Ernährung bei Darmparasiten: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Darmparasiten eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Grafische Darstellung von Darmparasiten

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Darmparasiten

Spul-, Faden- oder Madenwürmer, Bandwürmer, Amöben oder Giardien – allein die Vorstellung, dass derartige Parasiten den eigenen Körper besiedeln, löst bei den meisten schon Ekel aus. Viele Menschen beherbergen Darmparasiten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie gelangen meist als Eier über Trinkwasser, ungewaschene bzw. kontaminierte Rohkost wie Salate, Beeren oder Kräuter, über infizierte Insekten (Zecken, Stechmücken, Schmeißfliegen etc.) oder Schmierinfektion in den Körper. Eine gestörte Darmflora, Fehlernährung und Ballaststoffmangel können ihre Ansiedelung begünstigen.

Mikronährstoffe spielen bei der begleitenden Behandlung einer Darmparasitenerkrankung eine wichtige Rolle. Sie stärken das Immunsystem und die Darmschleimhaut, fördern die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora, die den Darmparasiten, die Ansiedelung erschweren. Zudem können vor allem bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe den Stoffwechsel der Parasiten schwächen und ihre Vermehrung stören.

 

Besonders wichtig ist eine intakte Darmschleimhaut, um den Darmparasiten in den Griff zu bekommen. Die Darmschleimhaut erneuert sich in 3 – 4 Tagen, wozu die B-Vitamine von großer Bedeutung sind, da sie die Zellteilung steuern. Bei einem Mangel an B-Vitaminen kann es zu Schleimhautschäden kommen, die dem Darmparasiten die Ausbreitung erleichtern.

Auch das Vitamin A ist für die Bildung und den Erhalt gesunder Schleimhäute essentiell. Es hat außerdem eine immunstärkende Wirkung, wodurch den Darmparasiten die Vermehrung erschwert wird.

In Kombination mit Zink, das u.a. an der Regeneration und Bekämpfung entzündlicher Prozesse in der Darmschleimhaut beteiligt ist, wird die Schleimhautbarriere gestärkt.

Vitamin A und Zink zählen auch zu den sogenannten Antioxidantien.

Sie sind erforderlich, um die freien Radikale unschädlich zu machen, die gesunde Darmschleimhautzellen schädigen und unbemerkte Entzündungen (silent inflammation) auslösen können, die den Parasiten die Besiedelung erleichtern.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Darmschleimhaut vor den freien Radikalen und irreversiblen Schäden zu schützen. Weitere Antioxidantien sind u.a. Vitamin C und E, Coenzym Q10, Selen und viele sekundäre Pflanzenstoffe.

Bei den sekundären Pflanzenstoffen zählen u.a. Curcumin, Quercetin und Rutin zu den Mikronährstoffen, die nicht nur eine hoch antioxidative Wirkung haben, sondern auch die Darmschleimhaut stärken und Entzündungsprozesse stoppen.

Auch Pflanzenextrakte, z.B. aus Granatapfel, Grapefruitkernen, Ingwer, Nelken, Thymian und Grüntee, haben antientzündliche Eigenschaften. Darüber hinaus wurden bei diesen Pflanzen auch Wirkstoffe entdeckt, die die Entwicklung der Eier oder den Stoffwechsel der Parasiten angreifen.

Da Parasiten Mikronährstoffräuber sind und sich im Darm an einigen Vitaminen und Nährstoffen bedienen, können bereits vorhandene Mikronährstoffmängel noch befeuert werden. Daher empfehlen Mediziner meist ein Präparat, das möglichst alle Mikronährstoffe enthält.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Darmparasiten eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Außerdem bieten sie den Darmparasiten eine ideale Ernährungs- und Vermehrungsgrundlage.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für einen gesunden Darm und eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Äpfeln und Nüssen. Besonders empfehlenswert ist resistente Stärke (v.a. Hafer, Linsen, Hirse, Gemüse, Kartoffelstärke). Sie zählt zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort den Darmbakterien als Nahrung dienen. Ballaststoffe fördern zudem die Ausscheidung der Parasiten.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

 

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Beide Substanzen stören die Darmflora und bieten den Parasiten dadurch mehr Angriffsfläche.
  • Führen Sie eine probiotische Darmkur durch! Sie regenerieren dadurch Ihre Darmflora, stärken die Immunabwehr und erschweren den Parasiten, dass sie sich im Darm anheften können. Eine Darmsanierung unterstützt effektiv die Behandlung und beugt einem erneuten Parasitenbefall vor.
  • Gewöhnen Sie es sich an, morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas (ca. 500 ml) lauwarmes Wasser zu trinken. Sie gleichen den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus, Stoffwechsel und Entgiftungsprozesse werden angeregt und auch die Verdauung wird verbessert.