Diabetes mellitus:
Schritt für Schritt aus der Zuckerkrankheit

Mit über neun Millionen Betroffenen ist Diabetes mellitus, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, eine der großen Volkskrankheiten in Deutschland. Oft merken die Betroffenen zunächst gar nicht, dass sie an „Zucker“ leiden. Die wichtigsten und in einem relativ frühen Krankheitsstadium bereits gut erkennbaren Symptome dieser chronischen Erkrankung des Zuckerstoffwechsels sind ein erhöhter Harndrang und starker Durst

Wird Diabetes frühzeitig erkannt, kann er gut behandelt werden. Bleibt er unentdeckt und/oder unbehandelt, werden im Laufe der Zeit Blutgefäße, Nerven und Organe nachhaltig und irreversibel (unumkehrbar) geschädigt. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Erblindung und Fußamputationen steigt. Die beiden wichtigsten Formen sind der Typ-1- (jugendliche) und der Typ-2- (Alters-)Diabetes. In diesem Artikel wird es schwerpunktmäßig um den Typ-2-Diabetes gehen. Gerade beim Typ-2-Diabetes, der vor allem durch unsere moderne Lebensweise gefördert wird, gibt es einige Möglichkeiten auch selbst etwas gegen diese Krankheit zu tun. Aber auch Typ-1-Diabetiker werden von den hier dargestellten Informationen sicher profitieren können.

Frau testet Blutzuckerspiegel wegen Diabetes

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 5. Februar 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Diabetes mellitus – was ist das? Zuckerkrankheit: eine Störung des Zuckerstoffwechsels; führt zu erhöhten Blutzuckerwerten, weil das Inselhormon zu wenig vorhanden beziehungsweise die Wirkung vermindert ist
  • Ursachen & Risikofaktoren: Eine genaue Ursache für die Entstehung von Diabetes ist nicht wissenschaftlich bewiesen – mehrere Risikofaktoren wie Übergewicht und ungesunder Lebensstil (falsche Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel) spielen eine Rolle.
  • Symptome: erhöhter Harndrang und starker, nahezu unstillbarer Durst, Leistungsschwäche, Müdigkeit, trockene Haut und ein geschwächtes Immunsystem
  • Diagnose und Tests: messen des „Nüchtern-Glukosewerts“ (Blutzucker), oraler Glukosetoleranztest, beobachten des „Langzeitzucker-Werts“ HbA1c, zusätzliche Diagnostik aufgrund der zahlreichen Folgekrankheiten
  • Prognose und Verlauf: schleichende, oft lange unbemerkte Entwicklung von Folgeerkrankungen wie Herzerkrankungen, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung, Depression, Durchblutungsstörungen der Beine mit Gefahr der Amputation;
    akute Komplikationen: diabetisches Koma oder Unterzucker
  • Empfohlene Ernährung: überwiegend basische Kost mit viel Obst und Gemüse und pflanzlichen Ölen; insgesamt sollen deutlich weniger Kohlenhydrate gegessen werden
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: eindeutig erhöhter Bedarf an allen Mikronährstoffen, Schutz vor Folgeerkrankungen und Reduktion der Nebenwirkungen von Medikamenten
    • Lebensstil: mehr Bewegung ist elementar, Normalisierung des Körpergewichts, Entspannung und gesunder Schlaf sind ebenfalls wichtige Bausteine in der Vorbeugung und der Therapie
    • Konventionelle Therapie: medikamentös wird versucht, den Zuckerstoffwechsel aufrecht zu erhalten (Ziel: HbA1c-Wert um 7%), später dann Inselhormon-Therapie
    • Ganzheitliche Therapie:
      • naturheilkundliche Medikamente
      • Gewürze
      • Darmsanierung
  • Checkliste und Empfehlungen bei Diabetes mellitus: Das können Sie selbst tun.

Was ist Diabetes?

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Diabetes in der Übersicht

  • Diabetes ist eine Erkrankung des Zuckerstoffwechsels.
  • Hauptkennzeichen sind erhöhte Blutzuckerwerte und Zucker im Urin (Diabetes mellitus heißt „honigsüßer Durchfluss“).
  • Typ-1-Diabetes – zweithäufigste Diabetes-Variante, auch „jugendlicher“ Diabetes genannt (ca. 5 % aller Fälle): Ursache ist eine Autoimmunerkrankung, die einen absoluten Mangel am Inselhormon verursacht. Betroffene müssen ihr ganzes Leben lang das Inselhormon spritzen. Die Erkrankung beginnt meist vor dem 20. Lebensjahr.
  • Typ-2-Diabetes – häufigste Diabetes-Variante, auch „Alters-Diabetes“ genannt (ca. 90-95 % aller Fälle): Ursachen sind Inselhormonresistenz (die verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für das Inselhormon) und Erschöpfung der inselhormonproduzierenden Zellen durch jahrelange Überproduktion.
    • Beginn meist schleichend, wird deshalb teilweise spät erkannt
    • früher Altersdiabetes genannt, doch erkranken immer mehr auch jüngere Menschen daran
    • Hauptursachen sind Übergewicht (Adipositas), Bewegungsmangel und erbliche Disposition
  • Seltene Diabetes-Varianten
    • Schwangerschafts-Diabetes (Typ-4-, auch Gestationsdiabetes): eine Glukosetoleranzstörung, die während der Schwangerschaft auftreten kann, nach der Entbindung aber wieder verschwindet
    • andere spezifische Diabetes-Typen (Typ-3-Diabetes): Die seltenen Formen der Zuckerkrankheit haben verschiedene Ursachen, aber im Wesentlichen die gleichen Erkrankungsmerkmale wie die klassischen Diabetes-Erkrankungen.

Zuckerkrankheit, eine rätselhafte Erkrankung

Der Begriff „Diabetes“ wurde bereits etwa 230 v. Chr. von Apollonius von Memphis geprägt und bedeutet im Altgriechischen „Aus-/Durchfluss“. Der griechische Arzt Aretaios von Kappadokien unterschied im 2. Jahrhundert n. Chr. mehrere Diabetes-Formen und beschrieb die Krankheit als ein furchtbares Leiden, unangenehm und schmerzvoll, mit unstillbarem Durst und unausweichlichem Tod. Schon damals wurde der Name „honigsüßer Durchfluss“ (nichts anderes heißt Diabetes mellitus) geprägt. Denn der Urin von Erkrankten schmeckt aufgrund des Zuckers darin süß.

Dieser Geschmackstest wurde durch die Jahrhunderte praktiziert; nachhaltig und erfolgreich behandeln konnten Mediziner die Krankheit bis ins 20. Jahrhundert hinein jedoch nicht. Allerdings war den Heilkundigen nicht entgangen, dass eine Umstellung des Lebensstils in frühen Stadien der Krankheit einen spürbaren Effekt auf den weiteren Verlauf haben konnte. War Diabetes jedoch erst einmal chronisch, halfen auch keine ausgefeilten Diäten mehr. Dank der Entdeckung des Inselhormons im Jahr 1921 durch die späteren Nobelpreisträger Frederick Banting und Charles Best hat Diabetes heute seinen Schrecken verloren und ist gut behandelbar.

 

Vorkommen und Auftreten

In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die an Zuckerkrankheit leiden, seit dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich an. So war etwa 1998 bei 4,7 % der männlichen und bei 5,7 % der weiblichen Bevölkerung eine Diabetes-Erkrankung bekannt. 10 Jahre später stiegen diese Zahlen schon auf 7,0 % bei Männern und 7,4 % bei Frauen. Es wird angenommen, dass in Deutschland heute (2020) etwa jeder zehnte Mensch an Diabetes erkrankt ist. Circa neun Millionen Diabetes-Kranke gibt es in Deutschland insgesamt. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass 1,3 Millionen Bundesbürger mit unerkanntem Diabetes leben.

Aber auch weltweit sind immer mehr Menschen betroffen. 2019 lebten auf der Erde etwa 463 Millionen Menschen mit Diabetes (ohne Unterscheidung zwischen den Diabetes-Typen), so der Diabetes-Atlas der Internationalen Diabetes-Föderation. Laut Schätzungen werden Diabetes-Erkrankungen bis 2045 auf 700 Millionen Fälle ansteigen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland auf Platz acht der Erkrankungshäufigkeit. An der Spitze der Länder mit den meisten Diabetes-Erkrankungen liegen China, Indien und die USA. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass Diabetes bis zum Jahr 2030 zu den sieben häufigsten Todesursachen gehören wird.

Pro Jahr erhalten etwa 3000 Kinder die Diagnose Typ-1-Diabetes. Doch auch Kinder mit „Alters-Diabetes“ sind aufgrund der Ernährungsgewohnheiten, des rasant zunehmenden Übergewichts und des Bewegungsmangels keine Seltenheit mehr.

 

Was ist Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)?

Unter dem Begriff werden verschiedene Störungen des Zuckerstoffwechsels zusammengefasst. Allen gemeinsam ist, dass sie zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, weil das Inselhormon in zu geringen Mengen vorhanden und/oder die Inselhormonwirkung vermindert ist (sogenannte Inselhormonresistenz). Diese krankhafte Störung führt zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, da der Zucker nicht ausreichend aus unserem Blut in die Zellen transportiert werden kann.

Die zu hohen Blutzucker-Werte schädigen mit der Zeit die Blutgefäße, das Nervensystem und verschiedenste Organe. Hauptgrund ist die „Verzuckerung“ (Glykierung) von Eiweißen, die dadurch irreversibel geschädigt werden und ihre Funktion verlieren. Es entstehen dadurch sogenannte Advanced Glycation Endproducts (AGEs), die ein Hauptgrund für die Komplikationen bei Diabetes-Erkrankten sind. Deshalb ist es wichtig, dass Diabetes frühzeitig erkannt und konsequent behandelt wird.

 

Welche Diabetes-Formen gibt es?

Es werden verschiedene Diabetes-Formen unterschieden. Die Hauptformen sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Etwa 90-95 % der Erkrankten haben Typ-2-Diabetes, etwa 5 % Typ-1. Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft und andere spezifische Diabetes-Typen haben unterschiedliche Ursachen und kommen selten vor.

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes betrifft meist Kinder und Jugendliche vor dem 20. Lebensjahr. Ursache ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem inselhormonproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Das körpereigene Inselhormon fehlt dem Körper dadurch, was lebensgefährliche Folgen hat. Deshalb muss der Blutzuckerspiegel permanent künstlich reguliert werden, die Patienten spritzen sich daher ihr Leben lang das benötigte Inselhormon.

