Epilepsie & epileptischer Anfall:
Bestmögliche Lebensqualität
ist das Ziel der ganzheitlichen Therapie

„Jemand hat die Fallsucht“ sagt der Volksmund, wenn ein Mensch bewusstlos und zuckend auf den Boden stürzt und möglicherweise noch Schaum aus seinem Mund kommt. Dabei handelt es sich vermutlich um einen epileptischen Anfall in einer schweren Ausprägung. Da die Epilepsie jedoch zahlreiche „Gesichter“ hat, von kaum bemerkt bis hin zu einem lebensbedrohlichen Zustand, soll der Artikel dazu beitragen, den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern und dadurch Ängste zu nehmen. Zudem gibt es Empfehlungen, wie Sie durch Ihr eigenes Verhalten die Häufigkeit von Anfällen verringern können.

Frau hat epileptischen Anfall im Freien

Ursula Andrien - Ärztin (Fachrichtung Gynäkologie), Expertin für Akupunktur und TCM

Experte/Expertin:

Dr. med. Ursula Andrien

Ärztin (Fachrichtung Gynäkologie), Expertin für Akupunktur und TCM

Letzte Aktualisierung: 8. März 2021

Das-Wichtigste-in-Kürze

Fakten in der Übersicht

  • Epilepsie – was ist das? Eine kurzzeitige plötzliche Funktionsstörung im Gehirn, die mit oder ohne Bewusstlosigkeit einhergehen kann. Es wird unterschieden zwischen epileptischen Anfällen ohne erkennbaren äußeren Reiz (nicht provoziert) und mit erkennbar auslösenden Einflüssen (provoziert).
  • Ursachen & Risikofaktoren: Vielfach ist keine Ursache erkennbar; es sind jedoch auch genetische Defekte bekannt. Weitere Ursachen sind Beeinträchtigungen des Gehirns aufgrund von Durchblutungsstörungen mit Sauerstoffmangel, Entzündungen und Tumore im Gehirn, ebenso wie Hirnverletzungen nach Unfällen, aber auch Stoffwechselstörungen.
  • Symptome: Es gibt keinen einheitlichen Verlauf. Von einer leichten Abwesenheit über Zuckungen einzelner Körperteile bis hin zu schwer krampfenden Muskeln ist alles möglich. Mitunter gibt es eventuelle Warnzeichen, die man Prodrome oder Auren nennt. Ein Prodrom kann Stunden bis Tage einem Anfall vorausgehen und äußert sich in Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Ruhelosigkeit oder Stimmungsschwankungen, während eine Aura nur Sekunden dauert und Halluzinationen, seltsame Gefühle, Blitze sehen oder Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen, Angst- oder Glücksgefühle auslösen kann.
  • Diagnose und Tests: Wichtig ist eine ausführliche Anamnese bzw. Fremdanamnese über den Ablauf des Anfalls. Ergänzend werden die Gehirnaktivität (durch EEG oder MEG) sowie die Gehirnstruktur (mittels MRT, PET oder CCT) dargestellt.
  • Prognose und Verlauf: Die meisten Epilepsieformen lassen eine normale körperliche und geistige Entwicklung zu. Manche Epilepsien verlieren sich während der Pubertät von allein. Andere Epilepsieformen hängen nicht nur von der Art der Anfälle, ihrer Häufigkeit sowie der Ursache und dem Ausmaß einer möglichen Hirnschädigung ab, sondern auch von der eigenen Verhaltens- und Lebensweise (ausreichender Schlaf, Balance zwischen Arbeit und Auszeit, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol, eine Ernährung mit vielen Mikronährstoffen sowie ausreichenden Trinkmengen an stillem Wasser und Entspannungstechniken).
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Bei manchen Epilepsieformen hat sich eine ketogene Ernährungsweise bewährt, die jedoch unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden muss.
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe: Da es durch verschiedene Antiepileptika zu Störungen in der Mikronährstoffversorgung kommt, ist deren Ergänzung besonders wichtig. Dazu gehören: Vitamin D, Vitamin K, Folsäure, Biotin, weiterhin die Vitamine B1, B6, E, A, C sowie Carnitin, Zink, Selen, Mangan, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe.
    • Lebensstil: Er spielt eine große Rolle bei der Reduzierung von Anfällen: siehe unter Prognose und Krankheitsverlauf. Zu den empfohlenen Entspannungstechniken zählen Autogenes Training und Yoga. Eine positive Lebenseinstellung unterstützt zusätzlich einen ausgeglichenen Lebensrhythmus.
    • Konventionelle Therapie: Es werden als Medikamente die sogenannten Antiepileptika oder Antikonvulsiva (von lat. convulsio = Krampf) eingesetzt, die einen erneuten Krampfanfall verhindern oder die Häufigkeit von epileptischen Anfällen reduzieren sollen. Dabei handelt es sich um eine symptomatische Behandlung, da es keine Heilung gibt.
    • Ganzheitliche Therapie: Unterstützend können folgende Anwendungen zum Einsatz kommen: Biofeedback, Akupressur, Homöopathie, Kinesiologie, Osteopathie und Heilpflanzen.
  • Checkliste und Empfehlungen bei Epilepsie: Das können Sie selbst tun.

Was ist Epilepsie?

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Epilepsie in der Übersicht

Vorkommen und Auftreten:

  • jährlich erkranken 40-70 auf 100 000 Menschen neu (Kinder eingerechnet)
  • da Kinder und Jugendliche das höchste Erkrankungsrisiko haben, ist die Epilepsie bei diesen die häufigste Erkrankung des zentralen Nervensystems, wobei Jungen häufiger erkranken als Mädchen
  • Epilepsie kann in jedem Lebensalter auftreten, jedoch bei Erwachsenen am häufigsten zwischen dem 50.-70.Lebensjahr
  • das Risiko, selbst zu erkranken, liegt bei 3-4%.
  • bei Kindern im Vorschul-Schulalter:

a) Rolando-Epilepsie

b) Absence-Epilepsie

c) Temporallappen-Epilepsie

  • bei Jugendlichen: Juvenile Absence-Epilepsie
  • im Alter tritt eine Epilepsie meist aufgrund organischer Störungen wie Traumata oder Stoffwechselstörungen auf.

 

Differenzierung/Arten:

Ein epileptischer Anfall kann isoliert auftreten; von einer Epilepsie spricht man erst nach einem zweiten Anfall, der mindestens 24 Std. später auftritt.

Psychogene nicht epileptische Anfälle (PNEA) haben ihre Ursache in psychischen Störungen; oftmals Depressionen, Ängsten und Persönlichkeits- sowie posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS)

Arten von Epilepsien nach ihrem Erscheinungsbild:

    • generalisiert: mit Versteifungen des Körpers (tonisch) oder, rhythmischen Zuckungen (klonisch); wenn beides vorhanden, dann tonisch-klonisch oder Grand Mal-Anfall; weitere Unterteilung in primär und sekundär. 
    • fokal: es ist ein bestimmtes Hirnareal betroffen mit der dazugehörenden Muskulatur, weshalb z. B. nur ein Arm krampft; weitere Unterteilung in einfach-fokal, wobei der Betroffene bei vollem Bewusstsein ist und evtl. eine Aura vorausging und komplex-fokal: dabei beginnt der Anfall zunächst fokal, doch im weiteren Verlauf kommt es zu einer Bewusstseinstrübung.

Hinweis

ILEA

Die INTERNATIONALE LIGA GEGEN EPILEPSIE (ILEA) definiert die Epilepsie folgendermaßen: Es müssen zwei Anfälle im Abstand von mindestens 24 Stunden auftreten, oder es muss die Wahrscheinlichkeit nach einem ersten Anfall 60% oder mehr betragen für einen erneuten Anfall innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Vorkommen und Auftreten

Ein epileptischer Anfall wird ausgelöst durch eine kurzzeitige Funktionsstörung im Gehirn in Form einer zu starken elektrischen Erregung, mit oder ohne Bewusstseinsverlust. Es kann dabei zu motorischen Störungen wie Zuckungen und Beißen auf die Zunge kommen. In Deutschland leiden 5-9 von 1000 Menschen an einer Epilepsie und jährlich erkranken 40-70 von 100 000 Personen neu, inklusive Kinder – Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Eine Epilepsie kann in jedem Alter auftreten, wobei das höchste Risiko bei Kindern und Erwachsenen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr liegt. Bei Kindern und Jugendlichen zählt die Epilepsie sogar zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Das Risiko, selbst zu erkranken, liegt bei 3-4 %. Es kommt entweder zu einer Funktionsstörung des Gehirns in einem begrenzten Areal (fokaler Anfall) oder des gesamten Gehirns (generalisierter Anfall).

 

Epilepsie bei Neugeborenen

Benigne (gutartige) familiäre Neugeborenenkrämpfe: Sie gehören zu den genetisch bedingten Epilepsien, die autosomal dominant vererbt werden und in den ersten Tagen nach der Geburt auftreten können. Da sie meist nach einigen Wochen von selbst verschwinden und seltener vorkommen, werden sie nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

 

Epilepsie im Säuglingsalter

Das West-Syndrom (Blitz-Nick-Salaam-Epilepsie) und das Dravet-Syndrom sind zwar sehr ernstzunehmende, aber seltene Formen der Epilepsie, weshalb hier nicht näher auf sie eingegangen wird (Vorkommen zwischen dem 2. und 12. Lebensmonat, bei Jungen häufiger als bei Mädchen).

 

Epilepsie im Kindergarten- und Vorschulalter

Das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) ist ebenfalls eine seltene Form von Epilepsie bei Kindern im Alter zwischen 3 und 5 Jahren (Jungen häufiger betroffen als Mädchen). Allen drei letztgenannten Arten ist gemeinsam, dass die Kinder sich verzögert entwickeln und bleibende Schäden zurückbleiben, sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene.

 

Epilepsien im Vorschul- und Schulalter:

Rolando-Epilepsie:

Mit 15-20 % ist sie die häufigste Epilepsieform im Kindesalter zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr. Jungen sind wiederum häufiger betroffen als Mädchen. Die Anfälle treten oft nachts auf und wecken die Kinder durch Missempfindungen und Zuckungen in einer Gesichtshälfte. Das Schlucken und Sprechen machen Probleme und der Speichelfluss ist stark vermehrt. Mitunter wird aus einem fokalen (regionalen) ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall (Grand Mal). Da die Anfälle nur sporadisch auftreten, ist eine medikamentöse Behandlung in der Regel nicht nötig, und häufig treten die Anfälle nach dem 15. Lebensjahr nicht mehr auf. Die Kinder entwickeln sich normal.

 

Absence-Epilepsie:

Sie ist genetisch bedingt, tritt zwischen dem 5. und 8. Lebensjahr auf und ist häufiger bei Mädchen als bei Jungen anzutreffen. Sie gehört zu den „generalisierten“ Formen der Epilepsie (siehe dort), bei der es bis zu 100 Absencen pro Tag kommen kann: Darunter versteht man Pausen des Bewusstseins von einigen Sekunden, in denen das Kind nicht bewusstlos ist, jedoch seine aktuelle Tätigkeit (z. B. spielen, reden, laufen) kurzfristig unterbricht, ohne es zu bemerken. Die Prognose ist überwiegend gut: Bei einem Drittel der Kinder verlieren sich die Absencen von selbst; ein weiteres Drittel behält sie bis ins Erwachsenenalter, und beim letzten Drittel können große epileptische Anfälle hinzukommen.

 

Temporal (= Schläfen)lappenepilepsie (TLE):

Sie ist definiert als eine partielle Form der Epilepsie, da sie ihren Fokus (Herd) im Schläfenlappen hat. Sie gehört zu den häufigsten Epilepsieformen im Kindes- und Erwachsenenalter und tritt zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr auf.

Sie wird noch einmal unterteilt in:

  • mesial (mTLE) : Sie ist die häufigere der beiden Formen und hat ihren Fokus im Bereich des Hippocampus, einer anatomischen Struktur im Gehirn, die an der Gedächtnisbildung beteiligt ist.
  • lateral (lTLE oder nTLE): Hier liegt der Fokus im temporalen Neocortex, wie stammesgeschichtlich der jüngste Teil der Großhirnrinde genannt wird, da er sich im menschlichen Gehirn zuletzt entwickelt hat.

Oftmals sind für die TLE keine Ursachen bekannt oder aber solche wie Tumore, Gefäßmissbildungen, Hirnblutungen, Schädel-Hirntraumen sowie Folgen von Entzündungen wie Meningitis und Enzephalitis bis hin zu einer Hippocampussklerose (Verhärtung).

Die auftretenden Anfälle sind sehr unterschiedlich: Sie reichen von einfach fokal oder komplex fokal bis hin zu Grand Mal-Anfällen (siehe „Anfallsarten nach Erscheinungsbild“). Die Kinder mit einer TLE verhalten sich häufig auffällig. Dies hängt mit einer gestörten Entwicklung auf körperlicher und geistiger Ebene zusammen. Daher ist auch ihre Intelligenz vermindert. Die Behandlung ist oft schwierig, da in 70 % der Fälle die eingesetzten Medikamente keine Wirkung zeigen. Dennoch sollte ein Versuch beispielsweise mit Valproat, unternommen werden. Im Einzelfall ist eine operative Entfernung des epileptischen Bereichs im Gehirn möglich.

 

Epilepsien im Jugendalter

Juvenile Absence Epilepsie: Sie tritt zwischen dem 9. und 15. Lebensjahr auf; Mädchen und Jungen sind gleich häufig davon betroffen. Es kommt zu wenigen Absencen, die jedoch mit Grand Mal-Anfällen verbunden sind. Die Prognose ist dann ungünstig, wenn der Lebensstil unregelmäßig ist/bleibt und keine medikamentöse Behandlung stattfindet.

 

Epilepsien im Alter

Diese entstehen durch krankmachende Einflüsse auf das Gehirn wie z. B. eine Hirnhautentzündung, Tumore, Durchblutungsstörungen (ischämischer Untergang von Gewebe durch Sauerstoffmangel), Schädel-Hirn-Verletzungen sowie Stoffwechselstörungen.

