Ernährung bei Gebärmutterhalskrebs: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Gebärmutterhalskrebs eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

Gebärmutterhalskrebs bei Frauen

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 22. April 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Gebärmutterhalskrebs

Die Ursachen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind vielfältig. Rauchen, mangelnde oder übertriebene Genitalhygiene, häufig wechselnde Sexualpartner, jahrelange Einnahme der „Pille“ oder eine Infektion mit HPV (Humane Papillom-Viren) gelten als Auslöser von bösartigen Zellveränderungen am Gebärmutterhals.

Grundsätzlich begünstigen jedoch – wie bei allen Krebserkrankungen – eine gestörte Darmflora, Entzündungen, Fehlernährung, ein geschwächtes Immunsystem oder Mikronährstoffmangel etc. die Schleimhautwucherungen.

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Gebärmutterhalskrebs eine wichtige Rolle. Sie sind elementar für ein starkes Immunsystem, das Viren und Entzündungen bekämpft und entartete Zellen abbaut, sie steuern eine normale Zellteilung, regeln die Energieproduktion in den Zellen und sind wichtig für eine gesunde Vaginalschleimhaut sowie deren Besiedelung mit einer ausgewogenen Bakterienflora. Außerdem können sie die Nebenwirkungen der Krebstherapie mildern und die Bildung neuer, gesunder Zellen anregen.

 

Diese Mikronährstoffe brauchen Sie, um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen oder die Krebsbehandlung zu begleiten:

 

  • Antioxidantien: fangen freie Sauerstoffradikale, stoppen oxidativen Zellstress, regenerieren die Schleimhautschäden, schützen vor Entzündungen, Störungen der Zellteilung und Zellentartungen, reparieren Schäden an den Mitochondrien, lindern Nebenwirkungen und Folgen von Krebstherapien
  • Vitamin A: wichtig für Regeneration und Neubildung von Schleimhautzellen, steuert die normale Funktion des Immunsystems, Antioxidans
  • B-Vitamine: wichtig für Stoffwechsel, Zellteilung und -neubildung; Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 senken den Homocysteinspiegel; Folsäure schützt vor Zellentartung und heilt Krebsvorstufen
  • Vitamin C aktiviert einerseits das Immunsystem, das die entarteten Zellen vernichtet, andererseits zerstört es Krebszellen und kann zusammen mit anderen Antioxidantien die Nebenwirkung von Chemo- und Strahlentherapie um bis zu 70% senken.
  • Ein hoher Vitamin D-Spiegel ist ein natürlicher Schutz, an Krebs zu erkranken und hemmt die Bildung von Metastasen. Außerdem stärkt Vitamin D die Schleimhautbarriere gegen das Eindringen von Viren, aktiviert Abwehrzellen und hemmt Entzündungsprozesse.
  • Vitamin E verhindert Schleimhautentartungen und können offenbar die Ansprechbarkeit von Krebszellen für Chemotherapeutika erhöhen.
  • Magnesium wird für die Aktivierung von Vitamin D benötigt und sollte daher in entsprechender Dosis substituiert werden; entzündungshemmende Wirkung.
  • Zink: entzündungshemmend, an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt, immunstärkend
  • Selen ist entzündungshemmend, antioxidativ, schmerzlindernd und immunregulierend, schützt die Zellen vor Mutationen und Krebs. Mehrere Studien konnten bestätigen, dass die Einnahme von Selenhefe das Risiko für verschiedene Krebsarten um bis zu 60% senkt.
  • Omega-3-Fettsäuren sind an der Synthese wichtiger Hormone beteiligt, stoppen (chronische) Entzündungen und senken nachweislich das Krebsrisiko.
  • Aminosäuren wie Cystein, Arginin, Taurin oder Glutamin stabilisieren u. a. das Immunsystem, können die Nebenwirkungen der Krebstherapie abmildern und haben eine stark antioxidative Wirkung.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol, Grüntee-Extrakt, Lycopin und Weihrauch-Extrakt sind starke Antioxidantien und können Krebszellen in ihrer Teilung hemmen. Besonders das Curcumin, ein Wirkstoff aus der Gelbwurz (Kurkuma), fiel bei wissenschaftlichen Untersuchungen positiv auf. Curcumin hat eine hoch antioxidative Wirkung, das heißt, es ist in der Lage freie Radikale zu binden, die für die Schädigung, Zerstörung und Entartung körpereigener Zellen verantwortlich sind. Lycopin, das vor allem in Tomaten, Grapefruits, Mango und Papaya vorkommt, senkt laut Studien das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um ein Drittel.




Experten-Tipps

Worauf sollten Sie achten?

  • Nehmen Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das neben Vitamin D und Spurenelementen auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Tabletten oder Pulver.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute zur Prävention und als Basistherapie bei Gebärmutterhalskrebs eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden natürliche, flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt  (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie senken aktiv Ihr Gebärmutterhalskrebsrisiko.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Außerdem stimuliert die Bewegung die Abwehrkräfte und regt den Stoffwechsel an.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindern. In zahlreichen Studien wurden krebserregende Abbauprodukte von Tabak in der Vaginalschleimhaut und am Gebärmutterhals nachgewiesen und das Krebsrisiko belegt.
  • Gewöhnen Sie es sich an, morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas (ca. 500 ml) lauwarmes Wasser zu trinken. Sie gleichen den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus, Stoffwechsel und Entgiftungsprozesse werden angeregt und auch die Verdauung wird verbessert.