Ernährung bei Blasenentzündung: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Blasenentzündung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

PMS bei einer Frau

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Blasenentzündung

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung einer Blasenentzündung eine große Rolle. Mikronährstoffe sind elementar für die Eindämmung von Entzündungen. Sie regeln die Energieproduktion in den Zellen, sind für den Aufbau gesunder Schleimhäute zuständig und sorgen für eine gute Immunabwehr.

Wenn der Organismus gut mit Mikronährstoffen versorgt ist, sinkt dadurch auch das Risiko, dass die Blasenentzündung häufig wiederkehrt.

 

Oxidativer Stress verursacht Entzündungen. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen, die Durchblutung der Blasenschleimhaut beeinträchtigen und die Aktivität unserer Immunzellen hemmen, so dass sich die Schleimhaut entzünden kann.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Blase vor dem oxidativen Stress und vor einer aufsteigenden Entzündung in die Niere zu schützen.

Zu den Antioxidantien zählen die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen.

Vitamin C aktiviert darüber hinaus die Immunabwehr und stärkt die Barrierefunktion der Blasenschleimhaut. Dadurch wird den krankmachenden Keimen das Eindringen und das Anhaften an der Schleimhaut erschwert. Außerdem verändert Vitamin C die Harnzusammensetzung, wodurch die Vermehrung der Bakterien eingedämmt wird.

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich jedoch am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen und einander unterstützen.

 

Auch Vitamin D spielt eine bedeutende Rolle im Immunsystem und stärkt die Schleimhautbarrieren. Außerdem regt Vitamin D die Bildung spezieller Eiweiße und Abwehrfaktoren an, die die Vermehrung und Anhaftung der Bakterien in der Blase verhindern. Eine Untersuchung zeigte, dass die Gabe von 20.000 Einheiten wöchentlich die Häufigkeit von Blasenentzündungen bei Diabetikern deutlich verringerte.

Da laut Studien des RKI in Deutschland schätzungsweise ein Drittel der Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind, sollte daher ein Mangel abgeklärt und eine Substitution in Erwägung gezogen werden.

 

Eine US-amerikanische Studie hat gezeigt, dass Magnesium über außergewöhnliche entzündungshemmende Eigenschaften verfügt. Eine ausreichend hohe Versorgung mit Magnesium könnte eine Alternative für entzündungshemmende Arzneimittel wie Antibiotika sein. Gerade bei wiederkehrenden Blasenentzündungen sollte die Magnesiumversorgung überprüft und bei Bedarf erhöht werden.

 

Aber auch sekundäre Pflanzenstoffe können effektiv zur Therapie einer Blasenentzündung eingesetzt werden.

Hier einige Beispiele, deren Wirksamkeit vielfach wissenschaftlich belegt wurde:

  • Grüner Tee enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Ihre antientzündliche und antioxidative Wirkung verhindert zudem das Eindringen krankmachender Keime, die die Entzündung noch befeuern können.
  • Die Proanthocyanidine in Cranberries besitzen antientzündliche, antioxidative und immunstärkende Eigenschaften, die nachweislich die Entzündung in der Blase und Harnröhre ausheilen. Außerdem verhindern Cranberries, dass sich Bakterien in die Blasenschleimhaut einnisten können.
  • Auch ein Inhaltsstoff der Bärentraube, das Arbutin, wirkt entzündungshemmend und beruhigt die gereizte Schleimhaut.
  • Die Senföle aus Meerrettich oder Kapuzinerkresse haben eine antibiotische Wirkung. Da sie auch in den Harn übergehen, können ihre antibakteriellen Wirkstoffe auch bereits in der Niere und dem Harnleiter aktiv werden und eine aufsteigende Blasenentzündung verhindern.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Blasenentzündung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, vor allem Zitrusfrüchte, Vollkornprodukte, fetter Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren), Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Harntreibende Lebensmittel lindern die Entzündung und spülen die Krankheitserreger aus. Dazu zählen z.B. Petersilie, Spargel, Sellerie, Gurke, Fenchel, Ananas und Melonen.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie unterstützen auf natürliche Weise die Fettverdauung und verhindern die Bildung von Gallensteinen in der Leber oder Entzündungen in den Gallenwegen.
    • Sie fördern die optimale Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit.
    • Sie vermeiden, dass die Blasenentzündung immer wiederkehrt.
  • Essen Sie vermehrt Vitamin C-reiches Obst wie Zitrusfrüchte, Heidelbeeren oder Cranberries, um die Zusammensetzung des Urins zu verändern und den Bakterien keinen Nährboden zu geben.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenen lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora, die Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem und die Vermeidung von wiederkehrenden Blasenentzündungen ist. Besonders nach einer Antibiotika-Therapie sollten Sie vermehrt probiotische Lebensmittel essen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Beschwerden bei Gallensteinen zu lindern und die (Neu-)Bildung von Gallensteinen zu verhindern.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken. Auch auf einen eventuell bereits bestehenden Bluthochdruck hat regelmäßiger Sport, ohne sich zu verausgaben, eine positive Wirkung.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihre Beschwerden positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und nierenstärkende Kräutertees (Brennessel, Birkenblätter, Goldrute, Ackerschachtelhalm, Grüntee).Die Flüssigkeit ist wichtig, um die Durchspülung der Blase und der Nieren anzuregen, um Bakterien rasch auszuscheiden. Die heilenden Inhaltsstoffe der Tees fördern den Heilungsprozess. Als Faustregel gilt: 40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich