Ernährung bei hohem Cholesterin: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei erhöhtem Cholesterin eine wichtige Rolle.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

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Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Cholesterin

Es gibt viele wichtige Gründe, warum Menschen mit zu hohem Cholesterin zusätzlich Mikronährstoffe einnehmen sollten. Zahlreiche Mikronährstoffe helfen, einen hohen Cholesterinspiegel zu senken. Gleichzeitig erhöhen viele Mikronährstoffe das gute HDL. Sie reduzieren außerdem die Menge an aggressivem, oxidiertem LDL und können Nebenwirkungen einer medikamentösen Therapie reduzieren. Mikronährstoffe spielen bei praktisch allen Stoffwechselreaktionen eine große Rolle. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen und sind damit auch unentbehrlich für den Cholesterin-Stoffwechsel.

 

Omega-3-Fettsäuren senken hohes Cholesterin und hohe Triglyceride auf der einen Seite und erhöhen das gute HDL auf der anderen Seite. Weitere wichtige Mikronährstoffe für den Cholesterinstoffwechsel sind Vitamin C und Vitamin B3. Beide senken das schlechte LDL und die Triglyceride und erhöhen das gute HDL.
Cholesterinsenkend und HDL-steigernd wirken auch die Spurenelemente Chrom und Kupfer. Letzteres wurde kürzlich in einer Studie untersucht, in der 20 chinesische Diabetiker etwa 60 g Mandeln am Tag aßen. Dieses besonders spurenelementreiche Lebensmittel hatte schon nach vier Wochen eine deutliche Verbesserung sowohl des Fettstoffwechsels, als auch des Zuckerstoffwechsels erreicht.

 

Wie oben schon erwähnt, spielt für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems nicht nur das Gleichgewicht von Cholesterin, HDL und LDL eine große Rolle, sondern auch der antioxidative Schutz des LDL. Das schlechte LDL wird nämlich erst dann wirklich gefäßschädigend, wenn es oxidiert (LDL-ox). Deshalb empfiehlt u.a. die amerikanische Herzgesellschaft (American Heart Association, AHA) die Einnahme von natürlichen Antioxidantien aus Obst und Gemüse. Im Kampf gegen freie Radikale und andere Oxidationsprozesse haben sich natürliche Antioxidantienmischungen aus Obst und Gemüse deutlich besser bewährt als synthetische. Die natürlichen Mikronährstoffe wirken mehr als 200-mal stärker antioxidativ. Dazu kommt, dass für diese Mikronährstoffmischungen auch eine deutliche Herz-Kreislauf-schützende Wirkung nachgewiesen wurde.

 

Ein gutes, natürliches Mikronährstoffkonzentrat enthält aber nicht nur Vitamine, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren, sondern auch verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Denn speziell wenn es um die Senkung von oxidiertem LDL geht, sind sekundäre Pflanzenstoffe wie die Flavonoide aus Trauben, grünem Tee oder kaltgepresstem Olivenöl besonders effektiv.
Zuletzt sei nochmal auf den wichtigen Mikronährstoff Coenzym Q10 hingewiesen. Nicht nur, dass Q10 die Nebenwirkungen von Medikamenten gegen hohes Cholesterin reduzieren kann, es schützt außerdem vor oxidiertem LDL und verbessert die Funktion der Blutgefäße.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei hohem Cholesterin eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

 

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.