Hinweis

Unterschied zwischen einem epileptischen Anfall und einer Epilepsie

Ein epileptischer Anfall ist durch eine kurzzeitige, d. h. zeitlich begrenzte Funktionsstörung im Gehirn gekennzeichnet, die aufgrund gestörter Entladungsvorgänge von Nervenzellen im Gehirn entsteht. Erst wenn nach mindestens 24 Stunden ein erneuter Anfall auftritt oder die Wahrscheinlichkeit für weitere Anfälle über die nächsten 10 Jahre besteht, spricht man von dem Krankheitsbild der Epilepsie.

Psychogener, nicht epileptischer Anfall (PNEA):

Dieser ähnelt einem epileptischen Anfall, weshalb es oft Jahre dauern kann bis zur richtigen Diagnose. Allerdings hat der Betroffene während des Anfalls die Augen geschlossen und verharrt oft reglos für mehr als 10 Minuten. Zugrundeliegende psychische Störungen kommen auf diese Weise zum Vorschein. Oftmals leiden diese Menschen an Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Angst- und Persönlichkeitsstörungen.

 

Epilepsiearten

„Generalisierte“ Epilepsien: Dies betrifft 30 % der Epilepsien, wobei das gesamte Gehirn betroffen ist. Es kommt zu Verkrampfungen bzw. Versteifungen der Muskulatur (tonischer Anfall) oder zu rhythmischen Zuckungen von Gliedmaßen oder des gesamten Körpers (klonischer Anfall). Tritt beides zusammen auf, spricht man vom tonisch-klonischen oder von einem Grand Mal-Anfall.

Die generalisierten Anfälle werden weiter unterteilt in:

  • Primäre, d. h. genetisch bedingte und in
  • Sekundäre, die zunächst in einer Region beginnen, sich dann jedoch auf beide Gehirnhälften ausdehnen.

 

Fokale (herdförmige) Epilepsien: Diese sind für 60-70 % der Fälle verantwortlich. Hierbei ist ein Teil des Gehirns betroffen mit der dazugehörigen Muskulatur, so dass z. B. nur ein Arm krampft oder Sehstörungen auftreten.

 

Es gibt eine Unterteilung in:

  • Einfach-fokal: Hierbei bleibt der Betroffene bei vollem Bewusstsein und erlebt möglicherweise im Vorfeld eigenartige Geruchs- und/oder Geschmacksempfindungen und/oder hat Zuckungen und Körperdrehungen.
  • Komplex-fokal: Häufig beginnt der Anfall ‚einfach fokal‘ aber im weiteren Verlauf trübt sich das Bewusstsein des Betroffenen ein, und er ist nicht mehr ansprechbar.

 

Kann Epilepsie vererbt werden und ist Epilepsie ansteckend?

Epileptische Anfälle und Epilepsien sind nicht ansteckend.

Die Erforschung genetischer Ursachen von Epilepsien ist noch lange nicht abgeschlossen. Bekannt ist, dass es bei verschiedenen Epilepsieformen sehr unterschiedliche Faktoren gibt, die auf eine genetische Beteiligung schließen lassen. Das reicht von Veränderungen in einzelnen Genen bis hin zu einem Zusammenwirken verschiedener genetischer Varianten, auch „multifaktoriell“ genannt. Zusätzlich bedarf es oft ungünstiger äußerer Einflüsse, die den Ausbruch der Erkrankung fördern.

Ursachen und Risikofaktoren

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

Einteilung der Ursachen:

  • Kryptogene Epilepsie: Es sind keine Ursachen erkennbar (Temporallappen -Epilepsie).
  • Idiopathische Epilepsie: Vermutlich Vorliegen genetischer Defekte, was aber nicht eindeutig geklärt ist (Absence-Epilepsie).
  • Symptomatische Epilepsie: Eine Ursache kann zugeordnet werden.

 

Es gibt viele Auslöser (Trigger)

  • Es können Vorzeichen auftreten als sogenannte Auren oder Prodrome.
  • Aura: kommt nur bei fokalen Anfällen vor; dauert nur Sekunden; es handelt sich um real nicht vorhandene Sinneswahrnehmungen visueller (über die Augen), olfaktorischer (über die Nase) und gustatorischer (über die Zunge) Art. Eine Aura gilt per se als fokaler Anfall, wenn keine Bewusstseinsstörung auftritt.
  • Prodrom: Stunden bis Tage vor einem Anfall auftretend in Form von Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, migräneartigen Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen
  • Nachwirkungen epileptischer Anfälle: Sie hängen von der Schwere des Anfalls ab und sind somit entweder gar nicht vorhanden bis hin zu Müdigkeit und schwerer Erschöpfung mit hohem Schlafbedürfnis. Ebenso zählen Verletzungen aller Art durch mögliche Stürze sowie Bisswunden in der Wangenschleimhaut und Zunge dazu.
  • nach Schlaganfall: Tritt innerhalb der ersten 3-7 Tage ein epileptischer Anfall auf, so wird er Frühanfall genannt und wiederholt sich in der Regel nicht; tritt ein entsprechender Anfall jedoch nach 7 Tagen und später auf, so spricht man von einem Spätanfall, der meist einer Langzeitbehandlung bedarf, da die Anfälle sich wiederholen.
  • Ernährung: Eine pro-entzündliche und mikronährstoffarme Ernährung begünstigt epileptische Anfälle. Da Antiepileptika zudem viele Vitamine, Spurenelemente und andere Mikronährstoffe verbrauchen, ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig – siehe Kapitel Ernährung und Mikronährstoffe.
  • seelische Ursachen: In der Regel wird unter diesen Umständen ein epileptischer Anfall nur ausgelöst, wenn eine körperliche Bereitschaft (Disposition) dazu besteht. Umgekehrt können jedoch als Folge einer Epilepsie psychische Störungen auftreten.
  • Alkohol: Gegen 2-3 Gläser Wein (1/4 l) oder 2-3 Flaschen Bier (0,5 l) pro Woche bestehen keine Einwände, jedoch schaden große Mengen an Alkohol, da Antiepileptika seine Wirkung noch verstärken, der Alkohol die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente verhindert und bei seinem Abbau in der Leber zusätzlich Nährstoffe verbraucht werden.
  • Rauchen: Bekanntlich verengt Rauchen die Gefäße im gesamten Körper, was im Gehirn zu einer erhöhten Anfallsneigung beitragen kann. Ebenso steigt der Verbrauch an antioxidativen Enzymen, die sodann für die Entfernung der sogenannten „freien Radikale“ nicht mehr zur Verfügung stehen.
  • Stress: Es ist ein dehnbarer Begriff: je nachdem wie Stress empfunden wird, als positiver Eustress oder als negativer Distress, nützt oder schadet er. Positiver Stress kann sogar die Anfallshäufigkeit senken, da die Wachheit und Konzentrationsfähigkeit erhöht werden.
  • Schwermetallbelastungen: möglicherweise durch Zahnfüllungen. Mangan, Selen und Magnesium werden als Gegenspieler der Schwermetalle reduziert. Durch den Mangel an diesen Mikronährstoffen sinkt die Reizschwelle für die Erregung von Nervenzellen, was leichter zur Auslösung eines Anfalls führen kann.
  • Störfelder im Zahn- und Kieferbereich: Beispielsweise nicht aus dem Kiefer ausgetretene Weisheitszähne, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu den Funktionskreisen von Herz und Dünndarm gehören. Durch die energetische Nähe zur Großhirnrinde erklärt sich die erhöhte Krampfneigung.
  • ElektroMagnetischeFelder (EMG): Sie umgeben uns überall, sodass wir nur für eine größtmögliche Reduktion derselben sorgen können; im Schlafraum technische Geräte aller Art fernhalten: Kein Fernseher, kein Handy, keine LED-Beleuchtung, keine elektrischen Kabel in der Nähe des Bettes, welches frei von Metall sein sollte. Denn alle diese Felder können bei Menschen mit Epilepsie die Auslösung eines Anfalls triggern.
  • Virale Infektionen (Cytomegalie-Virus, Epstein-Barr-Virus) können bei einem geschwächten Immunsystem als Auslöser epileptischer Anfälle in Frage kommen.

Da die Entstehung einer Epilepsie sehr komplex ist, lässt sich vielfach keine Ursache erkennen. Es gibt jedoch zum einen genetische Komponenten (z. B. eine Veränderung (Mutation) eines Gens auf Chromosom 11 bei der Rolando-Epilepsie) oder auch die Vererbung der Veranlagung für die Entwicklung einer Epilepsie (Disposition), zum anderen spielen Veränderungen im Gehirn – seien sie angeboren (wie etwaige Fehlbildungen des Gehirns) oder erworben (durch Entzündungen, Verletzungen oder Stoffwechselstörungen) – eine Rolle.

Hinweis

Epigenetik

Bis zur Entdeckung der Epigenetik ging man davon aus, dass unsere Gene unveränderbar feststehen und somit Persönlichkeitsmerkmale oder die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Neigungen von Geburt an feststehen.

Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das uns vererbte Genmaterial durch äußere Einflüsse wie Ernährung, Lebensstil, Stress, Umweltgifte und Lebenseinstellung veränderbar ist und Gensequenzen schwächer oder stärker abgelesen oder ein- bzw. ausgeschaltet werden können.

Erkenntnisse zeigen, dass wir zwar einerseits durch negative Einflüsse Schäden und Veränderungen an unserer DNA verursachen können, die über Generationen weitervererbt werden. Anderseits jedoch auf die gleiche Weise geschädigte DNA-Sequenzen positiv beeinflussen können, deren Ausprägung wir bislang für unveränderbar gehalten haben.

Eine ausgewogene Ernährung, eine umfassende Versorgung mit den lebenswichtigen Mikronährstoffen – wozu vor allem auch B-Vitamine, Vitamin D und sekundäre Pflanzenstoffe gehören -, positive Gedanken und eine optimistische Lebenseinstellung sowie die Vermeidung von Schadstoffen, Chemikalien und Stress sind nach den Erkenntnissen der Epigenetik somit elementar für Gesundheit und Vitalität.

Hoffnung besteht, dass mit Hilfe der Forschungsergebnisse zur Epigenetik in der Zukunft auch derzeit als unheilbar betrachtete Erkrankungen heilbar sein werden.

Vorzeichen eines epileptischen Anfalls

Die Warnzeichen sind so individuell wie vielfältig. Manchmal gibt es überhaupt keine Vorzeichen oder mitunter nur wenige Sekunden vorher oder aber Stunden bis Tage. Man unterteilt diese Vorahnungen in Prodrome und Auren.

Ein Prodrom kann sich Stunden bis Tage vor einem Anfall äußern in Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, begleitet von Kopfschmerzen, die einer Migräne ähneln können. Auch eine gewisse Ruhelosigkeit und Konzentrationsstörungen bis hin zu Schlafstörungen können auftreten.

Eine Aura hingegen dauert in der Regel nur wenige Sekunden und kommt nur bei fokalen Anfällen vor. Tatsächlich wird bereits eine Aura alleine als ein fokaler Anfall ohne Bewusstseinsstörung gewertet. Häufig jedoch geht sie in einen fokalen Anfall mit Bewusstlosigkeit über. Eine Aura kann als übersteigerte Sinneswahrnehmung der Augen (visuell) in Form von Flecken, Wellen oder Lichtblitzen, der Nase (olfaktorisch) durch wahrgenommene Gerüche oder ebenso über Geschmacksempfindungen der Zunge (gustatorisch) auftreten. Dabei sind diese Empfindungen nicht wirklich vorhanden. Eine Aura kann sich aber auch in Angst- oder Glücksgefühlen, Halluzinationen und „Déjà-vu“-Erlebnissen (‚als ob man das, was man sieht, schon einmal gesehen hat‘) zeigen.

 

Nachwirkungen eines epileptischen Anfalls

Abhängig von der Schwere eines Anfalls bemerkt der Betroffene hinterher entweder gar nichts oder ist müde, erschöpft, evtl. auch reizbar und aggressiv.

Da es bei schweren Grand Mal-Anfällen aufgrund der Muskelverkrampfungen zu einer unverhältnismäßig hohen Kraftverschwendung kommt, fühlen sich diese Menschen hinterher meist wie „erschlagen“ und haben ein großes Schlafbedürfnis.

Sollte der Betreffende während des Anfalls gestürzt sein, zählen etwaige Verletzungen aller Art bis hin zu Brüchen ebenso zu den Nachwirkungen wie Bissverletzungen der Zunge und Wangenschleimhaut.

Wesentliche Trigger können sein: Ernährung, Alkohol, Rauchen, seelische Ursachen und Stress

 

Hinweis

Epilepsie-Auslöser (Trigger) in der Übersicht

Die Liste solcher Auslöser – auch Trigger genannt, ist umfangreich und breit gefächert. So gehören dazu:

  • Schlafmangel
  • hoher Alkoholkonsum/-missbrauch
  • Ärger
  • Angst
  • Alkohol- und Drogenentzug
  • Medikamentenentzug
  • hormonelle Schwankungen
  • Flackerlicht aller Art (durch Disco, Fernsehen, Videospiele)
  • Sonnenlicht, welches ständig unterbrochen wird, z. B. beim Autofahren
  • laute Geräusche
  • Stoffwechselstörungen (z. B. zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerwerte)
  • Sauerstoffmangel im Gehirn während der Schwangerschaft oder unter der Geburt
  • Sauerstoffmangel nach Schlaganfall oder Hirnblutungen,
  • Gefäßmissbildungen im Gehirn
  • Gehirnentzündungen (Meningitis, Encephalitis)
  • Hirntumore
  • Hirnverletzungen durch Unfälle (Schädel-Hirn-Trauma)
  • Stress
  • Stromschläge
  • Vergiftungen

Ernährung

Falsche Ernährung per se löst keinen epileptischen Anfall aus, jedoch kann eine pro-entzündliche Ernährungsweise ein Risikofaktor sein. Pro-entzündlich ist eine Ernährung, die zu viel Zucker, gesättigte Fettsäuren, zu viele Kalorien, zahlreiche Konservierungsstoffe und Stabilisatoren enthält. Meist ist dies der Fall bei industriell gefertigter Nahrung (Fastfood, Junkfood, Fertigprodukte allgemein). Da einige der Medikamente gegen Epilepsie vermehrt Mikronährstoffe verbrauchen, ist eine an Mikronährstoffen reiche Ernährung umso wichtiger, um einem Mangel vorzubeugen.

