Ernährung bei Depression: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel „Depression: Wertvolle Maßnahmen gegen eine unterschätzte Krankheit“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Depression.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel bieten wir einen Überblick zum Thema und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau leidet in Schlafzimmer an Depressionen

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Depression

Bei einer Depression (wie auch bei depressiven Verstimmungen) ist die bestmögliche Versorgung mit allen Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) dringend anzuraten. Ihr kommt eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Therapie zu.

 

Obwohl für viele einzelne Mikronährstoffe (wie nachfolgend näher erläutert) positive Effekte auf die Stimmungslage bzw. Verbesserungen der Therapieerfolge nachgewiesen wurden, haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als die Gabe einzelner Stoffe. Dies erklären Experten mit der sich gegenseitig potenzierenden Wirkung der Stoffe. Beispielsweise hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker wirken als einzelne (isolierte) Vitamine.

 

Die eingesetzte Mikronährstoffergänzung sollte deshalb nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin enthalten.
So haben beispielsweise die beiden letztgenannten in Studien bei depressiven Patienten zu überzeugen gewusst.

Omega-3-Fettsäuren gelten heute als wichtiger Bestandteil einer anti-depressiven Therapie. Es wird angenommen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren die Verbindung zwischen den psychischen Symptomen und den häufig begleitend auftretenden körperlichen Symptomen herstellt.

L-Carnitin reguliert die Ausschüttung der Neurotransmitter an den Nervenenden und macht so auch eine schulmedizinische medikamentöse Therapie von Depressionen erfolgreicher.

Auch B-Vitamine und Folsäure unterstützen erfolgreich eine medikamentöse Therapie der Depression. So zeigte eine Studie aus Boston bei 110 Patienten mit schweren Depressionen, dass die angewendeten Medikamente bei niedrigen Folsäurespiegeln im Blut deutlich schlechter wirken.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Daneben haben natürliche Mikronährstoffe noch zahlreiche andere positive Effekte bei Depressionen. Man weiß heute beispielsweise, dass durch die vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol der Stoffwechsel verändert und der Bedarf an Mikronährstoffen deutlich erhöht wird. Die Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen kann nachweislich die Stress-Toleranz verbessern und gleichzeitig körperliche Schäden verringern.

Natürliche Mikronährstoffe sind zudem wichtig für den Schutz von Herz und Blutgefäßen depressiver Patienten. Mehrere Studien haben in den letzten Jahren herausgefunden, dass sich Depressionen und Herzerkrankungen gegenseitig bedingen. Amerikanische Wissenschaftler konnten in einer Langzeitstudie an fast 20.000 Männern und Frauen belegen, dass bei Herzkranken, die unter schweren Depressionen leiden, das Herzinfarkt-Risiko 17-mal höher liegt. Das Risiko von herzgesunden Menschen mit Depression, an einer Herzerkrankung zu sterben, ist 3-mal höher als bei Nichtdepressiven.

Eine wichtige Rolle hierbei scheint der Spiegel der aggressiven Aminosäure Homocystein zu spielen. Ist der Spiegel zu hoch, steigt die Rate an Herz-Kreislauferkrankungen ebenso wie die Rate an Depressionen deutlich an. Auch hier hilft die zusätzliche Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen, sowohl im Kampf gegen den Herzinfarkt als auch gegen die Depression.

 

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Depression eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

Essen hat einen großen Einfluss auf unser seelisches Befinden, denn man kann die Produktion von Glückshormonen durch die Ernährung beeinflussen. Hier spielt der Eiweißbestandteil Tryptophan eine große Rolle. Besonders tryptophanhaltig sind Nüsse, Samen und Keime (Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime…) oder gelbe Käsesorten wie Emmentaler Käse. Damit Tryptophan in das Glückshormon Serotonin umgewandelt werden kann, werden zudem eine Reihe von Vitaminen (z. B. Vitamin B3 und andere B-Vitamine) und andere Mikronährstoffe benötigt.

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.