Typ-2-Diabetes

Die weitaus häufigere Variante ist Typ-2-Diabetes. Sie tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf. Weil besonders viele alte Menschen betroffen sind, wird Typ-2 auch Altersdiabetes genannt. Allerdings steigt der Anteil von jüngeren Betroffenen seit Jahren an, da die Risikofaktoren Übergewicht und Bewegungsmangel in dieser Bevölkerungsgruppe zunehmen. Insgesamt sind etwa 8-10 % der Bevölkerung von Diabetes-Typ-2 betroffen. Das Krankheitsgeschehen ist sehr komplex.

Manchmal wird auch noch zwischen den Typen 2a und 2b unterschieden. Bei Typ-2b haben die Patienten krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas), bei Typ-2a nicht.

Hinweis

Der Zuckerstoffwechsel und Inselhormonresistenz

Die fehlerhafte Regulierung des Zuckerspiegels durch einen Mangel am Inselhormon spielt bei allen Diabetes-Varianten die Hauptrolle. Das Inselhormon ist ein Botenstoff, der Körperzellen dazu anregt, Zucker (Glucose) aus dem Blut ins Zellinnere zu transportieren. Dazu bindet das Hormon an spezielle Inselhormon-Rezeptoren an der Zelloberfläche und löst die entsprechende Reaktion der Zelle aus. In der Zelle wird die Glukose zur Energiegewinnung benötigt und dabei verbraucht.

Zudem sorgt das Inselhormon für die Speicherung von gerade nicht benötigter Glukose in der Leber und den Muskeln und ist das einzige menschliche Hormon, das für den Aufbau und die Speicherung von Körperfett sorgt.

Produziert wird das Inselhormon in einem Bereich der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), der „Langerhans-Inseln“ genannt wird. Daher leitet sich auch der Name Inselhormon ab. Bei Typ-2-Diabetes wird anfangs noch ausreichend Inselhormon produziert. Dann entwickeln die Patienten eine Inselhormonresistenz. Die Inselhormon-Rezeptoren auf den Zellen reagieren immer weniger auf das ankommende Inselhormon, so dass der Zucker von den Körperzellen nicht mehr optimal aufgenommen werden kann und sich im Blut anreichert.

Die Bauchspeicheldrüse versucht, durch höhere Inselhormonproduktion gegenzusteuern, was im Verlauf der Krankheit zur Überlastung der Bauchspeicheldrüse und zu einer anschließenden Senkung der Produktion führt. Ein absoluter Inselhormonmangel kann sich in Spätstadien der Erkrankung einstellen, der nur noch durch das zusätzliche Spritzen des Inselhormons behoben werden kann.

Ursachen und Risikofaktoren von Typ-2-Diabetes

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Die Ursache der Krankheit Diabetes mellitus ist ein absoluter oder relativer Mangel des Inselhormons.
  • Gründe sind die Zerstörung bestimmter Strukturen in der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen) bei Typ-1-Diabetes oder deren dauerhafte Überforderung bei Typ-2-Diabtetes.
  • Zusätzlich entwickelt sich eine Inselhormonresistenz der Körperzellen bei Typ-2-Diabtetes mit vermindertem Ansprechen der Zellen auf das Hormon.
  • Risikofaktoren sind Übergewicht, Fehlernährung, Bewegungsmangel, epigenetische Veranlagung, Mikronährstoffmangel, Stress.
  • Gut therapierbar sind die daraus sich entwickelnden Störungen der Darmflora, oxidativer und nitrosativer Stress.

Ursachen und Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes

Die vordergründige Hauptursache für die Zuckerkrankheit ist ein absoluter oder relativer (durch verminderte Wirksamkeit) Mangel des Inselhormons. Dieses wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und hat die Aufgabe, den Zucker aus dem Blut zur Verarbeitung in die Zellen zu schaffen. Das Inselhormon und sein Gegenspieler Glucagon halten normalerweise den Blutzuckerspiegel in engen Grenzen (ca. 80-120 mg/dl oder 4,5–6,7 mmol/l).

Wissenschaftlich kann die Entstehung von Typ-2-Diabetes noch nicht im Detail erklärt werden, es sind jedoch verschiedene Risikofaktoren bekannt, die den Verlauf der Krankheit erheblich beeinflussen können. Mehrere davon müssen zusammentreffen, damit der Typ-2-Diabetes entsteht – ein Faktor allein genügt nicht.

Neben einer epigenetischen Veranlagung beeinflusst vor allem der eigene Lebensstil das Erkrankungsrisiko nachhaltig.

Hinweis

Epigenetik

Bis zur Entdeckung der Epigenetik ging man davon aus, dass unsere Gene unveränderbar sind und somit Persönlichkeitsmerkmale oder die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Neigungen von Geburt an feststehen.

Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das uns vererbte Genmaterial durch äußere Einflüsse wie Ernährung, Lebensstil, Stress, Umweltgift und Lebenseinstellung veränderbar ist. Es hat sich gezeigt, dass die Gene selbst nicht verändert werden, aber durch Anbauten (Methylierung) Gensequenzen schwächer oder stärker abgelesen oder ein- bzw. ausgeschaltet werden können.

Erkenntnisse zeigen, dass durch negative Einflüsse sowohl dauerhafte Schäden als auch modifizierbare Veränderungen (epigenetisch) an unserer Erbsubstanz verursacht werden können, die über Generationen weitervererbt werden können. Das Neue an diesen Forschungsergebnissen ist, dass wir die epigenetisch veränderten DNA-Sequenzen positiv beeinflussen können, wir also selbst Einfluss haben auf Dispositionen, deren Ausprägung wir bislang für unveränderbar gehalten haben.

Eine ausgewogene Ernährung, eine umfassende Versorgung mit den lebenswichtigen Mikronährstoffen, positive Gedanken und eine optimistische Lebenseinstellung sowie die Vermeidung von Schadstoffen, Chemikalien und Stress sind nach den Erkenntnissen der Epigenetik somit elementar für unsere eigene Gesundheit und Vitalität ebenso wie die unserer Kinder.

Hoffnung besteht, dass mit Hilfe der Forschungsergebnisse zur Epigenetik in der Zukunft auch derzeit als unheilbar betrachtete Erkrankungen heilbar sein werden.

Die wohl wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung eines Diabetes mellitus sind das Übergewicht und dessen Ursachen Bewegungsmangel und einseitige Ernährung. Spezielle Hormone und Botenstoffe, die vom Bauchfett produziert werden, bringen die Zuckerregulation aus dem Gleichgewicht. Diese bei Übergewichtigen im Übermaß produzierten Entzündungs-Botenstoffe bewirken, dass Muskel- und Leberzellen kaum noch auf das blutzuckerregulierende Inselhormon reagieren können.1

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Fettzellen einen Botenstoff produzieren (Retinol Binding Protein 4 – RBP-4), der wahrscheinlich ursächlich für die immer weiter um sich greifende Insselhormonresistenz der Körperzellen ist. Die überwiegende Mehrheit der Typ-2-Diabetiker ist übergewichtig oder fettleibig (adipös), eine Gewichtsabnahme im frühen Stadium der Krankheit senkt die Konzentration von RBP-4 im Blut nachweislich und wirkt sich sehr günstig auf den weiteren Krankheitsverlauf aus.

Ein Typ-2-Diabetiker produziert lange Zeit viel mehr körpereigenes Inselhormon als der Stoffwechselgesunde. Durch die Inselhormonresistenz steigt der Blutzuckerspiegel dennoch an, der Zucker kann nicht verarbeitet werden. Einer der einfachsten und wichtigsten Hinweise auf das Vorliegen einer solchen Resistenz ist die Messung des Bauchumfanges. Bei einem Bauchumfang von mehr als 102 cm bei Männern und mehr als 88 cm bei Frauen ist bei 95 % der Menschen eine Inselhormonresistenz nachweisbar.2

Als Faustregel gilt, dass ein Bauchumfang von mehr als 94 Zentimetern bei Männern und 80 Zentimetern bei Frauen das Diabetesrisiko deutlich erhöht. Dabei müssen natürlich unterschiedliche Körpergrößen und -veranlagungen berücksichtigt werden. Schon 5 kg Übergewicht verdoppeln das Risiko, eine Zuckerkrankheit zu bekommen, 10 kg Übergewicht verdreifachen das Risiko sogar.

Welche Folgen die Inselhormonresistenz für den Körper hat, haben wir im Kapitel Prognose und Verlauf für Sie zusammengefasst.

 

Bewegungsmangel ist der zweite wichtige Risikofaktor, der eng mit dem Übergewicht zusammenhängt. Denn wer sich nicht bewegt, der verbrennt auch keine Kalorien. Durch Bewegung wird Glukose inselhormon-unabhängig verbraucht, so dass die Bauchspeicheldrüse entlastet wird. Das ist für die Vorbeugung genauso wichtig wie für die Therapie des Diabetes mellitus.

So konnte gezeigt werden, dass Menschen mit mehr Bewegung und einer gesunden Ernährung ein um die Hälfte reduziertes Risiko für die Zuckerkrankheit haben. Wenn die Menschen zusätzlich nicht rauchen und wenig Alkohol trinken, könnten 80 % der Zuckerkrankheiten verhindert werden. Wenn die Menschen dann auch noch einen normalen Bauchumfang hätten, könnte man 9 von 10 neue Diabetesfälle verhindern.3

Das sogenannte metabolische Syndrom ist eine Kombination aus verschiedenen Risikofaktoren (Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, erhöhte Blutzuckerwerte) und steigert das Risiko für Blutgefäßschäden und deren tödliche Folgekrankheiten drastisch.

Zu den weiteren beeinflussbaren Risikofaktoren zählen also Rauchen, ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung und bestimmte Medikamente.

In diesem Zusammenhang sollen auch die neuesten Forschungen zu Veränderungen in der Darmflora als Ursache sowohl für Typ-1-Diabetes als auch für Typ-2-Diabetes erwähnt werden.4 Die Darmflora hat demnach großen Einfluss auf die Inselhormonresistenz der Zellen und auf die unterschwellige Entzündung (silent inflammation).5 Als Ursachen für diese diabetesfördernden Darmflora-Störungen werden u. a. das ständige Über-Essen und viele Antibiotika-Behandlungen in der Kindheit genannt.6

Auf zellulärer Ebene spielen als gut beeinflussbare Risikofaktoren der oxidative Stress ebenso eine wichtige Rolle wie der nitrosative Stress.7

 

 

Hinweis

Nitrosativer Stress und Einfluss auf die Gesundheit

Nitrosativer Stress bezeichnet die Überproduktion des lebensnotwendigen Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO).