 

Alkohol

Grundsätzlich ist gegen 2-3 Gläser (1/4 l) Wein oder 2-3 Flaschen Bier (0,5 l) pro Woche nichts einzuwenden. Jedoch werden alkoholische Getränke von vielen Epilepsiepatienten deshalb schlechter vertragen, weil die betreffenden Antiepileptika die Wirkung des Alkohols verstärken können. Zudem erschwert der Alkohol einerseits die Aufnahme wichtiger Mikronährstoffe in den Körper, andererseits werden beim Abbau von Alkohol in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurden u. a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht.

Hinweis

Epilepsie und Alkoholismus

Anders verhält es sich bei Alkoholkranken. Da sie bereits dauerhaft unter der Einwirkung von Alkohol stehen, könnte ein geplanter Alkoholentzug epileptische Anfälle (Entzugskrämpfe) auslösen. Daher sollte dieser nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Rauchen

Rauchen verengt die Gefäße, u. a. auch im Gehirn, was zur Auslösung von Anfällen führen kann. Eine prospektive Studie aus den USA mit 116 608 Frauen bestätigte dies durch ein 3-fach erhöhtes Risiko für Raucherinnen.1

Auch sind bei Rauchern die besonders wichtigen antioxidativen Enzyme in den Zellen deutlich erniedrigt 2. So war beispielsweise die Aktivität der Superoxiddismutase (SOD) bei jugendlichen Rauchern deutlich erniedrigt. Damit sind die Zellen besonders anfällig für Schäden durch freie Radikale.

Ausflug in die Wissenschaft

Mitochondrien

Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Sie stellen die Energie für alle Lebensprozesse in unserem Körper her. Aus Zucker, Fett und Eiweiß können die Mitochondrien das Energie-Molekül ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) herstellen.

Hier ein etwas genauerer Blick darauf, was in den Mitochondrien passiert:

An der inneren Membran der Mitochondrien wird Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser verbunden. Die enorme Energie dieser Reaktion wird in vielen kleinen Schritten auf das Energiemolekül ATP übertragen. Dabei müssen die Elektronen fünf Eiweißkomplexe (Komplex I bis V) durchlaufen und am Ende entsteht durch eine magnesium-abhängige ATP-Synthase (Komplex V) die Energie zum Leben.

Im Komplex IV wird der Sauerstoff verarbeitet, der bekanntermaßen sehr aggressiv ist. Dort entstehen große Mengen an freien Radikalen (ROS). Dieser Eiweißkomplex wird als erster zerstört, wenn der antioxidative Schutz der Zellkraftwerke durch Mikronährstoffe nicht ausreicht. Die Natur stellt uns einen hochwirksamen Schutz zur Verfügung: die Kombination aus Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen schützt mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen als einzeln eingenommene Vitamine.

 

Warum wir Mitochondrien schützen sollten

Wird dieser Vorgang unterbrochen, entwickeln sich gefährliche „Freie-Radikale-Kanonen“. Diese vermehrte Bildung von freien Radikalen wiederum schädigt die mitochondriale DNA, was zu einem weiteren Anstieg der Radikal-Produktion führt. Und das stört den Stoffwechsel der Zellen empfindlich und kann zu allerlei Krankheiten führen. Entsprechend wichtig ist die optimale Versorgung der Zellen und Zellkraftwerke mit Mikronährstoffen. Nicht nur der antioxidative Schutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch die Energieproduktion selbst benötigt zahlreiche Mikronährstoffe.

So benötigen die Enzyme der Atmungskette neben den Spurenelementen ZinkKupfer, Mangan und Eisen auch einige B-Vitamine zum Funktionieren. Coenzym Q10 dient als Elektronenüberträger zwischen den Eiweißkomplexen und Magnesium treibt am Ende des Prozesses die ATP-Synthase an. Dazu ist dann beispielsweise auch noch L-Carnitin nötig, das die Fettsäuren – den „Lieblingsbrennstoff“ der Mitochondrien – durch die Membran transportiert. Dieser Bedarf lässt sich gut mit einem breitbandigen natürlichen Mikronährstoffkonzentrat decken. Zusätzlich enthalten diese sekundäre Pflanzenstoffe, die zu einer Neubildung dieser Kraftwerke beitragen können und die Mitochondrien schützen4 .

 

Medikamente und Mitochondrienfunktion

Eine geschädigte Funktion unserer Zellkraftwerke (Mitochondrien) gilt heute als eine der wichtigsten Ursachen für chronische Erkrankungen. Zahlreiche gängige Medikamente, wozu auch die Antiepileptika/Antikonvulsiva gehören, können zu einer Schädigung der Mitochondrien beitragen. Dadurch wird die Krankheit schneller chronisch und auch die Zahl der Nebenwirkungen steigt.

Seelische Ursachen

Es gibt viele seelische Störungen und Auffälligkeiten im psycho-sozialen Bereich als Folge einer epileptischen Erkrankung. Dazu zählen Depressionen, Psychosen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen sowie auch Wesensveränderungen als Nebenwirkung verabreichter Medikamente. Teilweise äußern sich die erwähnten Auffälligkeiten – die auch bei Menschen ohne Epilepsie vorkommen – in etwas veränderter Form.

 

Stress

Stress ist ein dehnbarer Begriff. Es gibt den Stress, der durch belastende äußere Ereignisse entstehen kann (z. B. Hochwasser (4) und terroristische Angriffe) und den Stress „im Kleinen“ durch Missgeschicke und Auseinandersetzungen mit anderen Menschen im Alltag 6. Zudem empfindet jeder Stress auf ganz unterschiedliche Weise. Stressforscher unterscheiden auch sogenannten positiven Stress (Eustress), der hilft, Kräfte zu aktivieren und die Konzentration zu steigern vom negativen Stress (Distress), der die Leistungsfähigkeit eher hemmt. Ebenso spielt die Art der Epilepsie eine Rolle: So fühlen sich Menschen mit einer Temporallappen-Epilepsie leichter gestresst als jene mit einer idiopathisch generalisierten Epilepsie7. Obwohl Stress für viele Menschen mit Epilepsie ein Problem darstellt, sollte er als Auslöser nicht überbewertet werden. Denn als stressvoll empfundene Situationen aller Art können eine Epilepsie nur auslösen, wenn die Bereitschaft (Disposition) des Körpers besteht. Ein Eustress kann sogar aufgrund des damit verbundenen erhöhten Wachheitsgrades eher zu einer Verminderung von Anfällen führen.

 

Schwermetallbelastung

Ebenso wichtig ist die Suche nach einer Schwermetallbelastung, die möglicherweise durch Zahnfüllungen bedingt sein kann. Solche Schwermetalle reduzieren zusätzlich zu den Antikonvulsiva Mangan, Selen und Magnesium als deren Gegenspieler. Daraus wiederum folgt, dass ein Mangel an Spurenelementen und Mineralien die Reizschwelle für die elektrische Erregung von Nervenzellen senkt, was leichter zur Auslösung eines Anfallsgeschehens beitragen kann.

 

Störfelder im Zahn- und Kieferbereich

Nicht zu unterschätzen sind Störfelder im Zahn- und Kieferbereich. Beispielsweise können Weisheitszähne, die gar nicht richtig aus dem Kiefer heraustreten, zu gewaltigen Störfeuern werden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehören sie den Funktionskreisen von Herz und Dünndarm an. Durch ihre energetische Nähe zur Großhirnrinde erklärt sich die erhöhte Krampfneigung sowie eine verminderte emotionale Stabilität.

 

Elektromagnetische Felder (EMG)

Ein großes Thema unseres 21. Jahrhunderts sind elektromagnetische Felder. Niemand wird sich diesen ganz entziehen können, aber im persönlichen Umfeld kann man für eine größtmögliche Reduktion derselben sorgen. Das beginnt damit, seinen Schlafraum nach Möglichkeit komplett von technischen Geräten aller Art frei zu halten: kein Fernseher, kein Handy, keine LED-Beleuchtung, ja, nicht einmal elektrische Kabel in der Nähe des Bettes, das frei von Metall sein sollte. Denn alle diese Felder können bei einem Menschen mit Epilepsie die Auslösung eines Anfalls triggern.

 

Virale Infektionen

Nach überstandenen viralen Infektionen mit dem Cytomegalie-Virus oder Epstein-Barr-Virus und anderen können diese bei einer Schwächung des Immunsystems als Auslöser eines epileptischen Anfalls in Frage kommen.

Der erwähnte Stress (körperlich und psychisch), Schwermetalle, Entzündungen sowie Bakterien- und Virusinfektionen führen zur Erhöhung des nitrosativen Stresses.

Ausflug in die Wissenschaft

Nitrosativer Stress und Einfluss auf die Gesundheit

Nitrosativer Stress bezeichnet die Überproduktion des lebensnotwendigen Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO).

Nitrosativer Stress ist vergleichbar mit dem oxidativen Stress (siehe INFO-BOX) der freien Radikale: auch beim Stoffwechsel des Stickstoffmonoxids (NO) ist eine geringe Grundproduktion für unsere Gesundheit unabdingbar:

  • NO wirkt bakterientötend
  • NO wirkt erweiternd auf Blutgefäße
  • NO reguliert den Stoffwechsel von Mitochondrien
  • NO ist notwendig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen

 

Nitro-Stress ist durch das vermehrte Auftreten von NO und dessen Folgeprodukt Peroxynitrit gekennzeichnet. Verschiedene, oft nur kurz einwirkende Stressoren können eine übermäßige Produktion von NO auslösen und es beginnt ein biochemischer Teufelskreis. Dieser bleibt meist auch noch bestehen, wenn der Auslöser längst verschwunden ist. Die Abbildung gegenüber zeigt ein vereinfachtes Schema dieses Teufelskreises.

Wichtige Auslöser und Verstärker dieses Teufelskreises sind:

  • Entzündungen
  • Bakterien- oder Viruserkrankungen (bis zu 30-fache NO-Bildung)
  • Medikamente, auch Antiepileptika/Antikonvulsiva
  • Chemikalien, Schwermetalle
  • Körperlicher Stress
  • Psychischer Stress
  • Kohlenhydratreiche Ernährung

 

Einfluss auf die Gesundheit

Ein komplexes Netzwerk biochemischer Veränderungen beeinflusst die Gesundheit der Betroffenen enorm:

Eisenhaltige Enzyme der mitochondrialen Atmungskette werden blockiert und es kommt durch diese Schädigung der Zellkraftwerke zu einem sekundären Energie-Mangel. Dadurch wird als „Notstromaggregat“ die anaerobe Glykolyse aktiviert. Es kommt zur intrazellulären (und später auch zur extrazellulären) Übersäuerung mit deutlich erhöhtem Lactat/Pyruvat-Verhältnis.

Durch die Aktivierung der NO-Synthasen kommt es zur vermehrten Bildung von Citrullin (Arginin + Sauerstoff ® NO + Citrullin, kann im Urin nachgewiesen werden) und Proteine werden citrulliniert. Diese citrullinierten Eiweiße übererregen das Immunsystem und lösen Autoimmunerkrankungen und Entzündungen und die vermehrte Bildung von Histamin aus.

Dadurch entsteht ein Mangel an diversen Vitaminen (Vitamin C, B1, B2, B5, B6, B12, Vitamin E, Vitamin D, Folsäure), Mineralien und Spurenelementen (Selen, Magnesium, Zink) sowie EnzymenVitamin B12 wird durch NO irreversibel zerstört, was die Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen erklärt. Aus dem gleichen Grund ist Vitamin B12 als direktes Gegenmittel von NO und Peroxinitrit einsetzbar.

Für sehr viele chronische Krankheiten gilt der oxidative Stress als eine der Ursachen für deren Entstehung. Im Umkehrschluss gilt, genügend Radikalfänger (Antioxidantien) sind ein wichtiger Baustein, um Krankheiten zu verhindern.

Heute wissen wir, dass Antioxidantien viel besser schützend wirken, wenn wir viele verschiedene, natürliche Antioxidantien gemeinsam aufnehmen, so wie es in gesunden Lebensmitteln auch vorgesehen ist.

Die Gabe von natürlichen Mikronährstoffkombinationen ist bislang die wichtigste Therapieoption bei Nitrostress und mitochondrialer Dysfunktion. Zahlreiche Studien bestätigen die Meinung der erfahrenen Experten, wonach „die Therapie des nitrosativen Stress eine Domäne der Mikronährstoffe“ (Dr. Bodo Kuklinski) sei.

Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Epilepsie nach Schlaganfall

Durch einen Schlaganfall kommt es zu einer mangelnden Blutversorgung und damit zu einem Mangel an Sauerstoff für die Gehirnzellen in dem betroffenen Gebiet. Kommt es außer den Folgen in Form von Lähmungen und/oder Sprachstörungen innerhalb von 3-7 Tagen zusätzlich zu einem epileptischen Anfall, so bezeichnet man dies als Frühanfall. In der Regel bleibt es bei diesem einen Anfall. Ereignet sich ein Anfall erstmalig jedoch nach einer Woche oder später, so spricht man vom Spätanfall. Meist sind diese Episoden schwerer und werden chronisch. Dies erfordert eine Langzeit-Behandlung und belastet den Betroffenen mit großen Einschränkungen zusätzlich zu jenen, die er bereits durch den Schlaganfall erlitten hat.

Symptome bei Epilepsie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Symptome in der Übersicht

  • geistige Abwesenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Versteifungen sämtlicher Muskeln am Körper (tonische Krämpfe)
  • rhythmische Muskelzuckungen (klonische Krämpfe)
  • Aura- oder Prodromalstadien
  • begleitende Kopfschmerzen

Epileptische Anfälle kommen immer dann, wenn die Erregungsübertragung von Nervenzellen übersteigert abläuft. Meist ist die Schwelle, die eine Erregung zwischen den Nervenzellen weiterleitet, viel zu niedrig, weshalb Signalübertragungen unkoordiniert ablaufen. Es gibt keinen genauen Zeitpunkt für die Anfälle. Sie können Tag und Nacht (z. B. Rolando-Epilepsie) auftreten.

Je nach Art des Anfalls kann er von unbemerkt bis zu ca. 2 Minuten andauern und hört von selbst wieder auf! Dauert er länger als 5 Minuten an und der Betroffene ist weiterhin bewusstlos, so ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu einem Zustand eines lebensbedrohlichen Status epilepticus gekommen ist. SOFORT NOTARZT unter 112 anrufen.

