

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren wie ein Röntgen-Thorax oder eine Computertomografie gehören zur Standarddiagnostik einer COPD.

Differenzialdiagnostik: Andere obstruktive Atemwegskrankheiten müssen ausgeschlossen werden: Asthma bronchiale hat eine sehr ähnliche Symptomatik wie COPD.

 

Weitere Untersuchungen

Zur weiteren Charakterisierung der COPD können weitere Untersuchungen wie Ganzkörperplethysmographie (GKP), Blutgasanalyse (BGA), Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid, Bildgebung und standardisierte Belastungstests durchgeführt werden.

Mit der Ganzkörperplethysmographie und der Diffusionskapazitätsmessung kann man feststellen, ob es sich eher um eine COPD mit chronischer Bronchitis oder um eine COPD mit Lungenemphysem handelt.

Die Messung arterieller Blutgase ist im fortgeschrittenen Stadium sehr sinnvoll, da man hier Störungen beim Gasaustausch in der Lunge feststellen kann.

Mit einer Bronchoskopie werden Lungentumore ausgeschlossen.

Diagnostik der Begleiterkrankungen

Zur Diagnose gehört ebenfalls eine Diagnostik der eventuellen Begleiterkrankungen wie koronare Herzerkrankung, Herzschwäche, Bluthochdruck, Angststörungen, Depressionen, Muskelschwund, Knochenschwund, metabolisches Syndrom, Diabetes-Typ-2 und starker Gewichtverlust.

 

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

Die COPD beginnt meist mit einer chronischen Bronchitis; diese permanente Entzündung verändert das Lungengewebe krankhaft. Die Atemwege verengen sich, die Schleimhaut schwillt an, langfristig sind auch weitere Organe betroffen.

 

Auf lange Sicht gesehen betrifft COPD den ganzen Körper und auch andere Organe werden beeinträchtigt. Herz, Muskulatur, Skelett und Stoffwechselorgane können betroffen sein. Viele Patienten leiden in Folge auch an Blutarmut, Muskelabbau und Gewichtsverlust. Im fortgeschrittenen Stadium einer COPD kann es zu sehr schnellem Gewichtsverlust kommen – auch COPD-Wasting genannt: Durch die Atemwegsverengung verbrauchen Sie 10mal mehr Kalorien beim Aus- und Einatmen.

Ohne Behandlung schreitet eine COPD immer weiter fort und das Risiko für Exazerbationen erhöht sich. Eine Exazerbation ist eine akute Verschlimmerung der COPD-Symptome: Die AHA-Symptome nehmen zu, die Farbe des Schleims verändert sich und es kommen noch weitere Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Fieber hinzu. Mit höherem Schweregrad ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Exazerbation erhöht. Die Auslöser einer Exazerbation können Infekte, Smog, Medikamente, Herzleiden, Brustkorbverletzungen und feucht-kalte Witterung sein. Die Stärke der Beschwerden kann bis hin zu Bewusstseinstrübungen und komatösen Zuständen reichen. Bei einer schweren Exazerbation schweben Sie in akuter Lebensgefahr und müssen sofort im Krankenhaus behandelt werden.

 

Eine positive Veränderung des Lebensstils mit sofortigem Rauchstopp, dem Verzicht auf Alkohol, gesunder Ernährung, mehr Sport und Bewegung und genügend Zeit für Entspannung wirken sich äußerst positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Symptome können so gelindert und ein schnelles Voranschreiten der Erkrankung kann gebremst werden.

 

Im weiteren Verlauf der COPD kann es auch zu Ängsten, Panikattacken und Depressionen kommen. Die Entwöhnung der Nikotinsucht kann zu Entzugserscheinungen und ebenfalls zu Panikattacken bis hin zu Depressionen führen. Starke Raucher können sich oft nicht vorstellen, wie sie ein Leben ohne die „geliebte“ Zigarette führen können. Sollten Sie merken, dass Sie psychisch labil sind oder vermehrt Ängste haben, dann sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt darüber.

Ernährung bei COPD

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • COPD Patienten sind oft mangelernährt, aber sowohl Unter- als auch Übergewicht beeinflussen eine COPD negativ. Eine speziell abgestimmte Ernährung ist daher sehr wichtig.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei COPD an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei COPD in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf COPD auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie COPD lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf, nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

Besonders wichtig bei COPD ist, das eigene Normalgewicht anzustreben. Sowohl Gewichtsverlust und Untergewicht als auch Gewichtszunahme und Übergewicht fördern einen schweren Krankheitsverlauf. Ca. 30% der COPD Patienten sind mangelernährt und untergewichtig, da die Erkrankung mehr Energie verbraucht und sie somit eine erhöhte Kalorienzufuhr benötigen. Durch die Überblähung der Lunge wird mehr Energie beim Ein- und Ausatmen verbraucht, bei Atemnot ist die Nahrungsaufnahme erschwert und eine ausgeprägte Appetitlosigkeit sowie Magen-Darm-Beschwerden können zusätzlich beschwerend die Folge sein.

