Endometriose: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Therapie

Eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen ist die Endometriose. Oft leiden die Betroffenen jahrelang an den Beschwerden, da sie als Regelschmerzen fehlgedeutet werden, bis die Diagnose gestellt wird. In diesem Artikel erhalten Sie umfangreiche Informationen über die verschiedenen Faktoren, die mit der Krankheit in Zusammenhang stehen. Vor allem aber erfahren Sie, was Sie selbst tun können, um die Beschwerden auf natürliche Weise zu lindern.

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 6. April 2021

Endometriose – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Endometriose – was ist das? Endometriose ist eine häufige Unterleibserkrankung bei Frauen, die im Zeitraum von der ersten Regelblutung an bis zu den Wechseljahren auftreten kann und häufig mit zyklusabhängigen Schmerzen und anderen Beschwerden einhergeht. Die Gebärmutterschleimhaut siedelt sich in der Bauchhöhle, an Organwänden oder Nerven an und verursacht vielfältige Beschwerden bis hin zur Unfruchtbarkeit.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Mehrere Theorien werden diskutiert, die eindeutige Ursache ist noch unklar. Vermutet werden:
    • Hormonstörungen
    • Zellen der Gebärmutterschleimhaut, die in den Bauchraum gelangen
    • Entzündungsprozesse
    • angeborene Endometriose
    • Fehlfunktionen des Immunsystems
    • Giftstoffbelastung bzw. Mikronährstoffmangel (v. a. Vitamin A)
    • Mitochondriendysfunktion
    • Darmdysbiose
    • Risikofaktoren: frühe Menarche, späte Menopause, keine Schwangerschaft, kurze Stillzeit, Operationen an der Gebärmutter, Mikronährstoffmangel, oxidativer Stress, silent inflammation, Übergewicht, Ernährungsfehler, Giftbelastung, genetische Disposition
  • Symptome: Schmerzen im Unterleib und Rücken, Unterleibskrämpfe, Menstruationsstörungen, starke Blutungen, Magen-Darm-Beschwerden, Kreislaufprobleme, depressive Verstimmung u. a.
  • Diagnose und Tests: Anamnese, körperliche Untersuchung, Ultraschall, Bauchspiegelung, Gewebeentnahme, in seltenen Fällen MRT
  • Prognose und Verlauf: Die Endometriose verläuft meist chronisch, spontane Remissionen sind ebenso möglich wie eine zunehmende Verschlimmerung der Beschwerden und eine Ausbreitung auf andere Organe. Es besteht die Gefahr von Verwachsungen befallener Organe mit dem Bauchfell oder mit umliegendem Gewebe. Auch kann es zur Infiltration der Schleimhautzellen in Nerven oder Organe kommen. Zudem ist die Empfängnisbereitschaft erschwert und das Risiko von Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt ist erhöht.
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Viel rotes Fleisch, Alkohol und Zucker wirken nachweislich entzündungsfördernd und erhöhen das Endometriose-Risiko.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Mikronährstoffe unterstützen die Therapie, regulieren den Hormonspiegel und den Zellneubildungsprozess und stoppen Entzündungen. Von Bedeutung sind: Antioxidantien (z. B. Vitamin A, C, E, Coenzym Q10, Selen), B-Vitamine, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe (Resveratrol, Quercetin, EGCG im Grüntee-Extrakt, Curcumin), Magnesium, Zink, Eisen
    • Lebensstil: Sport und Bewegung, Abbau von Übergewicht, Alltagsrituale, Entspannungstechniken, erholsamer Schlaf, positive Lebenseinstellung sowie Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind Grundlage einer erfolgreichen Endometriose-Therapie.
    • Konventionelle Therapie:
      • medikamentöse Therapie: Schmerzmittel, Antidepressiva, hormonelle Behandlung mit Gestagen, GnRH-Analoga, Antibaby-Pille
      • operative Therapien: Entfernung der Endometrioseherde, Laserbehandlung, in schweren Fällen (Teil-)Entfernung der betroffenen Organe, Entfernung der Gebärmutter bzw. Eierstöcke
    • Ganzheitliche Therapie: Phytotherapie (Frauenmantel, Schafgarbe, Himbeerblätter, Mönchspfeffer), ätherische Öle, Wärmeanwendungen, Akupunktur, Darmsanierung, Entsäuerung und Entgiftung, Schröpfen, Melatonin
  • Checkliste und Empfehlungen bei Endometriose: Das können Sie selbst tun.

Was ist Endometriose?

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Endometriose in der Übersicht

  • Endometriose ist nach Myomen die zweithäufigste Unterleibserkrankung bei Frauen.
  • Im Bauchraum findet sich versprengtes Schleimhautgewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt und zyklusabhängige Beschwerden auslösen kann.
  • Der Krankheitsbeginn ist meist zwischen Beginn der Pubertät und den Wechseljahren.
  • Bei vielen Frauen geht die Erkrankung mit einer eingeschränkten Fruchtbarkeit einher.
  • Differentialdiagnostisch muss die Endometriose vom Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), von Myomen, vom prämenstruellen Syndrom und von den Wechseljahren abgegrenzt werden.

Vorkommen und Auftreten

Die Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Dabei kommt es zu einer Versprengung von Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, sich während des Menstruationszyklus verändert und Beschwerden verursacht. Betroffen sind häufig die Außenwände von Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter, Blase, Scheide oder Darm. Andere Organe sind sehr selten betroffen.

Etwa 4-12% aller Frauen erkranken während der geschlechtsreifen Phase an einer Endometriose. Der Krankheitsbeginn liegt zwischen Eintritt der Pubertät und der Menopause. Genaue Zahlen über die Häufigkeit der Erkrankung gibt es nicht, da bei vielen Frauen fälschlicherweise Regelschmerzen oder das prämenstruelle Syndrom (PMS) vermutet werden.

Auch symptomlose Verläufe sind möglich; die Diagnose wird dann eher zufällig gestellt. Bei 30-50% der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch werden Endometrioseherde gefunden, viele der Patientinnen haben keine Beschwerden. Die Tendenz, im Laufe des Lebens an der Endometriose zu erkranken, ist unter Verwandten ersten Grades leicht erhöht.

 

Aufbau und Funktion der Gebärmutterschleimhaut

Die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ist die innerste Schicht des Uterus. Sie besteht aus verschiedenen Geweben und Drüsen und ist sehr gut durchblutet. Unter Einfluss des Östrogens wird die Gebärmutterschleimhaut während des Zyklus aufgebaut und für die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, wird die oberste Schleimhautschicht (Stratum functionale) am Ende des Zyklus wieder abgestoßen und als Regelblutung ausgeschieden.

Die Endometriose kann eine der Ursachen sein, die die Fruchtbarkeit der Frau einschränkt und in der Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann.

Nach der Schwangerschaft kommt die Erkrankung oft spontan zu einem Stillstand. Langes Stillen scheint das Endometriose-Risiko in späteren Jahren zu verringern.

Bei vielen Frauen verschwinden die Beschwerden mit Beginn der Wechseljahre. In Einzelfällen kann es jedoch sogar zu einer Verschlimmerung der Beschwerden nach der Menopause kommen.

 

Bei Männern kann eine Endometriose in sehr seltenen Fällen nur auftreten, wenn Sie therapiebedingt hohe Dosen an Östrogen verabreicht bekommen.

 

Differenzierung

Abzugrenzen ist die Endometriose vom Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom).

Die Ursache der Beschwerden beim PCO-Syndrom liegt an der Überproduktion von männlichen Hormonen und an der Bildung mehrerer Zysten an den Eierstöcken.

Ebenso können Myome zu zyklusabhängigen Beschwerden im Unterleib führen.

Auch das prämenstruelle Syndrom sowie Wechseljahresbeschwerden können mit Symptomen einhergehen, die der Endometriose ähneln.

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt.
  • Vermutungen:
    • Schleimhautzellen, die in die Bauchhöhle wandern
    • Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut
    • Fehlfunktion des Immunsystems
    • angeborene Schleimhautinseln außerhalb der Gebärmutter
    • Hormonstörungen
    • gelockerte Zwischenzellverbindungen in der Gebärmutterwand
    • Fehlregulationen des Körpers aufgrund von Schwermetallbelastung bzw. Mikronährstoffmangel (v. a. Vitamin A)
    • Mitochondriendysfunktion / oxidativer Zellstress
    • Störungen des Darm-Mikrobioms
  • Risikofaktoren: u. a. frühe Menarche, Menstruationsstörungen, späte Menopause, Übergewicht, kurze Stillzeit, operative Eingriffe an der Gebärmutter (Kaiserschnitt, Kürettage etc.), Mikronährstoffmangel, Giftbelastung, Ernährungsfehler, chronische Entzündungen, Stress, genetische Disposition

Die Ursachen für die Entstehung der Endometriose sind noch nicht eindeutig geklärt.1

Verschiedene Theorien werden diskutiert:

Einerseits vermuten Wissenschaftler, dass möglicherweise ein Teil des Menstruationsblutes, das Schleimhautzellen aus der Gebärmutter enthält, über den Eileiter in die Bauchhöhle gelangt (retrograde Menstruation). Die Zellen könnten sich dort an der Außenwand von Organen ansiedeln und vermehren, wodurch Endometrioseherde entstehen (Transplantationstheorie).

Ebenso könnten aufgrund von Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut Zellen, entsprechend Metastasen, über das Lymphsystem verschleppt werden und sich an anderen Stellen einnisten. Der oft damit einhergehende erhöhte Homocysteinwert im Blut befeuert die Entzündungsprozesse noch zusätzlich.

Eine weitere mögliche Ursache ist oxidativer Stress, der durch Sauerstoffradikale entsteht. Zwar sind Sauerstoffradikale eine normale chemische Reaktion in Stoffwechselprozessen, im Übermaß gebildet und bei einem Mangel an Radikalfängern (Antioxidantien) richten sie allerdings Schäden in den Mitochondrien an und stören Zellfunktionen.2 Diese Veränderungen auf der Zellebene begünstigen die Entwicklung einer Endometriose, die gestörte Energieproduktion und vermehrte Bildung freier Radikale scheint laut wissenschaftlichen Erkenntnissen ursächlich daran beteiligt zu sein.3

Andererseits wird diskutiert, dass verstärkte Bewegungen und Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur zu kleinen Verletzungen der Schleimhaut führen könnten, wodurch sich Zellen lösen und über die Eileiter in den Körper gelangen.4

Manche Forscher gehen auch davon aus, dass bereits im Mutterleib beim weiblichen Fötus die Schleimhautinseln an anderen Organen angelegt werden und daher von Geburt an das Endometriose-Risiko erhöht ist (Metaplasie-Theorie). Diese Theorie liefert auch eine Erklärung, weshalb in seltenen Fällen Endometriose auch beim Mann auftreten kann. Laut einer Studie scheinen Vitamin A und Melatonin an der Entwicklung und Ausbildung eines gesunden Endometriums eine Rolle zu spielen. Störungen in dieser Phase scheinen im Zusammenhang mit der Bildung von Schleimhautgewebe an anderen Organen, so auch beim männlichen Fötus zu stehen.5

Eine weitere Theorie ist, dass die Zwischenzellverbindungen gelockert sind und sich dadurch Zellen aus dem Gewebeverband in der Gebärmutter lösen, in andere Gewebe eindringen und sich dort ansiedeln könnten.