Hinweis

„Status epilepticus“

Dauert ein epileptischer Anfall länger als 5 Minuten an, oder kommt es zu Anfallsserien bei gleichzeitig anhaltender Bewusstlosigkeit, so ist sofort ein Notarzt unter der Nr.112 zu rufen, da ein Status epilepticus lebensbedrohlich ist: Je länger er andauert, umso wahrscheinlicher wird eine schwere Hirnschädigung.

Mitunter hat der Betroffene ein Notfallmedikament dabei.

Dauert ein solcher Anfall sogar länger als 30-60 Minuten an, muss der Patient beatmet werden.

Die Warnzeichen für einen bevorstehenden Anfall sind sehr unterschiedlich. Mitunter gibt es überhaupt keine Vorankündigung, oder diese erfolgt nur wenige Sekunden vorher oder aber Stunden bis Tage.

Man unterscheidet zwischen Auren und Prodromal-Stadien.

 

Eine Aura dauert in der Regel Sekunden und kommt nur bei fokalen Anfällen vor. Tatsächlich wird bereits eine Aura als fokaler Anfall gewertet, wenn keine Bewusstseinsstörung eintritt. Meist geht sie jedoch in einen fokalen Anfall mit Bewusstlosigkeit über. Eine Aura kann als übersteigerte Sinneswahrnehmung über Augen (Lichtblitze, Wellen, Flecken), über die Nase und die Zunge durch ungewöhnliche Geruchs- und Geschmacksempfindungen auftreten; es können sich jedoch auch Angst- oder Glücksgefühle einstellen. Halluzinationen und sogenannte „Déjà vu“- Erlebnisse gehören ebenfalls dazu.

 

Ein Prodromal-Stadium geht Stunden bis Tage voraus und äußert sich in Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, begleitet von Kopfschmerzen, die einer Migräne ähneln können. Auch eine gewisse Ruhelosigkeit und Konzentrationsstörungen bis hin zu Schlafstörungen können auftreten.

 

Je nach Art des Anfalls kommt es zu unterschiedlichen Auswirkungen. Es zuckt z. B. nur ein Arm oder ein Bein, oder es kommt zu Sehstörungen. Bei den generalisierten Anfällen breitet sich die unkoordinierte elektrische Entladung auf beide Hirnhälften aus, so dass es zunächst zu Versteifungen der Gliedmaßen oder des ganzen Körpers kommen kann (tonisch), die dann auch noch in rhythmische Zuckungen (klonisch) des gesamten Körpers übergehen können. Dieses Vollbild entsteht bei den sogenannten Grand Mal-Anfällen, die aber glücklicherweise seltener sind.

Es gibt jedoch auch atonische Anfälle, wo ein Kind z. B. plötzlich stürzt, weil die Muskulatur kurzfristig erschlafft und somit die Knie nachgeben. Viele Anfälle spielen sich während der Nacht ab, bleiben unbemerkt oder wecken die Kinder durch unangenehme Kribbelempfindungen, Schluck- und Sprechstörungen sowie starke Speichelbildung.

 

Abhängig von der Schwere eines Anfalls bemerkt der Betroffene entweder gar nichts oder ist müde, erschöpft, mitunter auch reizbar und aggressiv. Da es bei schweren Grand Mal-Anfällen zu einer verhältnismäßig hohen Kraftverschwendung kommt, fühlen diese Menschen sich hinterher oft wie „erschlagen“ und haben ein großes Schlafbedürfnis.

Sollte der Epilepsiekranke während seines Anfalls gestürzt sein, zählen etwaige Verletzungen aller Art bis hin zu Knochenbrüchen und Bissverletzungen an Zunge und Wangenschleimhaut ebenfalls zu den Nachwirkungen und bedürfen ärztlicher Versorgung.

Ein epileptischer Anfall wird mitunter oft auch von heftigen Kopfschmerzen begleitet. Es können dabei die bei einer Migräne bekannten Begleitsymptome wie Schwindel, Erbrechen und Bauchschmerzen sowie psychische Störungen und Krämpfe auftreten. Es ist bekannt, dass zwei Drittel der Betroffenen mit Rolando-Epilepsie unter Migränekopfschmerzen leiden8.

 

Migräne und Epilepsien können sich gegenseitig auslösen. In seltenen Fällen kann es passieren, dass ein epileptischer Anfall auf eine Migräne folgt, die ungefähr eine Stunde zuvor mit einer Aura vorausging. Dies wird als Migralepsie bezeichnet.

Hinweis

Erste Hilfe

Die meisten Anfälle hören von selbst wieder auf – sie sind selbstlimitierend. Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren, den Betroffenen nicht festzuhalten und auch keine Gegenstände zwischen die Zähne zu schieben. Evtl. enge Kleidung öffnen, auf die Uhr schauen, wie lange der Anfall dauert, da im Falle von mehr als 5 Minuten Gefahr eines lebensbedrohlichen Status epilepticus droht – sofort NOTARZT über 112 rufen. Sorgen Sie dafür, dass sich der Betroffene nicht weiter verletzen kann. Bei erstem Anfall evtl. fotografieren als hilfreiches Dokument für eine erste Anamnese. Nach dem Anfall, wenn möglich, in eine stabile Seitenlage bringen.

Diagnose und Tests

Das-Wichtigste-in-Kürze

Diagnose in der Übersicht

  • Epilepsie-Selbsttest: Vorsicht ist geboten, da solche Tests, die in großer Zahl auf Youtube kursieren, tatsächlich einen Anfall auslösen könnten. Ich rate davon dringend ab.
  • Epilepsie Diagnostik:
  • Am Wichtigsten ist eine ausführliche Anamnese, meist durch eine Person, die den Anfall beobachtet hat (Fremdanamnese); ebenso können Fotos vom Anfallsgeschehen hilfreich sein.
  • Technische Verfahren: EEG, MRT, CCT sowie SPECT und PET, um eine Epilepsie besser eingrenzen zu können.
  • Blutuntersuchungen: Prolaktin, Kreatinin
  • Liquoruntersuchung
  • Angiographie

Hinweis

Gefährliche Selbsttests

Auf Youtube existieren zahlreiche Kurzvideos, die minutenlang entweder flackerndes Licht von blau nach rot nach blau etc. zeigen, sowie ebenso geometrische Formen, die permanent flackern und flimmern. Vor dieser Art der „Selbsttests“ kann ich nur dringend warnen und abraten, denn ein solches Geflicker und Geflacker könnte bei entsprechender Disposition tatsächlich einen epileptischen Anfall auslösen.

Anamnese

Das Wichtigste ist die (Fremd-)Anamnese: Eine möglichst exakte Schilderung eines abgelaufenen Anfalls am besten durch eine Person, die den Anfall beobachtet hat, und eventuelle Fotos geben die wichtigsten Hinweise darauf, wie der Vorfall einzuordnen ist. Dazu Fragen nach der Dauer des Anfalls, nach möglichen Auslösern, nach Epilepsie in der Verwandtschaft etc.

 

EEG (Elektroencephalogramm):

Durch elektrische Aufzeichnung der Hirnströme sucht man nach dem Ursprungsort und der Art des Anfalls im Gehirn. Auch wenn das EEG nicht immer Aufschluss geben kann, so zeigt es vielfach spezielle Muster für ganz bestimmte Epilepsieformen.

Hinweis

Elektroencephalographie (EEG)

Die Elektroencephalographie (EEG) ist eine Methode, die ohne Eingriff in den Körper (nicht-invasiv) die elektrische Aktivität der Hirnrinde messen kann. Dabei entspricht jede elektrische Aktivität einer Spannungsänderung, die man als Spannungsschwankungen über zuvor am Kopf angelegte Elektroden aufzeichnen kann. Anhand der Erfassung dieser elektrischen Ströme (Potentialveränderungen) lassen sich aufgrund unterschiedlicher Frequenzen (in Hertz gemessen) und Stärken typische Muster für verschiedene Formen der Epilepsie erkennen.

Meist wird das EEG im Liegen durchgeführt. Der Proband hält die Augen geschlossen oder öffnet sie – je nach Aufforderung. Spezielle Formen sind das Schlaf-EEG (im Schlaflabor durchgeführt) für Epilepsien, die vermehrt nachts auftreten, das Langzeit-EEG für eine Aufzeichnung über einen längeren definierten Zeitraum oder das Provokations-EEG, bei dem versucht wird, durch Schlafentzug oder Lichtstimulation einen Anfall auszulösen.

MRT (Magnetresonanztomographie) und CCT (Cerebralecomputertomographie) sind weitere bildgebende Verfahren, um auch mögliche andere Ursachen wie z. B. eine Hirnblutung auszuschließen.

 

Blutuntersuchungen: Die Kreatinkinase (CK) steigt unter der Anspannung von Muskulatur und hat ihren höchsten Wert nach einem epileptischen Anfall mit Muskelzuckungen 6 Stunden nach dem Anfall. Der Prolaktinwert ist bei einem Fünftel der Epileptiker erhöht und weist somit ebenfalls auf diese Diagnose hin. Durch Messung der Schilddrüsenhormone kann eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden. Ebenso sollte ein Unterzucker als Grund für eine Bewusstlosigkeit ausgeschlossen werden.

 

Liquoruntersuchung: Bei Verdacht auf eine Infektion als Ursache für einen Anfall, wird mittels Punktion Nervenwasser (Liquor) aus dem Spinalkanal entnommen.

 

Differentialdiagnosen

Andere Krankheiten, die ebenfalls Anfälle auslösen können, nennt man Differentialdiagnosen. Dazu gehören: Migräne, TIAs (Transitorisch-ischämische Attacken), Synkopen, Narkolepsie und Fieberkrämpfe bei Kindern. Ist es unklar, ob es sich bei einem Anfall um eine Epilepsie handelt, werden weitere Untersuchungsmethoden eingesetzt:

  • SPECT (Singlephotonemissionscomputertomographie): Wenn es keine Veränderungen im MRT gab, aber klinische Symptome vorliegen, könnte ein Verdacht auf Durchblutungsstörungen bestätigt werden.
  • PET (Positronenemissionstomographie): Sie zeigt Stoffwechselprozesse im Gehirn an.
  • Angiographie: Bei Verdacht auf eine Gefäßmissbildung wird eine Gefäßdarstellung veranlasst.

Krankheitsverlauf und Prognose

Das-Wichtigste-in-Kürze

Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Es ist wichtig, eine diagnostizierte Epilepsie mit Medikamenten zu behandeln, da 70-80 % der Betroffenen dadurch anfallsfrei werden.
  • Ebenso wichtig ist die Anpassung des Lebensstils: Geregelte Tag- und Nachtrhythmen, Ausgleich zwischen Arbeit und Auszeit, ausreichende Mikronährstoffversorgung in der Ernährung, Entspannungstechniken.
  • Die Spannbreite der Epilepsien reicht von selbstlimitierend bis zu chronischen Verlaufsformen mit oder ohne geistige Behinderung und/oder Verhaltensauffälligkeiten.
  • Verhaltensauffälligkeiten gehen mit Persönlichkeitsveränderungen einher.
  • Je nach Ursache und Ausprägung einer Epilepsie kann es durch Schädigungen des Gehirns zu schweren Entwicklungsstörungen auf geistiger und körperlicher Ebene kommen. Die Kinder sind schwerbehindert.
  • Gedächtnisverluste treten häufig bei der mesialen Temporallappen-Epilepsie auf, da der „Herd“ (Fokus) für die Anfälle anatomisch in der Nähe der Gedächtnisbildung liegt.
  • Ein epileptischer Anfall führt in der Regel nicht zum Tode. Nur wenn ein lebensbedrohlicher Status epilepticus nicht unterbrochen wird, kann er tödlich enden. Ebenso könnte ein ungünstiger Sturz im Zusammenhang mit einem Anfall zum Tode führen.
  • An einer Epilepsie Erkrankte dürfen nach den BAST-Richtlinien Auto fahren.
  • Die alleinige Diagnose Epilepsie rechtfertigt keine Rehamaßnahmen. Erst wenn die Teilnahme des Betroffenen am gesellschaftlichen Leben gefährdet ist, kann eine medizinische Reha in Frage kommen.

Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ihren Verlauf günstig zu beeinflussen – durch Medikamente, durch einen entsprechenden Lebensstil, durch ausreichende Mikronährstoff-Zufuhr, da auch ein hoher Verbrauch an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien sowie Antioxidantien und vielem mehr mit der Krankheit einhergehen.

 

Der Krankheitsverlauf einer Epilepsie kann von selbst enden (z. B. Rolando-Epilepsie) oder chronisch werden bis hin zu schwerer geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten (z. B. Lennox-Gastaut-Syndrom), abhängig von der Art und der Ursache der Epilepsie. Im Falle schwerster Entwicklungsstörungen (z. B. Blitz-Nick-Salaam-Anfälle oder Dravet-Syndrom) sind die Kinder schwerbehindert.

 

Bei der mesialen Temporallappen-Epilepsie treten häufig Gedächtnisverluste auf, da der Fokus des epileptischen Anfalls in der Nähe des Hippocampus liegt, jener Struktur, die an der Gedächtnisbildung beteiligt ist.

 

In der Regel führt ein epileptischer Anfall nicht zum Tod. Nur wenn ein lebensbedrohlicher Status epilepticus nicht unterbrochen wird, kann ein Anfall zum Tode führen. Ebenso kann ein ungünstiger Sturz während eines Anfalls tödlich enden und beim Dravet-Syndrom sind Fälle von Kindstod bekannt.

 

Sobald eine Epilepsie diagnostiziert wurde, sollte man sie medikamentös behandeln. Das jeweilige Medikament wird unter ärztlicher Kontrolle individuell angepasst und gesteigert. Dieser Prozess erfordert sehr viel Geduld aufgrund der möglichen Rückschläge. Jedoch kann in 70-80 % der Fälle durch eine Langzeittherapie eine völlige Anfallsfreiheit erreicht werden. Besteht diese über mindestens 2-5 Jahre, kann ein sogenannter Absetzversuch unter EEG-Kontrolle ausprobiert werden.

 

Eine gute Nachricht: An Epilepsie Erkrankte dürfen unter bestimmten Voraussetzungen Auto fahren.