Nitrosativer Stress ist vergleichbar mit dem oxidativen Stress der freien Radikale: auch beim Stoffwechsel des Stickstoffmonoxids (NO) ist eine geringe Grundproduktion für unsere Gesundheit unabdingbar:

  • NO wirkt bakterientötend
  • NO wirkt erweiternd auf Blutgefäße
  • NO reguliert den Stoffwechsel von Mitochondrien
  • NO ist notwendig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen

 

Nitro-Stress ist durch das vermehrte Auftreten von NO und dessen Folgeprodukt Peroxynitrit gekennzeichnet. Verschiedene, oft nur kurz einwirkende Stressoren können eine übermäßige Produktion von NO auslösen und es beginnt ein biochemischer Teufelskreis. Dieser bleibt meist auch noch bestehen, wenn der Auslöser längst verschwunden ist.

Wichtige Auslöser und Verstärker dieses Teufelskreises sind:

  • Entzündungen
  • Bakterien- oder Viruserkrankungen (bis zu 30-fache NO-Bildung)
  • Medikamente, Chemikalien, Schwermetalle
  • Körperlicher Stress
  • Psychischer Stress
  • Kohlenhydratreiche Ernährung

 

Einfluss auf die Gesundheit

Ein komplexes Netzwerk biochemischer Veränderungen beeinflusst die Gesundheit der Betroffenen enorm:

Eisenhaltige Enzyme der mitochondrialen Atmungskette werden blockiert und es kommt durch diese Schädigung der Zellkraftwerke zu einem sekundären Energie-Mangel.

Dadurch wird als „Notstromaggregat“ die anaerobe Glykolyse aktiviert. Es kommt zur intrazellulären (und später auch zur extrazellulären) Übersäuerung mit einer Einschränkung der Funktion vieler wichtiger Enzyme.

Durch die Aktivierung der NO-Synthasen kommt es zur vermehrten Bildung von Citrullin (Arginin + Sauerstoff = NO + Citrullin, das Citrullin kann im Urin nachgewiesen werden), und Proteine werden citrulliniert. Diese citrullinierten Eiweiße übererregen das Immunsystem und lösen Autoimmunerkrankungen und Entzündungen und die vermehrte Bildung von Histamin aus.

Dadurch entsteht ein Mangel an diversen Vitaminen (Vitamin C, B1, B2, B5, B6, B12, Vitamin E, Vitamin D, Folsäure), Mineralien und Spurenelementen (Selen, Magnesium, Zink) sowie Enzymen. Vitamin B12 wird durch NO irreversibel zerstört, was die Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen erklärt. Aus dem gleichen Grund ist Vitamin B12 als direktes Gegenmittel von NO und Peroxinitrit einsetzbar.

Die Gabe von natürlichen Mikronährstoffkombinationen ist bislang die wichtigste Therapieoption bei Nitrostress und mitochondrialer Dysfunktion. Zahlreiche Studien bestätigen die Meinung der erfahrenen Experten, wonach „die Therapie des nitrosativen Stress eine Domäne der Mikronährstoffe“ (Dr. Bodo Kuklinski) sei.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

 

 

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren der Diabetes-Erkrankung zählen Vererbung, Alter und hormonelle Erkrankungen.

Hinweis

Biochemische Grundlagen der Zuckerkrankheit

Auf zellulärer Ebene sind mittlerweile einige biochemische Mechanismen erforscht, die zur Entstehung einer Diabetes-Erkrankung beitragen. Viele dieser biochemischen Vorgänge lassen sich durch gezielte Therapie positiv beeinflussen.

Allen voran ist der sogenannte oxidative Stress erforscht. Bei oxidativem Stress entstehen im Körper mehr schädliche freie Radikale als durch Antioxidantien unschädlich gemacht werden können. Wenn Sie dazu mehr erfahren wollen finden Sie Im Kapitel Mikronährstoffe eine Info-Box dazu. Oxidativer Stress spielt bei der Entstehung von Diabetes genauso eine Rolle wie bei der Entwicklung von Komplikationen.8

So wissen wir aus mehreren Studien, dass beispielsweise die inselhormonproduzierenden Betazellen des Pankreas sehr empfindlich auf oxidativen Stress reagieren.9 Diese Studien zeigen auch, dass weniger Betazellen zerstört werden, wenn der antioxidative Schutz besser ist. Außerdem ist bekannt, dass oxidativer Stress auch eine Inselhormonresistenz fördert.10

Sehr eng damit zusammen hängt der nitrosative Stress, der ebenfalls an der Entstehung und Verschlechterung von Diabetes beteiligt ist. Die Details dieser Zusammenhänge sind sehr komplex. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Überproduktion von Stickoxid (nitrosativer Stress) zu einer Schädigung der Zellkraftwerke (Mitochondrien) führt und auch eine unterschwellige chronische Entzündung (silent inflammation) fördert.11

Diese Veränderungen wiederum führen dazu, dass einige Enzyme des Zuckerstoffwechsels nicht mehr ausreichend arbeiten und insgesamt zu wenig Energie für die Arbeit der Zellen zur Verfügung steht.12 Im weiteren Verlauf führt dies zu noch mehr oxidativem Stress, was in einem biochemischen Teufelskreis endet.

Nach heutiger Erkenntnis gibt es nur einen Weg aus diesem Teufelskreis: die Umstellung der Ernährung mit weniger Kohlenhydraten und mehr Gemüse und Obst auf der einen Seite und die zusätzliche Einnahme einer komplexen, möglichst natürlichen Mikronährstoffergänzung.13

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

In diesem Kochbuch finden Sie tolle Rezepte, um genussvoll gegen die „silent inflammation“ vorzugehen:


 

Symptome bei Typ-2-Diabetes

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Symptome in der Übersicht

  • oft unspezifisch, ein schleichender Prozess, lange Zeit wird die Krankheit nicht erkannt
  • Symptome werden bei älteren Menschen oft als altersbedingt eingestuft
  • erhöhter Harndrang, nahezu unstillbarer Durst
  • Leistungsschwäche, Müdigkeit und Hungerattacken
  • trockene Haut, Juckreiz und geschwächtes Immunsystem
  • Achtung bei Unterzucker und hyperglykämischem Koma

Diabetes vom Typ-2 bleibt teilweise lange Zeit unerkannt. Die Diabetes-Symptome sind oft unspezifisch und die Krankheit entwickelt sich schleichend. Bei älteren Menschen werden die Krankheitssymptome oft als altersbedingt verkannt.

Die wichtigsten Symptome dieser chronischen Erkrankung des Zuckerstoffwechsels sind ein erhöhter Harndrang und starker, nahezu unstillbarer Durst. Weitere Symptome sind Leistungsschwäche, Müdigkeit, Konzentrations- und Sehstörungen, Hunger, Polyphagie (krankhaft gesteigerte Nahrungsaufnahme). Hinzu kommen trockene Haut, Juckreiz und ein geschwächtes Immunsystem.

 

Wenn Sie diese Symptome bei sich feststellen, dann sprechen Sie Ihren Arzt auf eine mögliche Zuckerkrankheit an:

  • häufiger werdende Infekte
  • geschwächtes Immunsystem mit eher untypischen Pilz- oder Bakterieninfektionen (z. B. der Haut, Blase, Geschlechtsorgane)
  • schlecht abheilende Wunden
  • zunehmende Müdigkeit und Abgeschlagenheit

 

Es kann zu schwerer Überzuckerung (Hyperglykämie) bis hin zum Zucker-Koma oder auch zur gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit drohendem Bewusstseinsverlust kommen. Auf Symptome des Unterzuckers müssen vor allem mit Medikamenten oder Inselhormon behandelte Diabetiker achten.

Die typischen Symptome bei Unterzucker sind:

  • Schwindelgefühle
  • Zittern
  • innere Unruhe
  • vermehrte Reizbarkeit
  • plötzliches kaltes Schwitzen
  • Blässe
  • Herzrasen
  • Heißhunger
  • manchmal auch Übelkeit bis hin zum Erbrechen

Sollten Sie Symptome des Unterzuckers bemerken, dann ist es wichtig möglichst sofort leicht verwertbare Kohlenhydrate wie ein Stück Traubenzucker oder ein Brötchen (lange kauen) zu sich zu nehmen.

 

Typische Symptome eines drohenden hyperglykämischen Komas sind:

  • trockener Mund und starker Durst
  • vermehrtes Wasserlassen
  • niedriger Blutdruck
  • Bewusstseinseintrübung
  • nach Aceton riechender Atem
  • Bauchschmerzen

Hinweis

Rettungsdienst rufen

Wichtig ist hier als Notfallmaßnahme sofort den Rettungsdienst zu rufen. Auf keinen Fall sollten Ersthelfer zuckersenkende Medikamente oder das Inselhormon verabreichen!

Diagnose: Typ-2-Diabetes feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • häufig keine frühzeitige Diagnose
  • Messen des Nüchtern-Glukosewertes, oraler Glukosetoleranztest
  • Beobachten des Langzeit-Zucker-Wertes und Nachweis von Zucker im Urin
  • weitere Untersuchungen zum Feststellen von Komplikationen

Typ-2-Diabetes bleibt häufig lange Zeit unerkannt, da die Erkrankung sich schleichend entwickelt und die Symptome oft unspezifisch sind. Bei älteren Menschen werden die Symptome zudem vielfach als altersbedingt angesehen und missdeutet. Andererseits lässt sich Typ-2-Diabetes, wenn er früh erkannt wird, gut behandeln. Deshalb sind Präventions-Maßnahmen und das Wissen über die Symptomatik besonders wichtig.

Zunächst wird der Arzt den Nüchtern-Glukosewert messen. Er liefert einen ersten Hinweis, ob eine Diabetes-Erkrankung vorliegen könnte. Werden die folgenden Grenzwerte in wiederholten Messungen überschritten, vermutet der Arzt eine Diabetes-Erkrankung:

  • der Blutzuckerspiegel erreicht oder überschreitet einen Wert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
  • der Nüchternblutzucker beträgt 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher
  • der Blutzuckerwert liegt zwei Stunden nach einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) bei 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Ein nachgewiesener Glukosegehalt im Urin deutet ebenfalls auf eine Zuckerkrankheit hin.

