Ernährung bei Epilepsie: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel „Epilepsie & epileptischer Anfall: Bestmögliche Lebensqualität ist das Ziel der ganzheitlichen Therapie“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Epilepsie.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau erleidet Zuhause einen epileptischen Anfall

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Epilepsie

Es gibt gute Gründe Mikronährstoffe bei der Behandlung von Epilepsie einzusetzen. Unter Mikronährstoffe versteht man alle Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind essentiell für die optimale Zellfunktion und unterstützen außerdem die Mitochondrien und das Immunsystem.

 

Man ist sich heute sehr sicher, dass es sich bei der Epilepsie um eine Krankheit mit hohem nitrosativem Stress und Mitochondrien-Dysfunktion handelt. Außerdem ist erforscht, dass oxidativer Stress, also der Überschuss an freien Radikalen im Körper, ein Auslöser für Krampfanfälle ist. Vielen antiepileptischen Medikamenten wurde zudem eine Vermehrung des oxidativen Stresses nachgewiesen. Aus diesem Grund ergibt sich hier ein vielfältiger und ursachenorientierter Ansatzpunkt für eine Mikronährstofftherapie.

 

Als wichtige Präventionsmaßnahme vor epileptischen Anfällen bieten sich zum Beispiel natürliche Antioxidantien an. Vor allem hochwertige Antioxidantien aus Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen eignen sich hierfür besonders. Sie sind wirksam gegen Krämpfe und können deren Intensität mindern.

 

Weitere Mikronährstoffe, die die Anfallhäufigkeit reduzieren sind Vitamin E, Vitamin B6, Magnesium, Mangan, Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Viele Epileptiker leiden an einem Vitamin-E-Mangel. Dieser Mikronährstoff ist jedoch sehr wirkungsvoll. Bei epileptischen Kindern kann er die Häufigkeit von Anfällen um mehr als die Hälfte herabsetzen. Vitamin B6 regt in Verbindung mit Magnesium die Produktion des Neurotransmitters GABS an. Ist dieser in zu geringen Konzentrationen im Gehirn vorhanden, können epileptische Anfälle verursacht werden. Auch für Mangan und Coenzym Q10 wurde nachgewiesen, dass diese die Anzahl epileptischer Anfälle verringern, sofern sie in ausreichenden Mengen im Organismus vorkommen. Da Patienten mit Epilepsie jedoch häufig einen Mangel dieser Mikronährstoffe aufweisen, sollte man als Betroffener unbedingt auch auf eine zusätzliche Gabe dieser zurückgreifen.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Epilepsie eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.