Auch eine Fehlfunktion des Immunsystems könnte Auslöser der Erkrankung sein, da ein gesunder Körper das Schleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutter normalerweise abbaut.

Störungen der Mitochondrien, die u. a. in Zellen des Immunsystems und des Darmmikrobioms vorkommen, scheinen entscheidend an der Entstehung der Endometriose beteiligt zu sein. Auch in diesem Fall fanden Forscher heraus, dass ein Vitamin A-Mangel sowie Veränderungen im Melatoninhaushalt damit zusammenhängen.6

Hormonstörungen, wie z. B. die Überproduktion von Östrogen oder eine Progesteronresistenz, könnten die Ansiedlung, das Wachstum und die Aktivierung der Schleimhautzellen auf anderen Organen begünstigen.

 

Begünstigend für die Entstehung der Endometriose gelten folgende Faktoren:

  • frühes Einsetzen der ersten Regelblutung (Menarche), Menstruationsstörungen, späte Menopause
  • kurze Stillzeit
  • genetische Disposition
  • Übergewicht und entzündungsfördernde Hormone aus dem Fettgewebe
  • chronische Entzündungen
  • Stress und ungesunde Lebensweise
  • Ernährungsfehler
  • Medikamente
  • Störungen der Darmflora
  • Leberschwäche
  • Eingriffe an der Gebärmutter wie Kaiserschnitt, Kürettage etc.
  • Schwermetallbelastung (v. a. Cadmium, Nickel)
  • Belastung mit Chemikalien und Giftstoffen aus Kosmetika, Pestizide und Herbizide, Weichmacher in Kunststoffen etc.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien. Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren

Frauen, die über lange Zeit ohne Pause orale Kontrazeptiva (z. B. Antibaby-Pille) eingenommen haben, haben offensichtlich ein geringeres Risiko, an einer Endometriose zu erkranken. Eine italienische Studie kam zu dem Ergebnis, dass 94% der Frauen, die nach operativer Entfernung von Endometrioseherden dauerhaft die Pille einnahmen, keine Endometrioseherde mehr entwickelten.7

Symptome der Endometriose

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Symptome in der Übersicht

  • starke Schmerzen, häufig zyklusabhängig, Lokalisierung abhängig vom Ort der Endometrioseherde
  • Menstruationsstörungen wie starke und langanhaltende Blutungen, fehlender Eisprung, Schmier- und Zwischenblutungen, ausbleibende Periode
  • Beschwerden im Bereich von Darm (Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Krämpfe) und Harnwege (Harnwegsinfekte, Störungen beim Wasserlassen, Blut im Urin)
  • ungewollte Kinderlosigkeit
  • erhöhte Infektanfälligkeit und Körpertemperatur, Müdigkeit, Erschöpfung

Die Beschwerden, die von einer Endometriose verursacht werden, können Regelschmerzen ähneln. Bei einigen Patientinnen verläuft die Endometriose symptomlos, so dass die Schleimhautabsiedelungen eher zufällig diagnostiziert werden.

Die Art und Ausprägung der Beschwerden ist davon abhängig, wo sich das Schleimhautgewebe angesiedelt hat. Unabhängig von der Lokalisation treten die Beschwerden durch die versprengte Schleimhaut zyklusabhängig auf. Die Schleimhautschicht wird abgestoßen, die Endometrioseherde bluten, das Blut kann jedoch nicht abfließen und muss von den Makrophagen und anderen Immunzellen abgebaut werden.

 

Am häufigsten finden sich Endometrioseherde an der Außenwand der Eileiter, der Gebärmutter, der Scheide, der Blase oder des Dickdarms.

Auch der Ischiasnerv und die Sakralwurzeln, aus denen die Nerven der Unterleibsorgane und Schließmuskeln entspringen, können betroffen sein.

In seltenen Fällen können Schleimhautzellen über das Lymphsystem auch zu anderen Organen wie zur Lunge oder ins Gehirn gelangen und sich dort ansiedeln.

 

Generell kann es auch zu Verwachsungen mit dem Bauchfell kommen oder zu Einwachsungen des Schleimhautgewebes in das betroffene Organ. Diese Patientinnen leiden dann zumeist unter dauerhaften Schmerzen.

 

Häufige Beschwerden sind:

 

Schmerzen

  • (starke) Unterleibsschmerzen, vor allem vor und während der Menstruation, ggf. auch um den Zeitpunkt des Eisprungs
  • Rückenschmerzen, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins
  • ausstrahlende Schmerzen in Gesäß und Oberschenkel
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Urinieren
  • chronische, dauerhafte, auch ausstrahlende Schmerzen unklaren Ursprungs
  • Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen (zyklusabhängig)

 

Menstruationsstörungen

  • Schmier- oder Zwischenblutungen
  • sehr starke oder lang andauernde Blutungen
  • unregelmäßige Blutungen/Zyklusstörungen
  • ausbleibender Eisprung
  • ausbleibende Periode

 

Darmbeschwerden

  • Blähungen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Darmkrämpfe
  • Blutungen aus dem Darm
  • Darmentleerungsstörungen
  • Reizdarmsyndrom

 

Beschwerden der Harnwege

  • Neigung zu Harnwegsinfekten
  • Blut im Urin
  • Harnverhalt
  • häufiger Harndrang
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Krämpfe der Blasenmuskulatur

 

Sonstige Symptome

  • depressive Verstimmungen
  • ungewollte Kinderlosigkeit
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Schwindel und Kreislaufstörungen
  • Gewichtszunahme aufgrund erhöhtem Östrogenspiegel und Neigung zu Fettansammlungen
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Husten vor und während der Menstruation

 

Im speziellen Fall der Endometriose des Ischiasnervs bzw. der Sakralwurzeln im Becken kann es zu einer allmählichen Zerstörung des Ischiasnervs kommen.

 

Die Symptome sind im Fall der Ischias-Endometriose:

  • brennende oder stechende Schmerzen im unteren Rücken, im Bereich von Gesäß und Oberschenkelrückseite, ausstrahlend bis in die Beine und Füße
  • Taubheitsgefühle oder Gefühl von „Ameisenlaufen“ in den Genitalien, im Nervenverlauf entlang der Beine und an der Fußsohle oder -kante
  • Treppensteigen wird zunehmend mühsamer, Beweglichkeit der Fußgelenks ist eingeschränkt

 

Endometrioseherde in weiter entfernten Regionen wie Lunge, Leber, Gehirn, Magen oder Zwerchfell kommen sehr selten vor.

Die Symptome variieren von Krampfanfällen, heftigen Kopfschmerzen und Gangstörungen (zerebrale Endometriose) über Husten, Atemnot, Kurzatmigkeit und Brustschmerzen (pulmonale Endometriose) bis hin zu Schmerzen im Bereich von Brust, Oberbauch, rechter Schulter und rechtem Arm (Zwerchfell-Endometriose).

Da Beschwerden in diesen Organen jedoch zahlreiche andere Ursachen haben können, sollten Sie diese immer ärztlich abklären lassen.

Diagnose und Tests bei Endometriose

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Diagnose in der Übersicht

  • Anamnesegespräch: typische Symptome, die zyklusabhängig auftreten
  • Tastuntersuchung: verhärtetes und druckschmerzhaftes Gewebe
  • Ultraschalluntersuchung: größere Endometrioseherde, Zysten und Verwachsungen erkennbar
  • Bauchspiegelung und Entnahme von Gewebeproben
  • Bluttest und Mitomic Endometriosis Test
  • in seltenen Fällen MRT zur weiteren Abklärung
  • Differenzialdiagnosen: Ausschluss anderer Unterleibserkrankungen (z. B. PCO-Syndrom, prämenstruelles Syndrom, Myome, Darm- und Blasenerkrankungen)

Der Ansprechpartner bei Verdacht auf Endometriose ist ein gynäkologischer Facharzt.

Diagnoseweisend sind oft schon die Symptome wie zyklusabhängige Beschwerden und Begleiterscheinungen, starke Regelschmerzen und -blutungen, Unterleibskrämpfe, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Rückenschmerzen.

Wenn bei nahen Verwandten wie der Mutter oder der Schwester bereits eine Endometriose diagnostiziert wurde, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass die Patientin ebenso davon betroffen ist.

Da die Symptome jedoch von den Frauen oft als „normale“ Regelschmerzen empfunden werden oder dem prämenstruellen Syndrom ähneln, wird die Diagnose oft erst nach vielen Jahren gestellt.

 

Große Endometrioseherde können mittels einer Tastuntersuchung der Bauchdecke, der Scheide, des Muttermunds und des Enddarms festgestellt werden. Das Gewebe ist meist verhärtet und druckschmerzhaft, auch Verwachsungen sind feststellbar.

 

Weitere Erkenntnisse kann die Ultraschall-Untersuchung ergeben. Größere Endometrioseherde, Gewebeverwachsungen und Zysten können so festgestellt werden. Vor allem Endometriose an den Eileitern und Eierstöcken, der Gebärmutter, der Scheidenwand und der Blase sind so zu nachzuweisen. Sie erscheinen im Ultraschall als kleine dunkle Flecken.

Bluttests ergeben oft keine eindeutigen Hinweise auf eine Endometriose, weshalb selten Blutuntersuchungen zu Diagnosezwecken angeordnet werden. Bei manchen Patientinnen kann ein bestimmter Blutwert während der Menstruation erhöht sein, das sogenannte CA-125.

 

Wissenschaftler der Oxford-Universität haben einen Test entwickelt, den Mitomic Endometriosis Test (MET), der in 90% der Fälle die Krankheit bereits in frühen Stadien feststellen kann. Er kann Schäden und Mutationen in der mitochondrialen DNA erkennen und damit die Diagnose von Krankheiten wie Endometriose erleichtern.

 

Da die Schleimhautzellen in der Bauchhöhle versprengt und oft nur als winzige Herde auftreten können und um die Diagnose zu sichern, kann eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) angeraten sein.

Die Untersuchung wird unter Vollnarkose durchgeführt. Durch kleine Schnitte in der Bauchdecke werden eine winzige Kamera sowie feine Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt und dort nach Endometrioseherden, Verwachsungen oder blutgefüllten Zysten („Schokoladenzysten“) gesucht.

Verdächtiges Gewebe wird entnommen und im Labor untersucht.

 

Wenn die Proben den Verdacht auf Endometriose bestätigen, können im Fall zusätzlicher, zyklusabhängiger oder andauernder Beschwerden im Bereich des Darms oder der Blase weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Eine Blasen- oder Darmspiegelung gibt dann Aufschluss, ob die Symptome von versprengten Endometrioseherden kommen.

 

Nur in besonders schweren Fällen oder bei Verdacht, dass die Schleimhautzellen andere Organe oder Nerven bereits infiltriert haben, kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

 

Differenzialdiagnostisch müssen andere gynäkologische Erkrankungen, vor allem das Polyzystische Ovarial-Syndrom (PCO-Syndrom), Darm- oder Harnwegserkrankungen ausgeschlossen werden.