 

Untergewicht

Wenn Sie zu Untergewicht neigen oder schon mangelernährt sind, sollten Sie vermehrt auf gesunde und hochwertige Fette, reichlich Proteine und Kohlenhydrate zurückgreifen. Ein Normalgewicht ist entscheidend für Ihre Lebensqualität. Untergewicht verschlechtert die Prognose bei COPD und erhöht das Mortalitätsrisiko. Sie sollten hochkalorisch, aber trotzdem gesund essen, um Ihr Gewicht auf ein normales Niveau zu bringen.

 

Mit folgenden Tipps können Sie auf gesundem Weg mehr Kalorien zu sich nehmen:

  • Nüsse und Mandelmus eignen sich zum Verfeinern von Salaten, Dips und Müslis und als Zwischensnack
  • Avocado ist ein leckerer Brotaufstrich und lässt sich in viele Salate, Dressings, Smoothies und Gerichte integrieren.
  • Pflanzliches Eiweiß durch Hülsenfrüchte liefert viele gesunde Kalorien – Hummus, Falafel, Bohneneintopf und Linsenburger.
  • Wählen Sie bewusst vollfette Milch und Milchprodukte, und verfeinern Sie Gerichte mit Sahne.
  • Sparen Sie nicht an hochwertigen, pflanzlichen Ölen wie Olivenöl, Leinöl, Kokosöl und Hanföl.
  • Beginnen Sie die Mahlzeiten mit den kalorienreichsten Komponenten.
  • Essen Sie viele kleine Mahlzeiten am Tag

 

 

Übergewicht

Wenn Sie zu Übergewicht neigen oder bereits übergewichtig sind, sollten Sie versuchen die überschüssigen Kilos wieder loszuwerden. Übergewichtige Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, obstruktiver Schlafapnoe und erhöhte Blutfettwerte. Bei der Gewichtsreduktion sollten Sie auf den Erhalt der Muskelmasse achten. Der Hauptbestandteil der Nahrung sollte pflanzlich sein und aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und stillem Wasser bestehen (siehe Tabelle oben).

 

Mit folgenden Tipps können Sie auf gesundem Weg zum Normalgewicht gelangen:

  • Steigern Sie Ihre Alltagsbewegung (Treppen steigen, zu Fuß einkaufen usw.).
  • Machen Sie drei Mal pro Woche Sport.
  • Steigern Sie die Gemüsemenge auf Ihrem Teller und reduzieren Sie die Beilage.
  • Essen Sie einen Salat vor der Hauptmahlzeit.
  • Greifen Sie zu Vollkornprodukten statt zu Weißbrot und Baguette.
  • Reduzieren Sie Milchprodukte.
  • Essen Sie, wenn überhaupt, nur zwei Mal pro Woche mageres, weißes Fleisch und öfter Fisch.
  • Essen Sie drei Mahlzeiten am Tag und verzichten Sie auf Snacks
  • Verzichten Sie Abends auf Kohlenhydrate

 

Therapie und Prävention der COPD

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

 

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

 

  • sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei COPD.
  • Einige der typischen COPD-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.. Das Testergebnis finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der COPD abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

 

Mikronährstoffe in der COPD Therapie

 

Antioxidantien

Unsere Ernährung und unser Mikronährstoffstatus3 kann die Gesundheit der Lunge nachweislich sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Mikronährstoffe, allen voran die Antioxidantien, helfen dabei freie Radikale abzufangen und unschädlich zu machen.

Da oxidativer Stress (ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien) den Gewebeabbau und die Schädigung der Lungenbläschen beschleunigt und in Folge Zellen geschädigt werden und die Entzündung immer weiter fortschreiten kann, sollte man besonders auf eine gute Versorgung mit Antioxidantien achten. Oxidativer Stress verstärkt außerdem die Schleimproduktion in den Bronchien und die Bildung von Proteasen (Enzyme, die Proteine abbauen und damit Gewebe zerstören).

 

Die bekanntesten Antioxidantien sind Vitamin C, Beta-Carotin, Vitamin E, Lycopin und Selen. Antioxidantien wirken vor allem in natürlichen Verbund besonders effektiv, da die stärksten Antioxidantien unter den sekundären Pflanzenstoffen zu finden sind (Beispiel: Lycopin wirkt etwa 300 mal stärker als Vitamin E).

