Ernährung & Mikronährstoffe bei Aphten

Mikronährstoffe spielen bei Aphten eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Patientin unterzieht sich einer Zahnbehandlung

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Aphten

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Aphten (Mundfäule) eine bedeutende Rolle. Die schmerzhaften, weißlichen Geschwüre an der Mundschleimhaut, am Zahnfleisch oder an der Zunge werden durch Pilze oder Viren verursacht. Meist liegen schwelende Entzündungsprozesse (silent inflammation) bzw. ein Mangel bestimmter Mikronährstoffe zugrunde.

 

Unser Immunsystem spielt die zentrale Rolle bei der Entstehung wie auch bei der Behandlung von Aphten. Ist unser Immunsystem geschwächt, werden Krankheitserreger oft zur spät erkannt oder es fehlt die Kraft, um sie vollständig zu bekämpfen. Auch Störungen bei der Zell(neu)bildung in der Mundschleimhaut bilden eine Grundlage für Aphten.

Die moderne Mikronährstofftherapie setzt nun an der Wurzel des Problems an und führt dem Körper die für ein optimal funktionierendes Immunsystem sowie für eine gesunde Mundschleimhaut wichtigen Mikronährstoffe zu.

 

Vitamin D spielt bei der Therapie von Aphten eine wichtige Rolle. Zum einen stimuliert das Sonnenvitamin das Immunsystem, um Erreger zu identifizieren und zu vernichten. Zum anderen hemmt es die Bildung von entzündungsfördernden Stoffen und fördert die Produktion antientzündlicher Substanzen.

 

Die Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für den hohen oxidativen Stress in den Zellen und für Entzündungen in der Mundschleimhaut. Außerdem sind die B-Vitamine wichtig für den Aufbau gesunder Schleimhäute, und sie stärken die Abwehrbarrieren gegen das Eindringen von Krankheitserregern.

Ein Vitamin B12-Mangel geht häufig mit Erkrankungen der Schleimhäute einher und begünstigt Entzündungen der Mundschleimhaut.

 

Am bekanntesten ist wohl der Zusammenhang von Vitamin C und seine Bedeutung für unser Immunsystem. Neben seiner Funktion als Antioxidans und der Bekämpfung des oxidativen Zellstresses fördert Vitamin C die Verbesserung der Zellkommunikation und verringert aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung die Schmerzen und senkt das Risiko, dass Aphten häufig wiederkehren. Außerdem spielt Vitamin C für gesunde Schleimhäute eine wichtige Rolle.

 

Die für unseren Körper essentiellen Omega 3-Fettsäuren wirken anti-entzündlich und sind Gegenspieler zu den entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren, die in unserer heutigen Ernährung vorherrschen. Zudem tragen sie wesentlich zur Gesunderhaltung der Schleimhäute bei und schaffen ein Milieu im Mundraum, das krankmachende Keime eindämmt.

 

MSM (Methylsulfonylmethan), eine organische Schwefelverbindung, ist an unzähligen lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Es ist an der Herstellung von Glutathion beteiligt. Bei einem Glutathionmangel steigt das Risiko für entzündliche Prozesse wie Aphten deutlich. MSM sorgt für einen Schutzfilm auf den Schleimhäuten.

Die Zufuhr von MSM verringert laut Forschungen Entzündungsreaktionen, wirkt schmerzstillend und fördert den Aufbau von gesundem Körpergewebe.

 

Aber nicht nur Vitamine und Mineralstoffe sind für eine gesunde Immunabwehr und eine ganzheitliche Behandlung von Aphten von Bedeutung. Auch sekundäre Pflanzenstoffe und Spurenelemente sind an den komplexen Prozessen unseres Abwehrsystems beteiligt.

So können Inhaltsstoffe aus Grünem Tee, Salbei, der Kurkumawurzel oder Aloe Vera aber auch Propolis nicht nur Entzündungen der Mundschleimhaut wie Aphten lindern, sondern auch das Milieu in der Mundhöhle positiv beeinflussen und die Vermehrung schädlicher Keime verhindern.

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft.

Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Aphten eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darm- und Mundflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren, wodurch der oxidative Stress in den Zellen ansteigt.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen wie Diabetes, Gastritis oder entzündliche Darmerkrankungen, die die Aphtenbildung noch befeuern.
    • Sie unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora und mindern das Risiko, dass Aphten immer wiederkehren .
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus, aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Sauna, Wechselduschen und Kneippanwendungen trainieren unsere Abwehrkräfte, verbessern die Durchblutung des Körpers und die Ausscheidung von Giftstoffen.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann die Mundschleimhaut regenerieren, so dass Sie künftig nicht mehr von Aphten geplagt werden.
  • Spülen Sie Ihren Mund täglich mit Natronwasser oder Öl. Damit entziehen Sie entzündungsfördernden Keimen den Nährboden und unterstützen die Ausleitung von Schadstoffen aus Ihrem Körper.