Ernährung & Mikronährstoffe bei eingewachsenem Zehennagel

Mikronährstoffe spielen bei einem eingewachsenen Zehennagel eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Eingewachsener Zehennagel

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei eingewachsenem Zehennagel

Ein eingewachsener Zehennagel entsteht aufgrund von falschem Nagelschneiden, Fußfehlstellungen oder zu engen Schuhen. Meist ist der große Zeh betroffen. Der eingewachsene Nagel drückt auf das umliegende Gewebe und verursacht Schmerzen, Schwellung und meist auch eine Entzündung.

Es kann zu Gewebswucherungen („wildes Fleisch“) und einer bakteriellen Entzündung kommen.

 

Mikronährstoffe können die Entzündung lindern, für ein gesundes Nagelwachstum sorgen und die Heilung beschleunigen. Zudem kann ein Organismus, der optimal mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt ist, bakterielle Infektionen verhindern und die gereizte Hautregion regenerieren.

 

Folgende Mikronährstoffe sind bei der Heilung von Entzündungen und Nagelverletzungen hilfreich:

 

  • Eine optimale Versorgung mit Antioxidantien stoppt die Entzündung, hemmt die Vermehrung von Bakterien, schützt vor Zellschäden und Gewebswucherungen und beschleunigt den Heilungsprozess.

 

  • Biotin wird für die Bildung von gesunden Hautzellen benötigt. In einer Studie wurde bestätigt, dass Biotin nachweislich die Zellneubildung fördert und aufgrund seiner eiweißaufbauenden Eigenschaften eine widerstandsfähige Hautbarriere erhält. Außerdem ist Biotin wichtig für das Nagelwachstum.

 

  • Zink aktiviert Reparaturenzyme bei Hautrissen oder Wunden, stärkt die Hautbarriere und ist ein wichtiger Baustein in unserer Immunabwehr.

 

  • Omega-3-Fettsäuren wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern fördern zudem die Bakterienvielfalt der gesunden Bakterienflora, die einen Großteil unseres Immunsystems ausmachen. Sie ist mitverantwortlich, um besonders immer wiederkehrende Entzündungen im Bereich der Nägel loszuwerden. Äußerlich aufgetragen können Omega-3-Fettsäuren die Schmerzen und die Entzündung lindern.

 

  • Ebenso sind Polyphenole entzündungshemmend und haben eine positive Wirkung auf die Hautflora. Außerdem bekämpfen sie aktiv die Entzündungserreger, indem sie ihnen die Nahrungsgrundlage entziehen.

 

  • Vitamin A fördert die Bildung von Abwehrzellen und die Regeneration der Haut, stärkt die Immunbarriere von Haut und Schleimhaut und wirkt Entzündungen entgegen.

 

  • B-Vitamine: stärken die Hautbarriere, steuern die Zellteilung und Zellneubildung und bauen entzündungsfördernde Faktoren im Blut ab.

 

  • MSM, eine organische Schwefelverbindung, wird seit langem bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen im Bewegungsapparat eingesetzt. Er unterstützt die Regeneration von Sehnen, Muskeln und Bindegewebe, lindert Entzündungen und Schwellungen und wirkt schmerzlindernd.

 

  • Eine entzündungshemmende Wirkung haben auch bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe:
    • Pflanzenextrakte, B. aus Grapefruitkernen, Lavendel, Nelken, Oregano, Ringelblume, Rosmarin, Teebaumöl und Thymian haben antientzündliche Eigenschaften. Darüber hinaus wurden bei diesen Pflanzen auch antibiotische Wirkstoffe entdeckt.
    • Senfölglykoside aus Meerrettich, Kapuzinerkresse oder Senfsaat sind ein natürliches Antibiotikum und können den Erregern die Lebensgrundlage entziehen.

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einem eingewachsenen Zehennagel eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, auch bei.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
    • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie entzündungsverursachenden Keimen die Lebensgrundlage entziehen und Ihr Immunsystem stärken.
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Achten Sie auf regionale, saisonale Bio-Nahrungsmittel und probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora und stärken dadurch die Immunabwehr.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten und Heilungsprozessen.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Tragen Sie beim Sport bequemes Schuhwerk und achten Sie darauf, dass die Schuhe nicht drücken. Achten Sie auf atmungsaktives Material, um Druckstellen zu vermeiden und kein Milieu für entzündungsfördernde Keime zu schaffen.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Tragen Sie in der Nacht Kokosöl, Lavendelöl oder eine Heilerdepaste auf die entzündete Stelle auf und kleben Sie ein Pflaster darauf oder ziehen Baumwollsocken darüber, damit das Öl bzw. die Paste an der Stelle verbleibt.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen. Nikotin führt zu Durchblutungsstörungen und ist ein Risikofaktor für Entzündungen im Fußbereich.
  • Schneiden Sie Ihre Nägel gerade, nicht oval. Es verhindert, dass ein Nagel ins umliegende Gewebe einwächst.
  • Gehen Sie zur Fußpflege, wenn Sie aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen Ihre Nägel nicht mehr selbst pflegen können. Das gleiche gilt auch, wenn ein Nagel eingewachsen ist. Rechtzeitig fachgerecht behandelt, vermeiden Sie Komplikationen und dass der Nagel erneut einwächst.
  • Baden Sie die entzündete Stelle in einem Sud aus Eichenrinde. Die darin enthaltenen Gerbstoffe lindern das Spannungsgefühl, wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und entziehen Entzündungserregern den Nährboden.