Hilfreich sind einfache Urin-Teststreifen, mit denen Sie Ihren Urin bei Verdacht auch selbst testen können. Sprechen Sie aber trotzdem immer mit einem Arzt. Jedes Vorhandensein von Glucose im Urin ist verdächtig!


 

Mit dem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) ist eine frühzeitige Diagnose möglich, lange bevor die Erkrankung endgültig ausbricht. Dadurch kann man durch die Änderung des Lebensstils gegensteuern: gesunde Ernährung, viel Bewegung, Verzicht auf Zigaretten und Einnahme von Mikronährstoffen.

Der „Langzeit-Zucker-Wert“ HbA1c hat ebenfalls eine sehr gute Aussagekraft. Er gibt Auskunft darüber, wie oft im Durchschnitt in den letzten drei Monaten die Zuckerwerte über der Grenze lagen. Er misst den Anteil an bereits „verzuckertem“ Hämoglobin und zeigt also, wie viele Eiweiße schon geschädigt sind. Somit bietet er einen guten Hinweis auf Folgeschäden. Im Normalfall sollte der Wert unter 6,5 % liegen.

Weitere Untersuchungen sollen vor allem zeigen, ob schon Folgekrankheiten vorliegen. Dazu zählen:

  • Ultraschall von Bauch und Nieren
  • Ultraschall der Halsschlagader (Intima-Media-Dicke-Messung)
  • Spiegelung des Augenhintergrundes
  • neurologische Untersuchungen
  • Messung des Blutdruckes
  • Messung von Cholesterin- und Nieren-Werten im Blut
  • Kontrastmitteluntersuchungen der Blutgefäße

 

Prognose und Verlauf bei Diabetes

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Schwerwiegende – im Extremfall tödliche – Komplikationen sind Unterzuckerung (Hypoglykämie) und starker Überzucker (Hyperglykämie). 
  • Ein schlecht eingestellter „Zucker“ führt langfristig zu zahlreichen Folgeerkrankungen, z. B.:
    • Arterienverkalkung
    • Fettstoffwechselstörungen
    • Bluthochdruck
    • Nervenschäden
    • Nierenschäden
    • Augenschäden
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen kommen gehäuft vor.

Durch das geschwächte Immunsystem kann es zu akuten Komplikationen durch Infektionen von Haut, Schleimhäuten sowie der Luft- oder Harnwege kommen. Es kann zu schwerer Überzuckerung (Hyperglykämie) bis hin zum Zucker-Koma oder auch zur gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit drohender Ohnmacht kommen. Auf Symptome des Unterzuckers müssen vor allem mit Medikamenten oder Inselhormon behandelte Diabetiker achten.

Hier noch einmal die typischen Symptome von Unterzucker:

  • Schwindelgefühle
  • Zittern
  • innere Unruhe
  • vermehrte Reizbarkeit
  • plötzliches kaltes Schwitzen
  • Blässe
  • Herzrasen
  • Heißhunger
  • manchmal auch Übelkeit bis hin zum Erbrechen

Die Folgen der Inselhormonresistenz oder einer manifesten Diabetes-Erkrankung sind gravierende Veränderungen im Stoffwechsel. Sie führen unter anderem zu14:

  • Fettbildung und Gewichtszunahme (Teufelskreis!)
  • Arterienverkalkung (Makroangiopathie)
  • Funktionsverlust der kleinen Blutgefäße (Mikroangiopathie)
  • Veränderungen der Blutgerinnung
  • Fettstoffwechselstörungen (Triglyceride steigen, HDL sinkt)
  • Bluthochdruck
  • Vermehrte Bildung von freien Radikalen (oxidativer Stress)
  • Verzuckerung und Funktionsverlust von Eiweißen (führt u.a. zu Nervenschäden)
  • Vermehrte Ausscheidung von Eiweißen im Urin (Nephropathie)

 

Da Typ-2-Diabetes sich oft schleichend entwickelt und die Erkrankten nichts davon wissen, können sich auch chronische Komplikationen zeigen. Meist handelt es sich um Erkrankungen der Blutgefäße (Angiopathien) und des Nervensystems (Polyneuropathie). Die Folgen können dramatisch sein, da sie häufig zu schwerwiegenden Begleit- und Folgeproblemen führen:

  • Herzerkrankungen
  • Schlaganfall
  • Durchblutungsstörungen, chronische Fußwunden bis hin zu Amputationen
  • Nierenversagen
  • Sehstörungen bis zur Erblindung
  • Nervenstörungen

 

Die Arterienverkalkung (Atherosklerose), die als Folge einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Arterienverschluss nach sich ziehen kann, ist ein wichtiges Thema bei Diabetes. Oft werden die Symptome nicht bemerkt, da sie speziell bei Diabetikern oft keine Schmerzen verursachen, weil die entsprechenden Nerven schon geschädigt sind. Bei der Verkalkung der Herzkranzgefäße ist dies besonders gefährlich, da wichtige Warnsignale für einen Herzinfarkt verloren gehen. Untersuchungen haben ergeben, dass jeder fünfte Patient mit einem Herzinfarkt an einer nicht erkannten Zuckerkrankheit leidet. Eine sogenannte „stumme koronare Herzkrankheit“ ist nur schwer zu diagnostizieren, da es keine eindeutigen Tests dafür gibt. Nur bei Männern lässt ein Symptom ziemlich sicher auf diese Krankheit schließen: die erektile Dysfunktion.

Im Gesundheitsbericht Diabetes des Jahres 2007 werden folgende Häufigkeiten für Begleiterkrankungen bei Diabetes genannt15:

  • 75,2 % Bluthochdruck
  • 11,9 % Diabetische Retinopathie (Augenschädigung)
  • 10,6 % Neuropathie (Nervenschädigung)
  • 9,1 % Herzinfarkt
  • 7,4 % periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • 4,7 % Schlaganfall
  • 3,3 % Nephropathie (Niereninsuffizienz)
  • 1,7 % diabetisches Fußsyndrom
  • 0,8 % Amputation
  • 0,3 % Erblindung

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist darauf hin, dass jährlich etwa 50.000 durch Diabetes verursachte Fußamputationen vorgenommen werden müssen, 2.000 Diabetiker in Folge der Krankheit erblinden und 2.300 dauerhaft neu an die Dialyse müssen.

 

Depressionen und Angstzustände

Typisch für chronische Krankheiten sind psycho-soziale Belastungen. Diabetiker haben deshalb, wie verschiedene Studien gezeigt haben, ein um das zwei- bis dreifache höheres Risiko an chronischen Angstzuständen und Depressionen zu erkranken.16 Diese Studien zeigen, dass der Zusammenhang in beiden Richtungen existiert, dass also Diabetiker ein höheres Risiko für Depressionen haben und depressive Menschen ein höheres Risiko für die Zuckerkrankheit. Zugleich zeigte sich, dass das depressive Risiko für Frauen deutlich größer ist als für Männer.

 

Ernährung bei Diabetes mellitus

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist abwechslungsreich und reich an Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen – das Gegenteil der Western Diet.
  • Wichtig ist, dass unsere tägliche Ernährung reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthält. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Essen Sie nur drei Mahlzeiten täglich, abends am besten keine Kohlenhydrate.
  • „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König, Abendessen wie ein Bettelmann“

Die Ernährungstherapie spielt bei der Zuckerkrankheit selbstredend die größte Rolle. Experten schätzen, dass 4 von 5 Diabetiker allein durch die richtige Ernährung und etwas mehr Bewegung ohne Medikamente zu behandeln wären.17 Im Grunde geht es bei gesünderer Ernährung immer darum, entzündungsfördernde Lebensmittel zu vermeiden und mehr entzündungshemmende Lebensmittel zu essen. Da auch bei Diabetes die schleichende Entzündung eine der Hauptursachen ist, liegt hier ein großes Potential für eine nachhaltige Verbesserung der Krankheit.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen.

Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind diese entzündlichen Prozesse natürlich auch bei Diabetes an der Entstehung entscheidend beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Diabetes in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Hinweis

Übergewicht, Entzündung, Inselhormonresistenz – ein Teufelskreis

Heute verstehen wir mehr und mehr die komplexen Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Bauchfett, vermehrter Entzündungsneigung und Inselhormonresistenz. So steigt beispielsweise mit der Höhe der Entzündungswerte auch die Anzahl der Stoffwechselerkrankungen deutlich an. Studien haben gezeigt, dass eine sehr kohlenhydratreiche Nahrung, wie wir sie heute größtenteils zu uns nehmen, außerordentlich entzündungsfördernd ist.18 Die Entzündung wiederum sorgt dafür, dass unsere Zellen schlechter auf das Inselhormon ansprechen. Die Inselhormonresistenz wiederum sorgt für mehr Inselhormon im Blut, und das fördert die Entstehung von Entzündungen – ein Teufelskreis.

Auf der anderen Seite fördert die Inselhormonresistenz auch die Zunahme von Bauchfett. Bauchfett produziert eigenständige Hormone und Botenstoffe, die wiederum Entzündungen fördern (Metaflammation). Und das fördert wieder das Fortschreiten der Inselhormonresistenz – noch ein Teufelskreis.

Deshalb ist eine entzündungshemmende Ernährungsweise und die Einnahme von Mikronährstoffen mit entzündungshemmendem Effekt auch für Zuckerkranke so enorm wichtig.

Ein gutes Mikronährstoffkonzentrat enthält folgerichtig nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q 10. Die beiden letztgenannten haben gerade bei Patienten mit Diabetes einen wichtigen Einfluss auf das Entzündungsgeschehen und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 


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Hinweis

Western Diet: hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine Zuckerkrankheit lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Oft hört man als Diabetiker, dass man seine Nahrung in mindestens fünf Mahlzeiten über den Tag verteilen soll. Das hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt, da das dauerhafte „Vor-sich-hin-essen“ Übergewicht und Zuckerkrankheit sogar fördert.