Krankheitsverlauf und Prognose

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Endometriose nimmt häufig einen chronischen Verlauf, die Endometrioseherde können sich weiter vergrößern und noch andere Organe befallen.
  • Die Infiltration der Schleimhautzellen in andere Organe oder Nerven ist möglich, was zu Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen führen kann.
  • Verwachsungen der Endometrioseherde mit Bauchfell und Binde-, Nerven- oder Muskelgewebe sind möglich.
  • Die Fruchtbarkeit der Frau kann eingeschränkt sein
  • Es besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft oder während der Geburt.

In den meisten Fällen nimmt die Endometriose einen chronischen Verlauf und zeigt sich bei jeder Frau mit einem individuellen Beschwerdebild. Auch ist die spontane Rückbildung der Schleimhautinseln möglich.

 

Wenn die Erkrankung fortschreitet, kommt es zu einer Vergrößerung und Ausbreitung der Endometrioseherde, weitere Organe können miteinbezogen werden. Wenn sich die Schleimhaut auf den Außenwänden anderer Organe ansiedelt, kommt es dort häufig zu zyklusabhängigen Schmerzen, Krämpfen und sonstigen Beschwerden.

 

Die Schleimhautzellen können tief in das betroffene Organ einwachsen und es infiltrieren, was dort zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen kann (tief infiltrierende Endometriose, TIE). Diese Endometrioseherde können sich, ähnlich wie ein Tumor, weiter ausdehnen und das befallene Organ schädigen.

Die tief infiltrierende Endometriose zählt jedoch nicht zu den bösartigen Erkrankungen.

Im Darm kann es durch Infiltrationen zu Einschränkungen in der Darmperistaltik bis hin zum Darmverschluss kommen, in der Blase zu Blasenentleerungsstörungen und häufig wiederkehrenden Entzündungen.

Im Bereich der Harnleiter können die Endometrioseherde Komplikationen verursachen, wenn sie die Harnwege verengen und dadurch Harnrückstau verursachen.

 

Zudem können die Schleimhautinseln zu Verwachsungen zwischen verschiedenen Gewebsschichten oder zwischen Organen und Bauchfell führen.

 

Auch der Befall des Ischiasnervs oder anderer Beckennerven kann ausgeprägte Symptome bis hin zu Taubheitsgefühlen und Einschränkung der Beweglichkeit mit sich bringen.

 

Das Krebsrisiko ist bei Endometriose nicht signifikant erhöht.

 

Klassifikation der Endometriose-Stadien gemäß der EEC (Endoscopic Endometriosis Classification)

StadiumBeschreibung
IEndometrioseherde im kleinen Becken < 5mm
Endometrioseherde am Muttermund < 5 mm
beide Eileiter frei durchgängig
IIEndometrioseherde im kleinen Becken > 5 mm
Endometrioseherde am Muttermund > 5 mm
Endometrioseherde an der Harnblase
Verwachsungen im Bereich der Eierstöcke oder Eileiter und Verengung der Eileiter
Endometriose des Bauchfells im Bereich von Gebärmutter, Scheide und Enddarm
IIItiefe Infiltrierung der Schleimhautzellen in den Gebärmuttermuskel
Endometriose am Übergang der Eileiter in die Gebärmutterhöhle
Schokoladenzysten an den Eierstöcken
Endometriose an den Gebärmutterbändern
IVEndometriose an anderen Organen, im gesamten Bereich der Bauchhöhle
selten auch Befall von Lunge, Gehirn, Haut oder Ischiasnerv

 

Die Endometriose kann eine Ursache für die Unfruchtbarkeit der Frau sein. Jedoch werden auch viele Endometriose-Patientinnen trotz der Erkrankung schwanger.

Im Fall einer Schwangerschaft verlaufen die meisten Schwangerschaften komplikationslos.

Allerdings können Komplikationen wie Fehlgeburten, eine Plazenta praevia (Fehllage des Mutterkuchens), Eileiterschwangerschaften oder Geburtsrisiken aufgrund verringerter Elastizität des Geburtskanals gehäuft auftreten.

Bei manchen Frauen verschwinden nach einer Schwangerschaft und/oder langer Stillzeit die Endometriose-Beschwerden, jedoch ist eine Schwangerschaft keine Garantie für ein Ausheilen der Erkrankung.

Ernährung bei Endometriose

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Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Viel rotes Fleisch erhöht nachweislich das Endometriose-Risiko und ruft vermehrt Beschwerden hervor.
  • Die tägliche Verwendung schmerzlindernder und entzündungshemmender Gewürze kann die Endometriose-Beschwerden spürbar erleichtern.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert eine chronische Entzündung, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Endometriose an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Endometriose in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf eine Endometriose auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie Endometriose lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

Das HTM-Team empfiehlt

Unser Produkt-Tipp: Bio-Leinöl, reich an den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA


 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Wie Sie mit einer gesunden Ernährung den Krankheitsverlauf bei Endometriose beeinflussen können

Reduzieren Sie Übergewicht

Eine Gewichtsabnahme wirkt sich nicht nur positiv auf die Gelenke und das Herz-Kreislauf-System aus. Das Körperfett produziert einerseits Östrogen, das den ohnehin schon erhöhten Östrogenspiegel bei Endometriose-Patientinnen noch befeuert und die zyklusabhängigen Beschwerden verschlimmern kann. Andererseits bildet das Fettgewebe auch viele entzündungsfördernde Gewebshormone wie Leptin und Adiponektin. Dadurch entstehen (oft unbemerkte) Entzündungsherde im Körper, die auch als Auslöser für die Endometriose im Verdacht stehen.

Eine Ernährungsumstellung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel in Kombination mit regelmäßiger Bewegung unterstützt auf sanfte Weise den Gewichtsabbau, reduziert Körperfett und senkt Entzündungsparameter im Blut.

 

Verwenden Sie vermehrt Gewürze

In vielen Kräutern und Gewürzen sind bereits in kleinen Mengen zahlreiche entzündungshemmende, schmerzlindernde und immunstärkende Inhaltsstoffe enthalten.

  • Ingwer

Die Ingwerknolle findet vor allem in der asiatischen Küche Verwendung und ist hierzulande unter anderem beliebt als Hausmittel bei Erkältungen.

Ingwer enthält viele entzündungshemmende, antioxidative und schmerzlindernde Substanzen und kann wohltuend bei Unterleibskrämpfen und auch Übelkeit sein.

 

  • Kurkuma

Auch die Kurkumawurzel ist aus der asiatischen, vorwiegend der indischen Küche bekannt. Kurkuma ist u. a. ein Bestandteil von Currymischungen. Der in ihr enthaltene Wirkstoff Curcumin hat ebenso wie der Ingwer entzündungshemmende Eigenschaften. In mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Curcumin die unkontrollierte Zellteilung hemmt und das Immunsystem anregt, diese Zellen abzubauen.8,9 Zudem konnte in einer Studie mit Mäusen beobachtet werden, dass Kurkuma das Wachstum der Endometrioseherde stoppte und einen Heilungsprozess einleitete. Auch Entzündungsfaktoren wurden nachweislich gesenkt.10

 

  • Löwenzahn

Löwenzahn ist unter anderem als blutreinigendes und leberstärkendes Kraut bekannt. Seit einiger Zeit findet er auch als Wildkraut Einzug in die einheimische Küche.

Die Bitterstoffe und andere sekundäre Pflanzenstoffe im Löwenzahn reinigen und stärken die Leber und verbessern so ihre Funktion, Hormone (v. a. Östrogen) abzubauen. Eine geschwächte Leber ist ein Faktor, der zur Östrogendominanz beiträgt. Zwar stehen gesicherte Erkenntnisse zur Endometriose noch aus, doch in zahlreichen Studien wurde belegt, dass Löwenzahnextrakte die Bekämpfung von Krebszellen unterstützt.11,12

 

Bevorzugen Sie eine pflanzenreiche Ernährung

Einige Studien haben den Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Entstehung der Endometriose und ihrem weiteren Krankheitsverlauf näher untersucht. Die Ergebnisse deuten alle darauf hin, dass die Ernährung wesentlich Einfluss auf die Erkrankung nimmt und eine große Möglichkeit bietet, selbst aktiv das Erkrankungsrisiko zu minimieren und den weiteren Verlauf zu beeinflussen.

 

Wissenschaftler der Uniklinik Wien haben in einer Studie herausgefunden, dass Endometriose-Patientinnen, die sich mit Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Magnesium sind, ernährten, viel Obst und Gemüse zu sich nahmen und Zucker und Alkohol sowie rotes Fleisch vermieden, deutlich weniger Schmerzen im Unterleib, während der Periode und beim Geschlechtsverkehr hatten.13

Eine andere Studie beobachtete den Rückgang der Marker für oxidativen Stress bei Frauen, die täglich Lebensmittel mit einem hohen Antioxidantien-Gehalt verzehrten. Untersucht wurde der Zusammenhang von Vitamin A, C und E.14

 

Eine weitere Studie wertete die Daten der Nurses Health Study II aus und fand heraus, dass Mikronährstoffe wie Thiamin, Folsäure, Vitamin C und Vitamin E das Endometriose-Risiko signifikant senkte. Bemerkenswert ist, dass die Aufnahme isolierter Mikronährstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln nicht die gleiche Wirkung hatte wie der Verzehr mikronährstoffreicher Lebensmittel, in denen die einzelnen Vitalstoffe in ihrem natürlichen Verbund mit anderen Nährstoffen enthalten sind.15  Achten Sie deshalb darauf, dass Sie ein Mikronährstoffkonzentrat auf pflanzlicher Basis einnehmen.

Auch Kohlgewächse (Brassica) sind hinsichtlich ihrer entzündungshemmenden Inhaltsstoffen, Stabilisierung immunologischer Vorgänge und Verbesserung der Lebensqualität der von Endometriose betroffenen Frauen wissenschaftlich gut erforscht. Insbesondere die in Kohl vorkommenden Glucosinolate und Aquaporine scheinen eine wichtige Rolle zu spielen.16

 

Ernähren Sie sich fleischarm

Eine Ernährung, die überwiegend pflanzlicher Herkunft ist, ist nicht nur, was die Endometriose betrifft, förderlich für die Gesundheit.

Nach den Erkenntnissen von Wissenschaftlern stieg das Risiko, an Endometriose zu erkranken, bei Frauen, die zweimal täglich rotes Fleisch aßen um 56 % gegenüber denjenigen, die höchstens einmal pro Woche rotes Fleisch auf dem Teller hatten. Insbesondere bei Frauen mit einer ausgeprägten Schmerzsymptomatik war der Zusammenhang deutlich erkennbar.17

Die im Fleisch enthaltenen tierischen Fette haben einen hohen Anteil der Arachidonsäure, einer gesättigten Fettsäure, die im Körper zu entzündungsfördernden Botenstoffen umgebaut wird. Demnach führt ein hoher Fleischverzehr zu vermehrt Entzündungsprozessen im Körper, die lange Zeit unbemerkt bleiben können.