Sprossen selbst züchten

Sprossen können leicht zuhause auf der Fensterbank gezogen werden. Besorgen Sie sich ein Keimglas und Bio-Saatgut.

  • Waschen Sie das Saatgut in einem Sieb, weichen Sie es für mehrere Stunden in Wasser ein und gießen Sie es anschließend ab. Nicht gequollenes, und damit inaktives Saatgut wird aussortiert, da es sonst faulen und damit die Sprossen verderben könnte.
  • Stellen Sie das Keimglas mit den Sprossen auf den Kopf. Es steht in einer Schrägstellung, damit noch vorhandenes Wasser gut abtropfen kann. Daher ist es ratsam einen kleinen Teller unterzustellen.
  • Spülen Sie die Sprossen 2 bis 3mal täglich mit Wasser, damit sie immer gut feucht bleiben.
  • Je nach Saatgut können Sie die fertigen Sprossen bereits nach 4 Tagen ernten.
  • Essen Sie die Sprossen pur, im Salat oder als Brotbelag. Übrige Sprossen können bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Omega-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren sollten in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Wenn Omega-6-Fettsäuren im Körper überwiegen, erhöht sich das Risiko für COPD, Herzinfarkt, Blutkreislauferkrankungen und Rheuma.
Omega-6-Fettsäuren verengen die Blutgefäße und fördern Entzündungen, Omega-3-Fettsäuren bewirken genau das Gegenteil. Bei dem richtigen Verhältnis von 2:1 bis maximal 5:1 heben sich diese Wirkungen gegenseitig auf.
Mit unserer heutigen „normalen“ Ernährung liegt das Verhältnis in der Regel bei 15-20:1, weil mittlerweile viel zu viele Omega-6-Fettsäuren über die industrielle Nahrung in unseren Körper gelangen.

 

Beispiel Kreislauf Getreide-Fleisch

Unser Getreide hat ein Verhältnis von durchschnittlich 13:1, damit wird unser Brot erzeugt. Mit diesem Getreide sowie mit Mais-Soja-Kraftfutter, was eine wahre Omega-6-Fettsäuren Bombe ist, wird auch unser Supermarktfleisch, der Zuchtfisch und der Aufschnitt zu Lebzeiten gefüttert. Das Ganze wird dann meistens noch mit Sonnenblumenöl (122:1) gebraten oder kommt mit Margarine (80:1) aufs Brot. Fazit: Mit verarbeiteten Lebensmitteln nehmen wir zu viele Omega-6-Fettsäuren auf und das Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren vergrößert sich immer weiter. Ein Verhältnis von 2:1 wie in der Steinzeit ist allerdings kaum noch zu erreichen, deswegen müssen Sie für Schadensbegrenzung sorgen.

Der Körper sollte täglich bis zu 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren aufnehmen. Also greifen Sie mehr zu Leinöl, Rapsöl oder Hanföl, meiden Sie vor allem Transfette und achten Sie bei Fleisch, Eiern und Milchprodukten auf die Herkunft und Qualität. Essen Sie mehr fetten Fisch4, Haselnüsse, Samen und Walnüsse und mehr Gemüse, Obst und Ballaststoffe. Achten Sie darauf, Bio-Produkte zu wählen: Bio-Öle weisen ein deutlich günstigeres Verhältnis der Fettsäuren auf. Für Bio-Eier wurde ein ideales Verhältnis von 1:1 nachgewiesen.

 

Magnesium

Mit einer ausreichenden Magnesiumzufuhr entspannen und erweitern sich die Atemwege, Entzündungsprozesse stabilisieren sich, die Immunabwehr wird gefördert und die Aktivität der Enzyme nimmt zu. Besonders viel Magnesium liefern Nüsse, Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen, Samen, Kräuter und Meeresfrüchte. Untersuchungen ergaben, dass Patienten mit einer stabilen COPD einen höheren Magnesiumspiegel haben, als Patienten mit einer akuten Exazerbation5.

 

N-Acetylcystein

N-Acetylcystein wirkt auf zweifache Weise bei COPD, es wirkt gegen Bakterien und schützt vor oxidativem Stress. Studien konnten die gute Wirkung von N-Acetylcystein bereits belegen2 – es mildert demnach die Symptome und verbesserte die Lebensqualität der Studienteilnehmer.

 

Vitamin D

Eine gute Vitamin-D-Versorgung ist für Ihre Gesundheit allgemein und besonders, wenn Sie an COPD erkrankt sind, von großer Wichtigkeit. Es hilft Krankheitserreger abzuwehren, stärkt das Immunsystem und ist an anti-entzündlichen Prozessen beteiligt. Personen mit einem Mangel an Vitamin D haben ein erhöhtes Risiko an einer COPD zu erkranken. In Studien zeigte sich, dass Vitamin D die Lungenfunktion verbessert7 und das Risiko für Exazerbationen verringert8. Auch Begleiterkrankungen der COPD, wie Osteoporose oder Muskelschwäche, werden mit einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung vorgebeugt.