Hinweis

Epilepsie und Autofahren

An einer Epilepsie Erkrankte dürfen Autofahren, wenn ihre Beeinträchtigungen auf körperlicher und psychischer Ebene dies zulassen. Ihr behandelnder Arzt gründet seine Entscheidung auf die „Begutachtungsrichtlinien zur Kraftfahrereignung bei epileptischen Anfällen und Epilepsien“, herausgegeben am 1. Mai 2014 vom Bundesamt für Straßenwesen (BAST-Richtlinien).

Nach einem erlittenen Anfall oder der Diagnose Epilepsie muss sich der Betroffene einmal jährlich neurologisch untersuchen lassen. Liegt der letzte Anfall bereits einige Zeit zurück, muss nicht mehr jährlich kontrolliert werden.

Ein Fahrschüler muss bei der Beantragung des Führerscheins angeben, dass er Epileptiker ist und dies durch ein Attest nachweisen. Unter Umständen wird in einem weiteren ärztlichen Gutachten die Fahrtauglichkeit geklärt.

Beim Absetzversuch von Antiepileptika muss während des Zeitraums der Reduzierung des Medikaments sowie 3 Monate danach eine Fahrpause eingehalten werden.

Für weitere Informationen siehe: www.bast.de und/oder „bussgeld.katalog.org.“

Sollten Sie über Reha-Maßnahmen nachdenken, rechtfertigt die alleinige Diagnose Epilepsie noch keine Rehabilitation. Erst bei einem komplizierten Verlauf, bei dem Sie auch in Ihrem sozialen und beruflichen Umfeld auf Schwierigkeiten stoßen, die Ihre Teilnahme an einem Leben in der Gesellschaft gefährden, können Sie mit Hilfe einer Reha Konzepte entwickeln, die Ihnen Sicherheit geben können im Umgang mit einer eigenen Anfallskontrolle, mit einer Risikoabschätzung für Anfälle im Alltag, mit möglichen sportlichen Belastungen, mit Konzentrations- und Gedächtnisproblemen und vielem mehr. Anträge auf Leistungen einer medizinischen Reha können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung selbst stellen (www.deutsche-rentenversicherung.de). Zusätzlich brauchen Sie einen ärztlichen Befundbericht sowie eine Bescheinigung der Krankenkasse. Ist stattdessen die Krankenkasse der Kostenträger, so bedarf es einer Verordnung durch einen Arzt, der über eine rehabilitationsmedizinische Qualifikation verfügt. Diese Verordnung wird dann gültig, sobald die Krankenkasse sie genehmigt hat.

Ernährung bei Epilepsie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ernährung in der Übersicht

  • Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Bei Epilepsie ist eine „nervenstabilisierende“ Ernährung besonders wichtig: die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen
  • Anfang des 20.Jahrhunderts kristallisierte sich eine Ernährungsform heraus, die einerseits sehr fettreich und andererseits sehr stark an Kohlenhydraten reduziert war, die ketogene Ernährung.

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Sie fördert chronische Entzündungen, die Arterien verkalken lässt, unseren Darm und unser Immunsystem schwächt, unsere Psyche negativ beeinflusst und letztlich Zellstress entstehen lässt. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, spielen entzündliche Prozesse auch bei der Epilepsie eine Rolle. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei Epilepsie in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ bei Epilepsie auswirken.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht – das entlastet die Gelenke.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Hinweis

Merkmale der Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine Epilepsie lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Ein wunderbares Kochbuch gegen die heimliche Entzündung in unserem Körper:


 

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

Anti-entzündliche Ernährung Pro-entzündliche Ernährung
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen): Beeren, Zitrusfrüchte, Äpfel
Gemüse, mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu
Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-Haltung)
Wurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum, Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

 

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und vermeiden Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Hinweis

Ketogene Ernährung bei Epilepsie

Da es sich um eine Ernährungstherapie kranker Menschen handelt, sollte sie unbedingt durch einen hierfür spezialisierten Arzt und eventuell stationär in einer Klinik erfolgen. Denn es kann passieren, dass sich durch die Ernährungsumstellungen auch Stoffwechselvorgänge im Körper sowie die Aufnahmefähigkeit von Medikamenten verändern. Diese andere Ernährungsform kann auch zu Veränderungen im Calcium-Phosphat-Haushalt führen, was Stoffwechselstörungen im Knochen bewirkt und dadurch möglicherweise Wachstumsstörungen zur Folge hat. Nebenwirkungen von Antikonvulsiva könnten sich ebenfalls verstärken: So ist bekannt, dass die Einnahme von Topiramat bei ketogener Ernährung zu Nierensteinen führen kann. Weiterhin muss vermieden werden, dass es aufgrund der ketogenen Ernährung zu Mangelzuständen von Vitamin D, Selen, Zink und Carnitin kommt.

Daher gibt es genau festgelegte Protokolle, nach denen die Ernährungsumstellung bei Epilepsie erfolgt. Stellt sich innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der Umstellung keine Änderung ein, so braucht diese Ernährungsform nicht fortgesetzt zu werden.

Unterstützt wird die beschriebene Ernährungsumstellung durch eine entsprechende Lebensführung mit geregeltem Tagesablauf, ausreichend Schlaf und moderater Bewegung.

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen. In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und/oder auch als Therapie.

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Epilepsie. Besonders wichtig sind Vitamin D3, der Vitamin B-Komplex, Folsäure (B9), Antioxidantien (dazu zählen Vitamine A, C und E sowie verschiedene Enzyme), Carnitin, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink, Selen, Mangan, Kupfer, Eisen, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Einige der typischen Epilepsie-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen der Epilepsie abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

Medikamente gegen Epilepsie, Antiepileptika oder Antikonvulsiva genannt, führen meist zu einem erhöhten Verbrauch an Mikronährstoffen, wobei jedes Medikament aufgrund der Art und Weise wie es verstoffwechselt wird, andere Mikronährstoffe reduziert. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Prozessen im Körper: Es entsteht oxidativer Stress – der Körper „rostet“ sozusagen.

Ausflug in die Wissenschaft

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen. Freie Radikale sind Verbindungen, die auf Grund eines „verlorenen“ Elektrons chemisch instabil, kurzlebig und hoch reaktiv sind. Sie entreißen anderen Molekülen Elektronen, um selbst wieder in einen stabilen Zustand übergehen zu können. Dadurch ändern sich jedoch deren Eigenschaften. In unserem Körper kann es durch zu viele freie Radikale (oxidativer Stress) zu Funktionsstörungen innerhalb der Zellen und zu Krankheiten kommen.

Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus. Vor allem bei der Produktion von Energie für die Zellen in den Mitochondrien, wo aggressiver Sauerstoff verarbeitet wird, entstehen sehr viele freie Radikale. Sie sind aber nicht nur schädlich. Unter anderem erfüllen freie Radikale wichtige Aufgaben in der Immunabwehr, da sie Fremdorganismen, zum Beispiel Bakterien und Viren attackieren.

Damit körpereigene Strukturen wie die Bausteine der Erbsubstanz, Eiweiße wie Enzyme und besonders ungesättigte Fettsäuren der Zellwand keinen Schaden nehmen, muss die Zelle sich selbst vor Angriffen von freien Radikalen schützen. Dies übernehmen Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien.

Sie können Elektronen abgeben, dadurch freie Radikale entgiften und sich selbst in einem Kreislauf von Reaktionen regenerieren. Bekannte Radikalfänger sind die Vitamine C, E und A. Jedoch spielen in der Zelle vor allem auch antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX) eine bedeutende Rolle. Diese Enzyme benötigen als Cofaktoren die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen sowie Kupfer und Eisen.

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Ein Mikronährstoffkonzentrat sichert auch die Versorgung der für die Krankheit Epilepsie wichtigen Mikronährstoffe

 

Wichtige Mikronährstoffe für die Krankheit Epilepsie

Da Antiepileptika zu jenen Medikamenten gehören, die oft biochemische und physiologische Vorgänge im Körper stören, führt ihre Einnahme sehr häufig zu Mängeln in der Mikronährstoffversorgung. Diese sind dann wiederum für die zahlreichen Nebenwirkungen dieser Medikamente verantwortlich. Daher ist es extrem wichtig, gerade bei an Epilepsie Erkrankten auf eine ausreichende Versorgung an notwendigen Mikronährstoffen zu achten.

 

Vitamin D: Generell ist Vitamin D für die Knochengesundheit aller Menschen wichtig, aber besonders bei Epilepsiepatienten, da sie häufig im Zusammenhang eines Anfalls zu Stürzen neigen. Vitamin D begünstigt die Aufnahme von Calcium aus dem Verdauungstrakt und den Transport in die Blutbahn. Zudem stärkt es das Immunsystem und hilft, Entzündungen zu reduzieren. Es spielt jedoch nicht nur für den Knochenstoffwechsel und eine ausreichende Knochendichte eine Rolle, sondern auch im Gehirn. Als Neurosteroid kann es verschiedene Gehirnfunktionen stabilisieren, da es auch im Gehirn Vitamin-D-Rezeptoren gibt. Interessanterweise hat man herausgefunden, dass Menschen mit Epilepsien von vorneherein einen geringeren Vitamin-D3-Spiegel aufweisen. Die notwendige Gabe von Antiepileptika verschärft die Situation, weshalb Vitamin D3 in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt werden sollte13;14 .

 

Calcium: Es erfüllt wichtige Funktionen bei der Regulation der Reizleitung zwischen Nervenzellen und im Muskelsystem. In Verbindung mit Vitamin D, B6 und Magnesium scheint es Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen zu reduzieren.

 

B-Vitamine: Der sogenannte Vitamin B-Komplex, der aus acht wasserlöslichen Vitaminen gebildet wird, zählt zu den vielseitigsten Vitamingruppen. Da die B-Vitamine eine wichtige Rolle im Nervensystem bei der Erregungsleitung, der Regeneration und der Neubildung von Nervenzellen spielen, sind sie an der Verbesserung der nervlichen Belastbarkeit und der Konzentrationsfähigkeit beteiligt und tragen zur Reduzierung von depressiven Stimmungslagen und Reizbarkeit bei. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Vitamin B6 zu, da es in Verbindung mit Magnesium eine krampflösende Wirkung hat und Wasseransammlungen vermindert. B6 ist auch erforderlich, um ausreichend Neurotransmitter zu bilden, jene Botenstoffe, die für die Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen wichtig sind. Ein Mangel kann Symptome wie Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen hervorrufen. Zudem sind insbesondere die Vitamine B6, B12 und Folsäure essentiell für den Abbau des Stoffwechselabfallprodukts Homocystein, das u. a. an der Entwicklung von Entzündungen, Durchblutungsstörungen und Depressionen beteiligt ist.

 

Folsäure: Folsäure, oder auch Vitamin B9, ist heute vielen bekannt im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft. Es erfüllt wichtige Aufgaben bei der Zellteilung und -vermehrung, und ist an der Bildung von Nukleinsäuren beteiligt, die wir für unser genetisches Material brauchen. Es ist der wichtigste Co-Faktor beim Abbau von Homocystein, zusammen mit den Vitaminen B2, B6 und B12.

Von einigen Antiepileptika ist bekannt, dass bei ihrer Verstoffwechslung vermehrt Folsäure verbraucht wird.

Hinweis

Homocystein

Im Stoffwechsel des Menschen entstehen allerlei Abfallprodukte, die ständig von der „Körperpolizei“ entsorgt werden müssen. Neben den freien Radikalen zählt hierzu das Homocystein, welches die Schädigung der Zellen verstärkt und die Funktion der Mitochondrien, den „Kraftwerken“ unserer Zellen, stört.

Homocystein ist eine Aminosäure, die im normalen Stoffwechsel der Zellen entsteht. Unter normalen Umständen wird diese Aminosäure sehr schnell von Enzymen in den Zellen abgebaut. Diese Enzyme benötigen allerdings einige Mikronährstoffe als Co-Faktoren für diese Arbeit. Dazu gehören die Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure. Sie sind die wichtigsten Mikronährstoffe, um den Homocysteinspiegel im Plasma normal zu halten. Am besten wirken diese vier im natürlichen Verbund (zusammen mit weiteren Mikronährstoffen). Stehen diese für einen Abbau von Homocystein nicht zur Verfügung, so erhöhen sich die Werte von Homocystein und damit seine neurotoxischen Wirkungen.

Ein erhöhter Homocysteinwert (über 10 µmol/l) gilt als wesentlicher Risikofaktor unter anderem für Arterienverkalkung und Schlaganfall, Osteoporose mit Gefahr von Knochenbrüchen, Depression oder Migräne mit Aura – alles mögliche Begleiterscheinungen oder Auslöser für eine Epilepsie.

Daher sollte der Homocysteinspiegel in regelmäßigen Abständen kontrolliert und die fehlenden Mikronährstoffe ergänzt werden.

Antioxidantien: Bei epileptischen Anfällen verbraucht das Gehirn sehr viel Energie, wobei auch sehr viel Sauerstoff verbraucht wird. Es kommt dadurch leicht zu oxidativem Stress, welcher in der Folge zu einem Überangebot an freien Radikalen führt. Daher spielen die Vitamine C (hat auch antibakterielle Eigenschaften), E und A als bekannte Radikalfänger eine ebenso große Rolle wie die antioxidativen Enzyme Superoxidmutase (SOD), Katalase (KAT) und Glutathionperoxidase (GPX). Die erwähnten Enzyme benötigen wiederum die Spurenelemente Zink, Mangan, Kupfer und Eisen, um ihre Funktionen ausüben zu können.

Im Kampf gegen freie Radikale haben sich natürliche Antioxidantien-Mischungen deutlich besser bewährt als synthetische. Die natürlichen Mikrostoffe wirken mehr als 200-mal stärker antioxidativ.15

 

Carnitin: Es wird aus den Aminosäuren Lysin und Methionin im Zusammenspiel mit Enzymen und Eisen sowie den Vitaminen B3, B6, Folsäure (B9) und C gebildet. Carnitin spielt eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel der Mitochondrien, zu denen es langkettige Fettsäuren transportiert, die dann in diesen „Kraftwerken“ unserer Zellen in Energie umgewandelt („verbrannt“= oxidiert) werden können. Es gibt verschiedene Arten von Carnitin, wobei das Acetyl-L-Carnitin (ALCAR) besonders hervorgehoben werden soll, da es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. So trägt es neben einer Verbesserung der Energieproduktion auch zur Verbesserung der Gehirnfunktion bei neurologischen Erkrankungen bei, da es ebenfalls für die Steuerung der Ausschüttung von Neurotransmittern (Nervenbotenstoffen) zuständig ist16.

Man weiß, dass das Antiepileptikum Valproinsäure die Carnitinbildung im Körper reduziert, da es selbst einen erhöhten Verbrauch an der Aminosäure Methionin hat. Zudem binden Abbaustoffe der Valproinsäure Carnitin an sich, was zu einer vermehrten Ausscheidung von Carnitin über die Nieren führt, anstatt es über diese zurückzuresorbieren. Daher sollte bei langfristiger Gabe von Valproinsäure der Carnitinspiegel stets im Auge behalten und im Bedarfsfall unter ärztlicher Kontrolle ergänzt werden.

 

Zink: Zink hat wichtige Aufgaben im Gehirnstoffwechsel, vor allem für die Funktionsfähigkeit von Neurotransmittern bei der Reizleitung zwischen den Nervenzellen. Eine optimale Zinkversorgung verbessert jedoch nicht nur depressive Episoden, Stimmungsschwankungen und die allgemeine nervliche Belastbarkeit, sondern auch das Hautbild und wirkt zudem entzündungshemmend. Kinder mit einem Zinkmangel neigen häufiger zu Fieberkrämpfen.

 

Selen: Das Spurenelement Selen ist ebenfalls ein wichtiger Teil des antioxidativen Schutzes vor freien Radikalen und beugt Entzündungsprozessen vor.

 

Mangan: Es ist ein lebenswichtiges Spurenelement, weil es für die Funktion vieler Enzyme gebraucht wird. Es spielt eine Rolle für die Festigkeit des Bindegewebes, ist aber auch an der Harnstoffbildung beteiligt und unterstützt die Balance zwischen Glukose und Insulin. Daher ist es auch besonders wichtig für Epilepsiepatienten, da bei ihnen ein Ungleichgewicht im Zuckerstoffwechsel – zu viel oder zu wenig – ein Auslöser für einen Anfall sein kann.

 

Kupfer: Dieses essentielle Spurenelement wird bei der Zellatmung benötigt und ist ebenfalls wichtig für die Funktion vieler Enzyme.

 

Eisen: Eisen, insbesondere aus pflanzlichen Quellen, ist erforderlich für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin, der im Volksmund auch als „Glückshormon“ bekannt ist. Ein genügend hoher Eisenwert im Blut beugt somit unter anderem Depressionen, ausgeprägten Stimmungsschwankungen und inneren Unruhezuständen vor. Zudem hat es eine entspannende Wirkung auf die Skelettmuskulatur und dämpft das Schmerzempfinden. Es wird zudem bei der Bildung von Carnitin benötigt und stabilisiert ebenso wie die B-Vitamine das Immunsystem.

 

Magnesium: Magnesium ist an fast allen Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt und hat Einfluss auf die Reizweiterleitung im Nervensystem sowie die Übertragung von Reizen auf Muskeln. Es wirkt somit lindernd auf Schmerzsymptome und nervenberuhigend auf innere Unruhe, Anspannung oder Stimmungslabilität. Seine krampflösende Wirkung ist uns aus dem Sport bekannt, wenn es infolge von Magnesiummangel zu Muskelkrämpfen kommt. Durch einen Mangel an Magnesium erhöht sich oxidativer Stress. Magnesium hilft zudem, das Immunsystem zu stärken und Entzündungsprozesse zu verlangsamen.

Hinweis

Mikronährstoffkonzentrate bei Epilepsie

Neben diesen für einen an Epilepsie Erkrankten wichtigsten Mikronährstoffen enthalten natürliche Mikronährstoffkonzentrate weitere Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe und die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Jeder Mikronährstoff wirkt wie ein einzelnes „Instrument“, aber durch ihr Zusammenspiel ergeben sie den großartigen Klang eines Orchesters.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Lebensstil in der Übersicht

  • ausreichend Schlaf
  • Stressreduktion durch eine Balance zwischen Arbeit und Auszeit („work-life-balance“)
  • moderater Sport und Bewegung
  • Entspannungstechniken
  • ausreichende Trinkmengen an stillem Wasser oder Leitungswasser
  • Verzicht auf alkoholische Getränke
  • Verzicht auf Nikotin
  • positive Lebenseinstellung

Schlaf und Schlafhygiene

Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird während der Nacht das Yin gestärkt. Wir verarbeiten die Erlebnisse, die unser Gehirn beschäftigen. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress, da der Körper vermehrt Stresshormone ausschüttet. Ausreichender Schlaf und regelmäßige Einschlafzeiten sind daher bei Menschen mit Epilepsie unbedingt anzustreben. Sie sollten auch bei ihrer Berufswahl darauf achten, dass Sie keine Nacht- oder Schichtarbeit machen müssen.

 

Förderlich für einen guten Schlaf:

  • ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr wie Kaffee oder Cola
  • leicht verdauliche Kost am Abend und nicht zu spät essen
  • kein anstrengender Sport am Abend, besser ein gemütlicher Abendspaziergang
  • eine Stunde vor dem Schlafengehen möglichst Handy, Computer und Fernseher ausschalten, da das „blaue Licht“ dieser Geräte die Bildung unseres Schlafhormons Melatonin beeinträchtigt
  • Einschlafrituale schaffen wie entspannende Musik, eine Tasse Kräutertee oder ein Buch lesen
  • störende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen oder Entspannungstechniken anwenden
  • das Schlafzimmer lüften und für angenehme Dunkelheit sorgen

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Gesunder Schlaf ist von zentraler Bedeutung für Entspannung und Erholung, damit unsere Körperfunktionen dauerhaft erhalten bleiben: Das Immunsystem wird aktiviert, Muskel regeneriert, Schadstoffe ausgeleitet und unser Gehirn verarbeitet Tageserlebnisse. Also einfach genug schlafen? Wenn das so einfach wäre. Unterstützung können aber Präparate bieten, welche natürliche Quellen für Melatonin enthalten – das Schlafhormon unseres Körpers. Besonders hilfreich ist die Kombination aus Tryptophan, 5-HTP, pflanzlichen Melatoninquellen und Magnesium. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die bei Bedarf in 5-HTP umgewandelt werden kann. 5-HTP wiederum erhöht das Serotonin, um den gesunden Schlafzyklus zu regulieren. Die Montmorency-Kirsche sowie Traubenschalen bieten beispielhaft eine natürliche Quelle für Melatonin. Magnesium hingegen kann die Ausschüttung von Stresshormonen verringern.

Unser Tipp für natürliche Schlafförderung:


 

Stressreduktion durch eine Balance zwischen Arbeit und Auszeit

Dass die Vermeidung von Stress unserer Gesundheit zugutekommt, ist wohl jedem bewusst. Die konkrete Umsetzung im Alltag stellt jedoch meist eine große Herausforderung dar. Grundsätzlich gilt: Die eigene Gesundheit sollte immer die oberste Priorität haben, da niemandem gedient ist, wenn wir durch Krankheit eingeschränkt werden. Auf Phasen der Aktivität sollten stets Phasen der Ruhe und Erholung folgen. Wenn dies an einigen Tagen nicht möglich ist, sollten dafür zeitnah Freiräume geschaffen werden, die für das Wohlbefinden und die Regeneration reserviert sind. Hilfreich sind beispielsweise fest eingeplante Termine im Kalender, die der eigenen Regeneration dienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der „Termin“ mit einem Hobby, einem ausgedehnten Spaziergang, einem Treffen mit Freunden oder einfach mit Nichtstun gefüllt wird. Alles, was dem eigenen Wohlbefinden dient, ist richtig.

Wichtig: Diese „Wohlfühl-Termine“ haben die gleiche Priorität wie das Fußball-Training der Kinder, wie das Geschäftsessen mit den Kunden oder die Geburtstagsfeier der Schwägerin.

Ebenso empfehlenswert sind kleine Alltagsrituale, die uns am besten mehrmals täglich aus dem Hamsterrad aussteigen lassen. Beispiele hierzu sind die morgendliche Dusche mit der Lieblingsseife, die Viertelstunde am Nachmittag, die ausschließlich einer Tasse Tee gewidmet wird, während die Kinder oder das Handy Pause haben, die Runde um den Block bei jedem Wetter oder mehrmals am Tag kurze Pausen, in denen alles liegen bleibt und wir uns ausgiebig strecken und dehnen, mehrere Male tief atmen und erst dann die nächste Aufgabe unsere Aufmerksamkeit erhält.

Zur Erinnerung an diese Alltags-Oasen empfiehlt es sich, einen Wecker auf feste Zeiten zu stellen. Dadurch gibt es keine Ausrede mehr, dass wir die Pausen vergessen.

 

Moderater Sport und Bewegung

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit. Sport macht im Idealfall Spaß und dient als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Wenn unser Körper unbeweglich wird, können kognitive Störungen wie Depressionen und Konzentrationsstörungen entstehen. Auch soziale Begegnungen werden durch eine eingeschränkte Beweglichkeit reduziert. Folglich spielt eine regelmäßige Bewegung grundsätzlich eine wichtige Rolle, um sich gesund zu erhalten, seine Lebensqualität zu steigern und sein Immunsystem zu stärken. Ein täglicher moderater Spaziergang von ca. 30 Minuten an der frischen Luft könnte Ihr Startpunkt sein.

Schwimmen, Radfahren oder Rudern sollten angesichts eines möglichen Anfalls bei Epilepsie nur in Begleitung einer weiteren Person unternommen werden. Eine Teilnahme am Vereinsleben ist einerseits wegen des gesellschaftlichen Aspekts wünschenswert, sollte jedoch andererseits deshalb gut überlegt werden, da es erfahrungsgemäß bei dortigen Zusammenkünften häufiger zu erhöhtem Alkoholkonsum kommt.

 

Entspannungstechniken

Es gibt eine große Auswahl an Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga, Qi Gong oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Autogenes Training, um die bekanntesten und effektivsten zu nennen. Regelmäßig praktiziert tragen sie zu einer nachhaltigen Entspannung auf körperlicher und psychischer Ebene bei und erhöhen insgesamt die Lebensqualität. Entspannung, innere Ausgeglichenheit und die Reduktion von Stress führen insgesamt zu mehr Wohlbefinden, verbessern den Schlaf und die Belastbarkeit. Sie reduzieren damit Nervosität, Schlafstörungen, Ängste, Kopfschmerzen und zahlreiche damit verbundene vegetative Beschwerden.

Welche Methode die geeignetste ist, müssen Sie für sich selbst herausfinden.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Buch-Tipp für mehr Achtsamkeit im Alltag:


 

Die Meditation, von lateinisch „meditari“ = nachdenken, nachsinnen, die Mitte finden, ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Kulturen und Religionen bekannt ist. Verschiedene Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die eigene Mitte wieder zu spüren und Kraftressourcen in sich zu entdecken. Es wird unterschieden in passive und aktive Meditationstechniken. Zu den passiven Varianten zählen die Kontemplation, Stille und Schweigen, Achtsamkeitsübungen und transzendentale Meditation. Aktive Techniken sind z. B. Yoga, Geh-Meditationen, Mantra- und Gebetsrezitationen, Tanz und Musizieren mit Rhythmusinstrumenten.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Mit Hilfe eines Meditationskissens finden Sie leichter eine bequeme, aufrechte Sitzposition, die Sie auch während einer längeren Meditation halten können.


 

Der Begriff „Yoga“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“, aber auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen ebenso wie Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es, Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen. Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich positive Effekte auf die körperliche als auch psychische Gesundheit hat. Es werden Verbesserungen der Funktion sämtlicher innerer Organe, des vegetativen Nervensystems, des Hormonhaushaltes sowie Blutdruckregulierung, Verminderung von Muskelschmerzen und von Angst und Depressionen und vieles mehr beobachtet.

Es gibt zahlreiche Arten von Yoga. Eine 2017 aktualisierte Cochrane Studie unter dem Titel: „Yoga for Epilepsy“ 17 untersuchte Sahaja-Yoga, eine spezielle Meditationsart des Yoga, und konnte bestätigen, dass der Stresslevel des Yoga-Ausübenden sank. Dies wurde nachgewiesen unter anderem durch veränderte Hautwiderstände, Lactatuntersuchungen im Blut und der Ausscheidung von Vanillinmandelsäure im Urin. Die Stressreduktion wirkte sich dabei günstig auf das vegetative Nervensystem aus und konnte im EEG sichtbar gemacht werden.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser CD-Tipp: Solfeggio-Frequenzen zur Entspannung, Erholung und inneren Ausgeglichenheit:


 

Qi Gong ist eine aus China stammende Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zum Training von Körper und Geist. Verschiedene Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen werden miteinander kombiniert. Die Übungen dienen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper, einem gleichmäßigen Energiefluss, der nach chinesischer Philosophie den ganzen Körper in den Meridianen durchzieht. Die Meridiane sind die „Kanäle“, in denen die Lebensenergie fließt. In der chinesischen Philosophie dient das regelmäßige Praktizieren des Qi Gong sowohl der Gesundheitsvorsorge als auch der Behandlung von Krankheiten durch die Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes.

 

Bei der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson gelangt man über eine bewusste Anspannung einzelner Muskelgruppen mit den jeweils nachgeschalteten Entspannungsphasen schließlich zu einer Entspannung und „Bewusstwerdung“ seines ganzen Körpers. Dabei ist es wichtig, auch während der Anspannungsphasen den Atem fließen zu lassen.

 

Der Nervenarzt Johann Heinrich Schultz entwickelte Autogenes Training der „Autosuggestion“ 1932 in ihrer noch heute bestehenden Form. Der Name leitet sich ab von ‚autós‘ (griech.= selbst) und ‚suggestio‘ (lat.= Eingebung; hier im Sinne einer an einen selbst gerichteten Botschaft). Diese Methode führt zu einer tiefen Entspannung, indem sie das vegetative Nervensystem (den Parasympathikus) beruhigt und gleichzeitig das Immunsystem stärkt. Ängste werden gelindert, und sowohl Stimmung als auch Empfindungen positiv beeinflusst. Das Autogene Training fördert die Selbstwahrnehmung und hilft, Symptome zu lindern und die Krankheit besser anzunehmen. Durch eine veränderte Sicht auf Gedanken und Verhaltensweisen lassen sich Veränderungen im Lebensstil leichter umsetzen.