 

 

Zusammenfassung

Welche Lebensmittel sind nun zu bevorzugen, um das Endometriose-Risiko zu senken und Beschwerden zu verbessern?

Die Ergebnisse der Studien ergaben alle, dass eine überwiegend pflanzenbasierte Kost bestehend aus (grünem) Gemüse, Kartoffeln, frischem Obst wie Beeren und Zitrusfrüchte, Sojaprodukte, Nüsse und Samen, Reis, Hafer, Weizenkeime und kalt gepresste hochwertige Öle nachweislich eine positive Auswirkung auf die Endometriose-Beschwerden haben.

Rotes Fleisch, Fischkonserven und Milchprodukte sollten nur in geringen Mengen auf dem Speiseplan stehen, und auf zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten, Alkohol und tierische Fette sollte möglichst ganz verzichtet werden.

 

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Endometriose. Besonders wichtig sind: Antioxidantien (z. B. Vitamin A, C und E, Coenzym Q10 und Selen), B-Vitamine, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Resveratrol, Curcumin, Quercetin, EGCG im Grüntee-Extrakt), Magnesium, Zink, Eisen
  • Einige der typischen Medikamente bei Endometriose, wie Schmerzmittel, synthetische Hormonpräparate oder Antidepressiva, erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Endometriose abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Mikronährstoffkonzentrate Testsieger

 

Testsieger

LaVita Mikronährstoffkonzentrat

LaVita Mikronährstoffkonzentrat 500ml

  • wissenschaftlich fundiertes Naturprodukt auf pflanzlicher Basis
  • alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten
  • ganzheitliche Optimierung der täglichen Ernährung
  • ohne Konservierungs- und andere Zusatzstoffe

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Die Mikronährstofftherapie stellt eine ideale Ergänzung zu allen anderen Endometriose-Therapien dar, da sie die Zellen mit Energie versorgen und die Wiederherstellung der Homöostase (Erhaltung des Gleichgewichts im Körper) unterstützen. Somit werden die oft unbemerkten Entzündungsprozesse (silent inflammation) gestoppt, die an der Entstehung einer Endometriose mitbeteiligt sind.

 

Oxidativer Stress entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die Entzündungsprozesse auslösen und gesunde Zellen schädigen. Wie im Kapitel Ursachen bereits dargestellt, scheinen Entzündungen maßgeblich an der Entstehung und dem weiteren Verlauf der Endometriose beteiligt zu sein. Wissenschaftliche Untersuchungen haben den Zusammenhang von oxidativem Stress und das Fortschreiten der Endometriose belegen können. Demnach waren die Marker für oxidativen Stress im Blut nach einer viermonatigen Ernährung, die reich an Antioxidantien war, deutlich niedriger, während die Vitamine A, C und E deutlich erhöht nachgewiesen wurden.18

Außerdem fördern Antioxidantien die Aktivität unserer Immunzellen, so dass sowohl die versprengten Schleimhautzellen erkannt und entfernt als auch Entzündungen gestoppt werden können.

Die Mikronährstofftherapie zielt bei einer Endometriose primär darauf ab, den Organismus vor dem oxidativen Stress und vor einer weiteren Verbreitung der Schleimhautinseln zu schützen.

Zu den Antioxidantien zählen u. a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen.

In einer Vorstudie wurde festgestellt, dass Vitamin B, C und E die Marker im Blut für oxidativen Stress senken und Schmerzen bei mehr als 43 % der betroffenen Frauen reduzierten. Auch Entzündungsmarker sowie erhöhte Homocysteinwerte konnten gesenkt werden.19

Die Einnahme einzelner Vitamine war dabei nicht so wirksam wie Präparate, die eine Vielzahl von Mikronährstoffen enthielten. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Zusammenwirken der Mikronährstoffe, wie sie natürlicherweise in den Lebensmitteln vorkommen, an den positiven Auswirkungen auf die Endometriose-Symptome beteiligt sind.15

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich demnach am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen und einander unterstützen.

Homocystein

Im Stoffwechsel des Menschen entstehen allerlei Abfallprodukte, die ständig von unserem Immunsystem entsorgt werden müssen, um Schäden an gesunden Zellen zu verhindern. Neben den freien Radikalen zählt hierzu das Homocystein.

Homocystein ist eine Aminosäure, die im Stoffwechselprozess entsteht.

Unter normalen Umständen wird diese Aminosäure sehr schnell von Enzymen in den Zellen abgebaut. Diese Enzyme benötigen allerdings einige Mikronährstoffe als Co-Faktoren für diese Arbeit. Erhöhte Werte von Homocystein entstehen dann im Körper, wenn die Mikronährstoffe für den Abbau dafür nicht zur Verfügung stehen.

Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 sind die wichtigsten Mikronährstoffe, die Ihnen helfen, den Homocysteinspiegel normal zu halten. Am besten wirken diese drei Mikronährstoffe im natürlichen Verbund mit anderen Mikronährstoffen.

Vitamin D ist an unzähligen Prozessen im Körper beteiligt. Besonders wichtig ist es für die Bekämpfung von Entzündungen und für die Steuerung der Zellteilung. Es wird bei Sonneneinstrahlung von Frühjahr bis Herbst ausreichend in der Haut gebildet. Aufgrund des im Winterhalbjahr zu flachen Einstrahlwinkels der Sonne in Mittel- und Nordeuropa sowie des überwiegenden Aufenthalts in geschlossenen Räumen, leiden sehr viele Menschen unter einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Vitamin D-Mangel. Eine optimale Versorgung mit dem „Sonnenvitamin“ verhindert daher, dass sich die Schleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter unkontrolliert teilen und vermehren.

Außerdem ist das Vitamin bereits gut erforscht hinsichtlich seiner schmerzlindernden Eigenschaften. Frauen mit Schmerzen vor und während der Periode erhielten hochdosiertes Vitamin D. Bereits nach zwei Monaten waren die Schmerzen deutlich geringer.20 Inwiefern Vitamin D speziell bei Endometriose-Patientinnen therapeutischen Einsatz finden könnte, muss noch genauer erforscht werden. Erste Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Schmerzen bei Endometriose durch die Einnahme von Vitamin D ebenfalls gelindert werden könnte.21

 

Auch die große Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren für den menschlichen Organismus ist inzwischen in zahlreichen Studien belegt worden. Endometrioseherde lösen Entzündungen an/in den entsprechenden Organen aus, was zu Schmerzen, Krämpfen und sogar erhöhter Körpertemperatur führen kann.

Die Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) wirken antientzündlich und schmerzlindernd. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Entzündungsparameter durch die Gabe von EPA signifikant niedriger waren.22 Eine andere Studie konnte an Tiermodellen beobachten, dass sowohl die Größe der Herde wie auch die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen unter dem Einfluss von Omega-3-Fettsäuren deutlich abnahm.23

Außerdem wurde nachgewiesen, dass im Labor isolierte Schleimhautzellen wesentlich kürzer überlebten.

Die positive Auswirkung von Omega-3-Fettsäuren bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom und starken Regelschmerzen wurde bereits wissenschaftlich belegt24, genauere Forschungen hinsichtlich der Endometriose stehen allerdings noch aus.

 

 

Resveratrol zählt zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Resveratrol kommt u. a. in Rotwein, Erdnüssen und Kakao vor. Es hat als natürliches Antioxidans entzündungshemmende und zellschützende Eigenschaften. Auch im weiblichen Hormonhaushalt spielt Resveratrol eine wichtige Rolle, da es regulierend auf den Hormonspiegel einwirkt, die übermäßige Östrogenproduktion hemmt und sogar die versprengten Zellen der Gebärmutterschleimhaut an einer weiteren Ausbreitung hindert. Eine Studie zeigte, dass Resveratrol in Verbindung mit Gestagen-haltigen Verhütungsmitteln die Schmerzen und Endometriose-Beschwerden noch mehr reduzierten als die Hormonpräparate allein.25

Eine weitere Studie konnte belegen, dass die antientzündlichen und antioxidativen Eigenschaften des Resveratrols der Endometriose vorbeugen können.26

 

Weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die sich günstig auf die Endometriose-Beschwerden auswirken, sind beispielsweise:

  • Curcumin (aus der Kurkumawurzel) wurde, wie bereits im Kapitel Ernährung erwähnt, hinsichtlich seiner positiven Wirkung bei zahlreichen Beschwerden erforscht. Dieser sekundäre Pflanzenstoff weist ebenfalls zellschützende, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften auf. Es unterstützt unsere Abwehrkräfte und ist in der Frauenheilkunde wegen seiner hormonregulierenden Wirkung bekannt. In einem wissenschaftlichen Artikel wurden mehrere Studien zu Curcumin ausgewertet. Demnach könnte der Wirkstoff bei der Endometriose-Therapie künftig von großer Bedeutung sein. Curcumin trägt unter anderem dazu bei, dass sich Zellen nicht unkontrolliert vermehren können und von den Abwehrzellen abgebaut werden. Auch fanden die Forscher heraus, dass Curcumin chronische Erkrankungen günstig beeinflusst. Trotz der umfassend belegten Wirksamkeit und Verträglichkeit wurde Curcumin bislang nicht zur Behandlung von Erkrankungen zugelassen.8, 9
  • Quercetin kommt u. a. in  Zwiebeln, Heidelbeeren, Grünkohl, roten Trauben, Äpfeln, Zitrusfrüchten und Brokkoli vor. In einer Studie wurde seine therapeutische Wirkung bei Endometriose untersucht. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Quercetin hemmt die Vermehrung und Weiterverbreitung der Schleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter, reguliert das Absterben der Zellen sowie die Auswirkung des Östrogens auf die Endometrioseherde und reduziert signifikant Entzündungsprozesse und Entzündungsfaktoren. Aufgrund dieser Erkenntnisse ist Quercetin als mögliches natürliches Therapeutikum bei Endometriose-Patientinnen im Gespräch.27
  • EGCG in Grüntee-Extrakt: Das im Grüntee enthaltene Epigallocatechingallat (EGCG) hat stark antioxidative Eigenschaften, hemmt die unkontrollierte Vermehrung von Zellen und kann somit das Fortschreiten der Krankheit eindämmen. Außerdem scheint EGCG das Eindringen von Endometriose-Zellen in andere Gewebe zu verhindern.28,29

 

Darüber hinaus sind noch zahlreiche weitere Mikronährstoffe für die ursächliche Behandlung der Endometriose von Bedeutung. Hier noch einige Beispiele:

 

Magnesium ist wichtig für die hormonelle Balance im Körper, es entspannt die Muskeln und lindert die krampfartigen Schmerzen. Zudem hat es eine entzündungshemmende Wirkung.

 

Ebenso wirkt Zink entzündungshemmend, regt die Bildung von Progesteron, dem Gegenspieler des Östrogens, an, aktiviert Abwehrprozesse und ist an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt.

 

Eisen, insbesondere aus pflanzlichen Quellen, ist erforderlich für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin, der im Volksmund auch als „Glückshormon“ bekannt ist. Ein genügend hoher Eisenwert im Blut beugt somit unter anderem Depressionen, ausgeprägten Stimmungsschwankungen und inneren Unruhezuständen vor. Zudem hat Eisen eine entspannende Wirkung auf die Skelettmuskulatur und dämpft das Schmerzempfinden.

