Ernährung bei Anämie: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Leitartigel „Anämie (Blutarmut): Optimale Mikronährstoffversorgung ist Grundlage der Therapie“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe bei Anämie eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Junge Frau leidet an Anämie

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Anämie

In einer der größten zum Thema Anämie durchgeführten Studien, wurde der Einfluss der Ernährung auf die Entwicklung dieser Krankheit untersucht (Women’s Health Study). Erstaunlicherweise hat sich dabei herausgestellt, dass bei der Entstehung einer Anämie nicht nur Eisen eine große Rolle spielt, sondern mehrere Nährstoffe daran beteiligt sind, welche im Folgenden erläutert werden.

 

Zum Thema Eisen sollte man allerdings zwei wichtige Dinge wissen: Vitamin C verbessert im Körper die Aufnahmefähigkeit für Eisen und beschleunigt die Bildung von Erythrozyten. Achten Sie also darauf, Eisen immer in Kombination mit Vitamin C einzunehmen, da nur so eine optimale Aufnahme des Mikronährstoffs gewährleistet ist. Das zweite, was man wissen sollte ist, dass ein Eisenmangel auch schon Symptome hervorrufen kann, obwohl noch keine Anämie nachweisbar ist.

 

Anämien treten vermehrt auf, wenn mit der Nahrung zu wenig Kalorien und zu wenig hochwertige Eiweiße zugeführt werden oder bei weitgehendem Verzicht auf Fleisch. Das nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommende Vitamin B12 ist für die Blutbildung ebenso wichtig wie Eisen.

 

Direkt an der Blutbildung im Knochenmark beteiligt ist die Folsäure (Vitamin B9). Dieser temperaturempfindliche Mikronährstoff wird jedoch rasch beim Dämpfen von Gemüse zerstört. Deshalb ist es wichtig, Folsäure vor allem auch über frische Lebensmittel oder natürliche Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren.

Ein Mangel an Vitamin-B6 wiederum beeinträchtigt die normale Bildung der Erythrozyten und kann dadurch eine Anämie verursachen. Wie bereits erwähnt sind rote Blutkörperchen enorm wichtig, um den Sauerstoff über das Blut zu den verschieden Orangen und Geweben zu transportieren. Erwähnenswert ist hierbei, dass sich die B-Vitamine gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken und somit die Einnahme eines B-Komplexes sinnvoll ist.

 

Auch Kupfer ist ein wichtiger Baustein, um eine Blutarmut zu vermeiden. Kupfer ist essentiell für die Herstellung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und somit bedeutend für den Sauerstofftransport, für Konzentration und Leistungsfähigkeit.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Anämie eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.