Ernährung bei Glukoseintoleranz: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Glukoseintoleranz eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Blutzucker wird durch Ärztin ermittelt

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Glukoseintoleranz

Die Glukoseintoleranz ist ein Vorbote des Diabetes mellitus und geht mit einem Anstieg des Blutzuckerspiegels sowie einer zunehmenden Resistenz gegen das Inselhormon einher. In diesem Stadium kann die Entwicklung der Zuckerkrankheit noch verhindert und der Blutzuckerstoffwechsel normalisiert werden. Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Glukoseintoleranz eine bedeutende Rolle. Mikronährstoffe steuern die Produktion und Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen, die für die Blutzuckerregulation verantwortlich sind, sie regeln den Stoffwechsel sowie die Energieproduktion in den Zellen.

 

Unsere Leber spielt neben einer gesunden Darmflora und den Hormondrüsen, insbesondere der Bauspeicheldrüse, die zentrale Rolle bei der Entstehung wie auch bei der Behandlung der Glukoseintoleranz.

Die moderne Mikronährstofftherapie setzt nun an der Wurzel der Glukoseintoleranz an und führt dem Körper die für einen gesunden und optimal funktionierenden Stoffwechsel wichtigen Mikronährstoffe zu. Einige für den Zuckerstoffwechsel relevanten Mikronährstoffe stellen wir hier kurz vor:

  • Vitamin D ist für die Bildung und Ausschüttung des Inselhormons, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, erforderlich. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und einem erhöhten Blutzuckerspiegel festgestellt. Eine Studie konnte sogar nachweisen, dass ein hoher Vitamin D-Spiegel das Fortschreiten eines Diabetes stoppen kann. Außerdem konnte die Verbesserung der Funktion der Bauchspeicheldrüse beobachtet werden.

 

  • Der Bedarf an Magnesium wird bei Diabetikern zur begleitenden Behandlung empfohlen, da es erheblich an der Verstoffwechslung von Kohlenhydraten beteiligt ist. Magnesium reguliert u.a. die Bildung und Ausschüttung des Inselhormons und spielt eine große Rolle im Zuckerstoffwechsel. Darüber hinaus hat Magnesium eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße, wodurch ein erhöhter Blutdruck, der oft mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel einhergeht, gesenkt wird. Außerdem senkt Magnesium das Risiko, an gefürchteten Folgeerkrankungen (Nierenschäden, Durchblutungsstörungen, Netzhautschäden etc.) eines zu hohen Blutzuckerspiegels zu erkranken.

 

  • Neuere Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung einer Glukoseintoleranz mit einem Vitamin B1-Mangel einhergeht. Vitamin B1 ist mitbeteiligt, den Zucker aus dem Blut in die Zelle zu schleusen. Liegt ein Mangel vor, verringert das die Ansprechbarkeit der Zellen für Vitamin B1 und erhöht das Risiko für Gefäß- und Nervenschäden, die oft mit einem zu hohen Blutzuckerspiegel einhergehen. Außerdem wird bei einer Glukoseintoleranz vermehrt Vitamin B1 über die Nieren ausgeschieden, da der Körper versucht, über eine erhöhte Urinmenge den Zuckergehalt im Blut zu senken.

 

  • Auch das Spurenelement Chrom reguliert den Zuckerstoffwechsel und verbessert die Wirkung des Inselhormons, das für die Aufnahme des Zuckers in die Zellen zuständig ist.

 

  • Antioxidantien wie Vitamin A und C, Zink, Curcumin, Berberin oder Grüntee-Catechine senken den Blutzuckerspiegel. Laut einer Studie hemmt Curcumin den Anstieg von Inselhormon und Zucker nach den Mahlzeiten. Antioxidantien entfalten ihre Wirkung jedoch erst dann optimal, wenn sie im Verbund mit anderen Mikronährstoffen eingenommen werden.

 

  • In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden Probanden über acht Wochen ein Coenzym Q10-Präparat Am Ende des Zeitraums stellten die Forscher eine signifikante Verbesserung der Inselhormonwerte fest. Außerdem wurde die körpereigene Regulierung des Glukosespiegels auf natürliche Weise angeregt.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Glukoseintoleranz eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Essen Sie ballaststoffreich! Neben einer Regulierung der Verdauung und Pflege der gesunden Darmflore führen Ballaststoffe dazu, dass Kohlenhydrate langsamer verdaut und in Zucker umgewandelt werden. Der Blutzuckerspiegel steigt in der Folge wesentlich langsamer an.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese nicht nur für den Anstieg des Blutzuckerspiegels verantwortlich sind, sondern auch Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und Kräuter- oder Grüntee. Die Flüssigkeit ist wichtig, um die erhöhte Wasserausscheidung auszugleichen, die mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel einhergeht. Als Faustregel gilt: 40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport und Bewegung stabilisieren das Immunsystem, gleichen das vegetative Nervensystem aus und aktivieren den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Bewegung senkt zudem den Blutzuckerspiegel, da die Muskelarbeit die Glukose verbraucht.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung senken innere Anspannung und Stresshormone, sie können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen.und ein gestörter Zuckerstoffwechsel harmonisiert werden.
  • Essen Sie nur, wenn Sie ein Hungergefühl verspüren und beenden Sie das Essen, wenn ein Sättigungsgefühl erreicht ist. Damit vermeiden Sie nicht nur eine unnötige Gewichtszunahme, sondern beugen der Entstehung eines Glukoseintoleranz vor.