 

Anhand der wissenschaftlichen Erkenntnisse lässt sich die große Bedeutung der Mikronährstofftherapie auf die Beschwerden und den weiteren Verlauf der Endometriose ableiten.

Wir raten Ihnen jedoch davon ab, isolierte Mikronährstoffe ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt einzunehmen, da einige auch die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen können oder Auswirkungen auf bestehende Vorerkrankungen haben können.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • Sport und Bewegung lockern die Muskulatur, regen den Körper an, schmerzlindernde Hormone und Botenstoffe auszuschütten, verbessern die Durchblutung und bauen Übergewicht ab.
  • Alltagsrituale und Zeiten der Erholung und Entspannung helfen, Stress zu vermeiden und dadurch die Beschwerden zu lindern.
  • Entspannungsübungen wie Yoga, Atemübungen, Meditation oder Autogenes Training bauen Stress ab und tragen nachweislich zu weniger Schmerzen und mehr psychischer Stabilität bei.
  • Melatonin fördert erholsamen Schlaf und einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus und verbessert die Endometriose-Beschwerden.
  • Eine positive Lebenseinstellung und Dankbarkeit für die schönen Momente fördern nicht nur das Wohlbefinden, sondern regulieren auch Hormonhaushalt und Immunsystem.
  • Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin wirkt sich auf den gesamten Organismus positiv aus.

Unser Lebensstil und unsere Lebenseinstellung haben nicht nur auf die Endometriose großen Einfluss. Eine stressige Lebensweise, häufige Konflikte oder langanhaltende Sorgen wirken sich negativ auf die gesamte Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Die Ausschüttung von Stresshormonen bringt den gesamten Hormonhaushalt durcheinander, das vegetative Nervensystem gerät aus dem Gleichgewicht und verursacht vielfältige körperliche Beschwerden wie Anspannung, Schlafprobleme, Muskelverspannungen und Verdauungsbeschwerden.

 

Gerade was unseren Lebensstil betrifft, haben wir viele Möglichkeiten, unsere Gesundheit positiv zu beeinflussen.

 

Sport & Bewegung

Bewegung sorgt dafür, dass verspannte Muskulatur gelockert und schwache Muskulatur gekräftigt wird. Zudem wird die Durchblutung des Körpers verbessert, wodurch die krampfartigen Schmerzen im Unterleib, die in die Beine und in den unteren Rücken ausstrahlen können, nachlassen.

Ganz nebenbei wird, in Kombination mit einer gesunden Ernährung, auf sanfte Weise Übergewicht abgebaut, das sich in vielerlei Hinsicht ungünstig auf die körperliche Gesundheit auswirkt. Körperfett speichert einerseits Östrogen und kann andererseits das Hormon aus dem auch im weiblichen Körper vorkommenden Testosteron herstellen, was zu einer Östrogendominanz führen kann. Bei Endometriose-Patientinnen ist der hohe Östrogenspiegel eine mögliche Ursache für die Beschwerden und das Fortschreiten der Erkrankung.

 

Empfehlenswert für regelmäßige Bewegungseinheiten sind mäßige Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Radfahren, Badminton oder Schwimmen. Wichtig ist, dass Ihnen die Bewegung Freude macht.

Wenn Ihr Alltag sehr vollgepackt ist, können Sie sich auch ein Minitrampolin zulegen und dort mehrmals täglich für einige Minuten oder abends für mindestens 15-20 Minuten schwingen. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung, ohne die Gelenke zu belasten, hat eine anregende Wirkung auf den Organismus und bewegt und lockert auch tieferliegende Muskelschichten und Gewebe.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Regelmäßiger Sport ist in jeder Lebensphase ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesundheit, egal ob jung oder alt. Doch vor allem in den kalten und regnerischen Jahreszeiten fällt es uns schwer, unter freiem Himmel zu walken, zu joggen oder radzufahren. Eine einfache und gleichzeitig gelenkschonende Alternative bietet ein Mini-Trampolin in den eigenen vier Wänden. Dabei sind Sie völlig autark von Regen oder Kälte und können jederzeit eine kurze Sportsession einlegen. Wir empfehlen Ihnen:


Versuchen Sie, täglich Bewegungseinheiten in den Alltag mit einzubauen.

Eine Studie fand heraus, dass sich die Endometrioseherde nach regelmäßigen moderaten sportlichen Aktivitäten verkleinerten, dass oxidativer Stress reduziert wurde und vermehrt Antigene gebildet wurden, die unkontrollierte Zellvermehrung stoppten.30

Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die sportliche Aktivität die vermehrte Ausschüttung von Serotonin und von Endorphinen im Gehirn anregt. Diese „Glückshormone“ wirken den Stimmungsschwankungen, die oft mit dem hormonellen Ungleichgewicht einhergehen, auf natürliche Weise entgegen.

 

Stressreduktion & Alltagsrituale

Dass die Vermeidung von Stress unserer Gesundheit zugutekommt, ist wohl jedem bewusst. Die konkrete Umsetzung im Alltag, wie man Stress reduziert, stellt jedoch meist eine größere Herausforderung dar.

Grundsätzlich gilt: Die eigene Gesundheit sollte immer oberste Priorität haben. Es dient niemandem, wenn wir durch Krankheit eingeschränkt werden.

Auf Phasen der Aktivität sollten stets Phasen der Ruhe und Erholung folgen. Wenn dies an einigen Tagen nicht möglich ist, sollten dafür zeitnah Freiräume geschaffen werden, die für das Wohlbefinden und die Regeneration reserviert sind.

Hilfreich sind beispielsweise fest eingeplante Termine im Kalender, die der eigenen Regeneration dienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der „Termin“ mit einem Hobby, einem ausgedehnten Spaziergang, Treffen mit Freunden oder einfach dem „Nichtstun“ gefüllt wird.

 

Ebenso empfehlenswert sind kleine Alltagsrituale, die uns helfen, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Beispiele hierzu sind eine ausgiebige Morgendusche ohne Hektik, die Kaffee- oder Teepause am Vormittag und am Nachmittag, Tagebuchschreiben, Zeit für Gebet oder Meditation, oder Lieblingslieder ganz bewusst zu hören und mitzusingen, während die Arbeit in dieser Zeit ruht.

Zur Erinnerung an die Alltags-Oasen empfiehlt es sich, den (Handy-)Wecker auf feste Zeiten zu programmieren. Dadurch gilt die Ausrede nicht mehr, dass wir die Pausen im Alltag oft vergessen.

 

Entspannungsübungen

Es gibt zahlreiche Methoden, die, regelmäßig praktiziert, zu einer nachhaltigen Entspannung auf körperlicher und psychischer Ebene beitragen.

Einige der bekanntesten Entspannungsübungen seien hier kurz vorgestellt. Welche die geeignetste ist, muss jede Frau für sich selbst herausfinden.

 

  • Autogenes Training

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, das von einem Psychiater bereits vor fast 100 Jahren entwickelt wurde. Es geht darum, die Fähigkeit der Selbstentspannung zu entwickeln, die sich mittels autosuggestiver (= sich selbst beeinflussender) Übungen verbessern soll.

Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt. Regelmäßig angewendet, kann das Autogene Training insbesondere stressbedingte Beschwerden lindern oder sogar dauerhaft beheben.

 

  • Yoga

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen.

Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat. Es wurden Verbesserungen bei Durchblutungsstörungen, Angst und Depression, Störungen im vegetativen Nervensystem, Bluthochdruck, Asthma, Muskelschmerzen, Hormonstörungen und vielen mehr beobachtet. Auch auf die Fruchtbarkeit wirken sich die regelmäßig durchgeführten Yoga-Übungen aus.

Eine qualitative Studie konnte nachweisen, dass Endometriose-Patientinnen nach 8 Wochen Yoga besser mit den Schmerzen zurechtkamen. Sie konnten einen Zusammenhang zwischen den Atemübungen (Pranayamas) und dem Schmerzempfinden feststellen. Die Probandinnen berichteten über geringere Schmerzen. Auch die psychischen Symptome wurden verbessert. Die Menge der Schmerzmittel und Antidepressiva konnte bei allen reduziert werden.31

 

  • Meditation

Meditation (lat. meditari = nachdenken, nachsinnen, die Mitte finden) ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Religionen und Kulturen bekannt ist. Verschiedene Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die eigene Mitte wieder zu spüren und Kraftressourcen in sich zu entdecken.

Es wird unterschieden in passive und aktive Meditationstechniken. Zu den passiven Varianten zählen die Kontemplation, Stille und Schweigen, Achtsamkeitsübungen und transzendentale Meditation. Aktive Techniken sind z. B. Yoga, Geh-Meditationen, Mantra- oder Gebetrezitationen, Tanz und Musizieren mit Rhythmusinstrumenten.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Unser Produkt-Tipp: Mit Hilfe eines Meditationskissens finden sie leichter eine bequeme, aufrechte Sitzposition, die sie auch während einer längeren Meditation halten können.


 

Schlaf, zirkadianer Rhythmus und Schlafhygiene

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress.

Das Gehirn reagiert auf die hormonellen Schwankungen und produziert daraufhin auch weniger andere Botenstoffen, die zusammen mit dem Melatonin, dem sogenannten Schlafhormon, unsere Schlafphasen regeln.

Ein Mangel an Tageslicht oder das blaue Licht, das von Bildschirmen ausgeht, stören empfindlich unseren Melatoninhaushalt. Daher ist Lichthygiene ein entscheidender Faktor für einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus, ausreichend Bildung von Melatonin und damit einen erholsamen Schlaf.

Bei Endometriose-Patientinnen wurde in Studien ein zu niedriger Melatoninspiegel nachgewiesen. In Tierversuchen wurde beobachtet, dass sich die Endometrioseherde zurückbildeten, wenn den Tieren Melatonin verabreicht wurde. Wenn die Tiere zusätzlich Curcumin erhielten, wurde die Ausschüttung von Melatonin noch angeregt. Curcumin scheint, laut Erkenntnissen der Studie, den zirkadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Rhythmus) zu regulieren.32

 

Förderlich für einen guten Schlaf und die Bildung von ausreichend Melatonin sind z. B.:

  • morgens nach dem Aufstehen eine ausgiebige Lichtdusche, auch tagsüber viel Tageslicht tanken, um den Melatoninspiegel auf natürliche Weise zu regulieren
  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Colagetränke
  • eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen (wichtig für die Bildung von Serotonin, die Grundlage von Melatonin)
  • leicht verdauliche Kost am Abend
  • mäßiger Sport am Abend, möglichst keine aufputschenden Workouts
  • mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy, Computer und Fernseher aus – das blaue Kunstlicht stört die Melatoninbildung (Schlafhormon).
  • den Schlafraum gut lüften und komplett abdunkeln, um Lichtquellen zu vermeiden, die die Melatoninproduktion stören.
  • Einschlafrituale schaffen wie ruhige Musik hören, eine Tasse Kräutertee trinken, ein Buch lesen
  • störende oder kreisende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen – am nächsten Tag ist noch genug Zeit, um sich damit zu beschäftigen

 

Positive Lebenseinstellung

Forscher haben festgestellt, dass sich eine positive Lebenseinstellung in vielfacher Hinsicht günstig auf die Gesundheit auswirkt, unsere Gedanken Vorgänge in unserem Körper beeinflusst und das Immunsystem stärkt.33

Eine positive Haltung dem Leben gegenüber verändert nicht augenblicklich unsere Umstände und Beschwerden. Wer jedoch während des Tages seinen Blick auf all die vielen Momente richtet, die Schönes mit sich bringen, verändert mit der Zeit seine Perspektive und nimmt immer mehr von dem wahr, wofür wir dankbar sein können.

