Ernährung bei Demenz: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Demenz eine wichtige Rolle.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

Frau erkennt Frau nicht aufgrund seiner Demenz

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Demenz

Mikronährstoffe sind bei der Demenz-Vorbeugung mindestens genauso wichtig, wie in der Therapie. Sie beeinflussen die Produktion und die Ausschüttung der Nerven-Botenstoffe, regeln die Energieproduktion in den Nervenzellen, schützen empfindliche Zellen und helfen bei der Entgiftung von aggressiven Stoffwechselprodukten.

 

Die Bildung aggressiver Sauerstoffradikale scheint eine der wichtigsten Komponenten bei der Entstehung der demenziellen Nervenschädigung zu sein. So zeigen zahlreiche Studien, dass die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen vor Demenz schützt. Dabei haben sich natürliche Mikronährstoff-Kombinationen deutlich besser bewährt als einzelne Mikronährstoffe. Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker antioxidativ schützend wirken, als einzelne Vitamine. Ebenso wirkt beispielsweise der natürliche Farbstoff aus der Tomate (Lycopin) rund 100-mal stärker gegen die Sauerstoffradikale als einzelnes Vitamin E.

 

Ein weiterer, sehr gut zu beeinflussender Risikofaktor ist das bereits angesprochene Homocystein. Homocystein ist eine aggressive Aminosäure, die ständig in unserem Stoffwechsel entsteht. Wenn genügend Mikronährstoffe vorhanden sind, wird Homocystein sofort weiterverarbeitet und die Werte im Blut bleiben unter 10 µmol/Liter. Liegt aber ein Mangel an Mikronährstoffen vor (v.a. Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6), so steigen die Werte im Blut an. Studien zeigen, dass Homocystein-Werte über 14 µmol/Liter das Demenz-Risiko schon verdoppeln. Doch auch wenn es um die Senkung des Homocystein-Spiegels im Blut geht wird eine alte Weisheit wieder bestätigt: Das Ganze funktioniert besser als seine Einzelteile. Dies trifft auch für Mikronährstoffe zu, denn Homocystein lässt sich durch natürliche Mikronährstoffe aus Obst und Gemüsekonzentraten besser senken als nur durch die Einnahme von Vitamin B12, B6 und Folsäure.

 

Hinweise darauf, dass vor allem ein Mangel an Vitamin B12 das Demenzrisiko erhöhe, haben Forscher kürzlich in einer Studie an 121 älteren Menschen entdeckt. Ein Vitamin-B12-Mangel verstärkt den geistigen Abbau und lässt das Gehirn sogar schrumpfen. Dabei ist bemerkenswert, dass ein Vitamin-B12-Mangel mit zunehmendem Alter immer häufiger vorkommt.
Omega-3-Fettsäuren schützen das Gehirn gleich doppelt. Durch ihre gefäßschützenden Eigenschaften fördern Sie die Durchblutung und schützen gleichzeitig die Nervenzellen.
In der Therapie der Demenz spielt die Wiederherstellung der Energieproduktion in den Nervenzellen eine ganz wichtige Rolle. Hier konnten sowohl für Coenzym Q10 als auch für L-Carnitin positive Effekte bei der Behandlung von Demenz gezeigt werden.

 

Auch die vermehrte Aufnahme sekundärer Pflanzenstoffe führte zu einer Verlangsamung der Demenz. Dies konnte für Flavonoide gezeigt werden, die u. a. in grünem Tee und Trauben vorkommen. Nach diesen Untersuchungen wirken Flavonoide gegen den oxidativen Stress im Gehirn und gegen Entzündungen. Damit helfen sie, die Anzahl und die Qualität der Nervenverbindungen im Gehirn zu erhalten. Ganz ähnliche Effekte zeigten sich z.B. auch bei der Einnahme von Ingwerextrakten.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Demenz eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken. Körperliche Aktivität ist wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, das vegetative Nervensystem auszugleichen und den Stoffwechsel zu aktivieren. Regelmäßiges Training bremst u.a. den geistigen Verfall bei Demenz-Patienten. Es kann sogar die Schrumpfung des Gehirns, die bei diesen Patienten häufig vorkommt, rückgängig machen.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.