 

Zink und Selen

Sowohl der Zink- als auch der Selenspiegel sind bei COPD Patienten verringert. Eine Studie ergab, dass Patienten durch Ergänzung von Zink und Selen weniger lang beatmet werden mussten.9 Im Schnitt waren es nur 9,4 Tage (Zink-Selen-Gruppe) statt 17,8 Tage (Placebo-Gruppe).

 

B-Vitamine

Untersuchungen zeigten, dass Personen mit einer COPD einen niedrigeren Vitamin B-Spiegel und einen erhöhten Homocysteinspiegel haben.10 Homocystein hat eine schädliche Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und kann nur abgebaut werden, wenn dem Körper ausreichend B-Vitamine zur Verfügung stehen – B6, B12 und Folsäure11. Durch die Kombination Vitamin-B-Mangel und zu viel Homocystein steigt das Risiko für Blutgerinnsel, Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe, allen voran die Polyphenole, können sich laut einer Studie aus dem Jahr 2018 positiv auf die Lungenfunktion auswirken.12

Forscher der Universität Warschau vermuten außerdem, dass sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien aus Obst und Gemüse Entzündungsreaktionen in den Atemwegen abmildern. Sie untersuchten 44.000 Männer (Raucher und Ex-Raucher) und ihr Essverhalten und stellten fest, dass von den Männer, die mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag aßen, nur halb so viele an COPD erkrankten, wie in der Gruppe mit den Männern, die nur zwei Portionen Obst und Gemüse am Tag aßen.13

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

Verzicht auf Rauchen und Alkohol: Der Rauchstopp ist die wichtigste Maßnahme!

Sport und Bewegung: Regelmäßige Bewegung und Lungensport wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

Stressabbau und Entspannungstechniken: Yoga, Massagen, Meditation und eine positive Lebenseinstellung helfen beim Stressabbau, stärken das Immunsystem und fördern Lebensqualität und Lebensfreude.

Die beste Prävention bei COPD ist ein gesunder Lebensstil. Aber auch bereits COPD-Betroffene profitieren davon und sollten spätestens jetzt die Art und Weise, wie sie leben, überprüfen und anpassen. Neben dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie einer gesunden Ernährung sind auch regelmäßige Bewegung, verschiedene Formen des Stressabbaus und der Entspannung sowie ein gesunder Lebensrhythmus von großer Bedeutung für die Eindämmung der COPD.

 

Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist weitreichend bekannt. Alkohol erschwert einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente, andererseits werden beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurde u. a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht.14

In der konventionellen Therapie bei COPD steht auch der Rauchstopp an erster Stelle. Es gibt zahlreiche Nichtraucher-Programme, die auch Ihnen zu einem rauchfreien Leben verhelfen können. Ein Rauchstopp hat maßgeblich Einfluss auf den Verlauf einer COPD, darüber hinaus verringert sich das Herzinfarkt- und Krebsrisiko drastisch. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, können Sie ein schnelles Fortschreiten der Krankheit verhindern, Symptome lindern, Ihren Auswurf verringern und Ihre Lungenfunktion verbessern. Da Ihre Bronchien nicht mehr unter dem schädlichen Zigarettenrauch zu leiden haben, treten auch seltener Atemwegsinfekte und -entzündungen auf.

 

Sport und Bewegung

Neben dem Rauchstopp zählt auch regelmäßige Bewegung zu den wichtigsten Therapiemethoden. Wenn Sie regelmäßig aktiv sind, wirkt sich das positiv auf die COPD und den Krankheitsverlauf aus: Muskeln bleiben erhalten, Krankenhausaufenthalte verringern sich und die Sterblichkeit sinkt.15 Hierzu zählt nicht nur Sport, der häufig aufgrund des Lungenvolumens nicht ausgeführt werden kann, sondern auch leichte Tätigkeiten wie Spaziergänge, Gartenarbeit oder zu Fuß einkaufen gehen.

 

Lungensport: Lungensport ist ein speziell für COPD-Patienten entwickeltes Training. Ihr Herz-Kreislauf-System und die Atemmuskulatur werden bei regelmäßigem Lungensport gestärkt und aufgebaut. Das Training können Sie in der Regel auch zu Hause ausführen, aber viele COPD-Patienten bevorzugen eine Lungensportgruppe. Sie erleichtert den Einstieg ins Training und motiviert durch das Training mit Gleichgesinnten. Diese Gruppen werden von speziell geschulten Trainern geleitet. Hier werden Ihnen Atemtechniken und Entspannungstechniken vermittelt, Muskeln gestärkt und aufgebaut und Ausdauer trainiert.

