Ernährung bei Blutvergiftung: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einer Blutvergiftung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Blutvergiftung in der Blutbahn

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe für die Prävention einer Blutvergiftung

Mikronährstoffe spielen als Präventivmaßnahme zur Verhinderung einer Blutvergiftung (Sepsis) eine bedeutende Rolle. Prinzipiell kann jede Infektion, unabhängig davon, ob sie von Bakterien, Viren, Pilzen oder Protozoen verursacht wird, zu einer Sepsis führen. Aus einer anfänglich lokal begrenzten Infektion (nach Zahnextraktion oder Operation, Verletzung, entzündliche Krankheiten etc.) können bei ungünstiger Immunlage die Erreger und ihre Gifte in die Blutbahn geraten und an verschiedenen Stellen im Körper (schwere) Entzündungen verursachen.

Mikronährstoffe sind essentiell für eine aktive Immunabwehr und eine rasche Produktion von Antikörpern sowie Substanzen, die Entzündungen stoppen und den Stoffwechsel sowie die Vermehrung der Erreger hemmen. Außerdem regen Mikronährstoffe die Wundheilung und die Zellneubildung an, regulieren den Stoffwechsel und die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms, unterstützen die Entgiftung und Ausscheidung von schädlichen Substanzen und Reduzieren Nebenwirkungen von Medikamenten, die im Falle einer Sepsis verabreicht werden.

 

Grundsätzlich sind alle Mikronährstoff für ein starkes Immunsystem und einen ausgeglichenen Stoffwechsel erforderlich, da sie einander in ihrer Funktion und Wirkung bedingen.

 

Folgende Mikronährstoffe sollen ihre Bedeutung für die Prävention einer Blutvergiftung verdeutlichen:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E wirken als Schutz vor freien Radikalen und Zell- und Gewebeschäden. Außerdem kann die antientzündliche Wirkung dazu beitragen, Schmerzen und Schwelungen zu reduzieren und das Immunsystem zu unterstützen.
  • Vitamin A wird zur Bildung neuer Immunzellen und Antikörper sowie zur Neubildung von Haut- und Schleimhautzellen benötigt. Außerdem stärkt Vitamin A die Abwehrbarrieren von Haut und Schleimhäuten.
  • B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure sind wichtig für einen reibungslosen Homocystein-Abbau, einem Verstärker von oxidativem Stress und stärken die Widerstandsfähigkeit der Schleimhäute gegen das Eindringen von Erregern.
  • Vitamin C senkt das Infektionsrisiko, verkürzt die Krankheitsdauer, ist essentiell für die Bildung von Abwehrzellen, beschleunigt Abwehrprozesse und lindert Entzündungen.
  • Vitamin D wirkt entzündungshemmend, verstärkt die Immunantwort, verdrängt pathogene Keime in der Darmflora und fördert die Bildung antimikrobieller Abwehrstoffe.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Grüntee-Katechine wirken antientzündlich und antioxidativ. Weitere sekundäre Pflanzenstoffe sind Sulfide, Flavonoide und Anthocyane, die direkt viren- und bakterientötend wirken. Polyphenole dienen als Nährstoffgrundlage für gesundheitsfördernde Bakterienstämme. Senfölglykoside haben entgiftende und antientzündliche Eigenschaften und hemmen Vermehrung und Ausbreitung von Krankheitserregern.
  • Zink und Selen sind an zahlreichen Funktionen des Immunsystems beteiligt, wirken antioxidativ und antientzündlich – eine gute Versorgung kann den Krankheitsverlauf von Infektionen verkürzen und Entzündungen rascher abklingen lassen. Zink beschleunigt zudem die Wundheilung und die Antikörperproduktion.
  • Coenzym Q10 wirkt antioxidativ und entzündungshemmend.
  • Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende Wirkung und einen positiven Einfluss auf die Darmflora, einem wichtigen Modulator des Immunsystems.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute zur Prävention einer Blutvergiftung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

Ein Forschungsartikel, der im Fachjournal der renommierten US-amerikanischen National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, belegt den Zusammenhang westlicher Ernährung auf den Immunstatus und die Entwicklung einer Blutvergiftung. Demnach scheint die Ernährung die Schwere einer Sepsis zu beeinflussen und eine ballaststoffarme sowie zucker- und fettreiche Ernährung die Abwehrkräfte zu schwächen.

  • Achten Sie daher darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie Krankheitsverläufe in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor einer Blutvergiftung sowie vor Begleiterkrankungen, die mit schweren Infekten einhergehen können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht – Übergewicht erhöht die Infektanfälligkeit und geht häufig mit einer schlechten Stoffwechsellage sowie der Neigung zu Entzündungen einher.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Wechselduschen, Saunagänge, Kneippanwendungen – abwechselnde Kälte- und Wärmereize fördern die Durchblutung und die Ausscheidung von Giftstoffen, aktiveren den Stoffwechsel und trainieren die Abwehrkräfte.
  • Heilfasten oder Intervallfasten entlastet den Organismus, lindert Entzündungen und chronische Erkrankungen, fördert die Entgiftung und Ausscheidung von Säuren und trägt zu einer Stärkung der Abwehrkräfte bei.