Ernährung bei Autismus: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Autismus eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Autismus beim Kind

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Autismus

Autismus ist ein Sammelbegriff für einige tiefgreifende Entwicklungsstörungen. In den meisten Fällen haben Betroffene bei Autismus Probleme mit Sozialkontakten sowie mit der Kommunikation und Sprache. Die Art, der genaue Ausprägungsgrad und die Schwere der Autismus-Symptome sind dabei individuell sehr verschieden. Einige Studien in den letzten Jahren haben nun ergeben, dass auch die Mikronährstoffmedizin eine große Hilfe bei der Therapie von Autismus sein kann.

 

Denn bei Autismus liegen verschiedene biochemische Veränderungen sowie eine Vielzahl an Mikronährstoffmängel vor. Durch eine gezielte Mikronährstofftherapie sind krankhafte Stoffwechselveränderungen positiv beeinflussbar. Generell ist ein ausgeglichener Mikronährstoff-status die Grundvoraussetzung für eine normale Hirnleistungsfähigkeit.

 

So übernimmt Vitamin A wichtige Funktionen in der Embryonalentwicklung, aber auch im Gehirn von Kindern und Erwachsenen. Ein Vitamin-A-Mangel erhöht nachweislich das Risiko für Störung des Magen-Darm-Trakts, worunter vor allem autistische Kinder besonders häufig leiden und verstärken die Kernsymptome der Erkrankung.

 

Auch Vitamin D scheint eine große Rolle zu spielen um die Symptome zu mildern und eine Verbesserung zu erreichen. Da Vitamin D immer zusammen mit anderen Mikronährstoffen agiert, die für die Resorption und Verwertung des Vitamin D notwendig sind, sollte ebenso auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin K2, Magnesium, Bor und Zink geachtet werden.

 

Zink ist das zweithäufigste Spurenelement im Körper und vor allem auch für die Nervenerregbarkeit, für die synaptische Plastizität, für die Gedächtnisbildung und für das Lernvermögen unerlässlich.

 

Selen und Selenoproteine sind wichtig für die Hirnentwicklung. Außerdem hilft Selen oxidativen Stress zu reduzieren, der durch die Schädigung von Zellen ggf. zur Entstehung von Autismus beitragen kann.

Eisen ist ebenso ein sehr wichtiges Spurenelement für die Gehirnfunktion. Denn Eisen ist an der Neurotransmittersynthese, der Bildung von Myelin, der Synapsen und am Energiestoffwechsel der Nervenzellen beteiligt. Ein Mangel an Eisen im Körper kann also zu Verzögerungen der Gehirnentwicklung führen. So wurde in Studien ein starker Eisenmangel bei Autismus-Kindern mit dem Schweregrad emotionaler Probleme und Störungen im Verhalten in Zusammenhang gebracht.

 

Auch die Wirksamkeit von Vitamin B6 bei der Behandlung von Kindern mit Autismus scheint bewiesen. So wurden durch Studien durch eine Supplementierung von Vitamin B6 ein besserer Blickkontakt, vermehrtes Interesse an der Umwelt, weniger Wutausbrüche, weniger selbststimulierende Verhaltensweisen und eine verbesserte Sprachentwicklung beobachtet.

 

Auch Magnesium ist bei Autismus unerlässlich, denn es gilt als eine Art Anti-Stress-Mikronährstoff. Während der Entwicklung des Gehirn, braucht es Magnesium für die Regulierung von Synapsen. Einige Studienergebnissen konnten bei autistischen Kindern eine verminderte Magnesiumkonzentration nachweisen.

 

Es ist daher sehr zu empfehlen, auf eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Mikronährstoffen zu achten, um Symptome oder Beschwerden möglichst gering zu halten und schnell geeignete Therapien zur Behandlung von Autismus zu finden.

 

Auch Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die Hirnentwicklung und für die Funktionsfähigkeit des Nervensystems.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Autismus eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Achten Sie auf die Bedürfnisse der Betroffenen. Autisten essen oft nur bestimmte Lebensmittelgruppen, bestimmte Farben oder eine bestimmte Marke. Eine generelle Ernährungsempfehlung kann demnach nicht gegeben werden.
  • Das Ziel sollte sein, das Lebensmittelspektrum von Speisen und Getränken so vielfältig wie möglich zu gestalten und Ängste von autistischen Patienten in Bezug auf die Nahrungsaufnahme zu reduzieren um eine Mangelernährung oder künstlicher Ernährung (in Extremfällen) vorzubeugen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Strukturieren Sie den Alltag und die Freizeit! Kinder mit Autismus brauchen feste Abläufe und Regeln, um sich zurechtzufinden.
  • Bleiben Sie positiv! Kinder lernen leichter und lassen sich lieber auf Neues ein, wenn sie für positives Verhalten belohnt werden, anstatt sie für negatives Verhalten zu bestrafen.
  • Seien Sie geduldig! Kinder mit Autismus brauchen oft ein wenig mehr Zeit als andere Kinder, wenn sie neue Dinge lernen.
  • Erklären Sie Ihre Gefühle und Ihr Verhalten! Kinder mit Autismus haben oft Schwierigkeiten, Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen zu verstehen und einzuschätzen.
  • Genießen Sie gemeinsam Zeit mit Ihrem Kind und schenken Sie möglichst viel Nähe! Kinder mit Autismus leben oft in Ihrer ganz eigenen Welt und nehmen ihre Umwelt anders wahr. Durch viel Nähe und Zuneigung schaffen sie die Verbindung von beiden Welten, so unterschiedlich sie auch manchmal erscheinen mögen.
  • Bitten sie um Hilfe und holen Sie sich Unterstützung! Sie sind nicht alleine und müssen sich auch nicht so fühlen. Auch müssen sie sich nicht schämen auch mal um Hilfe zu bitten und um Unterstützung zu bitten. Sie geben Ihr Bestes um mit der Situation umzugehen.