Ernährung bei Blähungen: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Blähungen eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Mann hält sich den Bauch wegen Blähungen

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Blähungen

Der Bauch ist aufgebläht, die Kleidung engt ein, übelriechende Winde gehen ab, auch krampfartige Schmerzen und Völlegefühl können den Betroffenen zu schaffen machen. Eine gestörte Darmflora, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Verdauungsschwäche, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Ballaststoffmangel, eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung etc. können die Beschwerden verursachen.

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Blähungen eine wichtige Rolle. Sie steuern Verdauungsprozesse und sind an der Bildung der Verdauungsenzyme beteiligt, sie sind Bestandteil einer gesunde Darmschleimhaut und Grundlage für die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora.

 

Folgende Mikronährstoffe sind zur Behandlung der Ursache von Blähungen hilfreich:

  • B-Vitamine steuern die Neubildung und Zellteilung der Darmschleimhaut, reparieren Schleimhautschäden, hemmen die Ausbreitung von Pilzen und bauen entzündungsfördernde Substanzen ab.
  • Vitamin A ist für die Bildung und den Erhalt gesunder Schleimhäute essentiell und stärkt die Immunabwehr, um Entzündungen und schädliche Bakterien zu eliminieren.
  • In Kombination mit Zink, das u.a. an der Regeneration und Bekämpfung entzündlicher Prozesse in der Darmschleimhaut beteiligt ist, wird die Schleimhautbarriere gestärkt. Dadurch wird die Entwicklung eines Leaky Gut verhindert, eine Ursache für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Blähungen.
  • Antioxidantien sind erforderlich, um die freien Radikale unschädlich zu machen, die gesunde Darmschleimhautzellen schädigen und unbemerkte Entzündungen (silent inflammation) auslösen können. Zu den Antioxidantien zählen u.a. Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Zink und Selen. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen.
  • Sekundäre Pflanzenstoffen wie Curcumin, Quercetin und Grüntee-Catechine haben eine hoch antioxidative Wirkung, stärken die Darmschleimhaut und stoppen Entzündungsprozesse. Insbesondere Bitterstoffe sind für einen gesunden Verdauungsprozess und die Bildung von Verdauungsenzymen erforderlich und hemmen die Ausbreitung von Pilzen und schädlichen Darmbakterien. Wirkstoffe aus Ingwer, Artischocken und Heilkräutern wie Schöllkraut, Kamille, Kümmel, Fenchel und Melisse entspannen die Darmmuskulatur und vermindern die Gasbildung.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Blähungen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Dadurch werden Störungen der Darmflora begünstigt.
  • Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Hülsenfrüchte, Topinambur, Süßkartoffeln oder Gemüse als Beilage.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für eine gesunde Verdauung, regelmäßigen Stuhlgang und eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Äpfeln und Nüssen. Besonders empfehlenswert ist resistente Stärke (v.a. Hafer, Linsen, Hirse, Gemüse, Kartoffelstärke). Sie zählt zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort den Darmbakterien als Nahrung dienen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser oder ungesüßte Tees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um Giftstoffe möglichst rasch aus dem Körper auszuscheiden und die Darmpassage zu erhöhen. Je länger der Kot im Körper verweilt, desto mehr wird ihm Wasser entzogen, er dickt ein und verursacht Verstopfung bzw. schädliche Bakterien können sich vermehren und die Darmschleimhaut reizen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Gewöhnen Sie es sich an, morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas (ca. 500 ml) lauwarmes Wasser zu trinken. Sie gleichen den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus, Stoffwechsel und Entgiftungsprozesse werden angeregt und auch die Verdauung wird verbessert.