Das Autogene Training sollte unter fachlicher Anleitung erlernt und regelmäßig praktiziert werden. Fragen Sie Ihre Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt, denn das Autogene Training ist als krankheitsvorbeugende Maßnahme anerkannt. In Volkshochschulen und Fitness-Studios wird sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht angeboten.

 

Ausreichende Trinkmengen an stillem Wasser/Leitungswasser

Die Empfehlung, täglich ausreichend stilles Wasser zu trinken, ist grundsätzlich für jeden Menschen bedeutsam, da Wasser mehr als zwei Drittel unseres Körpers ausmacht. Wasser ist unerlässlich für unseren Organismus. Es ist Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe und andere Substanzen. Es führt den Zellen Nährstoffe und Salze zu und sorgt für die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen und Giftstoffen und reguliert die Körpertemperatur über die Schweißproduktion. Eine ausreichende Trinkmenge fördert eine gesunde Nierenfunktion und hilft, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper auszuschwemmen.

 

Verzicht auf alkoholische Getränke

Grundsätzlich ist gegen 2-3 Gläser (0,25 l) Wein oder 2-3 Flaschen Bier (0,5 l) pro Woche nichts einzuwenden. Jedoch werden alkoholische Getränke von vielen Epilepsiepatienten deshalb schlechter vertragen, weil die betreffenden Antiepileptika die Wirkung des Alkohols verstärken können. Zudem erschwert der Alkohol einerseits die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente in den Körper, andererseits werden beim Abbau von Alkohol in der Leber wichtige Nährstoffe verbraucht, die an anderer Stelle fehlen. Die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum wurden u.a. hinsichtlich Vitamin B6 erforscht. Auch hier ist es daher von großer Bedeutung, dem Körper ausreichend Mikronährstoffe zuzuführen.

Anders verhält es sich bei Alkoholkranken. Da sie bereits dauerhaft unter der Einwirkung von Alkohol stehen, könnte ein geplanter Alkoholentzug epileptische Anfälle, Entzugskrämpfe, auslösen. Hier bedarf es eines besonderen Vorgehens.

 

Verzicht auf Nikotin

Wenn Sie sich entscheiden sollten, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diesen Vorsatz zu unterstützen:

  • medikamentengestützt durch Nikotinpflaster, Nikotinkaugummis oder homöopathische Mittel
  • Akupunktur, v. a. Ohrakupunktur, um die Entzugssymptome zu mildern und den Wunsch nach Nikotin abzuschwächen
  • „Liquidakupunktur“, d. h. Injektionen von homöopathischen Lösungen in spezielle Ohrpunkte, um das körperliche Bedürfnis nach Nikotin abzuschwächen
  • Hypnose, um evtl. Verhaltensweisen, die im Unterbewusstsein schlummern, zu finden. Diese Behandlung muss meist nach ½-1 Jahr wiederholt werden.
  • Verhaltenstherapie, um herauszufinden, weshalb Sie rauchen

Sie können Ihre Raucherentwöhnung noch unterstützen, indem Sie alle Rauchertreffpunkte meiden, sämtliche Rauchutensilien wegwerfen, sich mehr bewegen und somit einer Gewichtzunahme entgegenwirken. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Mikronährstoffen fördert Ihre Leistungsfähigkeit und Ausdauer, denn ohne Ihren eigenen Willen, mit dem Rauchen dauerhaft aufhören zu wollen, wird es nicht funktionieren.

Vorsicht: Eine E-Zigarette ist keine Alternative, da sie nicht zur Raucherentwöhnung beiträgt.

Hinweis

Beratung zur Raucherentwöhnung

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet Telefonberatungen an.
  • Sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenversicherungen bieten Kurse und Seminare zur Entwöhnung an – auch online

Positive Lebenseinstellung

Forscher haben festgestellt, dass sich eine positive Lebenseinstellung in vielfacher Hinsicht positiv auf die Gesundheit auswirkt, da unsere Gedanken Vorgänge in unserem Körper beeinflussen können und dabei auch das Immunsystem gestärkt wird.

Eine positive Haltung dem Leben gegenüber verändert nicht augenblicklich unsere Umstände und Beschwerden. Wer jedoch durch den Tag geht und seinen Blick auf all die vielen Momente richtet, die Schönes mit sich bringen, auf die netten Begegnungen, die guten Gespräche oder auf den freien Parkplatz vor dem Geschäft, verändert mit der Zeit seine Perspektive und nimmt immer mehr von dem wahr, was uns dankbar sein lässt.

Um zu lernen, die eigene Wahrnehmung auf all das Gute zu richten, das uns trotz allem Unwohlsein, trotz aller Widrigkeiten und Sorgen jeden Tag widerfährt, ist es hilfreich, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Das Schreiben lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, wofür wir dankbar sind. Widmen wir uns dem Tagebuch am Abend vor dem Schlafengehen, ist es zugleich ein schönes Ritual, das uns den Tag mit positiven Gefühlen beschließen lässt und unsere Gedanken zur Ruhe bringt.

 


Das Gesundheitskompass-Team empfiehlt

Unser Tipp für ein Dankbarkeitstagebuch:


 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Medikamente (Antiepileptika oder Antikonvulsiva)
  • Beginn mit „Monotherapie“ = ein Medikament, niedrig dosiert, dann gesteigert
  • Medikament wird vertragen, aber Anfälle weiterhin vorhanden, dann Ergänzung von weiterem Antikonvulsivum
  • erstes Medikament hat zu viele Nebenwirkungen, dann anderes Antikonvulsivum ausprobieren
  • Welches Medikament für wen, hängt neben der Epilepsieform ab
    • vom Alter und Geschlecht;
    • von der Frage nach einem Kinderwunsch;
    • Gibt es andere Krankheiten, die ebenfalls bereits medikamentös behandelt werden? Wechselwirkung zwischen den Medikamenten
    • Gibt es Risikofaktoren?

Eine medikamentöse Therapie ist das Mittel der Wahl nach Auftreten eines zweiten Anfalls. Die Behandlung ist immer symptomatisch, da es keine Heilung gibt. Anhand der festgestellten Epilepsieform wird die Therapie zunächst versucht mit einem Einzelpräparat (Monotherapie), welches in niedriger Dosis zunächst begonnen und dann langsam gesteigert wird. Dies ist immer ein sehr individueller Prozess und kann sehr belastend sein, weil es in der Regel längere Zeit braucht, bis die richtige Dosis gefunden wird. Rückschläge sind dabei nicht ausgeschlossen und mitunter muss ein anderes Präparat ausprobiert werden Das erfordert wiederum Zeit und viel Geduld vom Betroffenen. Jedoch kann erreicht werden, dass 70-80 % der Behandelten anfallsfrei bleiben. Manchmal ist auch die Verringerung der Anfallshäufigkeit bzw. die Abmilderung der Schwere eines Anfalls bereits ein Fortschritt.

Je höher die Medikamente, die es als Kapseln, Tabletten oder Saft gibt, dosiert werden müssen, umso wahrscheinlicher ist das Auftreten von Nebenwirkungen: Diese können sich äußern in großer Müdigkeit, Schwindel, Zittern, Übelkeit/Erbrechen, Kreislaufproblemen, Doppelbilder sehen, Depressionen und Reizbarkeit, Allergien/Hautausschlägen oder verlangsamtem Denken.

 

Kommt es über einen langen Zeitraum zu keinem erneuten Anfall und möchte der Betroffene seine Medikamente wieder weglassen, so empfiehlt sich ein solcher „Absetzversuch“ frühestens nach 2, besser nach 5 Jahren und nur unter ärztlicher und (EEG-) Kontrolle. Niemals dürfen die Medikamente abrupt abgesetzt, sondern sie müssen „ausgeschlichen“ werden. Nimmt ein Patient mehr als ein Antiepileptikum ein, so wird zunächst eines davon allmählich reduziert und danach erst das nächste.

Sind die Ursachen genetisch bedingt, so ist eine Langzeit-/Dauertherapie sehr wahrscheinlich.

Hinweis

Medikamente sind Mikronährstoffräuber

Da praktisch alle Antiepileptika auf unterschiedliche Art und Weise in den menschlichen Stoffwechsel eingreifen, führt dies beispielsweise auf Dauer zu einer Dysfunktion unserer Mitochondrien („Kraftwerke“ unserer Zellen) mit Erhöhung von oxidativem Stress, sowie zu Mangelerscheinungen bei Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dies wiederum begünstigt die Erhöhung des Homocysteins und damit eine vermehrte Bildung freier Radikale. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist es extrem wichtig, dass gerade Epilepsiepatienten ihren Mikronährstoffhaushalt bestens auffüllen.

Ausflug in die Wissenschaft

Epilepsien aufgrund genetischer Veränderungen

Bei Epilepsien aufgrund genetischer Veränderungen liegen diese Störungen oft in einer veränderten Funktion der Ionenkanäle, durch die die elektrische Aktivität im Gehirn gesteuert wird. Dadurch wird entweder zu viel oder zu wenig Natrium oder Kalium zu einem bestimmten Zeitpunkt weitergeleitet.

Die Genforschung auf diesem Gebiet zielt darauf ab, herauszufinden, wie Medikamente wirken sollten, um die bekannten Genmutationen blockieren oder die Entstehung eines defekten Proteins verhindern zu können.

Es ist auch deshalb wichtig, eine bestimmte genetische Mutation als Ursache einer bestimmten Epilepsie zu kennen, da die bereits bekannten Medikamente unter Umständen einen Defekt noch verstärken könnten, weil sie selbst einen entsprechenden Ionenkanal blockieren. Umgekehrt könnten jedoch auch Medikamente, die bislang nicht zur Behandlung von Epilepsien zugelassen sind, auf diese einen günstigen Einfluss nehmen18 .

Ganzheitliche Therapie

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Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Biofeedback, speziell Neurofeedback
  • Kinesiologie
  • Osteopathie
  • Homöopathie
  • Akupressur
  • Heilpflanzen
  • Zahnsanierung
  • Darmsanierung

Neurofeedback bei Epilepsie19

Es ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem ein EEG erforderlich ist. Die Methode kann bei Epilepsien, die nicht auf ein Medikament ansprechen, als Zusatztherapie eingesetzt werden, um die Häufigkeit von Anfällen zu vermindern. Nach Anlegen der EEG-Elektroden am Kopf, werden die als Wellen aufgezeichneten Hirnströme für den Patienten in sich bewegende Gegenstände „übersetzt“, die sich je nach Hirnaktivität heben oder senken. Nun soll der Betroffene lernen, die Wellenanteile bewusst so zu beeinflussen, dass sie sich nur in einem für ihn vorteilhaften Bereich bewegen. Man nennt dieses EEG-Wellen-Training: SMR-Neurofeedback (für SensoMotorischenRhythmus). Gelingt dies, gibt es „Belohnungspunkte“. Der Betroffene kann diese Gegenstandsbilder mit nach Hause nehmen und versuchen, sich dort in die Sitzung hineinzuversetzen, um weiter zu üben. Es wird empfohlen, dieses Training bis zu 2x pro Woche über mindestens 20 Wochen durchzuführen. Eine Trainingseinheit dauert 50 Minuten.

 

Hautleitwertstraining

Diese Art des Biofeedbacks funktioniert über einen Haut-Leitwert-Sensor am Finger und besticht durch ihre einfache Anwendung. Kann die Häufigkeit von Anfällen gesenkt werden, so vermindern sich auch Ängste und Depressionen20 .

 

Kinesiologie21

Nach einer ausführlichen Anamnese sucht ein gut ausgebildeter Therapeut über den sogenannten kinesiologischen Muskeltest nach einem Auslöser für das jeweilige Anliegen, mit dem der Patient kommt. Jeder Körper besitzt generell die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren. Ist dies aufgrund störender Einflüsse nicht mehr möglich, so lassen sich durch den Muskeltest entsprechende Blockaden aufspüren. Ist der Stressor gefunden, kann man Stress abbauen, belastende Emotionen ausleiten und somit das Wohlbefinden verbessern. Dadurch erhöhen sich Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

 

Osteopathie22

Ein Osteopath, der sich auch im Fach Neurologie und mit Epilepsie auskennen sollte, findet häufig Störungen im Bereich des ersten Halswirbels, auf dem der Kopf sitzt. Hier können auch Ursachen für neuro-muskuläre Spannungsmuster begründet sein, die wiederum eine Fehlsteuerung auslösen und Nervenzellen überreagieren lassen, wodurch Anfälle ausgelöst werden können.

Eine osteopathische Behandlung kann daher helfen, Abwehrspannungen bzw. neuronale Fehlsteuerungen abzubauen, wodurch die Anzahl von Anfällen reduziert werden kann.

 

Homöopathie

Der Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) begründete vor mehr als 200 Jahren die Homöopathie nach dem „Ähnlichkeitsprinzip“: Nach der Einnahme eines Mittels müssen ähnliche Symptome auftreten, unter denen der Patient bereits leidet, da sonst keine Besserung eintritt. Im Vordergrund stehen die Symptome, nicht die Diagnose. Das eine Mittel gegen Epilepsie gibt es nicht, daher sollte auch niemals eine Eigenbehandlung versucht werden.

Es bedarf eines ausgebildeten Therapeuten, der vor der ersten Behandlung eine ausführliche Anfalls-Anamnese erheben wird inklusive der Frage nach auffälligem Verhalten während eines Anfalls.

Die Homöopathie kann als Reiztherapie bezeichnet werden, deren Ziel es ist, körpereigene Selbstheilungskräfte zu wecken. Das kann die Zahl und die Schwere der Anfälle verringern, so dass mitunter die Dosis von Medikamenten unter ärztlicher Kontrolle reduziert werden kann. Ebenso findet eine Art „Entgiftung“ von Medikamentennebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel, vermindertem Antrieb und Energielosigkeit statt.

 

Akupressur

Die Akupressur kommt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und ist eng verwandt mit der Akupunktur. Der Name leitet sich ab von ‚acus‘ (lat.= Punkt, Nadel) und ‚pressus‘ (lat.= Druck). Die jeweiligen Punkte verlaufen auf denselben Energiebahnen, den Meridianen wie sie aus der Akupunktur bekannt sind. Spezielle Punkte werden dabei mit den Kuppen von Daumen, Zeige- oder Mittelfinger gedrückt und gehalten, wobei ein leichter Schmerz erlaubt ist. Die Punkte können auch kreisend massiert oder beklopft werden. Empfehlenswert ist eine tägliche Behandlung von 30 Sekunden bis zu 2-4 Minuten bei Babys bis 6 Monaten, bei älteren Kindern auch zwischen 5-10 Minuten. Ein großer Vorteil dieser Anwendung ist es, dass man keinerlei Hilfsmittel braucht, und Sie sie überall durchführen können.

