Ernährung bei Fettstoffwechselstörung

Mikronährstoffe spielen bei Fettstoffwechselstörungen eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Fettstoffwechselstörung

Die Ursachen für Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie) wie beispielsweise Hypertriglyzeridämie oder Hypercholesterinämie, liegen entweder an einer übermäßigen Zufuhr von Nahrungsfetten oder Kohlenhydraten, die in der Leber in Fette umgewandelt werden, oder die Fette können nicht optimal aufgespalten und verwertet werden, da eine Stoffwechselschwäche, zum Teil bereits von Geburt an, vorliegt.

Eine großangelegte Studie hat ergeben, dass in Deutschland 56,6% der Männer und 60,5% der Frauen in der Altersgruppe von 18 – 79 Jahren einen zu hohen Gesamtcholesterinspiegel im Blut haben. Die Diagnose Fettstoffwechselstörungen wurde bei etwa 65% der Bevölkerung gestellt.

In jedem Fall belasten die erhöhten Blutfette die Gefäße, Ablagerungen können sich bilden, Arteriosklerose mit allen Folgeerscheinungen droht. Auch die Leber ist betroffen, da sie die überschüssigen Fette abspeichert, wodurch sich allmählich eine Fettleber entwickelt, die die Leistungsfähigkeit und Funktion der Leber zunehmend einschränkt.

 

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Fettstoffwechselstörungen eine immer größere Rolle. Mikronährstoffe sind elementar für einen gut funktionierenden Stoffwechsel. Sie werden zur Aufspaltung, Umwandlung und Speicherung der Fette benötigt, sie regeln die Energieproduktion in den Zellen und sind wichtig für gesunde Blutgefäße, für eine gesunde Darmschleimhaut sowie die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora.

 

Um die Blutfettwerte zu senken sind mehrere Maßnahmen erforderlich. In der modernen Mikronährstofftherapie werden natürliche Mikronährstoffpräparate eingesetzt, die den Stoffwechsel insgesamt anregen und die Bildung von Plaques in den Gefäßen verhindern sollen.

 

Polyphenole, wie sie beispielsweise im Traubenkernextrakt (OPC) enthalten sind, haben ein hohes Schutzpotential vor freien Radikalen, die die Zellen in den Gefäßen schädigen und Entzündungen oder Arteriosklerose verursachen können. Besonders ihre zahlreichen gefäßschützenden Eigenschaften sind bei Fettstoffwechselstörungen bedeutsam.

 

Zu den gesundheitsfördernden Fetten zählen u.a. das Omega 3-Fettsäuren DHA und EPA. Sie sind für den Körper essentiell und belasten den Organismus nicht. Im Gegenteil: Omega 3-Fettsäuren sind entzündungshemmend, wirken Ablagerungen entgegen und können sogar den Blutfettspiegel senken. Eine österreichische Studie konnte sogar nachweisen, dass die Zufuhr von EPA und DHA über mindestens drei Monate hinweg Gefäßablagerungen deutlich verringerten und somit das Risiko für Herzinfarkt senken und auch zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden können.

 

Coenzym Q10 ist ebenso ein starkes Antioxidans und hat eine große Bedeutung, um Ablagerungen in den Gefäßen vorzubeugen und auch zu behandeln sowie die Bildung von Cholesterin zu regulieren. Ein gesunder Körper kann dieses lebenswichtige Enzym selbst herstellen. Liegt jedoch eine Stoffwechselstörung vor, wird der hohe Cholesterinspiegel oft medikamentös durch die Verabreichung von Statinen gesenkt. Statine hemmen jedoch nicht nur die körpereigene Cholesterinproduktion, sondern auch die Bildung des Coenzym Q10, das für Organe mit hohem Energiebedarf, z. B. Leber und Herzmuskel, lebenswichtig für ihre optimale Funktion ist. Der Mangel an dem Enzym kann zum Leistungsabfall wichtiger Organfunktionen führen und beispielsweise eine Herzschwäche zur Folge haben. Daher ist insbesondere bei einem hohen Cholesterinspiegel sowie bei der medikamentösen Cholesterinsenkung auf eine ausreichend hohe Zufuhr von Coenzym Q10 zu achten.

 

Auch Niacin, ein B-Vitamin, ist in hoher Dosierung in der Lage, erhöhte Blutfettwerte zu senken und die Gefäßwände zu schützen. Es ist an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt und essentiell für das Nervensystem, die Haut, die Umwandlung von Nahrung in Energie und für einen optimalen Verdauungsprozess. Häufig wird Niacin, oder auch Nikotinsäure, zusammen mit Statinen zur Cholesterinsenkung verordnet. Es trägt zur Erhöhung des HDL-Werts („gutes Cholesterin“) bei und senkt das Risiko der gefürchteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Erhöhte Blutfettwerte aufgrund von Fettstoffwechselstörungen erhöhen, wie bereits beschrieben, das Arteriosklerose-Risiko und damit die Gefahr von gefährlichen Thrombosen, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Wie Forscher herausgefunden haben, ist eine erhöhte Zufuhr von Vitamin C in der Lage, erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte zu senken. Außerdem hat es eine gefäßschützende Wirkung und zählt zu den stärksten Antioxidantien. Es kann stressbedingte Zellschäden reparieren, das Immunsystem stärken, den Blutdruck senken und zahlreiche Stoffwechselprozesse, wie auch den Fettstoffwechsel, beeinflussen.

 

Da grundsätzlich alle Mikronährstoffe erforderlich sind, damit eine gesunde Darmschleimhaut gebildet und erhalten werden kann, sollten Sie, wenn Sie von Fettstoffwechselstörungen betroffen sind, ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen, natürlichen Wirkstoffe aus Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Fettstoffwechselstörungen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Essen Sie langsam und in Ruhe, kauen Sie jeden Bissen ausreichend.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern, das Stress-System unseres Organismus aktivieren und dadurch die Darmtätigkeit einschränken.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie vermeiden ungesunde Nahrungsfette und tragen somit aktiv zur Regulierung Ihres Fettstoffwechsels bei.
  • Verwenden Sie Bitterstoffe, um Ihrer Leber Gutes zu tun. Sie regen den Stoffwechsel an, fördern die Bildung von Gallensäure und Lipasen, die für die Verdauung und Aufspaltung der Nahrungsfette erforderlich sind. Geeignet sind bittere Kräuter wie Löwenzahn, Rucola, Thymian, Beifuß oder Pfefferminze, oder Lebensmittel wie Artischocken, Chicorée, Radicchio, Oliven, Rosenkohl oder Grapefruits.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern, das Stress-System unseres Organismus aktivieren und dadurch die Darmtätigkeit einschränken. Außerdem werden überschüssige Kohlenhydrate zu Triglyzeriden verstoffwechselt und im Körper gespeichert. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken. Außerdem regt körperliche Bewegung auch die Darmtätigkeit an und sorgt für einen regelmäßigen Stuhlgang.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol hemmt zudem den Fettstoffwechsel und begünstigt Fetteinlagerungen in Organen und Gefäßen.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser und ungesüßte Tees. Wasser macht mehr als zwei Drittel unseres Körpergewichts aus und ist an allen Stoffwechsel-, Ausscheidungs- und Zellbildungsprozessen beteiligt.
  • Bauen Sie Übergewicht ab, denn Übergewicht hat auf die Blutfettwerte einen großen Einfluss. Je höher das Körpergewicht ist, desto mehr steigt der Triglyzeridwert an. Jedes Kilo weniger entlastet Ihre Leber und Ihr Herz-Kreislauf-System, senkt den Blutdruck und aktiviert den Stoffwechsel.