Ernährung bei Gallensteinen: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Gallensteinen eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau hat Bauchschmerzen

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Gallensteinen

Gallensteine können lange Zeit unbemerkt bleiben, bis eine schmerzhafte Gallenkolik auf sie aufmerksam macht. Die Gallenblase sammelt die in der Leber gebildete Gallenflüssigkeit und kann bei Bedarf große Mengen an Galle in den Dünndarm abgeben, die benötigt wird, um die Nahrungsfette zu emulgieren und aufzuspalten.

Gallensteine entstehen, wenn die Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis zusammengesetzt sind und auskristallisieren. Die Steine können sich nicht nur in der Gallenblase, sondern auch in den Gallengängen der Leber bilden und dort Schmerzen und Entzündungen verursachen.

 

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Gallensteinen eine immer größere Rolle. Mikronährstoffe sind elementar für ein starkes Immunsystem, sie regeln die Energieproduktion in den Zellen, wirken entzündungshemmend, sind an der Bildung von Gallenflüssigkeit beteiligt und sorgen für einen optimalen Verdauungsprozess.

Mikronährstoffe leisten einen erheblichen Beitrag zur Vermeidung von Gallensteinen, zu ihrer Auflösung und erleichterten Ausscheidung sowie zur Verhinderung von einer Entzündung der Gallenblase und einer möglichen operativen Entfernung.

 

Oxidativer Stress ist ursächlich an der Entstehung von Gallensteinen und Gallenkoliken mitbeteiligt. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen, Bildung der Gallenflüssigkeit beeinträchtigen und den Verdauungsprozess stören.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Gallenblase und die Gallengänge in der Leber vor dem oxidativen Stress und irreversiblen Schäden zu schützen, die Bildung von Gallensteinen sowie Entzündungsprozesse zu verhindern. Als Radikalfänger sind u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen von Bedeutung.

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen und einander unterstützen.

 

Eine hohe Vitamin C-Versorgung verhindert zudem die Bildung von Gallesteinen. Die meisten Gallensteine sind Cholesterinsteine, die sich dann bilden, wenn der Cholesterinanteil in der Gallenflüssigkeit zu hoch ist. Vitamin C (Ascorbinsäure) senkt den Cholesterinspiegel und spielt eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel. Die Ascorbinsäure ist zudem in der Lage, bereits vorhandene Gallensteine aufzulösen.

 

Omega 3-Fettsäuren sind essentiell für unseren Organismus und an allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Auch ein gesunder Fettstoffwechsel hängt von einer guten Versorgung mit Omega 3-Fettsäuren ab. Zudem fördern die Fettsäuren die Beweglichkeit der Gallengänge, so dass die Gallenflüssigkeit rascher abfließen und eventuell vorhandener Gallengrieß ausgeschieden werden kann. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die Cholesterinkonzentration in der Galle bei den Probanden deutlich abnahm, wenn täglich Omega 3-Fettsäuren in Form von Fischöl-Kapseln zugeführt wurde. Ebenso wurde in einer anderen Studie beobachtet, dass bei übergewichtigen Frauen, die rasch Gewicht abbauten und gleichzeitig Omega 3-Präparate einnahmen, keine Gallensteine gebildet wurden.

 

Auch ein Magnesiummangel kann die Bildung von Gallensteinen begünstigen. Magnesium ist an der Regulation des Cholesterinspiegels beteiligt. Bei zu wenig Magnesium steigt der Cholesterinanteil in der Gallenflüssigkeit, erneut können sich Gallensteine bilden. Außerdem fördert Magnesium die Entspannung der Gallengänge, so dass kleine Gallensteine oder Gallengrieß ohne Schmerzen in den Dünndarm gelangen und schließlich ausgeschieden werden können.

 

Grüner Tee enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Catechine. Diese können einen gestörten Gallensäurestoffwechsel verbessern, wie Forscher in einem Laborversuch herausgefunden haben. Ihre antientzündliche Wirkung verhindert zudem Entzündungen der Gallengänge oder der Gallenblase durch bereits vorhandene Steine.

 

Curcumin, ein Wirkstoff in der Kurkumawurzel (Gelbwurz), regt die Leber zu einer vermehrten Gallenproduktion an. Dies ist einerseits wichtig, um zu verhindern, dass die Galle zu lang in den Gallengängen verweilt und die Steinbildung begünstigt, andererseits benötigt unser Körper ausreichend Gallenflüssigkeit, um Nahrungsfette zu emulgieren und aufzuspalten. Außerdem hat Curcumin antientzündliche und krampflösende Eigenschaften, die bei Gallenkoliken Schmerzen und Entzündungen der Gallengänge lindern und weitere Koliken verhindern können.

 

Grundsätzlich sind alle Mikronährstoffe erforderlich, damit ausreichend Galleflüssigkeit hergestellt werden kann und Entzündungen bzw. Steinbildung vermieden werden können. Daher sollten Sie ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen, natürlichen Wirkstoffe aus Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Denn Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Gallensteinen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren), Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie unterstützen auf natürliche Weise die Fettverdauung und verhindern die Bildung von Gallensteinen in der Leber oder Entzündungen in den Gallenwegen.
    • Sie fördern die optimale Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit.
  • Achten Sie besonders darauf, fetthaltige Speisen zu vermeiden, um ihre Verdauung und ihren Fettstoffwechsel nicht zu überlasten und die Bildung von cholesterinhaltigen Gallesteinen zu vermeiden.
  • Verwenden Sie Bitterstoffe, um Ihre Leber zu entlasten und die Bildung von Gallenflüssigkeit anzuregen. Geeignet sind bittere Kräuter wie Löwenzahn, Rucola, Thymian, Beifuß oder Pfefferminze, oder Lebensmittel wie Artischocken, Chicorée, Radicchio, Oliven, Rosenkohl oder Grapefruits.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Beschwerden bei Gallensteinen zu lindern und die (Neu-)Bildung von Gallensteinen zu verhindern.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihre Beschwerden positiv beeinflussen. Ihrem Körper zuliebe sollten Sie möglichst ganz auf Alkohol und Nikotin verzichten, um die Leber zu entlasten und Gallensteinbildung zu vermeiden.
  • Leberwickel aktivieren durch die Kombination von Wärme und Feuchtigkeit die Durchblutung der Leber, regen Entgiftungsprozesse an und entspannen die Gallengänge, wodurch der Abfluss der Galleflüssigkeit aus der Leber erleichtert wird. Führen die den Leberwickel am Abend durch, da er einen erholsamen Schlaf fördern kann und die Leber nachts leichter entgiften und sich regenerieren kann.