Ernährung bei CFS: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel CFS: Moderne Mikronährstoffmedizin als Weg aus Erschöpfung und Infektanfälligkeit bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei CFS. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel bieten wir einen Überblick zum Thema und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

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Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei CFS

Anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung oft nach nur geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung, nicht erholsamer Schlaf und hohe Infektanfälligkeit – diese Beschwerden bestimmen den Alltag von CFS-Patienten.

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms eine wesentliche Rolle. Verschiedene Ursachen wie eine gestörte Darmflora, nitrosativer Stress nach einem heftigen Virusinfekt, Traumata, Störungen in der Immunabwehr und Schädigungen der Mitochondrien tragen zur Entstehung des CFS bei und gehen mit einem umfassenden, zum Teil schweren Mikronährstoffmangel einher.

Die mit Mikronährstoffen unterversorgten Zellen haben „Hunger“ und reduzieren ihre Leistungsfähigkeit – der ganze Körper arbeitet nur noch auf Sparflamme.

 

Zu den Mikronährstoffen, die beim chronischen Erschöpfungssyndrom von besonderer Bedeutung sind, zählen:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C, und E, Zink, Selen, Coenzym Q10 und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe: Reduzierung von nitrosativem Zellstress, Schutz der Mitochondrien, Stärkung der Abwehrbarrieren und Abwehrkräfte, Bindung freier Radikale, Verbesserung der körperlichen und geistigen Belastbarkeit und Erhöhung der Energieproduktion in den Zellen
  • Vitamin B-Komplex: Stärkung der Immunbarriere von Haut und Schleimhaut, Stärkung des Nervensystems und der nervlichen Belastbarkeit, Abbau von entzündungsförderndem Homocystein
  • Vitamin D: Verbesserung der Zellkommunikation und Leistungsfähigkeit der Abwehrkräfte, Reduzierung von Schmerzen und Entzündungen, Reduzierung von Erschöpfung und Erhöhung des Serotoninspiegels
  • Magnesium: Aktivierung des Energiestoffwechsels und Erhöhung der Belastbarkeit in Stress-Situationen
  • Omega-3-Fettsäuren: essentielle Bestandteile in der Zell- und Hormonproduktion, Regulierung von Stoffwechsel- und Abwehrprozessen, Reduzierung von Entzündungen und Optimierung der Darmflora
  • Aminosäuren (Carnitin, Cystein, L-Glutamin etc.): Energiequellen für die Darmschleimhäute, Regulation des Energiestoffwechsels, Bausteine für die Zellneubildung
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, Polyphenole, Senfölglykoside oder Grüntee-Catechine: Steigerung der Immunabwehr, Neubildung von Mitochondrien, Stärkung der Immunbarrieren, Förderung einer gesunden Darmflora, Reduzierung von Erschöpfung und Müdigkeit




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei CFS eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie führen Ihrem Körper wichtige Mikronährstoffe zu, die wichtig sind, damit Sie wieder in Ihre Kraft kommen.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora und reduzieren damit die Darmdurchlässigkeit.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Hülsenfrüchte, Topinambur, Süßkartoffeln oder Gemüse als Beilage.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. CFS-Patienten sollten die Bewegung an das eigene Belastungsniveau anpassen und Überanstrengung vermeiden. Ein Spaziergang bei Tageslicht oder Dehnübungen am offenen Fenster tun Körper und Seele gut.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Wenn die körperlichen Übungen zu anstrengend sind, widmen Sie sich dem Malen oder hören Sie bewusst Ihre Lieblingsmusik.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Ein regelmäßiges Abendritual kann helfen, leichter in den Schlaf zu finden.
  • Resilienz hilft Ihnen, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden und Kraft aus dem Inneren zu schöpfen. Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und macht Sie resistenter gegen Stress.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol und Nikotin schwächen die Abwehrkräfte und verschlimmern Entzündungen und Infekte noch zusätzlich.
  • Abschirmen von elektromagnetischen Feldern oder die Installation eines Netzfreischalters kann zur Regeneration Ihrer Kräfte beitragen.