Ernährung bei Darmpilz: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Darmpilz eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Frau hält Hände auf den Bauch

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Darmpilz

Eine gestörte Darmflora, Medikamente, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Ballaststoffmangel, eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung und Alkohol können einen Darmpilz verursachen.

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung einer Darmpilzerkrankung eine immer größere Rolle. Sie sind von großer Bedeutung für ein starkes Immunsystem, das Entzündungen und Pilze im Darm bekämpft, regeln die Energieproduktion in den Zellen und sind wichtig für eine gesunde Darmschleimhaut sowie die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora, die den Darmpilz, meist Candida albicans, in Schach hält.

 

Besonders wichtig ist eine intakte Darmschleimhaut, um den Darmpilz in den Griff zu bekommen. Die Darmschleimhaut erneuert sich in 3 – 4 Tagen, wozu die B-Vitamine von großer Bedeutung sind, da sie die Zellteilung steuern. Bei einem Mangel an B-Vitaminen kann es zu Schleimhautschäden kommen, die dem Darmpilz die Ausbreitung erleichtern. Eine Studie hat ergeben, dass Vitamin B3 offensichtlich sogar das Pilzwachstum hemmen kann.

 

Auch das Vitamin A ist für die Bildung und den Erhalt gesunder Schleimhäute essentiell. Es hat außerdem eine immunstärkende Wirkung, wodurch dem Darmpilz die Vermehrung erschwert wird.

In Kombination mit Zink, das u.a. an der Regeneration und Bekämpfung entzündlicher Prozesse in der Darmschleimhaut beteiligt ist, wird die Schleimhautbarriere gestärkt. Dadurch wird die Entwicklung eines Leaky Gut verhindert, wodurch aufgrund undichter Zellverbindungen Krankheitserreger (z.B. Candida albicans) oder Giftstoffe in den Körper gelangen.

Vitamin A und Zink zählen auch zu den sogenannten Antioxidantien.

Sie sind erforderlich, um die freien Radikale unschädlich zu machen, die gesunde Darmschleimhautzellen schädigen und unbemerkte Entzündungen (silent inflammation) auslösen können.

 

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Darmschleimhaut vor diesem oxidativen Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Zu den Antioxidantien zählen u.a. Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Zink und Selen. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

 

Bei den sekundären Pflanzenstoffen zählen u.a. Curcumin, Quercetin und Rutin zu den Mikronährstoffen, die nicht nur eine hoch antioxidative Wirkung haben, sondern auch die Darmschleimhaut stärken und Entzündungsprozesse stoppen.

Auch Pflanzenextrakte, z.B. aus Granatapfel, Grapefruitkernen, Rosmarin, Nelken, Thymian und Lavendel, haben antientzündliche Eigenschaften. Darüber hinaus wurden bei diesen Pflanzen auch pilzhemmende Wirkstoffe entdeckt. Insbesondere Bitterstoffe sind für einen gesunden Verdauungsprozess erforderlich und hemmen die Ausbreitung von Pilzen im Darm.

 

Besonders hervorzuheben ist die Caprylsäure, eine Fettsäure, die u.a. im Kokosöl vorkommt und entzündungshemmende sowie antimykotische Eigenschaften hat. Sie kann die Zellmembran der Pilze zerstören, wodurch die Pilze absterben und sich die Darmschleimhaut regenerieren kann.

 

Da grundsätzlich alle Mikronährstoffe erforderlich sind, damit eine gesunde Darmschleimhaut gebildet werden kann und das Darmmikrobiom ins Gleichgewicht kommt, sollten Sie, wenn Sie von Darmpilz betroffen sind, ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen, natürlichen Wirkstoffe aus Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Darmpilzerkrankungen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Außerdem bieten sie den Darmpilzen eine ideale Ernährungs- und Vermehrungsgrundlage. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Hülsenfrüchte, Topinambur, Süßkartoffeln oder Gemüse als Beilage.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für eine gesunde Verdauung, regelmäßigen Stuhlgang und eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Äpfeln und Nüssen. Besonders empfehlenswert ist resistente Stärke (v.a. Hafer, Linsen, Hirse, Gemüse, Kartoffelstärke). Sie zählt zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort den Darmbakterien als Nahrung dienen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser oder ungesüßte Tees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um Giftstoffe möglichst rasch aus dem Körper auszuscheiden und die Darmpassage zu erhöhen. Je länger der Kot im Körper verweilt, desto mehr wird ihm Wasser entzogen, er dickt ein und verursacht Verstopfung bzw. schädliche Bakterien können sich vermehren und die Darmschleimhaut reizen. Als Faustregel gilt: 40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol sollte tabu sein, wenn Sie vom Darmpilz betroffen sind. Denn er wird im Stoffwechselprozess in Zucker umgewandelt und fördert das Pilzwachstum.
  • Gewöhnen Sie es sich an, morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas (ca. 500 ml) lauwarmes Wasser zu trinken. Sie gleichen den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus, Stoffwechsel und Entgiftungsprozesse werden angeregt und auch die Verdauung wird verbessert.