Ernährung & Mikronährstoffe bei Gebärmutterschleimhautentzündung

Mikronährstoffe spielen bei der Gebärmutterschleimhautentzündung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Gebärmutterschleimhautentzündung

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis)

Aufsteigende Blasen- oder Scheideninfektionen, wechselnde Geschlechtspartner, eine gestörte Darm- bzw. Scheidenflora, ein geschwächtes Immunsystem, Infektion im Wochenbett, Hormonschwankungen, Medikamente (v. a. Antibiotika) oder ein Intrauterinpessar („Spirale“) können eine Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis) verursachen. Eine verlängerte oder verstärkte Periodenblutung, Zwischenblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und/oder Juckreiz und Brennen im Intimbereich sind erste Anzeichen für eine Infektion der weiblichen Genitalorgane.

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung einer Gebärmutterschleimhautentzündung eine wichtige Rolle. Sie sind essentiell für ein starkes Immunsystem, das Entzündungen bekämpft, sie sorgen für eine gesunde Vaginal- und Gebärmutterschleimhaut sowie die Besiedelung der Scheide mit Milchsäurebakterien, was wichtig ist für das Gleichgewicht in der Vaginalflora und ein Aufsteigen entzündungsfördernder Bakterien in den Uterus verhindert.

 

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Gebärmutterschleimhaut vor oxidativem Stress und irreversiblen Schäden durch freie Radikale zu schützen. Diese können gesunde (Schleimhaut-)Zellen schädigen und unbemerkte Entzündungen (silent inflammation) auslösen, lange bevor es zu den Symptomen einer Gebärmutterentzündung kommt. Zu den Antioxidantien zählen u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Zink und Selen. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

 

Besonders wichtig für eine gesunde Schleimhaut, um die Entzündung auszuheilen sind: Zink, Vitamin A und E, B6, B12, Biotin und Niacin sowie Aminosäuren wie L-Glutamin. Die Vitamine A und E stärken die Immunbarriere der Vaginalschleimhaut und verhindern so die Ausbreitung der krankmachenden Bakterien. Da sich Schleimhautzellen häufiger teilen und erneuern als andere Körperzellen, sind grundsätzlich alle B-Vitamine von Bedeutung, da sie die Zellteilung steuern. Ein Mangel kann zu Schleimhautschäden führen und dadurch die Vermehrung entzündungsfördernder Bakterien in der Gebärmutter begünstigen.

 

Damit das Immunsystem die Bakterien abwehren und das Gleichgewicht in der Darm- und Scheidenflora wieder herstellen kann, sind eine ganze Reihe von Mikronährstoffen erforderlich. Neben den bekannten wie Vitamin C und D sowie Zink, benötigen wir für unsere körperliche Abwehr u. a. auch Vitamin B6 und B12, Folsäure, Vitamin E, Selen und Senfölglykoside. Senfölglykoside aus Meerrettich, Kapuzinerkresse, Knoblauch oder Senfsaat sind ein natürliches Antibiotikum und können die Vermehrung der Bakterien verhindern und damit die Entzündung eindämmen.

 

Omega-3-Fettsäuren wirken nicht nur antioxidativ und entzündungshemmend, sondern fördern zudem die Bakterienvielfalt der gesunden Darmbakterien, die einen Großteil unseres Immunsystems ausmachen. Eine gestörte Darmflora ist eine der Hauptursachen für (chronische) Entzündungen, wie z. B. eine Gebärmutterschleimhautentzündung. Auch auf die Milchsäurebakterien der Scheidenflora haben Omega-3-Fettsäuren, ebenso wie Polyphenole, eine positive Wirkung und verhindern so die Besiedelung mit krankmachenden Bakterienstämmen.

 

Bei den sekundären Pflanzenstoffen zählen u.a. Curcumin, Quercetin und Rutin sowie Weihrauchextrakte zu den Mikronährstoffen, die nicht nur eine hoch antioxidative Wirkung haben, sondern auch die Gebärmutterschleimhaut stärken und Entzündungsprozesse stoppen.

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Gebärmutterschleimhautentzündung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen und schafft die Grundlage für eine ein Ungleichgewicht in Darm- und Vaginalflora sowie für Entzündungen aller Art.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darm- und Scheidenflora und verbessern so Abwehrprozesse.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse fördern und den krankmachenden Bakterien eine ideale Ernährungs- und Vermehrungsgrundlage bieten.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für die optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Besonders empfehlenswert ist resistente Stärke (v.a. Hafer, Linsen, Hirse, Gemüse, Kartoffelstärke). Sie zählt zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Darm gelangen und dort den „guten“ Darmbakterien als Nahrung dienen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

 

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger, aber maßvoller Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol sollte tabu sein, wenn Sie an einem Gebärmutterschleimhautentzündung leiden. Denn er wird im Stoffwechselprozess in Zucker umgewandelt und fördert das bakterielle Ungleichgewicht in der Scheide und nährt die entzündungsfördernden Bakterien.
  • Führen Sie mindestens eine Woche lang Scheidenspülungen (30ml) mit 3%igem Wasserstoffperoxid durch. Bestimmte Laktobazillen produzieren H2O2 und verhindern so die Verbreitung von entzündungsfördernden Bakterien. Eine Studie konnte nachweisen, dass die nebenwirkungsfreie Anwendung in 100% der Fälle eine gesunde Vaginalflora wiederherstellte.
  • Vermeiden Sie übertriebene Intimhygiene. Waschen mit lauwarmem Wasser oder ein Kamillensitzbad genügen.
  • Verwenden Sie eine Menstruationstasse statt Tampons: Tampons trocknen die Schleimhäute in der Scheide aus und begünstigen Entzündungen.