Ernährung & Mikronährstoffe bei Bauchspeicheldrüsenschwäche

Mikronährstoffe spielen bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Pankreatitis: Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Bauchspeicheldrüsenschwäche (exokrine Pankreasinsuffizienz)

Neben der Insulinproduktion hat die Bauchspeicheldrüse vor allem die Aufgabe, Verdauungsenzyme herzustellen: Proteasen (Eiweißverdauung), Lipasen (Fettverdauung) und Amylasen (Kohlenhydratverdauung). Werden zu wenige Verdauungsenzyme gebildet, kann die Nahrung im Darm nicht mehr richtig verdaut werden – Blähungen, Störungen in der Zusammensetzung der Darmflora, Durchfall, Bauchkrämpfe und ein aufgetriebener Bauch sind die Folge.

Zu den Ursachen zählen u.a. übermäßiges, vor allem jahrelanges fett- und kohlehydratreiches Essen, hoher Alkoholkonsum und Stress.

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenschwäche sowie zur Prävention einer fortschreitenden Schwächung bzw. einer Entzündung eine große Rolle.

Ziel der Mikronährstofftherapie ist es, Vitamin- und Mineralstoffmängel auszugleichen, die Enzymproduktion anzuregen und Begleiterkrankungen möglichst zu verhindern.

 

Von großer Bedeutung sind Antioxidantien, die den oxidativen Stress in den Zellen stoppen, freie Sauerstoffradikale einfangen und die Schädigung und Schwächung der enzymbildenden Zellen aufhalten können.

 

Folgende Mikronährstoffe können der Bauchspeicheldrüsenschwäche entgegenwirken:

 

  • Fettlösliche Vitamine A, D, E, K: Da es bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche zu einer gestörten Fettverdauung kommen kann, wird die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine verringert, daher müssen sie substituiert werden. Vitamin A und E haben u. a. eine antioxidative und zellschützende Funktion und sind wichtig für zahleiche Stoffwechselvorgänge. Vitamin K spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung. Vitamin D wirkt u. a. entzündungshemmend, verbessert die Immunabwehr und ist wichtig für die Insulinbildung sowie Bildung gesunder Zellen und Knochen.
  • Selen ist entzündungshemmend, antioxidativ, schmerzlindernd, immunregulierend und schützt die Zellen vor Mutationen und Krebs.
  • B-Vitamine: Einige der B-Vitamine sind wichtig für Zellneubildung und Zellteilung. Zudem senken sie Entzündungsfaktoren im Blut und können Schmerzen lindern.
  • Vitamin C ist eines der stärksten Antioxidantien, aktiviert die Immunabwehr, bekämpft Entzündungen und schützt das Pankreas vor weiteren Schäden.
  • Magnesium entspannt Muskeln, wirkt krampf- und schmerzlindernd und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Zink wirkt entzündungshemmend und fördert die Bildung von Hormonen, z. B. dem Inselhormon, und ist an unzähligen Stoffwechsel- und Abwehrprozessen beteiligt.
  • Omega-3-Fettsäuren sind an der Synthese wichtiger Hormone beteiligt, stoppen (chronische) Entzündungen, regulieren die Blutfettwerte und sind wichtig für eine gesunde Darmschleimhaut.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol, Grüntee-Extrakt oder Carotinoide haben ebenso antientzündliche und zellschützende Eigenschaften. Bitterstoffe lindern Blähungen, regen die Bildung von Verdauungsenzymen an und entlasten den Verdauungstrakt.

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, besonders auch bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche.
  • Essen Sie langsam, kauen Sie jeden Bissen gut und nehmen Sie kleine Portionen zu sich, um Ihre Bauchspeicheldrüse zu entlasten.
  • Vermeiden Sie fette Speisen, Geräuchertes und Frittiertes.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie den weiteren Krankheitsverlauf selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht –Übergewicht hat einen negativen Einfluss auf die Bauchspeicheldrüse und erhöht das Risiko von Komplikationen.
  • Bevorzugen Sie einfache Gerichte, die aus wenigen Zutaten bestehen wie Gemüsesuppe, gedünstetes Gemüse oder Kartoffeln, Pastinakenpüree, Blattsalate etc., die wenig Verdauungsarbeit erfordern.
  • Legen Sie regelmäßig Fastentage ein, um Ihre Bauchspeicheldrüse zu entlasten und zu regenerieren.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Stress zu reduzieren ist wichtig, damit sich die Bauchspeicheldrüse dauerhaft regenerieren kann.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und reduziert das Risiko für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen.