Ernährung bei Fruktoseintoleranz: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Fruktoseintoleranz eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Obst enthält viel Fruktose (Fruchtzucker)

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Fruktoseintoleranz

Die Fruktoseintoleranz ist eine, meist im Laufe des Lebens erworbene, Verdauungsstörung von Fruchtzucker. Die Fruktose wird daher erst in unteren Darmabschnitten von Bakterien verstoffwechselt, wodurch es zu Blähungen, Darmkrämpfen, Übelkeit und Durchfall oder Verstopfung kommt.

Häufig entsteht sie, weil über längere Zeit größere Mengen isolierter Fruktose in Form von Softdrinks, Süßspeisen und Süßigkeiten sowie alkoholischen Mischgetränken konsumiert wurde. Der Körper reagiert im Laufe der Zeit auch auf die natürliche Fruktose in Obst mit entsprechenden Symptomen. Früchte enthalten im Gegensatz verhältnismäßig wenig Fruktose, zudem ist diese eingebunden in unzählige Mikro- und Makronährstoffe, Ballaststoffe und Wasser, wodurch sie vom Körper leichter aufgenommen und verstoffwechselt werden kann.

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Fruktoseintoleranz eine bedeutende Rolle. Sie steuern die Produktion von Verdauungsenzymen und Proteinen, die für die Aufspaltung der Fruktose benötigt werden. Außerdem stärken sie die Darmschleimhaut, regulieren Verdauungsprozesse und sind am Aufbau einer gesunden Darmflora sowie am Stoffwechsel beteiligt.

 

Die moderne Mikronährstofftherapie setzt nun an der Wurzel der Fruktoseintoleranz an und führt dem Körper die für einen gesunden und optimal funktionierenden Stoffwechsel wichtigen Mikronährstoffe zu. Aufgrund der Stoffwechselstörungen und Durchfälle kommt es häufig zu Verschiebungen und Mangelerscheinungen im Mikronährstoffhaushalt. Einige relevante Mikronährstoffe stellen wir hier kurz vor:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C, und E, Zink, Selen und Coenzym Q10 binden freie Radikale, stoppen Entzündungs- und zellschädigende Prozesse und stärken Darmflora und Abwehrbarrieren der Schleimhäute.
  • Magnesium wirkt entkrampfend und schmerzlindernd, hemmt Entzündungen, beruhigt gereizte Schleimhäute und spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel.
  • Zink ist u.a. für die Regeneration und Bekämpfung der entzündlichen Prozesse in der Darmschleimhaut zuständig und stärkt die Schleimhautbarriere. Dadurch wird die Entwicklung eines Leaky Gut verhindert, wodurch aufgrund undichter Zellverbindungen Krankheitserreger oder Giftstoffe in den Körper gelangen und weitere Unverträglichkeiten entstehen können.
  • B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure sind wichtig für einen reibungslosen Homocystein-Abbau, einem Zellgift, das an der Entstehung von Entzündungen und allergischen Reaktionen mitverantwortlich ist. Bei Fruktoseintoleranz liegt häufig ein Folsäuremangel vor.
  • Vitamin D spielt darüber hinaus eine große Rolle im Immunsystem. Es hat eine antientzündliche Schutzwirkung auf die Darmschleimhaut, um chronische Entzündung zu verhindern und Schleimhautschäden zu reparieren.
  • Auch Omega 3-Fettsäuren hemmen Entzündungsprozesse. Nachgewiesen ist der positive Einfluss der Omega 3-Fettsäuren bereits bei verschiedenen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, auch Reizdarm wird durch die Fettsäuren beruhigt.
  • Die Aminosäure Glutamin fördert eine rasche Regeneration geschädigter Darmschleimhaut und lindert Entzündungsprozesse.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Fruktoseintoleranz eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für einen gesunden Darm und eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Äpfeln und Nüssen.
  • Besonders empfehlenswert ist resistente Stärke (v.a. Hafer, Linsen, Hirse, Gemüse, Kartoffelstärke). Sie zählt zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort den Darmbakterien als Nahrung dienen.
  • Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die mit Fruktose gesüßt sind. Wählen Sie Xylit, Stevia oder Reissirup als natürliche Süßungsmittel und gewöhnen Sie Ihren Darm langsam wieder an Früchte.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung senken innere Anspannung und Stresshormone, sie können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und unterstützt die Regeneration des Darms bei einer Umstimmungsdiät.
  • Führen Sie eine probiotische Darmkur durch! Sie regenerieren dadurch Ihre Darmflora, stärken die Immunabwehr und beruhigen die gereizte Darmschleimhaut.