Empfohlen werden heute zwei einfache Regeln, die helfen sollen die Bauchspeicheldrüse zu entlasten und den Stoffwechsel zu fördern:

  • Essen Sie nur drei Mahlzeiten am Tag, sodass zwischen den Mahlzeiten mindestens vier Stunden liegen. In dieser Zeit wird das Inselhormon im Blut wieder abgebaut und die Zellen werden wieder empfindlicher für dieses Hormon.19
    Zwischen den Mahlzeiten sollten sie keine Kalorien zu sich nehmen, also keine Naschereien, kein Obst und Vorsicht bei Getränken, die oft reichlich Kalorien oder Kohlenhydrate enthalten. So wurde in der Nurses Health Study II gezeigt, dass Menschen, die täglich mindestens ein gesüßtes Getränk (auch süße Fruchtsäfte) zu sich nahmen, ein doppelt so hohes Diabetesrisiko hatten wie Menschen, die weniger als einmal am Tag solche Getränke tranken.20
  • Verringern Sie den Anteil an Kohlenhydraten im täglichen Essen und lassen Sie abends einfach die „Sättigungsbeilage“ (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln) ganz weg. Dadurch geben Sie dem Stoffwechsel die Chance, sich über Nacht zu erholen, der Inselhormonspiegel sinkt, die Empfindlichkeit der Zellen für das Inselhormon nimmt wieder zu, und ganz nebenbei nehmen Sie auch noch Gewicht ab.21

 


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Auch die vermehrte Aufnahme von Gemüse und Fisch und der geringere Verzehr von gesättigten Fettsäuren tragen dazu bei, das Risiko für eine Zuckerkrankheit zu verringern und den Stoffwechsel bei Diabetes wieder zu verbessern.22 Um einen möglichst hohen Erfolg zu erzielen, sollte man diese Ernährung als Gewohnheit beibehalten.

Wichtige Ballaststoffe können durch das häufigere Essen von Obst und Gemüse und etwas Vollkornprodukten abgedeckt werden. Ballaststoffe sind deshalb so wichtig, weil sie helfen den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und weniger Inselhormon produziert werden muss.

Hinweis

Vom richtigen Zeitpunkt

Ob der Zeitpunkt des Essens eine Rolle beim Übergewicht und damit bei der Entstehung der Zuckerkrankheit spielt, wurde lange kontrovers diskutiert. Heute wissen wir, dass es tatsächlich so ist. Wenn wir nachts Kalorien zu uns nehmen, werden diese deutlich mehr in Fett umgewandelt als tagsüber. Dies zeigen Studien mit Schichtarbeitern.23 Zu den gleichen Ergebnissen kommen auch Tierexperimente. So haben Mäuse, die in ihrer Ruhephase gefüttert werden 2,5 Mal mehr zugenommen als Mäuse, die in ihrer Wachphase gefüttert wurden.24

Seit etwa 25 Jahren ist bekannt, dass wir nachts einen anderen Stoffwechsel haben als tagsüber. In der Nacht (siehe auch Kapitel „Diabetes und Schlaf“) möchte unser Körper auf Regeneration umstellen. Es werden andere Hormone gebildet, vor allem Wachstumshormone und das stark antientzündliche Acetylcholin. Die dafür benötigte Energie möchte der Körper aus den gespeicherten Fetten beziehen.

Das geht aber nur, wenn wir abends und nachts keine Kohlenhydrate essen. Denn zum Verarbeiten der Kohlenhydrate benötigt der Organismus das Inselhormon. Dieses wiederum hat die Aufgabe, Nährstoffe in die Fettzellen hineinzupacken, weshalb es in der Tierhaltung auch zum Mästen der Tiere verwendet wird. Und es verhindert, dass Fette aus den Zellen zur Energieherstellung verwendet werden. Inselhormon im Blut verhindert also die nächtliche Bildung von Regenerations-Botenstoffen.


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Zum Schluss dieses Kapitels noch etwas zum Alkohol. Alkohol wird im Körper direkt in Zucker umgewandelt und erhöht so den Blutzuckerspiegel. In Studien zeigte sich zudem eine schnellere Gewichtszunahme durch Alkohol und vermehrte Schäden durch oxidativen Stress an Geweben und Organen.25 Zusätzlich verbraucht Alkohol große Mengen an Magnesium, und eine gute Magnesiumversorgung senkt das Diabetesrisiko um 75%.26

Im Gegensatz dazu scheint übrigens Kaffeekonsum vor Diabetes zu schützen. Eine Studie aus dem Jahr 2006 fand heraus, dass Menschen, die mehr als 7 Tassen Kaffee am Tag trinken (selbstverständlich ohne Zucker) nur ein halb so großes Diabetes-Risiko haben wie diejenigen, die 0 bis 2 Tassen am Tag tranken.27

 

Tipps

Unser Gesundheits-Tipp: Achten Sie unbedingt darauf, zu jeder Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser trinken, um die vermehrte Wasserausscheidung durch den Kaffee sofort wieder auszugleichen!


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Falls Sie Kaffeeliebhaber sind und nicht auf Ihre tägliche Tasse Kaffee verzichten wollen, gibt es Möglichkeiten, dies auch auf magenschonende Weise zu tun. Der Inhaltsstoff Chlorogensäure in Kaffee regt die eigene Magensäureproduktion an. Espressobohnen sind trotz ihres kräftigen Geschmackes leichter verträglich, da sie weniger Chlorogensäure enthalten. Achten Sie also darauf, dunkle und heiß geröstete Bohnen zu verwenden. Ein zusätzlicher Pluspunkt für Espresso: Aufgrund seines niedrigeren Koffeingehaltes soll er weniger magenreizend wirken.

Daher empfehlen wir eine hochwertig verarbeitete Espressomaschine:


 

Therapie und Prävention von Diabetes

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie? Und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben?

Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Diabetes. Besonders wichtig sind Vitamin D, C und E, Omega-3-Fettsäuren, Zink und Coenzym-Q10. Außerdem sind zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe hilfreich.
  • Einige der typischen Diabetes-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Diabetes erfolgreich behandelt werden kann und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe. Welche Medikamente welche Nebenwirkungen beim Diabetes haben können, führen wir im Kapitel über konventionelle Therapie noch genauer aus.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Mikronährstofftherapie bei Diabetes

Für Zuckerkranke ist es sehr wichtig, zusätzliche Mikronährstoffe einzunehmen. Durch aggressive freie Radikale leiden Diabetiker öfter unter oxidativem Stress als Gesunde. Dieses Ungleichgewicht von Antioxidantien und freien Radikalen wird auch für die vermehrten Komplikationen bei Diabetikern verantwortlich gemacht.28 Um dem entgegen zu wirken eignet sich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat am besten, das laut einer US-amerikanischen Studie 200-mal stärker antioxidativ wirkt als isolierte Vitamine.29 Das liegt an der Kombination von Obst und Gemüse. Dort wirken Vitamine mit sekundären Pflanzenstoffen gemeinsam und erst das macht den wirklich gesunden Effekt. Durch eine bessere Versorgung mit Mikronährstoffen verbessert sich der antioxidative Status und macht die freien Radikale unschädlich.

Hinweis

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können.  Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren, attackieren.

Damit körpereigene Strukturen, wie z.B. die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand, keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Auch die Arterienverkalkung kann durch zusätzliche Antioxidantien vermindert werden, da natürliche Antioxidantien für die Funktion der Blutgefäße wichtig sind. Antioxidantien verhindern die Bildung von Aldehyden (Botenstoffe im Gewebe), die vor allem bei Übergewichtigen und Diabetikern vermehrt produziert werden. Dadurch kann ein zu hoher Blutdruck entstehen und vermehrt oxidativer Stress, was wiederum das Fortschreiten einer Arterienverkalkung fördern würde.30 Eine ausreichende Mikronährstoffversorgung schützt zudem die empfindlichen inselhormonproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und fördert die Regeneration.31

Antioxidantien helfen außerdem, die gefürchteten Diabetes-Komplikationen zu verhindern. Auch hier zeigen die Studien, dass ein guter Schutzeffekt nur durch ein Zusammenspiel aller Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe) zu erreichen ist.32 Für folgende Komplikationen sind explizite Wirkungen von natürlichen Antioxidantien nachgewiesen:

  • „Verkalkung“ der großen Blutgefäße (Makroangiopathie)33
  • Funktionsverlust der kleinen Blutgefäße (Mikroangiopathie)34
  • Schäden an den Nerven (Neuropathie)35
  • Augenschäden (Retinopathie)36

Ein Vitamin-D-Mangel ist der in Mitteleuropa am meisten verbreitete Mikronährstoffmangel. Dadurch kann die Entstehung einer Zuckerkrankheit begünstigt werden. Vitamin D wird – ebenso Vitamin A, C und E – für eine adäquate Inselhormonproduktion und -ausschüttung benötigt.37 Oftmals werden Diabeteskranke durch die zunehmenden Nierenschäden (Nephropathie) dialysepflichtig. Ein gesunder Vitamin-D-Spiegel schützt die Nieren und kann die Dialysepflicht verhindern.38

Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen gelten ebenso als wichtiger Bestandteil der Vorbeugung und der Therapie bei der Zuckerkrankheit. Sie sind entzündungshemmend und verhindern dadurch Komplikationen bei Diabetes, reduzieren die oxidativen Schäden an den Geweben, senken den Blutdruck und verbessern den Cholesterin-Spiegel.39 Außerdem helfen sie beim Abnehmen.40

Ein weiterer wichtiger Mikronährstoff ist Coenzym Q10, das die Funktion der Blutgefäße41, den Blutdruck und den Zuckerstoffwechsel42 verbessert, und es erhöht den Schutz der Nieren43 bei Diabeteskranken. Coenzym Q10 ist neben Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren übrigens einer der wichtigsten Stoffe, um dem bei Diabetes so häufigen nitrosativen Stress entgegenzuwirken.

Alle B-Vitamine sind für Diabetiker wichtig. Einige haben direkte Wirkungen im Zuckerstoffwechsel wie die Vitamine B1, B2, B3 und Biotin. Wichtig sind sie auch zur Entgiftung der schädlichen Aminosäure Homocystein. Hier spielen dann Vitamin B6, B12 und Folsäure die Hauptrolle, vor allem was die Vorbeugung von Folgeerkrankungen angeht.

Hinweis

Homocystein

Homocystein ist ein eigenständiger Risikofaktor für Atherosklerose, Demenz und Maculadegeneration. Außerdem ist es ein Verstärker des oxidativen Stress: Homocystein löst eine Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) aus. Für den Abbau von Homocystein im Blut sind unter anderem die Vitamine B6, B12 und Folsäure nötig. Chronisch erhöhte Homocystein-Werte haben eine Schädigung der Blutgefäße zur Folge und sind mittlerweile ein etablierter Marker der Atherosklerose.

