Ernährung bei Borreliose: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel „Borreliose: In der Stärkung des Immunsystems liegt der entscheidende Ansatz“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Borreliose.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel bieten wir einen Überblick zum Thema und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Zecke an einer Zeckenzange

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Borreliose

Wenn man sich mit Borreliose-Bakterien infiziert hat, gibt es gute Möglichkeiten, den Heilungsprozess zu verstärken und eine etwaige medikamentöse Therapie zu unterstützen. Besonders geeignet sind hierfür natürliche Mikronährstoffe. Unter Mikronährstoffe versteht man alle Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind essentiell für die optimale Zellfunktion und unterstützen außerdem die Mitochondrien und das Immunsystem.

 

Die Unterstützung des Immunsystems bei Borreliose ist von großer Bedeutung. Funktioniert dieses optimal, können Entzündungsherde schneller und effektiver bekämpft werden. Mikronährstoffe haben einen positiven Einfluss auf das körpereigene Abwehrsystem. Bakterien können so besser abgetötet und eliminiert werden. Vitamin C1 und sekundäre Pflanzenstoffe eignen sich hierfür besonders. Auch Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und Vitamin D4 wirken Entzündungen und Gelenkschmerzen entgegen.

 

Medikamente im Allgemeinen und Antibiotika im Speziellen können eine Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen verursachen. Ein Mangel an Vitamin A, E und der Vitamine aus dem B-Komplex unterstützt Infektionsprozesse. Aus diesem Grund ist es wichtig, begleitend zur medikamentösen Therapie bei Borreliose zusätzliche Mikronährstoffe zu sich zu nehmen. Besonders der Vitamin-B-komplex ist wichtig, da dieser eine schützende Wirkung auf das Nervensystem hat.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Borreliose eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Es gibt einige Möglichkeiten sich vor einem Zeckenbiss zu schützen.
    • Da sich diese kleinen Blutsauger vor allem im hohen Gras, Laub oder auf Sträuchern aufhalten, sollten Sie diese Bereiche bei einem Spaziergang meiden. Bleiben Sie lieber auf festen Wegen.
    • Tragen Sie außerdem Kleidung, die den kompletten Körper bedeckt. Ziehen Sie Stiefel an und stecken Sie die Hose hinein oder tragen Sie die Socken über der Hose, wenn Sie durch eine Wiese, ein Feld oder durch den Wald laufen. Dadurch verhindern Sie, dass Zecken unter die Hosenbeine krabbeln.
    • Des Weiteren sollten Sie vorzugsweise helle Kleidung tragen, so können Sie Zecken leichter entdecken.
    • Wenn Sie nach einem Spaziergang im Wald oder anderen bei Zecken beliebten Orten zurückkehren, suchen Sie Ihren Körper sorgfältig nach Zecken ab. Sollte Sie nun doch eine Zecke gebissen haben, entfernen Sie diese so schnell wie möglich. Je länger sich die Zecke in Ihrer Haut befindet, desto größer wird das Risiko, dass Borrelien von der Zecke übertragen werden. Ziehen Sie das Insekt mit Hilfe einer Pinzette aus der Haut. Aber Vorsicht! Versuchen Sie nicht, die Zecke herauszudrehen. Die Gefahr ist zu groß, dass der Stechrüssel abreißt und in der Haut stecken bleibt. Auch dürfen Sie den Zeckenkörper keinesfalls quetschen. Dadurch tragen Sie letzten Endes dazu bei, das Gift aus der Zecke zu pressen.
    • Wenn Teile der Zecken in Ihrer Haut zurück bleiben, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Dieser kann Ihnen die Zeckenreste mit einem kleinen chirurgischen Eingriff, entfernen.