 

Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt können Sie auch Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Tanzen oder leichtes Joggen ausprobieren. Wichtig ist, dass Sie Sie langsam beginnen und auf Signale Ihres Körpers hören.

Teufelskreis bei COPD

Betroffene gehen oft davon aus, dass sie sich aufgrund der Atemnot schonen müssten. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Weniger Belastung führt zu noch mehr Atemnot und immer weniger körperlicher Fitness. Gezieltes Lungentraining gehört bei der COPD zur Basistherapie. Eine starke Lungenmuskulatur kann zudem den zähen Schleim besser abhusten.

Stressabbau und Entspannungstechniken

Aufgrund der verengten Atemwege und der damit einhergehenden Atemnot, je nach Schweregrad bereits im Ruhezustand, ist der Alltag vieler COPD-Patienten sehr kräftezehrend und anstrengend. Nehmen Sie sich über den Tag verteilt immer wieder kleine Auszeiten. Yoga, Massagen – besonders Klopfmassagen – und Meditation eignen sich sehr gut zum Stressabbau und Entspannen.

 

Yoga

Studien haben ergeben, dass bereits nach 12 Wochen regelmäßigem Yoga, die Lebensqualität der COPD-Patienten deutlich verbessert wurde.16 Yoga wirkt sich auf die Trainingskapazität und die Lungenfunktion aus, insbesondere die Yoga-Atemtechniken können sich lindernd auf die COPD-Beschwerden auswirken.17

Yoga

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen.  Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat. Es wurden Verbesserungen bei Durchblutungsstörungen, Angst und Depression, Störungen im vegetativen Nervensystem, Bluthochdruck, Asthma, Muskelschmerzen, Hormonstörungen und vielen mehr beobachtet.

Studien haben ergeben, dass bereits nach 12 Wochen regelmäßigem Yoga, die Lebensqualität der COPD-Patienten deutlich verbessert wurde.16 Yoga wirkt sich auf die Trainingskapazität und die Lungenfunktion aus, insbesondere die Yoga-Atemtechniken können sich lindernd auf die COPD-Beschwerden auswirken.17

 

Klopfmassagen

Bei der Klopfmassage wird der Brustkorb mit den hohlen Händen schnell und sanft abgeklopft. Bei dieser Technik soll sich das Sekret, das sich in den Bronchien sammelt, von den Bronchialwänden lösen, was das Abhusten erleichtert. In einer Untersuchung wurden bei Patienten, die eine manuelle Massage erhielten, Verbesserungen in der Einsekundenkapazität, Wahrnehmung der Atemnot und des 6-minütigen Gehtests beobachtet.18

Meditation

Meditation (lat. meditari = nachdenken, nachsinnen, die Mitte finden) ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Religionen und Kulturen bekannt ist. Verschiedene Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die eigene Mitte wieder zu spüren und Kraftressourcen in sich zu entdecken.

Eine Studie hat ergeben, dass Meditation die Beschwerden der COPD lindern kann – hier wird der Zusammenhang zwischen Atmungsparametern und Emotionen deutlich.19

 

Positive Lebenseinstellung

Wecken Sie Ihre Lebensfreude, indem Sie Dinge unternehmen, die Ihnen Spaß machen. Forscher haben festgestellt, dass sich eine positive Lebenseinstellung in vielfacher Hinsicht positiv auf die Gesundheit auswirkt, unsere Gedanken Vorgänge in unserem Körper beeinflusst und das Immunsystem stärkt.

Eine positive Haltung dem Leben gegenüber verändert nicht augenblicklich unsere Umstände und Beschwerden. Wer jedoch durch den Tag geht und seinen Blick auf all die vielen Momente richtet, die Schönes mit sich bringen, auf die netten Begegnungen, die guten Gespräche oder auf den freien Parkplatz vor dem Geschäft, verändert mit der Zeit seine Perspektive und nimmt immer mehr von dem wahr, was uns dankbar sein lässt.

Um zu lernen, die eigene Wahrnehmung auf all das Gute zu richten, das uns trotz allem Unwohlsein, trotz aller Widrigkeiten und Sorgen jeden Tag widerfährt, ist es hilfreich, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Das Schreiben lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, wofür wir dankbar sind. Widmen wir uns dem Tagebuch am Abend vor dem Schlafengehen, ist es zugleich ein schönes Ritual, das uns den Tag mit positiven Gefühlen beschließen lässt und unsere Gedanken zur Ruhe bringt.

