Ernährung bei Akne: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Leitartikel „Akne: Das Haut- und Darm-Mikrobiom entscheiden über den Therapieerfolg“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Akne.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Frau reinigt ihr Gesicht aufgrund starker Akne

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Akne

Die richtige Ernährung kann einen großen Beitrag zur Akne-Behandlung leisten. Wie bereits angesprochen sollten Sie den Konsum von Milchprodukten sowie hochglykämischen Nahrungsmitteln wie Schokolade, Honig, Marmelade oder anderen süßen Lebensmitteln weitgehend einschränken. Diese führen dazu, dass sich das Hautbild verschlimmert.

 

Milch enthält neben Kalzium und Eiweiß auch einige Hormone, die die Krankheit zum Ausbruch bringen können. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie gänzlich auf Milch verzichten sollten. Achten Sie jedoch darauf, nicht mehr als ein Glas Milch pro Tag zu trinken. Viele Ernährungsexperten raten außerdem von Zucker und Weißmehl ab, da auch diese die Aknebildung begünstigen.

 

Neben dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel können Sie selbst durch die richtige Ernährung auch einiges tun, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

 

Absolut notwendig zur natürlichen Aknebehandlung sind Mikronährstoffe. Zu den Mikronährstoffen zählen alle Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Einige von ihnen wirken direkt positiv auf den Krankheitsverlauf. Die wichtigsten Vitamine im Kampf gegen Akne sind Vitamin A und Vitamin B5 (Pantothensäure). Vitamin A reduziert die Talgproduktion und hat einen positiven Einfluss auf die Symptome der Krankheit. Pantothensäure ist allgemein für ein gesundes Hautbild verantwortlich und kann durch natürliche Mikronährstoffkonzentrate in ausreichender Dosis aufgenommen werden.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Auch Zink und Selen sind zur Behandlung von Akne bestens geeignet. Der Mineralstoff Zink wirkt antibakteriell und immunmodulierend. Er ist außerdem nötig für die Mobilisierung von Vitamin A aus der Leber. Selen hat sich vor allem bei schwerer Akne als hilfreich erwiesen. Es ist zuständig für die Bildung neuer intakter Haut und schützt zusätzlich gegen freie Radikale, die Tumore verursachen können. Bei der Behandlung von Pusteln ist Zink in Kombination mit Selen besonders wirkungsvoll.

Ein idealer Beschützer für reine Haut sind die Omega-3-Fettsäuren. Ein hoher Gehalt dieser Fette ist im Fisch enthalten. Omega-3 spielt eine essentielle Rolle für einen funktionierenden Hautstoffwechsel und scheint gleichzeitig einen positiven Effekt auf die Psyche der Patienten zu haben. Wer keinen Fisch mag, kann diese Fettsäuren durch natürliche Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Am besten in flüssiger Form, da nur dadurch eine optimale Versorgung mit Omega-3 garantiert werden kann.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Akne eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

 

 

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.