Zugegeben, es erfordert etwas Übung, um zu lernen, die eigene Wahrnehmung auf all das Gute zu richten, das uns trotz allem Unwohlsein, trotz Schmerzen und aller Sorgen jeden Tag widerfährt. Um den eigenen Fokus zu verändern, ist es hilfreich, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Das Schreiben lenkt unsere Aufmerksamkeit darauf, womit uns das Leben beschenkt und wofür wir dankbar sein können. Widmen wir uns dem Tagebuch am Abend vor dem Schlafengehen, ist es zugleich ein schönes Ritual, das uns den Tag mit positiven Gefühlen beschließen lässt und unsere Gedanken zur Ruhe bringt.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Viele Anregungen, die Ihnen helfen, den Auslösern der Endometriose auf die Spur zu kommen und mit sanften Methoden Ihre Beschwerden zu lindern:


Verzicht auf Nikotin und Alkohol

 

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Schäden anrichten können, ist wohl jedem bekannt.

 

Alkohol erschwert einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente, andererseits werden beim Abbau des Alkohols in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlen. Er ist ein Zellgift und erhöht den oxidativen Stress. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurde u.a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht.34

Ein Mikronährstoffmangel führt zu vielfältigen Beschwerden sowohl körperlicher wie auch seelischer Art und kann somit ebenso die Beschwerden der Endometriose verstärken und Folgeerkrankungen Vorschub leisten.

 

Ebenso führt der Nikotinabusus zu verschiedenen körperlichen Beschwerden, die in ihrer Ausprägung zunehmen, je höher der Nikotinkonsum ist und je länger er andauert.

Der Nikotinkonsum führt zu einer schlechteren Durchblutung des Körpers, wodurch weniger Nährstoffe und Sauerstoff in den Zellen ankommen. Die Minderversorgung führt zu Funktionsstörungen der Organe, des Gehirns und Nervensystems sowie zu einer verringerten Durchblutung gerade der feinen Blutgefäße, woraus sich wiederum die vielfältigen Beschwerden der Endometriose ableiten lassen.

Wenn ein Kinderwunsch besteht, sollte das Rauchen nicht nur wegen der Verminderung der Fruchtbarkeit aufgegeben werden. Die Gifte im Zigarettenrauch sind auch äußerst schädlich für das heranwachsende Ungeborene.

Allein diese Zusammenhänge können eine Motivation sein, mit dem Rauchen aufzuhören oder am besten gar nicht erst damit anzufangen.

Konventionelle Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • medikamentöse Therapie: Schmerzmittel, Antidepressiva, Hormonpräparate („Pille“, Gestagen-Präparate, GnRH-Analoga)
  • operative Eingriffe: Bauchspiegelung zur Entfernung möglichst aller Endometrioseherde in der Bauchhöhle; Lasertherapie; in schweren Fällen Entfernung der Gebärmutter und ggf. auch Entfernung der Eierstöcke

Nach Erkenntnissen der Schulmedizin ist Endometriose bislang nicht heilbar.

Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch entsprechend der Hauptbeschwerden. In besonders schweren Fällen kann auch eine operative Behandlung in Frage kommen.

 

Medikamentöse Therapie der Endometriose

Der Arzt verordnet häufig Schmerzmittel (Analgetika) oder krampflösende Arzneimittel (Spasmolytika). Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure sollten nicht eingenommen werden, da sie blutverdünnend wirken und die oft ohnehin starken Blutungen noch verstärken können.

Bei sehr starken Schmerzen können auch Opioide (sehr stark wirkende Schmerzmittel mit morphinartigen Eigenschaften) zum Einsatz kommen.

Diese Arzneimittel dürfen jedoch nicht über längere Zeit eingenommen werden, da die Gefahr der Abhängigkeit besteht.

Die Einnahme von Antidepressiva kann ratsam sein, wenn zu den Schmerzen noch (schwere) depressive Verstimmungen hinzukommen.

 

Für Patientinnen ohne Kinderwunsch kann auch eine hormonelle Behandlung der Endometriose eingeleitet werden. Dadurch wird die Produktion von Östrogen gehemmt, und die zyklusabhängigen Beschwerden werden gelindert.

Häufig werden Gestagen-Präparate (Gelbkörperhormone) verordnet. Sie sind Gegenspieler zum Östrogen, verringern die Schmerzen und andere Begleitsymptome und können entweder oral in Tablettenform oder in Form einer Gestagen-haltigen Spirale in die Gebärmutter eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die Gestagene kontinuierlich ans Blut abgegeben werden, um die Östrogenspitzen zu vermeiden.

 

Ein weitere Medikamentengruppe, die verordnet wird, sind sogenannte GnRH-Analoga (Gonadotropin-Releasing-Hormon). Zwar können die GnRH-Analoga die Endometriose-Symptome deutlich lindern, jedoch warten sie mit starken Nebenwirkungen auf, die Wechseljahresbeschwerden ähneln und bei einer Langzeitanwendung auch das Osteoporose-Risiko erhöhen.

 

Auch die Anti-Baby-Pille kann zur hormonellen Therapie in Erwägung gezogen werden. Der Vorteil hierbei ist, dass bestimmte Arten der Pille ohne Pause eingenommen werden können, das heißt, es kommt zu keiner Abbruchblutung in der Einnahmepause. Gerade die Abbruchblutung ist für viele Patientinnen äußerst schmerzhaft.

Allerdings ist zu beachten, dass die regelmäßige Einnahme der Pille sehr viele Mikronährstoffe verbraucht, die wichtig sind, wenn ein Kinderwunsch besteht, und die die Fruchtbarkeit fördern (z. B. Folsäure).

 

Östrogen fördert die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle und löst indirekt den Eisprung aus. Zudem haben Östrogene eine wesentliche Bedeutung im Knochenstoffwechsel, regen den Haarwuchs an, fördern die Feuchtigkeit der Schleimhäute und steuern die Libido der Frau. Bei der Endometriose werden die versprengten Schleimhautinseln ebenso wie die Zellen der Gebärmutterschleimhaut angeregt, der hohe Östrogenspiegel verursacht Beschwerden der betroffenen Organe.

 

Progesteron gehört zur Gruppe der Gestagene und wird hauptsächlich in der zweiten Zyklushälfte gebildet. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einbettung der befruchteten Eizelle vor. In wesentlich höherer Konzentration wird es während der Schwangerschaft ausgeschüttet. In den Wechseljahren ist es das erste Hormon, dessen Produktion nachlässt. Es ist Gegenspieler des Östrogens und kommt häufig in der hormonellen Endometriose-Behandlung zum Einsatz.

Da all die genannten Arzneimittel und der Einsatz synthetischer Hormone mit zum Teil massiven Nebenwirkungen verbunden sind, sollten stets Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden.

Die Einnahme dieser Medikamente führt zu einem erhöhten Verbrauch von Mikronährstoffen, wodurch die Erkrankung noch befeuert werden kann.

 

 

Operative Therapie der Endometriose

Wenn schwerste Schmerzen oder andere Beschwerden durch die Endometriose verursacht werden, wenn die Organfunktion beeinträchtigt ist oder die Schleimhautinseln die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sind, ist oft eine Operation unvermeidlich.

Bei der Operation werden möglichst alle Endometrioseherde entfernt. Meist können die Schleimhautinseln minimalinvasiv, d. h. über eine Bauchspiegelung, entfernt werden. Dabei kommen u. a. auch Laser oder Strom zum Einsatz.

Wenn Organe großflächig von den Gebärmutterschleimhautzellen befallen sind, werden Teile der betroffenen Organe entfernt, um eine erneute Besiedelung zu vermeiden.

Bei Frauen ohne (weiteren) Kinderwunsch kann auch die Gebärmutter komplett entfernt werden (Hysterektomie). In besonders schweren Fällen kann es auch sinnvoll sein, die Eierstöcke ebenso operativ zu entfernen (Ovariektomie), da dort das Östrogen gebildet wird. Nach der Operation kommt es nämlich in manchen Fällen zu einem Wiederaufflammen der Beschwerden, weil sich erneut Schleimhautinseln in der Bauchhöhle angesiedelt haben oder nicht alle Herde entfernt werden konnten.

 

Der Nachteil der Operation ist neben der Narbenbildung und der Gefahr von Infektionen oder Verwachsungen, dass bei einer Entfernung der Gebärmutter die Gefahr der Beckenbodensenkung und Prolaps der Beckenorgane erhöht ist.

Wenn auch noch die Eierstöcke entfernt werden, wird die Patientin übergangslos in die Wechseljahre bzw. die Menopause versetzt. Die plötzliche hormonelle Umstellung kann bei der Frau zahlreiche Beschwerden und depressive Verstimmungen auslösen. In den Wechseljahren könnte man in Erwägung ziehen, der Betroffenen ein östrogenhaltiges Präparat zu verordnen. Bei einer Endometriose-Patientin kann die Hormonbehandlung die Symptome allerdings wieder aufflammen lassen.

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Phytotherapie: Frauenmantel, Schafgarbe, Mönchspfeffer, Himbeerblätter
  • ätherische Öle: Lavendel, Römische Kamille, Rose, Orange
  • Melatonin: körpereigenes „Schlafhormon“ und natürliches Schmerzmittel,
  • Wärmeanwendungen: Fangopackungen, warme Wickel, warme Bäder
  • Akupunktur: Hilfe aus der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Linderung von Schmerzen, Regulierung von Hormonstörungen und bei unerfülltem Kinderwunsch
  • Darmsanierung: Darmreinigung und (Wieder-)Aufbau der Darmflora mit lebenden Bakterienkulturen zur Stärkung und Regulierung des Immunsystems
  • Entsäuerung und Entgiftung: Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts als Basisbehandlung der Endometriose
  • Schröpfen: Reflexzonen für Gebärmutter, Eierstöcke, Hormondrüsen, Leber und Darm

Phytotherapie

In der Phytotherapie kommen bei Endometriose Pflanzen zum Einsatz, die vor allem eine entkrampfende und schmerzlindernde Wirkung haben. Aufgrund ihrer hormonähnlichen Wirkstoffe erhöhen sie auf natürliche Weise den Progesteronspiegel und wirken so der Östrogendominanz entgegen. Hinsichtlich der Wirksamkeit, speziell bei Endometriose, stehen bei den meisten Heilpflanzen umfangreiche wissenschaftliche Studien noch aus. Da die Behandlung mit Heilpflanzen jedoch zur Erfahrungsheilkunde zählt und auf jahrhundertealtes Wissen zurückgreift, stellen wir Ihnen nachfolgend einige Pflanzen vor, die sich bei Frauenleiden bewährt haben. Beispiele sind:

 

  • Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Wie es der Name schon sagt, findet diese Pflanze vor allem in der Frauenheilkunde Anwendung und kann bei nahezu allen Frauenleiden verabreicht werden.