 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

Medikamentöse Therapie:

  • Atemerweiternd: Beta-2-Mimetika, Anticholinergika, Methylxantine
  • Entzündungshemmend: Kortikosteroide PDE-4-Hemmer
  • Sonst: schleimlösend (Mukopharmaka) und ggf. Antibiotika bei Atemwegsinfektionen

 

Pneumologische Rehabilitation:

Verbessert nachweislich die Lebensqualität, dazu zählen z. B. individuelles Muskelaufbau- und Ausdauertraining, Atemschulung, Patientenschulung und psychologische Unterstützung

 

Operationen:

Bei einem Lungenemphysem kann es sinnvoll sein, die Lunge operativ zu verkleinern.

 

Eine Heilung von COPD ist trotz intensiver Forschung bis heute leider nicht möglich. Deshalb setzen die Ziele einer COPD-Therapie auf ein verringertes Fortschreiten der Erkrankung, eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit, Linderung der Beschwerden und Symptome, Vorbeugung von Exazerbationen und Erhaltung einer möglichst hohen Lebensqualität.

 

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Therapie sollte immer auf Ihre individuelle Situation abgestimmt sein. Je nach Symptomen, Schwere und Häufigkeit der Exazerbationen werden verschiedene Medikamente eingesetzt.

 

Zur Basistherapie gehören inhalierbare, bronchienerweiternde Medikamente – sogenannte Bronchodilatatoren. Die wichtigsten Bronchodilatatoren sind Beta-2-Sympathomimetika (kurz Betamimetika) und Anticholinergika. Bei regelmäßiger Anwendung sind langwirksame Bronchodilatatoren den kurzwirksamen Präparaten vorzuziehen.

 

Ein weiterer Behandlungsansatz ist Kortison. Inhalatives Kortison (ICS) wird Patienten mit einem hohen COPD Schweregrad empfohlen, sollte allerdings nicht bei leichtem Schweregrad gegeben werden. Ebenso soll ICS nicht als Monotherapie eingesetzt werden. Kortison-Tabletten oder die Notfall-Kortison-Spritze vom Arzt sollten nur als kurzzeitige Therapieoption angesehen werden. Eine Langzeitbehandlung kann hier zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Schwerkranke COPD-Patienten, die unter extremen Husten und Auswurf mit vermehrten Exazerbationen leiden, können von einem entzündungshemmenden Mittel aus der Gruppe der Phosphodiesterase-4-(PDE-4)-Inhibitoren, profitieren. Bei Atemwegsinfektionen kommen Makrolidantibiotika zum Einsatz.

 

Pneumologische Rehabilitation

Die pneumologische Rehabilitation verbessert nachweislich die Lebensqualität, Belastbarkeit und Prognose der Patienten. Sie umfasst:

  • Lungensport
  • Individuelles Muskelaufbau- und Ausdauertraining
  • Atemschulung
  • Rauchentwöhnung
  • Ernährungsberatung
  • Patientenschulung
  • Psychologische Unterstützung

 

Operationen bei COPD

Bei Betroffenen mit ausgeprägtem Lungenemphysem (Überblähung der Lunge) kann es sinnvoll sein, die Lunge zu verkleinern. Auch eine Lungentransplantation ist möglich, wenn alle Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind.

 

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

Heilpflanzen (Phytotherapie)

  • Alant
  • Spitzwegerich
  • Oregano
  • Süßholzwurzel
  • Thymian
  • Eukalyptus
  • Pelargonie
  • Efeu
  • Meerrettich und Kapuzinerkresse

 

Physiotherapie

Mit Physiotherapie können Sie die eigene Belastbarkeit steigern und den Verlauf der COPD positiv beeinflussen

 

Atemtherapie

In der Atemtherapie werden bestimmte Techniken erlernt, die das Atmen und Abhusten erleichtern.

 

Sauerstofftherapie

Hier wird der Körper mindestens 16 Stunden täglich mit Sauerstoff versorgt und die Atemmuskeln so entlastet.

 

Homöopathie

  • Antimonium tartaricum
  • Acidum formicicum
  • Antimonium arsenicosum
  • Hamamelis virginiana
  • Coccus cacti
  • Natrium sulfuricum

 

 

Klimatherapie

In den Bergen oder am Meer ist die Atemluft anders zusammengesetzt und weniger mit Allergenen und Schadstoffen belastet.

 

Psychotherapie

Ängste und Depressionen treten häufig zusammen mit einer COPD auf und können mit einer Psychotherapie verbessert werden.