Wichtige Spurenelemente sollten ebenfalls enthalten sein bei einem Mikronährstoffkonzentrat, da sie zum einen blutzuckersenkend wirken, wie z. B. Chrom.44 Auch Zink spielt für den Zuckerstoffwechsel eine entscheidende Rolle45, es verbessert ebenfalls die Wundheilung der Haut bei Zuckerkranken, stärkt das Immunsystem und reduziert Entzündungen.46

Wichtig ist auch noch einmal deutlich auf die zahlreichen Wirkungen der verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe hinzuweisen. So schützen beispielsweise die in Beeren enthaltenen Proanthocyanidine die Augen von Diabetikern47 und verbessern die Inselhormonempfindlichkeit der Zellen.48 Ein weiteres Beispiel sind Carotinoide, die die Nerven schützen und deren Durchblutung fördern.49

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Ihr Lebensstil ist entscheidend für den langfristigen Therapieerfolg:
    • Gewicht abnehmen
    • mehr körperliche Aktivität
    • nicht rauchen
    • ausreichend schlafen

 

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen hat vor allem der allgemeine Lebensstil eine große Bedeutung bei der Entstehung und bei der Behandlung der Zuckerkrankheit.

Wie effektiv die Veränderungen des Lebensstils sind, zeigt eine Studie aus Finnland.50 Für die Teilnehmer wurden 5 einfache Ziele für die Veränderungen des Lebensstils festgelegt:

  • Gewichtsabnahme von mindestens 5 %
  • relativ fettarme Ernährung mit weniger als 30 % der Tageskalorien aus Fett
  • weniger als 10 % der Tageskalorien aus gesättigten (tierischen) Fetten
  • vermehrte Aufnahme von Ballaststoffen von mehr als 15g/1000 kcal
  • Zunahme der körperlichen Bewegung auf mindestens 4 Stunden pro Woche

Von den 522 Teilnehmern mit einer krankhaften Glukoseintoleranz – einer Diabetes-Vorstufe –die mindestens 4 der 5 Ziele erreichten, entwickelte kein einziger in den nächsten 3 Jahren eine Zuckerkrankheit.

Abnehmen bei Diabetes

Übergewicht ist der Risikofaktor Nummer eins für Diabetes. Deshalb ist auch die Gewichtsreduktion so wichtig bei der Therapie. Eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht beeinflusst Inselhormonresistenz, Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfettwerte und Herzschwäche positiv. Ebenso sinkt der Blutdruck deutlich (pro Kilo, das Sie weniger wiegen, kann Ihr Blutdruck um 1,5 bis 2,5 mmHg sinken). Eine Kombination mit anderen Lebensstil-Änderungen verstärkt dabei die positiven Effekte.51

Diabetes und körperliche Aktivität

Neben einer gesunden Ernährung spielt auch die Erhöhung der körperlichen Aktivität eine wichtige Rolle bei der Therapie von Diabetes. Kraft- und Ausdauerübungen sind hier gleich wichtig. Um die zuckersenkenden Effekte aufrecht zu erhalten, ist die Regelmäßigkeit der körperlichen Bewegung von großer Wichtigkeit.

Die Patienten sollten im Vergleich zur Alltagsaktivität mindestens 1000 Kilokalorien pro Woche (siehe Tabelle unten), durch eine individuell angemessene Trainingsintensität, mehr verbrauchen. Körperliches Training reduziert die Fettmasse, erhöht die Inselhormonempfindlichkeit aller Zellen und verbessert die Glukoseaufnahme in die Muskulatur. Langfristig kommt es so zu einer Verbesserung des Zucker- und Fettstoffwechsels und insgesamt zu einer höheren Lebenserwartung bei Zuckerkranken.52

Die beste Wirkung wird erreicht, wenn etwa 3 mal die Woche über mindestens 30 Minuten Sport getrieben wird, da nach etwa 72 Stunden der blutzuckersenkende Effekt des Trainings nachlässt.53 Geeignet sind Schwimmen, Laufen und Wandern, aber auch Sportarten, die mehr auf die muskuläre Kraft abzielen.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Bürojobs, ein stressiger Alltag mit wenig verbleibender Zeit für sich selbst oder mangelnde Motivation können zu unzureichender Bewegung führen. Jedem ist bewusst, dass Bewegung dabei hilft, Fett zu verbrennen und so an Gewicht zu verlieren. Aber was viele vergessen: Bewegung stabilisiert unser Immunsystem und das vegetative Nervensystem. Es werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut. Als Folge schlafen und konzentrieren Sie sich besser und können mit Stresssituationen entspannter umgehen. Um regelmäßige Bewegung auf einfache Art und Weise in ihren individuellen Alltag einzubauen, eignen sich Widerstandsbänder. Mit diesen Bändern können Sie jederzeit, überall und bei jedem Wetter gezielt Übungen durchführen und die Intensität nach Belieben selbst steigern. Wir empfehlen Ihnen:


 

Die nachstehende Tabelle zeigt Ihnen den ungefähren Energieverbrauch verschiedener Sportarten bei 15 Minuten Sport, je nach Körpergewicht (Quelle: Netdoktor.de):

Sportarten / Körpergewicht (kg)60kg65kg70kg75kg80kg85kg90kg95kg
Joggen174 kcal188 kcal202 kcal217 kcal231 kcal246 kcal260 kcal274 kcal
Radfahren90 kcal98 kcal106 kcal113 kcal121 kcal128 kcal136 kcal143 kcal
Schwimmen146 kcal158 kcal170 kcal182 kcal194 kcal207 kcal219 kcal231 kcal
Walken72 kcal78 kcal84 kcal90 kcal96 kcal102 kcal108 kcal114 kcal
Gymnastik60 kcal68 kcal70 kcal75 kcal90 kcal85 kcal90 kcal95 kcal

Tipps

Ein Liter Bier oder auch eine Tafel Milchschokolade haben je ca. 500 kcal, was zum „Abtrainieren“ einen Bewegungsaufwand von etwa fünf Stunden Spazierengehen bedeutet.

Allerdings ist die Bewegung bei Diabetikern nicht nur fürs Abnehmen gut. Die körperliche Aktivität und die körperliche Fitness sind bei Zuckerkranken sehr empfindliche Indikatoren für das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben.54 Eine Studie zeigt den Zusammenhang sehr deutlich: Zwischen dem besten Fitnesszustand und dem schlechtesten zeigt sich schon nach fünf Jahren der Beobachtung ein deutlicher Unterschied bei der Sterblichkeit, der sich mit den Jahren enorm vergrößert.

Wichtig zu wissen ist, dass diese positiven Effekte der sportlichen Betätigung nur bei einer guten Mikronährstoffversorgung zu erwarten sind, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht.

 

Nicht Rauchen

Immer noch unterschätzt wird die Wichtigkeit des Rauchstopps bei Zuckerkranken. Rauchen erhöht das Risiko zuckerkrank zu werden deutlich, und auch das Risiko für Komplikationen erhöht sich stark. Dabei ist das Risiko abhängig von der täglichen Zigarettenmenge. So haben moderate Raucher (bis zu 20 Zigaretten pro Tag) ein um ein Drittel höheres Risiko für Diabetes-Komplikationen, starke Raucher (über 20 Zigaretten täglich) ein um zwei Drittel höheres Risiko – und das unabhängig vom Körpergewicht und den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.55

 

Diabetes und Schlaf

Schlaf hat einen großen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel, der Energieumsatz wird zwar um etwa 15 % verringert während des Schlafes, aber die Veränderungen bei der Ausschüttung verschiedener Hormone beim Schlafen haben Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel.

In der Nacht wird beispielsweise das Wachstumshormon (Somatotropes Hormon, STH) freigesetzt, die größten Mengen davon werden noch vor Mitternacht ausgeschüttet. Deswegen ist es tatsächlich sinnvoller, vor Mitternacht schlafen zu gehen.56 Denn das Wachstumshormon ist einer der Gegenspieler zum Inselhormon und trägt zu dessen Regulation bei. Wachstumshormone machen auch viele der negativen Wirkungen des Inselhormons wieder rückgängig.

So ist eine Verkürzung des Schlafes eindeutig mit einer vermehrten Kalorienaufnahme am Tag und einer starken Gewichtszunahme verbunden. Selbst bei Kindern ist der Zusammenhang zwischen kürzerem Schlaf und größerer Gewichtszunahme in zahlreichen Studien nachgewiesen worden.57

Schlafmangel beeinflusst aber nicht nur die Appetitregulation, sondern auch direkt die Regulation des Blutzuckers und die Inselhormonempfindlichkeit der Zellen. Schlafmangel führt durch zahlreiche Veränderungen im hormonellen Gleichgewicht zu einer deutlichen Zunahme an Diabetes-Kranken.58

 

 

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • nicht-medikamentöse Maßnahmen sollten die Basis der Therapie bilden.
  • bei Typ-2-Diabetes werden zunächst orale Antidiabetika eingesetzt mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen
  • letzte Stufe: intensivierte Inselhormontherapie
  • ob eine Blutzuckerselbstkontrolle nötig ist, hängt von der Art der Therapie ab

Zunächst soll darauf hingewiesen werden, dass bei Typ-1-Diabetes mit seinem absoluten Mangel an Inselhormon die Inselhormontherapie im Vordergrund steht. Gelegentlich werden zusätzlich orale Antidiabetika verwendet.

Die Behandlung des Typ-2-Diabetes gestaltet sich da meist etwas komplizierter. Um eine erfolgreiche Behandlung des Typ-2-Diabetes gewährleisten zu können und mögliche Spätfolgen zu verhindern, bedarf es einer konsequenten Umstellung der eigenen Gewohnheiten. Wenn dies frühzeitig passiert, ist eine vollständige Heilung möglich.

Trotzdem gibt es Fälle, in denen die Krankheit zu spät erkannt wird und die ungesunde Lebensweise bereits Schäden verursacht hat. Je nach Fortschritt der Krankheit werden verschiedene Medikamente zur Therapie des Diabetes eingesetzt.

Eine medikamentöse Behandlung erfolgt in der Regel in 4 Stufen, individuell angepasst je nach Alter, Körpergewicht und Begleiterkrankungen.

In Stufe 1 sollen die oben erwähnten nicht-medikamentösen Maßnahmen eingesetzt werden. Ziel ist es nach drei bis sechs Monaten einen HbA1C-Wert um 7 % zu erreichen.

 

Orale Antidiabetika

Sollte der Wert nicht erreicht werden, kommen in Stufe 2 die ersten Medikamente zum Einsatz. Ebenso in Stufe 3, wobei hier je nach Patientensituation abgewogen werden muss in welcher Form und Dosierung einzelne Medikamente verabreicht werden.