Bei Endometriose können seine krampflösenden, entzündungshemmenden, blutreinigenden und hormonähnlichen Wirkstoffe der Patientin Erleichterung bringen.

Erste Studien mit Tieren zeigen, dass mit der Verabreichung des Frauenmantelkrauts das unkontrollierte Zellwachstum gehemmt werden kann und sich Zysten und Endometrioseherde zurückbilden können.35 Auch der Östrogenspiegel wird durch die Pflanzenhormone reguliert, wodurch die zyklusabhängigen Beschwerden gelindert werden können.36

 

  • Schafgarbe (Achillea millefolium)

Im Volksmund auch Bauchwehkraut oder Frauenkraut genannt ist es bei einer Reihe von Beschwerden im Unterleib, bei Schmerzen und Entzündungen angezeigt.

Die Schafgarbe lindert Bauchkrämpfe und kolikartige Schmerzen im Magen-Darmtrakt, sie stillt Blutungen und lindert Beschwerden, die mit der Menstruation in Zusammenhang stehen.

Verschiedene Wirkstoffe der Schafgarbe wurden wissenschaftlich untersucht und dokumentiert. Unter anderem wurde nachgewiesen, dass die Heilpflanze das Immunsystem anregt, antioxidative und antientzündliche Eigenschaften hat sowie unkontrolliertes Zellwachstum hemmt.37

 

  • Mönchspfeffer (Vitex agnus castus)

Auch diese Heilpflanze ist aus der Frauenheilkunde nicht mehr wegzudenken. Sie findet vor allem Anwendung bei Schmerzen vor und während der Regelblutung und, aufgrund seiner Wirkung auf das weibliche Hormonsystem, bei einer Östrogendominanz zur Erhöhung des Progesteronspiegels.

Die Heilwirkung des Mönchspfeffers bei Frauen mit prämenstruellen Beschwerden wurde bereits von Wissenschaftlern bestätigt. Demnach konnte eine deutliche Verbesserung der Beschwerden beobachtet werden.38

Außerdem haben mehrere Studien zu Fruchtbarkeit und dem prämenstruellen Syndrom belegt, dass der Mönchspfeffer das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellen, den Eisprung anregen, die Fruchtbarkeit erhöhen und die Schmerzen und zyklusabhängigen Symptome bei Endometriose hemmen kann.39, 40 Somit ist diese Heilpflanze eine natürliche Alternative zur konventionellen Therapie.

 

  • Himbeerblätter (Rubus idaeus)

Die Himbeerblätter sind bekannt wegen ihrer entkrampfenden Wirkung auf die Muskulatur der Hohlorgane wie Gebärmutter, Darm oder Blase und daher von großer Bedeutung bei der Behandlung der Endometriose-Beschwerden.

Studien belegten im Tierversuch, dass Himbeerblätterextrakte Darmkrämpfe linderten.41

 

Ätherische Öle

Naturreine, ätherische Öle enthalten wirksame Pflanzenstoffe in hoher Konzentration, weshalb meist nur wenige Tropfen genügen, um ihre wohltuende Wirkung erfahren zu können. Die Öle wirken auf den Organismus unter anderem über das limbische System, den Bereich im Gehirn, der unsere Emotionen verarbeitet und Hormone (Endorphine) ausschüttet, die eine positive Auswirkung auf die Stimmungslage haben. Sie können somit sowohl körperliche wie auch psychische Symptome verbessern.

 

  • Lavendel

Lavendelöl enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die beruhigend, ausgleichend, entspannend und stimmungsaufhellend auf die Gefühlswelt wirken.

Bei Abgeschlagenheit, innerer Anspannung und Schlafstörungen können folgende Anwendungsmöglichkeiten helfen: ein- bis zweimal täglich einen Tropfen auf die Fußsohlen auftragen, einige Tropfen vor dem Schlafengehen aufs Kopfkissen oder in einen Diffusor geben oder ein kleines Fläschchen im Alltag immer griffbereit haben, um bei innerer Unruhe oder Anspannung daran riechen zu können. Lavendelöl kann auch zusammen mit einem feuchtwarmen Wickel Unterleibskrämpfe lindern.


Das HTM-Team empfiehlt

Um Stress, Anspannung und innere Unruhe auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen, können Sie die heilsame Wirkung des Lavendelöls nutzen:


  • Römische Kamille

Das Öl der Römischen Kamille hat eine entkrampfende und nervenberuhigende Wirkung. Es hilft am Abend zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden. Mit etwas Mandel- oder Weizenkeimöl vermischt, kann mit sanft kreisenden Bewegungen der schmerzende Unterleib oder Rücken massiert werden, um die krampflösende Wirkung lokal einzusetzen. Als Duftöl in einer Duftlampe oder einem Diffusor sorgt es für rasche Entspannung und beruhigt aufgewühlte Emotionen.

 

  • Rose

Durch den Rosenduft werden Stressempfindungen reduziert, und ein Gefühl der inneren Entspannung breitet sich aus. Geben Sie einige Tropfen in einen Diffusor und vernebeln Sie das Öl besonders an den Tagen, an denen Sie sich psychisch angespannt fühlen oder unter Stimmungsschwankungen leiden. Zusätzlich können Sie auch 2-3 Tropfen auf Ihr Handgelenk oder auf ein Taschentuch tupfen, um mehrmals daran riechen zu können, wenn sich Schwermut, Anspannung oder sorgenvolle Gefühle wieder breit machen.

 

  • Orange

Neben seiner beruhigenden und stimmungsaufhellenden Wirkung sorgt das Orangenöl für eine Entspannung der Muskulatur, verbessert den Lymphfluss und die Durchblutung. Es eignet sich hervorragend zur sanften Massage der schmerzenden Körperregionen, als Badezusatz oder für die innere Anwendung. Achten Sie stets darauf, 100% naturreine, biologische Öle zu kaufen, nicht nur, wenn Sie diese in Speisen oder Getränken verwenden.

 

Melatonin

Melatonin ist ein natürliches Schmerzmittel, das normalerweise von unserem Körper in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet wird. Es hat darüber hinaus entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. In einer Studie wurde Frauen über 8 Wochen täglich 10 mg Melatonin verabreicht. Nach diesem Zeitraum waren Schmerzen, Menstruationsstörungen, Entzündungswerte und die Schlafqualität signifikant verbessert.42

Sprechen Sie Ihren Therapeuten auf eine mögliche Behandlung mit Melatonin an.

 

Wärmeanwendungen

Wärmeanwendungen im Bereich des Unterleibs wie beispielsweise eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen, ein Heublumensack, Fangopackungen oder feucht-warme Umschläge mit entspannenden ätherischen Ölen wirken bei Endometriose-bedingten Schmerzen krampflösend und vegetativ ausgleichend.

Verstärkt wird die Wirkung noch, wenn Sie einige Tropfen reines Lavendelöl auf Ihren Unterleib auftragen und sanft einmassieren.


Das HTM-Team empfiehlt

Bauchwickel tun nicht nur bei Schmerzen gut. Sie unterstützen auch sanft die Leberentgiftung, was Ihrem Wohlbefinden zugutekommt. Unser Tipp für Bauchwickel:


Auch Sitzbäder mit einem Zusatz von Schafgarbe, Kamille, Lavendel, Rosmarin oder Melisse in Form eines Kräuterauszugs oder einiger Tropfen naturreiner ätherischer Öle können wohltuend wirken, wenn Sie vor allem unter Schmerzen leiden. Die Öle wirken dabei mit ihrem Duft gleichzeitig über das limbische System und haben eine emotional ausgleichende Wirkung.

Außerdem sollten betroffene Frauen für warme Füße sorgen, da kalte Füße reflektorisch die Unterleibsdurchblutung vermindern. Ebenso empfiehlt es sich, die Nierengegend warm zu halten. Auch ein warmes Fußbad kann Wunder wirken, besonders wenn Sie es in der Zeit von 17 bis 19 Uhr durchführen, da die Füße eine Reflexzone der Nieren sind. Laut der chinesischen Organuhr wirken Fußbäder in dieser Zeit besonders intensiv, da die Nieren eine Phase hoher Aktivität haben.

 

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine ganzheitliche Therapie aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Grundlage der jahrtausendealten chinesischen Medizin ist die Annahme, dass der Körper von Energiebahnen, den so genannten Meridianen, durchzogen ist. Ein gleichmäßiger Energiefluss sorgt für einen gesunden, vitalen Körper und psychische Ausgeglichenheit. Störungen im Energiefluss führen dazu, dass es in manchen Körperbereichen zu Energiestauungen kommt (Fülle-Zustand), in anderen dagegen ein Energiemangel (Leere-Zustand) vorliegt. Dieses Ungleichgewicht ist die Grundlage für die Ausprägung von Funktionsstörungen bis hin zu manifesten Krankheiten.

Mit Hilfe der Akupunktur lassen sich die Fülle- und Leere-Zonen behandeln, der Energiefluss wieder in Gang bringen, was langfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Endometriose-bedingten Schmerzen führen, den Hormonspiegel regulieren und auch – bei Kinderwunsch – die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen kann.43,44,45

 

Darmsanierung

Ein optimal funktionierendes Immunsystem spielt bei der Endometriose eine wichtige Rolle. Einerseits bekämpft es Entzündungsprozesse, andererseits sorgt es dafür, dass sich Zellen nicht unkontrolliert vermehren und an anderen Stellen ansiedeln können. Da sich etwa 80% des Immunsystems im Darm befindet und ein Ungleichgewicht des Darm-Mikrobioms oftmals die Ursache für eine gestörte Immunabwehr ist, spielt die Darmsanierung bei chronischen Erkrankungen wie der Endometriose eine große Rolle. Außerdem ist eine gesunde Darmflora wichtig für die optimale Aufspaltung und Verwertung der Nährstoffe.

Mit probiotischen Lebensmitteln wie Kombucha, Sauerkraut, Kimchi, Kefir oder fermentiertem Obst und Gemüse pflegen Sie Ihre Darmflora und unterstützen die Darmsanierung durch Ihre Ernährung.

 

Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora.

Entscheidend für einen erfolgreichen Aufbau der Darmflora ist die Qualität der verwendeten Bakterienstämme, deren Vermehrung im Darm und die Resistenz gegen die Magensäure sowie den Gallensaft. Eine gezielte Zufuhr von Probiotika (Darmbakterien) wirkt sich positiv auf das Darmmilieu aus. Begleitende Maßnahmen wie eine darmgesunde Ernährung unterstützen die Darmsanierung zusätzlich.