Heilpflanzen (Phytotherapie)

Alant

Alant ist eine in Vergessenheit geratene Heilpflanze, die sich besonders positiv auf Lunge und Bronchien auswirkt. Sie fördert die Erneuerung von Lungengewebe und -zellen, hat tumorhemmende Eigenschaften, lindert die Beschwerden bei COPD, chronischer Bronchitis, Asthma, Keuchhusten und Lungenentzündung. Er ist stark schleimlösend, auswurffördernd, antibakteriell, antimykotisch, antiseptisch, blutreinigend, entzündungshemmend, galletreibend, harntreibend, hustendämpfend, blähungstreibend, krampflösend, leberanregend, schweißtreibend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd und wurmtreibend.

 

Spitzwegerich

Extrakte aus Spitzwegerich (Plantago lanceolata) erleichtern das Abhusten und kommen als Phytopharmaka bei der COPD-Behandlung häufig zum Einsatz. Die Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs wie Iridoidglycoside, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Kieselsäure und Saponine wirken reizlindernd und schleimlösend bei Entzündungen der Bronchien mit Husten und Heiserkeit.

 

Oregano

Oregano wirkt abschwellend auf die Nasenschleimhäute und Bronchien. Außerdem ist Oregano reich an Mikronährstoffen, die für das Immunsystem sehr wichtig sind. Sie können Oregano frisch oder getrocknet essen oder sich 1-2 Tropfen Oregano-Öl in den Tee geben.

 

Süßholzwurzel

Die Süßholzwurzel wird schon seit tausenden von Jahren bei Schleimhautproblemen im Atmungstrakt eingesetzt. Die hohe Anzahl der vorhandenen Saponine lindert Reizungen im Hals-Rachenbereich und wirkt schleimlösend. Süßholzwurzel ist nicht ohne Grund Bestandteil von fast jedem Hustentee.

 

Thymian

Thymian ist wohl das bekannteste Lungenheilmittel. Er ist schleimlösend und hat eine antibiotische und antimykotische Wirkung. Thymian ist eine uralte Heilpflanze, die schon seit Jahrhunderten als wirksames Mittel gegen Bronchitis und Katarrhen der oberen Atemwege eingesetzt wird. Er wirkt schleimlösend, entzündungshemmend, bronchienerweiternd, antiviral und antibakteriell.

 

Eukalyptus

Das im Eukalyptus enthaltene Cineol hat eine besondere Heilwirkung auf unsere Lunge. Hustenreiz wird gelindert, gereizte Nasennebenhöhlen werden beruhigt und Schleim wird gelöst. Die im Eukalyptus enthaltenen Antioxidantien stärken das Immunsystem. Laut einer Studie verringert die Einnahme von Cineol das Auftreten von Exazerbationen signifikant.20

 

Pelagornie

Studien haben belegt, dass ein Extrakt aus der Wurzel der in Afrika heimischen Pelargonie (Pelargonium sidoides) signifikante und klinisch relevante Wirkung erzielt. Exazerbationen wurden verkürzt und verringert, weniger Antibiotika wurden verschrieben, die Lebensqualität hat sich verbessert und die Probanden hatten weniger Fehltage auf der Arbeit.21

 

Efeu

Der therapeutische Nutzen von Efeu-Extrakt bei Atemwegserkrankungen konnte in mehreren klinischen Studien unter Beweis gestellt werden.22 Die Anwendung von Efeu als Heilmittel bei akuten Atemwegsinfekten hat eine sehr lange Tradition und ist ein sehr gut erforschtes Phytopharmaka mit sehr guter Verträglichkeit.

 

Meerrettich und Kapuzinerkresse

Die Senföle in Meerrettich und Kapuzinerkresse geben den Pflanzen ihren scharfen Geschmack und werden auch als „pflanzliche Antibiotika“ bezeichnet. Die enthaltenen Senföle wirken zum einen vorbeugend gegen Infekte der Atemwege23, sie wirken auch entzündungshemmend bei akuten Atemwegsinfekten und verhindern die Vermehrung von Grippeviren.24

 

 

Physiotherapie

Mit Physiotherapie können Sie die eigene Belastbarkeit steigern und den Verlauf der COPD positiv beeinflussen. Der Physiotherapeut wird die Behandlung individuell und angemessen auf Sie abstimmen, so dass Sie in jedem Stadium der COPD damit beginnen können. Mit einer übertriebenen Schonungshaltung und dem Meiden von jeglicher Bewegung aus Angst vor Atemnot wird der Muskelabbau – auch der Atemmuskulatur – nur zusätzlich verstärkt. Regelmäßiges Training stärkt die Muskeln und die Lungenfunktion, verbessert die körperliche Belastbarkeit und reduziert Atemnot.25

 

Atemtherapie

Die Atemtherapie ist wie „Physiotherapie für die Atemwege“. Hier werden bestimmte Techniken gezeigt, die das Atmen und Abhusten erleichtern. Auch Atemtherapiegeräte kommen zum Einsatz, diese lösen Schleim, reduzieren die Atemnot und erleichtern das Abhusten.

