Ernährung bei Alzheimer: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Alzheimer eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Mann leidet an Alzheimer im Alter

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Alzheimer

Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, Persönlichkeitsveränderung – Morbus Alzheimer beginnt meist im 6. Lebensjahrzehnt und schreitet langsam, aber unaufhaltsam fort.

Mikronährstoffe spielen bei der Prävention und ganzheitlichen Behandlung von Alzheimer eine immer größere Rolle. Sie können den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Symptome lindern.

Mikronährstoffe können die Ablagerungen in den Nervenzellen und Blutgefäßen des Gehirns abbauen, die Reizweiterleitung der Nervenzellen verbessern, die Gehirndurchblutung verbessern und Entzündungsprozesse im Gehirn stoppen.

Bei Alzheimer-Kranken wurden in wissenschaftlichen Untersuchungen zum Teil gravierende Mikronährstoffmängel festgestellt. Neben einer Fehlernährung können Medikamente, die oft schon jahrelang wegen anderer körperlicher Beschwerden eingenommen wurden, die Ursache für eine schleichende Entwicklung eines Mangels an lebenswichtigen Mikronährstoffen sein. Daher sollte bei einer unvermeidlichen medikamentösen Behandlung auf eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden.

 

Zur Prävention und Behandlung von Alzheimer sind folgende Mikronährstoffe besonders wichtig:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E, Zink, Selen, Coenzym Q10 oder Alpha-Liponsäure fangen freie Radikale und wirken als Schutz vor Zell- und Gewebeschäden. Außerdem kann die antientzündliche Wirkung dazu beitragen, die Entzündungsprozesse im Gehirn zu reduzieren, das Absterben der Nervenzellen aufzuhalten und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.
  • B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure sind wichtig für einen reibungslosen Homocystein-Abbau, einem Zellgift, das an der Entstehung von Morbus Alzheimer mitverantwortlich ist. Außerdem werden B-Vitamine für den Aufbau von Nervenzellen und die Bildung von Neurotransmittern benötigt.
  • Vitamin D wird mit einer positiven Wirkung auf den Verlauf von entzündlichen Krankheiten assoziiert. Außerdem scheinen Menschen mit Vitamin-D-Mangel verstärkt unter Gedächtnisproblemen und Nervenerkrankungen zu leiden.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcumin, Grüntee- und Gingko-Extrakt haben eine antientzündliche und antioxidative Wirkung und aktivieren die Immunabwehr. Grüntee-Extrakt soll das Alzheimerrisiko senken und die geistigen Funktionen verbessern. Curcumin verbessert Gedächtnisleistung und schützt vor Nervenerkrankungen. Gingko stoppt zudem Entzündungen in Nervenzellen, verbessert die Gehirndurchblutung und fördert so die Merkfähigkeit.
  • Zink senkt den oxidativen Zellstress und schützt das Gehirn und Nerven vor Schäden.
  • Selen verbessert laut einer Studie die Merkfähigkeit und geistige Leistungsfähigkeit von Alzheimer-Patienten. Zudem unterstützt Selen die Bindung und Ausscheidung von Quecksilber, das für Entzündungen in den Nervenzellen und Demenzerkrankungen mitverantwortlich ist.
  • Magnesium ist essentiell für eine normale Muskel- und Nervenfunktion und kann Begleitsymptome lindern. Außerdem hat es eine antientzündliche Wirkung.
  • Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende und nervenzellschützende Wirkung. Außerdem sind die Fettsäuren für die Bildung von neuen Nervenzellen und Botenstoffen wichtig und reduzieren Eiweißablagerungen im Gehirn.
  • Enzyme wie Bromelain oder Papain verbessern die Regeneration von geschädigtem Nervengewebe und stoppen ebenso Entzündungen.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Alzheimer eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Eine antientzündliche Ernährung senkt nachweislich das Alzheimer-Risiko.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Alzheimer und seinen Begleiterscheinungen.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie stärken Ihre Nervenkraft und verbessern Ihre Gehirn- und Gedächtnisleistung.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Regelmäßige Bewegung baut Entzündungsbotenstoffe ab, verbessert die Durchblutung und regt den Körper zur Bildung neuer Zellen und Nervenzellen an.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Beide Substanzen stehen zudem im Verdacht, die Entstehung von Alzheimer und den weiteren Krankheitsverlauf zu befeuern.
  • Trainieren Sie Ihr Gehirn und Ihre Merkfähigkeit!  Lernen Sie eine Fremdsprache oder Gedichte. Lösen Sie Knobelaufgaben. Durchbrechen Sie Routinetätigkeiten, indem Sie einen anderen Weg zum Einkaufen nehmen, Alltagstätigkeiten wie Zähneputzen, Spülmaschine ausräumen oder im Garten arbeiten mit der Hand, ausführen, die Sie im Alltag weniger gebrauchen. Lesen Sie einen Satz oder einzelne Wörter rückwärts etc.