Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine langjährige chronische Pankreatitis, unbehandelter Diabetes Typ 2, übermäßiges, vor allem fett- und kohlehydratreiches Essen, hoher Alkoholkonsum, Medikamente, Umweltgifte und Nahrungsmittelzusätze können ein Pankreaskarzinom begünstigen. Da der Tumor oft lange Zeit keine Beschwerden verursacht, wird er meist spät entdeckt.

 

Die Mikronährstofftherapie zielt daher vor allem auf die Krebsprävention und die Reduzierung der krebsauslösenden Faktoren ab. Auch als begleitende Krebstherapie und als Schutz für die Mitochondrien, die Energieproduzenten des Körpers, finden Mikronährstoffe Einsatz. Mikronährstoffmängel, die aufgrund einer meist vorausgehenden chronischen Pankreatitis entstanden sind, sollen außerdem ausgeglichen werden.

 

Von großer Bedeutung bei der Prävention von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Antioxidantien, die freie Sauerstoffradikale einfangen und den oxidativen Stress stoppen, der Entzündungsprozesse, Störungen in der Zellteilung und Zellmutationen auslöst. Zudem reparieren die Mikronährstoffe Schäden an den Mitochondrien und Nebenwirkungen, die bei Krebstherapien auftreten.

Zu den Antioxidantien zählen die Vitamine A, C und E, Selen, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe wie Grüntee-Extrakt, Carotinoide (v.a. Lycopin), Polyphenole, Saponine oder Glukosinolate.

 

Diese Mikronährstoffe brauchen Sie zur Prävention oder begleitenden Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs:

 

  • Fettlösliche Vitamine A, D, E, K: Da es bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zu einer gestörten Fettverdauung kommt, wird die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine verringert, daher müssen sie substituiert werden. Vitamin A und E haben u. a. eine antioxidative und zellschützende Funktion und sind wichtig für zahleiche Stoffwechselvorgänge. Vitamin K spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung. Vitamin D wirkt u. a. entzündungshemmend, verbessert die Immunabwehr und ist wichtig für die Insulinbildung sowie Bildung gesunder Zellen und Knochen. – Osteoporose ist eine gefürchtete Folge der chronischen Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Vitamin C verbessert die Lebensqualität bei Krebspatienten, aktiviert einerseits das Immunsystem, das die entarteten Zellen vernichtet, andererseits zerstört es Krebszellen und kann zusammen mit anderen Antioxidantien die Nebenwirkung von Chemo- und Strahlentherapie um bis zu 70% senken.
  • Ein hoher Vitamin D-Spiegel ist ein natürlicher Schutz, an Krebs zu erkranken und hemmt die Bildung von Metastasen. Magnesium wird für die Aktivierung von Vitamin D benötigt und sollte daher begleitend in ausreichender Menge substituiert werden.
  • Selen ist entzündungshemmend, antioxidativ, schmerzlindernd, immunregulierend und schützt die Zellen vor Mutationen und Krebs. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann Selen hochdosiert das Fortschreiten bremsen.
  • Zink wirkt entzündungshemmend, ist und ist an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt.
  • Coenzym Q10 stimuliert die Immunabwehr, reduziert entzündungsfördernde Botenstoffe, schützt gesunde Zellen und kann die unangenehmen Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern.
  • B-Vitamine haben zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel, sie sind wichtig für Zellneubildung und Zellteilung und haben antioxidative Eigenschaften. Zudem senken sie Entzündungsfaktoren im Blut.
  • Omega-3-Fettsäuren sind an der Synthese wichtiger Hormone beteiligt, stoppen (chronische) Entzündungen, regulieren die Blutfettwerte und senken nachweislich das Krebsrisiko.
  • Aminosäuren wie Cystein, Arginin oder Glutamin stabilisieren u. a. das Immunsystem, können die Nebenwirkungen der Krebstherapie abmildern und erhalten die Muskelmasse, die bei Krebspatienten rasch abnimmt und Kraftlosigkeit und Schwäche mit sich bringt.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Bauchspeicheldrüsenkrebs eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, ganz besonders bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Essen Sie langsam, kauen Sie jeden Bissen gut und nehmen Sie kleine Portionen zu sich, um Ihre Bauchspeicheldrüse zu entlasten.
  • Streichen Sie fette Speisen, Fleisch, Geräuchertes und Frittiertes sowie einfache Kohlenhydrate wie Weißmehlprodukte und Zucker von Ihrem Speiseplan.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, basenbildenden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie Krebs vorbeugen und Ihr Wohlbefinden selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht – Übergewicht erhöht das Krebsrisiko und das Risiko von Komplikationen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Das renommierte Journal of the American Medical Association veröffentlichte eine Studie, wonach mit nur eineinhalb Stunden Sport pro Woche das Risiko für Pankreaskarzinom bei übergewichtigen Probanden deutlich gesenkt werden konnte.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können senken nachweislich das Krebsrisiko, fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Krebserkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Nikotin und Alkohol sind bei Bauchspeicheldrüsenkrebs tabu. Alkohol ist zudem einer der Hauptrisikofaktoren für eine Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Verzicht darauf verbessert präventiv die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und sorgt für das Abklingen von Entzündungsprozesse.