 

Biguanide

Dies sind die häufigsten verwendeten Medikamente zum Einnehmen bei Diabetes. Sie verhindern die Aufnahme von Zucker in der Darmwand und senken so den Zuckerspiegel. Sie haben aber auch weitere positive Effekte auf den Zuckerstoffwechsel und werden in der Regel recht gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Bauchschmerzen und Durchfall.

 

Sulfonylharnstoffe

Sie waren die am häufigsten eingesetzten Medikamente vor der Einführung der Biguanide. Sulfonylharnstoffe steigern die Inselhormonproduktion in der Bauchspeicheldrüse, solange das für die Inselzellen möglich ist. Patienten, die diese Medikamente einnehmen, müssen regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren, da die Gefahr der Entwicklung eines Unterzuckers besteht. Diese Tabletten werden vor allem bei Typ-2-Diabetikern mit Normalgewicht eingesetzt.

 

SGLT2-Hemmer

Diese Medikamente fördern die Ausscheidung von Zucker über die Nieren und senken so den Blutzuckerspiegel. Da gleichzeitig auch Natrium ausgeschieden wird, wirken diese Medikamente auch entwässernd und senken den Blutdruck. Sie sind deshalb vor allem bei Diabetikern mit hohem Blutdruck von Vorteil. Nebenwirkungen: Sie können die Entstehung von Harnwegsinfekten fördern.

 

Inselhormon-Sensitizer

Sie erhöhen das Ansprechen der Zellen auf Inselhormon und es wird mehr Zucker aus dem Blut verarbeitet. Da sie nicht selten schwere Nebenwirkungen haben, werden sie nur eingesetzt, wenn die vorher erwähnten Medikamente keine Wirkung zeigen.

Weitere vorhandene Medikamente werden aufgrund ihrer teils erheblichen Nebenwirkungen nur sehr selten eingesetzt.

 

Inselhormontherapie

Ist Stufe 4 erreicht, wird die intensivierte Inselhormontherapie empfohlen. Es werden lang wirksame Inselhormon eingesetzt, die oft nur einmal am Tag verabreicht werden, und es gibt kurz wirksame Inselhormon, die mehrmals täglich verwendet werden. Oft ist die beste Lösung eine Kombination aus beidem. Beim Einsatz des Inselhormons steigt die Gefahr von Unterzucker-Krisen. Eine regelmäßige Selbstkontrolle des Blutzuckers ist nötig.

Eine Selbstmessung des Blutzuckers mit entsprechenden Blutzucker-Messgeräten ist nur sinnvoll, wenn sich aus den Messwerten auch direkte therapeutische Konsequenzen ergeben. Das ist u. a. der Fall beim Spritzen vom Inselhormon und bei manchen Medikamenten, die zu Unterzucker (Hypoglykämie) führen können. In den ersten beiden Stufen der Therapie ist die Blutzuckerselbstkontrolle normalerweise nicht nötig.

Mittlerweile gibt es auch Blutzuckermessgeräte, die den Blutzucker über einen Sensor durch die Haut – also ohne das lästige Stechen – messen. Diese Geräte sind in Anschaffung und Unterhalt noch relativ teuer, werden aber zum Teil von den Krankenkassen bezahlt.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Heilpflanzen mit nachgewiesener Wirkung gegen Diabetes:
    • Feigenkaktus
    • Ginseng
  • Gewürze: Ingwer-Zimt-Tee
  • Darmsanierung

Feigenkaktus-Extrakt

Die Extrakte aus dem mexikanischen Feigenkaktus sind reich an Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium, Mangan, Silicium, Aluminium, Aminosäuren, Vitamin A, B1, B2, B3 und C, sowie an sekundären Pflanzenstoffen. Das enthaltene Enzym Glycose-6-Phosphat-Isomerase kann zu hohe Blutzuckerwerte senken.59

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Hier unsere Empfehlung zu Feigenkaktus-Extrakt-Kapseln:


 

Ginseng-Extrakte

Extrakte aus koreanischem und amerikanischem Ginseng (Panax ginseng) haben signifikante Effekte auf den Blutzucker bei Diabetikern. Dies wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen.60 Ginseng hat zudem weitere Effekte auf den Stoffwechsel, u. a. verbessert sich auch der Fettstoffwechsel.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Roter Ginseng ist eine kleine, kurze Pflanze mit langen Wurzeln aus dem asiatischen Bereich. Die wichtigen bioaktiven Wirkstoffe sind die Ginsenoside, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Besonders viele der wertvollen Ginsenoside finden sich im Äußeren der Wurzelrinde. Neben den Ginsenosiden sind unter anderem ätherische Öle im Ginseng enthalten. Ginseng stimuliert das Immunsystem, das zentrale Nervensystem und kann zudem antioxidativ und entzündungshemmend wirken.

Unser Tipp für Ginseng-Extrakt für Sie:


 

Ingwer-Zimt-Tee

Bereits 1/2 Teelöffel Zimt-Pulver reduziert die Blutzuckerwerte bei Diabetikern merklich. Das hat eine Studie aus den USA ergeben.61 Probanden mit Diabetes Typ 2 erhielten täglich 1,3 und 6 Gramm Zimt-Pulver nach dem Essen. Innerhalb einer Woche waren die Blutwerte dieser Gruppe im Durchschnitt um 18-29 % niedriger als die Werte einer Kontrollgruppe, die kein Zimt bekam. Einige Testpersonen erreichten sogar normale Blutzuckerwerte. Man vermutet, dass die blutzuckersenkende Wirkung auf die wasserlösliche Substanz Methylhydroxy-Chalcon-Polymer zurückzuführen ist. Nebenbei wurden auch noch die Triglycerid- und Cholesterin-Werte gesenkt.

Auch Ingwer hat bekannte Anti-Diabetes-Eigenschaften. Das althergebrachte Wissen wurde mittlerweile auch von der Wissenschaft bestätigt.62 So aktiviert Ingwer unter anderem zahlreiche Enzyme, die an der Kontrolle des Blutzuckers beteiligt sind.

Tipps

Ingwer-Zimt-Tee

Für einen Tee kombinieren wir die Wirkungen der beiden Heilpflanzen. Trinken Sie jeden Tag 1-2 Tassen Tee, indem Sie 500 ml Wasser etwa 30 Minuten mit einer halben Bio-Zimtstange und einen etwa daumennagelgroßen Stück Bio-Ingwer kochen. Bitte trinken Sie den Tee ungesüßt.

Darmsanierung

Wie oben schon erwähnt, spielt der Darm eine wichtige Rolle zur Bekämpfung von Entzündungen und der Wiederherstellung der Inselhormonempfindlichkeit der Zellen. Das Konzept der positiven Beeinflussung der Darmflora durch bestimmte Bakterienkulturen wie beispielsweise milchsauer vergorene Lebensmittel (z. B. Kombucha, Kimchi, Kefir) wurde bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Tipp für die Herstellung von Kombucha:

Kombucha ist ein fermentiertes, erfrischendes Getränk, das mit Hilfe eines Kombucha-Scobys auf Basis von gesüßtem Tee hergestellt wird. Die Kombuchakultur SCOBY ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für „Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast“. Es handelt sich dabei also um ein kleines Ökosystem, das aus Bakterien und Hefen besteht. Durch die Fermentation wird der Zucker aus dem Tee von den Hefen und Bakterien verstoffwechselt. Dabei entsteht eine Vielzahl an anorganischen Säuren, Kohlenstoffdioxid, verschiedene B-Vitamine und Enzyme. Kombucha stellt eine gesunde Alternative zu Softdrinks dar und versorgt uns gleichzeitig mit probiotischen Mikroorganismen.


 

Die Praxiserfahrung zeigt uns, dass eine Darmsanierung sehr oft der entscheidende Schritt zur langfristigen Verbesserung der Symptomatik bei Übergewicht und Diabetes ist. Aus zahlreichen Studien wissen wir heute, wie wichtig ein gesunder Darm für unser Immunsystem63 und für den Zuckerstoffwechsel ist.64

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

In unserem Darm befindet sich der Großteil unserer Abwehrzellen. Wichtig dabei ist, dass die Darmflora – das sogenannte Mikrobiom des Darms – intakt ist. Dieses Mikrobiom besteht aus über 400 verschiedenen Darmbakterienarten, welche sich hauptsächlich im Dickdarm aufhalten. Sie unterstützen nicht nur unsere Verdauung, sondern produzieren verschiedene Vitamine und sind besonders wichtig für unsere Immunabwehr. Eine Darmsanierung lohnt sich dann, wenn Sie Ihre Abwehrkräfte stärken, Magen-Darm-Beschwerden lindern oder Ihren Körper entgiften wollen. Auch nach einer Antibiotikaeinnahme sollte das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. 

Bewährte Produkte zur Darmsanierung finden Sie hier:


 

Die Darmsanierung durchzuführen ist aus meiner Erfahrung einmal im Jahr sinnvoll. Es gibt mittlerweile zahlreiche weitere Produkte, die sich ebenfalls sehr gut für eine Darmsanierung eignen. Die individuelle Auswahl sollten Sie zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt oder Therapeuten besprechen.

 

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Diabetes

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: Versuchen Sie sich ausgewogen mit überwiegend basischer Kost und wenig Kohlenhydrate zu ernähren. Essen Sie viel Gemüse, Obst und Fisch, verwenden Sie pflanzliche Öle in der kalten Küche. Eine gesunde Ernährung kann Übergewicht und Diabetes langfristig vorbeugen und ist für eine erfolgreiche Therapie unabdingbar. Selbst kleine Veränderungen helfen Ihnen weiter. Achten Sie vor allem auch auf die Getränke, halten Sie den Alkoholkonsum in engen Grenzen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Diabetes stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Lebensstil: Normalgewicht anstreben, aktive Entspannungstechniken erlernen, auf ausreichend Schlaf achten und, wenn Sie es schaffen, dann nicht rauchen.
  • Bewegung: Ausreichend und regelmäßige Bewegung ist neben einer gesunden Ernährung wichtig, um den Stoffwechsel zu aktivieren und sich fit zu halten.
  • Heilpflanzen: Einige gut untersuchte Heilpflanzen können den Stoffwechsel zusätzlich unterstützen

Quellenangaben

1Yang Q. et al.: Serum retinol binding protein contributes to inselin resistance in obesity and type 2 diabetes. Nature 2005(436): S. 356-362

2Qiao Q., Nyamdorj R.: The optimal cutoff values and their performance of waist circumference and waist-to-hip ratio for diagnosing type II diabetes. Eur J Clin Nutr. 2010(1): S. 23-29. Epub 2009 Aug 19

3Mozaffarian D. et al.: Lifestyle risk factors and new-onset diabetes mellitus in older adults: the Cardiovascular Health Study. Arch Intern Med 2009(169): S. 798–807

4Zheng P, Li Z, Zhou Z.: Gut microbiome in type 1 diabetes: A comprehensive review. Diabetes Metab Res Rev. 2018 Oct;34(7): e3043. doi: 10.1002/dmrr.3043.