Das HTM-Team empfiehlt

Probiotika fördern eine gesunde Darmflora. Unser Produkt-Tipp:


Eine wissenschaftliche Untersuchung ergab, dass das Lactobacillus gasseri in der Lage ist, das Wachstum von Endometrioseherden bei Mäusen zu hemmen und das Endometriose-Risiko zu senken.46 In einer anderen Studie wurde ein Zusammenhang zwischen der Endometriose und dem Profil des Darmmikrobioms entdeckt. Die Prävalenz von Darmentzündungen in Verbindung mit Endometriose war bei den untersuchten Affen im Vergleich zu gesunden Tieren deutlich erhöht.47 Somit scheint die Darmsanierung für den weiteren Krankheitsverlauf bei Endometriose eine wesentliche Rolle zu spielen.

Besprechen Sie mit Ihrem Therapeuten nach einer Stuhlanalyse, welche Probiotika in Ihrem Fall substituiert werden sollten. Probiotische Lebensmittel unterstützen die Darmsanierung und pflegen Ihre Darmflora.

Mikrobiologische Therapie

Eine Störung in der Zusammensetzung des Mikrobioms (Dysbiose) ist eine der Hauptursachen für geschwächte Abwehrkräfte.
Eine mikrobiologische Therapie (Symbioselenkung) setzt lebende oder abgetötete Bakterien ein, die keine krankheitserregenden Eigenschaften besitzen. Diese sollen einerseits immunstimulierend wirken, indem sie verschiedene Abwehrmechanismen aktivieren und somit zunehmend zu einer Normalisierung der natürlichen Abwehrkräfte beitragen. Auch überschießende Immunreaktionen und chronische Entzündungsprozesse sollen dadurch eingedämmt werden. Andererseits soll die Verabreichung lebender Bakterienkulturen bestehende Defizite in der Darmflora ausgleichen. Häufig sind die Milchsäurebakterien, die vorrangig im Dünndarm angesiedelt sind, in zu geringer Anzahl vorhanden.

Entsäuerung und Entgiftung

Eine wichtige Begleittherapie bei allen Erkrankungen, so auch bei der Endometriose, ist die Wiederherstellung eines ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts.

Eine ungesunde, säurelastige Ernährung, vor allem aber auch Stress, Unzufriedenheit, psychische Belastungen und andauernde innere und äußere Konflikte führen zu einer Entgleisung des Gleichgewichts.

Eine Änderung des Lebensstils, wie er in diesem Artikel beschrieben ist, sowie eine Anpassung der Essgewohnheiten mit überwiegend pflanzlicher Kost, hochwertigen Ölen und mikronährstoffreichen Lebensmitteln ist die Grundlage für eine Säure-Basen-Balance.

 

Darüber hinaus sind tägliche Anwendungen mit Basensalz empfehlenswert, um die Pufferung und Ausscheidung der Säuren über die Entgiftungsorgane zu unterstützen.

Beispiele für basische Anwendungen im Alltag sind:

  • Mehrmals wöchentlich ein Vollbad nehmen, dem Basensalz zugefügt wird. Das basische Badewasser fördert die Ausleitung der Säuren über die Haut. Reiben Sie sich während des Badens mehrfach mit einem Waschhandschuh ab, um die Ausscheidung anzuregen.
  • Täglich den Körper morgens und abends mit basischem Wasser abreiben. Lösen Sie einen Löffel Basensalz in einem Liter lauwarmen Wasser auf, reiben Sie Ihren ganzen Körper damit ab und lassen sie das Wasser auf der Haut trocknen. So bildet sich ein leicht basischer Film auf der Hautoberfläche, der noch über einige Stunden hinweg die Säureausleitung verstärkt.
  • Leberwickel am Abend mit in Wasser gelöstem Basensalz. Tränken Sie ein Baumwolltuch in warmem Basenwasser, legen sie es zusammen mit einer Wärmflasche auf die Lebergegend und ruhen Sie sich in dieser Zeit aus. Die Entgiftungsfunktion der Leber wird unterstützt.
  • Basensalz für die innere Anwendung. Hierzu gibt es zahlreiche Produkte, die in Wasser aufgelöst und mehrmals täglich getrunken werden.

 


Das HTM-Team empfiehlt

Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Grundvoraussetzung, damit der pH-Wert unseres Blutes im Idealbereich zwischen 7,34 – 7,45 liegt. Unser Organismus ist stets damit beschäftigt, unseren Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Eine Übersäuerung kann Auslöser für eine Vielzahl von Zivilisationskrankheiten sein – wie Migräne, Rheuma, Osteoporose sowie Magen-Darmbeschwerden. Eine Möglichkeit der Vorbeugung bietet die regelmäßige Verwendung eines Basensalzes im Vollbad, Fußbad oder vielem mehr. Wir empfehlen Ihnen:


 

Was ist Übersäuerung und wie kann man das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherstellen?

Unser Körper verstoffwechselt alles, was wir essen und trinken, je nach Zusammensetzung der Lebensmittel zu Säuren oder Basen. Für die Gesundheit wichtig ist eine basenüberschüssige Ernährung. Unsere westlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten führen jedoch zu einem Säureüberschuss im Körper. Langfristig zeigt sich das in funktionellen Störungen des Organismus, die man zum Beispiel an andauernder Erschöpfung und Abgeschlagenheit, Karies, Haut- und Verdauungsproblemen oder Haarausfall erkennen kann. Langfristig führt Übersäuerung zu zahlreichen Erkrankungen, allen voran Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

Ursachen für einen übersäuerten Organismus sind:

  • Ernährungsgewohnheiten, die viele Säurebildner enthalten wie Fleisch, Wurst, und Milchprodukte, Auszugsmehl, Zucker, Süßigkeiten, alle industriell gefertigten Nahrungsmittel, Alkohol und Kaffee
  • ein stressiger Alltag, wenig Bewegung, wenig Erholungszeiten
  • psychische Belastung, Sorgen und Konflikte
  • Sauerstoffmangel durch flache Atmung und wenig frische Luft

Die Entgiftungsorgane wie Leber, Niere, Lunge, Darm und Haut können einen großen Teil der Säuren, die im Stoffwechselprozess entstehen, abpuffern und ausleiten. Zur Pufferung braucht der Körper Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Zink, die bei einer ungünstigen Ernährung aus den körpereigenen Mineralstoffspeichern wie dem Haarboden, den Zähnen und den Knochen gelöst wird. Auch über die Lunge wird eine beträchtliche Menge an Säuren abgeatmet sowie über die Nieren durch ausreichend Trinken von Wasser ausgeschieden. Wird dem Körper jedoch über einen langen Zeitraum ein Säureüberschuss zugemutet, führt das zu einer Überlastung. Das Zuviel an Säuren kann nicht mehr ausgeschieden werden, sondern wird in Gelenken, Muskeln und im Bindegewebe eingelagert.

Um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen, gibt es einige Grundsätze, die zu festen Lebensgewohnheiten werden sollten:

  • basenüberschüssige, mineralstoffreiche Ernährung mit viel Rohkost oder schonend gedünstetem Gemüse, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Mandeln, Samen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, frischen Kräutern und Gewürzen
  • Sport und Bewegung, die zu einer vermehrten Atmung und damit Säureausscheidung über die Lungen führt; außerdem baut Sport Stresshormone ab, die wiederum die Säureproduktion im Organismus anregen
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Qi Gong etc., die ebenfalls Stresshormone reduzieren
  • trinken von Wasser oder Kräutertees, um Säuren über die Nieren auszuscheiden
  • ausreichend Schlaf und Ruhezeiten

Schröpfen

Am Rücken gibt es verschiedene Reflexzonen, die mit den einzelnen Organen in Verbindung stehen. Erfahrene Therapeuten erkennen an Haut- und Temperaturveränderungen sowie Verhärtungen oder Aufquellungen, bei welchen Organen Fehlfunktionen oder Mangelversorgung vorliegen können. Das gezielte Aufsetzen von Schröpfgläsern auf diese Zonen oder die Durchführung von Schröpfmassagen löst reflektorische Reize auf das zugehörige Organ aus, was zu einer Verbesserung der Durchblutung, der Nährstoffversorgung und Anregung der Organfunktionen führt.

Im Bereich des unteren Rückens befinden sich u. a. die Reflexzonen für Gebärmutter und Eierstöcke. Das Schröpfen dieser Zonen führt zu einer verbesserten Durchblutung des kleinen Beckens und damit zu einer Entspannung der Unterleibsorgane.

Auch das Schröpfen der Hormon-Reflexzone, der Leber oder des Darms kann angezeigt sein.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Endometriose

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen zu gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei einer Endometriose stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben für Sie eine Liste empfohlener Mikronährstoffkonzentrate zusammengestellt.
  • Ernährung: Erhöhen Sie den Anteil pflanzlicher Lebensmittel in Ihrer Ernährung, verwenden Sie frische Kräuter und Gewürze und vermeiden Sie vor allem rotes Fleisch. Allein durch Ihre Ernährung können Ihre Beschwerden schon deutlich verbessert werden.
  • Lebensstil: Mehr Bewegung im Alltag, Zeiten der Erholung und Entspannung, eine positive Lebenseinstellung und der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol sind wichtige Grundlagen für eine erfolgreiche Endometriose-Behandlung.
  • Phytotherapie: Frauenmantel, Schafgarbe, Mönchspfeffer und Himbeerblätter sind wertvolle Heilkräuter in der Frauenheilkunde und können Ihnen bei Schmerzen und Hormonstörungen Linderung schenken. Ätherische Öle tragen zudem zu Ihrer Entspannung bei und helfen Ihnen bei Stimmungsschwankungen.
  • Entgiftung, Entsäuerung und Darmsanierung: Verwenden Sie Basensalz in Ihrer täglichen Körperpflege und fördern Sie damit die Ausscheidung von Giftstoffen, die Ihren Organismus belasten, über die Haut. Integrieren Sie fermentierte Lebensmittel wie Kombucha, Kefir, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse in Ihre Ernährung, um Ihre Darmflora zu pflegen und die Vermehrung der „guten“ Darmbakterien anzuregen.
  • Naturheilkundliche Therapien: Schröpfen oder Akupunktur sind klassische Naturheilverfahren, die auf sanfte Weise die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers anregen.

Quellenangaben

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3 Chen C, Zhou Y, Hu C, Wang Y, Yan Z, Li Z, Wu R. Mitochondria and oxidative stress in ovarian endometriosis. Free Radic Biol Med. 2019 May 20; 136:22-34. doi: 10.1016/j.freeradbiomed.2019.03.027. Epub 2019 Mar 27. PMID: 30926565.

4 G. Leyendecker, G. Kunz, M. Noe et al. Die Archimetra als neues morphologisch-funktionelles Konzept des Uterus sowie als Ort der Primärerklärung bei Endometriose. Reproduktionsmedizin 15, 356–371 (1999). https://doi.org/10.1007/s004440050126

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6 Anderson G. Endometriosis Pathoetiology and Pathophysiology: Roles of Vitamin A, Estrogen, Immunity, Adipocytes, Gut Microbiome and Melatonergic Pathway on Mitochondria Regulation. Biomol Concepts. 2019 Jul 19;10(1):133-149. doi: 10.1515/bmc-2019-0017. PMID: 31339848.

7 Vercellini P, Somigliana E, Daguati R, Vigano P, Meroni F, Crosignani PG
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