 

Sauerstofftherapie

Unter mangelnder Sauerstoffversorgung leidet eine Vielzahl der COPD-Betroffenen. Wenn der Sauerstoffwert im Blut dabei unter einen gewissen Wert sinkt, kann eine Sauerstofftherapie helfen, den Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen und die Atemmuskeln zu entlasten. Mindestens 16 Stunden täglich (Langzeittherapie) sollte diese Therapie durchgeführt werden – je länger, desto besser. Hierfür stehen auch spezielle Heimgeräte zur Verfügung. Studien haben gezeigt, dass Patienten dank dieser Therapie wieder längere Gehstrecken zurücklegen und sich wieder selbstständig versorgen können.26 Auch das Überleben der Betroffenen kann dadurch verlängert werden.

 

Homöopathie

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann hat um 1800 die Homöopathie (homoios=ähnlich, pathos=Leiden) begründet. Die Homöopathie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip, was bedeutet, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden soll. Das bedeutet, dass die Substanz, die eine Krankheit heilen kann, bei einem Gesunden zu genau diesen Symptomen führen würde.

 

Folgende Präparate können die Symptome der COPD verbessern:

 

  • Antimonium tartaricum
  • Acidum formicicum
  • Antimonium arsenicosum
  • Hamamelis virginiana
  • Coccus cacti
  • Natrium sulfuricum

Um das für Sie passende Mittel auszuwählen, sprechen Sie am besten mit einem ausgebildeten Homöopathen.

 

 

Klimatherapie

Egal ob in den Bergen oder am Meer, in beiden Regionen ist die Atemluft anders zusammengesetzt und weniger mit Allergenen und Schadstoffen belastet, was Entzündungen in den Atemwegen besser abklingen lässt. Die Luft am Meer enthält darüber hinaus noch Salz und viel Feuchtigkeit und lässt so zähen Schleim besser abfließen. Am besten geeignet sind Regionen mit sogenanntem Reizklima. Das kann die Nord- oder Ostsee sein, aber auch das Hochgebirge über 1.500 Höhenmeter. Sogar Stollen von stillgelegten Bergwerken werden als Klimahöhle genutzt. Um die wohltuende und heilsame Wirkung von salzhaltiger Luft auch im Alltag nutzen zu können, gibt es in vielen Städten Salzgrotten.

 

Psychotherapie

 

40-70% der COPD Patienten leiden unter Ängsten und Depressionen – besonders betroffen hiervon sind Frauen. Psychische Belastungen wirken sich langfristig negativ auf den Krankheitsverlauf aus und sollten daher psychologisch begleitet werden. Ängste und Depressionen nehmen Einfluss auf die allgemeine Lebensqualität, auf die Häufigkeit und Dauer der Krankenhausaufenthalte, erhöhen das Risiko einer Exazerbation und wirken sich auch auf die Sterblichkeit aus.

 

Bei einer Psychotherapie lernen Sie, wie Sie den Alltag mit der Krankheit besser bewältigen können, wie Sie mit Panikattacken umgehen können, wie Sie zumutbare Belastungen nicht weiter meiden, aus Angst, diese nicht zu schaffen. Scheuen Sie sich nicht, hier Hilfe anzunehmen. Sollten Sie unter starken Depressionen leiden, die den Einsatz von Antidepressiva erfordern, sollten Nebenwirkungen (auch der COPD-Medikamente), die sich negativ auf die COPD auswirken können, beachtet werden.

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei COPD

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei COPD stehen viele Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Gesunde Ernährung: Die Basis bildet eine anti-entzündliche, mikronährstoffreiche, ausgewogene Ernährung. Bei COPD ist das Anstreben des Normalgewichts besonders wichtig. Unter- und Übergewicht verschlechtern Ihre Prognose.
  • Lebensstil: Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil: Verzichten Sie auf Alkohol und bauen Sie viel Bewegung in Ihren Alltag ein. Lungensport und Physiotherapie sind gute Optionen bei einer COPD.
  • Entspannung: Erlernen Sie ein Entspannungstechnik, um gezielt Stress abzubauen und planen Sie reichlich Pausen im Alltag ein.
  • Ganzheitliche Therapie: Eine Vielzahl an komplementären Therapien können Sie bei der Aufrechterhaltung einer hohen Lebensqualität bei COPD unterstützen. Informieren Sie sich über Therapien (Angebote und Finanzierung) und lungenkräftigende Heilpflanzen.

Quellenangaben

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