5Chen X, Devaraj S.: Gut Microbiome in Obesity, Metabolic Syndrome, and Diabetes. Curr Diab Rep. 2018 Oct 18;18(12):129. doi: 10.1007/s11892-018-1104-3.

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9Wang M, Crager M, Pugazhenthi S.: Modulation of apoptosis pathways by oxidative stress and autophagy in β Exp Diabetes Res. 2012;2012:647914. doi: 10.1155/2012/647914.

10Tangvarasittichai S.: Oxidative stress, inselin resistance, dyslipidemia and type 2 diabetes mellitus. World J Diabetes. 2015 Apr 15;6(3):456-80. doi: 10.4239/wjd.v6.i3.456

11Oguntibeju O.O.: Type 2 diabetes mellitus, oxidative stress and inflammation: examining the links. Int J Physiol Pathophysiol Pharmacol. 2019;11(3):45-63

12Webster R.P. et al.:. Nitration of p38 MAPK in the placenta: association of nitration with reduced catalytic activity of p38 MAPK in pre-eclampsia. Mol Hum Reprod. 2006;12(11):677–85. doi: 10.1093/molehr/gal071.

13Pall, Martin. (2013). Explaining Unexplained Illnesses: Disease Paradigm for Chronic Fatigue Syndrome, Multiple Chemical Sensitivity, Fibromyalgia, Post-Traumatic Stress Disorder, Gulf War Syndrome and Others. 10.1201/b14468.

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15Fink, W., Haidinger, G.: Die Häufigkeit von Gesundheitsstörungen in 10 Jahren Allgemeinpraxis. Z Allg Med 2007(83): S. 102-108

16Deischinger C. et al.: Diabetes mellitus is associated with a higher risk for major depressive disorder in women than in men. BMJ Open Diabetes Res Care. 2020 Sep;8(1):e001430. doi: 10.1136/bmjdrc-2020-001430.

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18Bosma-den Boer MM. et al.: Chronic inflammatory diseases are stimulated by current lifestyle: how diet, stress levels and medication prevent our body from recovering. Nutr Metab (Lond). 2012 Apr 17;9(1):32. doi: 10.1186/1743-7075-9-32.

19Hungerphasen sind gesund; in Der Standard vom 13. Dezember 2009

20Schulze M.B. et al.: Sugar-Sweetened Beverages, Weight Gain, and Incidence of Type 2 Diabetes in Young and Middle-Aged Women. 2004(8): S. 927-934

21Heilmeyer, P.et al: Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2 mit kohlenhydratreduzierter Kost (LOGI-Methode). Internistische Praxis 46 (2006): S. 181-191

22Riccardi G., Rivellese A.A.: Dietary treatment of the metabolic syndrome–the optimal diet. Br J Nutr. 2000(83, Suppl 1): S. 143-148.

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25Shanmugam K.R. et al.: Effect of alcohol on blood glucose and antioxidant enzymes in the liver and kidney of diabetic rats. Indian J Pharmacol 2011(43): S. 330-335

26Wells I.C.: Evidence that the etiology of the syndrome containing type 2 diabetes mellitus results from abnormal magnesium metabolism. Can J Physiol Pharmacol. 2008(86): S. 16–24

27Hu G. et al.: Joint association of coffee consumption and other factors to the risk of type 2 diabetes: a prospective study in Finland. Int J Obes (Lond). 2006(12): S. 1742-1749

28Merzouk S. et al.: Impaired oxidant/antioxidant status and LDL-fatty acid composition are associated with increased susceptibility to peroxidation of LDL in diabetic patients. Gen Physiol Biophys. 2004(4): S. 387-399

29Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904

30Hatzitolios A. et al.: Is the anti-hypertensive effect of dietary supplements via aldehydes reduction evidence based? A systematic review. Clin Exp Hypertens. 2008 Oct;30(7):628-39

31Haskins K. et al.: Role for oxidative stress in the regeneration of islet beta cells? J Investig Med. 2004(1): S. 45-49

32Opara E.C.: Oxidative stress, micronutrients, diabetes mellitus and its complications. J R Soc Promot Health. 2002(1): S. 28-34

33Cohen R.A. et al.: Vascular Oxidative Stress: The Common Link in Hypertensive and Diabetic Vascular Disease. J Cardiovasc Pharm 2010(4): S. 308-316

34Pennathur S. et al.: A hydroxyl radical–like species oxidizes cynomolgus monkey artery wall proteins in early diabetic vascular disease. J Clin Invest. 2001(7): S. 853

35Cowell RC, Russell JW. Nirosative injury and antioxidant therapy in the management of diabetic neuropathy. J Invest Med. 2004(52): S. 33-44

36Scharrer A., Ober M.: Anthocyanidine in der Behandlung von Retinopathien. Klin Monbl Augenheilkd. 1981(5): S. 386-389

37Mitri J. et al.: Effects of vitamin D and calcium supplementation on pancreatic β cell function, inselin sensitivity, and glycemia in adults at high risk of diabetes: the Calcium and Vitamin D for Diabetes Mellitus (CaDDM) randomized controlled trial. Am J Clin Nutr 2011(2): S. 486-494

38Zhang Y. et al.: Long-term therapeutic effect of vitamin D analog doxercalciferol on diabetic nephropathy: strong synergism with AT1 receptor antagonist. Am J Physiol Renal Physiol. 2009(3): S. F791-801

39Sudhakar B. et al. : Effect of combination of edible oils on blood pressure, lipid profile, lipid peroxidative markers, antioxidant status, and electrolytes in patients with hypertension on nifedipine treatment. Saudi Med J. 2011 Apr;32(4):379-85

40Gaullier J.M. et al.: Supplementation with conjugated linoleic acid for 24 months is well tolerated by and reduces body fat mass in healthy, overweight humans. J Nutr. 2005(4): S. 778-784

41Lim S.C. et al.: The effect of coenzyme Q10 on microcirculatory endothelial function of subjects with type 2 diabetes mellitus. Atherosclerosis. 2008(2): S. 966-969

42Hodgson J.M. et al.: Coenzyme Q10 improves blood pressure and glycaemic control: a controlled trial in subjects with type 2 diabetes. Eur J Clin Nutr. 2002(11): S. 1137-1142

43Sourris K.C. et al.: Ubiquinone (coenzyme Q10) prevents renal mitochondrial dysfunction in an experimental model of type 2 diabetes. Free Radic Biol Med. 2011 Nov 21

44Morris B.W. et al.: Chromium homeostasis in patients with type II (NIDDM) diabetes. J Trace Elem Med Biol. 1999(1-2): S. 57-61

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47Scharrer A., Ober M.: Anthocyanidine in der Behandlung von Retinopathien. Klin Monbl Augenheilkd. 1981(5): S. 386-389

48Sasaki R. et al.: Cyanidin 3-glucoside ameliorates hyperglycemia and inselin sensitivity due to downregulation of retinol binding protein 4 expression in diabetic mice. Biochem Pharmacol. 2007(11): S. 1619-1627

49Cotter M.A. et al.: Effects of natural free radical scavengers on peripheral nerve and neurovascular function in diabetic rats. Diabetologia. 1995 Nov (11): S. 1285-1294

50Tuomilehto J. et al.: Prevention of type 2 diabetes mellitus by changes in lifestyle among subjects with impaired glucose tolerance. N Engl J Med 2001(344): S. 1343–1350

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52Blüher M., Zimmer P.: Metabolische und Herz-Kreislauf-Auswirkungen von Muskelaktivität, Sport und Fitness bei Typ-II-Diabetes. Med. Wochenschr. 2010(135): S. 930–934

53American Diabetes Association: Physical Activity/Exercise and Diabetes. Diabetes Care 2004(27 suppl 1): S. s58-s62

54Sandvik L. et al.: Physical fitness as a predictor of mortality among healthy, middle-aged Norwegian men. N Engl J Med 1993 (25): S. 533-537

55Patja K. et al.: Effects of smoking, obesity and physical activity on the risk of type 2 diabetes in middle-aged Finnish men and women. J Intern Med. 2005(4): S. 356-362

56Galovic M., Kalina M.: Schlaf und zirkadiane Rhythmen. Auf: Proscientia.at

57Morselli L. et al.: Role of sleep duration in the regulation of glucose metabolism and appetite. Best Pract Res Clin Endocrinol Metab. 2010(5): S. 687–702

58Spiegel K. et al.: Effects of poor and short sleep on glucose metabolism and obesity risk. Nat Rev Endocrinol. 2009(5): S. 253-261.

59Guevara-Cruz M. et al.: A dietary pattern including nopal, chia seed, soy protein, and oat reduces serum triglycerides and glucose intolerance in patients with metabolic syndrome. J Nutr. 2012(1): S. 64-69. Epub 2011 Nov 16

60Jeong E, Lim Y, Kim KJ, et al. A Systems Biological Approach to Understanding the Mechanisms Underlying the Therapeutic Potential of Red Ginseng Supplements against Metabolic Diseases. Molecules. 2020;25(8):1967

61Khan A. et al.: Cinnamon Improves Glucose and Lipids of People With Type 2 Diabetes. Diabetes Care 2003(12): S. 3215–3218

62Abdulrazaq N.B. et al.: Beneficial effects of ginger (Zingiber officinale) on carbohydrate metabolism in streptozotocin-induced diabetic rats. Br J Nutr. 2011 Dec 12: S. 1-8

63Peterson C.T. et al.: Immune homeostasis, dysbiosis and therapeutic modulation of the gut microbiota. Clin Exp Immunol. 2015 Mar;179(3):363-77. doi: 10.1111/cei.12474.

64Sharma S, Tripathi P. Gut microbiome and type 2 diabetes: where we are and where to go? J Nutr Biochem. 2019 Jan;63:101-108. doi: 10.1016/j.jnutbio.2018.10.003. Epub 2018 Oct 11. PMID: 30366260.