Ernährung bei Gestationsdiabetes: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Gestationsdiabetes eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Schwangerschaftsbauch bei Pärchen

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Gestationsdiabetes

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung des Gestationsdiabetes eine bedeutende Rolle. Mikronährstoffe steuern die Produktion und Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen, die für die Blutzuckerregulation verantwortlich sind, sie regeln den Stoffwechsel sowie die Energieproduktion in den Zellen und sind für den reibungslosen Ablauf der Schwangerschaft sowie das Heranwachsen des Fötus essentiell.

 

Unsere Leber spielt neben einer gesunden Darmflora und den Hormondrüsen die zentrale Rolle bei der Entstehung wie auch bei der Behandlung des Gestationsdiabetes. Zudem ist der erhöhte Mikronährstoffbedarf in der Schwangerschaft zu berücksichtigen, um einen gestörten Zuckerstoffwechsel ganzheitlich zu behandeln. Ist der Organismus aufgrund eines Mikronährstoffmangels in der Schwangerschaft geschwächt, können u. a. Störungen im Zuckerstoffwechsel auftreten.

Die moderne Mikronährstofftherapie setzt nun an der Wurzel des Gestationsdiabetes an und führt dem Körper die für einen gesunden und optimal funktionierenden Stoffwechsel wichtigen Mikronährstoffe zu. Einige für den Zuckerstoffwechsel relevanten Mikronährstoffe stellen wir hier kurz vor:

 

 

Vitamin D ist für die Bildung und Ausschüttung des Inselhormons, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, erforderlich. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und des Risikos, einen Gestationsdiabetes zu entwickeln, festgestellt. Auch gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine Substitution von Vitamin D den Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft günstig beeinflussen könnte.

 

Der Bedarf an Magnesium steigt mit fortschreitender Schwangerschaft an, das Risiko, einen Gestationsdiabetes zu entwickeln, nimmt ebenfalls ab der zweiten Schwangerschaftshälfte zu. Magnesium reguliert die Bildung und Ausschüttung des Inselhormons und spielt eine große Rolle im Zuckerstoffwechsel. Darüber hinaus hat Magnesium eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße, wodurch ein erhöhter Blutdruck, der oft mit dem Gestationsdiabetes einhergeht, gesenkt wird.

 

Das Spurenelement Chrom reguliert den Zuckerstoffwechsel und verbessert die Wirkung des Inselhormons, das für die Aufnahme des Zuckers in die Zellen zuständig ist. Da in der Schwangerschaft von der Einnahme isolierter Mikronährstoffe meist abgeraten wird, sollten Sie zu einem natürlichen Mikronährstoffpräparat greifen, das Chrom enthält.

 

Antioxidantien wie Vitamin A und C, Zink, Curcumin oder Grüntee-Catechine senken den Blutzuckerspiegel. Laut einer Studie hemmt Curcumin den Anstieg von Inselhormon und Zucker nach den Mahlzeiten. Antioxidantien entfalten ihre Wirkung jedoch erst dann optimal, wenn sie im Verbund mit anderen Mikronährstoffen eingenommen werden.

 

In der Schwangerschaft sind für die Versorgung des Fötus sowie die erhöhten Anforderungen an den mütterlichen Organismus grundsätzlich alle Mikronährstoffe relevant. Zudem ist die Verabreichung isolierter Mikronährstoffe in der Schwangerschaft noch wenig erforscht, weshalb wir von der Einnahme von Einzelnährstoffen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt abraten.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Gestationsdiabetes eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, vor allem Zitrusfrüchte, Vollkornprodukte, fetter Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren), Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Harntreibende Lebensmittel lindern die Entzündung und spülen die Krankheitserreger aus. Dazu zählen z.B. Petersilie, Spargel, Sellerie, Gurke, Fenchel, Ananas und Melonen.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora, die Voraussetzung für eine optimale Verdauung und eine verlängerte Darmpassage ist.
  • und die Linderung von Durchfallerkrankungen sowie eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Sie quellen im Darm auf, binden die überschüssige Flüssigkeit und durchfallauslösende Reizstoffe im Darm, die die zu schnelle Darmpassage und Durchfälle begünstigen. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Haferflocken, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Trockenpflaumen und -aprikosen (am besten in Wasser eingeweicht), Äpfeln und Nüssen.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Essen Sie ballaststoffreich! Neben einer Regulierung der Verdauung und Vermeidung der in der Schwangerschaft typischen Verstopfungen führen Ballaststoffe dazu, dass Kohlenhydrate langsamer verdaut und in Zucker umgewandelt werden. Der Blutzuckerspiegel steigt in der Folge wesentlich langsamer an. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese nicht nur für den Anstieg des Blutzuckerspiegels verantwortlich sind, sondern auch Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Beschwerden bei Gallensteinen zu lindern und die (Neu-)Bildung von Gallensteinen zu verhindern.

  • Sport und Bewegung stabilisiert das Immunsystem, gleichen das vegetative Nervensystem aus und aktivieren den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken. In der Schwangerschaft ist regelmäßige Bewegung – ohne Überanstrengung – förderlich für Mutter und Kind. Bewegung senkt zudem den Blutzuckerspiegel, da die Muskelarbeit die Glukose verbraucht.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung senken innere Anspannung und Stresshormone, sie können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit auch und besonders in der Schwangerschaft.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol sollten in der Schwangerschaft selbstverständlich sein. Neben einer optimalen Versorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen, wird die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen verbessert und ein gestörter Zuckerstoffwechsel harmonisiert werden.
  • Essen Sie nur, wenn Sie ein Hungergefühl verspüren und beenden Sie das Essen, wenn ein Sättigungsgefühl erreicht ist. Damit vermeiden Sie nicht nur eine unnötige Gewichtszunahme, sondern beugen der Entstehung eines Gestationsdiabetes vor.