Ernährung bei Fersensporn

Mikronährstoffe spielen bei einem Fersensporn eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Fersensporn am Fuß

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Fersensporn

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen in der begleitenden Behandlung bei einem Fersensporn eine immer größere Rolle. Sie steuern den Knochen- und Knorpelstoffwechsel, sorgen für Elastizität der Muskulatur und im Bindegewebe und beheben Entzündungsprozesse. Außerdem sind Mikronährstoffe wichtig für den Aufbau und Erhalt der Muskulatur und die Schmerzweiterleitung im Nervensystem. Da die Fußsohle, vor allem im Fersenbereich, zu den weniger gut durchbluteten Regionen des Körpers gehört, ist der Zusammenhang mit Mikronährstoffen nicht so leicht ersichtlich, und auch ihre Wirkung ist nicht so rasch spürbar, wie dies bei anderen Beschwerden der Fall ist. Trotzdem sind auch die Achillessehne, die Plantarfaszie und das Knochen- und Bindegewebe am Fuß auf eine optimale Mikronährstoffversorgung angewiesen.

 

Ein Fersensporn wird oft durch Übersäuerung (Gewebsazidose) begünstigt. Die Sehne wird aufgrund der sauren Umgebung brüchig und lagert Kalzium ein, um die Sehne zu stabilisieren. Kalzium ist jedoch einer der ersten Mineralstoffe, der zur Pufferung der Säure bei unzureichender Aufnahme durch die Ernährung u.a. aus den Knochen abgebaut wird. Es muss – zusammen mit anderen Mineralstoffen – substituiert werden, um die überschüssigen Säuren zu puffern und die körpereigenen Mineralstoffspeicher wieder aufzufüllen.

Ähnlich verhält es sich mit Magnesium und Silicium. Auch diese Mikronährstoffe sind zu großen Teilen in den Sehnen und im Bindegewebe enthalten und tragen zu mehr Stabilität und Flexibilität bei.

Magnesium hat neben seiner muskelentspannenden Funktion (häufige Ursache des Fersensporns sind verkürzte Wadenmuskeln) auch eine schmerzlindernde Wirkung. Beide Eigenschaften tragen bei einem Fersensporn dazu bei, dass das Schmerzempfinden nachlässt. Die Empfindsamkeit der Nervenzellen wird verringert, und die Muskeln können sich im Unterschenkel lockern und durch Dehnübungen wieder elastischer werden, so dass der Zug an der Achillesferse nachlässt und sich der Fersensporn zurückbilden kann. Außerdem geht die Entzündung rund um den Fersensporn zurück, da Wissenschaftler erst vor Kurzem die große Bedeutung von Magnesium zur Bekämpfung von Entzündungsprozessen entdeckt haben.

 

Vitamin B5 ist an zahlreichen Funktionen im Nervensystem und in den Muskeln beteiligt. Es wird für die Bildung eines Neurotransmitters benötigt, der für die Reizübertragung von Nervenimpulsen an den Muskel zuständig ist und unterstützt Heilungsprozesse. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Probanden, die Vitamin B5 höher dosiert einnahmen, sowohl weniger Schmerzen in Muskeln und Gelenken verspürten als auch eine Verbesserung der Muskelkraft beschrieben.

 

Das als Knochenvitamin bekannte Vitamin D ist nicht nur für stabile Knochen, sondern auch für flexibles und belastbares Bindegewebe und stabile Sehnen essentiell. Vitamin D fördert den Wiederaufbau des angegriffenen Sehnen- und Bindegewebes und trägt zur Ausheilung des entzündeten Fersensporns bei. Daher sollte Vitamin D immer in eine ganzheitliche Mikronährstofftherapie miteinbezogen werden, wenn es um Beschwerden im Bewegungsapparat geht. Zudem soll laut einer Studie ein hoher Vitamin D-Spiegel zur Linderung und Vorbeugung chronischer Schmerzen von Bedeutung sein.

 

Ebenso sind Omega 3-Fettsäuren bekannt für ihre Wirkung bei chronischen Schmerzen und als natürliche Entzündungshemmer. Zwar ist der Zusammenhang mit dem Fersensporn bisher nicht erforscht, aber bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen im Bewegungsapparat führte eine hochdosierte Omega-3-Therapie zu einem deutlichen Rückgang von Entzündungen und Schmerzen.

 

Neben Vitaminen und Mineralstoffen können auch sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Curcumin oder Grüntee-Extrakt, die als natürliche Entzündungshemmer bekannt sind, zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Auch pflanzliche Enzyme wie das Bromelain aus der Ananas kann die Entzündungen lindern, da es entzündungsfördernde Substanzen abbaut und Schwellungen und Schmerzen lindert.

MSM, der organische Schwefel, wird seit langem bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen im Bewegungsapparat eingesetzt. Er unterstützt die Regeneration von Sehnen, Muskeln und Bindegewebe, lindert Entzündungen und Schwellungen und wirkt schmerzlindernd.

 

Da hinter der Entstehung eines Fersensporns komplexe Zusammenhänge im gesamtem Organismus stehen, sollten Betroffene ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen Wirkstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen und der gesamte Organismus wieder ins Gleichgewicht gebracht, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einem Fersensporn eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Sie führen Ihrem gesamten Körper die für ihn so wichtigen Mikronährstoffe zu und fördern damit einen gesunden Stoffwechsel und stoppen die Prozesse, die bei Ihnen einen Fersensporn zum Vorschein gebracht haben.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und ungesüßte Tees. Die Flüssigkeit ist wichtig, damit das gesamte Bindegewebe auch an schlecht durchbluteten Stellen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Als Faustregel gilt: Mindestens 40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Zudem wird die Wadenmuskulatur gestärkt, was die Achillessehne und die Plantarfaszie entlastet.
  • Führen Sie regelmäßig Dehnübungen im Bereich der Unterschenkelmuskulatur durch, damit das gereizte Gewebe im Bereich der Ferse entlastet wird.
  • Reduzieren Sie Übergewicht, um den hohen Druck auf die Fußsohle zu vermindern und weiteren Beschwerden im Fußbereich vorzubeugen.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.