Ernährung bei Eisenspeicherkrankheit: darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei der Eisenspeicherkrankheit eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Rote Blutkörperchen im Blutkreislauf

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Eisenspeicherkrankheit

Bei der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) wird zu viel Eisen vor allem in den Herzmuskel und die Leber, aber auch in Gelenke, Bauchspeicheldrüse, Haut oder Hormondrüsen eingelagert, das Risiko für entsprechende Folgeerkrankungen der betroffenen Organe ist erhöht. Die Hämochromatose ist entweder angeboren oder entsteht durch Blutbildungsstörungen oder andere Grunderkrankungen.

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Eisenspeicherkrankheit eine immer größere Rolle. Mikronährstoffe sind elementar für die Blutbildung, sie werden zum Transport und zur Speicherung von Eisen benötigt, steuern Zellneubildung und Abwehrprozesse und sind wichtig für eine gesunde Darmschleimhaut sowie die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora.

 

Ziel der Mikronährstofftherapie ist es, die Organe vor den Folgen der Eiseneinlagerung zu schützen, die Blutbildung zu anzuregen und oxidativen Zellstress zu reduzieren.

 

Oxidativer Stress entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen der verschiedenen Organe schädigen bzw. chronisch-entzündliche Erkrankungen auslösen können.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich. Am wohl bekanntesten ist das Vitamin C (Ascorbinsäure). Eine britische Studie mit fast 50.000 Probanden hat festgestellt, dass die Gruppe, die täglich mehr als 100 mg Vitamin C zu sich nahmen, ein um das Dreifache verringertes Risiko für entzündliche Erkrankungen hatte.

 

Vitamin E (Tocopherol) hat neben seiner Funktion als Antioxidans schmerzlindernde und antientzündliche Eigenschaften. Besonders bei Gelenkschmerzen, die u.a. mit der Eisenspeicherkrankheit einhergehen, kann Vitamin E Beschwerden lindern. Außerdem kann die schmerzlindernde Wirkung von Vitamin E sogar zu einer Reduzierung von Medikamenten führen.

 

Vitamin A (Retinol) ist wichtig für den Hautstoffwechsel, die Zellneubildung und die Bindung von zellschädigenden Substanzen in der Haut. Auch erleichtert Vitamin A die Verwertung des Eisens. Darüber hinaus regt es die Produktion neuer Erythrozyten an, die das Eisen benötigen, um den Sauerstoff an sich binden und im Körper zu den Bedarfsorten transportieren.

 

Die Spurenelemente Zink und Selen senken Entzündungswerte und schützen vor Zellschäden.

 

Magnesium ist bei der Schmerzbehandlung zahlreicher Erkrankungen von Bedeutung. Magnesium entspannt nicht nur die Muskulatur, sondern ist auch an der Weiterleitung von Reizen im Nervensystem beteiligt. Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium lindert die Schmerzwahrnehmung, reduziert Entzündungsprozesse und senkt die Infektanfälligkeit.

 

Vitamin D ist hinsichtlich seiner Bedeutung bei chronischen Erkrankungen inzwischen gut erforscht. Ein hoher Vitamin D-Spiegel reduziert nachweislich entzündliche Schübe und unterstützt die Regeneration von geschädigtem Gewebe.

 

Die Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für den hohen oxidativen Stress in den Zellen, die Auslösung von Entzündungen sowie die Zerstörung von körpereigenem Gewebe.

 

Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Bildung neuer Leberzellen und reduzieren Gelenkschmerzen. Zudem haben die Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung und schützen das Herz vor Schäden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass diese essentiellen Fettsäuren die Schädigung der Leber eindämmen und die Leberwerte verbessern.

 

Calcium hemmt die Eisenaufnahme im Darm. Daher kann eine optimale Calciumversorgung dazu beitragen, den Eisenspiegel zu senken. Calcium sollte jedoch nicht isoliert eingenommen werden, da es sonst zu Verschiebungen im Mikronährstoffhaushalt kommen kann, die noch zusätzliche Beschwerden auslösen.

 

Da für einen gesunden Organismus und die Blutbildung im Grunde alle Mikronährstoffe erforderlich sind, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung, sollten Betroffene zur ganzheitlichen Behandlung der Eisenspeicherkrankheit ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen Wirkstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Denn Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei der Eisenspeicherkrankheit eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Zitrusfrüchte sollten Sie eher vermeiden, da sie die Eisenaufnahme im Darm erhöhen.
  • Proteine und andere Substanzen aus pflanzlichen Quellen hemmen die Eisenaufnahme im Darm:
  • Hülsenfrüchte: Sojabohnen, Linsen, weiße Bohnen, Erbsen
  • Polyphenole: rote Trauben, Beeren, grünes Blattgemüse, Nüsse, Artischocken, grüne Kräuter
  • Getreideprodukte: Vollkornbrot, Hirseflocken, Quinoa, Amaranth, Reis, Mais
  • calciumreiche Lebensmittel: Käse, Mohn- und Sesamsamen, Wildkräuter wie Brennessel oder Löwenzahn
  • koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzer Tee, aber auch Grüner Tee und Kakao

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.