Ernährung bei Fettleber: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel Lebererkrankungen: Bitterstoffe, mediterrane Ernährung & Heilfasten als Basistherapie bei Fettleber oder erhöhten Leberwerten  bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei der Fettleber. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel bieten wir einen Überblick zum Thema und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Person leidet an Lebererkrankung

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Fettleber

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Fettleber eine immer größere Rolle. Sie sind an allen Stoffwechselprozessen der Leber beteiligt, sind Teil der in der Leber hergestellten Enzyme und steuern die Entgiftungsprozesse und den Zellaufbau.

Die Mikronährstoffe werden über die Nahrung aufgenommen. Eine Fehlernährung, Umweltgifte, Alkohol oder Medikamente verursachen jedoch einen hohen Verbrauch an Mikronährstoffen, so dass es schleichend zu einem Mikronährstoffmangel kommen kann. Dadurch büßt die Leber an Leistungsfähigkeit ein, wodurch die Entstehung einer Fettleber begünstigt wird.

 

Oxidativer Stress ist mitverantwortlich an der Entwicklung der Fettleber. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen können

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich. Antioxidantien aus natürlichen Quellen binden die freien Radikale und verhindern dadurch Zellschäden in der Leber.

Beispiele sind Coenzym Q10, Selen, Zink, Mangan, die Vitamine C und E und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Carotinoide oder Anthocyane. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

 

Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Bildung neuer Leberzellen und regulieren den Cholesterinspiegel. Zudem haben die Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung und tragen zum Abbau der in den Leberzellen eingelagerten Fettmoleküle bei. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass diese essentiellen Fettsäuren die Schädigung der Leber eindämmen und die Leberwerte verbessern.

 

Die B-Vitamine werden in erster Linie für den Stoffwechsel und die Energieproduktion verwendet. Ein Mangel kann unter anderem bei Alkoholmissbrauch entstehen, da die Leber für die Entgiftung des Alkohols große Mengen an B-Vitaminen verbraucht.

Außerdem senken die Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure den Homocysteinspiegel im Blutplasma. Das Homocystein schädigt Zellen und Mitochondrien und erhöht die Bildung freier Radikale, wodurch es auch zu Entzündungen kommen kann.

 

Beta-Glucane aus Hafer haben einen positiven Einfluss auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Sie verringern die Aufnahme von Fetten aus dem Darm und verlangsamen der kurzkettigen Kohlenhydrate. Zucker und Fette belasten die Leber und begünstigen die Entstehung der Fettleber.

Außerdem senken Hafer-Beta-Glucane bereits erhöhte Leberwerte und Blutfettwerte, wirken entzündungshemmend und wirken einer Fettleberhepatitis entgegen.

 

Das Protein L-Carnitin wird zur Verbrennung von Fetten in den Mitochondrien benötigt und verhindert damit die Fetteinlagerung in die Leberzellen. In einer Studie konnte nach einer dreimonatigen Einnahme von L-Carnitin nicht nur eine Verbesserung der Leberwerte festgestellt werden, sondern auch der Zucker- und Blutfettspiegel im Blutserum war gesunken.

 

Besonders hervorzuheben sind auch einige der sekundären Pflanzenstoffe, die eine leberstärkende und stoffwechselregulierende Wirkung haben:

  • Curcuminträgt zu verbesserter Zellstruktur und damit zur Senkung der Leberwerte GOT und GPT bei.
  • Resveratrol reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel, baut eingelagertes Fett ab und unterstützt die Entgiftung.
  • Sulforaphanwirkt entzündungshemmend, aktiviert antioxidative Enzyme und Proteine im Immunsystem, unterstützt den Zuckerstoffwechsel und fördert die Entgiftung.
  • Senfölglykosidehaben entgiftende und entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Grüntee-Catechine sind Bitterstoffe im grünen Tee mit entzündungshemmenden, stoffwechselanregenden und entgiftungsfördernden Eigenschaften.
  • Artischocken-Extrakt schützt die Zellen vor oxidativem Stress, verhindert ein Absterben der Leberzellen und senkt den Blutfettspiegel. Studien belegten auch, dass sich eine Fettleber durch die Einnahme von Artischocken-Extrakt zurückbildete.



Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Fettleber eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis, Zucker, Kuchen und Marmeladen. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe. Die Leber wandelt sie in Zucker um, wenn die Speicher voll sind, in Fett.
  • Obst am Abend geht in einen Gärungsprozess im Darm über, bilden Fuselalkohole und schaden Ihrer Leber.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Bestimmte Lebensmittel unterstützen die Entgiftungs- und Stoffwechselarbeit, z.B.: Knoblauch, frische Sprossen (v.a. Brokkoli, Rettich, Radieschen), Rote Bete, Kurkuma, Walnüsse, Haferflocken, Kräuter, Leinsamen, Zitrone.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Außerdem baut regelmäßige Bewegung Körperfett ab.
  • Die Normalisierung des Körpergewichts trägt zu einer Entlastung der Leber bei. Wichtig ist eine langsame Gewichtsreduktion, um die ohnehin geschwächte Leber nicht zu belasten.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Außerdem nutzt die Leber die nächtliche Ruhe, um sich zu entgiften und die Zellerneuerung anzuregen.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die Leber wird zudem in ihrer Entgiftungsfunktion entlastet und die Zellregeneration verbessert.
  • Regelmäßige Leberwickel und Entgiftungstage unterstützen sanft die Arbeit der Leber und tragen dazu bei, dass sie gesund bleibt.
  • Ausreichend Wasser zu trinken hilft dem Körper und insbesondere der Leber Giftstoffe und Wassereinlagerungen auszuspülen.