Die Wirkung besteht darin, Blockaden zu lösen und Energie zum Fließen zu bringen. Dadurch kann Schlafstörungen, Müdigkeit, wiederkehrenden leichten Kopf- und Nackenschmerzen oder Ängsten entgegengewirkt werden. Die Akupressur kann Ihnen auch bei der Raucherentwöhnung helfen, weil sie Entzugssymptome lindern und damit auch das Verlangen nach Tabak reduzieren kann.

Es kann allerdings bis zu 6 Wochen dauern, bevor eine bleibende Wirkung eintritt.

Kontraindikationen: Die Akupressur darf nicht angewandt werden in der Schwangerschaft, auf entzündeten Körperstellen, auf Hautveränderungen oder bei oberflächlichen Pilzinfektionen.

 

Heilpflanzen bei Epilepsie

Der Einsatz und die Wirkung von Heilpflanzen entstammt der jahrhundertealten Volks- und Erfahrungsmedizin und ist daher oft nicht wissenschaftlich erforscht. Der Wirksamkeit der Naturmedizin tut dies jedoch keinen Abbruch. Neben individuell zusammengestellten Teemischungen, die die heilenden Kräfte verschiedener Pflanzen vereinen, gibt es noch andere Anwendungsmöglichkeiten. Lassen Sie sich von Ihrem Therapeuten oder in einer Apotheke mit naturheilkundlichem Schwerpunkt beraten. Da bei einer Epilepsie eine allgemeine Stressreduktion zu einer verminderten Zahl von Anfällen beiträgt, sind Baldrian, Lavendel, Passionsblume, Melisse und Hopfen sehr geeignet. Es gibt diese bereits alle zusammen in fertigen Teemischungen. Je nach Bedarf können Sie die erwähnten Heilpflanzen auch einzeln oder in beliebigen Kombinationen und/oder anderen Zubereitungsarten zu sich nehmen.

  • Baldrian (Valeriana Officinalis L.): Er wirkt bei Schlaflosigkeit, indem er durch Entspannung die Schlafbereitschaft fördert sowie bei nervöser Unruhe und Reizzuständen ebenso wie bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darmtrakt. Interessant ist, dass erst die Gesamtheit der Inhaltsstoffe zu dieser beruhigenden Wirkung führt. Baldrian macht nicht müde. Es gibt Baldrian als Tee, als Tinktur oder als homöopathisches Mittel „Valeriana“ in den empfohlenen Potenzen D3 bis D6. Statt einer Baldrian-Tinktur kann man auch Baldrianwurzel für ein Vollbad verwenden.
  • Lavendel (Lavandula Angustifolia Mill.): Da Lavendelblüten auf das zentrale Nervensystem eine beruhigende Wirkung haben, sind sie nicht nur hilfreich bei nervöser Unruhe, sondern auch bei Kopfschmerzen und Migräne. Sie fördern das Einschlafen, meist als Tee in Kombination mit Hopfen und Melisse. Ein Lavendel-Bad hilft zur Entspannung. Sehr bewährt haben sich auch Lavendeltropfen und Lavendelsäckchen.
  • Passionsblume (Passiflora incarnata L.): Sie wirkt bei allgemeiner Nervosität, Schlaflosigkeit und verschiedenen Erregungszuständen. Da sie auch krampflösende Eigenschaften hat, ist sie bei Epilepsie besonders geeignet. Das Kraut der Pflanze wird als Tee verwendet, häufig in Verbindung mit Hopfen, Baldrian und auch Johanniskraut. Es gibt eine Urtinktur in den Potenzen D1 und D2 als homöopathisches Mittel „Passiflora“, das vorwiegend als Schlafmittel eingesetzt wird.
  • Melisse (Melissa Officinalis L.): Ihre Wirkung ist vor allem beruhigend auf nervöse Menschen, die abends nicht zur Ruhe kommen und unter einer täglichen Reizüberflutung leiden. In diesem Fall ist auch eine mehrwöchige Kur mit 3 Tassen Melissentee täglich zu empfehlen. Melisse wirkt auch krampflösend und lässt sich als Bad zubereiten.
  • Hopfen (Humulus Lupulus L.): Hopfen wirkt vor allem bei Unruhe, Angstzuständen und Schlafstörungen sowie bei leichten Depressionen. Die Hopfenblüten werden als Tee zubereitet. Möchte man die beruhigende Wirkung erhöhen, ergänzt man Baldrian. Es gibt Hopfen auch als homöopathisches Mittel „Humulus lupulus“, das vor allem als Beruhigungsmittel eingesetzt wird. Häufig ist Hopfen ein Bestandteil von Schlafkissenfüllungen.

 

Zahnsanierung

Finden sich nach Testung durch einen erfahrenen Therapeuten Störfelder im Zahn- und Kieferbereich aufgrund von Metallen wie Amalgam, nach Wurzelkappungen oder Wurzelentfernungen, so sollte unbedingt eine Zahnsanierung angestrebt werden. Denn diese Störherde könnten ursächlich an der Auslösung Ihrer Anfälle beteiligt sein, zumal eine enge anatomische Nähe zum Gehirn besteht.

 

Darmsanierung

Ein weiteres Augenmerk sollte auf den Darm gelegt werden. Gibt es Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Wenn ja, welche? Gibt es Stuhlunregelmäßigkeiten? Gibt es Anzeichen einer Fehlbesiedelung des Darmes mit unerwünschten Pilzen oder Bakterien? Denn für eine optimale Ergänzung der so wichtigen Mikronährstoffkonzentrate sollte eine entsprechende Aufnahme durch den Darm auch gewährleistet sein.

Nachdem der Darm zum Teil dieselben Botenstoffe wie das Gehirn produziert und über ein Nervengeflecht mit dem Gehirn kommuniziert, wird ein intensives Zusammenspiel zwischen Darm und Gehirn immer deutlicher sichtbar. Die Forschungen zu einer sogenannten „Darm-Hirn-Achse“ sind in vollem Gange. Ein gesunder Darm, das Darm-Mikrobiom, kann somit über das vegetative Nervensystem eine beruhigende und psychisch ausgleichende Wirkung auf das Gehirn ausüben.

Denken Sie daher auch an eine Darmsanierung, die wie folgt aussehen könnte:

Sie besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert. Für die Darmreinigung könnte ein Kaffeeeinlauf Anwendung finden. Er entgiftet primär die Leber und hat entzündungshemmende Eigenschaften auf den Darm. Durch den Kaffee weiten sich einerseits die Gefäße im Bauchraum, wodurch der Abtransport von „Schlackstoffen“ erleichtert wird und andererseits regen die Bitterstoffe im Kaffee die Produktion von Gallensäure und damit Entgiftungsprozesse an. Entscheidend für einen erfolgreichen Aufbau der Darmflora ist die Qualität der verwendeten Bakterienstämme, deren Vermehrung im Darm und die Resistenz gegen die Magensäure sowie den Gallensaft. Eine gezielte Zufuhr von Probiotika (Darmbakterien) wirkt sich positiv auf das Darmmilieu aus. Ein bewährtes Schema zur Darmsanierung ist die Anwendung des Produktes Symbioflor. Mit diesem Schema ist die Gefahr einer Erstverschlechterung sehr gering:

  • Beginnen Sie mit der Einnahme von 2 x 5 Tropfen Prosymbioflor am Tag.
  • Nach einer Woche steigern Sie auf 2 x 10 Tropfen, dann erfolgt für eine Woche die Steigerung auf 2 x 20 Tropfen.
  • Danach sollte das Fläschchen so gut wie leer sein, und Sie wechseln zu Symbioflor 1. Beginnen Sie wieder eine Woche lang mit 2 x 5 Tropfen, dann eine Woche lang 2 x 10 Tropfen und eine Woche lang 2 x 20 Tropfen.
  • Zum Schluss folgt noch einmal das gleiche Schema mit Symbioflor 2 Tropfen.

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Epilepsie

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Epilepsie stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Lebensstil: Er spielt eine große Rolle bei der Reduzierung von Anfällen: Daher haben ausreichender Schlaf, eine geregelter Tag- und Nachtrhythmus, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Ruhephasen im Alltag sowie regelmäßige Bewegung einen günstigen Einfluss auf die Krankheit. Empfehlenswert ist zudem der Verzicht auf alkoholische Getränke und Nikotin. Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong, Autogenes Training sowie zahlreiche andere Meditationen und Progressive Muskelentspannung nach Jakobson können zusammen mit einer positiven Lebenseinstellung zu einem ausgeglichenen Lebensstil beitragen.
  • Ernährung: Eine gesunde Ernährung, möglichst selbst zubereitet mit einem hohen Anteil an Gemüsen, Nüssen und Samen, wenig Fleisch- und Milchprodukten oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln sind empfehlenswert. Ebenso der Verzicht auf industriell gefertigte Nahrungsmittel, da sie meist Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, künstliche Aromen und vieles mehr enthalten, die den Organismus zusätzlich belasten. Bei manchen Epilepsieformen hat sich die ketogene Ernährung bewährt, die jedoch nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden sollte.
  • Ausreichende Trinkmengen: Wasser ist der wichtigste „Stoff“, den unser Organismus zum Überleben benötigt. Daher ist auf eine täglich ausreichende Trinkmenge an stillem oder Leitungswasser zu achten. Zellen brauchen Flüssigkeit, um ihre vielfältigen Aufgaben wie beispielsweise Transportfunktionen oder Entgiftung entsprechend gut bewerkstelligen zu können.
  • Darmsanierung: Eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen. Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert.
  • Heilpflanzen: Verschiedene Faktoren können Schlafstörungen verursachen oder wie ein zusätzlicher Verstärker wirken (schlechte Ernährung, wenig Bewegung, fehlender Tagesrhythmus, vermehrtes Gedankenkreisen, gesteigerter Genussmittelkonsum usw. Wenn Schlafstörungen durch Stress und Belastung entstehen, können Baldrian, Lavendel, Passionsblume, Melisse und Hopfen helfen, Ein- und Durchschlafstörungen zu verringern. Die Anwendungsart ist breit gefächert: Tees, Kissen, fertig gemischte Präparate, Wickel und Auflagen.

Quellenangaben

1Prospektive Studie aus den USA: Nurses‘ Health Study II; veröffentlicht 19.11.2009.

2Nojima M. et al.: Relationship of serum superoxide dismutase activity and lifestyle in healthy Japanese adults. Asian Pac J Cancer Prev. 2009(10, Suppl): S. 37-40

3(Schlebusch, L. et al: The effects of an oral multivitamin mineral combination on stress. S Afr Med J 2000 (12): S.1216 – 1223).

4Swinkels,W.A.;M.Engelsman et al (1998): „Influence of an evacuation in Feb.1995 in The Netherlands on the seizure frequency in patients with epilepsy: a controlled study.“ Epilepsia 39 (11): 1203-7

5Klein,P.and L.van Passel (2005): „Effect of stress related to the 9/11/2001 terror attack on seizures among adults with epilepsy; Neurology 64 (10): 1815 – 6.

6Temkin,N.R.; and G.R.Davis (1984): „Stress as a risk factor among adults with epilepsy“. Epilepsia 25 (4): 450-6

7Frucht,M.M.; M.Quigg et al (2000): „Distribution of seizure precipitants among epilepsy syndromes“; Epilepsia 41 (12): 1534 – 9;

8Göbel, H; Migräne: Diagnostik, Therapie und Prävention; 2012 Springer, Berlin (u.a.); S.310P.

9Philip A. Schwartzkroin: „Pathophysiology of Cortical Synapses and Circuits“; 1995 Oct.12;276-292

10M.G. Petermann, M.D.: „The Ketogenic Diet in Epilepsy“; JAMA, 1925;84(26): 1979-1983. doi:10.1001/jama.1925.02660520007003

11Lefevre, N.Aronson: „Ketogenic diet for the treatment of refractory epilepsy in children: A systemic review of efficacy“; Pediatrics, 2000 Apr; 105(4): E46 doi:10.1542/peds.105.4e46.

12Elizabeth G.Neal, Hannah Chaffe, Ruby H. Schwartz, Margaret S. Lawson, Nicole Edwards, Geogianna Fitzsimmons, Andrea Whitney, J. Helen Cross: „The ketogenic diet for the treatment of childhood epilepsy: a randomised controlled trial“; Lancet Neurol.2008 Jun.;7(6):500-6

13Teagarden,DL; Meador KJ et al: “Low vitamin D levels are common in patients with epilepsy“;Epilepsy Res.2014; Oct108(8); 1352-6,

14Yildiz,EP, Poyrazoglu S.et al: „Potential risk factors for vitamin D levels in medium-and-long-term use of antiepileptic drugs in childhood; Acta Neurol.Belg.2017; Jun; 117(2):447-53

15Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904

16Tempesta E. et al.: Stereospecific effects of acetylcarnitine on the spontaneous activity of brainstem neurones and their responses to acetylcholine and serotonin. Neu-ropharmacology. 1985 (1): S. 43-50

17Mariangela Panebianco; Kalpana Sridharan; Sridharan Ramaratnam: „Yoga for Epilepsy“; https://dol.org/10.1002/14651858.CD001524.pub3 Oct.2017. Es handelt sich um eine aktualisierte Version einer Original Cochrane Studie; veröffentlicht in der Cochrane Library; Ausgabe 5; 2015

18Information einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 25.09.2019).

19Egner,T & Sterman,M.B. (2006):  Neurofeedback treatment of epilepsy: from basic rational to practical application. Expert review of Neurotherapeutics, 6(2); 247-257

20Nagai,Y.; Jones,C.I. & Sen,A (2019) : Galvanic Skin Response (GSR)/electrodermal/skin conductance biofeedback on epilepsy: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in neurology/10; 377

21Berufsverband der Kinesiologen: https://www.dgak.de

22Dr.med.Edgar Hinkelthein: Osteopathie  bei epileptischen Anfällen; Thieme E-Journal